Nr. 1.

Die Gleichheit.

10. Jahrgang.

Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.

Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post( eingetragen unter Nr. 3122) vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Jahres- Abonnement Mt. 2.60.

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Stuttgart

Mittwoch den 3. Januar 1900.

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Zuschriften an die Redaktion der Gleichheit" sind zu richten an Frau Alara Bettin( Bundel), Stuttgart , Blumen­Straße 34, III. Die Expedition befindet sich in Stuttgart , Furthbach- Straße 12.

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Inhalts- Verzeichniß. Zur Jahrhundertwende. Von Leopold Jacoby.( Gedicht.) Einladung zum Abonnement. Einladung zum Abonnement. Dem Kampfe entgegen! Der Freiheit entgegen! Aus der Bewegung.. Zur Lage der Fabrikarbeiterinnen in Hamburg . Von D. Z. Feuilleton: Eine gefährliche Freierei. Von Björnstjerne Björnson . Notizentheil von Lily Braun und Klara Zetkin : Weibliche Fabrikinspektoren. Soziale Gesetzgebung.- Arbeits­bedingungen der Arbeiterinnen.

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Frauenstimmrecht.

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Frauenbewegung.

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Bur Jahrhundertwende.

Stehe auf, du Sprache, und gehe dorthin,

Wo der Jammer wohnet,

Wo das Elend zu Tische sikt,

Don Teopold Jacoby.

Und der Hunger in den Eingeweiden wühlet.

Wen du dort finden wirst,

Mache seinen zerschlagenen Arm Hark

Und seinen fumpfen Blick helle.

Tah nicht ab von ihm,

Wenn er sich hinlegt vom Elend Und wenn er aufsteht zum Elend. Trommle, zischle, raune ihm zu: Du sollst dich nicht treten lassen. Du sollst dich nicht unterdrücken lassen. Du sollst dich nicht aussaugen lassen. Du sollt den Sklavensinn von dir thun.

Du sollst die Knechtseligkeit von dir thun. Du sollst dich nicht bücken vor einem lebendigen Denn er ist nicht mehr als du.

Wirst du dies befolgen,

So wird das Elend abfallen von dir, Wie ein Reif von der Erde schwindet, Wenn das Frühlicht kommt

Und die Sonne am Himmel pranget.

Denn weil du dich freken läßt, Darum heuleft du.

Weil du dich unterdrücken läkt, Darum bist du elend.

Und weil du dich aussaugen läht, Darum mußt du Hunger leiden.

Wer aber seinen Webenmenschen zwingt, Weniger zu wissen als er selber weiß, Der unterdrückt seinen Bruder, Der friff auf ihn

Und der saugt ihn aus.

[ Menschen,

Arbeiterinne Verein

VORWÄRTS BODENBACH

Und wer seinen Bebenmenschen zwingt, Mehr zu arbeiten, als er selber arbeitet,

Der unterdrückt seinen Bruder,

Der fritt auf ihn

Und der saugt ihn aus.

Und du Sprache,

Dimm eine Leuchte in deine Hand

Und gehe dorthin, wo es finster ist,

Und strecke die Leuchte über die dort schlummern

Und nichts wissen von sich,

Bis ihre Wimpern zucken

Und sie sich hin und wieder wälzen.

Und rufe laut, daß es halle

Von Hügel zu Hügel

Don Thal zu Thal:

Wacht auf! wacht auf!

Ihr habt zweitausend Jahre geschlafen, Das ist lange genug. Wacht auf! seht, Es will lichter Morgen werden!

Und es hören es die Hügel,

Und es hören es die Thäler,

Und es hören es die Ufer des Meeres alle. Und die Wellen am Ufer hören es,

Und beginnen es gegen einander zu schlagen. Und die Tiefen des Meeres hören es,

Und eigen mit Freuden empor.

Und die lekten Wellen hören es,

Und schlagen es an die Felsen mit Jubel. Da dröhnt das Land.

Ein neues Licht durchzuckt alle Menschen. Aufjauchzen die Nationen der Erde. Denn der Fluch ist von ihnen genommen, Und den Blinden sind die Augen aufgethan, Und wollen als freie Menschen auf Erden wohnen, Und ein Blutbad unter ihnen wird nicht mehr sein.