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8. Jahrgang.

Sozialdemokrat

Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republiť.

Wem helfen die Kommuniften?

Die Zudevverteuerung hat in den Maj­fen des arbeitenden Volkes eine tiefgehende Erregung hervorgerufen. Sie wissen, daß der Raubzug der Zuckermagnaten das Signal für

Sonntag, 16. September 1928.

Beim Wort nehmen!

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Die Klerikalen und die Zeuerung.- Raditales Maulheldentum der christlichsozialen Preffe.

bringen wollte, waren es die Chriftlichsozialen, den letzten Weihnachten unter Dach und Fach die das verhinderten, indem sie neue Kongruafor­derungen vorlegten. Mancher Alpensionist hat die Regelung seiner Bezüge und die neueste Ko mödie der Klerikalen nicht mehr erlebt, mancher ist hungernd gestorben, weil zuerst die Pfaffen, die Agrarier, die Zuderbarone, die Generale und die Banfiers famen, zu allerletzt aber die Alpen sionisten, denen eben blieb, was an Broden übrig par. Wenn heute die christlichioziale Breffe schreibt:

Bezugs Bebingungen: Bei zustellung ins Haus ode

bel Bezug durch die Post:

monatlich.... 16.­

vierteljährlich

halbjährig

ganzjährig.

48.­

96.­192.­

Rüdstellung von Manu­Stripten erfolgt nur bei Ein­fendung der Refourmarfen.

Erschein mit Ausnahme des Montag säglish( rib

Nr. 221.

Dieser allein hat keinerlei Möglichkeit, die auf ihn drikkenden Lasten auf andere abzuwälzen, er muß sie allein tragen. Nicht einmal die Zahlung der Einkommensteuer wird dem Festbejoldeten in manchen Betrieben abgenommen. Der Finanz minister hat durch die Reform der direkten Steuern cine Erleichterung der Einkommensteuerlasten bringen wollen. Das Gesetz ist da, zum ersten Male soll es sich bei den kommenden Steuervors schreibungen auswirken.

Durch die ernenie, gewissenlos injze. nierte Teuerungswelle wird der Effekt der Steuerreform gänzlich zerschlagen werden." Wenn derart vernünftige Anschauungen in einem Regierungsblatt auf auchen, so ist das min destens eine späte Erfenntnis, der es anscheinend auch an der geziemenden Rene, vor allem aber am Besserungswillen fehlt. Denn während sie so schreiben, sehen sie dem Aut steigen der Preise ruhig zu. Die Deutsche Breife" fragt:

Man ruft nach der starten Band der Regierung.

Wird sie sie auch beweisen? Wird sie die Schuldigen an der unerhörten Lebensvers teuerung zur Verantwortung ziehen? Wird jie ein Karteligejet schaffen, das es gewissen Produktionskreisen erschwert, die Volkss ausbeutung auf die Spike zu treiben? Wird sie die Wucher bestimmungen verschärfen und auch überall, wo es notwendig ist, zur An wendung bringen? Wird jie vor dem Preiswucher. in erster Linie vor dem seitens der Zuckerindustrie, nicht zurückweichen?"

Nun die Regierung zeigt wenig Lust, irgend eine dieler Maßnahmen zu ergreifen. Die stali tionsparteien haben alle Autrage der So­zialdemokraten, die auf die Verwirk tes inilen eber weiters die atmerleberget i mnt 1. dieser Forderungen abzielten, feit Jahren Die Chriftichiogiatest

