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Br. 288. 11. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.

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Reichstag .

Freitag, 10. Dezember 1897.

gefagt. Unser Bolt nimmt jährlich um 450-500 000 Menschen zu. Vorschlag, daß die Geldausgaben magimal festgelegt werden. Wie sollen all' diese Menschenmengen auf deutschem Boden unter- 3weitens müssen die Kosten auf die leistungsfähigen reichen 6. Sigung vom 9. Dezember. 1 Uhr. gebracht und ernährt werden? Es ist schon gesagt worden: wir Schultern gelegt werden. Hierbei fürchte ich, wird die national­Am Bundesrathstische: Tirpis, Graf Posadowsky, stehen vor der Frage, ob wir Menschen oder Waaren expor liberale Partei versagen. Voraussetzung für unsere Zu­v. Thielmann, v. Bülow. tiren sollen. Die Auswanderung nach Amerika nimmt natur- flimmung für die Vorlage ist, daß die rechten Männer an der Präsident v. Buol eröffnet die Sigung um 14 Uhr. gemäß ab, feit dort kein Freiland mehr zu vergeben ist. Spitze der Regierung stehen.( Lachen lints. Ruf: Ahlwardt .) Auf der Tagesordnung steht die Weiterberathung des Wir sind also bei der Zunahme der Bevölkerung auf stetige Aus- unsere Bedenken find durch die Ausführungen des Staats­Flottengesetzes. dehnung des Exporthandels angewiesen. Ich weiß, daß man von sekretärs v. Bülow, wie ich zugebe, sehr gemildert worden. Abg. Dr. Hammacher( natl.): Meine Herren, ich bin in der folchen Dingen hier nicht mehr sprechen kann, ohne dem Vorwurf Unser Wohlwollen für die Vorlage wird so groß sein, wie erfreulichen Lage, die Erklärung voranschicken zu können, daß zu begegnen, man nehme nur die Interessen der Unter- das Wohlwollen der Regierung der Regierung für den deutschen Baner. meine politischen Freunde nach eingehender Benehmer wahr. Ich halte diese Interessen für ebenso wir stimmen für die Kommissionsberathung und ich hoffe, daß die rathung einstimmig beschlossen haben, sich auf wichtig, wie die Interessen aller anderen bei große Mehrzahl meiner politischen Freunde für den Boden der Regierungsvorlage zu stellen. Der Industrie beschäftigten Personen. Aber ich eine durch die Kommissionsberathung geläuterte Garuf links: Aha! Beifall bei den Nationalliberalen). Die Re- meine auch, daß diejenigen, die das Gefeß ablehnen, sich nicht ver- Vorlage stimmen wird, die uns vor uferlosen Flottenplänen gierung stellt sich mit dieser Vorlage auf den Standpunkt, den der dient machen um die Industrie- Arbeiter.( Widerspruch links.) Ich bewahrt.( Beifall bei den Antisemiten.) Vorstand der nationalliberalen Partei selbst vorgeschlagen hatte von Herrn Schoenlant erwartet, daß er der Vorlage wenigstens Abg. Hilpert( Bauernbund): Wir haben seinerzeit für die hat. Wir sind fest überzeugt, daß unsere gegenwärtige Flotte nicht eine wirthschaftliche Seite abgewinnen würde. Er hat es nicht Militärvorlagen gestimmt, gegen die Flottenvermehrung hegen wir ausreichend ist ihre Aufgaben zu erfüllen, weder für die Verthei- gethan und die Arbeiter werden zu der Ueberzeugung fommen, aber doch ernste Bedenken. Verlangen Sie von einem Vertreter digung der Küsten des Landes noch für den Schutz des deutschen daß er fie schlecht vertreten hat.