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5. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit.

Das Sorgentind Slowakei .

Bon Gewissensbedenken bis zur wirklichen

Mittwoch, 16. Dezember 1925.

Loucheur gestürzt.

Sein Nachfolger Doumer? Paris , 15. Dezember.( Havas.) Finanzminister Loucheur über­

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Bezugs Bebingungen:

Bei Zustellung ins Haus ode bei Bezug durch die Vost:

monatlich

oierteljährlich halbjährig. ganzjährig

16.­

48.­

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96.­

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Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh

Nr. 292.

Die deutsche Regierungs­bildung.

Grundfäßliches Einverständnis der

Parteiführer?

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Neue ist meist noch ein weiter Weg umb so Dem Finanzausschuß der Kammer unterlegen. weiß man nicht, ob die derbe Lektion, welche die Brager Machthaber bei den Wahlen in der Slowakei bekommen haben, sie zur Ümfehr be reichte die Demission. Berlin , 15. Dezember.( Eigenbericht.) Die wegen wird. Aber jedenfalls werden Stimmen Beratungen der Parteiführer über die die Regierungs­laut, die zu einer solchen raten. Eigentlich hätte neubildung hat auch heute noch zu keinem Ergeb schon das slowakische Wahlergebnis von 1920 mission, die bereits gestern den Regierungsent- pflegte, sprach später mit Senator Caillau soll zwischen den Fraktionsführern der deutſchen Paris , 15. Dezember. Die Finanzkom des Finanzausschusses, Malby, Beratungan nis geführt. Nach einem offiziösen Kommuniquec pie Berantwortlichen im Staate ſtußig machen wurf über die Amortisationskasse und die neuen Diese Unterredung erwedte große Aufmerksam und der bahrischen Volkspartei, des Zentrums, der müssen. Das Land wählte damals zum über Steuern abgelehnt hatte, feßte heute folgenden feit. Um 7 Uhr teilten Malvy und Lamoureux wiegenden Teile die Kandidaten der tschechischen Beschluß: Nach Zurüdstellung der Finanzvor- Briand das Ergebnis der Verhandlungen des Demokraten und der Sozialdemokraten Sozialdemokratie, doch da diese Stimmen der schlage an die Regierung und nach neuerlicher Finanzausschusses mit. Beim Verlassen des Ka- grundsäßliches Einverständnis über Regierungsmehrheit zugute famen, ließ man Anhörung des Finanzministers bestätigt der binettes, des Ministerpräsidenten erflärten fie das von Koch vorgelegte Programm erzielt wor fich die Abſtimmung der ſlowakischen Wähler Tinausausi oui feinen geftigen Journalisten gegenüber, daß der Beschluß des den ſein. Es ſei aber vorbehalten worden, daß die gerne gefallen und machte sich über das Beschluß und beschließt, an die Prüfung der Ausschusses nicht gegen die Person einzelnen Fraktionen noch Ergänzungen und Klar­Warum dieser Abstimmung feine weiteren Borlagen zu schreiten, welche er zurüdbehielt." Briands gerichtet fel. sei. Sorgen. Sätte man nachgedacht, so wäre man Diese Situation veranlaßte den Minister Briand empfing um 21 Uhr den Vorsißenden legungen verlangen können. Morgen vormittag baraufgekommen, daß in der Wahl einer so oucheur, nach einer turzen Beratung mit des Finanzausschusses des Senates Doum er, sollen die Führer der Fraktionen zu abschlie großen Zahl von tschechischen Sozialdemokraten Briand noch heute abend Briand sein De- mit dem er schon mittags verhandelt hatte. Wie- Benden Beratungen über das Programm wohl noch nichts festgefeßt ist, dürfte Briand den neuerlich zusammentreten. nicht auch schon die Tatsache einer sozialdemo- miffionsschreiben zu übersenden, Senator Doumer mit dem Finanzministerium tratischen Gesinnung der slowakischen Wähler Ministerpräsident Briand , der den ganzen betrauen. Die Entscheidung wird wahrscheinlich In Kommentaren, die ein Teil der bürger­enthalten sei. Wer das glaubte, war ebenso im Nachmittag in den Couloirs der Deputiertentam-| im morgigen Ministerrate fallen, so daß die amtlichen Presse zu diesen Verhandlungen herausgibt, Irrtum, wie diejenigen, die jetzt meinen, die mer weilte und einigemal mit dem Vorsißenden liche Bekanntgabe um Mittag erfolgen dürfte. besonders im demokratischen Organ, wird es so Slowakei wäre fommunistisch, weil sie zum dargestellt, als ob die Vildung der großen Non­großen Teile ihre Stimmen den Kommunisten sion im Frat aufgestellten Forderungen zu er­lition mit Einschluß der Sozialdemokraten schon augewendet hat. Die Wahrheit ist, daß die Die Entscheidung des Völlerbundes Slowakei im Jahre 1920 für die tschechische füllen. Der englischen Regierung wird aufge- unmittelbar bevorstünde. Einige Blätter haben so­tragen, einen Handels- und Zollvertrag mit der gar schon die voraussichtliche Ministerliste veröf= effentlicht, auf der auch ſozialdemokratische Namen den Verlust des Voffuler Petroleumgebietes entstehen. Soweit ist aber die Arbeit noch lange nicht Sizung hielt der Böfferbundrat nachmittags site Genf , 15. Dezember. Nach der öffentlichen schädigt würde. gekommen. Die Sozialdemokraten beteiligen sich Der heutige Beschluß des Völkerbundrates vertrauliche Sigung ab, in der die definitive Ent- tritt erst in Gültigkeit, bis er vom britischen Par- nur ganz unverbindlich an den Verhand­fcheidung über den Mossultonflitt, und zwar auf lament ratifiziert ist. lung, aber auch die deutsche Volkspartei zeigte bis­Grund des Artikels 3 des Laujanner Vertrages her noch wenig Neigung, an der großen Stoalition getroffen wurde, der den Bölterbundrat damit teilzunehmen. betraut, die Grenzen zwischen der Türker und dem Gebiet von Frat definitiv festzusehen. Die Ent fcheibung des Rates lautet dahin, daß das Gebiet von Mosful definitiv dem Frat zugesprochen wurde, und zwar so, daß sich die Grenze im all gemeinen mit der sogenannten Brüsseler Demar­lationslinie deckt. Nur an einigen Stellen werden die Grenzen aus strategischen Gründen etwas gegen den Norden verschoben.

