Nr. 238.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
15. Jahrg.
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Rernsprecher: Amt I, Br. 1508. Telegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin".
Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Dienstag, den 11. Oktober 1898.
Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.
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Aeußerung eines Sergeanten an der Spike eines Militär- fich borerst die Rechtsverhältnisse der literarischen und Der Arbeiterausstand in Paris . postens: Sie mögen kommen, die Streikenden. Mit meinen musikalischen Produktion handle und daß erst nach deren Neu- Ordzehn Mann kann ich ein Hundert dieser Lumpenterle nieder- nung der Schutz der Werke der bildenden Kunst und der PhotoDie Streitbewegung in Paris hat einen riesigen Umfang ftreden... ." Manche Unternehmer bewirthen die Soldaten graphienschutz einer Revision unterzogen werden solle. angenommen. Die Betite Republique" schäßt die Zahl der mit Wein fonte, daß die gegenwärtigen Verhandlungen bei der Mannig Streifenden auf 50 000 und glaubt, daß in einigen Tagen faltigkeit der in betracht kommenden Interessen feine abschließenden Die Ueberschwemmung der Hauptstadt mit Soldaten hat fein tönnten, daß weitere Verhandlungen mit einzelnen Interessentenmindestens die doppelte Zahl ausständig sein wird. Paris den Unternehmern ihren ganzen Hochmuth wiedergegeben. treifen in Ansicht genommen seien und daß der demnächst aufmacht den Eindruck einer Stadt im Belagerungszustand. Das Die Erdarbeiter- Ausbeuter schränken ihre Zugeständnisse auf zustellende Gefeßentwurf voraussichtlich auch der öffentlichen Kritik Militär hat alle Arbeitsstätten auf dem Marsfelde die minder vortheilhaften Arbeiten ein. Die Bauunternehmer werde zugänglich gemacht werden, um alle betheiligten Kreise rechtbesetzt, durch die Straßen ziehen Patrouillen. Ins. veröffentlichten in einem Blakat einen Aufruf, worin sie sich mit zeitig zu Worte tommen zu lassen. An den Verhandlungen nehmen gesammt sollen 40 000 Soldaten in Paris zusammen- dem ihnen gewordenen Militärschutz brüsten und die Streitführer außer den Vertretern der betheiligten Verwaltungrefforts, 9 Sachgezogen fei. Der offiziöse Telegraph sucht dieses außer verdächtigen als„ internationale Rädelsführer, die das Mißverständige aus verschiedenen Gebieten der literarischen und musiordentliche Aufgebot der Militärmacht als harmlos hinzustellen, lingen der Weltausstellung bezwecken". Diese Verleumdung literarischen und musikalischen Verlages theil. talischen Produktion und 9 Sachverständige aus dem Bereich des Die Verhandlungen es handle sich nur darum, der Polizei die Aufgabe zu er wird von der Generalstabs- Presse eifrig verbreitet, haben wegen ihres lediglich informatorischen Zwecks einen vertrauleichtern. Die Streifenden ihrerseits beklagen sich aber über um die Gemüther zu einer- patriotischen Megelei lichen Charakter. das brutale Vorgehen der Polizei, bas geeignet fei, vorzubereiten. Von betheiligter Seite wird hierzu geschrieben: Katastrophen herbeizuführen. Das Streiffomitee der Maler Dabei stehen an der Spike der Truppen die gegen die Die Fragen, die in der heutigen Vorbesprechung über das richtete an den Ministerpräsidenten Brisson ein Schreiben, Regierung rebellirenden Generäle Zurlinden und de Bellieux, neue Urheberrecht im Reichs- Juſtizamt angeregt werden, in welchem es gegen das provokatorische Verhalten der die auf die erste Gelegenheit lauern, um die beschädigte follen zur eingehenden Begutachtung größeren Sonderausschüssen Polizei protestirt und den Minister auffordert, Abhilfe zu„ Armee- Ehre" im Bürgerblut oder noch besser- im Arbeiter überwiesen werden. Auf grund einer vom Vorſtande des Vereins schaffen, andernfalls die Verantwortung für die Ereignisse ihn blut reinzuwaschen... Berliner Presse" eingereichten Vorschlagsliste werden, wie wir von zuständiger Seite hören, vom Staatssekretär Dr. Nieberding treffen würde. Unter diesen Umständen hat der Pariser Gemeinde 10-12 weitere Sachverständige aus der deutschen Presse und Von verschiedenen Seiten wird der Streit auch