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№o. 18.

Der Sozialdemokrat

Zentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie.

Briefe an die Redaktion und Erpedition des in Deutschland und Oesterreich verbotenen Sozialdemokrat" wolle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lassen. In der Regel schicke man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweifelhaften Fällen eingeschrieben.

geld, und bei der ersten Vertheilung wird dem Betreffenden

ten Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten| Franken weniger ausgezahlt: das ist Alles. Jedes Mitglied

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und Gemaßregelten nicht!

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Eine genossenschaftliche Musterorganisation.

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Seitdem die Unruhen in Belgien die Aufmerksamkeit des großen Publikums wieder einmal auf das kleine Land gelenkt haben, schenkt man in der Tagespresse auch der belgischen sozialistischen Bewegung größere Beachtung. So brachten ver­schiedene Zeitungen neuerdings u. A. eine Schilderung der sozialistischen Genossenschaft Vooruit" zu Gent , dem Mittel­3, punkt der flämischen Bewegung. Da diese Schilderung jedoch boller unrichtigkeiten, die Vooruit"-Genossenschaft aber in Fr. der That eine Organisation ist, die gekannt zu sein verdient, ut bringen wir im Nachfolgenden eine Schilderung derselben 2. aus der Feder des Genossen Anseele, eines der thätigsten Dr. Mitglieder der belgischen Sozialdemokratie, zum Abdruck. erh. Der Vooruit"( deutsch Vorwärts") schreibt Anseele unterm 20. April an den Pariser Cri du Peuple" ist eine sozialistische Kooperativ- Genossenschaft. Er wurde im ant Jahr 1881 von den Genter Sozialisten gegründet mit einem Du Rapital von 2000 Franken, das ihnen der Widerstandsverein der Genter Weber, aus denen sich die Sozialisten von Gent hauptsächlich rekrutiren, geliehen hatte. Allen Arbeitern, die sich bei uns als Mitglieder anmeldeten, sagten wir, daß der R. Vooruit" sozialistisch sei und bleiben werde, daß die Bäckerei nicht der Zweck, sondern ein Mittel der Pro­paganda, der Arbeiterorganisation, des Klassenkampfes sei, in dessen wir uns bedienen, um zu zeigen, daß die Sozialisten weder Diebe noch Träumer sind, sondern ehrliche und ver­gt. nünftige Menschen, wohl im Stande, die historische Rolle, zu der sie berufen sind, zu erfüllen: die kapitalistische Welt zu reformiren und die Gesellschaft der Zukunft zu organisiren. Obwohl bereits mehrere Genossenschafts- Bäckereien existirten h. und die Bourgeois, die Pfaffen und die Presse in unerhörter Weise uns bekämpften, zählte der Vooruit" binnen 2 Jahren rh. bereits zwischen 900 und 1000 Mitglieder. Das Lokal wurde ag. zu klein, wir mietheten eine alte Fabrik im Mittelpunkt der Fr. Stadt, schafften einen Backofen mit Luftheizung, deutsches 5ft. System, der 4000 Franken gekostet hat und in 45 Minuten 100 Brode lieferte, eine Knetmaschine, ebenfalls deutsches b. System, die 800 Franken fostete, und eine Dampfmaschine von fb. 4 Pferdekraft an und gingen von Neuem in's Geschirr. In furzer Zeit vermehrte sich unsere Mitgliederzahl derart, daß rit gegenwärtig 2300 Familien zählen. Ein zweiter Ofen 60 ward aufgestellt und der erste vergrößert, ein großes, mit sozialistischen Emblemen herrlich ausgestattetes Restaurant, ein Konzertsaal, der 1500 Personen faßt, und ein sehr hübsches ift. Theater mit Dekorationen von einem unserer ersten Dekorations­à maler in unserem Lokal erbaut. Alles das kostete ungefähr 2. 40,000 Fr., welche die sozialistische Bäckerei bezahlte.