die ganze Wucherergilde sein wird, die Preise mehrheit die christlichoziale Partei und Ausführungen den zweispaltigen Titel: Seit die Bürgerregierung, in deren zum Oppositionsblatt. Sie gibt ihren Meldungen der übrigen Lebensmittel und Bedarfsartikel vertreten ist, die mit einem christlichsozialen hinaufzutreiben. Schon ist die Kohle im Preise Minister paradiert, am Ruder ist, sind die Die Teuerungsschraube gestiegen und auch manch andere Lebensmittel Preise der Lebensmittel in unerhör brudt in feiten Lettern die St undgebung der haben eine Verteuerung erfahren. Eine neue tem Maße gestiegen. Es begann mit einer Staatsangestellten ab Teuerungswelle droht einzusetzen, die das Le- Verteuerung des Zuckers, mit der Erhöhung diese wie die armen Rentner und Altpensionisten ben des Arbeiters und Angestellten zur Uner der Spiritusficuer, mit den Zöllen auf sämtliche in bewegten Worten. Es liegt dem Scheine nach träglichkeit zu steigern geeignet ist. Vermehries wichtigen Lebensmittel und der sofort einsetzen eine Verirrung in chriftliche Gedankengänge vor, Elend steht den Arbeiterfamilien bevor. den Vericuerung namentlich der Erdäpfel und wie man sie im Blatte Mayr Sartings sonst nicht Wenn jemals der Augenblick war, alle einer lebenswichtigen Ware hat in jedem Falle des Mehls. Die merkbare Verteuerung irgend findet. Und doch sind dieselben Staatsan Kräfte des Proletariats zuſammenzufassen, so die weitere Verteuerung aller Waren zur Folge, gestellten, deren Mundgebung nun jetzt, da die Bürgerblockmehrheit weder den so daß schon mit der ersten Tat der Bürgerfoal wiedergegeben wird, von den Shriftlich Mut noch den Willen aufbringt, gegen die fa- tion eine Teuerungswelle unver- sozialen wiederholt genarrt wor: pitalistischen Blutsauger vorzugehen, obwohl meidlich war. Seither hat der Bürgerblock den, find dieselben Mieinrentner und beren Habgier nicht nur die Massen weiter alles getan, um die Preise weiter in die Söhe Altpensionisten von den Kleritalen verelenden will, sondern auch die Wirtschaft zu treiben. Er hat immer unter Mitwirkung betrogen worden. und den Staat in schwere Gefahren zu stürzen und Billigung der Christlichsozialen - Als man nach jahrelangem Hinauszögern broht. Montag beginnen im Parlamente die indirekten Steuernerhöht, die direkten der Gehaltsregulierung der Altpensionisten sie vor Verhandlungen über die Verschlechterungsno- geschaffen und dem Bucher freien Raum gewährt. Besitzsteuern ermäßigt, er hat hohe Zölle velle zur Sozialversicherung das ist das Das freche Attentat der Zuckerbavone ist nur das wichtigste, was der Bürgerblock im gegemvär- vorläufig letzte Glied einer langen Kette und ob tigen Augenblick zu tun für nötig hält. Die es nun mit dem Willen oder gegen den Wunsch ihrer Pflicht bewußte Sozialdemokratie hat jo der Bürgerparteien geschah, es ist nur zu ertiä fort alle ihre Sträfte mobilisiert und gegen die ren aus der Bundesgemeinschaft der Absichten der Zuckerwucherer eine leidenschaft- Bürgerparteien und der Kapitali liche Protestaktion eingeleitet. Doch was tunten, die feit zwei Jahren zur systematischen die Kommunist en? Was tut die Partei. Aushungerung des Volkes führt. die Tatkraft und revolutionäre Gesinnung al- Zur rechten Zeit erfährt man, daß an der lein für sich in Anspruch nimmt, die Partei. Vorbereitung des Atten'ats in hervorragender die täglich einen neuen Verrat" der Sozial eise die Zivno baat berciligt war, aljo jenes bemokraten ersinnt und deren Führer sich die finanzfapitalistische Justitut, das sich der besons Kehlen heißer sichreien nach der Einheits- deren Freundschaft der Bürgerblodparteien rith men fann und das symbolisch bei Arbeiterdemon­front? strationen von einer Kette Gendarmen bewacht Wie die Kommunisten den Stampf gegen wird. Ja man erfuhr, daß gerade die klerikalen bie räuberische Bourgeoisie"- das ist fom Parteien mit dem Anschlag einverstanden waren munistische Terminologie zu führen geden- und erst unter dem Eindruck des Sturmes der fen und wie sie es mit ihrer neu hervorgehol- Empörung, der die gesamte Bevölkerung erfaßte, ten Parole von der Einheitsfront halten. das sich anders besonnen. Ob sie in der Regierung. haben sie in den letzten Tagen in Brünn und in der Osmička, tatsächlich mit den Agrariern in Komotau bewiesen. Trotz aller üblen um den Zuderpreis gehandelt oder ob sie das Erfahrungen veranstalten unsere Genossen in Diftat widerspruchslos geschludt haben, erfährt manchen Orien noch immer gemeinsame Stund- man nicht. Man weiß aber, da; bis jcht nichts geschehen ist, um den Gewaltaft ridgängig zu gebungen mit der kommunistischen Partei; in machen, man hat aus dem Munde des flerikalen Brünn hat es sich neuerlich gezeigt, wohin dies ministerpräsidenten gehört, daß die Regierung führt und was die kommunistischen Führer an die Teuerung zuleßt denft und ihre ganze unter dem gemeinsamen Stampf gegen das Sorge nur dem Profit der Zuckerbarone zuwendet. Ausbeutertum verstehen. Veranstalten die Im Gegensatz zu diesen unbestreitbaren Ta.­Stommunisten eigene Versammlungen, dann fachen bemüht sich Mayr vartings Deutsche sind diese meist schlecht besucht, denn die Zei- Presse" seit dem Beginn der Zuckerfrise, sehr ten, wo die fommunistischen Wunderheittänst radikale Töne anzuschlagen. Wir haben vor fur­Jer noch Zulauf hatten, sind längst vorüber.sent sitiert, was fie gegen die Zudervertenerung Ihre Vorstellungen weisen meistens eine hofffdhrieb und in welchem Tone sie von den Schüß­nungslose, gähnende Leere auf und darum ju- lingen des Bürgerbiods sprach. Aehnliche Aeuße chen sie mit Vorliebe unsere Versammlungen rungen sind seit 14 Tagen an der Tagesordnung des Ministerblattes. Man konnte Freitag neuer auf, um wie das Schlagwort heißt alich mit Staunen die Empörung" der christlich. die Massen heranzukommen". Entgegen alfezialen Zeitung über den Zuderwucher zur len vorher getroffenen Vereinbarungen bean- Stenuinis nehmen und in ihrer Ausgabe vom tragen sie dann Zusäge zur Resolution, in Samstag wird die Deutsche Presse" beinahe welchen die Sozialdemokraten beschimpft und verdächtigt werden, machen für ihre Partei die

