Der Ausgang der Wahl brachte diesmal noch mehr GeschäftsIeute als sonst. Von 381 neuen Parlamentariern sind 85 Geschäftsleute, 55 Advokaten, 43 Journalisten, 33 Landwirte, 31 Grundbesizer, 14 Bergbauinteressierte, 13 Aerzte, 15 Bantiers und Finanzleute, 9 Schriftsteller und Lehrer, 6 aus dem Fischereigetverbe, 3 Seeleute und 64 ohne Beruf. Vom Stande der Parteien wird nur gemeldet, daß kein Sozialist gewählt wurde. Es kandidierte ein Sozialist im ganzen Land, und zwar in Tokio . Er erhielt in seinem Bezirk ganze 24 Stimmen und erklärte einem Berichterstatter, daß er erfreut sei, so viele Stimmen auf sich zu vereinigen, trotz der Schwierigkeiten der Polizei. Voller Optimismus rief er aus:" Früher oder später werde ich im Reichstage den Sozialismus vertreten!"
Wundergeschichten.
Rulturhistorisches von Paul Enderling . In alten vergilbten, in Schweinsleder gebundenen Bänden stehen diese Geschichten, in denen, wie in der Zeit, in der sie erstanden, Glaube und Aberglaube, naive Kindlichkeit und toller Wahnmit ihren Reigen tanzen.
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Jm 20. Kapitel des dritten Buches von Schott Physica curiosa", einem dickleibigen, ehrwürdig dreinschauenden Folianten, finden wir folgendes: Ein Priester reiste einmal nach Medien. Da er sich verirrt, mußte er mit seinem Knaben die Nacht unter einem Baume zubringen. Unvermutet kommt ein Wolf zu ihnen, und als sie erschreckt fortlaufen wollen, ruft er ihnen zu, sie sollten sich nicht fürchten, er hätte nur etwas mit ihnen zu sprechen. Wir find," fing der Wolf mit ernster Stimme an, von dem Volk der Assyrer, und alle sieben Jahre müssen unserer zwei, ein Mann und eine Frau, auf die Bitte des heiligen Natalis aus unserem Lande fort und Wolfsgestalt annehmen. Wer diese Prüfungszeit glücklich übersteht, wird von anderen abgelöst und kommt wieder in sein Vaterland. Meine eheliche Hausfrau und elende Gefährtin in der Wolfsschaft liegt nicht weit von hier in den legten Zügen, da sie sich an die Lebensart nicht gewöhnen konnte. Ich wollte dich als Priester Gottes bitten, ihr mit den Trost der Kirche beizustehen." Zitternd folgte der Priester dem Wolf zu einem hohlen Baum nach, wo er eine scheußliche Wölfin antraf, die ganz menschlich stöhnte und seufzte. Raum erblickte sie den Priester, als sie mit heller Stimme Gott zu danken anfing, daß er sie nicht ohne geistlichen Zuspruch wollte sterben lassen. Der Priester betete mit ihr und reichte ihr auch das Abendmahl. Der Wolf war sehr dankbar, führte den Priester auf dem nächsten Wege aus dem Walde hinaus, erzählte ihm, daß bereits zwei Drittel seiner Wolfszeit vorüber seien, nahm darauf beweglich Abschied und ging zu seiner franken Gefährtin in den Wald zurück.
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Wohlgemerkt, dies steht in keinem Märchenbuch, sondern in einem streng wissenschaftlich sich gebärdenden Wert! llebrigens bringt dieselbe Geschichte auch der berühmte Nieremberg in seinem umfangreichen„ De mirabilibus Europae".
Ein frommer Mann, Superintendent Nimphof, erzählt in seinem " Drachenfönig", wie zu Gesicke ein Ehepaar ausging, Holz zu suchen. Bald habe sich der Mann absentieret und darauf in Gestalt eines grausamen Wolfes sein eigen Weib angefallen, ihr aber nur den roten Rock zerrissen. Als er sich wieder in mensch licher Gestalt haben sehen lassen, habe er noch im Bart die Fäselein ihres roten Roces gehabt(!), sei hieraufhin von seiner Frau angegeben und justifiziert, d. h. verbrannt.
