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weißen Blüten viel beliebt gewordene Maiglöckchen, auch Maiblume, Maililie und Springauf, wissenschaftlich Convallaria majalis genannt. Es ist eine alte Arzneipflanze, deren Blume ein Bitterstoff und eine krystallinische kampherartige Substanz ent­halten; Wurzel, Blumen und Beeren galten lange Zeit als spezifisches Mittel gegen Epilepsie, insbesondere die nicht ange­borene und auch gegen Würmer wurden sie angewandt. Als Vorbeugungsmittel gegen Schlagfluß und wider halbseitige Lähmungen infolge von Schlaganfällen nahm man wöchentlich ein- bis zweimal einen Eßlöffel voll von einer Medizin, die man sich bereitet hatte, indem man ein paar Hände voll Mai­blumen in möglichst gute Kleie legte, das Gefäß zwölf Tage luftdicht verschloß, darauf die Flüssigkeit durchseihte und halb soviel Lavendelspiritus zusezte. Man stellt sich auch noch heute durch Einweichung der Blüten in gutem Essig einen Maiblumen­essig her, den man gegen Kopfschmerz benützt. Bei der Arznei­wissenschaft werden heute die getrockneten Blumen nur noch als Niesmittel gebraucht. Im Innern Rußlands gebraucht jedoch das Volk auch gegenwärtig noch einen Aufguß der Maiblümchen gegen Epilepsie und Kinderkrämpfe. Man zerstößt die Blumen in einem hölzernen Gefäße, ſezt sie dann in einen irdenen Topf

in Pommern und Norwegen zum Versandt gepflanzt. Jezt er freuen sich die türkischen und sächsischen Wurzeln des besten Rufes. Zur ärztlichen Anwendung gelangen sie in neueſter Zeit nur noch in der Tierheilkunde. In der Volksmedizin sind die gebräuchlichen Teile der Angelika Wurzeln und Stengel , früher waren es auch das Kraut und der Samen. Die Wurzeln müssen von starken, zweijährigen Pflanzen im Frühling oder auch im Spätherbst gesammelt werden. Sie riechen start und eigentümlich angenehm gewürzig, schmecken zunächst süßlich, dann beissend aromatisch und nicht unangenehm bitter. Die Wurzeln der wilden Angelika riechen und schmecken schwächer und noch etwas angenehmer als die der edlen. Der Same riecht und schmeckt fast ganz so als die Wurzel, das Kraut ist dagegen nahezu geruch und geschmacklos. Die hauptsächlichsten Beſtand. teile der Wurzel der wilden Angelika sind zweierlei äterisches Del, eine Angelikasäure genannte flüchtige krystallinische Säure, ein anderer Angelizin genannter frystallinischer Stoff, eine besondere Wachsart, das Angelikawachs, außerdem Bitterstoff wilden Angelika iſt wissenschaftlich noch nicht näher untersucht. Gerbstoff, Zucker, Stärkemehl und Pektin. Die Wurzel der Die Wirkung der Angelikawurzel auf den Verdauungskanal ift die eines aromatischen Reizmittels; auch befördert sie darin die seiht man durch, zuckert ihn und gibt davon Kindern dreimal Gasentwicklung und die Schweiß- und Harnabsonderung, daher täglich einen Eßlöffel voll, während Erwachsene ebenso oft am wird sie bei verdorbener Verdauung und Blähungen gebraucht; Anfall im Anzuge ist, so verdoppelt man die Gabe. Die Wirkung bei Bleichsucht und Krämpfen aus Schwäche wird sie angewendet. auch bei Nervenübeln, insbesondere nervösem Kopfweh, dann soll darin bestehen, daß die Epilepsieanfälle darnach immer länger Früher galt sie als trefflich wirksames Mittel auch gegen Typhus und bösartige Hautausschläge. Als brauchbar für waffersüchtige, suche sollen die Nüzlichkeit solcher Kur bestätigt haben. Zum mit Bronchialfatarrh und geschwächter Herztätigkeit behaftete Gebrauch im Winter bewahrt man die Blüten in Branntwein auf; Kranke wird sie auch ärztlicherseits erwähnt, ohne angewendet dieselben sollen aber dadurch an ihrer Heilkraft Einbuße erleiden. zu werden. Statt der Wurzel benuzt man zuweilen auch einen Aufguß der jungen Stengel in der Menge von 20 Gramm auf auch unter den Namen Brustwurzel, Erzengelwurzel, Garten- einen Liter Wasser. Aeußerlich kommt zuweilen noch der angelika, Heiligengeistwurzel, Luftwurzel, Wasserangelika und Spiritus angelicae compositus in Anwendung, der bereitet Zahnwurzel bekannt ist, als die wilde), gehörte zu den Heil- wird, indem man Alkohol über dem Kraut von Angelifa, Bal fuftivirt und als ein besonders wirksames Mittel gegen die mengt, und zwar geschieht diese Benuzung wider sforbutisches pflanzen. Sie wurde schon im 14. Jahrhundert von Mönchen drian und Skordium destillirt und mit etwas Rampher ver Best angewendet. Ein Engel war angeblich extra deswegen auf Zahnfleisch und Typhus. Die Blattstiele der Angelika genießt

und gießt siedendes Wasser darüber. Den so erhaltenen Tee

Tage hindurch ein Weinglas voll trinken. Merkt man, daß der

ausbleiben und allmälich verschwinden. Mehrfache ärztliche Ver­

Die Engelwurzel oder Angelika( sowohl die edle, welche

der Erde erschienen, um diese kostbare Arzneipflanze den durch die furchtbarsten der Krankheiten geängstigten Menschen zu über­bringen; daher ihr Name. Im 16. Jahrhundert waren die

man in Frankreich mit Essig, Del, Salz oder anderen Gewürzen Die Wurzel wird auch zur Anfertigung eines magenstärkenden als Delikatesse, auch stellt man daraus eine Art Kuchen her Angelikawurzeln berühmt, welche die Mönche zu Freiburg im Kräuterliförs, z. B. im Riesengebirge , und eines sogenannten

Breisgau in ihren Gärten zogen, außerdem wurden sie damals

Choleralikörs verwendet.

Hier schweigt der Stolz!

Gedicht von Krik Hampel.

Traf dich ein großes schweres Teid, Tat wehe dir ein Polzer Sinn, Bur Stätte der Vergänglichkeit, Bu einem Friedhof geh' dann hin. Wie von des Frühlings Sonnenschein Das Gletschereis der Berge schmolz, So wird dein Teid verschwunden sein Hier ruht der Hah, hier schweigt der Stolz.

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Db dich das Leben aufwärts frug Bu schwindelhaffer, folzer Höh', Db es dir tiefe Wunden schlug, Dir Teid gebracht und bittres Weh, Gleichviel, gleichviel, es war ein Traum, Ein Peter Kampf und nichts als das,- Dur in dem lezten, engen Raum Da schweigt der Stolz, da ruht der Hak.

Die sich vielleicht im Leben Feind, Hier schlafen sie jest ohne Groll, Hier liegen sie so eng vereint, So fill, so fumm, so demutsvoll, Und eine eigne Sprache spricht

Das Kreuz von Marmor oder Holz:

,, liebt, ihr Menschen, zürnet nicht,

Hier ruht der Hah, hier schweigt der Sloly!"