Für unsere Mütter und Hausfrauen
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Nr. 18 o 。。。。。。。 Beilage zur Gleichheit o O O O O O O O
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Ein
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Inhaltsverzeichnis: Atheismus. Von John Henry Mackay . Blatt aus der Geschichte der Revolution in Deutschland . III. Für die Hausfrau. Feuilleton: Die junge Bäuerin. Von Anna Croissant- Rust. ( Schluß.)
Atheismus.
Don John henri mackay.
Vielleicht, wenn einst die müden Augen brechen, Wenn niedersinkt des Todes finstre Nacht, Daß ein Gebet dann meine Lippen sprechen, Das nie im Leben der Verstand gedacht. Vielleicht, daß ich mit einer Lüge scheide Von einem Sein, das Wahrheit nur gekannt, Wenn ich des Lebens letzte Schmerzen leide Jn Angst und Nacht und Jrrsinn festgebannt. Dann unterlag mein Geist; dann brach mein Wille! Dann floh Vernunft!- doch wenn ich es vermag, Dann künde noch der letzte Schrei, der schrille, Dann künde noch des Herzens letzter Schlag:
" Jch glaubte nie an einen Gott da droben, Den Lügner oder Toren nur uns geben, Jch sterbe und ich wüßte nichts zu loben- Vielleicht nur eins: daß wir nur einmal leben!"
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III.
Am 7. Mai nachts ging die Meldung ein, daß in einem Dorfe beim Plauenschen Grunde ein starker Zuzug von Freiheitsfämpfern eingetroffen sei. Er begehrte auf sicheren Wegen nach Dresden geführt zu werden. Da ich die Gegend sehr gut von meinen Spaziergängen kannte, begleitete ich den Freund, der die Führung übernahm. In der Dunkelheit verirrten wir uns und kamen in die Nähe der Truppen. Ich stürzte und wurde von herbeicilenden Soldaten gefangen genommen. Obwohl unbewaffnet, von keinem erkannt und somit noch gar nicht einmal als Feind, sondern nur als schlichter Wandersmann zu betrachten, wurde ich doch im Beisein der Offiziere und unbehindert durch sie auf dem ganzen Wege von den Soldaten gedrosselt und ins Gesicht geschlagen. Die Reiter, welche mich später bis an die Elbe zu führen hatten, schienen dagegen lebhafter mit mir zu sympathisieren, als es ihren Vorgesezten hätte bemerklich werden dürfen. Sie kannten mich, erleichterten mir das schwierige Gehen und zeitweilige Laufen zwischen den Pferden soweit möglich und flüsterten mir zuweilen ein Wort der Hoffnung auf bessere Zeiten und endlichen Sieg des Rechtes zu. Es war dies meine erste Berührung mit Männern, die im Augenblick der brennenden Entscheidung dennoch keinen Anstand nahmen, ihre Kräfte dem Dienste einer von ihrem eigenen Gewissen verdammten Sache zu widmen. Am Strande harrte unser ein von preußischem Militär besettes Dampfboot, das die Gefangenen aufnahm. Die Empfehlung besonderer Gefährlichkeit, welche mir der Führer unserer Eskorte bei der Ablieferung mitgab, reizte einige preußische Unteroffiziere, mir die Pflicht des unbedingten Gehorsams jedes Sachsen gegen seinen König in ihrer Weise begreiflich zu machen, und mein Bart hatte sich infolge dieser Methode, gute Untertanen zu ziehen, schon ziemlich gelichtet, als endlich ein Offizier diesem Treiben ein Ende machte. Das Schiff zog in einiger Entfernung an meiner Wohnung vorüber, aus deren Fenstern mein armes geängstigtes Weib ihm ahnungsvoll nachblickte, während die Kleinen über das Glizern der mich umringenden Helme jubelten....
Man hat es der Demokratie des Jahres 1848 auch von befreunbeter Seite oft zum schweren Vorwurf gemacht, daß sie allzu hart und schonungslos gegen die„ bertierten Söldlinge" zu Felde gezogen sei und sich dadurch unklugerweise das Militär verfeindet habe. Abgesehen davon, daß dieser Vorwurf als ein so allgemeiner durchaus der Berechtigung ermangelt wie das feste Busammenstehen von Soldaten und Volt in Württemberg , Baden, HessenStassel, ja teilweise auch in Sachsen dartat, so bewiesen doch ge
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1913
rade die in Dresden während und nach dem Kampfe verübten Scheußlichkeiten, wie wohlverdient andererseits auch wieder die vielgeschmähte Bezeichnung vertierte Söldlinge" gewesen war. Nicht erst nach Beendigung des Kampfes, auch schon während desselben waren die empörendsten Schändlichkeiten vorgekommen. Es ist Tatsache, daß Männer und Frauen, welche in entlegenen friedlichen Straßen ruhig ihren Geschäften nachgingen, von müßigen, gelangweilten Soldaten in den benachbarten Häusern zur Unterhaltung niedergeschossen wurden. Das„ Dresdener Journal" selbst führte in seiner Totenliste ein auf diese Weise getötetes Dienstmädchen auf. In der Schuhmachergasse fanden die Wüteriche in einem Hause vierzehn Männer, die ihre Gewehre im vierten Stockwerk gelassen hatten und sich wehrlos ergaben. Alle vierzehn wurden, nachdem sie in jeder Weise mißhandelt worden waren, der Reihe nach aus den Fenstern des dritten Stockwerkes mit solcher Gewalt auf die Straße geschleudert, daß ihre Körper meistenteils gegen das Haus auf der anderen Seite der engen Gasse anprallten. In der Frauengasse befand sich ein Lazarett mit vielen Verwundeten; sie wurden sämtlich ermordet.