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will.

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Rentner uno Rentnerinnen, was sollen die Altpensionisten mit ihren mehr als haben für die Regierungserflärung Sramets ge färglichen Bezügen anfangen, wenn die ſtimmt, die von der Teuerung juleti spredien Teuerungsschraube in jo rüdjichtsloser Weise von einer kleinen Gruppe ge= wissenloser Produzenten und Börsen spekulanten angezogen wird."

Und deshalb fordern wir, eines Sinnes mit der gesamten Bevölkerung. Die restlose Beseitigung der 3nderver, teuerung.

Die Christlichsozialen haben sich mit der Kapitulation der Bürger­foalition durch ihre Abstimmung ein= verstanden erklärt, auch sie haben da­für gestimmt, daß man zuerst von der " Not" der Zusterbarone und zuletzt von den Sorgen der arbeitenden Menschen spricht.

Wir haben den Antrag eingebracht, das Zuf Der ganze Tenerungsrummet wird ferfartell in ein Zwangssyndikat zu verwandeln. auf dem Rücken der Lohn- und Die Christlichsozialen haben nichts getan um Gehaltsempfänger, diefem Antrag zur schleunigen Annahme zu ver gleichgültig, ob staatlicher oder privater, ausge- helfen, sie haben sich mit der Methode Sramteks tragen. Jede Belastung wälzt der industrielle solidavisch erklärt. Nun, da die Wahlen vor Produzent auf die Waren ab, die er verkauft, der Tür stehen, möchten die Merikalen Dema dasselbe tut der Raufmann und Händler. Ab- gygen sich als radikale Vertreter der Volksinter­gaben, Steuern, Sozialbeiträge und Spekulations essen aufspielen. Aber ihre Taten zeugen verluste, alles, elles soll immer wieder von dem gegen sie. Während sie gegen die Teuerung Lohn und Gehaltsempfänger eingebracht werden. wettern, schachern sie mit den Kapitaliſten. Sie werden der Abrechnung nicht entgehen. Die Christlich­sozialen find Regierungspartei. Sie sind verantwortlich für die Berteuerung aller Lebensmittel, die feit Jahren zu ver­zeichnen ist, sie sind verantwortlich für das, was jeßt geschicht. Sie offerieren sich den Wählern als Gegner des wucherischen Kapitals. Bohlan, wir wollen sie beim Wort nehmen. Bei den Wahlen werden wir einfordern, was sie jetzt versprechen! www

