Mr. 127.
1865.
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Social- Demokrat.
Diese Zeitung erscheint täglich Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter Vereins.
mit Ausnahme
der Sonn- und Festtage.
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Redigirt von J. B. v. Hofstetten und J. B. v. Schweizer.
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Bei, oder vielmehr vor Beginn einer Arbeitseinstellung sollte sich der Arbeiter stets darüber klar sein, welche Urfachen es sind, die sich der Erhöhung seines Lohnes widersetzen, und ob es ihm möglich sein wird, dieselben durch die Arbeitseinstellung wegzuräumen.
Ist dies Letztere nicht der Fall, so wird seine Mühe vergeblich sein, er wird sich den schmerzlichen Verlusten, welche ihn die Demonstration gekostet, umsonst ausgesetzt
haben.
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Aber wir sehen es täglich im gewöhnlichen Leben, daß da, wo es gilt, eine Verständigung zwischen zwei streitenden Parteien herbeizuführen, die Parteien selbst gebiet am Schlechteften dazu taugen.
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Leidenschaften aller Art mischen sich in's Spiel und verderben dasselbe, während es der rubigen und ernſten Vermittelung eines Dritten in den meisten Fällen ge lingt, eine im ersten Augenblick fast unmöglich erschei verſtä nende Ausgleichung herbeizuführen.
nahe unvermeidlich sind, und sieht seinen Gewinn in Politischer Theil. einer Weise geschmälert, bie ihm nicht gestattet, den Lohn Doch auch in dem ersteren Falle wird das gewalt gun feiner Arbeiter aufzubeffern, wie es nothwendig wäre. es eben vorher gelingt, die Arbeitgeber von der Gerech Berlin , 25. Auguſt. Niemand aber hat von dieser Art des Geschäftsbetriebes tigkeit der Forderungen der Arbeiter zu überzeugen. einen Vortheil, der Consument nicht, dem es ziemlich Die preußische Arbeiter- Commission betreffend, geben wir heute brei weitere Leitartikel gleichgültig ist, ob er seine Bücherrechnung am Ende betreffend, geben wir heute drei weitere Leitartikel des Vierteljahres oder nach einem Jahre bezahlt, der per ministeriellen ,, Nordd. Allg. 3tg." wieder, in- solide Buchhändler ebenfalls nicht, der bei dieser verändem wir unsere Zusammenstellung der Urtheile derten Art des Geschäftsbetriebes ebenfalls sicherer gehen der Presse hiermit abschließen. swürde, und der Buchdrucker würde in der glücklichen Lage sein, mit seinen Arbeitern die günstigen Chancen bes Geschäfts zu theilen. In Paris , wo der Buchhandel in rein kaufmännischer Weise betrieben wird und nur drei Monat Kredit giebt, verdient der Arbeiter für das Und daher würden wir es für wünschenswerth erSeßen von 1000 Buchstaben( n) 4 Sgr.( fünfzig Cen - achten, wenn das Gesetz, indem es die Schranken auftimes); in Berlin erhält er für die gleiche Arbeit, aber hebt, welche gegenwärtig die Coalition hindern, die Be erst jetzt, nach dem erhöhten Tarif, 3 Sgr., und doch ftimmung träfe, daß überall da, wo die Lohnverhältnisfe sind die Lebensbedürfnisse des Arbeiters in Paris nicht zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu Differenzen in theurer, als in Berlin . In Berlin aber würde es, größerem Maßstab führen, die Arbeitgeber sowohl als glauben wir, dem Buchdrucker nicht möglich sein, unter Arbeiter sich zunächst an eine zu diesem Zweck bestimmte ben gegenwärtigen Verhältnissen des Buchhandels, dem und autorisirte Commission zu wenden hätten, die aus Im anderen Falle, und besonders da, wo der Arbeit- Arbeiter den gleichen Preis zu zahlen, wie ihn der Pa- Notablen der Stadt oder des Kreises zusammengefeßt, geber, gewöhnlich schnell bei der Hand, an dem Arbeitstein anderes Mandat haben würde, als die Ausgleichung lohn zu beschneiden, sobald die Conjuncturen des Absatzes Absicht angeführt, um einen Feldzug gegen die ehrwür- nicht unter einander, sondern