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7. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Mieterschut

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.

Sonntag, 2. Dltober 1927.

Für die kommuniſtiſchen Arbeiter

und Gemeindewahlen. tehrreich zu lesen!!

Wenn es gegen den Fascismus geht!

Dann bleiben die Kommunisten hinterm Ofen.

Was aber taten und tun die Kommunisten?

ட்

noch keine verfäßlichen Berichte besitzen, es steht jedoch schon fest, daß sie als Ausdruck der größten Erbitterung der breiten Vollsmassen, als der erste Versuch eines Angriffes auf die faschistische Regie­rung zu betrachten ist. Die litauischen Ereignisse sind von größter Bedeutung: Mit Aus­nahme von Ungarn wütete der weiße Terror in feinem Staate so grausam, als eben in den Rand staaten der Sowjetunion . In diesen Staaten fonnte aus demselben Grunde auch die tommuni stische Bewegung nicht erstarken. Daß sich die Arbeiterschaft in Litauen doch zu einer großen Be­wegung ausraffen konnte, ist wiederum ein schla­gender Beweis der wachsenden Belebung und Ak­tivität der Massen, die sich schon bei den Wiener Ereignissen und dem Proteststurm gegen die Hin­richtung Saccos und Vanzettis zeigte.

Sollte auch der litauische Aufstand diesmal nicht von vollem Erfolge gekrönt werden, so zeigt er doch die Unsicherheit des faschistischen Regimes in Litauen und damit die Schwäche einer der Hauptstüßen der durch England organisierten Antisowjetfront."

Am 14. September veröffentlichte der Rei­chenberger Vorwärts", der noch keinen wärts" fett gedruckt, woraus zu ersehen ist, daß er Die fettgedruckten Stellen sind auch im Vor­Befehl Mostaus hatte, wie er sich zu den auf sie Nachdruck legt. Am 14. September waren litauischen Ereignissen verhalten solle, an der ihm die Ereignisse in Litauen von größter Be­Spitze des Blattes einen mächtigen Dreispalter: deutung", eine Wassenbewegung", ein fchlagen­Bresche in der Antisowjetfront! der Beweis der wachsenden Belebung und Altivi­Massenkampf gegen die litauische tät der Massen" und sogar ein Bruch in die Anti­Fascisten Regierung." Ahnungslos, daß sowjetfront. Da schien es dem Vorwärts", es Sowjetgewaltigen in Woskau mit tie fommunistische Partei machen, darum ver­dadurch das süße Techtelmechtel der ließe sich aus diesen Ereignissen Stimmung für der ließe sich aus diesen Ereignissen Stimmung für ben fascistischen Gewalthabern in schwieg er auch, daß an der Aftion wohl Sozial­2itauen gestört werden könnte, schrieb der demofraten, nicht aber die Kommunisten Vorwärts":" Anteil hatten, denn diese, wie überall ein Werk­,, Inmitten dieser Plebiszitvorbereitungen bezeug Moskaus , durften über dessen Befehl, wie sich ginnt eine Massenbewegung, über die wir wohl jetzt herausstellt, nicht teilnehmen!

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Nr. 231.

Seither hat Litauen und der dort rasende weiße Schrecken für den Vorwärts" und die ge­samte fommunistische Presse zu existieren aufge­hört, denn mittlerweile dürfte das Effi" fic niedergedonnert haben:

" Ihr Mordsesel, was quatscht ihr von ,, Bresch: in der Antisowjetfront"? Die herr schende fascistische Offiziersbande in Litauen ist doch eine Stüße und Verbündete der Sowjet­regierung!"

Wer das nicht glaubt, der lese die

Moskauer Prawba vom 16. September.

Schon im Titel: Der Putsch in Litauen " fommt die Fascistenfreundlichkeit des führenden Kommunistenblattes zum Ausdruck.

fauer Oberbonzen den litauischen Aufständigen in Und nun höre man, wie das Blatt der Mos. den Rücken fällt:

Die unvollständigen telegraphischen Mittel­lungen lassen noch schwer das vollständige Bild der Ereignisse feststellen, die sich in Litauen in der Stadt Tauroggen am 9. September abgespielt haben. Es steht aber außer Zweifel, daß dort ein Butsch stattgefunden hat, an dessen Spine einzelne Mitglieder der Linken Na­rodniki, der Sozialrevolutionäre und der Sozialdemokraten gestanden haben. Die Kommunisten, als grundsätzliche Gegner aller Putsche, waren an den Ereignissen in keiner Weise beteiligt( Fettdrud in der Prawda"!). Die in den Telegrammen erwähnten Führer des Putsches sind Major Majus ein Anhänger der oppositionellen Portei der Narodniki, Mikulski- ein ehemaliger(?) sozialdemokratischer Abgeordne­ter, Sultonas- linfer Sozialrevolutionär

In einem Telegramm wird mitgeteilt, daß die Arbeiterklasse Litauens auf den Terror der Re­gierung mit der Proklamierung des Generalstreiks geantwortet hat. Sollte es richtig sein, so muß man sagen, daß unter den gegenwärtigen Umständen ein solcher Streit in Li­ tauen kaum von Erfolg sein kann. Die Unzufriedenheit unter den Arbeitern und den ärmeren Bauern Litauens ist zwar groß, die Maj­sen sind aber noch passiv.

The Kommunistische Partei Litauens hat und wird sich durch putschistische Stimmun­gen nicht beeinflussen lassen. Sie wird vielmehr die breiten Arbeiter und Bauernmassen für einen aktiven(??) Kampf gegen die feschistische Diftatur gewinnen."

