Einzelbild herunterladen
 

Nr. 4. 16. Jahrgang.

Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Donnerstag, 5. Jannar 1899.

Unfallversicherung.

=

Tokales.

Handwerk und Großbetrieb zu finden. In diesem Fall hat sich der Oberpräsident die Sache sehr leicht gemacht, für ihn ist anscheinend gliedskarten zur 6. Abtheilung gelangen vom 5. Januar ab au handen. Achtung! Mitglieder der Freien Volksbühne! Die Mit- im Buchdruckgewerbe ein solcher Unterschied überhaupt nicht vor­Sie bereits aufgenommenen Mitglieder zur Ausgabe gegen Rückgabe der vom Zahlstelleninhaber erhaltenen Quittung. Die neuen Mit- Straßenbrunnen Berlins betrug am 31. März 1898 insgesammt Oeffentliche Straßenbrunnen. Die Zahl der öffentlichen glieder werden daher gebeten, ihre Karten aus den Zahlstellen ab- 1814 Stüd; ferner waren 16 Spring- bezw. Laufbrunnen vorhanden. zuholen. Es liegt im Interesie aller Mitglieder und Freunde der Die an den Wasserläufen zur Zeit der Choleragefahr für die Boltsbühne, in ihrem Kreise für die baldige Füllung der 6. Ab- Schiffer errichteten fiskalischen sogenannten Freibrunnen sind, soweit theilung zu wirken. Zur Aufführung gelangt auch für die 6. Ab- deren Erhaltung nothwendig erschien, in das Eigenthum der Stadt­theilung Wallenstein's Tod. Die Vorstellung der II. Abtheilung ist gemeinde übernommen worden. Wegen ihrer mangelhaften Bauart am kommenden Sonntag. Die Mitglieder werden gebeten, zum be- und ihres schlechten Aussehens mußten diese in der Eile errichteten vorstehenden Quartalsabschluß etwaige Beitragsreste zu begleichen Brunnen sämmtlich umgebaut werden. ( siehe Statut). Nachzügler anderer Abtheilungen erhalten nur, soweit aus der Wasserleitung gespeist, eine Einrichtung, welche sich als Raum vorhanden, einen Stehplatz bei den Vorstellungen. durchaus zweckmäßig bewährt haben soll. Aus diesem Grunde, so­wie mit Rücksicht darauf, daß bei einer großen Anzahl von Rohr­brunnen das Wasser mit der Zeit eine Beschaffenheit angenommen will die städtische Baudeputation nur noch solche Rohrbrunnen bauen hat, daß es für Genußzwecke nicht mehr verwendet werden kann, laffen, welche ausschließlich den Zwecken der Feuerwehr dienen und wegen der einfachen Konstruktion sich wesentlich billiger stellen; das Wasser für den Straßenverkehr aber foll überall da, wo ein Bedürfniß vorliegt, aus der Wasserleitung entnommen werden.

