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Mittwoch, 16. November 1921.
1. Jahrgang. Nr. 6
Sozialdemokrat
Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik.
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Die Krise im Kohlen- Bergarbeiterversammlungen in Westböhment. 32 Stronen foſten. Die Stohlensteuer ſomit Um
bergbau.
die
Serabseßung der 2öhne un cint bolles Drittel satzsteuer und Zuschläge beträgt 5 K 88 h pro Sonntag, den 13. November fanden vier Sohlenzwangssyndikate und stärkere Heranzie Bentner, die gesamten Lohnkosten 6 K 33 h. große Bersammlungen der Bergarbeiter des hung der westböhmischen Reviere zu staatlichen Es ist fein Zweifel mehr, die Strise des tsche Starlsbader Revieres statt und zivar in Falle- Lieferungen verlangt wurde. Die Bergarbeiter Direktor Langer von der Aussiger Montanchoslowakischen Sohlenbergbaues treibt einer nau, wo Genosse Grund! und in Königsberg erflärten, daß sie den Kampf für die Durchgesellschaft, dem größten Kohlenkonzern in der Entscheidung zu. In dem größten Reviere, wo Genosse Katz sprachen. Die Bergarbeiter setzung dieser Forderung mit allen Mitteln Tschechoslowakei erklärte jüngst Vertretern der Mährisch strau, sind die Verhandlun- des Elbogener Revieres versammelten sich in führen werden. Sie können eine Berschlechte- Bergarbeiterorganisationen, daß wenn gen, die wie es schien, beendet waren, neuer Chodau. Das Referat erstatice Gen. Schurung ihrer Lage unter den derzeitig bestehenden Strise im Braunkohlenbergbau behoben beziv. lich ins Stoden und beinahe bis zum Scheitern ster. Die Versammlung für das Karlsbader Verhältnissen unter Leinen Umständen zulassen. die derzeitigen Defizite auf Kosten der Löhne gedichen. Er handelt sich unt nicht weniger, als Revier wurde im Arbeiterheim in Alt- Roblau gededt werden sollen, müßten die Löhne um Ein Einigungsbersuch. daß die Bergarbeiter und ihre Vertreter den abgehalten, wo Genosse Blob das Referat er54% gefürzt werden! In der Sigung des TechMähr.- Ostrau, 15. November. Die Lage im nisch- wirtschaftlichen Ausschusses des Kohlen Prager Verhandlungen die Deutung geben, stattete. In der überall einstimmig angenom daß für die zwei Monate November und De- menen gleichlautenden Resolution wird gesagt, Stonflitte der Bergarbeiterschaft und der Ge- rates vom 7. November erklärte derselbe Herr, zember der Lohnvertrag unvermindert in Gil- daß die Arbeiter in der Stündigung des Lohn- werke hat sich bisher nicht geändert. Seitens er sei bereit, es vor jedem Forum der Deffenttigkeit bleibt, daß andererseits die Förderung vertrages einen Angriff der Reaktion auf ihre des Regieamtes, welche mit den Gewerken und lichkeit auszusprechen, daß der gegenwärtige im Monat November und Dezember um je primitivsten Rechte erblicken. Da die Preise der Bergarbeiterschaft in Verbindung steht, Zeitpunkt in feiner Weise zur Herabsezung der zehn Prozent zu steigen habe. Eine Herab- der Lebensmittel, in den letzten Wochen gestie- wird ein friedlicher Ausweg aus der gegen- Löhne geeignet sei. Die beabsichtigte Lohnherabfetzung der Kohlen und Kokspreise, zu der sich gen sind, ist die Kündigung der Vereinbarun wärtigen Strise gesucht. setzung soll einen ganz anderen Zwed erfüllen. die Unternehmer verpflichten mußten, ist be gen cine Provokation. Die Versammelten wie,, Gebis uns die Stohle frei" rufen die Vertreter reits eingetreten. Bei der Durcharbeitung der derholen die Forderungen der am 2. Oktober Nüdtritt eines Bergarbeiterscicetärs. Der der großen Kohlentonzerne ,, Und wir kommen detailierten Verhandlung in Mährisch- Stran 1921 in Chodan stattfundenen Betriebräte- Meldung eines tschechisch- bürgerlichen Blattes ohne Lohnreduzierungen über die Strife weg." hat sich nun ein grundsäßlicher Unterschied konferenz des Karlsbader Revieres, in der die zufolge ist der Sekretär des tschechischen Berg Die Aufrollung der Lohnfrage haben ein flares zwischen den Anschauungen der Bergarbeiter Förderung der Sohienausfuhr, Aenderung der arbeiterverbandes Brda von seiner Stelle zu und festes Ziel: Die großen Kohlen. und Unternehmervertreter gezeigt. Die Un- Bahntarife, Herabjegung der Stohlensteuer, rückgetreten. fonzerne wollen durch Freigabe ternehmer legen der Prager Verhandlung den des Kohlenhandels ihre chema!& Sinn bei, daß mit Beginn vont 6. November ge Monopolstellung in der Kohlendie Gedinge herabgesetzt werden, während die wirtschaft im verstärkten Maße Arbeiterverireter diese Ansicht nicht teilen. aufrichten. Nachdem die Bergbauunternehmungen Ostraus ließen, derzufolge ab 6. November eine Gedingherabsetzung stattfindet, herrscht im Reviere int Rebiere große Aufregung, da naturgemäß in einer Zeit der steigenden Preisbildung niemand den Bergarbeitern zumuten kann, billiger zu arbeiten.
