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Br. 279. 14. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Dienstag, 30. November 1897.

Die Marinevorlage in der Prelle. Es bedarf kaum besonderer Erwähnung, daß die eigentlichen Regierungsblätter die Vorlage als Muster einer bescheidenen Forde rung, als Mindestmaß deffen, was unbedingt nöthig" sei, hin­stellen. Auch die übrigen konfervativen Blätter sind sehr befriedigt von der Vorlage. Die" Post" fagt: Die Forderungen, welche durch das Flottengefeß verwirklicht werden sollen, stellen sich in der That als das Mindestmaß deffen dar, was nothwendig ist, wenn die deutsche Flotte ihren Aufgaben auf allen Gebieten gewachsen sein soll. Die Forderungen bleiben weit hinter dem zurück, was eifrige Marinefreunde als das zu er strebende Ziel noch fürzlich bezeichnet haben, und den sogenannten Marine Enthusiasten wird, wie dies auch bereits in einzelnen Aeuße: rungen der Presse zum Ausdruck gelangte, eine bittere Enttäuschung

bereitet."

Die, Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben: Es liegt in diefer Festlegung des Flottenbestandes eine Analogie mit dem Kadresgesetze für unser Landheer, und gegen dieses Gesetz konstitutionelle und budgetrechtliche Bedenken zu erheben, ist noch niemandem eingefallen. Zudem müssen in jedem Jahre die erforderlichen Mittel in den Etat eingestellt und dem Reichstage so zur Bewilligung vorgelegt werden. Auch nach technischer Richtung dürften feine Bedenken geltend gemacht werden können, da keine Schiffstypen, sondern Schiffsklassen fest gelegt sind, und auch hierbei der Reichstag in jedem Jahre zu der Höhe der Kosten für jedes Schiff sein entscheidendes Wort zu sprechen hat."

diejenigen Ersatzbauten bedacht zu sein, die für die Aufrechterhaltung

des Flottenbestandes unumgänglich sind...."

