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7. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.

Flidarbeit am Schandwert?

Freitag, 11. März 1927.

An die Eisenbahner!

Die Ungeheuerlichkeit des Gejeßentwurfes über die Verwaltungsreform hat die deutschen Regierungsparteien nicht davon abgehalten, ihn zu verteidigen und sogar als nützlichen Fort­fchritt hinzustellen. Es fehlte nur noch, der deut­schen Bevölkerung, der der Strick um den Hals gelegt werden sollte, die geplante Reform als ein Geschenk an sie zu erklären, für das sie den Deutschbürgerlichen und auch den tschechi­schen Gewalthabern dankbar die Hände zu füssen hätte. Nicht viel weniger hat übrigens der die gewählte Exelutive sofort in einer neuen Be­Ueber das Ergebnis dieser Konferenz wird deutsche christlichsoziale Minister Mahr ratung, welche einen definitiven Standpunkt ein Sarting getan, der sofort nach Erscheinen nehmen wird, verhandeln. Falls auch diese Ver­des Entwurfes einem Redakteur der Wiener handlung nicht zum Ziele führen sollte, wird die Neuen Freien Presse" zu erzählen wußte, In dieser Richtung wurde bei der Regierung Erefutive eine Beratung der Vertrauensmänner die Vorlage bedeute in nationa mit dem Ergebnis interveniert, daß der Vertre aller beteiligten Organisationen einberufen, welche ler Beziehung einen Fortschritt, ter der Regierung in einer Sigung der Abacordne über den weiteren Fortgang ber Ation entscheiden weil dadurch in Böhmen das deutsche ten- Gewerkschafter, welche die foalierten Organi- wird. Die Erefutive betrachtet es als notwendig, Element zu der ihm gebührenden Weise bestrebt ist, das Vertrauen der Eisenbahn - der bürgerlichen Preise aufmerksam zu machen, sationen vertreten, am 11. d. M. Erläuterungen die Eisenbahner auf die tendenziösen Nachrichten entsprechenden Vertretung kom- bediensteten zu ihren Gewerkschaftsorganisationen die in einer bei solchen Angelegenheiten üblichen men werde". Der famose deutsche Minister fand, daß man mit der ganzen Sache viel zu Die Exekutive der kvalierten Organisationen der Eisenbahnbediensteten. viel Aufhebens mache, leßten Endes" handle

Die Beratung der Vertreter der Gewerk zu untergraben. Durch diese lüigenhafte Nachrich

schaftsorganisationen der Eisenbahnbediensteten ten, deren einziges Ziel die Schädigung der ge | wurde am 10. d. M. durch die plößliche Heraus rechten Aktion der Eisenbahner ist, werden sich gabe der Dienstordnung überrascht, ohne daß die die Eisenbahnbediensteten nicht täuschen lassen Regierung den Entwurf dieser Dienstordnung, wie und darauf damit antworten, daß sie sich um ihre dies verlangt wurde, dem Zentralvertrauensmän- Organisationen scharen und sie bis zur erfolgrei­nerausschuß und den Organisationen zur Behand- chen Beendigun- ihres Kampfes unterstützen. lung und Begutachtung übermittelt hätte. tionen, welche trotzdem von dem in der Bera­Die Bertreter der unterfertigten Organija geben wird. uder herausgegebenen Regierungsverordnung tung am 9. eingenommenen Standpunkt aus­gehen, d. h. alle Wege und Mittel ausschöpfen wollen, welche eine friedliche Beilegung des Streits ermöglichen, haben die Regierung um Verhandlungen ersucht.

es sich doch nur darum, daß, wo bisher von

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Nr. 59.

Kleritale Kulissenarbeit gegen die Voltsschule.

In der Zeit der Verwaltungsreform ist es

gewiß von Interesse, einen Blick hinter die Su lissen unserer öffentlichen Verwaltung zu werfen, um das wahre Gesicht der Bürokratie kennen u lernen. Als warnendes Beispiel für unsere Orts­schulräte und Lehrförper, wollen wir uns diesmal mit den Anordnungen des Unterrichtsministers be­schäftigen. Als Seclenfänger mit demokratischen lichen Varteien mit der Schlautonomie zu ödern. Alfüren trat er auf, als es galt, die deutsch- bürger Nach Tisch las mans allerdings anders. In den lesten Wochen zeigt aber der Herr Unterrichts minister mit feinen Verfügungen ganz deutlich, auf welches Geleise der Karren gefommen ist.