Die vom Reichs- Versicherungsamt nach§ 77 des Unfall­bersicherungs- Gesetzes vom 6. Juli 1884 und den entsprechenden Be­stimmungen der weiteren Unfallversicherungs- Gesetze aufgestellte und dem Reichstage vorgelegte Nachweisung der gesammten Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften 2c. für das Rechnungsjahr 1897 bezieht sich auf die dreizehnte Rechnungsperiode seit den Bestehen der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Nachweisung erstreckt sich auf 113 Berufsgenossen fchaften( 65 gewerbliche und 48 landwirthschaftliche), auf 404 A us führungsbehörden( 146 staatliche und 258 Provinzial- und Kommunal Ausführungsbehörden) und auf 13 auf Grund des Bauunfallversicherungs- Gesezes bei den Baugewerks Berufsgenossenschaften errichtete Versicherungsanstalten. Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften ist die mit dem 1. Januar 1897 von der Nahrungsmittelindustrie- Berufsgenossenschaft Arbeiter- Bildungsschule. Heute Abend 82 Uhr General­abgezweigte Fleischerei- Berufsgenossenschaft neu hinzugetreten. bersammlung in Behse's Restaurant, Annenstr. 16, 1 Treppe. Die Bibliothet ist von 71/2 Uhr ab geöffnet. Die 113 Berufsgenossenschaften mit 919 Sektionen, 1102 Mit- 8. Januar, Vortrag des Genossen Rechtsanwalt eine in Sonntag, den gliedern der Genossenschaftsvorstände, 5254 Mitgliedern der Sektions- Cohn's Festsälen, Beuthstr. 19-20. Dienstag, den 10. Januar, vorstände, 25 453 Vertrauensmännern, 214 angestellten Beauftragten Bortrag des Genossen August Bebel in Keller's Festsälen, ( Revisionsingenieuren 2c.), 1016 Schiedsgerichten und 4168 Arbeiter­bertretern, haben 5097 547 Betriebe mit 17 231 689 ver- toppenstr. 29. Zu zahlreichem Besuch ladet ein ficherten Personen umfaßt. Hierzu treten bei den 404 Ausführungs­behörden mit 406 Schiedsgerichten und 2109 Arbeitervertretern au fanmen 715 758 Versicherte, so daß im Jahre 1897 bei den Berufs genossenschaften und Ausführungsbehörden zusammen 17 947 447 Personen gegen die Folgen von Betriebsunfällen versichert gewesen sind. In der letzterwähnten Zahl dürften zeitig in gewerblichen und in landwirthschaftlichen Betrieben be­aber an Millionen Personen doppelt erscheinen, die gleich­schäftigt und versichert sind.

"

Der Vorstand.