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Wir backen wöchentlich 24-25,000 Brode. Die Genossen schaft hat ein Zentrallokal in der Stadt und vier Bureaus, 6. wo die Mitglieder am Sonnabend Abend von 82-10 to. Uhr und Sonntag Vormittag von 9-12 Uhr ihre Brodbons u kaufen; der auf ein Kilo( Weizen-) Brod lautende Bon foftet 35 Cts.( 28 Pf.) Die Zahl der gekauften Bons wird ille ins Hauptbuch der Genossenschaft und in das Buch des betr. 85 Mitglieds eingetragen. Das Brod wird in 6 großen Wagen the in die Häuser der Mitglieder gefahren, jeder gibt so viele a Bons, als er Brode will, und die Sache ist abgemacht. Alle B. Halbjahre wird Bilanz gemacht. Die letzte ergab einen Ge­tb. winn von 13%, Centimes( 10% Pf.) pro Brod, so daß der te Genossenschaft das Kilo Brod auf 21% Cts.( 17% Pf.) zu stehen kam, und zwar Brod erster Qualität!

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Von dem Gewinn vertheilte die Genossenschaft an ihre Mit­glieder 11 Cts. pro Brod, so daß diesen das Kilo Prima Weißbrod 24 Cts.( 19% Pf.) tostet. Die übrigen 22 Cts. pro Brod werden für den Reservefond, für Vermehrung und Verbesserung des Materials, für Unterstützung von Streiks und für die sozialistische Propaganda durch das täglich erschei­nende Blatt Vooruit", das Organ der Genossenschaftsbäckerei, verwendet.

Die Gewinnantheile werden nicht in Geld, sondern in Brodbons ausbezahlt, so daß alle Mitglieder, die ihren ganzen -). Brodbedarf aus dem Vooruit" entnehmen, auf Grund ihrer Gewinnantheile während über drei Monaten im Jahr ihr Brod umsonst haben. Nur an Mitglieder wird Brod verkauft.

Die Genossenschaft hat auch ein großes Magazin von Kon­ in fektions- und Manufakturwaaren, wo die Mitglieder gegen le, ihre Brodbons Einkäufe in diesen Artikeln machen können, und wenn die Gewinnvertheilung stattfindet, gibt es immer eine ng Art Karneval und ein gemeinsames Fest. Auch können die ist Mitglieder schon zwei Monate vor der Vertheilung Einkäufe auf Conto dessen machen, was die Genossenschaft ihnen Schuldet.

Um Mitglied zu werden, zahlt man 71 Centimes Eintritts­

zahlt wöchentlich 5 Cts. für die gegenseitige Hilfskasse, die in Krankheitsfällen 6 Brode pro Woche liefert. In den Vorstand kann nur gewählt werden, wer seit mindestens einem Jahre Mitglied eines der sozialistischen Partei angehörenden Ver­eins iſt.

Im Jahre 1885 überwies die Bäckerei Vooruit" 10,000 Franken an die streikenden Arbeiter des Borinage, ungefähr 12,000 Brode für die streikenden Spinner in Gent , Tausende von Broden und Tausende von Franken für die sozialistische Propaganda.

Man kann sich keinen mächtigeren Hebel der sozialistischen Propaganda denken als eine solche Organisation.

Wir haben zwei Volksapotheken gegründet, wo wir die Medikamente um 100 Proz. billiger verkaufen als die andern Apotheken. Wir werden noch fünf oder sechs gründen und für unsere Mitglieder gegen einen Beitrag von 10 oder 15 Cts. pro Woche freie Medikamente für den Familienvater und freie ärztliche Behandlung für die Familie liefern.

In den Lokalitäten des Vooruit" halten ein Duzend dieser Vereine haben bedeutende Bibliotheken: die unsere zählt Arbeitervereine ihre Sizungen und ihre Feste ab. Einige bereits 3500 Bände, die Bibliothek der Weber hat 2500 Bücher. Die Benutzung der Arbeiter bibliothek foſtet 15 Cts. pro 14 Tage, die Mitglieder der Vereine, welche der sozia­ listischen Partei angehören, haben die Benutzung derselben umsonst, doch zahlen ihre Vereine monatlich pro Mann 1 Ct. an die Bibliothek.

zur bod

Erscheint 19

wöchentlich einmal

in

838

Zürich ( Schweiz ).