Graf Waldersee, der Befehlshaber der preußischen Truppen, hat selbst zugegeben, daß wohl ein Halbhundert Menschen in der Elbe ihren Tod gefunden haben mochten. Er selbst auch berichtet, in welch humoristischer Weise die Soldaten solche Schandtaten ihren Vorgesetzten zu melden pflegten. Sie rapportierten nämlich einfach: Die uns zum Transport übergebenen Gefangenen find sämtlich in den Fluß gesprungen." Damit war die Sache gut. Graf Waldersee bekennt, daß es die Preußen gewesen, die zuerst ihre sächsischen Kameraden darüber verhöhnten, daß sie sich die Mühe gaben, die Gefangenen in Gewahrsam zu bringen, statt sie kurzweg totzuschlagen; doch fügt er hinzu, die Schüler hätten bald ihre Lehrmeister übertroffen. Indessen wäre es mehr denn ungerecht, die Soldaten allein für diese Scheußlichkeiten verantwortlich zu machen. Sie würden dieselben nie gewagt haben, wären sie nicht mindestens der Billigung ihrer Offiziere sicher gewesen; und diese ebenfalls hätten sich aktiv oder passiv nicht zu Mitschuldigen ge= macht ohne die Gewißheit, daß es auch höheren Ortes noch mit Wohlgefallen bemerkt würde. Und dazu hatten sie auch alle Berechtigung. Hatten doch die kämpfenden Truppen den kurzen Befehl erhalten:" Die Regierung wünscht nicht mit vielen Gefangenen belästigt zu werden." Die Behandlung solcher Gefangenen, deren Leben man schonte, war bestialisch. Viele Offiziere weigerten sich, die Unglücklichen gegen bestialische Mißhandlungen zu schüßen. Manche von ihnen beteiligten sich selbst daran. Besonders toll trieb es der pensionierte General v. Berge, der sein patriotisches Herz am Anblick der Gefangenen in der Frauenfirche erquidte.... Am zweiten Tage ward unsere sächsische Bewachung durch preußische vom Regiment Alexander abgelöst, und blieb auch der Ton der Offiziere meist derselbe brutale wie bisher, so bekundeten, doch viele Soldaten und Unteroffiziere dieses Regiments, daß in ihnen ein ganz anderer Geist lebte. Oft erwiesen sie uns heimlich Kleine Freundlichkeiten, Einkäufe, Botendienste usw., deren Bekanntwerden ihnen strenge Bestrafung zugezogen haben würde. Einmal kamen zwei Unteroffiziere zu mir, denen mein Name bekannt geworden war, und sagten:„ Denken Sie nicht zu schlecht von uns; es gibt auch unter uns sehr viele Demofraten, und wir würden Sie gleich freilassen, leider sind aber nur die meisten noch gar so dumm, und es läßt sich auch nichts mit ihnen sprechen, denn sie werden beständig im Rausche gehalten. In sechs bis acht Jahren sind andere Leute unter uns, und dann wird es nicht so ausgehen." Von der Freigebigkeit, mit welcher Bier und Wein an die Soldaten verteilt wurde, konnten wir uns auch in unserer Haft noch selbst überzeugen. Das Ende des Saales war durch einen Bretterverschlag zum Wachtlokal umgewandelt, in welchem das Gläserklirren und Jubilieren den ganzen Tag nicht ruhte. Trotz aller Bemühungen, uns gänzlich von der Außenwelt ab= zuschließen, waren wir doch fortwährend ziemlich genau über alle Vorgänge unterrichtet, und zwar hauptsächlich durch die uns be= wachenden Soldaten selbst. Die Stimmung des Militärs gegen uns hatte allmählich eine bedeutende Umwandlung erlitten überhaupt das scheußliche Gebaren desselben während des Kampfes als ein Ausfluß seiner Gesinnung gelten konnte. Abgesehen von der Wirkung, welche die bitteren Vorwürfe von Verwandten und Freunden üben mochten war doch das Militär in manchen
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