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Popez, Begegneten sich einmal in dieser Bestiengestalt und erkannten die Schultheiße und Gerichtshalten in Verwahrung aufzubehalten sich sofort. Eine Feindschaft hatte sie lange entzweit, und so be- und bei entstehender Feuersglut, da Gott für sei, beschriebener nußten sie denn diese Gelegenheit, wütend über einander herzu. Maßen zu gebrauchen, hiernächst aber, weil solches jedem fallen. Nach blutigem Kampf ward Löwe Juan Gomez vom Tiger Bürger und Bauer zu wissen nicht nötig ist, solches bei sich zu be Sebastian Lopez so übel zugerichtet, daß er an der erhaltenen halten. Hierin vollbringen diese unseren gnädigsten Willen. Gegeben Wunde starb. Der„ Tiger " wurde darauf unschädlich gemacht. den 24. Dezember 1742. Thomas Gage , der dies im dritten Band seiner„ Reisebeschreibungen" erzählt, fügt hinzu, daß er dem Verurteilten auf dem Wege zum Richtplatz beigestanden habe...
Der berüchtigte Remigius sagt in seiner Dämonolatrie"( erster Band):„ Es ist kein Zweifel, daß solche Sache über allen menschlichen Verstand und Glauben bei vielen sein werden. Jedoch kann ich in Wahrheit sagen, daß mehr denn 200 Personen, die ich unter meinem Richteramt zum Feuer verdammt habe(!), selbst bekannt haben, daß zu Zeiten die Heren haufenweise zusammenfämen an einem Bach oder See. Dafelbst schlagen sie so lange mit Gerten oder Ruten, die sie vom bösen Geist empfangen haben, in das Wasser, bis sich ein dicker Dunst und Nebel daraus erhebt und sie mit dem Nebel zugleich in die Höhe fahren.
Es war ein hübsches Weihnachtsgeschent, das Serenissimus dort feinen Untertanen gab. Nur schade, daß nirgends erwähnt wird, wie es sich bewährte.
Uns gilf's, Europa wachzurütteln, schon blinzelf es ins Morgenrot. Bernunft und Freiheit bringt man nicht mit knüffeln, geschweige denn mit großen Mäulern tot.
Ihr ahnt Gefahr für euer Blutgeschäft, Das macht erregt und reichlich unbescheiden... Uns fröffet Goethe: Daß die Meute kläfft, ift der Beweis nur dafür, daß wir reiten!
A. Z.
Die Dünste werden nachmalen zu schwarzen Wolfen, in welchen sie mit den Geistern hin- und herfahren, wohin es sie gelüftet, auch endlich mit Hagel und Donner wieder auf die Erde niederfommen usw. Eine der Hegen, Barbara Rayel, sagte doch wohl auf der Folter aus, daß Zauberer und Heren mit Hilfe der bösen Geister in den Wolken dicke Fässer überquer und durcheinander wälzen, solange, bis sie an den Ort gekommen, den sie zu verderben sich vorgenommen. Alsdann zersprängen beiagte Fässer, und es Deutsches Opernhaus:„ Orpheus in der Unterwelt ". fämen Steine, Hagel, Regen, Blizz und Donner heraus nnd verderbten alles...
