Nr. 228.
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Erscheint täglich außer Montags.
Vorwärts
Berliner Volksblatt.
15. Jahrg.
Die Insertions- Gebühr
beträgt für die fechsgespaltene Rofoners getle ober deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.
Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin".
Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Bezugs- Einladung.
Parteigenoffinnen und Parteigenoffen!
Mit dem bevorstehenden Vierteljahrswechsel wird auch das politische Leben, obschon es in diesem Sommer niemals gänzlich eingeschlummert war, sich wieder lebendiger gestalten.
Schon in den nächsten Tagen wird der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie in Stuttgart abgehalten werden, auf welchem wichtige innere Parteifragen behandelt werden sollen, auf welchem aber auch die Proletarierpartei sich ihre Waffen neu schärfen will zu der Fehde, die der Arbeiterklasse und ihren Grundrechten von seiten der kapitalistischen Reaktion angesagt ist. Bei dieser hervorragenden Bedeutung des Parteitages haben wir Fürsorge getroffen, daß unsere Leser, trotz der weiten Entfernung des Kongreßortes, durch einen vollständigen telegraphischen Bericht aufs schnellste und ausführlichste unterrichtet werden.
Auch die preußische Landtagswahl wird noch im Monat Oktober stattfinden. Die Bedeutung dieser Wahl ist unseren Lesern hinlänglich klar gelegt. Ganz abgesehen von den verschiedenen Auffassungen über Betheiligung oder Nichtbetheiligung an der Wahl gilt es nun, auf grund der Parteitagsbeschlüsse und auf grund der vorliegenden politischen Nothwendigkeit den Protest gegen das elendeste aller Wahlsysteme und gegen die Klassenvertretung des preußischen Junkerthums in das Volk zu tragen.
Donnerstag, den 29. September 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.
Wird das Schicksal der jetzt bestehenden Unterstützungseinrichtungen Im Durchschnitt berechnet zahlten die be ein besseres sein? Wenn dieselben nicht nur auf dem Papier stehen treffenden Gewerkschaften in den Jahren 1892, sollen, sondern den Mitgliedern ein wirksamer Schuß in den verschiedenen 1893, 1894, 1895 und 1896 ihren Mitgliedern mehr Nothlagen des Lebens geboten werden soll, so steht schon jetzt für jeden als 11 mal soviel Unterstützung als die Gewertunbefangenen Beurtheiler fest, daß ohne wesentliche Erhöhung der vereine. Beiträge dieser Zweck nicht erreicht werden kann.
weiter als eine Vorspiegelung falscher Thatsachen, Bei Beiträgen von 10 resp. 15 Pf. pro Woche ist es nichts wenn die Leiter der Hirsch- Dunder'schen Gewerkvereine den Arbeitern einzureden suchen, daß diese Vereine ihnen eine auch nur den bescheidensten Ansprüchen genügende Reise-, Streit, Gemaßregelten-, Arbeitslosen- und Nothstands- Unterstützung, ferner Rechtsschutz und Ucbersiedelungs- Beihilfe gewähren könnten.
Die Kassenbestände der betreffenden Gewerkschaften betrugen zusammen Ende 1897 2 152 151 M. oder 32,20 m. pro Kopf. Das Vermögen der Gewerkschaften, welche Arbeitslosen Unterstüßung zahlen, ist demnach 3 mal so groß, als das der Gewerkvereine.
=
Um dem Einwand zu begegnen, diese 12 Gewerkschaften bildeten eine Ausnahme, feien nachstehend die ausgezahlten Unterstützungen sämmtlicher Gewerkschaften angeführt:
Reise- Unterstützung Arbeitslosen- Unterstützung Streif- Unterstützung Gemaßregelten- Unterstügung Unterstügung in besonderen Nothfällen
Zusammen.
.
Die Mitgliederzahl betrug Mithin pro Mitglied
1896
1897
M. 310 000
289 036
243 202
260 316
•
"
944 372
881 758
"
37 347
30 973
53 838
.
