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fich die proletarischen Wählerinnen ganz besonders ihrer Berant| licher und politischer Verhältnisse, die den Frauenmaffen nicht Selbst­wortung bewußt werden. verleugnung auferlegen, sondern

Ein großer Dichter unserer Zeit, Rabindranat Tagor, hat den beachtendsten Saß geprägt: In dem gegenwärtigen Stadium der Kultur, wo die Verstümmelung von Individuen nicht nur geübt, fondern verherrlicht wird, schämen die Frauen sich ihres weiblichen Gefühls". Leider gibt es auch in unseren Reihen Männer und Frauen, die eine gewiffe Geringschähung der gefühlsmäßigen, weib lichen Einstellung in der Politit" zur Schau tragen. Selbstverständ­Mich follen die Frauen sich recht energisch politisch schulen, aber

im großen Kampf um foziale Neugestaltung braucht man nicht nur den falten Berstand, sondern auch den Einfah flammender

Herzen. alporious

Da brauchen sich die proletarischen Frauen ihrer weiblichen Gefühle durchaus nicht zu schämen, denn gerade sie sind berufen gegen die seelische Verkümmerung, zu der der Kapitalismus die arbeitenden Massen verurteilt, zu rebellieren.

die bestmöglichste Entfaltung ihrer Anlagen ermöglichen würden. Nur, wer sich aus sich selbst heraus entwidelt, fann schöpferische Leiffungen für die Gemeinschaft hervorbringen.

Wohin es führt, wenn politische Macht zum Selbstzweck erhoben wird, und wenn auch die Frauen sich intellettualisieren, beweist die Berrohung der kommunistischen Frauen in Rußland , die alle terroristischen Gewalttaten der blutigen Diktatur widerstands. los decken. Ja, diese politisch total unselbständigen, von den Männern gegängelten Kommunistinnen machen sogar die Aus hungerungspolitik der Stalin - Regierung mit, die Weizen, Butter, Gier und Zucker ins Ausland ausführt, während die Arbeiterkinder ohne Milch, ohne Butter, ohne Weizenbrot und Zucker verhungern. Sowohl die faschistische wie die kommunistische Diktatur macht die Frauen erst recht politisch mundtot und erhebt die nackte Macht zum Selbstzwed. In der bevorstehenden Wahlschlacht zwischen der Demokratie und der bürgerlich- faschistischen Diftatur geht es um die politische Freiheit, um das Recht auf Arbeit und um ein menschenwürdigeres proletarisches Dafein.

Eine politisch sehr aktive und tüchtige Genossin erklärte mir fürzlich: Die Männer haben durch den Intellekt die Macht erobert, auch wir müssen Gefühle und Instinkte in uns aus rotten, wenn mir zur politischen Geltung gelangen wollen." Derart irre geleitete Genoffinnen, mögen fie persönlich noch so tüchtig sein, find ein mahnendes Beispiel. Wer die politische Machterweiterung bisher ihr schweres Los erdulden. der Frauen durch ihre Intellektualisierung, durch Berleugnung ihrer Eigenart, erkaufen will, leistet dem Befreiungskampf der proleta­rischen Frauen teinen erfprießlichen Dienst. Der Sinn dieses Kampfes besteht ja gerade in der Schaffung solcher wirtschaft-|

Die verdammie Leidensfähigkeit der Arbeiterfrauen ließ fie

Nun erwächst den breiten Massen der proletarischen Wählerinnen die Ehrenpflicht durch größtmögliche eigene Aktivität die große Wahlschlacht zugunsten der Sozialdemokratie zu entscheiden. Judith Grünfeld.

Mädchenbildung auf dem Lande

800000 Jugendliche gehen noch nicht zur Fortbildungsschule

Während für die Töchter der begüterten Schichten auf dem Lande schon seit Jahrzehnten die günstigsten Fortbildungsmöglich feiten geschaffen worden sind, liegt die Ausbildung der Frauen und Mädchen des ländlichen Proletariats noch immer sehr im Argen. Im faiserlichen Deutschland mußten nach dem Volksschulbesuche Wanderhaushaltungsschulen genügen, die in Kursen von 8 bis 12 Wochen, abgehalten von einer Fachlehrerin, die im Kreise als Wanderlehrerin angestellt war und mit ihren Lehrmitteln herumzog, der Einführung in die Grundkenntnisse der ländlichen Haushaltung dienten. Erst seit dem Gesez vom 31. Juli 1923 über Die Fortbildungspflicht der Mädchen auf dem Lande gibt es in Breußen, wenigstens der Theorie nach, eine Fortbildungs. Ichulpflicht für die Landmädchen. Von 31 Mädchenjort bildungsschulen im Jahre 1924 wuchs die Zahl der Schulen auf 122 im Jahre 1925, auf 416 im Jahre 1926 und auf 885 im Jahre 1927. Die Zahl der Schülerinnen stieg in diesem Zeitraum von 881 auf 21 420. Auch ist das nur ein kleiner Bruchteil der in Frage kom­menden Mädchen. Von den 800 000 Jugendlichen, die heute noch nicht von der Fortbildungsschulpflicht erfaßt werden, find 700 000 weiblich, und zwar ganz überwiegend weibliche Landjugend. Aüler­dings gibt es schon Kreise, in denen durch Kreisstatut 3wangsfort­bildungsschuluntericht für Mädchen durchgeführt ist; verpflichtet sind die Kreis- und Kommunalverbände freilich aus finanziellen Gründen noch nicht zur Errichtung von Mädchenfortbildungsschulen.