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Die Kernchronika" des Eberhard Werner Hoppelus vom Jahr 1665 enthält als Pendant hierzu folgende Geschichte:" 3u München war dies Jahr ein großes, übernatürliches Donnerwetter. Als nun ein frommer Priester bemerkt, daß solches ein Teufelsdonnerwetter wäre, beschwor er es, wobei ein siebzigjähriger Erzzauberer ganz nackt aus den Wolfen herabfiel und das Gewitter gleich aufhörte Der Zauberer„ bekannte" hernach, daß er solches Wettermachen nebst einigen 100 Gesellen an die 40 Jahre betrieben und an Menschen, Bieh, Früchten und Gebäuden großen Schaden getan hätte, weshalb er mit glühenden Zangen gezogen und zu Asche verbrannt wurde." Daß es auch in diesen finsteren Zeiten nicht an Köpfen fehlte, die das Sinnlose dieser Theorien erkannten, ist selbstverständlich. So erzählt Schott in der vorher zitierten„ Physica curiosa" von zwei Jesuiten , die an dem im Volksmunde verrufenen Herenfee im Badischen gingen und dem Teufel und seinen Gesellen Hohn sprachen und lachend zur Stadt zurückkehrten. Aber der Teufel rächte sich! Die Nacht darauf entstand ein entsetzliches Gewitter mit Sturm und Plazregen. Dies währte einen Monat lang, und alle Badenser Bürger und Bauern glaubten nicht allein, daß der Teufel dies Gewitter gemacht, sondern hielten auch die Jesuiten für Mitschuldige des Teufels, wodurch die armen unschuldigen Patres in arge Bedrängnis gerieten...
Mit seinem„ Orpheus" leitete Offenbach eine neue Gattung Klassischer Meister er bis heute geblieben ist. Daß dies neue Wesen ein: die parodistisch- satirische Operette, deren einziger, wahrhaft von den Parisern vorerst nicht begriffen wurde und daß der Orpheus " demzufolge Fiasko machte, wird man jetzt kaum glauben. hernach freilich brachte er Gold in Hülle und Fülle. Ja, er iſt frog aller Zeitwandlungen eigentlich das Lebensfähigste werk von allen geblieben, denn die Musit ist unverwüstlich.
weg von der Operettenbühne Wie manches andere hat auch„ Orpheus" schon des öfteren den
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wohin er streng genommen gelich eine Aenderung des Stils im Gefolge. Aber man fann nicht hört zum Opernhaus gefunden. Solche Verpflanzung hat natür gerade behaupten, daß damit immer dem Werk gedient wurde. Auch diesmal wird man geteilter Meinung sein. Dekorativ und szenisch ist manches Schöne geleistet worden; es werden prächtig arrangierte Einzel- und Gruppenbilder geboten. Am wenigsten fann ich mich mit der gereinigten" Handlung einverstanden erklären. Es wurde da ehedem gewiß viel und fürchterlicher operettenhafter Schnickſchnack hineingewerkelt. Dennoch erinnere ich mit besonderem Vergnügen; da war Humor drin. Das läßt sich mich der früheren Aufführungen am Münchener Gärtnerplaz- Theater von der Aufführung im Deutschen Opernhaus noch nicht sagen. Man wünscht den Darstellern eine verstärkte Dosis jener ungenierten, ja frechen Beweglichkeit, die die Musit und auch die jeweilige Situation ihrem Geiste nach ganz von selber notwendig hat. Das Ballett brachte schon etwas von dem tollen Wirbel, beispielsweise oder Entfesselung der Elemente durch Zauberhokuspokus währte, Hertha Stolzenberg wird manchem als Eurydice von der ehemals Wie lange dieser Glaube an die Möglichkeit einer Bändigung im Cancan, zur Geltung. In gesanglicher Beziehung wird man dagegen sehr zufriedengestellt. Harry Steier ist ein guter Orpheus. lehrte die interessante Feuer verordnung, die zu Mecklenburg , das Komischen Oper her jedenfalls noch in besserer Erinnerung haften. fulturell ja allezeit voran war, noch im Jahre 1742 