"
M. 1 588 759 328 830
1 526 989 404 567
M. 4,83
3,77
-
-
64.906
also für
die Ge
Getreu ihrem Prinzip, Arbeitseinstellungen auf alle Weise zu erschweren und zu verhüten", haben die Gewerkvereine für Streits bisher nur sehr minimale Beträge verausgabt. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Streils, welche von der Gesammtheit der Arwelchen sich die kleine Minderzahl der Gewerkvereinler nicht gut ausbeiter des betreffenden Gewerbes beschlossen worden waren und von schließen konnte, ohne den berechtigten Vorwurf des Verraths der Arbeiterinteressen auf fich zu laden. Erklärlicher Weise hat die Sonderbündelei der Gewerkvereine und der von ihnen vertretene hinter dem Rücken der gesammten im Kampf stehenden Arbeiterschaft Harmoniestandpunkt auch schon mehrfach dazu geführt, daß dieselben mit den Arbeitgebern Verhandlungen aufnüpften, entgegen dem Willen Nehmen wir den Durchschnitt von 1892-97 inkl. der übrigen Arbeiter mit den Kapitalisten für ihre Mitglieder ein 6 Jahre so ergiebt sich folgendes: llebereinkommen trafen und dann die Arbeit wieder aufnahmen. In Die Gewertvereine zahlten pro Jahr und pro allen Fällen war dies aber bisher schon nicht möglich und wird Mitglied an Unterstützungen 1,06 m. in Zukunft noch weniger möglich sein, je mehr die wirthschaftlichen werffchaften dagegen 4,06 m. also nahezu 4 mal Kämpfe durch die Prozenhaftigkeit der Kapitalisten an Schärfe, Aus- soviel. dehnung und Dauer zunehmen werden. Zeigen uns doch schon die Und nun noch ein letter Vergleich, der mehr noch als die vorStreits bei den Gewerkvereinen. Während in den Jahren 1892, in den Gewerkvereinen zeigt. beiden letzten Jahre eine wesentliche Steigerung der Ausgaben für stehenden die völlige Unzulänglichkeit der Unterstützungseinrichtungen 1893 und 1894 zusammen nur 2716 M. für Streiks verausgabt worden waren, wurden im Jahre 1895 dafür schon 3719 M., im Jahre 1896 fogar 8214 M. und im Jahre 1897 6660 m. verausgabt. Das sind allerdings mur ganz minimale Beträge im Vergleich zu der Gewerkvereine wird troß ihrer Harmonieduselei der Friede nicht den Streikausgaben der Gewerkschaften, aber auch für die Mitglieder ewig gesichert sein. Die Führer dürften allerdings alles aufbieten, einen ernsten Stampf mit den Kapitalisten zu vermeiden, um nicht den Aft abzufägen, auf dem sie selber sizen. Aber zu gewinnen ,, mit des Geprofitgierigen Kapitalisten. Und wenn mun einmal ein solcher ernster schickes Mächten ist fein ew'ger Bund zu flechten", noch weniger mit Kampf tommt, wie weit werden dann die Gewerkvereine mit ihren Kassenbeständen reichen?
Im Laufe des nächsten Vierteljahres wird auch der neu Im Laufe des nächsten Vierteljahres wird auch der neugewählte Reichstag seine Arbeiten wieder aufnehmen und es werden voraussichtlich alsbald die heftigsten Waffengänge zwischen den Volksfeinden und den freiheitlichen Elementen der Boltsvertretung beginnen.
Alle diese bevorstehenden Ereignisse werden die Aufmerksamkeit der denkenden Staatsbürger im höchsten Maße in Anspruch nehmen. Da ist auch der geeignete Zeitpunkt gekommen, wiederum neue Leser für den Vorwärts"
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und mit den Lesern neue Kämpfer für unsere Jbeen. Unser Blatt wird auch in Zukunft seine Pflichten gegenüber der Partei und vorzüglich gegenüber den Berliner Parteigenossen deren besonderes Eigenthum es ist nach besten Kräften zu erfüllen trachten. Es wird allüberall Vorkämpfer sein für die wirthschaftlichen und politischen Interessen der arbeitenden Voltsklassen, für die Hebung des Proletariats aus Noth und Erniedrigung.
