1. November 1924.
Sette 3.
feiner Betätigung, als daß sie in diesem kurzen ist in unserem Blatte vom 9. Oftober 1924 er- die beste fachmännische Leitung, so ergänzten diese| Uhr früh sprach Genosse Cermat mit seiner Frau Lebensabriß geschildert werden könnten. Das schienen. Es ist dies der Leitartikel in dieser Folge die Genossen Cermat und Seliger durch ihr theo- und schlief dann ein. Als seine Frau um ungeletztemal haben ihn größere Massen von Arbeitern mit der Ueberschrift Unser Parteiprogr: mm". retisches und tattisches Wissen. Nachdem sich unser fähr fünf Uhr früh erwachte, war Genosse Cera auf dem im August 1924 stattgefundenen Bundes- Cermak geht in dem Artikel davon aus, daß der Freund Cermak die Sporen in der Genossenschafts- mat bereits tot. Der Tod muß ungefähr zwischen turnfest in Karlsbad gesehen. Er war schon da Teplißer Parteitag von 1919 den Parteivorstand bewegung als Mitglied des Aufsichtsrates verdient drei und fünf Uhr früh eingetreten sein. Im mals ein schwerkranter Mann. Aber bis n seine mit der Ausarbeitung des Entwurfes eines neuen hatte, wurde er in den Vorstand gewählt. Als Schlafe hat also ein Herzschlag seinem Leben ein letzten Tage hat ihn sein Optimismus nicht ver- Parteiprogramms beauftragt hat und begründet, Handelsangestellter von Beruf, war es ihm auch Ende gesetzt. laffen, er hatte den Kopf voller Pläne und frute warum der Parteivorstand diesem Auftrag bisher hier möglich, sehr bald einflußreich zu wirken. fich, bis es ihm wieder vergönnt sein würde, an nicht Folge leisten konnte. Er schildert zunächst Im Vorstand wurde er ebenfalls mit dem Amte von seiner Arbeit und von seiner Partei, die er schen Verhältnisse: werden, daß unter Leitung der Genossen Čermak über alles liebte und der sein Leben geweiht war, für immer getrennt.
feine Arbeit zurückzukehren. Nun hat ihn der Ted die durch den Weltkrieg völlig veränderten politi- des Schriftführers betraut. Es muß feſtgeſtellt Der Eindruck der Todes
Karl Čermat und unsere Brelle.
Breſſe.
Würdigung, Dank, und letzter Gruß
In dem Augenblicke, da die gesamte deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft dieses Landes schmerzvolle Totenfeier hält, tommen auch wir, die Redakteure und Angestellten des„ Sozialdemolvat" und der Vereinigung sozialdemokra tische Presse", um im Abschied von dem teuren Toten noch ein Wort der Würdigung und des Dantes für ihn und sein Werk zu sprechen. Denn an einem großen Stücke dieses seines Werkes fahen wir unmittelbar ihn selber schaffen. Karl Čermak in erster Linie gebührt das Verdienst an der Schaffung des Sozialdemokrat". Seinem Weinblick, seiner Energie, seiner Slugheit und Bähigkeit ist es vor allem zu danden, daß der im Schoße der Partei lang gehegte Plan der Schaffung eines Zentralorgans in der Hauptstadt der Republik Wirklichkeit wurde. Damals, vor drei Jahren, saben wir ihm, allen Schwierigkeiten und Hindernissen troßend, an der mühevollen Arbeit, der Partei, die im Rahmen des neuen Staates eigenes Leben erhielt, ein Sprachrohr zu schaffen, das der Größe und Bedeutung der Partei würdig war. Sar! Čermak hat diese schevere Aufgabe voll bracht und er hatte wohl Ursache stolz zu sein, daß ihm das, was schier unüberwindlich schien, zu meistern gelang.