Die Brunnen werden

-

Nachdem die an­

Die Sterblichkeitsziffer Berlins Oeffentliche Bedürfnißanstalten. Die Gesammtzahl der am ist seit zwei Jahren im Rüdgange begriffen. 31. März 1898 vorhandenen, von der städtischen Bauverwaltung er­schließlich Todtgeborene) in den Jahren 1894, 1895, 1896 nach An- fanden sich 49 zweiständige, 1 sechsständige, 104 siebenständige, Es starben( ein- bauten öffentlichen Bedürfnißanstalten betrug 159; darunter be­gabe des neuesten Berliner Statist. Jahrb." 22,21, 23,74, 21,16 pro 1 achtständige, 3 zehnständige und 1 elfständige. Mille der männlichen, 17,64, 18,98, 17,08 pro Mille der weiblichen, gestellten Versuche gezeigt haben, daß die Einrichtung der Anstalten hatte den niedrigsten bis dahin in Berlin beobachteten Stand. Das mit Wasserspülung, soll mit der allmäligen Umwandlung der mit 19,82, 21,24, 19,02 der gesammten Bevölkerung. Das Jahr 1896 mit Delverschluß- Ableitung den Vorzug verdient vor der Einrichtung " Jahrbuch" weist jedoch wiederholt darauf hin, daß einerseits der Wasserspülung versehenen Anstalten sowie mit der Einrichtung weiterer An Entschädigungsbeträgen sind von den Berufs- Rückgang der Sterblichkeitsziffer sich großentheils aus dem Rüd- Anstalten mit Delverschluß vorgegangen werden. Demgemäß ist im genossenschaften gezahlt worden 57 482 727,76 m.( gegen 51 326 782,16 M. gange der Geburtenziffer erklärt, und andererseits die Verwaltungsjahre 1897/98 verfahren worden. Es wurden neugebaut im Vorjahre); seitens der Ausführungsbehörden 5 539 481,29 m. burch bloße Vergleichung mit der Bevölkerungszahl gewonnene 4 sieben und 2 zehnständige und umgewandelt 9 Anstalten. Am ( gegen 4 951 073,42 M. im Vorjahre); feitens der 13 Versicherungs- Sterblichkeitsziffer für große Städte nur einen sehr mangelhaften Schluffe des Verwaltungsjahres waren 22 mit Oelverschluß versehene anstalten der Baugewverts Berufsgenossenschaften 951 888,72 M. Maßstab bietet, da hier die Bevölkerung infolge massenhaften Anstalten vorhanden. Für die Aufstellung und Veränderung solcher ( gegen 876 541,95 m. im Vorjahre.)" Die Gesammtsumme der 3uzuges von Personen der kräftigsten Altersklassen Entschädigungsbeträge( Stenten 2c.) belief sich im Jahre 1897 auf eine unternormale Sterblichkeitsziffer haben muß. Thatsächlich stellt Anstalten wurden 1897/98 insgesammt 48 994 m. verausgabt. 63 973 547,77 m.( gegen 57 154 397,53 m. im Vorjahre.) sich die wirkliche, aus der Sterblichkeitstafel abgeleitete Sterblichkeits- Berliner Brotpreise. Im November 1898.( bezw. 1897, Die Anzahl der neuen Unfälle, für welche im Jahre 1897 siffer für Berlin bedeutend höher. Das Jahrbuch" theilt in dem 1896, 1895) war der Durchschnittspreis( berechnet vom Ver­Entschädigungen festgestellt wurden, belief sich auf 92 326 neuesten Jahrgange die Berechnung erst bis 1894 mit. Danach liner Statistischen Amte aus den in 34 Bäckereien gemachten Aukäufen) ( gegen 86 403 im Vorjahre.) Hiervon waren Unfälle mit tödtlichem starben 1894 nicht, wie oben angegeben, 22,21 pro Mille der männ- für 1 Kilogramm Roggenbrot rund 249/10( 233/10, 213/10, 208/10) Ausgange 7416( gegen 7101 im Vorjahre), Unfälle niit muthlichen, 17,64 pro Mille der weiblichen, 19,82 pro Mille der gesammten Pfennig, für 1 Kilogramm Weizenbrot rund 426/10( 396/10, 36, maßlich dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit 1507( gegen 1547 Bevölkerung, sondern 27,07 der männlichen, 23,24 pro Mille der 344/10) Pfennig. Für 50 Pfennig bekam man durchschnittlich im Vorjahre). hinter- weiblichen, Die Zahl der von den getödteten Personen hinter weiblichen, 25,21 der gesammten Bevölkerung. gesammten Bevölkerung. Die wirkliche rund 2006( 2146, 2344, 2400) Gramm Roggenbrot, rund 1173( 1263, laffenen entschädigungsberechtigten Personen beträgt 14 644.