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redaction: 26795, 31469.

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8. Jahrgang.

So, aldemokrat

Die Flucht

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.

Samstag, 25. Feber 1928.

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Nr. 48.

übrigens selbst der deutschnationale Senator| elendung, schwere Erschütterungen der Wirt- 1 des Bürgerblocs, und der Streif der Gruben­Brunar schon 1926 voraussagte!) hat die schaft, erbitterte soziale Kämpfe es fällt auf iflaven wird nur eine fleine Abschlagszahlung Lebenshaltung der Arbeiter, Angestellten, Be- das Haupt der Regierenden, es sind nur ein- fein die große Abrechnung bleibt amten und Seleinbauern herabgedrückt, die zelne Posten im großen Schuldkontoleuch nicht erspart! Kleinhandels wesentlich verschlechtert.

vor der Verantwortung. Bebensbedingungen des Kleingewerbes und

Die schwarzgrüne Wirtschaftspolitit als Ursache der Lohntämpfe.

Diesen Argumenten will die Landpost" mit folgender Tabelle begegnen:

Weizen böhm.... Roggen

Weizenmehl Nr. 0 Weizenmehl amer. Weizenmehl ung. Roggenmehl Nr. 1 Rindfleisch vord... Rindfleisch hint...

Feber 1926 Jänner 1928 170-200

219-232

128-182

230-234

292-297

344-354

.

855-865

865-385

365-885

370-890

.

205-210

336-842 9-18 850-18 12-15.50 10-15

Kundgebung des Parteivorstands zum Bergarbeiterstreit.