zunächst mit jenen Personen zu Wir haben dies Thema natürlich hier nicht in der zu vermitteln. Die Delegirten beider Parteien hätten sich verringern, sich nicht beeilt, den Arbeiter an den gün- bigen lliancen des deutschen Buchhandels zu eröffnen, verhandelu, die eine durchaus unabhängige sociale Stellung ftigeren Verhältnissen wieder mit Theil nehmen zu lassen; und können natürlich das Für ober Wider unserer An- einnehmen, feine industrielle Beschäftigung mehr treiben, da wird die Arbeitseinstellung allerdings einen glüc lichen Erfolg haben, ja, sie wird, wenn von beiden Theiführung nicht eingehender behandeln. Es lag uns nur auch feine Staatsbeamte sein dürften. Sie müßten in len die Berhältnisse in leidenschaftsloser Weise behandelt beiter nicht immer möglich sein wird, durch eine Arbeits- tung unterworfen sein, sondern dieſe Thätigkeit durchaus baran, an einem Beispiele nachzuweisen, wie es dem Ar- ihrer Thätigkeit auch keinerlei bureaukratischer Beschrän werden, gar nicht erst stattzufinden brauchen. Die bloße einstellung, die sich eben nur zunächst gegen den Arbeits- nach beſter Einsicht, den jedesmaligen Umständen dieser Androhung derselben wird genügen, eine Verſtändigung geber richtet, seine Zwecke zu erreichen, sondern daß er passend, ausüben, und erst dann, wenn Seitens dieser herbeizuführen, wenn die Forderungen nicht über das Maß der Billigkeit und Möglichkeit hinausgehen. häufig genug in der Lage sein wird, im Verein mit den Ausgleichungscommission alle Versuche zu einer VerſtänIm ersteren Falle aber, wo es dem Arbeitgeber aus Arbeitgebern die Ursachen aufzusuchen und zu entfernen, digung gescheitert, erst dann dürfte die Arbeitseinstellung tiefer liegenden Gründen nicht möglich ist, den Arbeits- welche sich der Verbesserung seiner Lage entgegen stellen. Der Arbeiter wird daher vor einer jeden Arbeitseinlohn zu erhöhen, da würde es dann die Aufgabe einer Es ist dies unserer Ansicht nach kein BevormundungsCoalition sein, zu welcher Arbeiter und Arbeitgeber sich stellung, wenn dieselbe zu seinem Nutzen und nicht zu system, welches die eine oder die andere Partei in ihrer vereinigen müßten, dahin zu streben, vereint die Ur- seinem Schaden ausschlagen foll, vor Allem in Erwä- Selbstständigkeit verletzen könnte. Wir haben diese Einsachen zu entfernen, die sich einer Verbesserung der Stel- gung ziehen müssen, ob die Erhöhung seines Lohnes richtungen bereits überall, wo es sich darum handelt, lung der Arbeiter entgegensetzen, und dahin zu streben, ob es möglich ist, diese Erhöhung zu erreichen, ohne daß gebung nicht erreicht werden können, zu vermindern. auch wirklich allein von dem Arbeitgeber abhängt, und Uebelstände auf dem socialen Gebiete, die von der Gesetz die Schwierigkeiten auch noch auf anderen Wegen, als denen der Arbeitseinstellung, aus dem Wege zu räumen. dieselbe den Verbrauch des betreffenden Artikels beein- Wir erinnern an die Sühneversuche bei Ehescheidungen, Erläutern wir dies an einem bestimmten Beispiele, trächtigt. Vor Allem aber wird der Arbeiter sich zu an die Ehrengerichte in Duellangelegenheiten 2c. an der Arbeitseinstellung dieser so zahlreichen und so in- fragen haben, ob er, wenn er zu diesem Mittel schreite, Warum sollte daher eine solche Vermittelung nicht telligenten Klasse der Arbeiter, welche für die tägliche seinem eigenen freien und reiflich überlegten Willen folgt auch bei dieser Gelegenheit eine berechtigte Stelle erhalten. Nahrung des Geistes sorgen, an den Schriftfeßern, deren einer äußeren Einwirkung, welche die Stellung des Arund nicht einer augenblicklichen Aufregung, oder gar Arbeitseinstellung in Leipzig mit großen Mitteln und vieler Umficht in's Werk gesetzt wurde und die dennoch einen sehr geringen Erfolg gehabt hat, dessen zweifelhafte Früchte bei der nächsten Gelegenheit ganz illusorisch wer
den dürften.
