Mr. 195.
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Sernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".
Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Sonntag, den 21. August 1898.
Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Zn den preußischen Landtagswahlen. reattionäre Krantz und Schlotſunterthum im preußischen Landtag Landtagswahlen ist nicht ohne Intereſſe die Stellung des
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Wir unterschätzen gewiß nicht die Gefahr, welche das Für die Betheiligung unserer Partei an den preußischen
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In sehr instruktiver und durchaus den thatsächlichen Ver- für Freiheit und Volfsrecht bietet, aber wir wissen doch auch, 8entrums. In Schlesien setzen die Konservativen in den Kreisen, hältnissen entsprechender Weise wird in Nr. 192 des Vorwärts" daß die Geschicke des deutschen und des preußischen Volkes wo ihre Herrschaft bedroht ist, ihre Hoffnung auf die klerikale Partei. Die Schlesische Zeitung" schreibt bereits in diesem Sinne. Das von einem„, im Vordertreffen der Partei stehenden Genossen"*) trok alles Junkerhochmuths nicht mehr im preußischen Landtag Liebeswerben hat aber wenig Aussicht. Die in Ratibor erscheinende die Unmöglichkeit nachgewiesen, bei den Wahlen zum preußi- entschieden werden. An den Wahlurnen zum Reichstag Oberschlesische Volkszeitung" weist dem Organ der Konservativen schen Landtage in irgend einem Wahlkreise eine sozialdemo- schmiedet das Volt sich sein Recht, und die Sozialdemokratie berb und träftig die Thür mit den Worten:" Was man von konserfratische Wahlmänner- Majorität zu erzielen. Die Schwierig vor allem muß sich davor hüten, Verwirrung in ihre Reihen vativen Versprechungen zu halten hat, haben uns erst die letzten keiten und Nachtheile, denen sozialdemokratische Urwähler und dringen zu lassen, nur um fleiner, noch dazu ganz unsicherer Wahlen gezeigt. In Schlesien , wenigstens in Oberschlesien , dürfen Wahlmänner ausgesetzt sein werden, sind mit den in dem Vortheile willen die Positionen ihrer kapitalistischen Feinde zu die Konservativen auf eine Unterstützung seitens des Zentrums kaum Artikel angeführten Beispielen gewiß noch nicht erschöpfend stärken. Und das geschieht ganz zweifellos, wenn bei den rechnen. Ihre Macht im Landtage zu stärken, hieße sich selbst den dargelegt, aber sie reichen vollkommen hin, um auch dem un- Landtagswahlen nach dem Vorschlage des Genossen verfahren Prügel zurechtſtuzen. Auch der demokratische Theil der rheinischen Zentrumsverbesserlichsten Erfolgsoptimisten den Glauben an die Möglich- wird. Die Nachtheile, die entstehen werden, wenn wir dem presse steht der Betheiligung unserer Partei an den Landtagswahlen feit eines aus sozialdemokratischen Stimmen hervorgegangenen sterbenden Liberalismus neue Kraft einflößen, find weit erheb- sympathisch gegenüber. Landtagsmandates zu nehmen. Nur eins ist an diesen licher, als es im ersten Augenblick erscheint. Mit der Stärkung unangreifbaren Ausführungen bedauern; nämlich, des Freisinns verhindern wir vielleicht einige Badenkneifereien wir unseren Lesern aus ihrem neulichen Artikel Mittheilungen machten. Die ,, Schlesische Morgen- 3tg." ist wenig erbaut davon, daß daß sie etwas post festum kommen, und gemacht der Reaktion, schaffen uns aber sicher dafür in wirth- Sie scheint zu ahnen, daß Ton und Inhalt uns sehr willkommen werden, um die Warnungstafel, welche der Hamburger Beschluß schaftlicher Beziehung Nachtheile, zu deren Beseitigung wir waren, und nachträglich einzusehen, daß auch