Die Bohemia" hat mit ihrer Behaup tung, die Agrarzölle seien die tiefere Ursache des Lohnkampfes im Bergbau, in ein Wespen­nest gestochen. Nicht, daß die Bohemia' In seiner gestrigen Situng schlo z unser Parteivorstand folgende Refolution: jemandem damit eine Neuigkeit verraten hätte Der Parteivorstand der deutschen| Maßnahmen ein sehr empfindlich fühl= wir haben seit den Zollfämpfen im Früh sozialdemokratischen Arbeiterpartei ver- bares Ansteigen der Teuerung verschuldet jahr 1926 immer wieder auf die verteuernde sichert die Bergarbeiter des Brürer Re- hat. Unter diesen Umständen muß der Wirkung der Zölle hingewiesen, haben an vieres seiner wärmsten Anteil: schleppende Gang der Verhandlungen, die Statistiken aufgezeigt, daß unsere Voraus nahme und seiner vollen Solida in den wesentlichen Punkten noch nicht Eben das war ja zu beweisen! Der Zolljayrität in ihrem schweren, mit bewunde zu einer Annäherung geführt haben, die fagen fich pünktlich erfüllten, daß durch das für Weizen beträgt 30- die Weizenpreise, rungswürdiger Opferwilligkeit und mus effentli., zeit und insbesonders die Berg­Infrafttreten der Bölle der Arbeiterhaushalt find um 32 Kronen beim Höchstpreis gestiegen. sterhafter Disziplin geführten Rampf. arbeiter mit tiefem Mißtranen er unerträglich belastet wird. In den Reden Der Boll für Weizenmehl beträgt 70- der Angesichts des außerordentlich niedrigen füllen und dies um so mehr, als dic unserer Parlamentarier, in unserer Presse, in Preis inländischen Weizenmehls ist um 57 K Lohnniveaus und angesichts der ununter: Regierung just in der entscheidenden unſeren Broschüren und Flugblättern können gestiegen. Der Zoll für Roggen beträgt 38- brochen steigenden Lebenshaltungskosten Woche das Parlament von jeder bie Agarier nachlesen, was wir über den steten die Roggenpreise sind um mehr als hundert find die Forderungen der Berg Einflußnahme ausgeschaltet Kreislauf von Zöllen- Teuerung und Lohn- Stronen gestiegen. Sier jetzten die Ausreden berarbeiter nicht nur durchaus berechtigt, hat, indem sie das Abgeordnetenhaus fämpfen dugendmale jagten. Aber daß ein Landpost" ein; an der Teuerung sei der die erhöhte Arbeitsleistung und die durch rung ausweicht. sondern sehr bescheiden, während nicht cinberuft, im Senat jeder Erörte bürgerliches Blatt die Verantwortung der Bür- emporgeschnellte Weltmarktpreis schuld. Konjunktur und Steuergeschenke hoch an: Der Parteivorstand warnt die gerfoalition für die sich entwickelnden Lohn- Er ist es eben nur zum Teil; wenn sich beim geschwollenen Niesengewinne der Regierung vor der Fortfchung tämpfe feſtſtellt, bringt die Agrarier aus Weizenmehl infolge der inzwischen gesunkenen internehmer ihre Erfüllung leicht diefer zweideutigen Taktik und bem Häuschen. Die Landpost", die zu- Weltmarktpreise nicht der ganze Zollsaß von ermöglichen. Um so unverständcdert sie auf, als wirklich unparteiischer nächst mit einer Schimpfnotiz replizierte, rückte 70 auswirkt, so stedt wieder in der Preisdiffe- licher ist die Saltung der Regie: Vermittler und in Berücksichtigung der hierauf mit einem Leitartikel aus, in dem neben renz des Roggens neben der Verteuerung auf rung, die zunächst unverantwort: schweren Notlage der Arbeiterschaft dic Beschimpfungen auch ein paar Zahlen stehen, dem Weltmarkt der Zolljay von 38 Stronen, ich lang gezögert hat, überhaupt Verhandlungen zu führen und auch den damit der Eindruck erweckt werde, es handle um die der Roggen billiger sein könnte. Die in den Konflikt einzugreifen, seitdem fie Beroherren gegenüber jene Energie auf­aber eingegriffen hat, die Verhandlungen zubringen, deren sie sich fortwährend Fleischpreise schwanken natürlich und sind nicht als unparteitscher Ber- rühmt. Darüber hinaus ist aber die keinesfalls das Entscheidende. Die Landpost" mittler, sondern cher vom Stand deutsche sozialdemokratische Arbeiterpar läßt eine ganze Reihe wichtiger Lebensmittel puntte des Staates als des tei bereit, die Bergarbeiter in dem aus, wie aus unserer obigen Aufstellung er größten Grubenbesitzers aus schweren Ringen um ihre berechtigten sichtlich ist, aber schon das, was sie anführt, ist führt. Die Behauptung des Ministers Forderungen auch durch die Tat zu auf der Fluchtborder Wahrheit deren für öffentliche Arbeiten, daß es unmög- unterstützen. Der Parteivorstand vollstes Eingeständnis. lich sei, die Löhne den Lebenshaltungs- beauftragt daher das Präsidium, alle foften anzupassen, macht geradezu den zweddienlichen Maßnahmen zu treffen, Eindruck einer Parteinahme für die geeignet sind, der selbstverständlichen die Unternehmer und flingt doppelt Solidarität der gesamten Arbeiterschaft empörend im Munde des Vertreters für die fämpfenden Bergarbeiter wirt­ciner Regierung, die feit ihrem Amts- famen Ausdruck zu verleihen.

Ein unannehmbarer Borschlag Spinas.

5 Prozent Lohnerhöhung, dafür Verlängerung der Arbeitszeit und Achtstundenschicht am Samstag.

Ablehnung durch die Arbeitervertreter.