Gegen die Abrüßung zu Lande.
auf ihren Werken eine Kundgebung anschlagen Frankreich dagegen mit Rüdlicht auf Deutschland und Batt mit dem Staate abgeſchloſſen, demzufolge
Sowjetrußland.
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In der Zeit, da die Bergwerksbesiger den die Auslandskohlenabnehmer doppelt Ju landsfohlenpreise zahlen, waren sie verschwie gen wie das Grab und würde die Mark hente Paris, 15. November. Der Sonderbericht. Delegation will ferner auseinanderseßen, daß noch auf 120 oder auf 100 stehen, würde fein erstatter des Intransigeant" in Washington Deutschland einen Grundstock von 250.000 Teufel etwas von dem Gewinn, den die Bergwill wissen, daß die Einbringurg eines Vor- Mann besißt und ohne weiteres Millionen Sol- wertsbesitzer mit dem Staate zusammen mach In den böhmischen Braunkohlentschlages für die Abrüstung zu Lande daten mit jamt den nötigen Gewehren, Maschi ten, etwas erfahren. Und was tutdic Re repieren, in welchen sich die Betriebsein entweder von englischer oder italieni- nengewehren und Flugzeugen aufbringen gierung die angesichts dieser drohenden fas schränkungen und-Einstellungen schon seit über ich er Seite unmittelbar bevorsicht. Briand fönne. Die französische Delegation wird auch tastrophalen Bendung, die nun die Dinge zu einem halben Jahre ständig mehren, hat sich habe sich gestern abend mit der englischen De - darlegen, daß England mit den Dominions cin nehmen scheinen? Nichts und wieder die Arise ebenfalls start zugespitzt. Die Unterlegation besprochen. Im Laufe der bevorstehen- Seer von 700.000 Mann hat. Es muß also nichts! Sie sagt nicht ja und nicht nein, danehmungen des Fallenauer Gebietes haben den Erörterung wird vielleicht Polest we Frankreich mit seinen Kolonien geftattet fein, mit es später nicht heißt, sie hätte ja oder nein den Lohnvertrag gekündigt und die gen seiner 300.000 Mann starten Armee Schi- 657.000 Mann( dies wird nach dem Berichter gesagt. Sie hat nicht den Mut die InlandsOrganisation der Bergwerksbesitzer im nord- fanen ausgescht sein. Italien mit seinen statter die französische Seeresstärke Ende 1921 preise zu regein, sie besitzt auch nicht sovkel westlichen Böhmen ( Brür) haben den Bergar 280.000 Mann wird vielleicht mit Rücksicht auf sein) zu unterhalten, davon 300.000 Mann in Offenheit, um den Unternehmern und Bergbeiterorganisationen angekündigt, die Anschaf seine Bevölkerungsziffer eine Einschränkung Innern des Landes. Beim Waffenstillstande arbeitern zu sagen, sie ist für die freie Preisfungsbeitrage abzubauen und eventuell eine vornehmen. Was Frankreich anfangt, so hat Frankreich 4,780.000 Soldaten gehabt. bestimmung und den Freihandel oder nicht, sie Lohnregulierung( die natürlich nur eine Redu wird es vor der Konferenz den Beweis liefern, Wirifame Garantien vorausgeseht, so wird von hat schon gar nicht den Mut, in der Sohnfrage zierung sein tönnte) anzustreben. Diese augen- daß Rußland heute 1,600.003 Mann mit der franzöfifchen Delegation gesagt, wird der Bergarbeiter irgend eine Stellung einzublid lich verschärfte Krise des Brannfohlenberg- 500.000 Bajonetten und starter Ravallerie nn- Frankreich gerne seine Armee noch mehr einbaues hat nach den Angaben der Bergwertsbe- ter Waffen hat und morgen 12 Millionen schränken.
figer ihre unmittelbare Ursache in dem Mart- Menschen mobil machen könne. Die französische
England gegen die Abrüstung zur Gee.
