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4. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit.

Mittwoch, 24. September 1924.

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Nr. 225.

Der Kampf geht weiter! Deutschland geht in den Bölferbund. Die Auftallung deutscher Berlin

, 23. September .( Wolff.) Unter dem Vorjize des Reichspräsidenten wurde heute ein Ministerrat abgehalten. Nach eingehender Erörterung der Frage des Beitrittes Deutsch­ lands zum Völlerbund ergab sich Einmütigkeit darüber, daß die Reichsregierung den alsbaldigen Eintritt Deutschland s in den Völlerbund erstrebe. Sie geht dabei von der Erwägung aus, daß die vom Böllerbund behandelten Fragen, insbesondere des Schutzes der Minderheiten, der Regelung der Verhältnisse des Saargebietes, die Frage der allgemeinen Ab­rüstung in Berbindung mit der Durchführung der Militärkontrolle sowie die ihrer Lösung harrenden Fragen der Sicherung des friedlichen Zusammenarbeitens der Völker Mitwirtung Deutschlands, in befriedigender Welje geregelt werden können. Selbstverständlich fann Deutschlands Mitwirkung nur die einer gleichberechtigten Hauptmacht sein. Nachdem die auf der Londoner Konferenz erzielte Lösung der Reparationsfrage nach Auffassung der Haupt­sächlich beteiligten Mächte den Weg zu einer aktiven Behandlung der Frage des Eintrittes Dentschlands in den Völlerbund für die Reichsregierung eröffnet hatte, sind im Anschlusse an die Konferenzverhandlungen Besprechungen in diesem Sinne aufgenommen worden. Das Er­gebnis dieser Besprechungen bildet eine wesentliche Grundlage für die heutige Entschließung der Reichsregierung. In Ausführnug dieser Entschließung läßt die Reichsregierung durch das Auswärtige Amt bei den im Völkerbundrat vertretenen Mächten abschließend feststellen, ob die für die Stellung des deutschen Antrages erfolgtest Garantien, die sich sowohl auf Dentschlands Stellung im Böllerbunde wie auf bestimmte andere, hiebei untrennbar zusammenhängende Fragen beziehen, gewährleistet sind.

Wahlen in Schweben.

Mittelschulen.

Gine dringliche Interpellation der Abgeord neten Genossen Schäfer, Soffmann, Deutsch , Bentel und Noscher an den Minister für Schulwesen und Volkstuitur befah sich mit der Auslassung deutscher Mittelschulen: Au Schlusse des Schuljahres 1923 -21 wurde vom Minister für Schwefen und Volks­fuftur die Auffassung von fünf dentischen Mittel­faulen verfügt und zwvar: 1. Der Lehrerbildungs­anstalt in Selimerig. 2. Der Lehrerbildungsanstalt in Reidenberg. 3. Des 1. deutschen Staatsreal gymnasiums in Prag, derzeit Nitolandergajic. 4. Des II. deutschen Staatsrealgymnasiums in Prag, Seinrichsgaffe, und 5. der deutschen Staats­realschule in Prag III., 3borovska.