erlassen wurde. Auch die Vertreter der übrigen Nollen verdienen Lob. Desgleichen Sie lautet:" Wir usw. fügen hiermit allen unseren nachgesetzten die Spiel- und Mufitleitung. Daß die Tempi hier und da noch Beamten, adeligen Gerichtshaltern und Räten zu wissen und ist lebendiger genommen werden fönnten, soll nicht verschwiegen sein. denselben schon bekannt, was wir aus landesväterlicher Sorgfalt alles, was zur Konservation unserer Lande und getreuen UnterNach demselben Autor sind diese Wolfsverwandlungen in Asien tanen gereichen kann, sorgfältig verordnen. Da nun durch BrandNotizen. zu jener Zeit sehr häufig gewesen. Als Soliman 1542 die Regie- schaden viele bisher in großes Unglück geraten, befehlen wir, Vorträge. Dienstag, abends 7 Uhr, findet in der rung antrat, war Stonstantinopel so voll Werwölfen, daß er mit dergleichen Unglück in Zeit zu steuern, daß in einer jeden Stadt Treptow- Sternwarte ein astronomischer Vortrag mit zahlreichen einer fleinen Armee wider sie zu Felde ziehen mußte. 150 wurden und Dorf verschiedene hölzerne Teller, worauf schon gegessen ge- Lichtbildern Gibt es ein Leben auf dem Monde?" statt. Jar erlegt. Bei genauer Zählung zeigte es sich, daß akkurat 150 Bürger wesen, mit den Figuren und Buchstaben, wie nnten beschrieben Lessing- Museum spricht Donnerstag 8 1hr Merbach über" Lessings fehlten. ( es ist das ein richtiges Beschwörungs- Abakadabra) des Freitags Hamburgische Dramaturgie und ihre Entstehung vor 150 Jahren". Der regierende Bürgermeister Dr. jur. Pelzer in Osnabrüd bei abnehmendem Lichte nachmittags zwischen 11 und 12 Uhr mit Eduard Buchner , der im Jahre 1907 durch den Nobelsieht einmal in einer mondhellen Nacht zwei oder drei frischer Tinte und Feder geschrieben, vorrätig seien. Sodann preis ausgezeichnete Chemiker, ist an den Folgen im Felde erlittener Ragen in seinem Hofe sich luftig machen. Er zweifelt keinen aber, wenn eine Feuersbrunst wo vor Gott hiesige Lande in Gnade Wunden im 58. Lebensjahre gestorben. Buchner wirkte auch längere Augenblick daran, daß es Heren sind, leitet den Prozeß ein; bewahren wolle, entstehen sollte, alsdann solchen bemalten Teller mit Jahre als Professor an der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule. es werden viele Frauen und Mädchen eingezogen und auf die Ge- den Worten: In Gottes Namen! ins Feuer geworfen und, wo ferne das gelang ihm, die bisherige Lehre von der Hefewirkung, als auf Lebens Sein vorzügliches Arbeitsgebiet war die Chemie der Gärung. Es ständnisse, die sie auf der Folter machen, hingerichtet! Feuer wieder um sich greifen sollte, dreimal solches wiederholt werden, borgängen beruhend, zu stürzen. Er stellte unter startem Druck und In Indien gab es gauberer, die sich in Löwen und Tiger ver- dadurch dann die Glut unfehlbar gedämpft wird. Dergleichen Teller Berreibung aus der Hefe die Bymose her, die fein Leben mehr aufwandeln konnten. Zwei solche Zauberer, Juan Gomez und Sebastian nun haben die Bürgermeister in den Städten, auf dem Lande aber weist und doch Gärkraft besitzt. worden. Außer den riesigen Gewinnen hätte man so auch 165 M. an den bei der Landesproduktenbörse zugelassenen noch ein vaterländisches Verdienst auf seinen Scheitel gehäuft. Makler Markus Wucherpfennig weiter. Aber nein, man wollte sich die weiße Firmenweste rein Markus hatte für so etwas einen guten Riecher und und, unbefleckt mit Guano erhalten, gab dem mühelosen akzeptierte unbesehen. Und eilte mangels eine Autos mit Funfzig, Markus. F wie Franz u wie U- Boot Spefulationsgewinn den Vorzug und leitete den Mist mit fliegenden Schlappen und wehenden Rockschößen nach einem n wie nebbich 50 Proz. Verdienst an cine Hamburger Hoteleinkaufsgenossen- Kaffeehaus in der Friedrichstraße. ,, Mensch, Morit", unterbrach und brüllte der elektrisierte schaft A.