Im Oktober 1926 wurde mit einem Erlaẞ des Ministeriums für Schulwesen und Volkskultur angeordnet, daß an allen Volfs- und Mittelschulen fchen Republik, beginnend mit 1. November 1926, und Lehrerbildungsanstalten der Tschechoslowati­bis Ende Feber 1927, vorläufig zur Probe für dieses Schuljahr, der Vormittagsunterricht um halb 9 Uhr zu beginnen hat und bei vierstündigem Vormittagsunterricht um 12.5 Uhr und bei fünf­stündigem Vormittagsunterricht um 13 Uhr enden

vorsichtiger Politiker zeigte der Herr Unterrichts

einem, humanen Mänteichen und spielte den Stin derfreund. Er wußte ganz genau, daß er die Schä digung des Schuhvefens und vor allem die Benach teiligung der Broletarierkinder nicht all u plump

stehend aus 42 Wochen gerednet, den an, so beträgt die Unterrichts­105 Stunden. Nimmt man die täg verkürzung im Schuljahre nicht weniger als 21 volle Schultage.

fiche Unterrichtszeit mit fünf Stun

Gauen die Rede war, jetzt von Ländern Der letzte Absatz der obenstehenden Verlaut-| Eisenbahnministers machen. Die Reichenberger muß dabei wurden die ersten zwei Unterrichts­gesprochen werde. So viel Lärm wegen eines barung der foalierten Eisenbahnerorganisationen Zeitung" erzählt, daß die Arbeitszeit der Eisen- Stunden mit 50, die weiteren mit 45 Minuten ge Eierfuchens! Beter und Mordio dabei han- wendet sich mit Recht gegen die Stellungnahme bahner wie bisher- 6 Stunden 15 Minuten sein rechnet. Bis 1. März 1927 follte durch die Bezirks­delt es sich nur um ein paar Worte! In der der bürgerlichen Presse, die in raffinierter Weise werde und das Prager Tagblatt" zerbricht sich schulausschüsse berichtet werden, wie sich diese ver­Verwaltungsreform stecke doch ein gesun- Stimmung zu ungunsten der Eisenbahner zu schon heute den Kopf, wie das Ministerium den bewährt hat. Wer den Erlak oberflächlich liest, fuchsweise Einführung des Unterrichtsbeginnes der Gedanke", weil nämlich ein Drittel machen versucht. Insbesondere sind dies das Streit bekämpfen wird. Darum ist die klare Ab- macht sich darüber keine besonderen Gedanken und der Landes- und Bezirksvertretungen nicht von Prager Tagblatt", die Bohemia und die fage der Eisenbahnerorganisationen an die bür- man kann schließlich für die Zeit der Winter­der Bevölkerung gewählt, sondern von der Reichenberger Zeitung ", welche teils durch Ver- gerliche Presse lebhaft zu begrüßen. Wenigstens monate mit diesem Modus einverstanden sein. Als Regierung ernannt werden soll! Wie ge­sund" hätte der christlichsoziale Miniſter" die breitung von allerlei Tartarennachrichten die weiß dieſe Art von Preſſe, was die Eisenbahner miniſter ſeine wahre Absicht nicht, verdedte sie mit Reform erst befunden, wenn die neuen Ber- Eisenbahner sowie das Publikum zu verwirren über sie denken. tretungskörper überhaupt nur aus ernannten suchen, teils sich zu Organen des scharfmacherischen Mitgliedern zusammenzustellen beabsichtigt wäre! Auch die landbündlerische und christlich machen. Die Unzufriedenheit wuchs zu Dimen-| dahin berichtigen muß, daß er schreibt, der Vertreiben darf. In der letzten Zeit aber trat seine joziale Bresse hieb in dieselbe Serbe. Das ge- fionen, welche die Deutschbürgerlichen nie vor- waltungsreform- Entwurf scheint entschie- wahre Absicht klar zutage. Vom Unterrichtsmini ringste Lob, das sie dem Entwurf spendete, ausgesetzt hätten, und das ergste war, ausgesetzt hätten, und das ergste war, daß den zu einer Rückbildung des Rechster wurde nämlich angeordnet, daß der Unter­war, daß er ein Entgegenkommen an die deut- auch ihre eigenen Parteigänger zu rebellieren tes im Sinne des alten Polizei- richtsbeainn an den Volks- und Bürgerſchulen schen Wünsche sei. Die Rechnung der deutsch begannen. staates zu neigen". Spotten ihrer selbst auch für die Sommermonate um halb bürgerlichen Betrüger war die: che die 9 Uhr zu erfolgen hat. Damit ist gleichzeitig die deutsche Bevölkerung recht ahnen Wirklichen Widerstand gegen Svehlas na- und wissen nicht wie! Sturzunterrichtsstunde