Gestern in später Nachistunde hat das Abgeordnetenhaus das Gesetz über die Sozial­versicherung in zweiter Lejung zum Beschlußz erhoben. Wir deutschen Sozialdemokraten haben uns in dem jahrzehntelangen Kampf, den wir um diese Forderung der Arbeiterschaft geführt haben, um die Versicherung der alt und invalid gewordenen Arbeiter, der Witwen und Waisen des Proletariats, in feinem Augenblick einer Illusion über den Wert dieser jozialpolitischen Einrichtung wie über den Wert aller sozialen Reformen innerhalb der lavitalistischen Aus­beutungsordnung hingegeben. Wir haben in Teinem Augenblick von der Durchführung der Sozialversicherung etwa eine Umgestaltung des Die Auffassung ziveker denischer Lehrevvil­Schicksals des Arbeiters im Kapitalismus er­dungsanstalten var vom Schulminister Bechyně hofft. Wir wissen, daß durch keinerlei sozial­bereits im Feber 1924 einer Scutschen Abordnung politische Einrichtung die Ausbeutung des Ar­in Aussicht stelli worden, um angeblich den beiters durch das Kapital aufgehoben wird. deutschen Lehrernadonchs zu beschränten. Es und daß, gemessen an unserem Endziel, der gehört zum Rüstzeug der tschechischen Regierung. Abschaffung der Ausbeutung des Menschen die Auflajjung von Anstalten aur Heranbildung durch den Menschen, auch eine große jozial­Deutscher Lehrer mit dem derzeitigen Ueberfluß politische Reform, ja die größte Konzession, an deutschen Lehrern zu begründen. Dieser lever zu der sich die bürgerliche Gesellschaft gegen­fluß, der sich in der großen Anzahl stellenivjer Vehrkräfte äußert, ist aber nicht dadurch ent­über den Arbeitern herbeiläßt, nichts anderes Genf, 23. September .( Eigenbericht.) Die gleich vor drei Wochen nach der Erling Mac standen, daß die Zahl der Lehramtsanwärter im sein kann, als eine Etappe im Be- deutsche Regierungsertiärung wird hier in Wölfer- bonalos zu vollziehen, ist man jett in Genf der Verhältnis zum Bedarf eine zit große ist, sondern freiungskampf des Proletariat 3. bundtreisen lebhaft fommentiert. Man sieht es Meinung, daß eine befriedigende Lösung während einzig und allein dadurch, daß die Schulbehörden Aber dessen ungeachtet, haben wir in all den als eine gewisse Klärung der Sachlage an, daß zum dieser Tagung nicht mehr möglich ist. Die einzige die Beit des größten Geburtenzitoganges dazu Jahren im alten Desterreich genau so wie in erstenmal eine deutsche Regierung sich grundsäßlich Möglichkeit, Deutschland noch während dieser Ta benüßt haben, deutsche Schulklassen zu sperren. der Tschechoslowakei , in den Neunzigerjahren für den baldigen Eintritt in den Bölterbund er gung aufzunehmen, läge in einem unmittelbaren Nicht ein erhöhter Andrang zum Lehrberufe, son­ebenso wie in den Lezten Wochen, mit hem tlärt hat, Beanständet wird die unllars Fofuna Schritte der englischen und französischen Regie- dern die Wegnahme hunderter von Arbeitspläten der englischen und franzöfifchen Regie- dern die Wegnahme hunderter von Arbeitspläten ganzen Aufgebot an Straft. Zähigkeit, Unver- des lehten Saßes in der Regierungserklärung, der rung, ein angeroraenttiches Verfah= into die fyftematische Beviperving des Anstellungs drossenheit, mit der ganzen Energie, die uns an allerhand Deutungen im unciinjtigen Sinn ren für Deutschlands Eintritt sofort aufzunehmen peges für den Schwuchs war die Ursache für als revolutionären profetarischen Stämpfern Anlaß geben lönnte." Es wäre das Bernünftigite, und die gleichzeitige Gewährung eines ständi die große Zahl hellenloser deutscher Lehrer, deren eigen ist, für die Verwirklichung der Idee der daß die deutsche. Regierung der Auffassung recht gen Ratsites durchzuführen. Sa find in ich der Minister auf diese un vedmagia elle Es Zeit der gegenheit), hogy ber fte in Blenniensan Ben b Sozialversicherung, für ihre Gejekwerdung ge mit Deutschlands Eintritt in den Völlerbund nommen worden und man rechnet jetzt mit der daß der Besuch der deutschen Lehrerbildungs­zeitig entgegentritt, nach der sie im Zusammenhang bicjer Beziehung in Genf schon versuche unter enuncien gedents. Die Sajtt felbft beweist. kämpft. Wir haben mit aller Leidenschaft ge gleichfalls die Frage der Kriegsschuld, der Mandate Tatsache der baldigen Einberufung einer außer aftalten mit Rücksicht auf die derzeitigen troſt­ſtritten, denn wir haben es in den vielen Jahren und die Grenzfrage alles Fragen, die mit der