Berlag

der Boltsbuchhandlung

Hottingen Zürich.

Poßtsendungen

franto gegen franto. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz toften Doppelporto.

29. April 1886.

denn aber mit den Arbeitern dieser Bäckereien. Werden sie abgelohnt wie bei Privatunternehmern oder erhalten sie den berühmten vollen Arbeitsertrag? Darauf ist zu ant­worten, daß der Vooruit" keine selbsthilferische Produktiv­genossenschaft, kein kleinbürgerlich- sozialistisches Experiment, behufs Züchtung einer Handvoll Arbeiter- Unternehmer ist, sondern, wie es im Brief Anseele's heißt, lediglich Mittel | zum Zweck, welcher Zweck heißt: Organisation der

Arbeiter klasse zum Emanzipationskampf. Die Arbeiter der Genossenschaft erhalten selbstverständlich die besten Löhne, die in ihrer Branche bezahlt werden, im übrigen aber genießen sie lediglich dieselben Rechte wie jedes andere Mitglied der Ge­❘nossenschaft, die keine Privilegien, keine Sonderinteressen an­

erfennt.

So macht der Vooruit" in jeder Beziehung seinem Namen Ehre. Vorwärts, rastlos vorwärts! ist seine Parole, er ist in der That ein Hebel des Fortschritts im besten Sinne des Wortes. Ein echt revolutionärer Geist durchweht ihn, die Sozialdemokratie aller Länder darf auf die Leistungen dieser Muster- Genossenschaft stolz sein.

Aus England.

III.

London , Ende März 1886.

Ich komme nun zu dem:" They work for next for northing"( fte arbeiten nahezu für nichts). Diese Behauptung ist, so wie sie da steht, eine unwahrheit.

Der Vooruit" hat soeben in seinem Gebäude eine große Buchdruckerei eingerichtet mit Rotationspresse in großem hier manchmal für geringeren Lohn arbeiten als Andere( zu sagen: als Format und mehreren anderen Pressen, zum Gesammtspreis

von 25,000 Fr.

Das ist der Vooruit". Er hat sich stets offen und frei als sozialistisch erklärt. Auf der Fassade seines Hauses liest man: Arbeiterzusammenschluß, Genossenschaftliche Arbeit, So­zialismus, Unterricht, Freiheit, Gesellschaft Vooruit. Jedes­mal, wenn an irgend einem Ort der Welt das Proletariat seine Stimme erhebt, weht die rothe Fahne auf dem Vooruit­Gebäude, bei jedem Arbeitermassakre legt dasselbe Trauer an." Soweit Genosse Anseele.

Wir können seine Schilderung zum großen Theil aus eige­ner Anschauung bestätigen, d. h. soweit nicht seit unserer An­wesenheit in Gent der Vooruit seinen Wirkungskreis erweitert hat. Ganz besondern Eindruck hat seinerzeit die Güte des von der Bäckerei hergestellten Brodes auf uns gemacht. Das ist in der That Prima- Qualität, ein vortreffliches, wohlausge backenes Weißbrod, welches den Mitgliedern für noch nicht 20 Pfennige pro Kilogramm geliefert wird. Und noch eins machte auf uns Eindruck: Die Bäckerei liefert nur ein und dieselbe Sorte Brod. Freilich ist es so schmackhaft, daß selbst der verwöhnteste Gaumen damit zufrieden sein kann. Wenn man bedenkt, was für ein schlechtes Brod die Arbeiter in anderen Städten oft für schweres Geld erhalten, dann wird man schon diesen materiellen Vortheil, den der Vooruit" seinen Mitgliedern bietet, nicht gering anschlagen.