von 45 Minuten angeord­werde, was gegen sie geplant ist, tionale Entrechtungspläne wagten die knie- Soweit also hätten wir die Herrschaften net, wodurch der Vormittagsunterricht um 25 Mi­wird die Verwaltungsreform Ge- schwachen, erbärmlich feigen Snödeldeutschen schon, daß sie den Entwurf nicht mehr als un- nuten verfürst wird. Diese Verkürzung setz sein. Darum ihre Anstrengungen, noch immer nicht zu erheben. Mutiger und abänderlich anschen. Der von unserer Partei des Unterrichtes beträgt in der Svehlas Meisterstreich zu beschönigen und seine selbstbewußter waren die Starpathorussen, die aufgepeitschte Widerstand, der sie erkennen ließ, o che zweieinhalb Stunden, das schädlichen Wirkungen als harmios hinzustellen. in geschlossener Front die Verwaltungsreform daß sie sich unter die Wählerschaft zu gehen find für das ganze Schuljahr, be Bei der Kongrua, bei den Hungerzöllen war als einen Anschlag auf die ihnen durch die überhaupt nicht mehr trauen dürften, wenn sie ten sie, daß ihr Berrat auch diesmal, unter markten, mutiger waren auch die Slowaken, die, den tschechischen Nationalismus beharren, ihnen das infame Spiel gelungen, und so hoff- Friedensverträge zugesicherte Autonomie brand- in ihrer charakterlosen Dienstbeslissenheit für Spekulation auf die schwere Beweglichkeit der obwohl auch sie Regierungspartei sind, sich zwingt sie, jetzt wenigstens zu tun, als menn Wählermassen, gelingen werde. nicht scheuten, den Entwurf genauer unter die sie Svehlas Werk nicht mehr fritiklos gegenüber Lupe zu nehmen, wobei sie auf die Schädlich- stünden. Ist ihnen zu trauen? Es war Die Verfür ung der Unterrichtszeit ist ein Es kam aber diesmal anders. Die von feiten des Gesetzes kamen und hiebei auch die schon schwer, ihnen die Begeisterung für die Diebstahl an den Kindern der Arbeiterflasse, den oppositionellen Parteien geübte Kritik on Entdeckung machten, daß man sie bei den Vor- Entrechtungsvorlage abzugewöhnen, wie foll welche in den Bolfs und Bürgerschulen die einzige dem Gejeßentwurfe, insbesondere aber der von beratungen durch Vorlage eines unvollständigen man von diesen fastrierten Anwälten des Bildungsmöglichkeit haben, der deutschen Sozialdemokratie organisierte Ab- Eremplares des Entwurfes übers Ohr gehauen Deutschtums ernsthaften Widerstand gegen das Folgen dieser Maßnahme zeigen sich gan; be­wehrkampf brachte Bewegung in die Massen. hat. Jetzt endlich, aber noch immer ursprünglich von ihnen selbst sanktionierte Werk sonders in den einklassigen Schulen, wo zum Bei Da wurde den Regierungsdeutschen schwül. nid) t durch eigene Ehrlichkeit und erwarten! Das Höchste, zu dem sich ihre Be spiel im Rechenunterricht bei vier Abteilungen nur elf Minuten auf den direkten Doch noch gaben sie die Hoffnung nicht auf, Einsicht, sondern durch die Erregung der dientenhaftigkeit aufschwingen fönnte, wenn sie unterricht entfallen. Aber sogar diefe elf die Verwaltungsreform, diese Ausgeburt einer eigenen Wählerschaft getrieben, begannen sie an nicht durch den Willen der Bevölkerung vor Minuten werden noch verkürzt um jene Zeit, die tollgewordenen Reaktion, unversehrt unter Dach der Vollkommenheit des Regierungsentwurses wärts gepeitscht werden, wäre der Versuch, der Lehrer braucht, um die stille Beschäftigung der und Fach zu bringen. Sie versuchten die wach zu zweifeln. Wäre es auf sie allein angefom die Vorlage durch einige Abände Sinder auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Daß auch sende Unruhe und die Empörung gegen ihr men, und hätten ihnen die deutschen Sozial- rungen zu verschönen". So propagie in den mehrffailigen Schulen diese Verkürzung der Verhalten damit zu dämpfen, daß sie erzählten, demokraten nicht höllisch eingeheizt, jo hätten ren sie die Zurücknahme jenes Teiles, der das Unterrichtszeit schwere Nachteile für die Kinder die Reform würde in jedem Falle Ge- die Deutschbürgerlichen wie Barrierestöde für Brügelpatent in verschärfter Form zu verewigen bringt, liegt auf der