ordentlichen Bollversammlung in ungefähr zwei tosen Auſtellungsverhältnisse ein schwäderer ge­gelernt, daß man mit demselben Eifer, mit Kompetenz des Böllerbundes nichts zu tun haben Monaten, die die Aufnahme Deutschlands , nach worden ist. Dieser schwächer. Besuch, der viel dem man an die Ueberwindung der kapitalisti­aufzuwversen gedenft. Da Deutschland den Ein- dem alle Formalitäten erledigt find, volt. fach jogar vom Ministerium im Wege der Auf schen Gesellschaftsordnung geht, auch für jede tritt bis heute hinausgeschoben hat, anstatt ihn ziehen soll. tahntebeschränkung herbeigeführt wurde, der Gegenwartsforderungen der Arbeiterschaft unmöglich als Grund für die Schließung weiterer eintreten muß, die man der bürgerlichen Ge­Lehrerbildungsanstalten angefeben werden; abge­jellschaft abringt. In der Zeit der Reaktion jehen davon, daß ein fduvächerer Besuch der ein­der Regierung und den stroaten ist auch durch eluen Abteilungen die bestmöglichste Ausbildung wird der Arbeiterschaft jeder Fortschritt auf Stockholm , 23. September..( Eigenbericht.) den Aufenthalt des Ministerpräsidenten Davido Ser zufünftigen Lebrer gewährleistet, vergißt die der Bahn ihres Befreiungskampfes schwerge Im südlichen Schweden find vergangenen Frei- vie in Belfe feine Klärung eingetreten. Nach dechische Schulpolist, daß bereits vom Schul macht. Jeder kleine Erfolg der Arbeiterschaft tog und Samstag, in Stocholm am Sonntag übereinstimmenden Berichten aus Zagreb haljahre 1925-26 die Zahl der Schüler, infolge der hat in großen Zeiten seine große anfeuernde Neuwahlen vorgenommen worden. Die Wahlen ten die kroatischen Bauern darau jest, daß eine höheren Geburtenzahlen, eine ganz wesentliche Wirkung, um so mehr der unverkennbare Fort- standen unter dem Zeichen stärkerer Wahlbeteili- Berſtändigung mit den Serben erft nach den Steigerung erfahren muß, womit ein Wachsmm schritt, der dadurch erzielt ist, daß das Gefch gung, namentlich in den Induſtrieſtädten. In- durchgeführten Neuwahlen möglich sein wird, da an Stlaffen verbunden sein wird, vergizi weiters, nunmehr den Anspruch der alt und invalid ist das endgültige Ergebnis vor Freitag nicht zu des ferbischen Volkes nicht vertreten ist. Das Neverdiener die Abnahme der Stellenlosigkeit nunmehr den Anspruch der alt und involis folge des umständlichen Auszählungsverfahrens in der gegenwärtigen Regierung die Majorität daß mit der fortschreitenden Pensionierung der gewordenen Arbeiter, der Witwen und Waisen erwarten. In Göteburg ist die Stärke der Par Kabinett Davidovič ist bestrebt, für die Lösung furen Fortgang nimmt und vergiß endlich, daß der Arbeiterschaft anerfennt und verwirklicht. teien unverändert geblieben; es wurden dort der Verständigungsfrage dadurch Zeit zu gewin die Berjüngung der jutzessiven Auffassung einer Welcher Arbeiter, der den Leidensweg der fünf Sozialdemokraten, drei Konservative und nen, daß sie die Zustimmung der Kroaten zu Lehrerbildungsanstalt sich im besten Falle in vier Sozialversicherungsvorlage im Parlament der ein Liberaler gewählt. nächst für den Eintritt der Kroaten in die Ne- Jahren äußern werde, daß aber zu dieser Zeit Tichechoslowakei aufmerfiam verfolgt hat, war gierung noch vor dem Abschluß cines formalen Sie nachteiligen Folgen Sie nachteiligen Folgen der Striegsjahre zum nicht erbittert über die Verschlechterungen, die Kompromisses zu erlangen und anderseits die größten Teile überwunden sein werden und damit die Bourgeoisie und ihre Parteien im Bar­Stroaien für eine fonziliantere Saltung zu ge- Sex Bedarf au Lehrkräften ein bedeutend ge Iament der ursprünglichen Vorlage zugefügt Beigrad, 23. September .( Tsch. P.-B.) J: winnen trachtet. haben. In ihrem materiellen und organisato- die Frage der politischen Verständigung zwischen rischen Teil ist sie verschlechtert worden, das Ausmaß ihrer Leistungen ist unzureichend. An der Entscheidung der deutschen sozial- bürgerliche Gesellschaft hat damit den Schuk Wenn nun die deutschen sozialdemokratijchen demokratischen Abgeordneten fonnte auch der des alt und invalid gewordenen Arbeiters, der den Republif feineswegs einen leverfluß an Abgeordneten troy all dieser Verschlechterungen, Besuch der tschechischbürgerlichen Parteien, in proletarischen Witwe und Waise anerkennen Lehrerbildungsanstalten. Es stehen 46 schechoslo trotz der Tatsache der Ablehnung der im Plenum