sich um eine sachliche Auseinanderseßung. Mag fein, daß die Bohemia" weniger den Arbeitern helfen, als die Grubenbarone ent­lasten wollte, aber das ändert nichts an der Richtigkeit ihrer Behauptung. Und diese, die immer und zuerst die unsere war, zu erhärten, nehmen wir in der Sache das Wort; uns wird die Landpost" doch kaum Sympathien für die Natürlich ist das Spina- Blatt um Motivie Grubenbarone nachsagen und wir wollen offen rungen der Zölle nicht verlegen; es sind die ſein und geſtehen, daß für uns niedrige Lebens- alten Slagen über die Verelendung der Land­mittelpreise fein Grund wären, den Gruben- wirtschaft, deren Preise eben 1926 einen Tief­fapitalisten ihre Renten neidlos zu gönnen; stand" erreicht hatten. Sonderbar nur, daß der antritt durch ihre wirtschaftspolitischen wir würden sie je eher je lieber auf jenen Bruch- Ruin 1926 bei einem Weizenpreis von 200 teil reduzieren, der dem Anteil der Bergwerfs- merkbar wurde, während er 1922 bei einem besitzer an der Arbeitsleistung entspricht und der Weizenpreis von 147 noch nicht fühlbar war; selbst mit allen Leistungsprämien nur Null er damals trauten sich die Agrarier einfach nicht geben könnte. mit ihren frechen Forderungen hervor! Uebri­Aber bei aller Antipathie gegen die unge- gens gibt die" Landpost" zu, daß sie für den frönten Herren von Brür und Bruch müssen Landwirt nicht nur ein Art Arbeitslohn, jon­wir doch daran festhalten, daß die trost lose dern auch einen Unternehmerge. Lage der Bergarbeiter, die sie in den winu" als gerechtfertigt ansieht. Wir sind die Lohnkampf zwang, in erster Linie auf die leßten, die den Ruin der Landwirtschaft wollen Wirtschaftspolitik der Bürger- oder dem Bauer seinen Arbeitsertrag miß­foalition zurüdzuführen ist. Das gönnen, aber gerade die schwarzgrüne Mehrheit Pravo Lidu" hat schon vor zwei Jahren be- war es, die eine ganze Reihe unserer Forde rechnet, daß die wöchentliche Mehrbelastung rungen, die eine Besserstellung der kleinen eines fünfköpfigen Arbeiterhaushaltes durch die Landwirte zum Ziele hatten, niederstimmten. Bölle 17.50 Stronen, die jährliche Mehrbelastung Pächterschu3. Reform der Produkten aljo 910 Kronen beträgt. Wenn die Statistiken börse, Zulassung der Kleinbauern zum Van­ber Bergarbeiter, von denen in der Bohemia" deskulturrat, Verbot des ermin. bie Rede war, eine Steigerung der von handels mit Getreide die Agrarier haben einer Arbeiterfamilie verbrauchten Lebens gegen all diese Vorschläge gestimmt. An den mittel um neun Prozent annehmen, jo Böllen aber profitieren höchstens 250.000 land­dürfte das dem im voraus errechneten Betrag wirtschaftliche Besizer, das sind knapp 17 Pro­ungefähr entsprechen. In die erste Berechnung zent der sogenannten landwirtschaftlichen Be­waren folgende Lebensmittel einbezogen( die völkerung. Damit jeder dieser Bauern seine durchwegs höhere Bollfäße erhielten): Weißbrot, 5-6000 Stronen durchschnittliche Mehrein­Kochmehl, Badmehl, Rindfleisch, Schweine- nahme habe, müssen Hunderttausende Sunger fleisch. Selchileisch. Würste, Butter, Schmalz, leiden, muß unsere Industrie geschädigt, unsere Margarine, Neis. Erbsen, Zwiebel, Alepfel, wo- Ausfuhr gefnebelt, müssen schwere wirtschaftliche bei es doch hoffentlich nicht als Lurus ange- Kämpfe entfesselt werden. -

Prag, 24. Feber. Bei den Verhandlungen[ Auf den ersten Blid sieht man, zu wessen über die Liquidierung des Streits am heutigen Gunsten dieser Vermittlungsvor Tage teilte der Minister für öffentliche Arbeiten schlag geht: Die Unternehmer sollen zu ihren jeder der beiden Parteien gesondert folgenden 3.7 Prozent noch ganze 1.3 Prozent zugeben, da­für die Arbeiter aber ihre ohnedies schon einmal Bermittlungsvorschlag mit: Als Grundlage für die Berechnung der ben zwanzig auf zeka Porzent ermäßigte Jor­Zähne, resp. Prämien, ist die Durchschnittsleistung berung nochmals um 5 Prozent, also um der Betriebe vom Jahre 327 zu nehmen, ver- die Hälfte, ermäßigen. Ferner sollen die mindert um so viel Prozent, daß bei Erzielung beit.: die Sechsstundenschicht am Samstag der Leistung vom Jahre 1927 eine Lohnerhöhung wieder aufgeben und sich mit der Berlängerung um 5 Prozent resultiere. der Arbeitszeit von acht auf achteinhalb Stun Die erfelte Mehrleistung in deu tatsächlich den befreunden. Herr Spina hat also durchgearbeiteten Schichten in den Monaten Jän- bor den Forderungen der Gruben ner und Feber 1928 ift in gleicher Weise zu ents besißer fast restlos tapituliert, vor lohnen. Die auf diesen Zeitraum( Jänner und aus escßt, daß je wirklich die Absicht hatte, Feber) entfallenden Beträge werden zur Hälfte urparteiisch zu vermitteln. bei Antritt der Arbeit und sodann bei der nächsten Auszahlung ausgezahlt.