als will rath den energischen Beschluß gefaßt, den Unternehmern Literatur zu diesen Ausschußberathungen herangezogen werden. kommener Anlaß benutzt, um gegen die fremden Arbeiter zu sämmtlicher kommunalen Arbeiten δας Ultimatum Gemäß dieser Vorschlagsliste werden auch die süddeutsche Presse, die. Hezen. Derer seien, wie der" Gaulois" wissen will, biele zu stellen: binnen vierundzwanzig Stunden die Arbeiten illustrirten Zeitschriften, die Musikschriften, sowie die Fachpresse verunter den Führern des Ausstandes. Die Regierung sei ent- wieder aufzunehmen, oder aber der Gemeinderath wird vom treten sein, so daß allen Wünschen Rechnung getragen iſt.+ schlossen, alle Fremden, deren Umtriebe die Ordnung stören 10. Oftober ab die Arbeiten in Regie übernehmen, ungeachtet Der Justizminister sendet uns das folgende Schreiben: In würden, auszuweisen". der Submissionsverträge. In beiden Fällen ist natürlich die einem Artikel des„ Vorwärts" vom 5. Oktober ds. Js. ist behauptet, Am Sonntag haben eine große Anzahl Versammlungen Bewilligung der Forderungen der Streifenden vorausgesetzt. daß durch Verfügung des Justizministers den Direktionen der Strafvon Bauarbeitern getagt, welche zu dem„ Generalstreik" Der Präfekt hat auf Anweisung der Regierung dem Ultimatum gefängnisse seit einiger Zeit die Befugniß ertheilt worden sei, GeStellung nahmen. Außer den Malern, Maurern und Schlossern, zugestimmt. fangene, um an ihnen Disziplinarstrafen zu vollstrecken, über die die schon vorher den Streik beschlossen hatten, hielten die Klempner, Dauer der eigentlichen Strafzeit hinaus in der Anstalt festzuhalten. Die Folgen davon bleiben abzuwarten. Denn erstens ist Diese Behauptung ist unrichtig; eine solche Verfügung ist vom Parkettbodenleger und Bautischler Versammlungen ab und be- der Gemeinderath den privaten Unternehmern gegenüber ohn Justizminister nicht erlassen. schlossen den Ausstand. Auch die Transportarbeiter und mächtig, und dann ist es zweifelhaft, ob die kommunalen Die Redaktion des„ Vorwärts" ersuche ich, nach Maßgabe des Droschkentutscher wollen in den Ausstand treten. Dagegen Arbeiter ihre mitstreifenden Kameraden von der Privatindustrie§ 11 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 die vorstehende sollen die Bahnbediensteten, die Bahnarbeiter und die im Stiche lassen werden, falls diese ihre Forderungen nicht Berichtigung in die nächste Nunimer des„ Vorwärts" aufzunehmen. Omnibustutscher den Anschluß an den Generalstreik abgelehnt zugleich durchsetzen.
haben.
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Trotzdem die Forderungen der Erdarbeiter bewilligt sind, indem die Stadt die Arbeiten nun in eigene Regie übernehmen wird, ist unter den Ausständigen doch noch Stimmung vorhanden für die Fortsetzung des Streits, bis auch die übrigen
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Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie wird an den Ausstellungsarbeiten beschäftigten Bauarbeiter ihre in der gesammten Presse lebhaft erörtert. Eine große AnForderungen durchgesetzt haben werden. Die Kommunalverzahl namentlich der linksstehenden bürgerlichen Blätter glauben waltung, welche die ungefäumte Fortführung der Ausstellungs- einen Sieg des rechten Flügels über den linken" konstatiren arbeiten wünscht, sucht auch zwischen den Bauarbeitern und den zu sollen und warnen die Regierung, diesen MauserungsUnternehmern möglichst schnell eine Einigung herbeizuführen. So prozeß" durch neue Unterdrückungsgeseze wiederum zu stören. hat der Munizipalrath bereits am Sonnabend mit 55 gegen 1 So urtheilen Bossische Zeitung"," Berliner Tageblatt", Stimme den Beschluß gefaßt, den Präfetten des Seine- De- Frankfurter Zeitung". partements zu ersuchen, er möge die Unternehmer auffordern, die Derartige Urtheile der liberalen Presse sind nach allen städtischen Arbeiten binnen 24 Stunden wieder aufzunehmen, und im Beigerungsfalle diese Arbeiten auf Rechnung und Ge fahr der Unternehmer in eigener Regie ausführen lassen. Unser Pariser Korrespondent schildert die Situation am 9. Oktober folgendermaßen;