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Wir ersuchen deshalb unsere Leser, alle Freunde unseres Kampfes mitwirken zu wollen, daß aus den Behausungen der proletarischen Frauen die Zeitungen der Bourgeoisie, die Ausbeuterblätter sowie die seichten Blätter des sensationellen Klatsches immer mehr verschwinden und das politisch ernste, für die Lebensinteressen des Volkes unentwegt streitende Arbeiterblatt Eingang finde.
Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am 1. Oktober mit der Veröffentlichung eines Prachtstückes realistischer Darstellungskunst, mit dem Abdruck des Antwerpener Sozialromans: „ Neu- Karthago"
von Georges Eckhoud.
Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von
1 Mark 10 Pfennigen frei ins Hans für den Vorwärts" mit Unterhaltungsbeilage und der illustrirten Sonntagsbeilage
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Die Neue Welt."
Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Bestellungen 3 Mark 30 Pfennigen
zum Preise von
für die Monate Oktober, November, Dezember entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste für 1898 unter Nummer 7576.) Die Redaktion des Vorwärts".
Zum 30jährigen Jubiläum der Hirsch- Duncker' schen Gewerkvereine.
( Schluß.)
Die Arbeitslosen- Unterstützung zahlenden Gewerkvereine in Vergleich gebracht mit den Gewerkschaften, welche keine ArbeitslosenUnterstützung zahlen, ergiebt folgendes überraschende Resultat: Gesammtsumme der Unterstützungen der betreffenden Gewerk
schaften:
1896 M. 890 401 267 623 Mt. 3,34
1897 907 387 337 739 2,69.
Zahl der Mitglieder Mithin pro Mitglied lich 1,10 W. pro Kopf, die betr. Gewerkschaften 3,02 M., also Die Gewerkvereine zahlten in diesen beiden Jahren durchschnitttrotz alledem, daß sie keine Arbeitslosen- Unterstützung ihren Mitiverkvereine. gliedern gewähren, dennoch 2/5 mal so viel, wie die Ge= ergiebt für die Gewerfvereine 1,06 m., für die Gewerkschaften Der Durchschnitt für die 6 Jahre 1892-97 2,09 M. also ungefähr das Doppelte.
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Ein Kassenbestand von 741 257 M., wie ihn Dr. Max Hirsch Ende 1895 für die Gewerkvereine angiebt, mag ja Leuten, beren Taschen leer sind und die keine Erfahrung auf wirthschaftlichem Gebiete haben, gewaltig imponiren; aber wie viel würde von dem Daß trok dieser Thatsache dennoch fast 80 000 Arbeiter den felben übrig bleiben, wenn einmal der hauptsächlichste der Hirsch Gewerfvereinen als Mitglied angehören, zeigt, ein wie gewaltiges Dunder'schen Gewerkvereine, der der Metallarbeiter, einen ernſten Bugmittel selbst die eigens nur auf dem Papier stehende ArbeitsKampf mit dem Kapital zu bestehen hätte? lofen- Unterstügung zum Beitritt in die Gewerkschaft ist. Schwerlich Kommen wird dieser Kampf früher oder später, trotz der läßt sich annehmen, daß die auf Wunsch von Arbeitgebern, welche Brotektion einiger gleichberechtigter Bundesgenossen"!!!, die Gewerkvereine protegiren, denselben Beigetretenen die Mehrheit wie Dr. Mag Hirsch die Arbeitgeber fürzlich titulirte. Die unerbittliche bilden. Logit der Thatsachen wird die in den Gewerkvereinen organisirten Arbeiter in den Klassen- und Interessenkampf hineintreiben.
