Büchner, der Verfasser des in Palast und Hütte gelesenen, auf allen Kanzeln und Katedern wieder und immer wieder genannten, in die Hölle verdammten oder in alle Himmel erhobenen Werkes Kraft und Stoff".

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Dieses weltberühmte Buch liegt seit vorigem Jahre der Welt in fünfzehnter, vollständig umgearbeiteter" Auflage vor und enthält über Materialisten und Materialismus einen sehr in­teressanten Abschnitt.

Es heißt dort:

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Die Materialisten- obgleich diese seit dem Er­scheinen dieser Schrift gewissermaßen landläufig gewordene und bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit an den Haaren herbeigezogene Bezeichnung gar nicht oder sehr schlecht auf die Verfechter jener Lehre paßt, welche Stoff, Kraft und Geist nicht als etwas Getrenntes, sondern nur als verschiedene Seiten oder verschiedene Ausdrucks- oder Erscheinungsweise des selben Ur- oder Grundprinzips betrachtet werden von ihren zahllosen Gegnern mit einer großen Menge von Beschuldigungen oder Anschuldigungen überhäuft, unter welchen der Vorwurf der ( geistigen oder moralischen) Roheit eine Hauptrolle spielt. Sie tönnen sich darüber mit dem Beispiel des großen griechischen Philosophen Anaxagoras trösten, welcher mit einer für seine Zeit wunderbaren Naturkenntnis oder Voraussicht die Sonne nicht für einen Gott, sondern für einen feurigen Klumpen, für eine glühende Steinmasse erklärt hatte und Athen deshalb ver­lassen mußte. Sein großer Zeitgenosse, der spiritualistische Philosoph Sokrates , nannte ihn dieser Teorien halber einen tohen Menschen" eine Bezeichnung, welche, wenn begründet, heutzutage auf die ganze gebildete Menschheit angewandt werden

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müßte.

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anderer Philosoph, der darum nicht weniger Fachmann und Sach­verständiger ist, weil er sich, etwas seltsam, gerne als Lohgerber bezeichnet, nämlich Dieggen:

Darin ist das materialische Prinzip unzureichend, daß es den Unterschied zwischen dem Besonderen und Allge­meinen nicht anerkennt, das Individuelle dem Generellen gleich­stellt. Es will die quantitative Ueberlegenheit, die übersichtliche Genialität des Geistes über die förperliche Sinnenwelt nicht zu­gestehen. Der Idealismus anderseits vergißt über dem quan­titativen Unterschied die qualitative Einheit. Er ist überschweng lich, macht die relative Trennung zu einer absoluten.

Der Widerspruch beider Parteien dreht sich um das miß­verstandene Verhältnis unserer Vernunft zu ihrem gegebenen Objekt oder Material. Der Idealist sieht die Duelle der Er­kenntnis in der Vernunft allein, der Materialist in der sinnlich gegebenen Welt. Zur Vermittlung des Widerspruchs bedarf es nur der Einsicht in die gegenseitige Bedingung dieser beiden Erkenntnisquellen. Der Idealismus sieht nur die Verschie= denheit, der Materialismus nur die Einheit von Körper und Geist, Erscheinung und Wesen, Inhalt und Form, Stoff und Kraft, Sinnlichem und Sittlichem- alles Unterschiede, welche in dem einen Unterschied des Besonderen und Allge­meinen ihre gemeinschaftliche Gattung finden*)."

Und so klar und scharf wie überhaupt möglich, durchaus den Nagel auf den Kopf treffend, tut den Streit zwischen Materia­lismus und Idealismus und damit Materialismus und Idealis­mus selbst ab, Johann Jacoby in folgendem:**)

" Kann nach alledem über den wahren Wert des Materia­lismus und Idealismus noch ein Zweifel stattfinden? Der Materialist läßt nur den Körper( das Ding), der Idealist nur den Geist( das Jch) gelten; jener hält das Materielle für die allein wirkliche Welt, das Ideelle für bloße Erscheinungs­form, Aeußerung oder Eigenschaft der Materie; dieser dagegen legt eine wirkliche Existenz nur allein dem Ideellen bei, sezt das Materielle zu einer blos eingebildeten Vorstellung, zu einer bloßen Traum- und Schattenwelt herab. Beide sind in gleicher Weise Ontologen; sie operiren mit abgezogenen Begriffen, ohne sich über die genetische Entstehung, über die vage und dehnbare Natur derselben Rechenschaft abzulegen; leere Worte und ein­gebildete Vorstellungen dienen ihnen als Dinge und Tatsachen; jie haben daher ein leichtes Spiel, aber feinerlei Frucht und Gewinn dabei. Materialist und Idealist betrachten ein und