Band. Hätte der Herr Unter­set werden, sei es nun mit oder gegen das Wachwerf gestimmt und sich nicht getraut, sucht, und die Einschränkung der Macht der richtsminister, so wie es im Oktobererlaß vorge­die Deutschbürgerlichen. Der letztere Fall wäre die geringste Abänderung zu fordern. So aber Bürokratie, die ihr durch das Gesetz verliehen fehen war, die Aeußerungen der Bezirksschulans schüsse über die Wahrnehmungen während der Zeit noch ärger, daher sei es schon besser, wenn sie konnte man denn den Bund der Landwirte ur- werden soll. Einen Neger, den man wäscht, des halb 9 Uhr Beginnes des Unterrichtes abge­weiter mitmachen, denn sonst würde man sie plötzlich eine Schwenkung nach Salblinks friegt man nicht weiß, auch wenn man noch wartet, so hätte er wahrscheinlich, trotz der Ein­aus der Mehrheit herausdrängen und die deut- machen jehen und erklären hören, daß er dem soviel Seife daran verwendet. An der Vorlage flußlosigkeit der Mitglieder der ernannten Bezirks­sche Bevölkerung würde dadurch ihre treuen Entwurf in seiner jebigen Fassung ist nichts zu verbessern", sie ist eine solche schulausschüsse, vielfach eine ablehnende Saltung Wächter in der Regierung verlieren. Mit diesem nicht zustimmen könne. Jedenfalls eine föstliche Säufung ineinander verfilzter reaktionärer erfahren. Das wußte auch der Herr Unterrichts­Argument läßt sich wohl jede Niedertracht ver- Begebenheit! Die deutschen Minister, darunter Niederträchtigkeiten, daß sie nur ein Schickjal minister und eben aus diesem Grunde hat er die teidigen, sie liefert die Begründung für alle der Minister der Landbündler, unterfertigen verdient: auf den Mist haufen der Ge- Aeußerungen der Bezirksschulausschüsse erst gar deutschbürgerlichen Taten der Feigheit und Ver- den Entwurf im Namen ihrer Parteien, einige ichichte geworfen zu werden. Diese nicht abgewartet, sondern schon im Feber den er­rätevei. Die Aussicht, die Knödelparteien von Wochen später aber muß dieselbe Partei zu- Quelle von unbegrenzten Unterdrückungsmaß wähnten Erlaß herausgegeben. Läßt sich die Verfürzung der Unterrichtszeit der vollen Futterkrippe weggedrängt zu sehen, geben, daß die jetzige Fassung der Vorlage un- nahmen auf staatsbürgerlichem, sozialem, po­hatte aber für die deutsche Bevölkerung wenig annehmbar sei! Die bis auf die Knochen bla- litischem und nationalem Gebiete fann nicht im Winter durch den Hinweis auf die Ertüchtigung Schreckhaftes, und sie fand den Preis, den sie mierten Europäer aber dürfen weiter in Politik reguliert", sie muß verschüttet werder zarten Gesundheit der Kinder rechtfertigen, fo zahlen sollte, damit zwei deutsche Prager Pro- machen und als Repräsentanten des deutschen den. Darum geht unser Kampf wei fessoren ihre Ministerfräcke behalten, zu hoch. Bürgeriums fungieren. Wie drollig auch, wenn ter! Kein Ruhen und Rasten, solange nicht Selbst die Gefahr des Verlustes der einzigen man früher die christlichsoziale Deutsche Presse" dieses Attentat auf die Volksrechte, welche nationalen Errungenschaft der Regierungsdeut- mit jejuitischen Drehs" den an der Bevölte- Form man ihm auch geben möge, abgewehrt ist! schen, der Kohleneinfuhrscheine, konnte sie nicht vung zu vollziehenden Raub verteidigen jah, Wehe jenen, die es wagen sollten, dem Scheusal schrecken und ihr die dauernde Unterstellung während jeẞt in ihren Spalten jogar der frühere durch ein paar aufgeklebte Schönheitspfläſter unter nationale Fremdherrschaft erträglicher Graf Stollberg das frühere Urteil des Blattes chen zur Herrschaft über das Volf zu verhelfen!

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ist die Ausdehnung dieser Maßnahme auf die Sommerzeit ein pädagogischer Unsinn. Fast alle Schulhäuser sind so gebaut, daß die Moraen und mittegssonne in die Klassenzimmer scheint; um 10 Uhr ist in diesen Schulzimmern eine derartige Wärme, daß in der Vorkriegszeit bei einer Tem­peratur von 20 Grad Reaumur, um 11 Uhr Hitzea ferien eingetreten find. Diese Hißeferien sind zvar