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Die Gleich beit
voller, anregender Bortrag ebenso nachhaltig wisten wird, wie gute Musit, deren Melodien man voll Wonne und Begeisterung noch lange nachher vor sich hinfummt, weil sie einem unvergeßlich geblieben sind.
Hat daher ein Referent oder eine Referentin das Talent, wirklich zu feffeln und zu begeistern, so könnte ein bestimmtes Wissens gebiet getrost auf längere Zeit weitergeführt werden, zum Nutzen aller. Was Zusammenfünfte im fleinen Kreise, gemütlich am Lisch sitzend, betrifft, so glaube ich, daß jede einigermaßen in. teressierte Leiterin diese selbst durchzuführen sucht und dazu faum eine Referentin braucht. Es muß dabei nur darauf Bedacht gelegt werden, daß solche zwanglosen Plauderstunden stets ihre politische Grundlage behalten. So manche scheue Frau ist da schon aus fich herausgegangen, hat fleine Auffäße in Form von Referaten nieder geschrieben, fie im engsten Kreise vorgelesen, um zum folgenden Frauenabend mit Hilfe ihrer Niederschrift sich bei der Diskussion zum Wort zu melden.
Zur Reform unserer Frauenabende gehört auch, alle Steifheit und übertriebene Organisationsweise zu vermeiden, damit sie un gezwungen und unterhaltend wirken. Nur so entwickelt sich Gemeinfinn zur Gemeinschaftsarbeit, und das stolze Gefühl wird ge wedt: wir gehören zusammen und tragen im kleinen dazu bei, daß an irgendeiner Stelle etwas erreicht wird, um das menschliche Gemeinschaftsleben zu verbessern.
Margret Arnold Heilemann.
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Bezirksverband Halle ( Delitsch). Auch hier im roten Herzen Deutschlands geht es mit der Frauenbewegung vorwärts. Nachdem in Halle und Merseburg Frauengruppen gegründet worden sind, ist dieses nun auch in Delitsch gelungen. Zu diesem Zwecke war die Genossin M. Röpert aus Halle erschienen und sprach über die Notwendigkeit der politischen Organisation der Frauen und über sozialistische Bestrebungen. Sämtliche anwesende nichtorgansier. ten Frauen traten der Partei bei. Die Zusammenkünfte finden nunmehr monatlich statt unter Beisein eines Mitgliedes des örtlichen Borstandes. Sehr zu begrüßen ist, daß sich ein Genosse( Lehrer) diesen Abenden widmen wird, um mit den Genossinnen das Werk Bebels„ Die Frau und der Sozialismus" zur Förderung der poliR. tischen Schulung durchzuftudieren.
Wohlfahrtspflege
Aus der Arbeit der Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt. In Brake in Oldenburg ist eifrig und auf vielen Gebieten praktisch weitergearbeitet worden. Ein bedeutsamer Erfolg ist darin zu verzeichnen, daß dem Ausschuß ein Raum in einer früheren Schule überwiesen wurde, für dessen Ausstattung Partei und Ge werkschaft 8000 Mt. zur Verfügung stellten. Der Zusammenhalt unter den Ausschußmitgliedern ist naturgemäß ein größerer, wenn der Ausschuß ein eigenes Heim hat. Das fördert auch das gute Zusammenarbeiten. Auch die Beranstaltungen für die Kinder, Leseund Handarbeitsstunden, finden hier statt.
In Braunschweig haben die Parteigenossen, die den Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt bilden, die praktische Arbeit so an gefangen, daß sie alle in der Armen- und Waisenpflege tätigen Genossen regelmäßig zusammenberufen und durch Vorträge immer mehr Berständnis für die Arbeit zu weden versuchen. Troß des anfänglichen Widerstandes gelang es, eine Anzahl von Parteigenoffinnen sowohl in das Wohlfahrtsamt wie in andere Kom. miffionen hineinzubringen. Einen sehr starken Einfluß haben sich die Bertreter des Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt in dem Landesausschuß der Kinderhilfe gesichert. Sie haben dadurch freilich auch den Hauptteil der Arbeit auf sich nehmen müssen.
In Bochum haben sich die Frauen für die soziale Hilfsarbeit zufammengetan und einen Ausschuß gebildet, der sich an allen allgemeinen Wohlfahrtsarbeiten beteiligt. Aber auch dort verfolgt man den richtigen Grundsah, daß die soziale Fürsorgearbeit nicht nur Sache der Frauen ist, sondern daß auch die männlichen Parteigenossen an ihrem Teil mit daran arbeiten müssen.
Die Parteigenossen, die sich in Bremen zu dem Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt zusammenschlossen, haben die Arbeit sehr planmäßig aufgenommen. Der wichtigste Erfolg ist wohl die geschlossene Teilnahme der Ausschußmitglieder als Pfleger im Jugendamt. Wo die Proletarierin bisher nur die beamtete Helferin oder in der Hauptsache Frauen der ihr fernstehenden Kreise beim Jugendamt sah und dabei häufig das Empfinden hatte, daß Schulbildung und äußerer Schliff nicht immer auch Herzenstatt und Wärme bedingen, kann sie sich jetzt selbst bei der Pflegearbeit an unferem
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Postbarsten Volksgut, den Kindern, beteiligen. Auch im Fürsorgerat und als ehrenamtliche Fürsorgerinnen haben die Genoffinne! ihre nicht immer leichte Arbeit geleistet; gar zu oft erkannten fic, daß ihrem Begriff der wirklichen Hilfe allzu enge Grenzen gezogen sind. Der Gesichtskreis mancher Genoffin hat sich bei dieser Arbeit erweitert. erweitert. Soziale Mitarbeit in unserem Sinne muß fördernd auch auf das politische Verständnis wirken, weil sie die völlig un zulängliche Hilfe, die die heutige Gesellschaftsordnung leisten kann und will, erkennen läßt.