diese Dinge besser zur Aufrechterhaltung des Klassenkampfstandpunktes auch bei später verdoppelte Kraftanstrengungen machen müssen. Empfiehlt nicht öffentlich zu erörtern" waren, daß die Diskussion darüber in den Landtagswahlen aufgepflanzt hat, umzulegen. Wäre sich es sich also schon aus prinzipiellen Gründen nicht, ohne den die einzelnen Vertrauensmännerkreise gehöre". Auf ihre Auslassungen die Hamburger Majorität so klar darüber gewesen, wie unser Stampf gegen alle Gegner aufzunehmen, für den Freisinn zu weiter einzugehen, haben wir keine Veranlassung. Daß die UeberGenosse, daß an selbständige Erfolge bei den Landtagswahlen stimmen, so noch weniger in taktischer Hinsicht. Eine Partei windung des Feudalismus durch den Kapitalismus für die fort absolut nicht zu denken ist, so würde der Betheiligungsbeschluß wie die Sozialdemokratie kann nur dann einen Wahlkampf schreitende Entwickelung nothwendig ist, wird sie vermuthlich doch überhaupt nicht gefaßt worden sein. führen, wenn ihr ihre eigene Fahne vorangetragen wird. nicht begreifen, mindestens nicht zugeben. Nur eine Frage. Daß es bei uns in Preußen an Aufklärung fehlt, wird wohl jeder Der Hamburger Beschluß entstand, weil sich herausstellte, Bon vornherein in die Hinterfront gedrängt, zu einer Hilfsmann eingestehen. Warum hat nun die konservative Partei, die, daß die Mehrzahl der Delegirten eine Betheiligung an den truppe für eine gegnerische Partei degradirt, wird ihre Kampfes- wie die„ Schles. Morgen- 3tg." sagt, seit 50 Jahren mitten im Volt Landtagswahlen wünschte- freilich nur unter strittester lust geschwächt und, was noch viel schlimmer ist, die Ein- steht, nicht für Aufklärung gesorgt? Unsere Antwort ist leicht Innehaltung der bisherigen Taktik bei Wahlen- in voller heitlichkeit wird gelockert und somit die Leistungsfähigkeit für gegeben: Je aufgeklärter das Bolt wird, umso weniger ist es geneigt, Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Und dieser Beschluß spätere, im eigenen Partei Interesse zu führende Aktionen die Junterherrschaft zu tragen. Aber welche Antwort giebt die wurde gefaßt, obgleich von der Minorität wiederholt geschädigt. Das uns zugemuthete Experiment ist, unseres Er- Schles. Morgen- 3tg."? auf die absolute. Erfolglosigkeit in bezug auf Mandate achtens nach, zu gefährlich. zu gefährlich. Man braucht wahrhaftig Zu der Windthorst- Enthüllung geht der Neuen Berliner hingewiesen war. Pessimist zu Der Standpunkt, den unser Genosse fein fein und fann die höchste Korrespondenz" von einer Seite, die mit den einschlägigen Verim Vorwärts" vom 18. d. m. vertritt, ist unseres Wissens Meinung bon der Unverwüstlichkeit unserer Partei hältnissen angeblich wohl vertraut ist, nachstehende Mittheilung zu: in Hamburg garnicht diskutirt worden. Wir erinnern uns thätigkeit haben und doch dabei wünschen, daß wir von Die Blättermeldung, der Kaiser habe kurz nach der Entlassung nicht, daß von irgend einer Seite in Hamburg - früher und der Probe auf dieses Erempel verschont bleiben. Also lassen des Fürsten Bismarck bei Dr. Windthorst sondiren lassen, ob er zur später ist es allerdings in der Presse und Versammlungen wir es bei dem Hamburger Beschluß. Aufzwingen fann man Uebernahme eines preußischen Ministeriums bereit sei, beruht offenbar geschehen verlangt wurde, unsere Partei solle sich von vorn die Betheiligung an den Wahlen keinem Wahlkreise. Handelt auf einer Zeitverwechselung. Demi das ist eine Thatsache, daß nach der Einverleibung des Königreichs Hannover in Preußen Dr. Windtherein zu gunsten des Freisinns an den preußischen Landtags- es