( Widerspruch bei den Sozial- landwirthschaftlicher Interessen nicht unbedingte Zustimmung hierzu. Handels und der deutschen See Interessen. Wir sind also bereit, demokraten.) Schon die Beschaffung des Menschenmaterials für die Flotte wird Die Regierung zu unterstützen, indem sie eine planmäßige, maßvolle Was die formelle Seite der Vorlage betrifft, so gebe ich Schwierigkeiten machen. Durch die unglückseligen Handelsverträge Vervollständigung unserer Flotte verlangt. Wir halten auch die Herrn Richter Recht, es handelt sich nicht um ein verschenken wir 40 Millionen jährlich ins Ausland, da wird es gesegliche Regelung für um so wichtiger, als bei Septennat, sondern um ein Aeternat. Der Zustand schwer sein, die Mittel für die Flottenvermehrung aufzubringen. der Fortdauer der früheren Schwankungen in der Erweiterung der Flotte soll dauernd festgelegt werden. Thatsächlich ist auch eine Im Volfe herrscht große Mißstimmung gegen die Regierung unferer Flotte nur Schädigungen für das Vaterland entstehen können. Bindung des Etatsrechts vorhanden und ich verwahre meine wegen der Handelsvertragspolitik und der Ablehnung des Antrages ( Beifall bei den Nationalliberalen.) Wir sind endlich bereit, über politischen Freunde dagegen, als ob sie das Budgetrecht Kaniz. Was das Volk fordert, wird immer zurückgestellt. Es sind die gefeßliche Regelung der Erfaßbauten, der Indienststellung und des Reichstags gering schäßten. In der Praxis fehen aber zwar einige neue Männer in die Regierung bineingekommen, aber der Besatzung mit der Regierung in Verhandlung zu treten und die Dinge wesentlich anders aus. Wir haben im Reichstage schon das System scheint doch das alte geblieben zu sein. Doch be= geben uns der Hoffnung hin, insbesondere nachdem der Vertreter ganz ähnliche Dinge gethan, wie sie in dieser Vorlage verlangt halte ich mir meine schließliche Stellung zur des Zentrums, der Abg. Lieber, in so maßvoller Weise den Gegen- werden. War es denn bei der Bewilligung der ersten Rate zum Flottenvorlage vor, 1 e 11 11 die Kommissions: stand behandelt hat, etwas Gutes für das Land zu erreichen.( Bei- Nord- Ostsee- Kanal etwas Anderes? Mit der Bewilligung der ersten berathungen vorüber sind. fall bei den Nationalliberalen.) 10 Millionen gaben wir der Regierung das Recht, Verträge abzu- Abg. Molkenbuhr( Soz.): Meine Herren, ich hätte gewünscht, Wir haben auch die Bedenken, die geäußert wurden, nicht gering schließen, die Hunderte von Millionen in sich schlossen. Bei daß bei den ganzen Neden nicht so sehr die patriotische Begeisterung angeschlagen. Das starte, nationale Empfinden, das die nationalliberale jedem Bahn oder Kasernenbau thun wir bei der Be in den Vordergrund gedrängt, sondern daß man mehr auf die Sache Partei seit ihrer Entstehung befeelt hat und niemals verlassen willigung erster Raten Aehnliches. Das in der Vorlage ver- eingegangen wäre und mit kühlem Verstande die Sachlage geprüft wird, hat er uns aber erleichtert, über diese Bedenken hinwegzu fangte Septennat widerstreitet also nicht früheren Gewohnheiten hätte. Es ist ja eine schöne Sache, dieses starke nationale tommen. Der Vertreter der Sozialdemokratie, Abg. Dr. Schoen- des Reichstags. Der Abg. Richter hat es meisterhaft verstanden, die Empfinden, wie der Abg. Hammacher sich ausdrückt, es hilft ihm lank fragt nach den Gründen, die die Regierung bewogen haben, Beispiele und Vergleiche mit England und Italien als unzutreffend unter Umständen ohne Apparate über die allerschwierigsten Sachen mit dieser schweren Vorlage an den Reichstag heranzutreten. Es hinzustellen. Gewiß, wir haben keine parlamentarische Regierung. hinweg. Aber ich denke, man hat die Vorlage doch von einem etwas feien phantastische