Es gab eine Zeit, wo man sozialistischerseits in Folge ein­feitiger Auffassung des ehernen Lohngesetzes" die Konsum­vereine als schädlich bekämpfte. Jeder Vortheil, den die Ar­beiter durch dasselbe erringen, werde alsbald durch Lohnreduk­tionen wieder ausgeglichen. Von dieser Auffassung sind wir heute zurückgekommen, wir betrachten die Konsumvereine im Allgemeinen mit Gleichgiltigkeit, und wenn wir sie bekämpfen, so vorzugsweise in ihrer Eigenschaft als Mittel, die Arbeiter so vorzugsweise in ihrer Eigenschaft als Mittel, die Arbeiter zu Bourgeois zu erziehen, zu kleinen Profitmachern und Dividendenschluckern. Diese Klippe hat der Vooruit" dadurch glücklich vermieden, daß er 1) nur an Mitglieder verkauft und 2) teine Dividenden in Geld auszahlt. Dadurch und weil er ferner keinerlei Art von Aktionären, sondern nur gleichberechtigte Mitglieder hat, zeigt er von vorn­herein, daß er auf der Grundlage wirklicher Solida­rität errichtet ist, dokumentirt er bereits seinen sozialisti­schen Charakter, ganz abgesehen von seinen großartigen Leistungen für den Klassenkampf der Arbeiter und die sozia­listische Propaganda. Hierüber ein Wort des Lobes zu sagen, hieße Wasser in den Ozean schütten. Nicht nur daß von Gent aus die sozialistische Agitation durch das ganze flämische Belgien geführt und die Agitation im französisch redenden Theile von Belgien unterstützt würde, es vergeht keine Gelegenheit, die internationale Solidarität der Sozialdemokratie zu dokumen­tiren, wo nicht unsere Genter Freunde die ersten am Platze wären handle es sich um einen Wahlkampf in Deutschland , um einen Bergarbeiterstreit in Frankreich oder irgend eine sonstige Aktion von größerer Bedeutung.

Es liegt mir fern, in Abrede stellen zu wollen, daß deutsche Arbeiter Engländer", wäre ganz falsch, denn Tausende von Engländern arbeiten auch unter dem Preis: hier kann man nicht, will man gerecht sein, Nation gegen Nation ausspielen, sondern nur Arbeiter gegen Arbeiter). Was ich will, ist, diese Behauptung ins rechte Licht stellen, sie auf ihr richtiges Maß zurückführen.

Ich kam schon vorher, bei meiner Abschätzung der hiesigen arbeitss fähigen deutschen Bevölkerung, zu dem Resultat, daß das Verhältniß derselben zu den englischen Arbeitern ungefähr 1 zu 28 sei; dies Vers hältniß wird aber für den Arbeitsmarkt noch wesentlich verringert, wenn man zunächst diejenigen hier lebenden Deutschen abzieht, welche überhaupt nicht Arbeiter, sondern Unternehmer sind, oder doch wenigs stens dem englischen Arbeiter keine Konkurrenz machen; ferner muß man biejenigen in Abzug bringen, welche, wenn sie hierherkommen, entweder durch hier lebende Verwandte oder Freunde, und meistens zu vollen Löhnen, in Arbeit gebracht werden, sowie diejenigen, welche zwar keine Verwandten haben, aber von den hiesigen deutschen Arbeitervereinen ( nicht christliche Herberge!) zu vollen Lohnsätzen untergebracht werden.

Dann muß ich hier noch einer Sonderlichkeit erwähnen, welche auch entschieden bei dieser Betrachtung ins Gewicht fält.

Wenn der Durchschnitts Engländer von Arbeiter- Konkurrenz spricht, so kennt er merkwürdigerweise nur Germans", und Alles, was irgend von Arbeitern Schlechtes gethan wird, kommt auf Konto der Germans ". Infolgedeffen haben alle anderen Nationen für alle möglichen Schlech 3ose oder Pole, es heißt einfach: The bl... tigteiten Carte- blanche. Es heißt niemals: Das war ein Däne, Frans Germans.

Zieht man alles dieses in Betracht, so wird man es nicht für unbes rechtigt finden, wenn ich behaupte, daß das Verhältniß der Konkurrenz, welche deutsche Arbeiter den englischen machen, sich bedeutend verringert und vielleicht steht wie 1 zu 50.