im Moultonflitt.

Sozialdemokratie entschied, weil sie damit ihrer Mosul dem Stal angesprochen.- England her. oppofitionellen Standpunkt gegen das Prager nimmt das Manbat über den Frat auf 25 Jahre. sentralistische Regierungssystem Ausdrud zu geben vermeinte. Schon damals stand die Mehr­heit der Bevölkerung gegen Brag in Opposi tion, und sie wählte tschechisch- sozialdemokra fifch, weil sie damit die raditolfte Oppositions partei zu wählen glaubte, die ihr im Kampfe um thre Selbständigteitsbestrebungen zur Seite ftehen werde. Dieser fiefere Sinn des Wahl­ergebnisses fand feine: Beachtung und man glaubte, es werde gelingen, die Slowaken zu toalitions- und ſtaatstreuer Gesinnung zu er ziehen, wenn man ihnen eifrig zuredet, daß fie doch mit den Tschechen ſtammesverwandt find.

Amerilanilche Krebite für Deutschland ?

Gin fozialdemokratisches Kommuniquee Berlin

, 14. Dezember.( Eigenbericht.). Nach Londoner Meldungen soll der Generalagent für Berlin , 15. Dezember. Der Sozialdemokra die Reparationen, der sich in Begleitung des tische. Preffedienſt berichtet zur Frage der Regie­Präsidenten der Bank von England nach Amerika rungsbildung und des Regierungsprogramms: begeben hat, dort Berhandlungen über neue Stre Mit Richtlinien und Programmen haben wir dife für Deutschland und die eventuelle Aufnahme bei früheren Gelegenheiten zu böse Erfahrungen einer zweiten Daesanleihe eingeleitet haben. gemacht. Deshalb ist es die selbstverständliche Auf Bevor der Nat feine Entscheidung traf, gab Diese Meldung beruht insofern nicht vollständig gabe der Sozialdemokratie, jetzt keine interpreta Chamberlain, nachdem er sich von Premier auf Wahrheit, als man die Aufnahme einer sol tionsfähigen Forderungen und Bedingungen auf­minister Baldwin die Ermächtigung eingeholt chen. Anleihe in absehbarer Zeit als nicht wahr zustellen. Dieser Arbeit hat sich am Dienstag abend tärung ab, daß England bereit jei, das Mandat iche Besprechungen zu handeln, die mit aureri- tratie unterzogen und das Ergebnis wird der für hatte, namens der englischen Regierung die Erscheinlich hält. Es scheint sich also um unverbind- Fraktion und Fraktionsvorstand der Soizaldemo­über Frat auf weitere 25 Jahre zu übernehmen kanischen Banliers über die Zuleitung neuer Mittwoch einberufenen neuen Konferenz der Par­und die weiteren von der Untersuchungskommis| Kredite nach Deutschland geführt werden.