Großnachtsgelüfte und Romantik, die dazu ge- Ich wüßte auch nicht, wie bei der gegenwärtigen Zusammenfeßung anderen Standpunkte aus zu betrachten, als lediglich von dem, was trieben hätten. Eine solche Behauptung zeugt von einer in der That des Reichstages eine parlamentarische Regierung aussehen sollte. wünschenswerth ist, daß wir die allergrößte Seemacht sein könnten, fast unverantwortlichen Voreingenommenheit gegen diesen Entwurf. Man mag sich darüber freuen oder nicht, das ist hier eine ganz oder Gott weiß, was sonst noch alles, was der eine oder der andere Meine politischen Freunde und ich erkennen darin den Ausdruck nebensächliche Frage. Das eine weiß ich: Weder in England noch in wünschen mag. Es ist schon eigenthümlich, daß man diese Vorlage des Verantwortlichkeits. Bewußtseins vor der Geschichte.( Sehr Italien würde ein solches Gesetz, das die Landesvertheidigung angeht, im ganz verschieden behandelt. Während sie selbst in ihren Motiven richtig! in der Mitte.) Die Flotte hat sich nicht so entwickelt Parlament auf Widerspruch stoßen.( Bravo !) Bezüglich der finanziellen wie in der Begründung durch die Marineverwaltung wesentlich vie es hätte geschehen müssen. Wenn dereinst in einem Frage theile ich die Ansicht des Abgeordneten Richter, daß nicht mit darauf abzielt, die Panzerschiffe zu vermehren, vermehren, also die Kriege, vor dem Gott uns behüten wolle, unsere vater voller Sicherheit auf die Steigerung der Einnahmen in den nächsten Macht für einen Krieg in ben heimischent ländischen Küsten nicht vertheidigt werden können( Lachen), wenn es Jahren zu rechnen sein wird. Aber die Vorlage ist zu ernst, daß Gewässern zu erhöhen, sieht man, daß bei der Agitation unmöglich ist, den Exporthandel vor wirthschaftlichen Schäden zu meine politischen Freunde, wenn es nicht anders ginge, sich auch im Lande wesentlich das Handelsinteresse in den schützen dann wird der Geschichtsschreiber dieser Tage fich lediglich der Nothwendigkeit, neue Einnahmequellen dem Reiche zu erschließen, Vordergrund geschoben wird. Nun, diese lettere steht an das Parlament halten; denn die Regierung hat ihre Schuldigkeit nicht entziehen würden.( Aha! links.) In nothwendigen Dingen ja der Marineverwaltung nicht so ganz fern. Das ministeroffiziöse gethan. Ich spreche meinen Dant und den Dank darf es an Geld im Deutschen Reiche nicht fehlen. Bureau theilt die Ziffern mit und hat auch in der Denkschrift die meiner politischen Freunde für die Vorlage aus. Ein solcher Staat würde eine Schwäche den Wurzeln Seeinteressen Deutschlands so recht in den Vordergrund geschoben. ( Beifall bei den Nationalliberalen.) Der Abg. Richter meinte, wir seiner Kraft zeigen, die, Gott sei Dank, dem Deutschen Aber gerade in dieser Denkschrift haben Sie uns noch nicht nach= hätten schon viele Schiffe( Buruf von Richter: Reiche noch innewohnt. Ich bitte Sie, die Vorlage in der gewiesen, welchen Antheil eigentlich die Marine an der Entwickelung Da habe ich kein Wort von gefagt! Heiterkeit), und Kommission eingehend und wohlwollend zu prüfen, damit die des Seehandels gehabt habe, ferner wie und wo die Marine zur Schoenlant meinte, die vorhandenen Strandbatterien, Torpedos Vorlage mit großer Majorität, wenn auch mit tleinen vom Hilfeleistung aufgefordert ist, wie oft diefe versagt werden mußte, und so weiter seien für den Küstenschutz ausreichend; man Abg. Lieber bereits erwähnten Abänderungen, und aus welchen Gründen, ob vielleicht die nöthigen Schiffe wolle nur die armen Philister in Deutschland graulich machen. zu stande kommt. Der Reichstag wird dann von sich sagen können, fehlten oder ob die vorhandenen zu anderen Zwecken, sei es In der That finden solche Ausführungen vielen Anklang bei den daß er in seiner letzten Session sich wohlverdient gemacht hat um repräsentativen, sei es Paradezwecken oder sonst irgendwo gebraucht Philistern. Man beruft sich auch auf die Erfahrung während des die Ehre der Nation.( Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen worden. Es scheint bei diesen Reden fast, als sei unsere Marine so Krieges 1870/71, die französische Flotte hätte fast gar keinen oder und rechts.) schwach, daß sie dem Handel nicht den nöthigen Schuh angedeihen nur sehr geringen Schaden angerichtet. Aber ist es denn nicht be- Abg. Galler( füdd. Vp.)( bei der Unruhe im Hause schwer ver- laffen kann. Nun haben wir aber gerade vorgestern in Hamburg kannt, daß sich die französische Flotte in einem durchaus unleistungs- ständlich): Wir lehnen die Vorlage ab, weil wir vor allem den in der gewiß unparteiischen Versammlung eines ehrbaren Kaufmanns fähigen Zustande befand, noch schlimmer wir das Landheer? Nur so Eingriff in die Volfsrechte nicht gutheißen können. Wir wollen eine unparteiische Stimme gehört. Der Präsident der Handelskammer, Herr ist diese Thatsache zu verstehen. Aber wird dies immer so sein? Ferner ist es nicht ein wichtiges Wolfsrecht an eine Regierung preisgeben, die ein Laeisz, befürwortete eine Resolution, in der die Vermehrung der Flotte doch der französischen Flotte gelungen, den deutschen Seehandel voll- solches Vertrauen nicht verdient und nicht verlangen fann. Die gefordert wird, und hat über den Schutz, den unsere Flotte bisher ständig lahm au legen. Ich wiederhole, daß auch nach unserer An- Vorlage bedeutet für uns einen Schritt weiter auf der dem Handel hat angedeihen lassen, gesagt, daß während des Bürger­schauung der Charakter der deutschen Flotte nur der einer Ver= Bahn des Marine Absolutismus , durch den wir in frieges in Chile und auch im brasilianischen Bürgerkriege deutsche theidigungsflotte fein fann; bei den Bedürfnissen und der eine Abenteuerpolitik hineinzukommen fürchten. Die Landes- Kriegsschiffe den dortigen kaufmännischen und Rhederei- Interessen Leistungsfähigkeit Deutschlands müssen wir auf eine Offensivflotte vertheidigung fällt bei uns fast ausschließlich dem Land- kräftigen Schutz durch ihr energisches und tattvolles Eingreifen ge­verzichten. Aber die Flotte muß doch in der Wer heer zu, deshalb ift für uns die Entwickelung der Flotte währt haben. Gerade in Brasilien sind damals durch die An­theidigung dem Feinde offensiv entgegentreten von sekundärer Bedeutung; eine zu große Vermehrung der Flotte wesenheit deutscher Kriegsschiffe Unsummen gerettet worden tönnen! Der Plan der Regierung geht mit voller Klarheit und tönnte eher zur Schwächung als zur Stärkung unserer nationalen und allseitig ist bekannt, daß die französischen und eng dem Bewußtsein der festesten Ueberzeugung auf dieses Ziel los. Was Wehrkraft führen. Die zärtlichen Versicherungen für Handel und lischen Staatsangehörigen all die Regierung ihres Landes fie fordert, ist vor allen Dingen nöthig zur Verhütung einer Blokade Industrie fönnen uns nicht rühren. Durch Kanonen tann man sich mit der Klage sich gewendet haben, daß ihre Interessen bei weitem der Hafenstädte. feine neuen Absaßgebiete erschließen und erschießen.