( gegen Sterblichkeitsziffer war also höher als die scheinbare: bei der 1391, 1453) Gramm Weizenbrot. Der nach dem Maximum des 13 953 im Vorjahre). Darunter befinden sich 4802 Wittwen männlichen Bevölkerung um 21,9 pCt., bei der weiblichen um Mai und Juni 1898 in den folgenden Monaten eingetretene Preis­( 4505), 9575 Kinder( 9194) und 267 Aszendenten( 254). Die 31,7 pCt., bei der gesammten un 27,2 pet. Die Differenz rückgang hat sich im Herbst wieder verlangsamt und ist im November Anzahl sämmtlicher zur Anmeldung gelangten Unfälle beträgt zwischen der scheinbaren und der wirklichen Sterblichkeitsziffer hat nahezu zum Stillstand gekommen. 382 307( gegen 351 789 im Vorjahre). auch im Allgemeinen eine steigende Tendenz, wie ja auch die Eine unter statutarische Strafe gestellte Verpflichtung Bevölkerung Berlins in ihrer Zusammensetzung immer mehr von der stunden. Die Auflieferung von gewöhnlichen Badeten fann gegen­Auflieferung von Packeten außerhalb der Postschalter: Norm abweicht. Die wirkliche Sterblichkeitsziffer übertraf die schein­zur Anmeldung der Unfälle bei den Berufsgenossenschaften besteht bare z. B. in den Jahren 1876, 1881, 1886, 1891, 1894 bei der wärtig, wie allgemein bekannt sein dürfte, bei den hiesigen Stadt­leider nicht durchweg. Im Allgemeinen wird deshalb die Zahl der gemeldeten Unfälle geringer sein, als die Gesammtzahl männlichen Bevölkerung um 4,9, 8,0, 13,3, 15,9, 21,9 pct., bei der Postanstalten nur bis 7 Uhr Abends erfolgen. Nach dieser Zeit aller Unfälle, welche eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als um 5,1, 11,8, 16,2, 20,1, 27,2 pet. Der seit zwei Jahrzehnten außer dem tarifmäßigen Borto und dem feststehenden Tarbetrage von weiblichen um 4,8, 12,5, 18,9, 23,6, 31,7 pct., bei der gesammten werden ausnahmsweise nur dringende" Packetsendungen zur Post­beförderung angenommen. Für derartige Packete wird zur Zeit drei Tagen zur Folge hatten. beobachtete Rückgang der Sterblichkeitsziffer ist also viel weniger be deutend, als er auf den ersten Blick erscheint, aber er ist auch so einer Mark noch eine besondere Einlieferungsgebühr von 20 Pf. erhoben. noch erheblich Die Reichs- Postverwaltung beabsichtigt Von den einzelnen um vielfachen theilen hatten 1894, 1895, 1896 die niedrigsten Sterb- Wünschen, welche besonders aus Aerzte- und Apothekerkreisen, sowie 13,65, 14,47, 14,02 Schöneberger Vorstadt 14,08, 14,85, 13,68, außerhalb der Schalterstunden annehmen zu lassen und für diese aus der Mitte des Reichstages an sie herangetreten sind, zu ent­lichkeitsziffern: Friedrichstadt 11,38, 11,68, 11,55, Altstadt sprechen, von sämmtlichen Postanstalten auch gewöhnliche Packete Tempelhofer Vorstadt westlich 13,72, 15,95, 14,25, diesseitige Luisen Sendungen neben dem tarifmäßigen Porto lediglich eine besondere stabt 14,58, 15,65, 15,12; andererseits die höchsten: Stralauer Viertel Einlieferungsgebühr von 20 Pf. zu erheben. In der jüngst im öftlich 22,09, 22,75, 21,66, jenseitige Quisenstadt östlich 22,97, 24,43, Reichs- Postamit abgehaltenen Konferenz wurde die Erhebung einer 20,34, Rosenthaler Vorstadt nördlich 22,86, 25,46, 21,66, Königs- besonderen Gebühr für die ausnahmsweise Annahme von gewöhn viertel 25,76, 26,44, 24,98, Wedding 26,02, 28,04, 24,35.( Die in lichen Padeten für unbedingt erforderlich erachtet, um etwaige Miß­Krankenhäusern Gestorbenen sind möglichst den Standesämtern zu­gezählt, in denen ihre Wohnung lag.) Die Sterblichkeit ist im All- bräuche, beispielsweise die Auflieferung von großen Packetmengen nach Schalterschluß, fernzuhalten. gemeinen in den an Kindern reichen, vorwiegend von Ar= beitern bewohnten, neueren Stadttheilen am größten.

