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3. Jahrgang.

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Um Hus.

Socialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik.

Samstag, 16. Juni 1923.

Stambolijsti im Rampfe getötet.

Berhastet, entflohen und als Rebell gefallen.

Sofia , 15. Juni. ( VTA.) Stambolijski wurde gestern um 7 Uhr morgens in dem Dorfe Golak gefangengenommen. Stambolijsti wendete sich an den Kommandanten der Mi litärabteilung und erklärte ihm, daß er sich ergebe. Gestern um 3 Uhr nachmittags wurde Stambolijski im Automobil aus Beiren ach Tatar Pazardžif überführt, wo ihn die Be völkerung Ihnchen wollte. Um unwillkommenen Vorkommnissen vorzubeugen, wurde Stam­bolijski wieder nach Slavovice zurüdgebrach Unterwegs wurde aber da sAuto von bewaff neten Bauern überfallen, wobei es Stambolisti gelang zu entfliehen. Es wurde sofort seine neuerliche Verhaftung und Ueberführung unter sicherer Begleitung nach Sofia angeordnet. Bei der Verfolgung lam es zu einer Schießerei, in deren Verlauf Stambolijsti getötet wurde. Die Regierung bedauert dieses Ereignis tief and ordnete eine genaue Untersuchung an.

Poincarés Gegenforderungen.

Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch bie Bost

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monatlich.. 16.­vierteljährlich 48.­halbjährig 96.­ganzjährig.. 192­

Rudstellung

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Nr. 138.

Die Minoritäten Rumäniens .

Die neugeschaffenen oder beinahe zu Groß staaten angeschwollenen Nationalstaa­ten", die fast alle beträchtliche Minderheiten in ihren Grenzen beherbergen, halten sich, um den Charakter eines Nationalstaates zu wahren, für verpflichtet, die Rechte der Minderheiten auf ein Minimum zu reduzieren. Die mit den Siegern im Weltkrieg abgeschlossenen Minoritätenber­träge dünken sie ein wertloses Stüd Papier , Klagen beantworten sie mit vermehrter Unter­drückung und der Außenwelt gegenüber mit der Behauptung, alle Beschwerden seien Lügen, ihre Minderheiten hätten es so gut wie in Abrahams Schoß und jedenfalls weit beffer, als sie, die jegige Staatsnation, es einst im deutschen " Habsburgerreich gehabt hätten. So hört mans in verschiedenen Tonarten, doch mit der gleichen Grundmelodie, bei uns in der Tschechoslowakei , in Polen , im Südslawenstaat und in Ruma­ nien . Für diesen lettgenannten Kulturstaat liegen neuerdings zwei besonders interessante Dokumente vor.

