"
-
-
-
-
-
-
-
-
Rechtsanwalt
Ver
marschalls Bernhard, welcher den in Rede stehenden einem Diebstahl etwas abhaben wollten. Sie habe dann aber der Nachtwächter Braun ist gemordet. Ich habe aber gar keine Defraudanten, den von Berlin entflohenen Kassirer der" Preußi- einen Mann getroffen und sei nach Hause gegangen. Ich habe Gedanken dran gehabt und kümmerte mich auch um gar nichts. schen Hypotheken- Versicherungsanstalt", Ernst Bock, an Bord des die Heinze sofort in einer Droschte mit nach dem Polizeipräsidium Als ich Abends zu Hause komme, fangen fich die Heinze's an zu am Montag d. W. hier eingetroffenen Bremer Schnelldampfers genommen, wo sie ihre weiteren Angaben machte und sie ist zanken. Sie schmeißt ihm vor und sagt:" Du Mörder, Du Saale" troz sorgfältig gewählten und mit auf irgend eine Weise auch noch einige Zeit als Vigilantin in dieser Sache benutzt Nachtwächtermörder!" Da legt er sich mit" dem Kopf an die erlangten amtlichen Dokumenten beglaubigten Inkognitos mit worden. sicherem Blick unter den Hunderten von Passagieren herausfischte Wand und sagt:„ Siehste, nun kann ich am Ende noch in UnterRechtsanwalt Dr. Ballien beantragt, den Zeugen als suchung kommen!" Und bald darauf wurden die Heinze's sehr und mit„ affenartiger Geschwindigkeit" dingfest machte, ihm die Gutachter darüber zu vernehmen: ob nach seinen Erfahrungen freundlich zu mir, sie traktirten mich mit Schnaps, Bigarren, mitgebrachten Gelder, etwa 11 000 m., abnahm und den Durch Schnupftabak nur von alten, gewiegten Zuchthäuslern zur Weißbier und was sonst dergleichen ist. Nun wissen Sie ja, wie gänger schleunigst nach dem Ludlow Street- Gefängniß spedirte. Unschädlichmachung ihrer Opfer verwendet wird?- 3euge: das so ist, wenn so'n Mord passirt ist, da redet man allerlei und Bock, der sich als„ Malergehilfe Friedrich Hildebrandt aus Früher ist es häufiger vorgekommen, daß Diebe ich mit so habe ich ja wohl auch gesagt: Na, die Heinze hat an Stolpmünde " ins Land zu schmuggeln versucht hatte, wurde Schnupftabak versehen und sich damit gegen Störenfriede jenem Morgen im Bette genäht, vielleicht sind die auch dabei Herrn Bernhard gegenüber, sobald dieser ihm die Hand- schützen. Diese Manipulationen werden aber nicht nur von alten gewesen. Das müssen wohl die Heinze's gehört haben, denn wie schellen angelegt hatte, schnell gefügig, da er feine Gelegen Einbrechern ausgeführt.- Dr. Ballien: Ich möchte den ich eines Abends nach Hause komme, spuckt mir die Frau ins heit fand, von dem Revolver, er in der ersten Beugen auch darüber befragen, was für ein Mensch ein Louis" Gesicht, Heinze springt auf mich zu und haut auf mich los. Da Ueberraschung zu ziehen versuchte, Gebrauch zu machen; zerfnirscht ist, ob er feige ist, oder ob er nicht zumeist von hinten zuschlägt. bin ich denn' rüber gelaufen zur Polizei, Heinze ist aber gleich legte er das Geständniß ab, wirklich der gesuchte Bock zu sein, 3euge: Leyteres fann ich nicht behaupten; der„ Louis" ist mitgekommen und auf der Polizei haben sie mir einfach gefagt: den die Direktoren der„ Preußischen Hypotheken- Versicherungs- nach meiner Kenntniß ein gewaltthätiger Mensch, welcher nicht„ Verklagen Sie den Mann." Nachher habe ich mich aber auf Anstalt" unvorsichtiger Weise zum Gärtner bezw. zum Kassirer blos von hinten, sondern zuschlägt, wie es gerade der Augenblick Die Bitte der Hahn wieder mit den Heinze's vertragen. gemacht hatten. Er behauptete übrigens, außer den bei ihm ge- erfordert.