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Die Gleich beit

verträgt sich das nicht. Alle Arbeitenden müssen ein aus­reichendes Erwerbseinkommen haben. Arbeitslose, Kranke, Invaliden müssen auf Grund gesetzlicher, der öffentlichen Kontrolle unterliegender Bestimmungen unterstützt bzw. der Heilung zugeführt werden. Die Armen- und Jugendfür forge, Mutter- und Säugl ngsschuk, Tuberkulose- und Trinkerjürsorge, um nur die wichtigsten Gebiete herauszu­greifen, müssen aufgebaut werden mit dem Ziele der G- währleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle", wie d'e neue Verfassung sagt, und mit dem Ziele der körper. lichen und fittlichen Gesundung unseres Volfes.

Solange Deutschland fein Volfsstaat war, mag die Be­hauptung richtig gewesen sein, daß die private Wohlfahrts­pflege erhalten werden müsse, weil sie besser als der Staat neue Wege sozialer Hilfe finden könne. D'e Bureaukraten des alten Regimes mögen dazu allerdings unfähig gewesen fen. Für sie war die soziale Fürsorge in der Regel nur diktiert durch die Sorge um d'e Militärtauglichkeit der Re­fruten und die Angst vor der Sozialdemokratie. Aber schon die Leistungen der Städte haben gezeigt, daß die Unter schägung der Tätigkeit öffentlich- rechtl cher Körperschaffen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege unberechtigt ist. Heute liegt es auch im Staate ganz anders. Die Arbeiterschaft w.rd in den nächsten Jahrzehnten ausschlaggebend im Bar­lament und dam't auch in der Regierung sein. Ihre Ver­treter kennen die Nöte des Volfes und werden ihre erste Aufgabe in deren Linderung sehen. Die noch zu schaffenden Arbeiter und Wirtschaftsräte, besonders der Reichswirt­schaftsrat. hoben Gelegenheit zur iozialpolitischen Initiative, die ja auch jedem einzelnen verbleibt. Es soll ja kein Mo­nopol geschaffen werden, sondern was geleistet werden muß, soll allgemein geschehen, unfer Kontrolle der Oeffentlich­felt, wozu es der gesézlichen Regelung und staat! cher Durch staatl'cher führung bedarf.

Die deutsche Verfoffung fogt im Artikel 9. dok, soweit ein Bedürfnis für den Erlaß einheitlicher Vorschriften vor­handen ist, das Ne'ch die Gefeßaebung über die Bob'fahrts­pflege hat. Die deutsche Nationalversammlung wird sich

digungen, Beschimpfungen, Entehrungen der menschlichen Würde sind, wenn ihm nicht offenbart wird, daß much die größten und schwerstiegenden staatlichen Umwälzungen unblutig durchzusetzen sind. wenn Vernunft und Herz walten! Wie fcllte es in seiner Gesamtheit und bei einer derartigen bewußt und systematisch durchgeführten Verödung des Geistes den himmelweiten Unterschied zwi den Revolutionen und Revolutionen erblicken, und feststellen können?

Alles das wird schwerlich misverstanden werden. Denn. es ist das System, das ich charakterisierte; ein System, das es sich mit rücksichtslosen und zum Teil verbrecherischen Mitteln angelegen se'n ließ, die menschliche Verdummung nochdrücklichst zu fördern. Und bei diesem Bestreben fand es Menich bleibt Mensch!"- willige Elemente zahlreich - ,, Menich genug, die sich ihm zur Verfügung stellten. Und es hatte in der Tat der Fortschritte genug zu verzeichnen, um zur Fortsetzung einer derartigen Stulturpolitik" dauernd an­geregt zu werden.

Es ist mir Klar, daß alles, was in diesem Stapitel g: jagt, wurde, eine ausfüh lichere und schärfere Darstellung ver dient; ich gebe eine zusammengedrängte Stizze, weil im Rahmen des gewählten Themas nicht Raum ist für Schil derung n historisch- politischer Art, fifr Erörterungen sozio­logischen Charcfters. Nichts anderes soll bezweckt werden, als daß sich die Leserin ein Gesamtbild zu schaffen in der 2ge ist von den Verhältnissen und Zuständen vor dein Kriege, als daß ihr ein Ausblick gegeben wird auf die man­nigfachen Momente, die in mehr oder weniger unmittel­borer Weise mitwirkten an dem großen Ereignis".