Von dem Tage an, da der Sozialdemokrat" ins Leben trat, galt diesem Organ Cermaks unermüdlicher Eifer, seine vom peinlichsten Verantwortungsgefühl getragene Sorge, feine Liebe. Ohne Unterlaß, man fann wohl sagen Tag und Nacht, war er heiß bemüht um die Ausgestaltung und Entwicklung dieses Blattes, dessen Herausgeber er ja auch war. In allen wichtigen Verwaltungs und redaktionellen Angelegenheiten war er der stets maßgebendste, stets befragte Leiter und Führer, der auch zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Hand war. Immer nur das Gedeihen und den Aufstieg der Arbeiterbewegung und aller ihver Organe und Zweige im Auge, ging Starl Čermat im dritten Jahre des Bestandes des, Sozialdemo frat" daran, einen Großteil der übrigen Parteipresse durch die Errichtung einer mit dem ,, Sozial demokrat " gemeinsamen Zentralredaktion und verwaltung zu vervollkommnen. Auch hier war Sarl Cermat Vater der schöpferischen Jdee, Vollbringer der fouchbringenden Tat.
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Der Weltkrieg hat nun, bildlich und wörtlich, und Seliger der Teplitzer Konsumverein in den nachricht im Parlament. alles über den Hausen geworfen In seinem Ende Händen der vertrauenswürdigsten Männer gebrachte er die gewaltigsten politischen Revciutionen legen war. Čermak schied als Funktionär aus dem Am frühen Morgen schon wurde die furcht aller Zeren, den Zusammenbruch des russischen Verein aus, als er nach Prag übersiedelte, wäh- bar Trauerbotschaft im Klub unserer Abgeord Zarenreiches, den Zerfall Defterreth- Ungarus und rend er dessen Mitglied bis zu seinem Tode ge- neten und Senatoren und im ganzen Hause be Ungestaltung des faiserlichen Deutschland . blieben war. Die praktischen Erfahrungen, die lannt. Der Eindruck, den die Nachricht auf die die Die Friedensverträge ohne Rußland vom Čermak während seiner Betätigung im Konsumwahnsinnigsten Imperialismus der Siegerstacten verein Teplitz- Schönau erworben hat, führten ihn nofsinnen unserer Parlamentsfraktionen machte, ur Haussitzung versammelten Genossen und Gediktiert, wollten auch ökonomisch ein solches dauern- bis zu seinem Lebensende in hervorragender Weise war der maßloser Bestürzung, tiefsten Wehe und des Slavenjoch für Deutschland aufrichter, das zu fener Einschätzung, die die Genossenschaftsgrößter Trauer. einen Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft organisation in der Arbeiterbewegung verdient. auch nach den alten fapitalistischen Gesetzen un Immer und überall zeigte sich Cermat als jener Die Trauerfundgebung des Klubs Methoden einfach unmöglich gemacht hätte. Dazu angenehme Charakter, der sich für das Wohl und unserer Abgeordneten und Senatoren. Rußland aus der Weltwirtschah ausgeschaltet, das Wehe der Konsumgenossenschaft interessierte und
gab in den letzten fünf Jahren ein Chaos ohne mit ihr fühlte. Er erkundigte sich bei Begegnun Die Mitglieder des Vollzugsausschusses unserer geschichtliches Beispiel. In dicier Zeit und in solcher gen mit Genossenschaftsfunktionären stets über die Partei traten um 9 Uhr zu einer kurzen BespreSituation den tätsächlichen Zustand der ökonomi- age des Konsumvereines und da ihn deren Funk chung zusammen, dann sprach Genoffe Dr. Czech schen Verhältnisse, die der Weltkapitalismus ge- tionäre als ihren Freund und Förderer der Ge- in einer Sibung des Rhebs die ersten Worte des schaffen hat, auch nur zutreffend zu beschreiben, war nossenschaften kannten, hörten fie feine Ratschläge, Gedenkens für den Toten. Mit bränenerstickter eine blanke Unmöglichkeit, die Entwidlungstenden- die, getragen von seinem Scharfsinn, stets mit Stimme, anfämpfend