-G. telephonisch weiter. Man schrieb jetzt schon den anderen Tag, nachmittags Bucherpfennig zurück, halt ihn fest! halt ihn fest! den Mist, Die A.- 6. kaufte den Guano und verkaufte ihn sofort 3 Uhr. Und jetzt erst kam der Waggon Guano so recht bis ich tomme. Komme sofort, Zahle jeden Preis. Bar. einem hochwohllöblichen Magistrat einer mecklenburgischen eigentlich ins Rollen. Von einem Bahnhof zum anderen Das heißt nur bis zu allerhöchstens funfzig Mark per Stadt für 50 M. den Zentner. Der Hochwohllöbliche nahm wurde er verschoben. Es fann mitunter ein Vorteil sein, Zentner. Abgemacht? Schluß!" in der ersten Freude dankbarst an. Hinterher stiegen ihm aber wenn eine Weltstadt statt nur des einen Zentralbahnhofes Als Moriz den Telephonhörer anhatte, zeigte die Uhr doch allerlei ernste Bedenken auf. Man liest nämlich auch mehrere Bahnhöfe hat. über dem Büfett gerade auf 4 Uhr. in Mecklenburg , in beiden sogar, die Zeitungen, und da fiel Also Markus wandelte zwischen den Tischen hin und her, Der Schieber, der zuletzt den Guano für 100 Mark dem es dem zweiten Bürgermeister und dann welch eine Insub- fondierte und ließ sich dann an seinem Stammtisch mit dem Bucherpfennig offeriert hatte, wünschte zu wissen, wie die ordination! auch dem ersten Bürgermeister ein, daß in diesem Ausblick durch die Scheibe auf die belebte Bummelstraße Aktien stünden. Betreff schon die schwierigsten Sachen ohne Apparat gemacht nieder und leitete das große Geschäft ein, indem er erstens Lassen Sie sich einbalsamieren mit Ihrem Guano zu worden seien; von erschrecklichen Schwindeleien erinnerte man nichts bestellte und zweitens unternehmend den Bleistift zückte. 100 Emm per Zentner", schnaubte Moritz. Daß ich nicht sich jetzt gelesen zu haben, und kurz und gut: man wollte eine Dann gings los. Mit Volldampf. Der Waggon Guano lache Der Waggon Guano lache für so ein Mist 100 Emm hahaha!" getreue Bürgerschaft gar nicht erst die fürwikige Untertanen- wurde von einem Marmortisch zum anderen verschoben. Das Dann war Moriß auch schon durch die Tür verschwunden. naje auch so ein Auswuchs der neuesten Zeit! in den ganze Kaffee ein einziger Rangierbahnhof. Und mit jedem Fünf Minuten später schiffte er sich schweißgebadet auf dem Waggon Vogelmist stecken lassen, so heilsam dieses Radikal zurückgelegten Meter von Tischstation zu Tischstation nahm Bahnhof Friedrichstraße nach Insterburg in Ostpreußen ein, mittel zur Bekämpfung bürgerlichen Vorwizes auch gewesen der Guano an Wert und der Preis an Höhe zu. Alles, ja wo es den guten, billigen Guano gibt. wäre, und war schließlich heilfroh, als sich eine Berliner sogar Damen, machte in Guano. Man raufte sich um Guano. Und richtig! in Insterburg stand tatsächlich, auf ein Markthallengesellschaft, E. V., zur Uebernahme des Handels- Man schwelgte, man schwamm in Guano. totes Gleis geschoben, der Waggon Guano, der in 24 Stunden gutes für 55 M. pro Zentner breitschlagen ließ. Fünf vom eine Bliztour rund um Deutschland gemacht hatte, ohne von Hundert war ein netter Gewinst bei einem Waggon von sodem Insterburger Gleis heruntergeschoben worden zu sein. undsoviel Zentner Guano. Diesen den Gewinn nämlich Und dann die Preise wie die sich erst mit Blizzugsund nicht den Guano ließ man ungeschmälert in die Rotegeschwindigkeit gejagt hatten! Kreuz- Rasse fließen. Fabelhaft! Was so ein Waggon Guano nicht alles Guano?