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auf einem Arbetterfest verbieten, thatsächlich und buchstäblich Derbieten darf, wird auch die boßhaftefte Phantasie des verhärtetsten Allein wir glauben nicht, daß der gegenwärtige Reichstag fich Mörglers nicht auszudenken im ftande sein. Uebrigens scheinen die dazu bereit finden lassen werde, auf sein jährliches Bewilligungs Augen für ein bedeutend ungefährlicheres und konservativeres recht, das als ein Machtfaftor in femer Hand gilt, freiwillig zu ver: Sinnesorgan als die Ohren zu gelten. Denn der Prolog zichten. Wir glauben auch nicht, daß irgend ein Nachfolger dieses von Ernst Preczang , der in schwungvollen Strophen das Reichstages, mag er infolge von Auflösungen oder in der regel Licht und Kunststreben des Proletariats feiert, durfte von den mäßigen Beitfolge der Neuwahlen zu ſtande gekommen sein, fich Augen aller derer, die für 10 Pf. das Programm erstanden, in Ruhe herbeilafsen tönnte, das vornehmste Recht, das ihm die Verfassung gelesen, aber von den Ohren derselben Leute nicht gehört werden. verbürgt, gewissermaßen enthaupten zu helfen. Wir glauben des: Die Deflamation auch diefes Stückes war von der Behörde verboten halb, daß der Staatssekretär Tirpitz der Flottenfache einen sehr worden. Daß solchen Verboten mehr agitatorischer Werth als schlechten Dienst geleistet hat, als er sie mit der Frage des Septennats auch den schwungvollsten Gedichten innewohnt, das unterliegt wohl verquickte." teinem Zweifel. Besonders wichtig erscheint die Haltimg der Zentrums. presse. Nach einer Barlegung der Roften fagt die Germania ": Ueber Berlin als Handels, Industrie und Verkehrsstadt Wird sich dafür im gegenwärtigen oder in einem zufünftigen bringt die neueste Nummer der Statistischen Korrespondenz" eine Reichstage eine Mehrheit finden lassen? Wir glauben, diefe Reihe beachtenswerther Zahlen. Berlin hatte nach den Berufs- und Frage mit einem runden Nein beantworten zu können. Gewerbezählungen von 1882 und 1895 1156 945 und 1 615 517 Ein. Die Begründung" des neuen Marine- Gesezentwurfs für die wohner Die in Berliner gewerblichen, Handels und Verkehrs­Nothwendigteit des geforderten Schiffbestandes ist außerordentlich betrieben( letztere ohne Post, Telegraphie und Eisenbahnen) thätigen mager ausgefallen. Worm diese Seeintereffen" und maritimen Personen erreichten 1882 die Zahl 859 986 und 1895 Aufgaben bestehen, wird nicht weiter gefagt Die Ansichten darüber 545 598. Im Durchschnitte des preußischen Staates mit 27 287 860 wechseln bekanntlich, auch in Marinefreifen, sie wechseln sogar( 1882) beziehungsweise 31 490 315( 1895) Einwohnern waren innerhalb eines Jahres, wie der Wechsel im Reichs- Marine- Amt in diefen Gewerbebetrieben 15,60 bezw. 18,61 pt. der Bevölkerung gezeigt hat. beschäftigt; in Berlin sind es 31,12 bezw. 33,77 pCt. Die Berliner Die Marine Berwaltung will mit der gefeßlichen Festlegung Bevölkerung ist also viel stärker an Gewerbe, Handel und Verkehr der Flottenstärke einseitig den Reichtag binden, für betheiligt als die des Staates im Durchschnitte, wobei freilich zu fich felbft aber freie Sand behalten, auch in[ betreff der berücksichtigen ist, daß ein Theil der erwerbsthätigen Personen der Höhe ihrer weiteren Marineforderungen. Wir sind gespannt Berliner Betriebe nicht im Weichbilde der Stadt, sondern in den darauf, zu erfahren, wie der Gefeßentwurf selbst der Reichs= Vororten wohnen. Die Kreuz Beitung" führt aus: Anzeiger" bringt nur eine Inhaltsangabe nach den Motiven der Die weitaus meisten Gewerb3zweige find tn der Hauptstadt Und erfordert nicht ebenso und mit demselben Recht auch die Vorlage- dies gesetzgeberisch figiren will. Dieses Marine: vertreten. Allein wenn im Staate von der gesammten gewerblich Wahrnehmung unserer ausländischen Interessen eine starte Septennat für den Erweiterungsbau der Flotte soll dann auch thätigen Bevölkerung( 1895 5 861 707) den eigentlichen Gewerben Schlachtflotte? Wenn die anderen Mächte wissen, daß hinter noch ein Marine eternat werden, wenigstens für den Soll:( a) 4 623 825 Personen oder 78,88 pCt., dem Handel und Verkehre jedem auswärts stationirten deutschen Kreuzer auch eine mächtige Bestand der Flotte nach dieser Vorlage, aber wahrscheinlich wird( b) 1237 882 oder 21,12 pet. angehörten, fo entfielen von hundert deutsche Flotte in der Heimath bereit steht, dann multiplizirt fich man schon vor Ablauf des Septennats mit neuen Flottenvermehrungs: der Berliner gewerblichen Bevölkerung auf das eigentliche Gewerbe( a) der Kreuzer" zu einer gebietenden Machtfülle, die doch schließlich Forderungen fommen, wie wir das ja auch beim Militär- Septennat nur 66,85, auf Handel und Verkehr( b) aber 33,15. Der stärkere nichts anderes will, als durch die Bereitschaft zum Kriege erlebt haben. Antheil der Handels- und Verkehrsgewerbe ist augenfällig, und er den Frieden! Wenn in den verschiedenen Staaten Amerika's und Die Marine- Verwaltung macht es sich ungeheuer leicht, wenn sie nimmt mehr und mehr zu; denn das Personal der eigentlichen Asiens der Bau moderner Flotten in die Wege geleitet ist, da darf behauptete, das Flottengeset fönne ohne neue Steuern und Gewerbe( a) hat sich seit 1882 nur um 40 pCt., das der Handels. doch Deutschland nicht zögern, diefelben Wege zu gehen! Es sind ohne eine einmalige große Anleibe ausgeführt werden. Ge- und Verkehrsgewerbe( b) aber um 81,83 pct., also mehr als doppelt genug Rufe nach einer modernen Marinevertretung Deutsch : wiß, das tann ja in der Weise geschehen, daß statt einer einmaligen lands im Auslande von dortigen Deutschen erschollen, um diese großen Anleiche jährliche Anleihen gemacht werden, oder daß 1882 139 246, 1895 156 076, die Zahl der in ihnen thätigen Per­Die Gesammtzahl der Gewerbebetriebe der Hauptstadt betrug Thatsache nicht erst näher beleuchten zu müssen." man neue Steuern nicht mit Marinekosten, sondern mit erhöhten Die Deutsche Tageszeitung". das Blatt der Agrarier, Militärausgaben begründet. Hat doch im laufenden Etatsjahre fonen 1882 359 986, 1895 545 598. Von den Betrieben waren Schreibt: wiederum eine Marine- Anleihe von 28 Millionen Mart aufgenommen Der Flottenplan, ben wir vorgestern nach dem Reichs- Anzeiger" werden müssen, und im ganzen sind im laufenden Etatsjahre a) im eigentlichen veröffentlichten, hat nicht überrascht Es würde ungerecht sein, 92 Millionen Mart in einer Anleihe zu decken gesucht. Soll nun Gewerbe wenn man die dort ausgesprochenen Forderungen als maßlos" be- diese Schuldenwirthschaft noch mehr vergrößert werden, daß man Alleinbetriebe. zeichnen wollte. schließlich sogar zur Deckung von Schuldenzinsen neue Steuern ein Mitinhaber, Gehilfen und führen muß? Die finanziellen" Giörterungen des Reichs- Anzeigers" Motorenbetriebe bedeuten nichts anderes als Sand in die Augen". zusammen b) im Handels und Verkehrsgewerbe