Mit ungetrübter Heiterkeit jahen wir jüngst das Hauptorgan der tschechischen Sozial­Demokraten einen Vergleich ziehen, der die Richtigkeit und Erfolghaftigkeit der Koalitions­politik seiner Partei veranschaulichen sollie. Seht, so rief es, die österreichischen Sozial­damokraten müssen den Kampf um das Recht der Leichenverbrennung führen, das die Re­gierung Seipel der Gemeinde Wien streitig zu machen sucht, wohingegen in der Tschechoslo­wakischen Republik dieses Recht schon unange­fochten besteht. Woraus das Blatt eben den fühnen Schluß zog, die tschechische Sozial­demokratie habe eine bessere Politik gemacht als unsere österreichischen Genossen, und es sei ihr gelungen, durch ihr Verbleiben in der Roalition die flerifale Reaktion wirksamer ju rückzudrängen, als es die österreichische Partei vermochte, da sie in Opposition zur Regierung stand. Das Herausgreifen einer solchen Detail­Berlin, 15. Juni .( Eigenbericht.) Nach der Reichsregierung einige ergänzende Angaben frage aus dem ganzen Kompler der politischen Das eine der beiden veröffentlicht die Pra­den Mitteilungen der Pariser Prejse fordert zu dem Memorandum zu verlangen, durch die ger Presse", man weiß nicht, ob aus Schaden­und kulturellen Verhältnisse würde einem Taschenspieler alle Ehre machen, ernſten po- Poincaré in der Frage des passiven Wider festgelegt würde, gegen welche Zugeständnisse die freude über das Schicksal der Rumänien zugefal litisch fundigen Menschen fann es die Erkennt standes die völlige Unterwerfung Reichsregierung zu Konzessionen in der Frage lenen Magyaren oder aus Genugtuung, daß nis nicht wegesfamotieren, daß die klerikale Deutschlands unter den Willen der Fran- des passiven Widerstandes bereit sei. In Ber- auch der große rumänische Bruder sein Gefrett mit diesen verdammten, ewig unzufriedenen Mi­Reaktion bei uns ganz anders als in Dester zosen. Es soll zwar zwischen den Alliierten ein lin ist von einer solchen Anfrage Englands noch noritäten hat. Wir erfahren hier, daß die Ma. reich auf dem Marsche ist und daß sie sich Einvernehmen erzielt werden, doch will man nichts bekannt. gharen Rumäniens , nachdem sie sich geduldig gerade im Schatten der Koalition, die dem auch England vorher für die Forderung nach Die Bedingungen Poincarés genug alle Schuldrosselungen haben gefallen los Widerstand der freiheitlichen Parteien die Aufgeben des passiven Widerstan würden eine vollständige Kapitulas fen, endlich vor zwei Jahren zu einem Landes. Hände bindet, ouf das üppigste entfalten des gewinnen. Die Reichsregierung soll alle tion bedeuten und können von teiner beut. fongrez in Targul Mures zusammengetreten waren und hier ihre dringendsten Schulforderun­Verordnungen aufheben, durch die den Behörden ich en Regierung angenommen wer gen in sechs magvollen Punkten eines Be­Wenn daffir noch ein Beweis fehlte, der verboten wird, der Besatzungskommission den. Selbst wenn sich eine Regierung fände, fchlußantrages" zuſammengefaßt haben. Об Streit um Hus, den die lerifalen, um eine gehorchen, eine Amnestie für alle Beamten, die die die Rapitulation onnähme, würden die Ruhr- nun die Behauptung der Regierung, daß fie Kraftprobe zu liefern, mutwillig vom Zaune sich den Bejaßungsbehörden fügten, soll erlassen, arbeiter ihr die Gefolgschaft verweigern. So- dieſe Reſolution niemals erhielt, zutrifft oder gebrochen haben, würde ihn erbringen. Auf dem historischen Prager Altstädter Ning stand die Vermeidung von Vergeltungsmaßnahmen lange die franzöfifchen Gewaltmaßnahmen an nicht: soviel iſt ſicher, daß die liberalen Oligar nahe dem heute noch dort befindlichen Susio garantiert werden. Die Reichsregierung dauern, lann von einer Steigerung der Produl- then von Bukarest auch nicht die kleinste Forde rung erfüllt haben oder zu erfüllen gedenken, denkmal eine Mariensäule. Sie war ein Ge- foll berfügen, daß alle Befehle der Militärbehörde tion nicht die Rede sein. denn die Magharen haben es eben unter dem Bufarester Szepter föstlich getroffen und ihre Lehrer find unpatriotisch". Das sind sie, trop dem die Resolution mit dem Sazze schloß: Es würde uns zu großer Beruhigung gerei­chen, wenn wir das, was wir als loyale Staatsbürger erreichen wollen, nicht durch Aufklärung des Völkerbundes über unsere Lage uns erwerben müssen." Man sieht: ob die Mi­noritäten sich ,, loyal" gebärden oder nicht, kommt praktisch auf dasselbe hinaus. Tun sie's, so fann man mit ihnen nach Belieben umspringen, weil sich ja brave Staatsbürger alles gefallen laffer müssen; und tun sie's nicht, darf man sie hijo. nieren, weil dem illovalen" Vack gegenüber of. les erlaubt ist.

fonnte.

schent Ferdinands III ., errichtet in der Zeit befolgt werden und die Eisenbahner sollen die Immerhin zeigt die im Gange befindliche des Sieges der fierifalen und habsburgischen Arbeit wieder aufnehmen. Die Urteile der Diskussion, daß Frankreich bereit ist, über das Reaktion. Man muß nicht gerade an der in Kriegsgerichte sollen als rechtsgültig anerkannt Aufgeben des deutschen Widerstandes wenigstens den Umsturztagen betriebenen Bilder- und werden. Es ist an der deutschen Regierung, deutlich zu sagen, unter welchen Bedingungen der