- Vertheidiger: Hat der Zeuge die Meinung, Bräs.: Sie sind ihnen aber jetzt nicht feindlich gesinnt? fundenen 11 000 m. nichts von dem Raub gerettet, sondern den- daß es sich hier um ein Komplot von Zuhältern handelt? 3euge: Ich will mit den Heinze's Nichts zu thun yaben. felben in unglücklichen Spekulationen und im Spiele verloren zu 3euge: Ich hatte die Meinung, daß es sich um einen Gin- Bräj.: Sie sind ihnen aber nicht so feindlich gesinnt, daß Sie haben. Dem Bundes- Marschall gab er hierüber folgenden lato- bruch in die Elisabethkirche handelte, nicht um einen Racheaft, die Heinze's wider besseres Wissen hineinlegen wollen? nischen Nachweis: Ernst Bock, 380 000 m. in Preuß. Hyp.- indessen ist das meine subjektive Meinung. Ver 3euge: I Gott bewahre! Präs.: Dann sehen Sie sich! Anst.- Cert. verloren bei S. Jaffé jr., Nationalbank für Deutsch - theidiger: Ich will den Zeugen weiter fragen, den Zeugen weiter fragen, ob-3euge: Ich bin ja noch nicht fertig!- Präs.: So, na land. Deponirt Kaffe Belleallianceplay Julius Cuno u. Ko., nach seiner Ansicht, mit den Instrumenten, welche dort dann erzählen Sie weiter.- Zeuge: Ich will noch von der Hugo Loewy, Kommandit- Gesellschaft." auf dem Tische liegen, ein Mord begangen werden kann. Mulackstraße erzählen, wo die Heinze's wohnten. Da hörte ich Die Feuerwehr hatte in der Nacht zum Dienstag auf dem 3euge: Na, ich möchte es nicht probiren!( Seiterkeit). mal, daß Frau Heinze zu ihrem Manne sagte:„ Nachtwächter Vertheidiger: Ich möchte weiter fragen, welcher An- mörder!" Dann hat Heinze geantwortet: Na, wenn Du was Her Kommune gehörigen Grundstück Vor dem Stralauer Thor ficht die Kriminalpolizei über diesen Fall anfänglich gewesen ist. sagst, dann bist Du auch dran, Du warst ja auch dabei!" Und Nr. 4, welches als Stätteplatz dient und an dessen Straßenfront ch behaupte, daß in der Kriminalpolizei ganz verschiedene dann sagte er auch:" Mir ist jetzt Alles egal und wenn sie mir ein einstöckiges, zu Schankwirthschaftszwecken verpachtetes Fach- Meinungen hin- und herschwankten, man sogar eine Zeit lang die Kohlrübe abschneiden!" Bald darauf hing Frau Heinze werksgebäude steht, eine längere Löschthätigkeit zu entfalten. Der Ansicht war, daß hier ein Selbstmord vorlag. 3euge: an der Wasserleitung, darauf sprang Heinze auf und hat sie losLetzteres war - zum dritten Male innerhalb zwei Jahren Ich kann hier immer nur meine subjektive Ansicht ausdrücken. geschnitten; darauf haben sie sich noch ein Bischen gezankt und die ausschließliche Brandstätte. Die Feuerwehr wurde kurz nach Gs ist ja selbstverständlich, daß bei einem solchen Falle die ver- ich bin fortgegangen. 12 Uhr alarmirt, und ist dies jedenfalls ziemlich spät erfolgt, da schiedensten Ansichten von den einzelnen Beamten der Kriminal- Der Zeuge wird von den beiden Vertheidigern in ein so Hei ihrem Eintreffen das Gastzimmer, das demselben benachbarte polizei verfolgt und die verschiedensten Fäden verfolgt heftiges Kreuzverhär genommen, daß wiederholt Unruhe auf der Schlafzimmer und der nach außen führende geschlossene Vorbau werden. Der Vertheidiger beantragt nunmehr, den Chef der Geschworenenbank bemerkbar ist und es zu scharfen Auseinanderschon vollständig ausgebrannt waren; lekterer stürzte gleich nach Kriminalpolizei, Grafen von Pückler, und den Kriminal- segungen zwischen dem