marfischreierischeſte und verlogenste Reffame dem gemeinsamen Protest wird eine Force ge- Vernichtungsbestrebungen nicht den geringsten verschärften Kampfes gegen die und schließlich treten ihre Redner auf, nicht macht, die Bourgeoisie sicht grinsend die Un- Erfolg haben, daß die Sozialdemokratie gedeiht Sozialdemokratie auszugeben. Mit um mit der Bourgeoisie abzurechnen und die einigkeit der Arbeiterschaft, dies sogar in einer und vorwärtsschreitet und daß der einzige Er- allen Systemen der Roheit. Dummheit und fommunistischen Arbeiter zum Stampfe gegen Zeit der ärgsten Gefahr und Bedrohung ihrer folg der kommunistischen Seytätigkeit darin Brutalität gegen die Sozialdemokratie loszu ihre Unterdrücker aufzurufen, sondern um allen Bebensintereffen und die Arbeiter gehen von besteht, daß die Reaktion immer fühner und gehen, darin soll das Heil für das Proletariat erdentlichen Unrat über die Sozialdemokratic folchen Kundgebungen enimutigt und verbit- herausfordernder ihr Haupt erhebt. Die tom- gelegen sein? Wüste Beschimpfungen der SV­und ihre Führer zu entladen. So geschah es in tert heim. Das ist der Effekt, den die hyper- munistischen Arbeiter werden immer verdrossezialdemokratie in gemeinsamen Protestver­Brünn und am Freitag neuerdings in Stomo- revolutionären tommunistischen Führer hervorner, auf gewertschaftlichem Gebiete verlieren die fammlungen gegen nichtswürdige Attentate auf tau, wo der Rußlandfahrer Schent eine derart zurufen sich nicht schenen, nur aus der frant fommunistischen Führer jeden Streit, in den die Lebenshaltung der arbeitenden Volksmai provokatorische Schmährede gegen unsere Parhaften Begierde heraus, die Sozialdemokratie Parlamenten spielen die kommunistischen Ab- jendas soll das kommunistische geordneten trop aller bombastischen Reden eine Rettungsmittel fein? tei hielt, daß die Verjammlung in einer Brümit ihrem Geifer zu beschmuyen.

der endete.

gelei der Versammlungsteilnehmer untereinan So suchen die kommunistischen Führer flägliche und armjelige Rolle und sind nicht Die Vorgänge von Brünn and Komotan wieder einmal zu beweisen, daß sie nicht 3 imftande, für die Arbeiterschaft das allerge- müssen für die sozialdemokratischen Arbeiter Wer an dieser Art der Bekämpfung der gelernt haben und nichts lernen ringste zu erringen, aber auch die Weltrevolu- eine Lehre und Warnung sein. Was die Lebensmittelbucherer die größte Freude haben wollen. Immer war ihnen das ordinäre tion, mit der sie große Wassen lange genug fommunistischen Führer durch die fren muß, das liegt auf der Sand. Diese können Parteigeschäft die Sauptsache, jeit jeher führen narrten und foppien, ist eingejargt, so daß die folgte Weijung Bucharins bei jedem denfen­sich keinen wirkungsvolleren Helfer wünschen, sie den stampf gegen die Sozialdemokratie mit fommunistischen Führer den Arbeitern nichts, den und klaffenbewußten Arbeiter ernten wer. als es die kommunistischen Führer sind, die größerem Eifer als den Kampf gegen die Bour- aber auch gar nichts zu bieten haben. Anstatt den, fann nur Verachtung sein. Die Stom auch jetzt wieder ihrer alten Rolle, Marodeure geoisie, immer haben sie noch erfolgreich zu be- nun Buße u tun und von ihrer ebenio törich- munisten liefern durch ihr Verhalten den Ve des Klassenkampfes, Handlanger der Kopita- veisen sich bemüht, daß ihnen der Wille zuten, wie schädlichen und verbrecherischen Tat weis, daß die Arbeiter in ihnen einen Fafio: listenklasse zu sein, treu geblieben sind. Wenn einem chrlichen Klassenfamps abgeht und so tit abzulassen, verbohren sie sich in ihrer Rat- sozialen Geschehens nicht erblicken können und sie von den Zuckerbaronen bestochen wären, fie ieben sie auch jetzt die alte Walze: Vernich losigkeit immer tiefer hinein. Diese Ideenlo- daß sie für den Ausgang des profe fönnten nicht anders handeln und diesen keine nung der Sozialdemocratic, in Bewegung, ob- ſigkeit ist es, die Bucharin bewogen hat. tarischen Klassenfampfes jede bessere Hilfe angedeihen lefsen, als sie es durch wohl ihnen noch einem Jahrzehnt der Erfah auf dem leßten Weltkongreß" der Kommunis Bedeutung verloren haben. Eigen die Störung unserer Versammlungen tun. Aus rung klar sein müßte, daß ihre haßzerfüllten stischen Internationale die Parole des würde und Selbstachtung muß uns zwingen, mit