gegen den Schmerz, faßte er zen im kapitalistischen Wiederaufbau zu zeigen, Borliebe befolgt wurden. Cermat war wie die Bedeutung des ungeheuren Schlages, der uns blieb für jeden Nationalölenomen, selbstverständ- selten einer überzeugt davon, daß die Sache der getroffen, und die Größe des Verlustes, ben wir blieb für jeden Nationaiötenomen, selbstverständ lich auch für jeden sozialistischen Theoretiker eine Arbeiter nicht unberührt bleibt von dem Gedeihen erleiden, in wenigen, herzzerreißenden Worten zuunlösbare Aufgabe. Die gewaltigen politischen oder dem Verderb der Konsumgenossenschaft. Für sammen. Bitterstes Web spiegelte sich in den Hü Umwälzungen und Gärungen, die Massen unter ihn galt es daher, der Konsumvereine Ratgeber gen der gewählten Vertrauensmänner, die stehend schyverer Seriegspsychose leidend, der wahnsinnige und Beschüßer zu sein. Diese Aufgabe hat er in in stummem Schmerze den Nachycauf des Genossen Glaube an die Gewalt allgemein verbreitet; das der glänzendſten Weise erfüllt. Der Konsum Dr. Czech für Karl Cermat anhörten. Die Klub find wahrlich keine Vorbedingungen, um die ge- berein Teplit- Schönau betrauert versammlung beschloß ihr Einverständnis damit, schichtliche Aufgabe einer Programmschöpfung mit daber mit der übrigen Arbeiter daß Genosse Cermat in Prag bestattet werde. wissenschaftlicher Fundierung als Ziel und Weihres besten Gönners und Führers schaft das allzu frühe sinscheiden weiser für sozialdemokratische Parteien erfüllen in tiefster Weise! zu können.
Der Artikel schließt mit folgenden Worten: Wenn in der nächsten Zeit unsere große Mutterpartei in Deutschland , oder unser großer Bruder
Die Krankheit.
Um zehn Uhr begann die Sigung des Hauses, von dem die schwarze Fahne weht. Der Si des Dahingeschiedenen ist schwarz umflort und mit roten Blumen geschmückt.( Auch der Sitz des Ge
unjeren Toten.
Bräsident Tomaset fagte bei Eröffnung. ber Sitzung:
in Deſterreich an die Ausarbeitung von Program" einen schweren Herzklappenfehler mit sich herum; trägt diesen Flor.) Jim Hauſe hatte die Todes Karl Cermat trug schon seit seiner Jugend noffen Cermat am Tisch des Klubpräsidiums men schreiten werden, dürfte es sich zeigen, daß er war die Folge einer Herzfleischentzündung, die nachricht tiefsten Eindruck he worgerufen, die Partrot Weltkrieg und Friedensvertrag nach marxistier im Anschlusse an einen Gelentsrheumatismus lamentarier der anderen Parteien drückten dem ſcher Erkenntnis und nach den marzistischen Me- durchgemacht hatte. Jahrzehnte lang vermochte Vizepräsidenten des Hauses und Klubvorsitzenthoden, die die Jünger des großen Meisters gerade sein äußerst träftiger Organismus diesen Defelt den Dr. Czech sowie den anderen Genossen ihr in Desterreich und Deutschland souverän beherr- ohne Spuren und Beschwerden zu ertragen und Mitgefühl persönlich aus. schen, die Wirtschaftsbeschreibung und die Aufzei zu überwinden; das Herz war fräftig genug, um Da Präsident Tomašek seinen Platz betritt, gung der ökonomischen und historischen Entwid- ben Blutkreislauf tros der ungenügenden Slap- erhebt sich das Haus und hört ergriffen den Nach lung der kapitalistischen Produktionsweise sich von penfunktion aufrecht zu erhalten. Die außerordent- ruf an, den Tomašek dem Verſtomerſen widmet: unseren Erkenntnissen in der Vorkriegszeit wenig lichen Anforderungen aber, die der Beruf des unterscheiden. Dasselbe gilt für die Bieljepung. Politikers an den Organismus stellt, die getalDer Nachruf des Bräsidenten für Neu wird sein, weniger die Theorie des Sozialistigen förperlichen und seelischen Anstrengungen, mus, sondern die Fülle von Lehren