lester Stunde dos Sozialversicherungswerk zu müssen. Das ist der bisherige Erfolg des jahr- walisaje Lehrerbildungsanstalten 14 deutschen gestellten Abänderungsanträge, troß der ge verschlechtern, nichts ändern. Der Ueberfall der zehntelangen Kampfes der Arbeiterschaft. So gegenüber, von denen Olmüs bereits im Abban ringen Verbesserungen, die sie im jozialpoliti Stoalition hat die Zustände im tschechoslowati- iie es nicht der erste Erfolg desi. Dies ift oin Verhältnis, das dem Prozentsatz jchen Ausschuß an der Vorlage durchzuseßen schen Barlament drastisch beleuchtet. Unsere proletarischen Stampfes ist, wird der Beoöllerung feineswegs entspricht und be­iniftande waren, in zweiter Zejung für die Abwehr gegen diese Verschlechterung hat fofort es auch nicht der lekte jein. Wir entend zuungunsten der Deutschen ausfällt. Auf Sozialversicherungsvorlage gestimmt haben, so eingesetzt und ist in vollem Gange. werden gegen die Vertreter der Bourgeoific alle diese Umstände ist das Schulministerium in umfaffenden Memoranden und vielfachen Aus geschah das in dem festen Entschluß, daß der Wir werden vielleicht schon in nächster weiter darum tämpfen, daß der Arbeiter im prachent animertfan: gemacht worden. Die Wilß­Stamps für die Sozialversicherung nicht be- Beit Gelegenheit haben, den Mampf für die Alter und im Falle er invalid wird, daß seine ochtung eller dieser begründeten Ausführungen endet ist, daß diejer Stamps vielmehr auf neuer Sozialversicherung fortzuführen. Das Junttim Angehörigen vollkommen sichergestellt werden. ist ein Zeichen der gebäffigsten Beerüchungspolitit, Grundlage weitergeführt wird. Es ist eine alte zwischen der Versicherung der Arbeiter und der Solange der Kapitalismus nicht überwunden welche sich mit Ersparungsmaßnahmen nicht red Erfahrung, daß alle sozialpolitischen Errungen- Selbständigen hat die Berwirklichung der wird, müssen wir ihn zwingen, für ſeine Opfer fertigen läßt. schaften des Proletariais auf dem Boden der Sozialversicherung von der Gesetzwerdung der zu sorgen. Der Befreiungskampf der Arbeiter- Während der Plan des Ministers gegen die fapitalistischen Gesellschaftsordnung in der un- Selbständigenversicherung abhängig gemacht. laffe ist nicht von gestern und heute. In jahr deutschen Lehverbildungsanstalten bekannt war, vollkommenſten Att ins Leben gerufen werden. Es wird der ganzen Kraft der sozialistischen zehntelangem Kampf haben wir der bürgerlichen wurde die deutsche Deffentlichkeit von der Auf­fassung der drei Prager Mittelschulen vollständig daß der Kampf um keine sozialpolitische Ein- Parteien bedürfen, um dieses Hindernis der Gesellschaftsordnung Erfolg um Erfolg abge überrascht. And, diese Verfügungen sind Maß richtung stille stehen kann, daß er, wenn ein Verwirklichung der Sozialversicherung der Ar- tropi. So lange nicht aller Ausbeutung einnehmen, die sich mit Ersparungsmaßnahmen und Fortschritt erzielt wird. mit ungeminderter beiter hinwegzuräumen. Ende gesezt ist, werden wir mit aller Straft mit dem Hinweise auf die statistischen Verhältnisse Straft, mit ungebrochener Zähigkeit weiter Während früher der alt und invalid ge- für die weitere Ausgestaltung all unserer sozial- nicht rechtfertigen lassen. Die deutsche Minorita geführt werden muß. So ist auch der Fort- wordene Arbeiter dem dichts gegenüberstand, politischen Einrichtungen streiten. Eine Brags als eine der bedeutendsten Stenevträgerinnen schritt, der augenblicklich erzielt wurde, nur die Witwe und Waise dem Elend und der Not Stappe in diesem Kampie ist zu der Hauptstadt, hat den Anspruch auch in der eine schwache Abschlagszahlung auf den jahr überliefert waren, wird nach der Verwirklichung rüdgelegi, aber der Kampf geht Tschechoslowatischen Republit auf ein vortreffliches Wittelschulwesen, wie sie es seit jeher besessen zehntelangen Kampf, den wir um die Sozial- der Sozialversicherung unzureichend aber eifer!, versicherung bisher geführt haben hat. Auch hier konnte es eine objektive Schul­doch für sie alle ein wenig gesorgt werden. Die)

Die Kroaten und das Kabinett Davidović.

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steigerter sein wird. Demt derzeitigen Ueberflüß an Lehrkräften kann durch andere Wiel gesteuert werden und muß nicht gleich die definitive Sperrung von ganzen Anfalten verfügt werden.

Die Deutschen beitsen in der Tschechoslowa­