Von allem möglichen werden die bürger­fichen Parteien im Gemeindewahlkampf reden, nur um eine Frage werden sie sich herum­brücken, obwohl sie für viele hunderttausende Arbeiter, Privatbeamte, öffentliche Angestellte, Gewerbetreibende und kleine Ladenbesizer von In dem kleinen Staate Litauen ist fürz-| brennender Bedeutung ist. Sie werden ihre lich aus der Verzweiflung der Volksmassen eine nichtswürdige, verräterische, arbeiterfeindliche Bewegung emporgewachsen, um die fascistischen Bolitik im Staate verteidigen und sie, je nach bauern und Arbeiter die Regierunge gewalt, im Machthaber zu stürzen. Früher hatten Klein­der Zusammenstellung der Wählerversammlung, Dezember 1926 verjagte der Fascismus, hinter mudgerecht zu machen suchen, sie werden die dem einge hundert jüngere Offiziere jozialistische Gemeindepolitik in den schwärze- und die Großbourgeoisie stehen, das Par­sten Farben malen und ihre eigene engstirnige, lament und errichtete die Militärdiktatur. von der alleinigen Rücksicht auf die Besitzenden Seither sind alle Versammlungen verboten, die diktierte Gemeindewirtschaft als mustergültig meisten Gewerkschaftsverbände aufgelöst, jedes preisen, und sie werden jene Streise, denen jeder freie Wort wird unterdrückt, viele der Führer der Seller, der für den Schuß der Arbeiter und früheren Regierung mußten vor dem weißen Ter­Angestellten vor Not und Hunger im Falle or ins Ausland flüchten. Der Aufstand, obwohl Krankheit, Unfall oder Invalidität ausgegeben blutig unterdrüdt, blutgierig schleppten breiten Volfsschichten getragen, wurde wird, als überflüssige Verschwendung erscheint, die Schergen und Senter der fafschen Reaktion mit dem Versprechen locken, ihnen durch Ver- Dußende chrenhafter Männer auf das Schafott. schlechterung der Sozialversicherung die Ausgabe Die Sozialistische Internationale von ein paar Kronen im Monat zu ersparen. hat einen flammenden Protest gegen diese Nur darüber, was sie mit dem Mieterichuv Bestialitäten des litauischen Fascismus erhoben. vorhaben, werden sie schweigen, und mit gutem Grund, denn wegen der Hausbesißer bra u chen sie nicht darüber zu reden, da diese wissen, daß sie sich auf jede einzelne der bürgerlichen Parteien verlassen können, und wegen der Mieter dürfen sie an diese heifle Sache nicht rühren, denn wenn diese ihre wahren Absichten erkennen würden, könnte der Wählerfang einen bösen Abbruch erfahren. Und doch steht der Mieterschuß als das große Frage zeichen auf dem politischen Horizont. Je nachdem die Wahlen ausfallen werden, wird sich auch das Schicksal des Mieterschußes entscheiden. Nicht umsonst hat das Ministerium an die Be­zirksverwaltungen die Weisung ergehen lassen, überall dort, wo sich durch gemeinsame San­didatenlisten die Wahl kein Bild der politischen Differenzierung der Wählerschaft ergibt, die reichen Agrariern wurde durch die Zölle jähr. Folgen hätte. Was geschehen würde, wenn die lich über eine Milliarde zugeschanzt, die Pfajfen, leßten noch vorhandenen Hemmungen der politische Gesinnung oder Zugehörigkeit der die Industriemagnaten, die Unternehmer, das Hausherrenwillkür fallen würden, ist unaus­Gewählten festzustellen. Für die Regierung Bankfapital, die hohen Offiziere, die großen denkbar. Die Löhne und Gehalte, während der und die sie stüßenden Parteien wird das Er- Grundbesitzer, sie erhielten alle durch die Zeit der ärgsten Wirtschaftskrise auf ein Maß gebnis der Gemeindewahlen ein Barometer Steuerreform, die Kongrua, die Zölle, durch herabgedrückt, das als zum Leben zu niedrig, sein, nach dem sie ihr ferneres Verhalten ein- Subventionen, Millionengeschente und Gagen zum Sterben zu hoch bezeichnet werden muß, here Niederträchtigkeit gesehen, als sie vorstehend richten werden. Einen Erfolg der Parteien, die erhöhungen einen Teil an der Beute. Auch die sind nicht gestiegen und sind fast die niedrigsten zum Ausdruck kommi! Die vom Faſcismus in der Regierung vertreten sind, werden diese ausbesißer wollen einen Anteil daran in ganz Europa . Auch das färgliche Einkommen fich, ein Blutregime ersteht, aber das füh mit Recht nicht nur als eine Gutheißung ihrer bisherigen Schandtaten, sondern auch als eine erjagen, wollen sich nicht mit dem bisher Er- fausender fleiner Gewerbetreibender verträgt rende Kommuniste u blatt lehut jede und die bürgerlichen ohne die Gefahr eines Zuſammenbruchs der nur mit den Aufmunterung anjehen, das Werk der Reaktion. Parteien sind gerne bereit, ihnen auf Kosten Existenz dieser Kleinen keine solche Belastung, fenden, sondern sogar mit den Strei ber Volfsverelendung und Entrechtung fortzu der Mieter dazu zu verhelfen. Es gibt da feine wie sie die Aufhebung, oder auch die weitere tenden a b! Das will eine Arbeiterpartei, eine setzen. Wer zur Wahl geht, muß ich Ausnahme, alle sind entschlossen, die Profit- Verschlechterung des Mieterschußgefeßes mit revolutionäre Partei sein! bewußt werden: wähle ich christ rate der Hausherren zu erhöhen, ihnen den sich bringen würde. Die Ursachen, die zur Ein- Ihr