Den Inhalt der von Herrn Schönstedt berichtigten Notiz, die in die gesammte Berliner Presse übergegangen ist, haben wir von Anfang an für eine juristische Unmöglichkeit gehalten.-
Vertraulich. Unter dieser Spigmarke schreiben die M. N. N.": Bei Verfügungen der Regierung wird dem Vernehmen nach schon seit längerer Zeit, seitdem mit überflüssigen Kurialien aufgeräumt wird, auch von dem Aftenvermerk, Vertraulich" nur noch der nothwendigste Gebrauch gemacht. So lag auch für die Verfügung über den Waffengebrauch der Polizei bei Aufläufen kein Grund vor, eine Geheimhaltung derselben vor der Oeffentlichkeit durch den Vermerk„ Vertraulich" zu kennzeichnen.-
Konflikt mit dem Vatikan . Der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhle, Herr v. Bülow, welcher sich zur Zeit auf Urlaub in Deutschland befindet, soll nicht auf seinen Bosten zurückkehren. unseren Parteitagen geäußert worden. Und diesmal haben Diese Abberufung des Herrn v. Bülow bildet die Antwort der die Liberalen besondere Gründe, eine angebliche Rechts- preußischen Regierung auf die letzte Rede des Papstes, in der das französische Protektorat über die Christen des Orients von neuem entwickelung der Sozialdemokratie zu betonen. Sie vermeinen, scharf betont wurde. Herr v. Bülow foll durch eine jüngere Straft durch eine derartige Charakterisirung der sozialdemokratischen ersetzt werden, damit den französischen Einflüssen beim Vatikan Partei den reaktionären Plänen der Regierung und des Junker- fchärfer entgegengetreten werden kann.- Das Zusammenfallen des Massenstreits mit der thums, durch welche auch das liberale Bürgerthum schwergetroffen ohnehin gespannten politischen Situation erregt die Gemüther werden würde, Abbruch bereiten zu können. Auch hoffen sie Gefeß den Handwerkern anheimgestellt ist, wird, wie bereits mehr Die Bildung von Zwangsinnungen, die nach dem neuen im höchsten Grade. Dank der günstigen Lage des Arbeits durch diese Methode der Darstellung ihr Verlangen nach Unter- fach bemerkt, von der Mehrzahl der Handwerker gar nicht für segensmarktes schien es den Streifenden verhältnißmäßig leicht stüßung aus der Arbeiterklasse, welches ihnen von der kon reich gehalten. Im östlichen Deutschland soll die Zahl der Anträge sein zu sollen, ihre bescheidenen Forderungen durchzu- servativen Seite als schweres Verbrechen angerechnet wird, auf Bildung freier Innungen die der Anträge auf Segen, für welche fie sich zudem auf gefeßliche, rechtfertigen zu können. Bildung bont 3 wangsinnungen um das vierfache gemeinderäthliche oder gewerberäthliche Bestimmungen berufen Thatsächlich ist an dem Gerede der liberalen Presse nichts übertreffen. Sehr bemerkenswerth ist dagegen, in wie unver fönnen. Die ruhige Haltung der Streifenden hat ihnen die Wahres. Die prinzipiellen und tattischen Anschauungen, welche hüllter Weise die Regierung die Gründung von Zwangsinnungen Sympathien der großen Oeffentlichkeit gesichert. Der sozial in Stuttgart zu tage traten, sind dieselben, welche die Partei rungsrath Dr. Bauer von der Regierung in Frankfurt a. O. nach forcirt. Die„ Zentral- Fleischer- Zeitung" berichtet, daß der Regiepolitisch- radikale Gemeinderath mit dem sozialistischen Vor- stets geleitet haben. Landsberg a. W. gekommen, und daß dieser Regierungsvertreter in einer am vergangenen Montag im Stadtverordneten - Sizungsfaal abgehaltenen Sonferenz, an der der Bürgermeister und sämmtliche Innungsvorstände theilnahmen, fich u. a. folgendermaßen ausgesprochen habe:
figenden Navarre hat mit lobenswerther Energie von seinen Daher ist es denn auch kein Wunder, daß die konserBefugnissen Gebrauch gemacht, um um eine günstige Bei- vative Presse davor warnt, die Sozialdemokratie jetzt für legung des Konflikts herbeizuführen. Die Erdarbeiter eine andere zu halten als sie stets gewesen. Die Kreuz. Unternehmer sahen sich also genöthigt, ihre Sub Beitung" z. B. erklärt, sie habe die„ Revolution in Schlafrock missions Verträge aufzugeben. Damit war zugleich und Pantoffeln" immer für die gefährlichste Form des ein Schritt zur erfolgreichen Lösung des Bauarbeiter Umsturzes" gehalten, und sie ruft deshalb mit unvermindertem Streits gethan. In den letzten Tagen aber ber Eifer nach Ausnahmegesetzen.