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Als es der Mist schließlich bis auf 100 m. per Zentner gebracht hatte, passierte der Waggon Guano mit diesem Preis gerade wieder die Durchgangsstation Markus Bucherpfennig. Der war jest etwas vorsichtig geworden und wollte nicht mehr recht anbeißen. Guano-? nun ja, ganz gute Ware, schönes Geschäft- aber 100 M. pro Zentner. Das ist ein bißchen happig.
In Berlin ist man immer großzügig. Die Markthallengesellschaft konnte sich nicht darauf einlassen, den Guano etwa schöpffellenweise zum Kleinverkauf zu bringen, bot vielmehr Er erbat sich also Bedenkzeit. Das war um 3 Uhr den ganzen Mist einem Berliner Warenhaus für 60 M. 30 Minuten. Mucherpfennigs Wiege hatte in Ostpreußen gedas ist eine runde Summe pro Zentner an. standen. In diesem Ostpreußen liegt eine Stadt, die heißt Hier wäre nun eigentlich die gegebene Stelle gewesen, Insterburg . Und in Insterburg hat Moritz einen guten Gevon wo aus man den weitgereisten Guano endlich einmal schäftsfreund( waren früher sogar Schulkameraden gewesen; dem faufluftigen Publikum hätte zugängig machen sollen. so eine Erinnerung hält fürs ganze spätere feindliche Leben Aber weit gefehlt und leider Gottes! In den Warenhäusern vor) zu wohnen. Dieser hieß Moriz Veilchenfeld, jetzt Lebensist es heute auch nicht mehr so wie früher, wo man im Er- mittel- Großhandelsgesellschaft m. b. H. frischungsraum für 25 deutsche Reichspfennige noch einen Wenn einer den Guano gebrauchen konnte, dann Veilchensolchen Berg Schlagsahne vorgesetzt bekam, daß man ein feld. Moritz Veilchenfeld macht alles.
richtiger Maulwurf sein mußte, um sich durch den weißen Gedacht, vollbracht! Wucherpfennig offerierte also aus Berg durchzuwühlen, bis man schließlich beim hundertsten alter Freundschaft dem Veilchenfeld den Waggon Guano auf Löffel endlich auf des Tellers Grund stieß. Der Grund- telephonischem Wege zu 110 Mart per Zentner. Mensch, Markus, biste meschugge!" schrie Veilchenfeld, " Inwieferne denn?"
jezt nicht mehr der des Tellers, sondern vielmehr der eigentliche Grund, weshalb sich das Warenhaus in den Verkauf als er den Preis hörte. des Guano nicht einließ, soll hier nicht aufgedeckt werden. Nur soviel sei ausgeplaudert: man hatte mun einmal die Nase voll von dem Guano und verkaufte den Zentner für will
Nun, nir für ungut", lenkte Veilchenfeld ein.„ Aber ich Dir aus alter Freundschaft verraten, daß Du hier in
Insterburg Guano in jeder gewünschten Menge zu nur fuffzig Mart den Zentner haben kannst." Wieviel Mart?"
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erlebt.
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[ อยู่ 1 อด
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Sonderlinge.
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Es gibt unter den Kam'raden immer noch Sonderlinge,
Die klopfen von den Ausbläfern feindlicher Granaten die Kupferringe.
Der Ring foll fich als Armband für ein deutsches Mädchen umarbeiten laffen.
Ein anderer foll als Rahmen das Bild eines gefallenen freundes faffen.
Ich finde das mehr als fonderbar.
Wißt Ihr, wie nabe gerade diefe Granate euren liebsten Menfchen mal war?
Alfred Rich. Meher.
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