In Hannover hat der Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt sich einem unserer wichtigsten Aufgabengebiete zugewandt: der Schulung von Helferinnen in der Fürsorgearbeit. Dank der Bemühungen des rührigen Vorsitzenden ist es gelungen, fachkundige Persönlich feiten als Dozenten zu gewinnen und es ist ein gut zusammen. gestelltes Vorlesungsverzeichnis, aus dem nur die folgenden Vortragsreihen angeführt sein mögen: Bevölkerungspolitit, feim schädigende Gifte, Fürsorge für Wöchnerinnen, Säuglingsfürsorge, Fürsorge für das Kleinkind, das Schulkind, das uneheliche Kind, gefeßliche Fürsorgebestimmungen, Tuberkulose und deren Ver hütung, Geschlechtstrankheiten, praktische Fürsorgearbeit. Die Vorlesungen fanden in den Nachmittagsstunden statt, während die Vormittagsstunden zu Besichtigungen benutzt wurden. Es ist eine außerordentlich erfreuliche Tatsache, daß 85 Parteigenoffinnen, Frauen der arbeitenden Kreise, es während eines ganzen Monats möglich machen konnten, diesen Lehrgang zu besuchen. Das wird bei manch einer Frau Opfer gekostet haben. Das anhaltende Interesse der Frauen zeigte sich auch darin, daß an der Schluß prüfung von den ursprünglich 85 Teilnehmerinnen noch 83 teilnahmen. Die Prüfung ergab, daß die Ausbildung, die bei der furzen Zeit natürlich keine gründliche sein konnte, doch eine sehr praktische war. Zur Deckung der Unkosten waren vom Magiftrat der Stadt Hannover 3000 mt. bewilligt worden. Der Ausschuß in Hannover hat in sein Arbeitsgebiet auch die Veranstaltung von Märchenvorlesungen und die Ferienwanderungen mit übernommen. An bedürftige Kinder, die aus der Schule entlassen wurden, konnten Hemden verteilt werden. J. H.
Ausbau der Kinderfürsorge durch die Gemeinde. Bon Dr. Sophie Schöfer- Auwed. Verlag Buchhandlung Borwärts, Berlin SW. 68. Preis 2,75 Mt.
Den Genofsinnen, die in den Kommunen oder in der Wohlfahrts. pflege tätig sind, gibt Dr. Sophie Schöfer- Auwed mit ihrer fleinen Broschüre einen ausgezeichneten Leitfaden an die Hand. Sie be schäftigt sich in dem 36 Seiten starken Heft mit den vielgestaltigen Aufgaben, die notwendig sind, um dem allgemeinen tieftraurigen Kinderelend erfolgreich zu steuern. Nach einem furzen lleberblic über den heutigen Stand der Gesundheit der Kinder, der infolge des Krieges stark gestiegenen Berwahrlofung und Straffälligkeit der Jugend betont die Verfasserin die dringende Notwendigkeit einer möglichst baldigen und gründlichen Hilfe, die nur in einem durchgreifenden und planmäßigen Ausbau der Kinderfürsorge möglich ist. Zu erreichen ist dieses Ziel nur durch die Kommunali fierung der Kinderfürsorge. Dr. Schöfer versteht unter dieser Kommunalisierung die planvolfe, zielbewußte, lückenlose Erfassung der Jugend durch städtische Aemter, was durchaus noch nicht dem Begriff der Sozialisierung entspricht. Bis zur Sozialisierung der Wohlfahrtspflege ist noch ein sehr weiter Weg, so daß vorläufig nur eine Kommunalisierung in Frage kommt.
Da zurzeit das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz dem Reichstag zur Beratung vorliegt, ist die Schrift von Dr. S. Schöfer von aktuellem Wert. Sie behandelt die Kinderfürsorge hauptsächlich vom Gesichtspunkte des Gesehentwurfes und zeigt, wie die gesamte Arbeit vom Jugendamt erfaßt wird. Die Verfasserin gibt in sehr flarer und verständlicher Weise einen Ueberblick über den organi fatorischen Aufbau des Jugendamtes mit seinen Unterabteilungen: Säuglings- und Kleinkinderfürsorge, Vormundschaft und Waisen pflege, Schulpflege, Jugendpflege im allgemeinen, Jugendfürsorge ( Fürsorge für die gefährdete Jugend). Die Aufgaben der einzelnen Unterabteilungen werden kurz dargelegt und die Möglichkeit der Kommunalisierung sämtlicher Zweige der Jugendfürsorge wird bes wiesen. Dr. S. Schöfer ist ebenfalls der Ansicht, daß die Mitarbeit von privaten Organisationen und Vereinen sehr gut möglich ist. Wenn diesen auch die geplante Zentralisierung durchaus nicht an genehm ist, so wird sich ein nennenswerter Widerstand schon des halb kaum ergeben, weil alle die privaten Organisationen auf amt liche finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Selbstverständlich haben auch die Kommunen mit ungeheuren finanziellen Schwierig