sich wie der Artikelschreiber des Vorwärts" behauptet horft nicht abgeneigt gewesen ist, ein preußisches Ministerium zu wahlen betheiligen. Es wäre wirklich auch eine recht fünft bei unserem Eintreten nur darum, weitere Rückschritte an übernehmen, von Bismard aber bezüglich der Erfüllung seines liche Interpretation, wenn aus dem Verbot mit anderen bestehenden Volksrechten nnd Volksfreiheiten zu verhindern, Wunsches, so oft auch eine Anspielung darauf erfolgte, hingehalten Parteien Kompromisse und Bündnisse einzugehen", geschlossen verzichtet man auf jede selbständige Agitation, so erübrigt sich wurde. Ein einziges. Mal ist diese Absicht des verstorbenen werden dürfte: die Stimmen der sozialdemokratischen Urwähler da, wo freisinnige Wahlen sicher sind, unser Eintreten von Bentrumsführers in preußischen Abgeordnetenhaus zur Sprache getönnen sofort für gegnerische Parteien bezw. für das kleinere selbst. In den übrigen Wahlkreisen, wo eine Betheiligung bracht worden. Es geschah dies anfangs der 80er Jahre vom AbUebel mobil gemacht werden. Nein, das kann und will möglich", d. h. wo fozialdemokratische Wahlmänner gewählt geordneten Frhen. v. Bedliß- Neukirch unter dem Hinweise,„ daß die Trauben dem Abgeordneten Windthorst jedenfalls zu jauer gewesen der Hamburger Beschluß nicht besagen. Wer Kompromisse werden können, befolge man unsere bisherige Wahltatiit. In feien". Uniter der Regierung des jetzigen Kaiſers ist von einer und Bündnisse mit anderen Parteien verwirft, verzichtet damit erster Linie sollten die Genossen für sozialdemokratische Wahl- lebertragung eines Ministeriums an Dr. Windthorst jedenfalls nie noch nicht auf selbständigen Stampf, giebt eine 30 Jahre lang männer, bei engerer Wahl für die Kandidaten der bürger- die Nede gewesen. erfolgreich bewährte Taktik nicht preis und verwischt nicht lichen Opposition stimmen. Ebenso bei der Abgeordneten- Die Köln . Voltsztg." hat der ursprünglichen Meldung keinen die Linien des Klassenkampfes, selbst nicht um eines wahl zunächst für einen der Unseren als Ab- Glauben geschenkt. aber der Stichwahl an sich im Augenblick erstrebenswerthen Zieles willen. geordneter stimmen, Reichstags- Abgeordneter Graf v. d. Decken ist heute gee In unseren Reihen braucht über die Nothwendigkeit, das den Oppositionskandidaten, wobei natürlich die Parteirichtung storben. Abg. v. d. Decken( geb. 5. Oftober 1836 in Braunschweig ) ostelbische Junkerthum und die ihm zu gemeinsamem Raub- und die persönliche Stellung des Mannes in betracht gezogen gehörte zur deutsch - hannoverschen Partei and war im Reichstage, zuge verbündeten nationalliberalen Großindustriellen, sowie werden muß, denn, oppositionell" in bestimmten Dingen fann wo er den 7. Hannoverschen Wahlkreis vertrat, bei keiner Fraktion. das bildungsfeindliche Zentrum zu verhindern, dem Volke unter Umständen auch einmal ein Nationalliberaler sein. v. d. Decken wurde in der Stichwahl gegen einen Nationalliberalen noch mehr wirthschaftliche Aderlässe zu appliziren und noch Diese Tattit ist auch nicht direkt widersinnig", wie es in dem gewählt. Runmehr sind schon 3 Wahlkreise erledigt. mehr reaktionäre Fesseln anzulegen, kein Wort weiter ge- Vorwärts"-Artikel heißt. Sie entspricht vollständig unserem sprochen zu werden. Wenn das preußische Wahlsystem für die Verhalten bei den Reichstagswahlen, ermöglicht die agitatorische Sozialdemokratie diese Möglichkeit böte, dann würden, wie Parteithätigkeit für unser Programm und läßt das Stärke schon längst in den übrigen Landtagen, sich die sozialdemo- verhältniß unserer Partei in die