Die Zahl der entschädigten Unfälle stellt sich für die Jahre 1889 bis 1897- für welche die Unfallversicherungs- Geseze, als Gesammtheit genommen, voll durchgeführt sind und daher ver­gleichbare Angaben vorliegen wie folgt:

-

Es wurden Unfälle gezählt, für welche erstmalig Entschädigungen festgesetzt sind, bei den Versicherungsverbänden der gewerblichen des landwirthschaft: im Jahre Unfall- Bersicherungs- lichen Unfall- Bersicherungss

1889

Gesetze 24436

Gesetzes

1890

28 988

7 013 13 050

1891

31 291

19 918

1892

31 774

23 880

1893

34 483

28 246

1894

36 275

33 344

1895

37 393

88 134

1896

42 520

43 883

1897

45 971

46 355

Hiernach ist die Zahl der entschädigten Unfälle noch bedeutend im Steigen. Die Steigerung bleibt auch bestehen, wenn man die Zahl der entschädigten Unfälle in Beziehung setzt zu der Zahl der versicherten Personen.

genug.

Vom elendesten aller Wahlsysteme.

Stadt:

Nach der amtlichen Bekanntmachung des städtischen Wahlbureaus stellte sich das Resultat der am 27. Oftober 1898 vollzogenen Ur wahlen zum Abgeordnetenhause in den vier Berliner Wahlkreisen wie folgt:

Nummer des

Zahl der Wahl­

Stimmberechtigte Urwähler I. Ab- II. Ab= III. Ab­Summa

Die Summe der anrechnungsfähigen Löhne, die sich, wie hervorgehoben wird, mit den wirklich verdienten Löhnen nicht deckt, betrug im Jahre 1897 bei den 65 gewerblichen Berufswahlkreises männer theilung theilung theilung genossenschaften 4 253 620 601,92 m.( gegen 3 922 996 386,52,. im Vorjahre) bei einer Bahl von 6 042 618 versicherten Personen ( gegen 5 734 680 im Vorjahre). Es tamen also auf einen Versicherten an anrechnungsfähigen Lohn im Durchschnitt 704 M. gegen 684 M. im Vorjahre, und es ist die Zahl der versicherten Personen um 307 938, der Betrag der anrechnungsfähigen Löhne um 330 624 215,40 m. gestiegen.

1186

1331

1375

1321

5 090 6876

2342

2708

17 059

IV.

1239

1200

7159

6142

6560

36 184

64 815 79 265 135 908 76 230 356 218

5773

5930

369

630

28 342 7842

313 510

Summa

4

71 236 87 462 155 675 84 589 398 962

347 782 42 708|| 51 180

1893 waren vor­handen. 1898 mehr Die Wahlbetheiligung gestaltete sich folgendermaßen:

Für die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften haben sich, wie auch früher, Lohnbeträge, welche für die Beitrags­berechnung zu Grunde gelegt werden, in die Nachweisung nicht auf nehmen lassen, angeblich wegen des abweichenden Berechnungs­verfahrens". Die Zahl der in den Betrieben der land- und forst­wirthschaftlichen Berufsgenossenschaften durchschnittlich versicherten Bersonen ist, wie im Vorjahre, unter Benutzung der Ergebnisse der Nummer Berufs- und Gewerbezählung vom Jahre 1895 und des den Vor­ständen zur Verfügung stehenden eigenen Materials ermittelt worden und beträgt hiernach 11 189 071. Diese Zahl umfaßt außer den ständig in der Land- und Forstwirthschaft thätigen Arbeitern und Betriebsbeamten die umfangreiche Klasse der landwirthschaftlich im Nebenberufe Beschäftigten und die mitversicherten Betriebsunternehmer und deren Ehefrauen.

des

I.

.

Zur Wahl erschienen Urwähler

mit:

pCt.

mits II. mit III. Wahl: Ab hin Abthei hin Abthei- hin lung freises. theil. Tung pCt. pet.

I. II. III. IV.

Summa

m it: 1893

hin

1898

mehr

pet. pet. pet. 833 62,58 2 522 49,55 14 238 21,97 17 593 24,70 20,41 4,29 833 63,06 2 353 34,22 9 458 11,93 12 644 14,46 12,70 1,70 1695 62,59 6 197 36,33 20 860 15,35 28 752 18,47 13,76 4,71 670 55,83 2075 28,98 7 739 10,15 10 484 12,39|| 12,17 0,22 4031 61,41 13 147 36,33 52 295 14,68 69 473| 17,41

8482 58,72 10 952 38,64 35 935 11,46 50 369 14,48

we

niger

1898 mehr: 549 2,78 2195 2,31 16 360 3,22 19 104 2,93

werden.