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Es werden an diesen Schulen folgende Fächer gelehrt: Haus­wirtschaft, Rochen, Nadelarbeit, Landwirtschaft, Gesundheits- und Säuglingspflege, Deutsch , Rechnen, Staatsbürger- und Lebenskunde. Speziell vorgebildete, hauptamtliche Lehrkräfte sind bisher aus pefuniären Gründen noch nicht angestellt worden, sondern es unter­richten Bolksschullehrerinnen im Nebenamt, ländliche Hausfrauen, Gemeindeschwestern, ausgebildete Maiden" usw. Die Raumfrage und gar die Angliederung einer Lehrküche stoßen häufig auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten. In jeder Beziehung ist also die Fortbildungsschule benachteiligt gegenüber den Lehranstalten für die Töchter der Zahlungsfähigen. Noch umstritten ist die Frage der Schulzeit für die Fortbildungsschulen. Eine Internatschule ist aus Geldmangel nicht möglich, außerdem kann die Arbeitskraft der Mädchen aus diesen Kreisen zu Hause nicht so lange entbehrt wer­den. Es gibt bisher den einjährigen Unterricht, den Unterricht in awei Winterhalbjahren und selbst den stundenweisen Unterricht, der fich auf drei Jahre erstreckt. Ebenso umstritten wie die Schulzeit ist die Frage des Unterrichtsstoffes: ob in erster Linie Fachunter richt oder Lebensfunde erteilt werden soll. Das Fortbildungsschul­wesen untersteht der Aufsicht der Kreisschulräte, den Kreisen, und als oberster Instanz dem Regierungspräsidenten. Finanzielle Träger find Kreise und Gemeinden."

Eine weitere Möglichkeit der Fortbildung besteht noch im Be­fuch der Mädchentlassen an landwirtschaftlichenach Ichulen. Das kommt hauptsächlich für Bauerntöchter in Frage. Auf Anregung der Landfrauenvereine hat man seit 1920 den land­wirtschaftlichen Winterschulen Mädchenflaffen angegliedert, und awar die erste im Regierungsbezirk Wiesbaden, wo heute 14

solcher Mädchenklassen besteher, die meist überfüll: find. Die Ein­richtung hat sich so ausgezeichnet bewährt, daß alle enderen Bro­vinzen dem Beispiel folgten, so daß 1927 bereits 107 solcher Mädchen­tlaffen mit 2621 Schülerinnen vorhanden waren. Träger diefer Winterschulen sind die Landwirtschaftskammern, deren Aufsicht, mit der obersten Instanz des Landwirtschaftsministeriums, fie unter­stehen. Eine Neuerung, die ebenfalls erst die Republik geschaffen hat, besteht darin, daß für sämtliche genannten Schularten den Aufsichtsbehörden eine Fachberaterin in Person der Referent der zuständigen Landwirtschaftskammer beigegeben ist. Außerdem haben einzelne Kreise eine an einer Landwirtschaftlichen Haus­haltungsschule angestellte Lehrerin zu ihrer Kreisfachbera ferin ernannt. Damit ist also der Widersinn aus der Welt ge­schafft, daß die ausschließliche Entscheidung darüber, ob der Säug­ling auch richtig gewickelt, ob die Suppe nicht verfalzen und der Hohlsaum auch richtig genäht ist, in die Hand bebrillter Herren mit Aktentaschen und finster gefurchter Stirn gelegt ist.

So

Eine lehte Schulart soll hier noch erwähnt werden: die Bauernhochschule nach dänischem Borbild, von der es in Deutschland heute etwa 30 gibt, und denen überall Mädchen. und Frauenlehrgänge angeschlossen sind. Hier werden nur Schülerinnen zwischen 18 und 25 Jahren angenommen. Boraus­gesetzt werden der Besuch einer Fachschule und mehrere Jahre praf­tische Arbeit. Die Schulen find als Heimschulen aufgebaut. heilsam es ist, einmal die unermüdlich sich plackende Bäuerin aus ihrer furchtbar schweren Arbeit für einige Zeit herauszuholen und fie zur Besinnung auf sich selbst und ihr Menschentum zu bringen, so hat man doch auf Grund der Zielfezung dieser Schulen den Ein­druck, daß hier etwas zu start mit Erdgeruch, Tradition, Volks gemeinschaft und Familienfinn( man will die Bäuerin wieder zur Gebärfreudigkeit" erziehen!) gearbeitet wird, auch wird anscheinend an dielen Schulen die blaue Blume der Romantik gleich strauß­weise gebündelt den Schülerinnen ans Mieder gesteckt.

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Betrachtet man alle ländlichen Fortbildungsmöglichkeiten für Mädchen, so ist vom sozialistischen Standpunkt aus vor allem der Ausbau des ländlichen Fortbildungsschulwefens, durch das gerade die Mädchen der Kleinbauern und Landarbeiter er faßt werden, das wichtigste. Dieses Ziel ist nur zu erreichen durch Eroberung der Gemeinden und Kreise für Bertreter der Arbeiter­schaft, besonders durch Heranziehung von Frauen zu solchen Aemtern, denn nur dann ist die Gewähr gegeben, daß die Mädchen, des ländlichen Broletariats ihren verantwortungsvollen Aufgaben als Hausfrau, Mutter, Arbeiterin und Staatsbürgerin beffer ge­rüftet als bisher gegenübertreten.

Versicherung gegen, Gitzenbleiben".

Eine große Bersicherungsgesellschaft in New York propagiert gegenwärtig einen neuen Versicherungszweig. Die Frauen fönnen sich dort gegen Chelosigkeit versichern. Die Versicherungssumme ge­fangt zur Auszahlung, wenn das in Frage kommende Mädchen [ einen 40. Geburtstag erreicht, ohne verheiratet gewesen zu sein.