Die große Mehrzahl find Arbeiter, welche sich in dem Wahn befinden, durch die Gewerkvereine einen Schuß in den verschiedensten Und wenn nun das Vermögen der Gewerkvereine durch den Nothlagen des Lebens zu finden. Von dem Augenblicke an, wo die Kampf wesentlich zusammengeschmolzen, wenn nicht gar ganz auf großen gewerkschaftlichen Zentralverbände den Ausbau des Untergezehrt ist, wenn dann eine große Zahl Gemaßregelte zu unterstützungswesens ernstlich in die Hand nehmen, Arbeitslosen- Unterſtügung stützen sind, was verschlagen dann Beiträge von 10 resp. 15 Pf. die einführen, wird den Führern der Gewerkvereine das beste AgitationsWoche? Verausgabte doch die Organisation der Buchdrucker nach mittel für diese entrissen sein. Infolge ihrer munerischen Stärke dem großen Streit im Jahre 1892 bei 16 000 Mitgliedern allein an fönnen und werden die Gewerkschaften weit mehr leisten, als die Gemaßregelten- Unterstügung 218 041,83 m., au Reise- Unterſtügung Gewerkvereine und dieselben bald in den Schatten stellen. Das 121 164,67 M., an Arbeitslosen- Unterstützung 235 528,40 M. Jns rapide Vorwärtsdrängen der wirthschaftlichen Entwickelung einerseits, gesammt betrugen in jenem Jahre die Ausgaben nahezu 40 M. pro fowie andererseits die, unter dem immer schärfer zu tage tretenden, Mitglied. zu drakonischer Unterdrückung all und jeder Emanzipationsbestrebung des arbeitenden Volkes vereinigte Kapitalistenklasse wird das übrige besorgen.
Diese eine Thatsache lehrt, daß die Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine bei ihren niedrigen Beiträgen ganz außer stande sind, den Mitgliedern in abnormen Zeiten den Schuß zu gewähren, den ihnen ihre Führer großprahlerisch versprechen.
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Ein einiges Handeln aller Arbeiter auf wirthschaftlichem Gebiet ohne Rücksicht auf Religion und Parteiangehörigkeit, die Bildung Aber auch mit dem Schutz der Mitglieder in Nothfällen in starter Organisationen zum Schutz der Arbeiterinteressen wird immer normalen Zeiten sieht es äußerst windig aus. Verfasser dieses hat mehr gebieterische Nothwendigkeit. leber jeden Harmoniedusel sich hierüber eingehend geäußert in Nr. 34 der Neuen Zeit". Hier werden auch diejenigen Arbeiter, welche so lange von den Vertreterit sei nur kurz darauf hingewiesen, daß die Karenzzeit in den Gewerk- deffelben abseits des großen Befreiungskampfes geführt worden sind, vereinen durchweg sehr lang ist bei 2 Gewerkvereinen beträgt zur fulturnothwendigen Tagesordnung übergehen und diese Tagesdieselbe bez. Auszahlung von Arbeitslosen- Unterſtüßung sogar ordnung heißt: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" 5 Jahre; daß die normirten Unterstügungssäge im Vergleich zu den jenigen der Gewerkschaften äußerst minimal sind; daß aber vor allem Unterstützung gezahlt wird. in den Gewerkvereinen in der sogenannten todten Saison keine
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Hieraus erklären sich dann auch die verhältnißmäßig geringen Summen, die die Gewerkvereine für Unterstützung berausgaben. Nach der von Herrn Dr. Mag Hirsch veröffentlichten Uebersicht über ausgezahlte Unterstützungen wurden von den Gewerkvereinen insgesammt verausgabt:
An Reise- Unterſtüßung Uebersiedelungs- Beihilfe
"
" Arbeitslosen inkl. Streif- und Gemaßregelten- Unterstügung. Unterstügung in besonderen Nothfällen Zusammen. M. 78 247
W
1896
M. 12 693 12 132
1897 14 273 13 099
45268
47.938
"
8.154
71 760
12 818 88 123 79 553
M. 1.09
1.11
"