Und darum das enorme Jammergeschrei der englischen Presse! Wer aber ist es nun eigentlich, der den hiesigen Arbeitern Konkurrenz macht?

Es sind Diejenigen, welche hierher kommen, entblößt von allen Mitteln, mit der Sprache und den hiesigen Verhältnissen vollständig unbekannt, aber mit einem Magen, und zwar einem leeren, ausgehungerten Magen, und die dann gewissenlosen Ausbeutern in die Hände fallen, welche sie zu Hungerlöhnen engagiren.

Das ist das wahre Verhältniß. Und dem gegenüber steht die unbe­streitbare Thatsache, daß diesen, vielleicht einigen Tausenden von mittels und hilflosen Ausländern Millionen von ebenso mittel- und hilflosen englischen Arbeitern gegenüberstehen, bie ebenso bereit sind, für nichts" zu arbeiten. Ich wiederhole auch hier: Nicht gegen den hilflosen ausländischen und losen Ausbeuter, welche dieselben bis auf das Mark der Knochen auss einheimischen Arbeiter soll man sich wenden, sondern gegen die gewissens saugen.

"

Was hilft da alles Schreien und Jammern! Das eherne ökonomische Lohngesetz zeigt hier seine elementare Gewalt.

Solchen Zuständen, wie sie jetzt herrschen, stehen selbst die Arbeiter Drganisationen hilf- und rathlos gegenüber.

Und hier ist es wohl am Blake, einige Worte über diese Arbeiter. Organisationen zu sagen.

Seit ich den Sozialismus begriffen habe, betrachte ich alle Gewert schaftsorganisationen, soweit dieſelben nur darauf gerichtet sind, das

Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Nehmer unter der heutigen Herrs schaft des Kapitals zu reguliren, sei es durch Streiks oder durch andere Mittel, als vollständig machtlose Institutionen, und ich heiße ste stets nur insoweit willkommen, als sie darauf ihr Streben richten, Sozialisten auszubilden wenn sie sich nicht als Zweck, sondern als Mittel zum Zweck, d. h. zur Heranbildung von Sozialisten, betrachten.

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Die bekannte Fabel vom Vater, der seinen Söhnen zeigte, wie man ein einzelnes Hölzchen leicht zerbrechen kann, wie dagegen ein Bündel solcher Hölzer widerstandsfähig ist, hat eben ein Loch, und zwar insofern, daß wenn man dieses Bündel Hölzer hohl legt und dann mit genügendem Gewicht und voller Kraft darauf geschlagen wird, es doch bricht. In ähnlicher Lage befindet sich heute jede gewerbliche Arbeiter- Orgas

im großen Ganzen repräsentiren sie doch nur eine winzige Majorität manchmal in den Augen der Arbeiter scheinen mögen, gegenüber der un der gesammten Arbeiterschaft, und wie groß ihre pekuniären Mittel auch geheuern und auch vereinigten Kapitalmacht mit ihrer immer herums lungernden Arbeiter- Reservearmee, ihren Soldaten und Polizisten find fie doch vollständig ohnmächtig.

Das Beispiel des Vooruit" hat in Belgien vielfach Nach- nisation. So zahlreich die einzelnen manchmal an Mitgliedern sein mögen, ahmung gefunden. In Brüssel und Verviers haben die Sozia­listen ebenfalls Genossenschaftsbäckereien gegründet, die zwar nicht die Bedeutung der Genter Bäckerei erreicht haben, die aber unseres Wissens gut bestehen. Auch im Haag in Hol­ land besteht eine vortrefflich eingerichtete und durchaus im sozialistischen Sinne geleitete Genossenschaftsbäckerei.

Es könnte nun Jemand die Frage aufwerfen, wie steht es

Wenn es hierfür der Beweise bedarf, so gibt sie uns grade England wieder in der schlagendsten Weise. In England, in dem so viel fälschlich gepriesenen Eldorado der Trades- Unions, waren in einem Jahre 362