für die foziaii- die der unermüdliche, nie raftende, an feine geistische Taktik und Praxis. Was in früheren Programmen über den Weg zum Endziel über die ſtigen und leiblichen Fähigkeiten die höchsten Anforderungen stellende Parteimann sich zumutete, Anwendung der Mittel des Klassenkampfes zu begannen vor etwa zwei Jahren den Gleich Ich eröffne die heutige 296. Sigung des Ab. Eroberung der politischen und ökonomischen Macht gewichtszustand zu erschüttern. Es zeigten sich die geordnetenhauses unter dem Eindrud der traurigen des Proletariats zur Ueberwindung des Kapitais ersten Anzeichen beginnender Herzinsuffizienz mit Nachricht, daß heute nachts aus unseren Reihen mus nur in sehr allgemein gehaltenen, großen Li- allen ihren sich stets steigernden Erscheinungen auf Nimmerwiederkehr der Herr Abgeordnete Karl nien gesagt werden konnte, daß werden die neuen ber Atemnot , des Versagens bei größeren An- Cermat abgegangen ist. Programme fonkretisieren, verdeutlichen. Seit 1914 strengungen, der Herzbeschwerden; durch die Fran- Es ist dies der zweite schmerzliche Verlust, habe ich über den Weg zur Macht soviel gelernt und zensbader Stur gelang es, den fortschreitenden Pro- der in den Zeiten unferes Parlaments die deutsche erfahren, das in einem Parteiprogramm verzeß zum Stillstand zu bringen. Es wäre vielleicht fozialdemokratische Arbeiterpartei nach dem Hinarbeitet werden muß, daß auf diesem Gebiete das noch durch längere Zeit gelungen, Čermaks Ar- gang ihres hervorragenden Führers Josef Seliger , eigentlich Neue in Erscheinung treten wird. Doch beitsfähigkeit zu erhalten, wenn nicht im Früh der gerade vor vier Jahren entschlafen ist, getrofdiese Riesenleistung werden die Großen im soziali jahre dieses Jahres eine Erkrankung an Grippe, fen hat. Im vollen Mannesalter von 43 Jahren stschen Reiche zuerst vollbringen. Wir, eine fleine ein Rückfall des Gelentsrheumatismus und damit hat das unerbittliche Schicksal den tapferen Nach Partei, die unter so ganz außergewöhnlichen Ber - verbunden eine neuerliche Herzentzündung dazwi- folger auf der Bahn Seligers gemäht. Čermak hältnissen unvergleichlich schwerere politische Tages- fchen gekommen wären; die dadurch verursachte, war als Bizevorfißender des Klubs der Abgeorb. arbeit zu leisten haben, als unsere Nachbarn, wir rasch fortschreitende und unaufhaltsame Entartung neten der deutschen sozialdemokratischen Partei, als werden über unser Pragramm doch wohl erst be- des Herzmuskels, der von Woche zu Woche weni Sekretär und Stellvertreter des Vorfißenden des schließen, bis die hervorragendsten Theoretiker des ger leistungsfähig wurde, ließen schon vor Mona- Bollzugsausschusses der deutschen sozialdemokratiMargismus und die erfahrensten Praktiker in den ten das Heranrüden der Katastrophe erkennen. schen Arbeiterpartei ein nicht weniger cifriger Mit proletarischen Kämpfen der letzten Jahre mit ihrer Franzensbad hatte nur mehr vorübergehende und arbeiter als sein Vorgänger. geschichtlichen Aufgabe der Programmschöpfung ungenügende Wirkung. Schon im August stellten Karl Cermat war der Sohn proletarischer Fa fertig sind. sich die ersten Zeichen dafür ein, daß auch die milic, er empfand tiefes Gefühl für die Arbeiter. Nieren ihre Funktion nicht mehr zu leisten ver- bewegung schon in seinen jüngsten Jahren, was mögen. Stauungen, mit all ihren traurigen fich in den Ideen des Sozialismus fundgab. Der Symptomen, wie Leberanschwellung, Wassersucht Verstorbene hat als Jüngling die journalistische traten hervor, das Herz versagte immer mehr und Laufbahn angetreten und wurde rasch durch seine Bersonenfults, in aller Offenheit und