schlimmerte sich plötzlich die Situation. Das hat die angst- Mögen die Gegner über uns schreiben, was ihnen beliebt. gepeitschte Regierung verschuldet. Auf Verlangen der Mögen sie von Mauserungen schwägen, mögen sie nach AusUnternehmer zieht sie seit zwei Tagen Truppen- nahmegesezen rufen. Tiefe wirthschaftliche und politische massen aller Gattungen nach Paris zufammen. Nothwendigkeiten sind es, welche das Wort des Präsidenten Es wiederholt sich nun auf großer Stufenleiter des Parteitages zu einem Wahrwort machen: Die Sozialdas in der Bourgeoisrepublic bei größeren Streits demokratie ist, was sie war, und sie wird bleiben, was übliche Schauspiel: die Streifenden werden mit Gewalt sie ist!-
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an der Ausübung des Koalitionsrechtes gehindert, indem ihnen Der Faschoda Konflikt. Die englische Regierung hat nunmehr der Verkehr mit den noch arbeitenden Kameraden zwecks in einem Blaubuch den Schriftwechsel veröffentlicht, den sie mit der Unterhandlungen verwehrt wird. Die Verwaltung der Welt- französischen Regierung über die Frage des Oberen Nil geführt hat. ausstellungsarbeiten ist außerdem auf den Sniff verfallen, die ,, Ar- Daraus geht hervor, daß England schon im Dezember 1897 erklärt beitswilligen" von der Außenwelt ganz zuisoliren. Zu diesem Zweck hat, es werde nicht zugeben, daß eine andere europäische Macht das wurden einige hundert Bettstellen nach dem Maschinengebäude Recht habe, irgend einen Theil des Nilthales zu besetzen. Von des Marsfeldes geschafft. Während die Arbeitsstätten in französischer Seite sei dagegen geltend gemacht worden, Egypten Nachtlager umgewandelt werden, verwandeln sich Mairie- hätte den Sudan verloren gehabt und Frankreich habe die britische gebäude in Kasernen für die aus der Provinz zusammen- Einflußsphäre am Oberen Nil niemals anerkannt. Die Londoner Blätter begrüßen die feste Haltung Lord Salisgezogenen Truppen. Die städtischen Viertel, wo die Erd- und bury's in der Faschoda- Frage mit Beifall und sagen, er habe hierbei Bauarbeiten konzentrirt sind, befinden sich thatsächlich im Be- die einmüthige Unterstützung der ganzen Nation. England könne lagerungszustand. Ueberall Militärposten und Militärpatrouillen jegt nicht von seinen Forderungen zurücktreten.
zu Fuß und zu Pferde. Die friedlichste Streifdelegation wird in
herausfordernder Weise zu Paaren getrieben. Der radikale
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Bariser Abgeordnete, Charles Bos war Augenzeuge eines Jm Reichs- Juftizamt sind heute die wegen Revision bes Bajonetten- Angriffs auf einen friedlichen Streifposten, begleitet urheberrechts eingeladenen Sachverständigen zur Berathung von einem Umzingelungsmanöver der Kavallerie! Der zufammengetreten. Der Staatssekretär eröffnete die Verhand
sozialistische Abgeordnete Fournière berichtet über folgende llungen mit einer Ansprache, in welcher er hervorhob, daß es
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" Die Thatsache, daß sich die Handwerker in Landsberg meist für freie Innungen entschieden haben, veranlasse die Regierung nach den Gründen hierfür zu forschen. Regierungsvertreter betonte, daß es immer noch Zeit sei, die Beschlüsse und Anträge auf Bildung freier Innungen umzustoßen, Die Regierung fäme darin entgegen, denn es läge ihr ganz besonders daran, 3 wangsinnungen zu halten, damit größere Verbände durch Zusammenlegen weiterer Bezirke entständen entständen und die Neugestaltung Inmungswesens auch die Schaffung eines tüchtigen Handwerkerstandes bedeute, dessen Organisation im stande ist, dem einzelnen die Existenz zu sichern, Der Minister habe sich vorbehalten, seine Zustimmung zu dem Zustandekommen der Zwangsinnung zu geben. Bei Zwangsinnungs- Bezirken ist die Zersplitterung keine so große. Gegenwärtig sind unter den 7000 Jnnungen Deutschlands nur rund 2000, die über 20 Mitglieder zählten. Solche fleinen Innungen erhalten die Genehmigung der Regierung nicht mehr, sondern es wird unter Berücksichtigung der fich immer mehr und mehr ausbildenden Verkehrswege darauf gesehen, daß größere Innungen entstehen. Vor der Bildung von Zwangsinnungen solle man nicht derartige Scheu haben, die Regierung wolle weitestgehende Hilfe dem Handwerkerstand bringen." Wir wissen nicht, welchem Interesse die Regierung haben kann, mit derartigen Pressionen auf die Handwerker einzuwirken. Wir bezweifeln sogar start die Berechtigung hierzu.-
Zur Fleischnoth schreibt wahrscheinlich offiziös die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung":
Vor der Hand darf an die Oeffnung aller Grenzen für die Einfuhr lebenden Viehes nicht gedacht werden. Es hat schwere Opfer gekostet, die Grundlage für die durch das Ausland verursachte Entfeuchung unserer Viehbestände herzustellen, und es ist gelungen,