Präsidenten und den Bertheidigern kommt. sogar schon zusammen. Außer dem im Erdgeschoß an sich gegeben werden. Gröffnung des mit zwei Schlauchleitungen unternommen Angriffes inspektor Schuchard zu laden und diesem Antrage soll Folge Es handelt sich namentlich darum, daß die Vertheidiger behaupten, der Zeuge habe verschiedene Angaben darüber gemacht, wann geriffenen Terrain hatten die Flammen auch die Decke zum Dach Rechtsanwalt Dr. Goßmann: Ich frage den Zeugen, ob er zu der Hahn durchs Fenster in die Kammer gestiegen sei. geschoß durchbrochen und in letzterem ihr Zerstörungswert fort es wahr ist, daß sich die Louiszunft größtentheils aus Schlächtern Früher habe er immer gesagt, es sei an dem Abend vor dem gefeht. Auf die verschiedenen Brandstätten mußten recht er zusammensetzt. 3euge: Das stimmt nicht ganz. Es sind ja Morde gewesen, während er es jetzt auf die Zeit nach dem giebige Wassermassen geschleudert werden, bevor es gelang, die eine ganze Anzahl von Schlächtern darunter, welche vermöge der Morde verlegt. Ferner wird der Zeuge eingehend ausgeforscht, heftig entfachten Flammen zu bewältigen. Von der allgemeinen ihnen infolge ihres Berufes inne wehnenden Rohheit sich zu dem ob nicht in der Mordnacht der Angeklagte Heinze in der Zerstörung sind nur die Küche und ein angrenzendes kleines schimpflichen Gewerbe zuwenden, aber es sind auch andere her- Hahn'schen Kammer auf dem Fußboden geschlafen habe. Er Zimmer, welches von dem Verwalter des Stätteplates bewohnt unter gekommene Individuen darunter. Vertheidiger: bleibt aber dabei, daß dies erst in der Nacht nach dem wird, verschont geblieben. Der Wirth will von dem Brande im Es ist auch einmal die Rede davon gewesen, daß die Morde gewesen sei. Die Vertheidigung macht verschiedene Zweifel Schlafe überrascht worden sein und kaum Zeit gehabt haben, sich Eindrücke in der Kirchenthür nur Simili- Eindrücke ge- gegen die Richtigkeit dieser Aussage geltend, der Beuge aber schließt und feine aus Frau und zwei Kindern bestehende Familie aus dem Fenster des Schlafzimmers ins Freie zu retten. Die Entwesen und zu dem Zwecke gemacht seien, um den Wächter immer wieder:" Ich bleibe auf meinem Punkt!" Braun an diese Stelle hinzulocken und dort bequem Dr. Coßmann: Hat der Zeuge Vigilanten- Honorar erhalten? stehungsursache des Brandes wird vielleicht durch nachträgliche abzumurksen.- 3euge: Ich halte den gewählten Play 3euge: Wie meinen Sie das?- Vertheidiger: Ich Ermittelungen aufgeklärt werden. für einen sehr ungeeigneten. Die Mörder hätten es viel be- meine, ob Sie für etwaige Dienste, welche Sie der Polizei geAm Montag früh gegen 5 Uhr fanden Stationsbeamte quemer gehabt, wenn sie durch ein Scheinmanöver, einen Hilfe- leistet haben, Geld erhalten haben?- Beuge: Wenn die auf den Geleisen der Wannseebahn bei Nowawes- Neuendorf fast ruf und dergleichen den Wächter nach einem Gebüsch gelockt Polizei mich brauchte, hat sie mich für meine Bersäumniß entam Ende des Perrons die Leiche eines auf dem Rücken liegenden Angaben auch von einer Jüdin gesprochen, der sie in der Mord- Wie viel haben Sie wohl im Ganzen bekommen?- Beuge: hätten. Bertheidiger: Die Heinze hat bei ihren ersten schädigt, mal 15 Sgr. und so dergleichen. Bertheidiger: Mannes, dessen Unterleib durch die Räder eines Eisenbahnzuges vollständig zerrissen war. Bei dem Todten wurden etwa 6 M. nacht, als sie die verdächtigen Leute gesehen haben will, begegnet Na, das kann wohl nicht über 6 M. gewesen sein. baares Geld, eine Taschenuhr, sowie ein Steuerzettel gefunden, fei; hat sie die Person dieser Jüdin, näher beschrieben?