mun,

Die Ermittelungen zur Aufklärung des blutigen Vor­ganges in der Tegelerstraße 15 haben nach einer Richtung hin zu einem überraschenden Ergebniß geführt. Die Polizei des 58. Reviers nahm Dienstag Nachmittag zwei Männer fest, die sich in einer Kneipe in der Sparrstraße verdächtig gemacht hatten. Einer von ihnen hatte hier im Tone des Vorwurfes zu einem Frauenzimmer geäußert: Na, Du hast uns wohl schon verpfiffen!" Die Festgenommenen wurden der Kriminalpolizei zugeführt. Diese Ind noch Abends nach 8 Uhr den Gärtner Hoffmann, als er eben von seinem Dienst an der Bergakademie heimgekehrt war, nach dem Polizei- Dienstgebäude. Er vermochte jedoch gestern die Männer nicht zu erkennen und soll ihnen heute noch einmal gegenübergestellt in - Inzwischen war Hoffman eine eigenthüm­liche Lage gerathen. Das Ergebniß der vorgestern Nachmittag vor­genommenen Leichenöffnung war nämlich, daß der unglückliche Haseloff nicht an einer der Stich oder Schlagwunden, sondern an einer Schußverlegung gestorben ist. Hoffmann sagte zunächst aus, einer der Einbrecher habe auch geschossen. Später meinte er, das Geräusch, das er für den Knall eines Schusses gehalten habe, sei doch wohl anderer Art gewesen. Das Verhalten Hoff­mann's deutete darauf hin, daß er unter dem Eindrucke stand, eine seiner Kugeln, die den Verbrechern galten, habe den Hausverwalter getroffen und vielleicht getödtet. Es war aufgefallen, daß Hoffmann fich gleich nach dem Tode Haseloff's wieder in seine Wohnung hinauf begeben hatte und zu seiner ersten Vernehmung erst von Polizei­beamten wieder herunter gerufen werden mußte, nachdem er sich bereits wieder ins Bett gelegt hatte. Ein Herr Sutter aus dem Hause Nr. 15 hat wahrgenommen, daß er, während er gleich nach dem Vorfalle mit dem Revolver in der Hand im Hausflur stand, am ganzen Leibe zitterte. Gestern Vormittag mun wurde es allen Haus. genoffen zur Gewißheit, daß eine Kugel Hoffmann's durch einen uns glücklichen Zufall das Unheil angerichtet habe, als ein Schußmann Ses 58. Reviers der Wittwe den Todtenschein brachte, auf dem als Todesurfache eine Schußverlegung angegeben war. Und dennoch trifft die schon zur Gewißheit gewordene Vermuthung nicht zu. Glücklicher Weise hat man die tödtliche Kugel im Wund­fanal noch gefunden. Eine Vergleichung des Geschosses mit den Revolvern des erschossenen Haseloff und Hoffmann's und mit den zugehörigen Kugeln hat gezeigt, daß die tödtliche Kugel aus einer anderen Waffe abgefeuert worden ist. Sie hat ein viel fleineres Kaliber als die beiden Revolver und ist wahrscheinlich ein Teschingeschoß. Hiernach hat einer der Einbrecher den todbringenden Schuß abgefeuert. Die erste Bekundung Soffmann's entsprach den Thatsachen, seine spätere Angabe, er könne sich auch geirrt haben,