nehmen. Sie läßt den Dingen ihren Lauf, ist jedenfalls mit der Taltik der Unternehmer, die Söhne der Bergarbeiter zu fürzen, int Stillen einverstanden, wenn nicht gar, was mindestens sehr wahrscheinlich ist, die Unternehmer durch sie aufgemuntert wurden, die Lohnfrage aufzu rollen. Für diesen Staat und seine
Sturz. Die Situation im Stohlenbergbau des tschechoslowakischen Staates ist der Situation, in der sich der englische Sohlenbergbau mit Be ginn des Jahres 1921 befand, verteufelt ähn lich. Die nordwestböhmischen Braunkohlengru Paris, 15. November. Nach einer vont zur See verbunden wird. Endlich wird erklärt, Regierung ist der Kohlenbergban hen haben in der letzten Zeit etwa 20% und die der Falfenauer Gruben etwa 40% der ver- Temps" veröffentlichten Meldung aus Ba- die Zustimmung der englischen Regierung eine Meitfuhund nur insoweit inlauften Kohle nach Deutschland geliefert, zu hinginn erfährt man dort, Großbritannien werde vielleicht untergeordnet werden der Re- teressiert er sich dafür. Milliarden einem Preis, der von der Regierung im Ver- merde der Berabsetzung der Secrüstungen erst gelung der Fragen des Fernen Ostens. Eng- werden durch die reguläre Kohlensteuer herein bäftnis zum Inlandspreis sehr hoch angescht endgültig zustimmen, nachdem die Konferenz lischen Blättern zufolge soll die Diskussion Staat an dem Auslandsgewinn der Kohlengebracht, viele Millionen dadurch, daß sich der war. Nach den getroffenen Vereinbarungen nicht nur die Entwaffnung der Vereinigten über das Problem des Fernen stens am Mitt lieferungen beteiligte und durch Exportprämußten die deutschen Abnehmer beinahe den Staaten und Japan , sondern auch der von woch beginnen. Amerita wird leinen bestimm- mien. Die Kohlenstener kann angeblich nicht gedoppelten Preis für böhmische Braunkohle entrichten, den die inländischen Verbraucher be- Frankreich und Italien geregelt hat. Es sei ten Plan wie für die Entwaffnungsfrage zur mindert oder aufgehoben werden, die Staatszahlen. Für mittelgute nordwestböhmische auch nicht unmöglich, daß die Frage der Ab- See vorlegen, sondern es jeder Delegation über- fasse tönne auch nicht auf die Auslandsgewinne Kohle wurde beispielsweise ein Auslandspreis rüstung zu Lande mit der Frage der Abrüstung lassen, eigene Vorschläge zu unterbreiten. verzichten, die Materialpreise können nicht herbon der Regierung von 19.60 Mark per Tonne abgesetzt werden, nichts rein gar nichts läßt sich tun, also Bergwerksbesizer, hilf dir selbst zivanzig Heller fostete. Den erzielten höheren Nachdem nun die Marf ständig im Breise bleibt ihnen kein anderer Ausweg, als die Ge- und der versuche es, Dir in der geläufigsten Auslandsgewinn teilten die Unternehmer und gesunken ist, zunächst auf 100, 90, 80, auf 50 stehungskosten herabzusetzen und unter den Ge- und gewohntesten Art zu helfen; durch Herabder Staat zu gleichen Teilen. War der Aus- und zeitweise bis auf 25, so verlangten die stehungskosten verstehen sie zunächst die Lohn sehung der Löhne der Bergarbetter. landspreis nach Umrechnung von Mart auf Unternehmer von der Regierung die Erhö tosten. Dadurch ist die Lohnfrage für alle Kronen um zehn Kronen per Tonne höher als hung der Inlandsfohlenpreise Bergarbeiter der Republik aufgerollt worden. vember 1920 teine Erhöhung erfahren, die Die Löhne der Bergarbeiter haben seit Noder Inlandspreis, und dies war tatsächlich der oder Freigabe der Kohlenpreisbestimmungen Es ist ein Unsinn, zu glauben, daß durch Preissteigerung für Nahrungsmittel von Juni durchschnittliche Exporigewinn, so befant der und des Kohlenhandels. Die Kohlenpreiserhö- die Reduzierung der Löhne die bis Ende Oktober beträgt etwa 14%, die Staat von jeder Tonne nach Deutschland geliehungen will die Regierung nicht bewilligen. Se rise im Stohlenbergbau gemildert oder be- gerung der Preise für Wäsche, Kleider, Schuhe ferter Braunkohle fünf Stronen, während dem Gegen die freie Preisbestimmung und gegen feitigt werden könnte. Die Lohnfosten in derselben Zeit mehr als 20%, bei einzelnen Unternehmer ebenfalls fünf Stronen verblie- den Freihandel nehmen die Bergarbeiter Stel- betragen beispielsweise bei den nordwestböhmi Artikeln sogar 30%. Angesichts solcher Zustänken. Die Unternehmer erklären nun aus- lung, da dadurch jetzt mehr als je die ganze schen Braunkohlen bei Marte la 22%, bei de kann es nicht zweifelhaft sein, welche Antnahmslos, daß sie diesen Exportgewinn als Stohlenwirtschaft den drei großen Konzernen Marke I 20% und Ila 17% der Verfaufs wort die Bergwergsbesitzer und der Staat von Requivalent für die zu niedrigen Inlands- auf Gnade und Ungnade ausgeliefert würde. preise. Nordböhmische Brima Kohinoor- Kohle, den Bergarbeitern erhalten werden Solcherart, erklärten nun die linternehmer, die heute in Prag 34 Kronen festet, würde bei Braunkohlenpreise erhielten.
feftgesetzt zu einer Zeit, wo die Mark eine Krone
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