-theidiger: Können Sie das auf Ihren Eid nehmen? aus welch' letzterem hervorging, daß die Leiche diejenige des Beuge: Nein!- Vertheidiger Dr. Ballien: Ist dem Beuge: Wenn ich ehrlich sagen soll, fann ich mich gar nicht 22 jährigen Schneidergesellen Friedrich Schmidt aus Nowawes Beugen bekannt, daß es eine besondere Spezies von Ginbrechern mehr so recht darauf besinnen. Es sind ja schon vier Jahre her sei. Die feitens der Polizeibehörde angestrengte Untersuchung giebt, welche immer wieder sich nur mit Kirchendiebstahl be- und so was schreibt man sich doch nicht auf!" Es wird sodann der Chef der Kriminalpolizei, Graf Bückler , ergab, daß von den Bewohnern der an der Bahn entlang laufen- schäftigen und den Ort der That zu besudeln pflegen?- 3euge: den Lindenstraße in Neuendorf, welche von den Schienensträngen Letztere Thatsache ist mir nicht bekannt und im Uebrigen giebt es vernommen. Derselbe wird vom Vertheidiger Dr. Ballien befragt, nur durch einen Zaun getrennt ist, Silferufe gegen 1 Uhr Nachts allerdings Kirchendiebe, aber dieselben verüben nicht blos diese ob er f. 3. amtliche Berichte über den Mord in den Lokal Anzeiger" langirt habe und ob überhaupt bei solchen Gelegenpernommen worden sind. Sch. ist, so wird angenommen, wahr Spezies von Diebstählen. scheinlich mit einer oder mehreren Personen in Streit gerathen, Kriminalkommissar Reßmann, welcher Auskunft darüber heiten amtliche Darstellungen in die Beitungen gebracht werden. Der Zeuge lehnt so lange eine Beantwortung dieser Fragen hat dann die Flucht ergriffen und ist dabei über den Bahnzaun geben soll, daß der Verdacht sich auch auf andere Personen gegestiegen, scheint aber dann noch verfolgt worden zu sein. Auch lenkt hatte, bekundet: Ich habe von Anfang an die Ansicht ver- ab, als er nicht die Gemächtigung dazu von seinem Chef bestyt, die Vermuthung taucht auf, daß Sch. im Streit erschlagen und treten, daß es sich nicht um einen Racheatt, sondern um einen Der Bertheidiger beantragt, bei dem Polizeipräsidenten um diese dann die Leiche auf den Bahnkörper gelegt worden sei. Diebstahlsversuch handelte. In Verdacht stand zunächst ein ge- Ermächtigung nachzusuchen. Die weiteren Bekundungen des Zeugen wiffer Kunze, welchen der Wächter Braun am 26. September, sind ohne große Bedeutung. Derselbe bekundet, daß bei solchen KapitalPolizeibericht. Am 28. d. Mts., Vormittags, wurde ein Abends 10 Uhr, verhaftet hatte und der dann entlassen worden verbrechen innerhalb der Polizei natürlich verschiedene Meinungen Tischler in seiner Wohnung in der Willibald- Alexisstraße erhängt war. Dieser Kunze ist in Köpenick ermittelt worden, ich habe auftauchen. Im Uebrigen bestätigt Graf Pückler, daß anfänglich vorgefunden. Zu derselben Zeit entstand auf der Treppe des aber festgestellt, daß derselbe mit dem Morde nichts zu thun der Verdacht gegen verschiedene Personen, wie den„ SchusterHauses Brunnenstr. 