Denkmalstürmerei Gejchmad finden und fann England scheint dem Drängen Franireichs doch verstehen, daß damals eine erregte Volfs­menge dieses Symbol der blutigen Niederwer- gegenüber die Methode zu verfolgen, Zeit zu Widerstand abgebaut werden kann. fung der tschechischen Freiheitsbewegung, das gewinnen und hat angeblich die Absicht, von an die Zeit der tiefsten, dem tschechischen Volke= ØR JEZ» RIS zugefügten Schmach erinnerte, hinwegräumte. Tommen und die erreichte Macht dann skrupel Kirche vom Staate und die gemeinsame Be­Nicht so sehr religiöse Gründe denn wann los ausnüßen wird, die Bevölkerung zur nüßung der Kirchen und Friedhöfe, Fragen, ginge es den Klerikalen vor allem um die alleinseeligmachenden Kirche einrückend zu die, ſeit der Herr Miniſter Schramef in Rom Religion! als gerade die symbolische Be- machen". Die Geschichte lehrt, daß die Röm- die Weisungen des Vatikans empfangen hat, deutung der Säule für die klerikale Macht, linge bei diesem frommen Geschäfte in der faum mehr noch der Diskussion wert gehalten Wenn im übrigen die Rumanen das Anz. ließen den Klerifalen die Abtragung der Säule Auswahl der Mittel nicht von Bedenten an- werden, geschweige, daß die Koalition an die land glauben machen wollen, daß ihre Minder­schmerzhaft empfinden, nicht minder, als das gekränkelt zu Werke zu gehen wissen. Schon Durchführung dieser Reformen dächte. Nein, heiten feinen Grund zur Klage haben, so ist Vorhandensein des Denkmals des Mannes wässert ihnen der Mund:" In naher Zeit heute gehen die Klerikalen aufs Ganze los: ihnen diese Auslandspropaganda" in England auf dem Altstädter Ring, der, weil er die merden nicht nur 80 Prozent, sondern 99 nicht mehr bloß Berhinderung dieser oder jener übel geraten. Eine Anfrage unseres Genossen Kirche zu reformieren suchte, zu Konstanz als Prozent der Bevölkerung fatholisch geworden fulturellen Reform, sondern Groberung des Noel Burton von der Labour Party and die Keßer den Verbrennungstod auf dem Scheiter sein." Mit unverfälscht flerifaler Frechheit Staates und der Macht über die ganze Be- Antwort des Staatssekretärs für Aeußeres, Mac haufen erleiden mußte. fügt der Verfasser herausfordernd hinzu. auf völkerung; deren Unterwerfung und Statho- Neill, im Unterhaus zeigt, daß die Briten sich von Nun da die Klerikalen ihre Macht wach volle 100 Prozent reflektiere die fatholische fischmachung" ist das Ziel. So feicht, wie sich den Bojaren lein für ein u vormachen lassen. sen sehen, sind es diese Denkmäler und die Kirche gar nicht, sie überlasse vielmehr dieses die Stlerifalen sie vorstellen, die noch immer Denn aller Pressemache zum Trotz lent:: Bur­ton die Aufmerksamkeit des Hauses auf die dem Erinnerung an Hus, die sie an die Spitze eine lezie Prozent als Abfallprodukt" ſich glauben, im dreizehnten Jahrhundert zu leben, Friedensvertrage nicht entsprechend: Behand ihres offensiven Kampfes stellen. In den leß- selbst. Und um das Maß des Sohnes voll zu ist die Sache freilich nicht, aber ihre frechen lungsar der Minderheiten in Rumänien . Zie ten Jahren spielten sie die Komödie der Be- machen, meint er, es sei früher gejagt wor- Großsprechereien zeigen doch, wie fest im Verbündeten hätten aus Rumänien einen mäch drückten im Staate; das ist vorüber, sie lassen den, das Husdenfmal vertrage nicht die Sattel sißend sie sich fühlen. Warum auch tigen Staat geschaffen und hätten darauf bestan­die verlogene Maske der Märtyrer als über- tähe der Marienjäule: Heute afzeptieren wir nicht? Die Koalition haben sie und Kramarsch den, daß Rumänien auch den Minderhetsver flüssig fallen und gehen zum Angriff über. Wie diese Behauptung! Was ist die Folge? Das in der Tasche, und wenn Dr. Kramarich als trag unterschreibe. Die rumänische Regierung schr sie Morgenluft wittern, verriet dieser Tage schlechte