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In einer Beziehung hat uns die Veröffentlichung des Reichs­Anzeigers" wesentlich getäuscht. Die Begründung, die sie bietet, ist, wenn man überhaupt von einer Begründung" sprechen darf, außer ordentlich dürftig. Bergebens fuchen wir auch nur den Schimmer eines Grundes dafür, weswegen man gerade die geforderte Bahl von Schiffen für nöthig erachtet, weshalb man gerade in fieben Jahren die Flotte ihren dauernden Höchftstand erreichen laffen will...

Wir fommen immer wieder auf den Gedanken zurück, daß es unglüdlich war, diese Vorlage diesem Reichstage, der im Früh jahr seine Thätigkeit beendet, vorzulegen. Man hätte sich heuer mit den Forderungen für den näch st en Etat begnügen sollen."

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Die Marineforderungen werden wir, ohne uns für die Zukunft irgendwie zu binden, jährlich nach dem Bedürfnisse prüfen, wie es bisher geschehen ist, eingehend und ernstlich, aber ohne ein Flottengefeß, das wohl nur Gefeß entwurf bleiben wird."

Noch schärfer verwirst das demokratischere 3entrumsblatt Märkische Volts- Zeitung" die Vorlage. Die Presse der freifinnigen Bolkspartei und bürgerlichen Demokratie erklärt sich gegen das Septennat, will aber zur Zeit die Schiffsforderungen selbst fachlich" prüfen.

Die Berliner Morgen 3eitung" schreibt:

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Die Versicherung, daß die Vorlage das Etatsrecht des Reichs tages vollständig wahrt, ist überflüssig, denn schon in der Vorschrift, die Bauzeit beträgt sieben Jabre", liegt die Beeinträchtigung Des Etatsrecht 3. Es ist mit der Verfassung durchaus un vereinbar, daß der Reichstag auf sieben Jahre hinaus Ausgaben festlegt.

Der, Hamburger Korrespondent" führt aus: Darum begrüßen wir es grundfählich, daß die Marine in ihrem Sollbestande nunmehr gefeßlich festgelegt werden soll... In der Stabilität der Flottenstärke liegt aber noch mehr als die Bürgschaft für die Erfüllung der unferer Marine zukommenden Aufgaben. Die Zahl der Schiffe, die Bestimmung über die Schiffs tlaffen, die Zeit für das Retablissement und den Erfaß sind unseres Er wird sich, wenn anders er von seinem Etatsrecht noch etwas Erachtens so bemessen, daß hier von ausschweifenden Forderungen hält, darauf befchränken müssen, die zu bewilligende Summe so zu der Flottenenthusiasten" nicht die Rede sein kann. Im Gegentheil: bemeffen, daß sie annähernd im Etatsjahre für den Bau verbraucht wir sind überzeugt, daß diese theilweise ebenso enttäuscht sein werden, wird. Was er darüber bewilligt, ist verfassungswidrig und vom wie die unversöhnlichen Gegner entsetzt. Wer unsere See- Interessen Uebel." und die Seemacht der anderen Staaten fennt, wird sich sagen müssen, Die Berliner Bolts Zeitung" fagt: die Vorlage hält sich in den Grenzen des Nothwendigen und Möglichen." Die nationalliberale Breffe ist ebenfalls zur Bewilligung aller Wünsche der Regierung geneigt. Das offizielle Organ der Partei, die Nationalliberale Rorrespondenz" legt folgendes dar:

.Es ist nun über jeden Zweifel Klargestellt, daß der von der Regierung geplante Flottenbau fich in mäßigen Grenzen bält; daß er weise Rücksicht auf die Finanzkraft des Reiches nimmt; daß er auf einen Sieb alle Schlagworte von der uferlosen Flottenpolitik" zerstört, die unter dem Versuch einer gröblichen Frreführung der öffentlichen Meinung in die Massen geworfen sind.

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Reinerlei Thatsache dafür, daß gerade vom Jahre 1897 ab eine so ungeheure Vermehrung und Erneuerung unabwendlich von Nöthen sei! Und mit dem Fehlen dieses unerläßlichen Nach weises muß der ganze Plan selbst fallen!

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so start vermehrt.

1882

1895

Haupt Neben. Haupt Neben: betriebe betriebe betriebe betriebe 54 262 2298

64 562

2564

.

25 733 90 205

263 2827

33 004 87 266

123 2421

25 900

8754

84 606

3246

.

16 162 42 062

808 4062

28 306 62 912

231

3477

Alleinbetriebe Mitinhaber, Gehilfen und Motorenbetriebe

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zusammen Die gewerblich Thätigen der Hauptbetriebe( Nebenbetriebe haben im Sinne der Statistit überhaupt fein Personal) ver theilen sich wie folgt: Auf Alleinbetriebe im eigentlichen Gewerbe famen, wie erwähnt, 1882 im ganzen 64 562 Per­fonen, 1885 hingegen 54 262 Personen; es hat sich in den 13 Jahren eine Abnahme der Alleinbetriebe 15,74 pCt., der Personen um 15,95 pCt. ergeben. Die Alleinbetriebe im Gewerbe gehen also in der kapitalistischen Aera rapide den Weg. alles Fleisches Eine verblüffende Bunahme zeigen hingegen die in Mitinhaber, Gehilfen und Motorbetrieben" beschäftigten Personen. Diese beliefen sich im Jahre 1882 auf 195 949, im Jahre 1895 hin gegen auf 310 461! Ein solcher Niedergang des fleinen Mittel­standes im eigentlichen Gewerbe macht es erklärlich, daß mancher als Agent 2c. einen Rettungsanfer im Handels- und Verkehrsgewerbe fuchte, mo die Zahl der alleins stehenden Existenzen sich den Betrieben nach um 27,65 pt., den Personen nach um 33,61 pSt. vermehrt hat, nämlich von 25 900. auf 34 606. Die Mitinhaber, Gehilfen und Motorenbetriebe im Handels- und Vertebrsgewerbe haben sich hingegen um 73,27 p@ t., die in ihnen beschäftigten Personen gar um 98,80 pt., oder der Zahl nach von 73 575 auf 146 269 vermehrt. Wie sich dieser Fortschritt zu gunsten des tapitalistischen Großbetriebes in den einzelnen Gewerbei vollzogen hat, werden wir in einem nächsten Artikel zeigen.