37 a zwischen zwei Frauen eine Schlägerei, hatte. Nun kommen ja Kirchendiebstähle verhältnißmäßig felten Paul", den Spiel- Paul", den Willy Kohl, die Gebr. Blaßmann, wobei eine derfelben durch einen Schlag mit einem Milchtopfe vor. Die Berliner Einbrecher wissen, daß in den hiesigen den Paul Thiele u. A. obgewaltet, sich aber nicht bestätigt hat. am Kopfe so bedeutend verlegt wurde, daß sie im Lazarus Stirchen für sie nicht viel zu holen ist; dagegen ist Namentlich hat sich der gegen den Sohn der Gastwirthin Randel Krankenhause Aufnahme suchen mußte. Vor dem Haufe diese Wissenschaft in der Provinz am Ende nicht so ver- einmal laut gewordene Verdacht als ganz binfällig erwiesen. Alexanderstr. 70 fuhr Nachmittags der Arbeiter Patschte mit breitet deshalb richtete Auch sich die Aufmerksamkeit als Zeuge vernommene Kriminalinspektor einem Handkarren gegen eine in der Fahrt befindliche Droschke, der Kriminalpolizei auch auf Verbrecher in der Provinz. Nun Schuchardt bekundet nichts Wesentliches zur Sache. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erbittet sich der Verfodaß der Karren umstürzte und Patschfe zu Boden geschleudert saß damals in Stade ein Kirchendieb Jurkas, welchen ich sofort wurde. Er erlitt dabei bedeutende Verletzungen am Hinterkopfe aufsuchte. Es hat sich aber herausgestellt, daß derselbe vor dem theidiger Rechtsanwalt Ballien das Wort, um neue Beweisund mußte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht Morde schon in Haft gesessen hat, dagegen erklärte derselbe, daß anträge zu stellen. Der Angeklagte Heinze sei im Laufe der zweiZu derselben Zeit wurde ein Drechslergeselle in der er die Instrumente, welche hier nach der That im Kirchenpart tägigen Verhandlung so oft der Arbeitsschen beschuldigt worden, Werkstatt seines Meisters, in der Alexanderstr. 10/11, erhängt gefunden wurden, als das Eigenthum eines alten Komplizen von daß es wohl angebracht sei, den Gegenbeweis zu liefern. Der vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden 6 Brände statt. ihm, welcher aus Memel stammte, wieder erkenne. Ich bin dann Vertheidiger beantragt, verschiedene Zeugen zu laden, bei denen auch nach Memel gereist und habe dort ermittelt, daß der Be- der Angeklagte gearbeitet hat, und ebenso erbietet er sich zum Betreffende nach Amerika gegangen ist und seit Jahren Nichts weise, daß Heinze's Führung während seiner langen Unter mehr sich hat hören lassen. Jurkas hat später suchungshaft eine geradezu musterhafte gewesen ist. Er bittet auch zugestanden, daß er feine diesbezüglichen Angaben ferner den Präsidenten, die Entlastungsmomente auch genügend habe. erlogen Beuge des zu betonen. Der Vorsigende erwidert, daß er sich von der Ver längeren seine persönliche Ansicht dahin, daß daß entschieden theidigung keine Vorschriften über seine Geschäftsführung machen fein Racheakt vorliegt, sondern ein Einbruchsversuch. lasse und deshalb auch diese Bitte ignorire. Der Angeklagte Vertheidiger Ballien: Ich möchte auch diesen Zeugen Heinze schließt sich dem Antrage seines Vertheidigers an und be fragen, ob ihm bekannt ist, daß nur alte, gewiegte Verbrecher nennt mehrere Personen, bei denen er im Jahre 1887 beschäftigt Nach Eröffnung der Sigung wiederholt N.-M. Dr. Ballien und Zuchthäusler Schnupftabat in Anwendung zu bringen gewesen. Troß des entgegengesetzten Antrags des Staatsanwalts feinen Antrag, den Medizinalrath Dr. Long damit zu betrauen, pflegen?- 3euge: Nein, das beschränkt sich nicht blos auf beschließt der Gerichtshof, dem Wunsche des Angeklagten statteine Untersuchung darüber anzustellen, ob die Kopfhaare des alte gewiegte Verbrecher. Uebrigens pflegen sich„ alte gewiegte zugeben, um auch jeden Schein zu vermeiden, als ob die VerAngell. Heinze denjenigen Haaren ähnlich sind, welche an dem Verbrecher nicht mit Kirchendiebstählen abzugeben. Vertheidigung beschränkt werden solle. Die von Heinze benannten Säbel des Ermordeten klebend vorgefunden worden sind. Ebenso theidiger: Warum nicht?