" Uebrigens muß der ganze, immer noch fortgeführte Streit zwischen Materialismus und Spiritualismus, noch mehr aber derjenige zwischen Materialismus und Idealismus demjenigen als sinnlos und grundlos erscheinen, der ein­mal zu der Erkenntnis der Unhaltbarkeit der dabei immer zu­grunde liegenden dualistischen Vorstellungen durchgedrungen ist. Alle bisherigen philosophischen Systeme sind fast ohne Aus­nahme mehr oder weniger dualistisch gewesen, d. h. sie haben eine beſtimmte Trennung gemacht zwischen Stoff und Kraft, Materie und Form, Sein und Werden, Bewegung und Bes weger, Natur und Geist, Welt und Gott, Leib und Seele, Erde und Himmel, Tod und Leben, Zeit und Ewigkeit, End­lichem griffe mehr oder weniger einander gegenübergestellt oder als Gegensäze behandelt- während die Wissenschaft der Neuzeit gezeigt hat, daß jene Gegensäzlichkeit nicht besteht, und daß die Trennung nur in Gedanken angenommen werden kann. Es gibt Streit zwischen ihnen kann nie enden. Jeder hat von seinem feinen Stoff ohne Kraft, aber auch keine Kraft ohne Stoff; Standpunkt aus Recht, und jeder hat zugleich- feine Natur ohne Ordnung, aber auch feine Ordnung ohne Natur; Unrecht. Versöhnen könnten sie sich nur dann, wenn sie den keine ohne Zeit. Es gibt kein Endliches ohne Unendliches, aber auch Es gibt keine Zeit ohne Ewigkeit, aber auch keine Ewigkeit Seiten und zwar mit gleich gewissenhafter Aufmerksamkeit tein Unendliches ohne Endliches.

Natur ist weder Kern noch Schale,

Alles ist sie mit einemmale.

( Goethe.)

Die Wissenschaft ist weder idealistisch oder spiritualistisch,

noch materialistisch, sondern einfach natürlich; sie sucht überall

dieselbe Sache, aber jeder von einer andern Seite, und zwar jeder immer nur von seiner Seite, so daß er einzig und allein die ihm gegenüberliegende Seite der Sache gewahr

werden kann. Notwendig müssen sie daher uneins sein, und der

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vom Stand

des andern

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-betrachteten, d. h. mit andern Worten wenn sie auf­hörten, Materialist und Idealist zu sein. Nicht die betrachtete Sache ist die Schuld an der absoluten Unverträglichkeit" des Materialismus und Idealismus, sondern die beiden gemein­same- Einseitigkeit der Betrachtungsweise.

Das bisherige bezieht sich auf den konsequenten, ent­

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Tatsachen und deren vernünftigen Zusammenhang zu erkennen, schiedenen Materialismus und Idealismus. Wir müssen aber ohne dabei von vorherein einem bestimmten System in dieser hierbei eingedenkt bleiben, daß selbst der konsequenteste und ent­oder jener Richtung zu huldigen. Systeme können überhaupt schiedenste Anhänger des einen wie des andern Systems nicht nie die ganze, sondern immer nur die halbe Wahrheit enthalten imstande ist, in seinem Denken Körper und Geist vollkommen ſtandes auch nur momentan begrifflich aufzuheben, oder mitelji zu überschreiten genötigt ist oder genötigt sein kann. Die, Wissen- Abstraktion vollständig zu entzweien. Streng genommen, ist es schaft sollte weder Neigungen noch Ueberzeugungen befizen; sagt ihm unmöglich, die Sache einzig und allein von der einen Goethe ,, Wahrheit sei ihr einziges Ziel"*).

und stecken der Forschung gewisse feststehende Zicle, welche diese in ihrem unaushaltsamen Voranschreiten jeden Augenblick

Und über das Prinzip des Materialismus sagt ein

* Kraft und Stoff, 15. Aufl. 1883. Nr. 75 ff.

*) Dießgen, Wesen der menschlichen Kopfarbeit, S. 79 u. 80. **) Jacoby, Materialismus und Idealismus, in der Zeitschrift Die Wage," 1876, Nr. 35, S. 548 ff.