So ist denn alles uferlos, schon nach demt, was im Entwurf dargelegt wird. Das Recht der verbündeten Regierungen, während des Septennats neue Forderungen zu stellen, ist fachlich und formal unbegrenzt. Auch das Recht der Bollsvertretung, zu bewilligen, ist ohne Grenzen. Die Ufer, nach denen sie aus. schaut, hat die Volfsvertretung nicht vor sich, sondern hinter Eine neue Sabbathschändung beim Kirchenban. In der sich; sie werden gebildet durch den festen Wall der Verfassung, der. Wasserthorstraße ist eine neue Kirche für die Simeons. einmal verlassen, niemals mehr erreicht werden kann." gemeinde erbaut worden. Die Einweihung derselben, die natür­Von wesentlicher Bedeutung für die parlamentarische Behand Tie Frankfurter Zeitung" bemerkt: lich mit den üblichen Feierlichkeiten in Gegenwart höchster und Tung ist die etatsrechtliche Seite des Entwurfs, die von dem bis" Dem jezigen Reichstage wird also thatsächlich angefonnen. allerhöchster Herrschaften" stattfindet, ist auf den 1. Dezember feft­herigen parlamentarischen Gebrauch der Behandlung der Schiffs feinen Nachfolger einfach seines Budgetsrechts zu berauben. Wir gesetzt. Sowohl der Bau, wie die innere Ausstattung sind auch recht­vollendet zeitig worden, 1111r mit dem Aufbau der bauten abweicht. Zunächst insofern, als gesetzlich festgelegt bezweifeln denn doch, daß er diesen Weg betreten wird, und wir etwas werden soll, daß in der angegebenen Zeit der angeführte glauben auch nicht, daß die Regierung gut operirt, wenn sie der Orgel scheint man zu spät angefangen zu haben. Bestand der Flotte auf dem Wasser schwimmt; daß die Flotte Wolfsvertretung, noch dazu am Schluß der Legislaturperiode für den Da aber die Orgelmusik bei den Einweihungsfeierlichkeiten nicht diesen Bestand behält; daß schließlich ein bestimmter Theil jetzigen Reichstag, eine solche Alternative stellt... Im Rahmen der gut entbehrt werden fann, so arbeiteten arbeiteten die Orgelbauer der Flotte in Stand und das zugehörige Personal zur Verfügung Etatsforderungen für ein Jahr dürfte sie eher den Heichsrath bereit nicht nur jeden Wochentag bis in die Nacht hinein, sondern gehalten wird. Wir lassen alle Muthmaßungen, ob der Radikalis finden, ihr da entgegenzukommen, wo sie einen wirklichen Schiffs. sie waren auch des Sonntags emsig bet der Arbeit. Gelbft mus darum die Mehrheit des Reichstags auf seiner Seite finden mangel, etwa für überseeische Stationen, nachweisen kann." am Bußtage und am Todtensonntag, an welchen Tagen die wird, auf sich beruhen. Nur soviel sei gesagt, daß es un bestreits Die reifinnige Zeitung" behandelt die Vorlage in pflegt, daß diese ernsten christlichen Feiertage durch keinerlei profane Polizeibehörde mit ganz besonderer Strenge darüber zu wachen bar berechtigt ist, wenn das Reich auch eine sichere Ge mehreren scharf abweisenden Artikeln. währ dafür verlangt, das gegebene Ziel zu erreichen und die mate= Verrichtungen entheiligt" werden, arbeiteten die Orgelbauer in der riellen Forderungen, die als nothwendig und gerechtfertigt anerkannt Simeonstirche wie an jedem Werktage. Ebenso am vergangenen werden müssen. Sonntage. Nicht einmal während der Stunden des Gottes­dienste wurde die Arbeit unterbrochen.

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Lokales.

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Ganz ähnlich stellt sich die Köln . 31g.", bie garnichts gegen das Septennat einzuwenden hat und nur, im Falle daß der Reichs­ tag für das Septennat nicht zu haben sein sollte, der Regierung Der Wahlverein des dritten Berliner Reichstage: Wahl anrath, auch ohne dasselbe fürlieb zu nehmen. Dem Septennat ab- freises hält heute( Dienstag) Abend 8% Uhr in den Oranten geneigt ist dagegen die National 3tg.", welche die Forde- hallen", Oranienstraße 51, eine Versammlung ab, in der Genoffe rungen an sich vertritt. Dieses Blatt führt aus: Albert Wagner über die industrielle Entwickelung und die " Wir glauben, daß die hinsichtlich der Erneuerung und Ber: Arbeiterkämpfe referiren wird. Gäste haben Zutritt, neue Mit stärkung der Flotte gestellten Forderungen im ganzen als wo blglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Regen Besuch begründet und wenn Deutschland überhaupt zur See erwartet Der Vorstand.

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stellen?