Erscheinung treten. Auch die fratischen Hechte auch in dem stagnirenden Karpfenteiche der Befürchtung, daß wir hierdurch dem" Freifinn" schaden preußischen Gesetzgebung herumtummeln. Aber daran liegt fönnten, ist grundlos, denn das Erempel von dem Ausfall es ebenso wie wir hinein müffen aus eigener Kraft des Freisinns stimmt nicht, weil die sozialdemokratischen UrDie Gewerkschaften werden ersucht, zit diesem Tage feinte kommen wir nicht hinein, und unsere Parteigenossen für eine wähler und Wahlmänner bei engeren Wahlen ja für Betheiligung zu der wärmen, halten wir erstens für unausführbar, erstens für unausführbar, weil schlag geben werden. Wo allerdings die agrarischeine solche Absicht an den Klassengegensäßen scheitern müßte, flerifale bon vornherein über die Mehrund zweitens für politisch und tattisch verfehlt. Unser Genosse heit der Urwähler und damit der Wahlmänner ververlangt die Unterstügung der bürgerlichen Opposition, weil fügt, da können dem Freisinn" die sozialdemokratischen sie ihm weitere Rückschritte in Volksrechten und Volts- Stimmen nichts nüßen, auch wenn er dieselben gleich im freiheiten zu verhindern geeignet erscheint". Wo sind die ersten Wahlgang erhält. Die Nachtheile der öffentlichen Sicherheiten hierfür? Liegen dieselben beim Zentrum? Stimmabgabe, die Zeitversäumniß, die Veröffentlichung und Findet man diese Garantien beim Freifinn? Bieten die Kontrolle der Wahlmänner und was sonst diesem elenden Nationalliberalen Hoffnung auf Zurückdrängung der Reaktion? Wahlgesetz anhängt, sind gewiß sehr groß, aber all das spräche Diese Fragen stellen, heißt sie zugleich beantworten. Lassen nur gegen die Wahlbetheiligung, nicht aber für das sofortige wir Zentrum und Nationalliberale ganz beiseite, halten wir Eintreten für bürgerliche Parteien. uns an den Freisinn. Von den Erfahrungen, die bei den Soll jedoch auf der ganzen Linie gewählt werden, so Letzten Reichstagswahlen mit dem bürgerlichen Radikalismus ge- möge die Selbständigkeit der Partei im Wahlkampfe aufrecht macht sind, sehen wir ebenfalls ab- das würde uns nicht hindern erhalten, und wenigstens die Hauptwahlen unter dem sozialaber wird der fortschrittliche Manchesterklüngel, entsprechend demokratischen Banner vollzogen werden. feinerp inzipiellen Feindschaft gegen die Arbeiterklasse, nicht genau so bereit sein, etwaige im Reichstag mühsam errungene Schuhmaßregeln für die Arbeiter auf dem Wege der Landesgesetzgebung und der Verwaltung zu verhunzen und zu beseitigen, wie die Micbdch, Stumm, Bued und Konsorten? An Beispielen hierfür fehlt es doch nicht. Das Verhalten bei der Bäckerei- Neue Opfer des modernen Bergbaubetriebes! Auf verordnung und die freisinnige Heze gegen die Kommission der Zeche Viktoria Matthias" bei Essen ist während der für Arbeiterstatistik spricht in dieser Beziehung überaus Kohlenförderung ein Theil des Schachtes eingestürzt, wodurch deutlich ein Steiger und sechs Häuer verschüttet Die freisinnige Verhinderung weiterer Rückschritte in Volks- wurden. Da das Vordringen an der Einsturzstelle mit den rechte Boltsfreiheiten kann der Arbeiterklasse recht theuer größten Schwierigkeiten verbunden ist, steht leider zu be fürchten, daß keiner von den Sieben das Licht der Sonne zu ste kommen und es erscheint• wenn denn einmal gewählt berden soll nicht richtig, für das vom Freifinn allen wieder schauen wird. Wir wollen hoffen, daß diese Be falls gebotene Linsengericht das Erstgeburtsrecht des frischen fürchtung sich nicht erfüllt, daß es doch noch gelingt, die waderen Snappen zu retten.: fröhlichen Dreinschlagens zu verkaufen.