Woran liegt dies?
Nun, viel weniger an dem üblen Willen der Arbeitgeber, als an den eigenthümlichen Verhältniffen, unter welchen das Product des Buchdruckers in Deutschland seinen Absatz findet.
Jedermann weiß, daß der Sortiments- Buchhändler seinen Kunden unaufgefordert und selbstverständlich einen fehr langen Kredit gewährt. Der Sortimentsbuchbänd. ler beansprucht und erhält denselben von dem Verlagsbuchhändler und dieser verlangt das Gleiche von dem Buchbrucker. Hier aber hört, Angesichts des Arbeiters, ber sein wöchentliches Salair verlangt und erhält, das Kreditgeben auf. Der Arbeitgeber hat daher mit 8 bis
10 Prozent von seinem Berdienst das Betriebskapital zu beschaffen, hat die Berlufte zu tragen, die bei einem un
beitere zu politischen Tendenzen mißbraucht. der Berücksichtigung derjenigen Mittel zu beschäftigen In einem weiteren Artikel werden wir uns nun mit haben, welche wenigstens annähernd dazu geeignet sein könnten, die oben ausgesprochenen Wünsche zu realisiren. Berlin , 22. Auguft.
Wir führten in unserem letzten Artikel über das Coa litionsrecht aus, daß der Arbeiter bei seinem Streben nach Verbesserung seiner Lohnverhältnisse zwei Fälle unterscheiden müsse.
beginnen.
überlassen sein, ibre Angelegenheit selbst auszutragen, Scheitert diefelbe, so mag es den streitenden Parteien und wir glauben, daß beide Theile, der Arbeitgeber und ihre Genossen in England und Frankreich , nach einigen der Arbeiter, ruhiger, nachdenkender und gebildeter als Erfahrungen auf diesem Gebiete bald zu der Ansicht ge langen werden, daß gerade nur auf dem Wege einer solchen Vermittelung das Wohl beiber Theile erreicht
werden kann.
tionsrechtes die Coalition selbst vermieden sehen. Und so würden wir durch die Verleihung des CoaliBerlin, 23. August.
Den Fall, wo diese Verbesserung einzig von der Berständigung mit dem Arbeitsgeber abhängt, und den der Arbeiterverhältnisse wenig Beachtung in der Preffe Noch immer hat die Kommission zur Begutachtung anderen Fall, wo der Arbeitgeber durch tiefer liegende gefunden. und nicht von ihm abhängige Ursachen nicht in der Lage ist, diese Berbefferung eintreten zu lassen, ohne sich selbst nicht in Details ein, hebt aber hervor, daß die Maffe Die„ Neue Breußische Zeitung" geht einstweilen noch und den Industriezweig, den er repräsentirt, zu schädigen. ber Bevölkerung und die Mehrzahl des Arbeiterstandes Im ersteren Falle wird eine Arbeitseinstellung einen mit unerschüttertem Bertrauen nach oben blicken, und Erfolg haben können. Im anderen Falle nicht. Der baß es gefährlich sein würde, Hoffnungen und Wünsche Arbeitgeber wird lieber seine Ateliers schließen, als mit erweckt zu haben, die nachher unerfüllt und unbefriedigt auch sei es nöthig, in den Verhande
natürlichen Kredit von einem Jahre und darüber bei- Verlust arbeiten.
bleiben könnten;
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