Somit ist also die Zahl der Sabbathschändungen an Orten, wo man folches am wenigsten erwarten sollte, wiederum vermehrt. Sonderbar, daß nicht einmal bei Kirchenbauten die Vorschriften über die Sonntagsheiligung beachtet werden. Hier haben es doch die frommen Leute, die unfer öffentliches und privates Leben mit Religion durchtränken möchten, in der Hand, für die Durch= führung ihrer Anschauungen zu forgen. Warum mußten die Arbeiter beim Bau der Orgel in so unverantwortlicher Weise etwas bedeuten sollen. Der jetzige Reichstag soll durch schuften? Konnte man denn nicht die Einweihung hinauss als nicht übermäßig an: erfannt werden müffen. Die Freie Volksbühne feierte am Sonnabend Abend ihr Winter: chieben, oder, wenn das nicht beliebt wurde, mehr Arbeiter an­Genehmigung des Planes im ganzen die fünftigen Reichstage fest in den Eälen der Brauerei Friedrichshain". Die Betheiligung bis 1904 verpflichten, die zur Ausführung des Planes im einzelnen war eine außerordentliche. An 2000 Personen hatten sich eingefunden feit unserer in solchen Fragen tonangebenden Gesellschaft. Die Polizei Es ist doch ein wunderfames Ding um dielzeitgemäße Frömmig erforderlichen Bewilligungen auszusprechen. Daß dies durch irgend und folgten mit regster Aufmerksamkeit dem ernsten fünstlerischen Konzert des christlichen Staates glaubt den christlichen Feiertag schon ent ein Gesetz wirklich zu sichern ist, halten wir nicht für ausgemacht programm, welches die Neue Berliner Symphoniekapelle, unter heiligt, wenn sich Sonntags in irgend einem Schaufenster ein paar Ebensowenig, daß der gegenwärtige Reichetag fich dazu wird bereit Direktion des Herrn won Blon gum Vortrag brachte. Sardinenbüchsen und Leberwürfte unverhüllt dem Auge des Straßen­finden laffen. Deshalb, und weil das Vorwegnehmen der Beschlüsse Lebendigster Beifall lohnte den trefflichen Darbietungen. Später paffanten offenbaren. Im töniglichen Schloß aber, in der auch nicht frei von fachlichen Bedenken ist, auf die zurückzukommen folgte das Tanzvergnügen für das junge Bolt. Die Polizei na benkirche, in der Kirche mit der weggemeißelten fein wird, bezweifeln wir, daß der Vorschlag des sogenannten hatte fich nicht enthalten tönnen, fich ben Festtheils Septennats die Bewilligung des für die Schiffsbauten und sonst nehmern bei dieser Gelegenheit, fagen wir in Erinnerung ist der christliche Sabbath nach Noten geschändet worden. Morgen, bei Kameelsinschrift und nunmehr auch in der Simeonskirche erforderlichen Geldes fördern kann. Nach unserem Dafürhalten find zu bringen, indem sie den Vortrag der im Programm an der Einweihung dieses Instituts, werden die Töne der Orgel den Raum die Anstrengungen auf die Durchsehung der materiellen gegebenen Dichtungen die politische Unschuld der Berliner Arbeiter zum ersten Male durchbrausen und alle Intereffenten, Förderer und Forderungen zu richten." hätte sonst vielleicht Schaden erlitten einfach verbot. Allein ein Gönner der modernen Frömmigkeit werden dann gewiß so recht in Eine ähnliche Haltung wie die National- Beitung" nimmt das Lied der Ada Negri , aber weder Henkell's" Bolizeikommiffar". noch tieffter Herzensandacht versunken und zu neuer energischer Befolgung auf dem Standpunkte der Freisinnigen Vereinigung endlich der Schlußgefang aus Renau's Albigensern", der Gebote ihres Gottes zurechtgestimmt sein. Wie wäre es dann stehende Berliner Zageblatt" ein: die längst ein Theil der deutlchen Klassischen Literatur geworden

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Es ist eine Binsenwahrheit, daß das Deutsche Reich bei der find, bat vor den Augen der Behörde Gnade gefunden. Eine mit einer herzhaften Predigt über das Thema: Du sollst ben fich immer vergrößernden Ausdehnung seiner handelspolitischen beißendere Satire auf die in Preußen herrschenden Zensur. Feiertag heiligen?" Verbindungen ohne eine achtunggebietende Kriegsflotte nicht auszuzustände als diese Thatsache, daß die Polizei über Lenau Nach einem Berichte des Auftaltsarztes Dr. Bollert vom tommen vermag. Es versteht sich auch von selbst, daß eine pflicht zu Gericht fitt und die Deklamation von Werken, die seit Jahr Arbeitshause in Rummelsburg sind im abgelaufenen Geschäftsjahre bewußte Volksvertretung stets bereit sein wird, in Marinefragen auf zehnten zum literarischen Gemeingut aller Gebildeten geworden sind, gut die Hälfte der auf den Riefelfeldern beschäftigten Korrigenden"