( Heiterkeit.) nicht so wie die der deutschen Firmen geschützt worden seien." Alfo Der Abg. Richter sprach davon, daß man doch nicht jedem Anbahnung von günstigen Handelsverträgen würden viel besser wirken. die Hamburger Kaufleute wissen sehr gut, daß die deutsche Marine deutschen Konsul ein Schiff vor die Nase sezen fönne. Er zog Die Flotte fäme höchstens für den Exporthandel nach Südamerika in die Intereffen der deutschen Kaufleute in Brasilien besser zu schüßen einen Bergleich mit dem Schußmann. Ich glaube, er hält betracht. Dieser beträgt aber nur 8 pet. der ganzen Ausfuhr. Ein imftande war, als dies selbst bei den Engländern der Fall war. uns selbst nicht für so naiv, daß wir das wollten. Wie der Schuh weiterer Grund für die Ablehnung ist uns die gegenwärtige finanzielle Die Gründe, weshalb dies der Fall war, will ich später erörtern. der Deutschen zum Ausdruck kommt, das zeigen die jüngsten Vor- Lage. Troß der vom Herrn Neichs- Schatzsekretär in den Vordergrund ge- Freilich fordert Herr Laeisz eine erhebliche Vermehrung der Flotte; gänge: so treibt man praktische Politit. Ja freilich, von solchen Bus ftellten Ueberschüsse wird das Schuldenmachen im Reiche lustig fortgesetzt. es läge der Schiffsbau im Interesse der Industrie. Es hat fammenhängen versteht Richter nichts; Imponderabilien Mit der Bewilligung der Marine würde die Nothwendigkeit neuer den Wunsch, daß den deutschen Werften recht bedeutende Aufträge fennt er nicht. Das, was nicht unmittelbar mathematisch bewiesen Steuern Hand in Hand gehen. Nicht umsonst ist in biefen Tagen zu theil werden; das ist sicher: an dem Schiffsbau sind sehr viele werden kann, ist von vornherein nicht für ihn vorhanden. Ich ver- die Gestalt Miquel's am Bundesrathetisch aufgetaucht, wo sie so aus der Versammlung des chrbaren Raufmanns betheiligt; außerdem, zichte darauf, ihn zu überzeugen, daß ein starker unmittelbarer lange durch Abwesenheit geglänzt hat.( Heiterkeit.) Die meint Herr Laeisz , hat jeder Rheder ein Interesse daran, daß die psychologischer Zusammenhang zwischen der Machtstellung eines Herren, die für die Vorlage sprechen, machen gern in geräusch deutschen Werften immer leistungsfähiger werden, denn dadurch wird Staates und feiner wirthschaftlichen Entwickelung besteht. Wie vollem Patriotismus. Wenn es aber ans Zahlen geht, so überlassen auch der inländische Schiffsbau den Rhedern mehr zu gute kommen. gering war der Eindruck unserer unbedeutenden Schiffe neben den sie diese unangenehme Thätigkeit huldvoll der Masse der kleinen Nun, wenn jene Herren sich wirklich so sehr für den deutschen mächtigsten Schiffen der fremden Mächte in China ! Und anderer Lente.( Bravo ! links.) Die Stimmung ist im Süden trok aller Schiffsban intereffiren, warum laffen sie immer noch einen großen feits erinnere ich an die Verhältnisse in der Türkei und die nut Marine Reiseapostel der Vorlage gegenüber durchaus ablehnend. Theil ihrer Schiffe im Auslande herstellen? Warum geben die bringende Thätigkeit der Deutschen dort. Die Entscheidung des Für uns giebt es nur eine suprema lex, den Willen des Volfes, Herren mit dem starken nationalen Empfinden noch immer Sultans, die Gunst der türkischen Regierung steht in unmittelbarem und den vertreten wir hier, wenn wir die Vorlage ablehnen.( Bei- so viel Aufträge nach England, die gut in Deutschland ausgeführt Zusammenhang mit dem Ansehen Deutschlands . Und wenn fall links.) werden könnten?( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herr früher Deutsche im Ausland sich in den Schuh fremder Abg. Zimmermann( Antis.): Die Volksrechte sind mir und Laeisz spricht von dem Unglück, das entstehen würde, von den Un­Konsuln begeben fonnten, so können wir jetzt nicht mehr meinen Freunden so heilig, wie dem Vorrebner. Aber die Vorlage summen, die es kosten würde, wenn einmal die Häfen blockirt damit rechnen, bei dem bedauerlichen, immer mehr hervor giebt nach dieser Richtung zu Bedenken wenig Anlaß. Hier kommt werden würden. Ja, waren es nicht diefelben Herren, die im tretenden Gegensatz der Engländer und Franzosen uns gegenüber. das nationale Empfinden in erster Linie, die formellen vorigen Jahre durch ihr brutales Auftreten eine Monate lange Die bedeutsamste Frage ist uns die des deutschen Exporthandels. Bedenken der Vorlage stehen im Hintergrunde. Die Flotte muß Blockade des Hamburger Hafens geschaffen haben? Damals Von allen Ländern der Welt nimmt Deutschland als Exportland die leistungsfähig gestaltet werden und wir halten es für schrieb Herr Laeisz : ich könnte zwar bewilligen, aber es fällt zweite Stelle ein; und die Entwickelung des Exporthandels ist nothwendig, daß die Vorlage in der Kommission eingebend ge- mir nicht ein. Damals fonnten die Herren einen blockadeähnlichen durchaus die wichtigste Frage für Deutschlands Zukunft. Doch gerade prüft wird. Wir wollen die Opfer bringen, die nothwendig find, Zustand ertragen. jetzt ist unser Export stark bedroht. Ein Theil unserer bisherigen die Ehre Deutschlands zu wahren.( Beifall rechts.) Die Nun aber, heißt es, treten an unfere Flotte andere Aufgaben Abfahgebiete beginnt, nach deutschem Muster, eine eigene Industrie wirthschaftliche Bedeutung der Vorlage muß aber genau heran; namentlich der Herr Staatssekretär Graf v. Posadowsky hat sich zu schaffen, die die unserige verdrängen soll; ich nenne als die geprüft werden. Die schlimme Lage des Bauern und Handwerker- fich am Montag nach dieser Richtung hin geäußert. Aber einzelne wichtigsten nur Japan und Australien ; und durch Schutzzollsysteme standes zwingt uns dazu, zu prüfen, ob überhaupt oder in dem ver- Fälle hat der Graf nicht angeführt; und wenn solche vorlägen, so wird unser Absatz dorthin vollends lahmgelegt. Vor allen langten Umfange die Vorlage bewilligt werden kann. Für die hätten die Herren vom ehrbaren Kaufmann selbst sie genannt. Mir Dingen aber tommt für uns die Handelspolitik von Bauern und Handwerker ist die Regierung bis jetzt mit sehr viel freilich sind Fälle bekannt, in denen an die Flotte Forderungen England und den Vereinigten Staaten in betracht; betracht; durch schönen Worten, aber mit wenig Thaten eingetreten. Auch die gestellt sind, denen aber nicht entsprochen wurde. Ich erinnere an einen feine Kolonieen hat England eine Vorzugsstellung vor allen Flottenvermehrung soll ja vornehmlich der Großindustrie zu gute Fall aus dem Kriege zwischen Frankreich und Dahomeh; damals anderen Ländern, namentlich auch vor Deutschland , durch die Kündi- kommen. Die Bauern und Handwerker sind aber die wahren Stüßen wurden einer deutschen Firma, die an Dahomeh Gewehre gung des Meistbegünstigungsvertrages soll der Export nach den von Thron und Altar und müssen vor allem gestärkt werden. lieferte, dieselben konfiszirt; damals hat die deutsche Hilfe versagt englischen Kolonieen uns gänzlich verlegt werden. Noch gefährlicher Diefer Schuß erscheint uns noch nothwendiger, als die Vermehrung und Herr v. Marschall mußte Frankreich