Dazu kommt, daß der Minister sich vorher bei den Bergarbeiterver:: etern über die äußerste Was die Regelung der Samstagschich Grenze ihrer Zugeständnisse informiert hatte und ten betrifft, so betone ich, daß ich nicht imstande von ihnen nicht im Unt'aren darüber gelassen bin, unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Ver- wurde, daß der von ihm slizzierte Vermittlungs­hältnissen die Abstandnahme von den Bestimmun vorschlag für die Arbeiter un annehmbar gen des Gesezes vom 19. Dezember 1918, 3ahl fei. Er war sich also deffen bewußt, 91 Elg. G. 1. B., über die achtstündige Arbeits- daß diese Bermittlungsattionschei zeit zu unterstüßen, und ersuche nachdrücklich die tern muß. Er stellte diesen Vorschlag Vertrauensmänner, im Interesse des ganzen Staa- und bot dadurch den Unternehmern, deren Zus tes eine solche Regelung zu treffen, daß im Be- stimmi er sich vorher wohl vergewiffert hatte, darfsfalle icne zwei Stunden der normalen acht- eine starke Unterstühung. Diese Art der Ver­stündigen Schicht gearbeitet werden, wobei den im mittlung in einem Streit, in dem Recht und Afford arbeitenden Häuern eine einer Stunde Billigkeit derart auf Seite der Bergarbeiter steht, entsprechende Entschädigung gegeben werden wird. muß einen sehr sonderbaren Eindrud auslösen; Den übrigen Grubenallordarbeitern, wird der auf daraus kann man sich höchstens ein Beispiel die zwei Stunden 18 entfallende Lohn und den nehmen, wie nicht vermittelt werden darf, Schichtarbeitern der Lohn für zwei Stunden er wenn Vermittlung Erfole haben soll. setzt werden. Ich empfehle, daß die geseßlich zugelassene Die Vorschläge des Ministers wurden von Berlängerung der Schicht für die den beiden Gruppen getrennt beraten. Nach­Ein- und Ausfahrt auss getvissenhafteste mittags empfing der Minister zunächst die Ver erwogen werde." treter der Grubenbesißer und dann die der

sehen wird, wenn eine fünfföpfige Familie Und, liebe Landpost", es sind nicht die möchentlich ein Biertel Kilo Butter verbraucht. 3ölle allein, die uns die schwarzgrüne die sie heute wahrscheinlich durch Margarine er- Koalition beschert hat. Die Zeuerung hat schon fekt hat! Es ist aber nicht bei der Steigerung außer den Zöllen noch einige andere Ursachen, dieser Preise geblieben. Die Koalition hat ja aber die belasten nicht minder als die anderthalb die Agrarzölle von den Nationaldemokraten mit Milliarden Bollprofit das Gewissen der Bürger­Die Verteuerung des beträchtlichen Industriezöllen erfauft; sie hat regierung. durch ihr Zollgeieß die Ausfuhrmöglichfeiter 3 ud ers, die Spiritussteuer, Zuckers, die verringert, die Handelsverträge verschlechtert. Steuerabzüge von den Arbeiterlöhnen, Was unser Genosse Bolach in seiner Zolrede die Aufrechterhaltung der anderswo längst ab. im Senate feinerzeit aus der Verurteilung der geschafften hohen Umsaßsteuer- bas Zölle durch den bürgerlichen Nationalötonomen alles spielt eine große Rolle in der fatastro­Brentano anführte. ist in vollem Umfang ein- phalen Berteuerung aller Lebensmittel und Ge getreten. Die gefamte Wirtschaft hat brauchsartikel, die sich in gewaltigen Lohntämp unermeßlichen Schaden erlitten, eine fen entlädt. allgemeine Teuerungswelle( deren Kommen

Bwei Hungerjahre, zwei Jahre steter Ver­