Denkmal eines schlechten Mitglied dieser Koalition drohen kann, daß, habe dies zu tun gezögert, bis sie Berbindeten das Blatt des Ministers Monsignore Schra Predigers, von einem schlechten Bildhauer wenn es nicht mit dem Parlament" gehen durch ein Ultimatum im Dezember 1019 d:: An met, das nunmehr meint, seiner Rüdheit und ich le cht aufgestellt und durch seine bomba solite, es ohne Parlament" gehen müßte, erkennung des Minderheitsvertrages erzwungen schlecht Dreistigkeit keine Schranken mehr seßen zu stische, komische Form das Gefühl jedes Men warum sollte Schramek, der andere Koalitions hätten. Unter diesen Umständen sei es Pflicht der Verbündeten, auf die Durchführung des Mi­müſſen: Das Fortschrittlertum verendet und schen beleidigend, dessen Schnerven nicht auf führer, nicht mit der Aufrichtung des klerika- noritätenſchutzvertrages in Rumänien zu achten. brüllt wie ein Besoffener, der aus dem Wirts- beiden Seiten verkümmert sind, darf nicht sen Terrors drohen! Weiß er doch, daß der Der rumänische König habe im Jahre 1918 dic haus herausgeworfen wird." Und zuversichtlich länger diesen schönen Plas versleritalismus auch bei den deutschfreiheitlichen Minderheitsrechte garantiert, vor furzer Zeit verkündet es: Es ist kein Zweifel darüber. nnzieren!" In ähnlicher Weise speit das Parteien auf feinen Widerstand zu rechnen aber habe ein rumänischer Minister erklärt, daß daß die Mariensäule auf dem Altstädter Ring Blatt gegen die Absicht, den Todestag Hus' braucht, denn selbst die deutschnationalen ein- man diese Versprechen nicht einhalten könne, wieder errichtet werden wird. Nicht wiederum staatlichen Feiertag zu machen. Alles ist stigen Los von Rom- Geher haben um der und daß auch der Winderheitsvertrag aus höhe aufgestellt, sondern errichtet!... auf den Ton gestimmt, mit dem Schramefs flerifalen Wahlhilfe willen alle fulturellen rem Staatsintereffe außer acht gelassen werden müsse. Burton zitierte die Artikel der Times" Die neue Säule wird ein Geschenk des Leibjournal die Ankündigung von der bevor Stämpfe längst aufgegeben. ganzen Volkes sein, wir sagen: des ſtehenden Katholischmachung" der Bevölke: So ist der Austilgungsfeldzug gegen das über die in Rumänien herrschende Korruption ganzen." Die Kuttenträger sehen in ihrer rung des tschechoslowakischen Staates einleitet: Brager Husdenkmal nicht ein solcher gegen Jugoslawien herrschen. Er erklärte, daß man und fügte hinzu, daß ähnliche Zustände auch in Phantasie die Zeit heraneifen, da sie wieder Scute ist die Zeit gekommen, in anderer dieſes allein und nicht nur ein Stampf um in Rumänien die oppositionelfen Abge­die Macht haben werden, das Wolf katholisch Sprache zu sprechen, in der Sprache der Klar- Sus. Die Klerikalen suchen sich just die größte ordneten aus der Kammer hinaus­Zeit der tschechischen Geschichte aus, um sie zu werfe. Die Juden würden verfolgt. zu machen". Das tschechische Volt ist katholisch heit." Und in der Tat: an Klarheit ihrer Ab- beschmußen, weil sie sich allmächtig fühlen. Die nicht rumänischen Bitcher wür und wird fatholisch bleiben", und wenn das Herr Schramek jagen läßt, so meint er damit sichten lassen die Klerikalen nichts mehr zu Die Herausforderung gilt aber der gesam den tonfisziert. Selbst die Bibel sei fon­nicht nur das tschechische Volt, ion- wünschen übrig. Wofür die Klerifalen rüsten. ten Bevölkerung, auch der deutschen Arbei fissiert worden, wenn sie in ungarischer Sprache dern er versteht darunter, daß der Kleritalis ist nicht mehr ein Kampf gegen einzelne Re- terschaft. Das wird und muß dieje im Auge geschrieben war. Während der Aufführung von amlet" in dem Klausenburger ungarischen mus im Staate überhaupt zur Herrschaft formen, wie die Frage der Trennung der behalten!

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