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für
Das chriftlich- soziale Volk" schreibt hente seine stereotype Notia: Gewerkschaft und Parteipolitik. Die Vertrauenspersonen" der sozialdemokratischen Partei erlassen einen Aufruf zu einer Parteibersammlung im Feenpalast betr. die Landtagswahlen:
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kommen wir nicht hinein, bürgerlichen Opposition zu er die Kandidaten der bürgerlichen Opposition den Aus- Parteigenossen ist umsomehr nothivendig, als in dieser Ver
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Reaktion
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Politische Neberlicht.
P. S,
Angesichts dieses neuesten Grubenunglüds wird das *) Ta in einem Theile der Parteipreffe angmommen wird, daß preußische Gesammtministerium wohl kein Bedenken tragen, Auer der Verfaffer des Leitartikels in Nr. 192 des Vorwärts" die bekannte Denkschrift der Zechenbesizer- Koalition dorthin
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ist, so konstatiren wir, daß dies nicht der Fall ist. Ned. d.„ Borw.". zu werfen, wohin sie gehört.-
Bersammlungen einzuberufen. Bahlreiches Erscheinen der sammlung endgiltig Beschluß darüber gefaßt werden soll, ob die Partei in Berlin an den Landtagswahlen theilzunehmen hat." Aber was haben doch die Gewerkschaften mit der sozialdemo fratischen Partei zu thun?
Weiß das Organ des Landtags- Abgeordneten Stöcker nicht, daß im Landtage die lex Rede verhandelt wurde, daß die Bergwerks Gesetzgebung in den Bereich des Landtags gehört? Und da sollen die Gewerkschaften nicht an der Zusammensetzung des Landtags intereffirt jein!! Da die Gewerkschaften wegen unserer famosen Vereinsgesetzgebung sich nicht selbst bei dieser Frage bethätigen können, ist es doch selbstverständlich, daß man sie auffordert, Veranstaltungen anderer, die doch in ihrem Interesse liegen, durch gleichzeitige Veranstaltungen nicht zu stören.
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Ein Generalstreik der Fleischermeister Deutschlands wird von einem Meister in Schleswig- Holstein in der„ Zentral- FleischerBeitung" empfohlen, damit dadurch die Deffnung der Grenze für ausländisches Vieh erzwungen werde.„ Wenn nur", schreibt er, eine Woche kein Fleisch zu bekommen wäre und kein Käufer auf den Fettviehmärkten erscheinen würde, so würden die Regierung und die Agrarier wohl vor der Macht der vereinigten Fleischer einigen Respekt bekommen."- Ernst zu nehmen ist der Vorschlag der " Bentral- Fleischer- Beitung" schon wegen des völligen Mangels an Solidaritätsgefühl in jenen Streifen wohl nicht, immerhin bleibt er fymptomatisch für die Situation, welche durch die Fleischsperre ge schaffen wurde. Ein Landschlächter aus Thüringen schildert die durch die Sperrmaßregeln herbeigeführte Nothlage der Schlächter, indem er schreibt:
Ganze acht Tage lang sei er in den Ortschaften umhergefahren und er habe weder ein fettes Rind noch ein Schwein auftreiben können, so daß er schließlich beim Händler kaufen und Schweine ungeschlachtet per Zentner mit 68 M. bezahlen mußte. Ist das Fleisch dann fertig zum Verkauf, so kostet es dem Schlächter selbst pro Pfund 75 Pf. Die Landwirthe hätten, gefragt, warum fie feine Schweine mästeten, erklärt, wem die Gerste mehr als 7 M. fofte, lohnt es sich nicht." Bleibt die Lage so, fährt der Landschlächter fort, so muß ich mein Geschäft, da iar in der letzten Zeit nur Berluste gehabt, einstellen. Und so were es sehr vielen Schlächtereien im ganzen Deutschen Reiche ergehen.