lieberprüft sie das Ganze noch einmal, fiat sie ihr eigenes Erinnern, ihr persönliches Erleben und Fühlen hinzu, das

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demnächst mit einem entsprechenden Rahmengesetz befassen, so daß es zu einer einheitlichen deutschen Wohlfahrtsgesetz­gebung kommen wird. Die materielle Lösung der Frage steht her nicht zur Diskussion, wohl aber die organisato­rische. Wahrscheinlich werden Wohlfahrtsämter entstehen, die nicht, wie die Frauenreferate, die Zusammenarbeit pri­valer und öffentlicher Wohlfahrtspflege Teiten, sondern die Wohlfahrtspflege selbst ausüben sollen. Dam't werden die Aufgaben der Frauenreferate und diese sclbst überflüssig. Bei den Wohlfahrtsämtern sollen nicht besondere Frauen­referate geschaffen werden, sondern Sachreferate, die vont noch Sachkenntnis und Erfahrung ausgewählten Perfön­lichkeiten geleitet werden, gleichgültig ck Mann oder Frau, wo es sich nicht um besondere Spezialgebiete handelt, die, wie z. B. die Fürsorge für sittlich sehr stark vorkommene männliche Personen, am besten Männern, oder, wie z. B. die Fürsorge für Säuglinge, Kleir" nder und gefährdete Mädchen am besten Frauen überlassen werden. Gerade hier könnte e'nmal der Anfong gemacht werden mit einer wirk­lichen Gleichberechtigung der Frau, indem man davon ab­? und int fieht ein poor Stonzessionsschinn: in

übrigen behalten.

eine rein männliche

Beamtenschaft beizu­

D'e Träger der eigentlichen Wohlfahrtspflege mässen die Organe der Selbstverwaltung, die Städle, Gemeinden und Kreise sein. Bei ihnen sollten die Wohlfahrtsämter er­richtet werden. Nach der Demokratisierung des Gemeinde­und Kreiswahlrechts werden bei ihnen der Wohlfahrtspflege am ehesten Hilfskräfte aus allen Volfskreisen zugeführt wer den können. Hier können sie auch am chesten den jeweiligen örtlichen Bedürfnissen angepaßt werden. Ob eine Zufam­menfassung dieser Wohlfahrtsämter noch Regierungsbe­zirken oder Provinzen stattfindet, hängt von der Neorgani­sation der preuß schen Verwaltung ab. Da wahrscheinlich die Negierungsbezirke aufgelöst und den Provinzen eine stärkere Selbständigkeit gegeben wird, wäre es am ziveck­mäßigsten, wenn für Aufgaben, die von den Kreis- und Gemeindewohlfahrtsämtern n'cht gelöst werden können,

1hr in diesen Tagen das Sjerz bewegte, und zieht sie vor allen Dingen vergleichsweise heran, was ich in den voran g.gangenen drei Kapiteln g sagt habe, dann wird sie von selbst zu einem Schlusse kommen, der sich in seiner zwin­genden Logik allem tatsächlich Geschehenen vollkommen anpaẞt:

Die deutsche Revolution Fonnte fein geistig durchdachtes Werk, fonnte nicht das praktische Ergebnis vorangegan gener theoretischer Erörterungen sein. Und noch weniger war zu erwarten, daß das Volk in seiner großen Mehrheit Klarbeit und Uebersicht besaß über die großen ethischen Richtlinien, die zu jeder gewaltigen stactlichen Unnvälzung führen und wiederum. wenn sie gelungen ist, von ihr mit größerer Intensität ausstrahlen;- daß es die Erkenntnis besak: 23 ist Menschheitsaufgabe. die Revolutionen der ..praktischen" Tat, des politischen Mordes, einzuwandeln in solche des Geistes.

Der Weg zu seinen großen Geistern, bei denen es diese Erfenntnis hätte finden können, war berramm: It von In differenz und Machtdünkel.... ( Fortsegung folgt)

Mut haben!

In einer Parteiangelegenhei' tußte ich heute einen Genossen besuchen. Die Schwester desselben, eine shmpathische Ersche:< nung, bittet mich, einzutreten. Sie führt mich in die gute Stube und entschuldigt sich mit Hausfrauenpfl chen, ihr Bruder würde gleich kommen. Mit Muße betrachte ich mir das peinlich saubere Zimmer. Häkeldecken liegen fein fruber auf der Kommode und dem altväterlichen Sofa. Inzwischen fonnte ich feststellen, daß es