mit bitter die die Sonsumgenossenschaften als ein besonders auch die stärksten Mittel versagten. Die außer österreichischen sozialdemokratischen Bewegung. ſter Wehmut im Herzen sagen, wie lieb wir ihn wichtiges Glied der Arbeiterbewegung betrachten. ordentlich gewissenhafte und fachkundige Behand- Bor 17 Jahren kam er nach Nordböhmen , nahm hatten, wie sehr wir ihn nicht nur den geistigen Seitdent er, von Wien kommend, in Teplitz seinen lung durch Herrn Dr. Eisner, demt der Dahin- die Stelle eines Redakteurs in der Zeitung FreiLeiter und Führer, sondern auch den prachtvollen, geistigen Menschen schäßten und verehrten. Er Wohnsiz genommen hat, gehörte er dem Stonfum- gegangene das größte Vertrauen entgegenbrachte heit" an und stand bald in den ersten Reihen der war uns teuer und er bleibt uns teuer über das verein von Teplit- Schönau als Mitglied au. Ob- und der Rat des wiederholt zum Konsilium zu- Arbeitervertrauensmänner des Teplißer Organi Grab hinaus, ewig ist sein Andenken in unseren wohl es ihm die Zeit nicht erlaubte, sich zunächst gezogenen Prof. Friedl Pick vermochten nicht zu fationsbezirkes und ganz Böhmens . Zu Zeiten Herzen eingefreint. Ihmt nachzufstreben sei un- betätigen, so erfüllte er seine genossenschaftliche schwer kranke, durchaus erschöpfte Herz zusammen- Sekretär der deutschen ſozialdemokratischen Landesin der Genossenschaftsbewegung hervorragend zu berhüten, daß das seit Jahren überangestrengte, Desterreichs war er Mitglied des Vorstandes und ser Ziel- dies unser Gelöbnis in Liebe und pflicht in anerkennender Weise mit dem Waren- brach.
In all den letzten Monaten schaverer Krantheit, die ihn uns nahm, ab in Prag oder fern von hier, weilten die Gedanken des nun toten Genoffen und Führers, ununterbrochen, jeden Tag und jede Stunde, so wie bei allen Unternehmungen und Körperschaften der Bewegung so auch bei unserer Presse, der er sich mit all' der großen Liebe und Hingebung, deren er fähig war, annahm. Bis in die allerleßten Tage seines Lebens, bis ihn die großen Schmerzen niederwarfen, stand er mit den Redakteuren des Zentralorgans in engster Verbindung, noch in dieser Woche, da wir ihn verloven, erreichten uns seine Ratschläge und Anregungen.
Nun ist er dahin. Sein Werk steht und wir wollen es fortführen in seinem Geiste und nach seinem Beispiel.
Und nun noch ein Wort an Karl Čermat als unseren ersten Kollegen, an den lieben guten Menschen, neben dem zu arbeiten wir nun nicht mehr das Glück haben. Jezzt, da er von uns ge
Trene.
Čermat als Genossenschafter.
Der leider so früh verschiedene Freund und Genosse Cermat gehörte zu jenen
einlauf im Verein. Allmählich wurde es ihm möglich, dem Konsumverein ein erhöhtes Augenlegenheit griff er in bezug auf die Förderung der
Letzte journalistische Arbeit. mert zu schenken. Bei allen sich ergebenden Ge
partei Böhmens; nach dem Umsturz wurde er Vizeborsißender des Bollzugsausschusses der Partei in Die legten Stunden. der Tschechoslowakei und im Jahre 1920 tourbe er in die Nationalversammlung gewählt. Donnerstag abend befand sich der Strante Meine Damen und Herren! Rnn der reichen Fülle von Arbeitsgebieten, Genossenschaftsbewegung einflußnehmend cin. noch in bester Stimmung und niemand aus sei- Durch Erheben von den Sitzen haben Sie das auf denen Cermat tätig war, sei auch erwähnt, Sobald Cermat beobachtete, daß dem Stonsum- ner Umgebung ahnte, obgwar seine Freunde und Andenken des Verstorbenen geehrt, der eine reiche daß unser verstorbener Freund ein tätiger Jour- verein Schwierigkeiten zu entstehen drohten, war Angehörigen sich der kritischen Lage seines Zu- Tätigkeit entfaltete, nicht