A. von Elm.
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Wien , 26. September. M. Die politische Lage in Oesterreich eigentlich ein widerfinniger Ausdruck. Denn Desterreich ist ein vollständig unpolitisches Land, das Dorado aller Leute, die das äußerliche Handwerk der Regierung äußerlich zu betreiben haben. Wenn anderswo die Politik etwas ist, an dem alle Bürger theilnehmen, weil sie sich eben dadurch als Staatsbürger fühlen, so ist es bei uns höchstens ein Geschäft, um das sich diejenigen zu kümmern haben, die dafür bezahlt werden" wie die Chinesen sagen. Und dafür werden bei uns ziemlich reichlich bezahlt die Minister, die Abgeordneten und die Zeitungen. Die Wähler mit Ausnahme der sozialdemokratischen Arbeiterschaft fümmern sich eher um alles Andere als um die Politik; sie stehen hinter ihren Abgeordneten, wie diese Herren stets stolz behaupten, aber mir deshalb, weil sie ja doch irgendwo stehen müssen; sie vertrauen ihnen, weil sie andere
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stützungen verausgabt. Dagegen verausgabten die 12 Gewerkschaften, welche Arbeitslosen- Sorgen haben als diese dumme Politik. Unterstützung zahlen:
Auch auf dem Gebiete des Unterstüßungswesens hat Herr Dr. Max Hirsch schon recht trübe Erfahrungen machen müssen. Schon am 1. Juli 1869 war die Verbands- Invalidenfasse, ferner eine Invalidenkasse für den Gewerkverein der Deutschen Maschinenbau - Die Mitgliederzahl betrug und Metallarbeiter gegründet worden. Für 10 Pf. Beitrag sollte eine wöchentliche Pension von 6 M. gezahlt werden. Die erste Mithin wurden pro Mitglied an Untertechnische Prüfung des Sachverständigen Dr. Zillmer am Schlusse des Jahres 1874 ergab, daß wenn die Verbands- Invalidenkasse ihren Verpflichtungen gerecht werden wolle, der Beitrag von 10 auf 15 f. pro Woche erhöht werden müsse. Der Verbandstag beschloß dementsprechend; die Folge war ein Massenaustritt der jungen Mitglieder. Um die Stasse zu retten, wurde 1881 die Verlängerung der Rarenzzeit auf 15 Jahre beschlossen. Die 1883 angeordnete behördliche Revision der Kasse gab derselben den Todesstoß. Abermals wurden die Beiträge erhöht; die Mitgliederzahl fant infolge dessen auf 2000. 1889 trat das Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetz in fraft und erfolgte dann am 8. September 1889 die freiwillige Auflösung der Kaffe. So endete nach langem Siechthum die Perle Die Mitgliederzahl betrug der deutschen Gewerkvereine", die Verbands- Invalidenkasse. Mithin Unterstützung pro Mitglied M.
An Reise- Unterſtügung
1896
M. 183 831
" Arbeitslosen- Unterstützung
241 564
•
"
"
"
Gemaßregelten- Unterstützung Streit- Unterſtügung
•
14 574
"
220 831
"
"
Unterstützung in besonderen Noth. fällen
37 558
Zusammen. M. 698 358
61 207 11.41
1897 174 310 243 223 6.555 151 385
44 129 619 602 66 828 9.27
Es bleibt also nichts übrig, als die angeführten drei Faktoren, aus denen sich unser ganzes politisches Leben zusammensetzt, zu be trachten.
Der Herr Ministerpräsident Graf Thun hat im Sommer bekanntlich den Reichsrath geschlossen, uni, wie er verkünden ließ, „ erhöhte Aktionsfreiheit zu gewinnen". Außerösterreichische Leser werden nicht begreifen, wie so die Schließung des Parlaments ciner Regierung größere Freiheit schafft. Wir in Oesterreich aber erfreuen uns eines§ 14, der die Regierung ermächtigt, besonders dringende Angelegenheiten, die erst auftauchen, wenn ber Reichsrath nicht versammelt ist, auf eigene Verantwortung vorläufig