Mr. 173.
Bweiter Jahrgang.
Social- Demokrat.
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Politischer Theil.
Wissenschaftliche Dinge sell man immer genau nehmen, einerlei ob sie unmittelbaren praf uschen Nutzen haben oder nicht; um des theoretischen Interesses willen soll man sie genau nehmen. Aus ciesem Grunde können wir uns bei dem Abschluß, welchen die„ Volks- 3tg." dem unsern Lesern bekannten Streit über productive Consumtion gegeben hat, durchaus nicht beruhigen.
Doch machen wir unsere Leser zunächst mit den Thatsachen bekannt. In Erwiderung der Entgeg nung, welche der Referent der Volks 3tg." über die Vorträge in Arnim's Hotel auf den ersten Brief des Bortragenden veröffentlicht hatte, war von Leyterem ein zweiter Brief an die„ Volks3tg." gerichtet worden. Diese jedoch, da, wie sie meinte, der Streit über die productive Consumtion in seiner Weiterführung wohl zu viel Raum in Anspruch nehmen würde, nahm nur den auf die politische Frage bezüglichen( ersten) Theil des Briefes auf. Der nicht veröffentlichte( zweite) Theil des Briefes lautet wie folgt:
Worauf es mir ankommen muß, ist dies: Ihren Le fern zu zeigen, daß der Herr Referent überhaupt nicht fähig ist, über ökonomische Vorträge zu referiren, da ihm die Elementarbegriffe der ökonomischen Wissenschaft abgeben. Dies kann an einem einzigen Fall nachgewiesen werden; ein einziger Fall ist hier entscheidend.
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dncirende Gegenstand als Gebrauchswerth oder als Tausch. führungen gefolgt ist, erkennen, daß er fagen will: wenn werth producirt wird. Hören wir eine zweite anerkannte wir mit Herrn v. Schw. annehmen, daß das Holz im Fachautorität, Professor Rau, der zufällig gerade die Ofen unproduktiv verbraucht wird, so müssen wir auch ſen Buntt speciell berührt. In§. 323 seines Lebr. die Konsumtion auf dem Heerde als unproduktiv bezeich buches heißt es: Die productive Verzehrung ist nichts nen. Er selbst und wir mit ihm sind der Ansicht, daß als die Hervorbringung selbst, nur mit besonderer Rück in beiden Fällen das Holz produktiv" konjumirt sicht auf die bei ihr zerstört werdenden Güter gedacht. Aus der Erwiderung, welche uns Herr Das Verhältniß zwischen der verzehrten und der neu ent- von Schweißer zusendet, laffen wir daber hier nur das standenen Gütermenge wird 1) von demjenigen, der das folgen, was sich auf den politischen Theil bezieht. neue Erzeugniß selbst benutzen will, nach dem Ge brauchswertbe bemeſſen; 2) von demjenigen, der die Hervorbringung des Gewinnes willen betreibt, wird" die Vergleichung nur nach dem Verkehrswerthe angestellt." Man sieht: Rau behandelt beide Fälle ganz gleichmä ßig als productive Consumtion.
Durch die vereinigte Autorität von Roscher und Rau ist somit festgestellt, daß Holz immer productiv consumirt wird, wenn seine Verbrennung als Bedingung, Hülfsmittel einer Production erscheint, einerlei ob man das Producirte um des Gebrauchswertbes, Daß aber das Holz in der Küche als ein solches Hülfs. mittel, nicht aber um unmittelbarer Bedürfnißbefriedigung willen verbraucht wird, ist wohl klar.
oder um des Tauschwerthes willen vornimmt.
Die Lorbeeren ihres Referenten haben also die Volks 3tg." nicht schlafen lassen; sie hat seine Sache zu der ihrigen gemacht. Wir können also nicht umhin, den Vorwurf der Unwissenheit, den wir gegen den Referenten gerichtet, gegen die Nedaktion zu wiederholen.
Denn noch einmal: es handelt sich in dieser Frage nicht um berechtigte Meinungsverschieden= heiten, sondern um Wissen oder Nichtwiſſen.
Man beachte zunächst die Logif in folgender Versicherung der Redaction:
Wenn unser Referent in seiner letzten Mitthei lung davon spricht, daß, wenn Holz im Ofen und Geehrte Redaction! Es war mir feine angenehme Be auf dem Heerde verbraucht wird, es in beiden Fülschäftigung, die Spalten Ihres Blattes mit Auseinander len„ unproductiv" consumirt wird, so muß Jeder, fegung eines ökonomischen Elementarſatzes ausfüllen zu der seinen früheren Ausführungen gefolgt ist, ermüssen; aber Sie werden mir sicherlich zugeben, daß es fennen, daß er sagen will: wenn wir mit Herrn im allgemeinen, also auch in Ihrem Intereſte liegt, von v. Schweißer annehmen, daß das Holz im Ofen under Besprechung wissenschaftlicher Dinge alle diejenigen auszuschließen, die noch über die Elementarbegriffe im productiv verbraucht wird, so müssen wir auch tie Unklaren sind. Der Begriff von„ productiver Consum- Consumtion auf dem Heerde als unproductiv be= tion" ist in der Defonemie ein Elementarbegriff und ich zeichnen. Er selbst und wir mit ihm sind der Anhabe auf's Deutlichfte nachgewiesen, daß Ihr Herr Nefe- ficht, daß in beiden Fällen das Holz„ productiv" rent diesen Begriff nicht fannte. Dieser Herr hat gehofft, consumirt wird." durch einige Witzeleien seine Blöße verdecken zu können; allein nach meiner ruhigen, sachlichen Darstellung wird Niemand mehr zweifeln, daß es sich hier nicht um berechtigte Meinungsverschiebenheiten handelt, sondern einfach darum, daß der betreffende Herr noch etwas lernen muß, bevor er in der Wissenschaft mitsprechen kann.