kommunistischen Arbeiter! lich sozial, agrarisch oder gewerbe- Mieterichuk zu opfern. Schon in diesem Jahre führung des Mieterschutzes drängten, das ist Wiffet ihr, warum die Litauer Kommunisten bei parteilich, so stüße ich das heutige hat der Mieterschutz eine weitere Durchlöcherung die soziale und wirtschaftliche Lage der Massen diesem Verzweiflungskampfe gegen den weißen ystem, wähle ich eine der bürger- crfahren, im nächsten Jahre, da das Mieter- und der Mangel an Wohnungen, bestehen fast Schrecken hinterm Ofen bleiben mußten, war­Ösen lichen Parteien, dann entscheideschuhejev abläuft, soll ihm gänzlich der ungemindert fort. In allen großen und größe um die Prawda" von den Aufständigen abrückt ich auch gegen den Mietersch up. Garaus gemacht werden. Das ist feine Wahl- ren Städten herrscht die ärgste Wohnungsnot, Internationale fein Wort des Protestes gegen die und warum schließlich die Kommunistische Jede Neue käme zu spät. fabel, denn wie hätte es sonst der Sektionschef zahllose Familien müssen in sanitätswidrigen dem Aufstande folgenden grausamen Verfolgun­Der Mieterschutz ist unter der Herrschaft stubišta im Ministerium für soziale Für Löchern, Baracken und Eisenbahnwaggons gen finder? der heutigen Bürgerblockregierung in höchster forge wagen können, jenen bekannten Artikel housen, während für jede freigewordene oder Gefahr. Das ist kein Schredgespenst. Aufgabe au veröffentlichen, der besagt, daß im nächsten neuerbaute Wohnung phantastische Summen und Ziel dieser Bourgeoisregierung ist, alle Frühjahr alle Schranken fallen sollen, weiche gefordert werden. Schädigung der Volksmorali Schichten der Besitzenden auf Kosten der ar- den Hausherren beim Hinaufdiktieren der Volksgesundheit, beitenden Volksmassen wirtschaftlich zu konsoli- Preise gesetzt sind. Nicht aus der Luft gegriffen wären ebenso die unausbleib­dieren, ihre Macht im Staate zu stärken, die waren auch die Zeitungsmeldungen vor wenigen lichen Wirkungen der Aufhebung Urteilt selbst! Als die Litauer Fascisten sich Striegsfolgen auf die Schultern der Besißlojen Wochen, die Regierung bereite eine Novelli- des Mieterschußes, wie schwer ste der Regierung bemächtigt hatten, schrieb die zu wälzen. Ueberall, in allen Ländern, wo nach sierung des Mieterschußgesetzes vor, die praksoziale Not von Hunderttau- offizielle dem Kriege die Bourgeoisie zur Alleinherrschaft lisch der gänzlichen Beseitigung jedes Schupes ienden. Moskauer ,, Iswjeftija vom gelangt ist, hat sie nach dieser Richtschnur ge- der Mieter vor Zinserhöhung und Kündigung Die bürgerlichen Parteien haben im Par­28. Dezember 1926, handelt, hat sie die gewonnene Macht zu ihrer aleichfäme. Die Gefahr ist in unmittelbare lament die Mehrheit und sie werden sie gegen einen förmlichen Begrüßungsartikel. Ausdrücklich Bereicherung ud Machtſtärkung benüßt. Das Nähe gerückt und es wird nur von den Mietern die Mieter zur Steigerung des Profites des wurde betont, daß die kommunisten nicht ist auch der wahre, unverschleierte Sinn der selber abhängen, ob der beabsichtigte Anschlag Hausherren rücksichtslos und skrupellos ge- zu den direkten Gegnern" des fas- i- internationalen Bürgerregierung der Tschecho- zur Wirklichkeit werde. Für die bürgerbrauchen. Das einzige Mittel der Abtischen Umsturzes zählten, sondern daß ſlowakei. Es iſt unsinnig, sich vorzustellen, ich en Parteien stimmen, heißt wehr ist, ihnen zu zeigen, daß ſie i mBolte fie.... dieſes Bündnis stelle eine nationale Ausgleichs dem Plan auf Beseitigung des keine Mehrheit befißen, und daß dieses abseits standen regierung vor, töricht, zu glauben, von ihm Wieterschutzes die Sanktion Volt nicht gewillt ist, ihnen für ihre anti­könnte auch nur der kleinste Fortschritt zur geben! jozialen Taten einen Freibrief auszustellen. Von den Führern der fascistischen Verschwö Bereinigung des großen nationalen Problems Die wiederholten Novelliſierungen des Wähler, es geht um das Obdach! um auferung, rung, Smjetona und Woldemaras, besitzenden Selassen zu erraffen ist, das Eisen nicht allzu viel übrig gelaſſen. Dennoch ist um das förperliche, geistige und ſondern es wurde gesagt, daß sie trotz ihrer des Staates ausgehen. Erraffen, was für die Mieterschußacjetes haben vom Mieterschutz Es geht um Euere Existenz und wurde nicht von weißgardistischen Bluthunden" schmieden, solange eine erschwindelte Mehrheit ein Rest von Sicherung da, der die ärgſte ſittliche Wahl Guerer Kinder! äußersten konservativen, wenn nicht den heute Regierenden die Möglichkeit dazu Wikür verhütet und deffen Sindvegräumung Wählet gut, wählet sozialdemo- reaktionären Einſte II ung( welch liebe gibt, das war und ist ihre Maxime. Den für Hunderttausende Familien katastrophale kratisch! volle Umschreibung!) Bertrauen auf dem inter­

Hat man je eine ärgere Striecherei, eine grö­

tyrannisierten und gequälten Voffemassen erheben

ab!

Weil die Moskauer Regierung und die Litauer Fascisten- Re­gierung innige Freundschaft verbindet!?

in dem Kommunistenblatt gesprochen, v nein,