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teiführer unterbreitet. Es ist nach allem, was bis­her von der Volkspartei zu vernehmen war, recht wenig wahrscheinlich, daß fie unseren klar umrissenen Ansprüchen zustimmt, gar nicht zu. reden davon, daß die persönlichen Garantien bis her überhaupt nicht in den Bereich der Diskusſſion bezogen worden sind.

Die Fememorde vor dem preußischen Landtag. Demonstrationen gegen den völkischen Abgeordneten Wulle. Berlin

, 15. Dezember.( Eigenbericht.) Im preußischen Landtage kam es heute wieder zu leb haften Lärmigenen. Bei der Beratung des Etats zurzeit 28 Personen wegen der Fementorde in der Justizverwaltung wurde berichtet, daß sich Untersuchungshaft befinden. Während dieses Be­zurzeit 28 Personen wegen der Fememorde in richtes erschien der deutschvöltische Abgeordnete 23ulle im Saale, der vomt, Fememörder

Seither aber haben sich die politischen Verhältnisse in der Slowakei wesentlich zuge ipißt und bei den letzten Wahlen haben die Wähler in einer, die schlimmsten Befürchtungen der Wachthaber weit übertreffenden Weise gegen die Regierung der allnationalen Koali Hon entschieden. Gerade die Abstimmung der Slowakei hat die Niederlage der Regierung herbeigeführt. Die Slowakei hat ſich auch dies der Gründung des Staates bildet die innere daß die slowakischen Sozialdemokraten, die inal benjenigen Parteien angeschlossen, durch Eroberung der Slowakei ein offenes Problem. eben die schwere Niederlage erlitten haben. die sie am wirkungsvollsten ihrer oppositionellen Es ist heute weniger gelöst als früher. Die gegen die weitere Teilnahme an der Regierung Stellung Ausdruck zu geben hoffte, das ist den Gegenfäße zwischen der Slowakei und dem schwere Bedenten hatten und freie Hand in Rommunisten und der flow afif Prager Bentralismus haben eher eine Verhrer Agitation im Lande gewinnen wollten. flertalen Volkspartei. Es nüßt schärfung als eine Milderung erfahren. Ihre Um sie davon abzubringen, mußte sich der neue eine wenig, über die geringe politische Schulung Beseitigung ist zu einer Frage des Be Eisenbahnminister Bechyně nach Preßburg be­der flowakischen Bevölkerung zu jammern, die ft a n des der tschechischen Vorma ch t- geben die Familienangelegenheiten" der strupellosen kommunistischen und Heritalen stellung im Staate geworden und des- Derers in Ordnung bringen, das heißt, Dr. Agitation verfallen fei. Diese Agitation, der halb beginnt sie den Machthabern auf die Nägel Derer zur Annahme des Ministerpostens be­übrigens der ungeheure Apparat der Wahlmache au brennen, Nach den Wahlen wurde der. Ber- wegen. In Karpathorußland sind die Schwierig­der Koalitionsparteien entgegenwirkte, hätte such unternommen, die slowakische Volkspartei teiten noch größer. Dort erhielt der neugewählte nicht Erfolg haben fönnen, wenn für die Koalition einzufangen, die Antwort fozialdemokratische Abgeordnete Ingenieur N e- Bobenfür nicht der Boden für sie aufnahme- war eine glatte und höhnische Absage. Wozu e as den Auftrag, seine Partei nur in gesamt­fähig gewesen wäre. Es sind die Her- sollen die Hlinta und Juriga in die Regie staatlichen Fragen zu unterſtüßen, dagegen zum vorkehrung des antigentralistischen Stand rungslaube gehen, welcher Weg ihnen die gegenwärtigen Regime in Karpathorußland punties durch die flowatische Voltspartei und Gunst der slowakischen Wähler entziehen würde, einen oppositionellen Standpunkt einzunehmen. die von den Kommunisten eigens zur Gewin- wenn sie Aussicht haben, mehr als einige Der Ruf nach einem Entgegenkommen an Gruette- Lehder