-

Die Gesammtausgaben beliefen sich bei den gewerb= lichen Berufsgenossenschaften auf 52 444 031,26.( gegen 50 888 364,25 m. im Vorjahre) und bei den landwirthschaft Summa lichen Berufsgenossenschaften auf 18 182 155,85 m.( gegen 1893 16 072 386,81 m. im Vorjahre), was auf einen Versicherten bei den wählten gewerblichen Berufsgenossenschaften 8,68 m.( 8,87), bei den landwirthschaftlichen 1,62 m.( 1,44) ausmacht. Für Unfalluntersuchungen und Feststellung der Entschädigungen, für die Schiedsgerichte und für die Unfallverhütung wurden zusammen 4 005 634,79 m. gezahlt. In die Reservefonds find im Jahre 1897 Für das Berliner Buchdruckhandwerk ist, wie wir schon 1 700 354,07 m. eingelegt worden. berichtet haben, vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg die Die laufenden Verwaltungskosten betrugen bei Grrichtung einer 3wangsinnung genehmigt worden. ging wohl aus dem Gefühl seiner eigenen inneren Unsicherheit und den gewerblichen Berufsgenossenschaften 5 358 747,59 m.( gegen Die Innung fritt mit dem 1. Mai d. I. unter dem Namen Buch- Unruhe hervor, da man eine Schußwunde nicht gefunden hatte. 5 070 273,52 M. im Vorjahre), bei den landwirthschaftlichen Berufs- druckerinnung in Berlin " in Kraft. Unter Buchdruckhandwerk soll Der Hofhund ist den Wirkungen eines Stiches mit einem spizen genossenschaften 2 058 926,19 m.( gegen 1 944 670,55 M. im Vorjahre). nach Anordnung des Oberpräsidenten das gesammte Buch- Werkzeuge, anscheinend einer Feile, erlegen. Er hat auch Gift be verstanden werden und Davon tamen auf einen Versicherten bei den gewerblichen Berufs- Druckgewerbe sind somit sämmt tommen, das jedoch nicht tödtlich wirkte. in Berlin beitrittspflichtig. Daß genossenschaften 0,89 M.( 0,88), bei den landwirthschaftlichen 0,18 m. liche Buchdruckereibefizer Der Polizeibericht meldet hierzu noch Folgendes: Es steht ( 0,17). Die Höhe der laufenden Verwaltungsfosten ist bei den ein- der Beitrittszwang ohne Unterschied der Art des Gewerbe- nunmehr fest, daß der Tod des Wertmeisters Haseloff infolge einer ein- betriebes ausgesprochen wird, muß überraschen. Das Gefeß be- Schußberlegung eingetreten ist; in dem an der Nafenwurzel bes zelnen Berufsgenossenschaften sehr verschieden. stimmt, daß nur diejenigen Gewerbetreibenden zum Beitritt in die ginnenden Schußkanal ist ein fleinkalibriges Geschoß vorgefunden Die Gesammtausgaben der 404 Ausführungsbehörden Zwangsinnung verpflichtet sind, die ein Handwerk ausüben. Wie worden, das nach Größe und Gewicht nur aus einer Waffe mit haben sich auf 5 674 504,38 m., die der 13 Versicherungs- der Oberpräsident dazu kommt, die großen Berliner Druderei fleinem Kaliber und knallloser Konstruktion herrühren kann. Es ist anstalten der Baugewerts- Berufsgenossenschaften betriebe, in welchen mit Ausnutzung großer maschineller Hilfsmittel deshalb ausgeschlossen, daß das Geschoß von einem der bei der auf 1 425 273,79 M. belaufen. gearbeitet wird, deren Leiter meist Kaufleute und Buchhändler Abwehr der Einbrecher gebrauchten Revolver Herstammt. Die Bestände der bis zum Schlusse des Rechnungsjahres an- find, zu den Handwerksbetrieben zu zählen, dürfte in gesammelten Reservefonds der Berufsgenossenschaften betrugen Interessentenkreisen selbst mit Erstaunen aufgenommen werden. Eine Benzinexplosion, die vier Menschenleben zufammen 135 423 811,81 M., die der mehrerwähnten Versicherungs- Es zeigt sich nur wieder, was auch bei Berathung des fährdete, ereignete fich Mittwoch Abend 7 Uhr Lindens Gesezes vielfach betont wurde, wie schwer es ist, eine Grenze zwischen straße Nr. 90. Hier hat im Parterre- und Kellergeschoß

anstalten 717 712,68 M.

ge