nur in diesem Hause be nalist gewesen ist. Als Redakteur der Teplitzer er- wie in seinem übrigen Arbeitsgebiet- auch standes bewußt waren, die unmittelbar bebor fonders als Vertreter des deutschen Schulwefens, Freiheit" fant er 1907 nach Böhmen und war hier helfend zur Seite. Immer verstand er es, stehende Statastrophe. Hatte doch der Spezialist, als Kenner sozialer und Gemeindefragen, sondern als solcher bis zu seiner Bestellung als Landes- mit seinem hervorragenden Wissen Wege zu fin- der ihn Donnerstag mittags noch untersucht hatte, auch im Stadtrate von Tepliß- Schönau und im parteifefretär 1911 tätig gewesen. Er hatte immer den, die bestimmt waren, gegangen zu werden. baum die Hoffnung gelassen, daß unserem Genos- Verbande deutscher Selbstverwaltungslörper. WieInteresse für die Journalistik und hat die Be Durch die zunehmende Betätigung, der er sich im sen Cermat noch ein paar Tage oder Wochen zu viel Vertrauen in seinen gewissenhaften Fleiß die deutung der Presse für die Parteibewegung voll Konsumverein widmete, lernten ihn die Teplißer leben vergönnt sein werden. In den Abendstun- Partei, der er angehörte, zu ihm hegte, geht am zu würdigen gewußt. Eine seiner größten Leistun- Arbeiter als ihren besten Berater in genossen- den schlief dann der Kranke ein und dam um besten aus der Tatsache hervor, daß Abgeordneter gen, die er für die Partei nach dem Kriege voll- schaftlichen Fragen kennen. Sehr bald wurde er halb zwölf unter fürchterlichen Atembeschwerden Cermat in den ständigen Ausschuß, in den Ausbracht hat, auf dem Gebiete der Parteipresse: in den Aufsichtsrat und in diesen als dessen auf. Er tte Herzkrämpfe und rang nach Atem, schuß zur Ueberprüfung der Tätigkeit des ständigen die Schaffung des Zentralorgans der Partei im Schriftführer gewählt. Während der Genosse Se die Schmerzen waren furchtbar, er lagte und Ausschusses, in den berfassungsrechtlichen AusJahre 1921 und die Schaffung der Vereinigung liger, der der Arbeiterschaft ebenfalls so früh iammerte, stöhnte und hielt sich, un den Schmerz schuß, in den Außenausschuß, in den Initiati Sozialdemokratischer Preffe" im heurigen Jahre. Dahingeschiedene, im Vorstand wirkte, arbeitete niederzutämpfen, tranpfhaft am Bettrande an. ausschuß, in den Ernährungsausschuß, in den Cermaf ist in erster Linie der Schöpfer dieser Cermat im Aufsichtsrate Es fann ohne Ueber- Außer seiner Frau stand ih Abg. Gen. Unterausschuß und in den Sozialisierungsaus beiden Institutionen der Partei gewesen und er treibung gesagt werden, daß während dieser Zeit, scher bei, der bei ihm wohnte. Der herbeigeru schuß delegiert wurde. In diesen Ausschüssen hat hat nicht nur die materiellen und finanziellen in der die fähigsten Männer der deutschböhmischen fene Arzt gab um den Schmerz des Kranken zu Cermat feinen Weitblick in allen Gebieten zur GelGrundlagen der Parteipresse schaffen helfen, er Arbeiterschaft im Konsumverein Teplitz- Schönau lindern, diefem eine Injektion, worauf natürlich tung gebracht. hat auch in der Redaktion durch vielfache An- tätig waren, der Verein die höchste Stufe feines die Schymerzen nachließen. Nach einer Viertel- Sein Interesse für die Politit das halte ich regungen gewirkt und oft felbst zur Feder ge- geistigen Aufstieges erreichte. Sorgten auf der stunde beruhigte sich der Kranke und Genosse Fi- für nötig zu betonen hat nicht einmal während griffen. Sein letzter Beitrag für die Parteipresse einen Seite die Geschäftsführer des Vereines für fcher schickte dann den Arzt weg. Noch um halb drei feiner schleichenden Krankheit nachgelassen. Ob
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