- 3euge: Weil eben alte ge- Beugen sollen zu Mittwoch geladen und auch der mit der Ueberbeantragt der Vertheidiger, daß der Kopf des Heinze auf das wiegte Verbrecher genau wissen, daß in den Kirchen nicht viel wachung des Angeklagten betraut gewesene Gefängnißwärter soll etwaige Vorhandensein einer Narbe untersucht werden möge. zu holen ist.- Präs.: Das habe ich auch vermuthet. Ein Geld- vernommen werden. Dem Antrage soll stattgegeben werden, doch erklärt der Staats- fchrant ist für alte gewiegte Einbrecher" verführerischer, als die Der Präsident ruft sodann den Gefängnißarzt, Geheimen anwalt, daß er gar nicht einzusehen vermöge, was diefer ganze Safristei einer Kirche. 3euge: Mir sind aus den letzten Sanitätsrath Dr. Lewin, als Gutachter auf und erklärt, daß Antrag soll. Präs.: Angeft. Heinze, sind Sie damit einverzehn Jahren nur drei Kirchendiebstähle in Berlin bekannt dessen Gutachten von besonderem Werth für die Entscheidung standen, daß Ihnen der Medizinalrath Long einige Haare aus- geworden, von denen in zwei Fällen die Diebe ermittelt sind. der Frage sei, ob die Heinze verhandlungsfähig sei oder nicht. schneidet? Angek I.: Jawohl, jawohl! Präs.: Dann Die Kirchendiebe sind zumeist sogenannte Blam Spigbuben, die |- In dieser Beziehung läßt sich Geh. Rath& e win dahin aus: mache ich eine kurze Pause, übergebe dem Herrn Sachverständigen hier alles mögliche stehlen, was ihnen vor die Finger kommt, heute Die Angeklagte ist infolge ihres chronischen Unterleibsleidens das Packet mit den an dem Säbel vorgefundenen Haaren und einen Schautasten erbrechen, morgen einen anderen Gelegenheits- förperlich außerordentlich herabgekommen. Was ihren Geistesersuche ihn, die Untersuchung an dem unter sicherer Bewachung Diebstahl verüben. Bertheidiger: Ist Ihnen bekannt, zustand betrifft, so ist derselbe ein vollkommen normaler. Sie zu haltenden Angeklagten vorzunehmen. Medizinalrath Long daß speziell Kirchendiebe den Ort der That zu besudeln pflegen? hat dem Zeugen noch heute ausgedrückt, daß es ihr dringendster erklärt, daß eine Untersuchung der Haare einen halben Tag in 3euge: Mir ist nur bekannt, daß das ein alter Aberglaube 2unsch ist, die Verhandlungen fortgesetzt zu sehen, selbst wenn Anspruch nehmen dürfte. der verschiedensten Arten von Spitzbuben ist. Auf weitere dieselben bis in die späte Nacht hinein dauern sollten, um endRechtsanwalt Coßmann beantragt, im Anschluß an die Kreuz- und Querfragen der Vertheidigung bekundet der Zeuge, lich einmal ins Reine zu kommen. gestrige Bernehmung des Kriminalkommissarius Braun, ihm zu daß allerdings auch auf die Gebrüder Blaßmann vorübergehend Rechtsanwalt Dr. Goßmann: Der medizinische Sachgestatten, an diesen Beamten eine Reihe von Fragen zu stellen, ein Verdacht geworfen war, der sich aber ebenso wenig bestätigte, verständige weiß doch, daß die Angeklagte außer ihrem chroni deren Vorbringung ihm gestern wegen physischer Erschöpfung wie die Verdachtsmomente gegen Stunze. schen Leiden noch drei oder verschiedene schwere Erkrankungen seiner eigenen Person und seiner Klientin unmöglich war. Der Der nächste Zeuge ist der Arbeiter Karl Piester. Derselbe durchgemacht