Auf furze Worte reducirt heißt dies: Was hat der Herr Referent gesagt?
gesagt:
In beiden Fällen liegt unproduktive Consum tion vor.
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Was aber hat der Herr Referent sagen wel= len? Er hat sagen wollen: In beiden Fällen liegt produktive Confumtion
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Also das Gegentheil von dem, was er gesagt hat. Vortrefflich!
Doch halten wir uns damit nicht auf. Geben wir vielmehr, zum endgültigen Abschlusse der Streitfrage, in fnrzen Säßen die Lehre von der produc
Ihr Herr Referent weiß nicht, was man in der Dekonomie unter„ productiver Consumtion" versteht. Setzen wir die Begriffsbestimmung einer anerfannten deutschen Fachautorität hierher. Profeffer Roscher( Grundzüge§. 211) sagt:„ Ist die Consumtion Bedingung( Auslage) einer Production, so wird sie productiv oder reproductiv genannt. Hier wird die Form des consumirten Gutes zwar vernichtet, sein Werth aber Man sollte glauben, in dieser Ausführung, welche lebt in dem neuen Producte fort." Ich hatte nun u. A. der Redaction der Volks- 3tg.," wenn sie dieselbe geäußert: Das Holz im Ofen des Wohnzimmers werde auch nicht zum Abdruck brachte, doch bekannt war, unproductiv( b. b. zu unmittelbarer Bedürfnißbefriedi sei die Frage, um die es sich handelt, für einen gung) consumirt; das Holz in der Küche aber werde pro- jeden, der denken kann, genügend klargestellt. Dem Ductiv consumirt( d. b. als Mittel ,,, Bedingung" der Production, nemlich der Speisenproduction). Ihr Herr Re- scheint aber nicht so zu sein. Denn die Redaktion ferent aber schrieb, in beiden Fällen liege nnproduc- der ,, Volks- 3tg." schickt dem Abdruck des von ihr tive Consumtion vor. Statt auf meine erste Entlarvung aufgenommenen( politischen) Theiles des Briefes seiner Unwiffenheit bescheiden zu schweigen, legt er diese folgende erstaunliche Einleitung voraus: Unwissenheit noch craffer zu Tage, indem er in seiner Wir haben von Herrn J. B. v. Schweißer eine Er Wenn wir von einer Streitfrage sprechen, so Zuschrift bemerkt: Das Holz in der Küche werde aller widerung auf die neuliche Auslaffung unseres Referenten dings unproductiv consumirt, indem es zu den Befrie- über seine Vorlesungen erhalten, in welcher derselbe seine ist dies freilich ungenau; zu streiten in dieser Sache bigungsmitteln augenblicklicher Bedürfnisse des Eigners Ansichten über produktive und unproduktive Konsumtion ist nicht; alles, was man thun kann, ist dies: daß diene." Was heißt ,, augenblicklich." Es kann hier nicht durch Citate aus Roscher und Rau zu stützen sucht. Wir man diejenigen, welche die fraglichen wissenschaftwörtlich genommen sein; denn augenblicklich im eigent- halten einen Streit über diese Frage, wenn jeder der lichen Unterscheidungen nicht fennen, über dieselben lichen Sinne( fofort) tritt ja eine Bedürfnißbefriedigung beiden Gegner an seiner Ansicht festhält, für zu uner- belehrt. durch das Kochen der Speisen nicht ein; diese erfolgt quicklich, um ihn in unserem Blatte weiter fortzuspinnen. Dies soll denn auch kurz geschehen. vielmehr erst, wenn die Speisen genossen werden. Der Wir bemerken übrigens, daß wir vollständig mit den Borhandene Weribgegenstände fönnen, wenn Herr Referent taun also nur meinen: es handelt sich hier nicht um die Production von Gegenständen, die auf den Markt gebracht werden sollen, sondern solcher, welche vom Hervorbringenden selbst,( als ,, Befriedigungsmittel augenblicklicher Bedürfnisse des Eigners") consumirt wer den sollen. Allein es ist für den Begriff der productiven Consumtion ganz gleichgültig, ob der zu pro
Ansichten unseres Referenten einverstanden sind, und wollen nur auf etwas aufmerksam machen, was zu unserem Erstaunen Herr v. Schweitzer übersehen zu haben scheint. Wenn unfer Referent in seiner letzten Mittheilung davon spricht, das wenn Holz im Ofen und auf dem Heerde verbraucht wird, es in beiden Fällen ,, unproduktiv" tonfumirt wird, so muß jeder, der seinen früheren Aus
tiven Consumtion.
*) Aber der Herr Referent hat ja ausdrücklich begründet, warum er die Consumtion in beiden Fällen für unproductiv hält; weil es sich nemlich um die Befriedigung augenblicklicher Bedürfnisse bandle. Und doch hat er das Gegentheil sagen wollen?
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