schwer belastet worden war. Er nung der Slowakei erhobene Forderung nach Ministersessel zu gewinnen, nämlich die staat die slowakischen Forderungen wind daher wurde von der Linken mit den Rufen Femte­dem Selbstbestimmungsrecht bis zur Losliche Autonomie ihres Landes! Die Koalition immer hörbarer und man verhehlt sich nicht. mörder, Mordbube!" empfangen. trennung, denen diese Parteien ihre Wahl- wird sich auf schmaler Grundlage ohne die Slo daß die Selbständigkeitsströmungen in der Ms sich später Bulle sunt Worte meldete erfolge zu danken haben. Nicht die religioje waken fortfretten müssen, daher ist bei den Slowakei gegenwärtig nicht mehr bloß koali- und die Tribüne besticg, entstand auf der Linken Frage und die religiöse Gesinnung ist es, die Koalitionsparteien der. Wunsch erwacht, es tionsfeindlich, sondern antistaatlich orientiert ein Bärm, fo daß es Wuile unmöglich war, eine ben flowakischen Klerikalen den Wahlgewinn möge an die Gewinnung der flowakischen Be- find, daß also Gefahr im Verzuge ist. Die tebe zu halten. Es mußte die Sizung auf schn ervingen half, denn die Katholiken umfaffen im völkerung gegangen werden. Die tschechischen treibende Kraft bei diesem Berlangen nach einer iederaufnahme Wulle erneut das Wort ergriff, Minuten unterbrochen werden. Als nach ihrer Bande doch nur 62 Prozent der Bevölkerung. Nationalsozialisten erklären, es müsse endlich Umkehr ist aber die Besorgnis, es müßte, wenn verließen die Sozialdemokraten und Demokraten Es waren auch nicht die Schönheiten des Sow die Lösung der slowakischen Frage durchgeführt die Slowaken nicht gewonnen werden sollten, den Saal, jetparadieses und die Sehnsucht nach dem Some werden und diese Lösung rechtzeitig zu finden, eine Annäherung an die Deutschen ge- Wulle gab eine Erklärung ab, worin er die munismus, die die Wähler nach den tommu bedeute, sie mit geringeren Opfern zu erkaufen. sucht werden. Sinter dem Wunsche nach einem Behauptungen des zu acht Jahren verurteiltent nistischen Stimmzetteln greifen ließen, fondern als dies später möglich wäre. Auch bei den Ausgleich mit den slowakischen Autonomiefor- Fememörders Gruette- Lehder, daß die völlischen die Wahl war der Ausdrud der tiefen Unzu- jlowakischen und farpathoruffichen Sozialdemo- derungen verbirgt sich die Abneigung Abgeordneten Wulle und Kube um die Mordtat friedenheit und Berbitterung über die Kolonial Iraten regt es sich. Den tschechoslowakischen gegen einen nationalen Ausgewußt hätten, als erfunden bezeichnete. methoden, nach denen das Land von Prag aus Sozialdemokraten wurden in der Regierung gleich, den man vorläufig noch mehr haßt, Die Barmataffäre erledigt. verwaltet wird und es ist der Ausdrud drei Stellen zugewiesen, deren eine den slowa als eine Durchbrechung des zentralistischen In derselben Sigung wurde auch bekannt, bes Willens nach Gewinnung befischen Sozialdemokraten Dr. Der er auge Prinzips gegenüber der Slowakei. Es ist ein daß das Verfahren gegen die Brüder Barmak Unabhängigkeit von einem die dacht war. Doch diese Stelle blieb borläufig vergebliches Beginnen, der Lösung der natio- eingestellt worben fei, ba teine Beweise ihrer Massen des Volkes bedrüden den unbesetzt, da Dr. Derer, wie es hieß, erit na nalen Frage auszuweichen, die nicht minder Schuld zu erbringen gewesen seien Nur gegen Megime. Breßburg fahren mußte, um Familienange und noch mehr als die flowakische, das den ältesten Barmat sei das Verfahren eröffnet Seit mehr als fieben Jahren, das ist seit legenheiten zu ordnen. Nichtig dagegen war, Lebensproblem bes Staates ist! worden.