hat. Glaubt er trotzdem, daß eine Frau, Präsident erklärt, daß er diese Fragen erst nach Fortgang der hat mit der Ww. Hahn, der Stiefschwester der Heinze, welche in die solche Leiden auszuhalten hatte und in so jämmer sich Beweisaufnahme gestatten werde, da es im Interesse der Sache liege, der hintersten Kammer der Uthes'schen Wohnung einquartiert licher körperlicher Beschaffenheit befindet, in vorher andere Zeugen zu vernehmen. Der Vertheidiger beanstandet war, ein freundschaftliches Verhältniß unterhalten. Er erzählt: Lage ist, so anstrengenden Verhandlungen bis in die diese Maßnahme als unzulässig und beantragt Gerichtsbeschluß. Ich war mit der Hahn zu Uthes gezogen, noch ehe die Heinze's Nächte hinein zu folgen. Geh. Rath Lewin: Ich kann nur Durch den letzteren wird die Beanstandung der Anordnung des da wohnten. Nachher sind erst Heinze's hingezogen. Also, es fagen, daß bei solchen Dingen die persönliche Willenskraft viel Vorsitzenden nicht als berechtigt erachtet und zwar mit Rücksicht war eines Morgens. Die Uthes hatte mir die Wohnung ver- mitspricht. Die Angeklagte hat mir ihren Willen fundgegeben, darauf, daß beide Angeklagte gestern nach der Vernehmung des boten, aber ich war durchs Fenster eingestiegen, welches mir so lange wie irgend möglich auszuhalten. Wie weit ihre WillensKommissars Braun befragt wurden, ob sie noch etwas zu sagen Heinze geöffnet hatte, indem er sagte:" Bitte schön!" traft reicht, tann ich nicht wissen. Präs.: Auch ich möchte haben, diese Frage verneinten und außerdem die Bernehmung Am nächsten Morgen, wie ich früh auf die Arbeit gehen mich zu diesem Punkte äußern. Es fällt mir nicht ein, die Verdes Kommissars Braun noch nicht abgeschlossen ist. will, tomme ich auch durch die Heinze'sche Küche und handlungen bis in die späten Nächte" ausdehnen zu wollen, aber
werden.
-
-
Gerichts- Beitung.
-V
Mordprozek Heinze.
3 weiter Zag.
-
-
und
-
-
Der
dann entwickelt
-
-
der
ber
Nach Erledigung dieses Zwischenfalles wird Kriminalinspektor da sitzt Frau Heinze im Bette und er liegt lang in ich halte es für meine Pflicht, Alles daran zu setzen, um die v. Hüllessem vernommen. Derselbe sagt etwa folgendes aus: seinem Bett und ist durch eine Decke bis obenran zu- Sache möglichst ohne Aufschub zu Ende zu führen. Das liegt Ich kenne die Heinze seit langen Jahren, da sie meine Vigilantin gedeckt. Da sagt Heinze zu mir:„ Siehste, die Nacht hat im Interesse sowohl der Angeklagten selbst, als auch der= war. Ain 28. September traf ich dieselbe in der Nähe des Gerichts; sie mir wieder den Rock vom Leibe' runtergerissen." Frau Heinze jenigen Angeklagten, welche in dieser Schwurgerichts- Periode fie war sehr erregt und erzählte mir, daß sie in der Mordnacht in nähte nämlich im Bette. Also es ist gut, ich gehe meine Wege, noch zur Aburtheilung kommen sollen und in Haft ſizen. Was ich der Nähe des Thatortes strichen gegangen sei und mehrere denn so etwas ist ja öfter bei den Leuten vorgekommen, diese meiner eigenen Ausdauer zumuthen kann, weiß ich; ich appellire aber verdächtige Personen bemerkt habe, von denen sie annahm, daß Thatsache. Ich habe ja in der Beziehung viel durchgemacht! an die Ausdauer aller an der Verhandlung betheiligten Faktoren. sie sich„ festbeißen", d. h. einen Diebstahl ausführen, bezw. von Ich ging auf die Arbeit und beim Frühstück habe ich gehört: Nach Ansicht der Vertheidigung haben sich bei der Bernehmung