recht geben, daß er die für uns ist die Politik der Vereinigten Staaten; diese geht darauf der äußeren Machtmittel des Staates. Wir sind Gegner einer deutschen Faktoreien geschlossen hat. Wir hätten, wenn wir um hin, daß alle übrigen amerikanischen Staaten zusammen mit der Politit, die den Wohlstand des Voltes in erster Linie basiren will Hilfe angegangen wären, feinen Finger gerührt. Jetzt wird immer Union einen großen Zollverband gründen. Diesen Panamerikanismus auf die Export- Industrie mit ihrer Krifengefahr. Wir wollen im gefagt, es fönnten große Forderungen an unfere Flotte herantreten haben wir noch mehr zu fürchten als die Monroe- Doktrin. ( Sehr wahr! Julande Verbrauch und Produktion in ein inneres Gleichgewicht und durch die Schußzzollwälle wäre eine ganz veränderte Basis für bei den Nationalliberalen). Nun glaube ich nicht, daß in diesem Kampfe bringen, um vom Auslande unabhängig zu fein. Gegen eine den Handel geschaffen. Ich möchte nur fragen: Soll mit der biss gegen den amerikanischen Bund Deutschland , oder überhaupt ein Neuauflage des Caprivismus müssen wir entschieden protestiren. herigen Tattit gebrochen werden? Ob und in welcher Weise soll einziger Staat, eine ausschlaggebende Rolle spielen fönnte; aber, Ein deutscher Bauer schreibt mir, der Großhandel solle denn die Flotte helfen gegen den Schutzzoll? Den Konkurrenzneid wenn ein einzelner Staat auch jenen Kampf nicht aufnehmen kann, doch die Kosten für die Marinevermehrung selbst aufbringen. So. der anderen Produzenten kann man doch unmöglich mit Panzerschiffen so müssen wir darauf hinarbeiten, daß wenigstens ein mitteleuro- lange dem deutschen Bauer nicht geholfen werde, sei er Gegner der bekämpfen.( Sehr gut! links.) Und weiter sagt man, wir müßten päischer Zollverband zu stande kommt. Und in dieser Politik muß Flottenvermehrung. Das ist ein Bild für die Mißstimmung im die Freiheit und das Leben der im Auslande lebenden Deutschen Deutschland die Führung übernehmen; jetzt also fällt ihm die Auf- Lande, die durch die verkehrte Regierungspolitik herbeigeführt schüßen. Gewiß halte ich das für angebracht; aber dann follte man Dieser Verdruß im Volke macht gabe zu rechtzeitig Machtmittel herbeizuschaffen, die die Verwirk- worden ist. es nicht auch weniger Anlaß geben dazu, daß sich im Ausland die Ansicht lichung derselben ermöglichen. geneigt zu neuen Bewilligungen. Diese allgemeine Stimmung verbreitet: In Deutschland gilt das Leben und die Freiheit Ich habe hier von Dingen gesprochen, die erst bem kommenden ist besonders verursacht durch bas ablehnende Verhalten eines Menschen nicht viel. Zu gleicher Zeit mit der früher Jahrhundert vorbehalten bleiben. Die Herren Schoenlant und der Regierung zu Reichstags Beschlüssen. Der Reichstag würde erwähnten Versammlung eines ehrbaren Kaufmanns wurde wenige Richter werden da wieder von romantischen Phantasien sprechen. also eine schwere Verantwortung auf sich laben, wenn er der Vor- Schritte davon im Kriminal justiz Gebäude auch ein Stück Kolonialpolitik Aber ich glaube, daß das, was ich vorgebracht, ebenso auf dem lage zustimmen würde, ohne daß ihm bestimmte Garantien gegeben verhandelt. Es war eine Auflage gegen den Herrn v. Elbe, der nüchternen Boden der Wirklichkeit steht, wie das, was Herr Richter wären. Zu diesen Garantien rechne ich vor allem den Lieber'schen wegen Rohheitsvergehen bestraft ist, der 1894 bei einer Fahrt von

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