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9. Jahrgang,
Sozialdemokrat
Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.
Samstag, 12. Ottober 1929.
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Nr. 239.
aleichzeitig den Sausherren zublinzeln, denen Gruß der sozialistischen
sie unter dem Dedhvort endgültige Regelung" den definitiven Mieterschutzabbau verheißen? ,, Neusystemisierung und Besserstellung der öf
Sportinternationale!
Chriftlichsozialer Wahlaufruf und chriftlichsoziale Laten. Geſtehen wir es offen: wir waren, als der listischen Vorherrschaft ein Ende bereitet". Es fentlichen Angestellten", fordern jene Christ Herzlichen Willkomm den Führern chriftlichsoziale Wahlaufruf erschien, auf aller- hat in der Tschechoslowakei eine sozialistische lichsozialen, die mit ihrer Zustimmung zum unserer Turner und Sportler! hand gefaßt. Wir wußten, daß die christlich Vorherrschaft nie gegeben. Was die deutschen Gehaltsgesetz die automatische Zeitvorrüdung Heute tritt in Prag die Sozialistische faziale Partei, trop allem was der Bürgerblod, Aktivisten wirklich gesprengt haben, das waren beseitigt und die Systemisierung an die Regie- Arbeiter Sport Internationale zu ihrem zu dem sie sich nach wie vor bekennt, an den die letzten Schranken, die den antijozialen Gerungswillfür überantwortet haben! Und nun fünften ordentlichen Rongreß zuMassen der Bevölkerung verbrochen hat, tei- lüften der bürgerlichen Parteien noch im Wege hoffen sie durch einen Appell an eben jene Re- fammen. Gerade in den letzten zwei Jahren, neswegs in der Rolle des bußfertigen Sün- standen, und daß die Christlichsozialen mit den gierungswillkür den Schein der Angestellten- froß aller Niedertracht und blindwütigem Haß ders, sondern im blittenweißen Gewande der Landbündlern in trautem Verein, ein hem freundlichkeit erwecken zu können! der kommunistischen Störenfriede, ist diese InUnschuld vor die Wähler treten wird. Ist ihre mungsloses, Wüten gegen die sozialen Reche Aber es gibt Dinge zwischen Bürgerblock- ternationale mächtig in die Breite und in die unleugbar hohe Kunst, schwarz in weiß zu der Arbeiter, der Verbraucher, der Mieter er herrlichkeit und Neumvahl, denen auch die Tiefe gewachsen, so daß die Abgesandten der verwandeln doch durch jahrelange Ausübung möglicht, gefördert, mitgemacht haben, dies Wandlungsfähigkeit eines Chamäleons nicht nationalen Verbände der Luzerner Internatio wohl bekannt. Aber die Unverfrorenheit und gewachsen ist. Wenn daher die Christlichsozialen nale freudig Rückschau werden zu halten ver Hemmungslosigkeit, mit der sie ihr Handwerf den Abbau des Militarismus, die Abrüstung mögen über die geleistete Arbeit, einen hoffdiesmal betreibt, wirft doch selbst auf Abgeund Verkürzung der Dienstzeit verlangen, nungsfrohen Blid werden tun können in die härtete überraschend. nadybem fie für ausgiebige Aufrüstung gesorgt nächste Zukunft der Arbeiter- Turn- und Sportund die Verkürzung der Dienstzeit verhindert bewegung. Längst ist diese Bewegung, deren haben; wenn sie für den Ausbau der Selbstver- Anfänge so weit zurückreichen, wie die bewußte waltung eintreten, die noch dazu von allem proletarische Massenbewegung überhaupt, aus schädlichen Bürokratismus frei sein soll, nach einer peripheren Kulturbewegung zu einem dem sie die schrankenlose Bürokratenherrschaft der hauptsächlichsten Kraftzentren des interin Land und Bezirk aufgerichtet haben; wenn nationalen Arbeiterkampfes um die Befreiung sie die Gleichstellung aller Staatspensionisten der Klasse geworden. Die eigenen Gesetze des proletarischen Turnens und des proletarischen Sports, fie münden ein in das Lebensgesetz des um seine politische und wirtschaftliche, in seine geistige und leibliche Emanzipation ringenden Proletariats.
Wirklich wahr, die Christlichsozialen prä fentieren sich, beladen mit allen Sünden der Bürgerblockregierung den Wählern als:
und nichts anderes war der eigentliche Sink ihrer dreijährigen Regierungstätigkeit. Und nach diesen drei Jahren kommen die Christlichsozialen in ihrem Wahlaufruf mit jozialen Forderungen! Mit der scheinheiligste Miene, als hätte es nie eine Bürgerblodpolit gegeben, fordern sie
,, überall staatlichen Schuß, wo immer ein Stan oder Beruf gefährdet ist."
jene Partei, die sich durch raftloje Arbeit für unser deutsches christliches Volk bewährt hat," und statt. Nachsicht, und Milde zu erbitten. be- Freilich werden sie den Fluch der bösen Tai gehren sie noch Dank! Danf vor allem dafür, nicht los, und wie sie sich drehen und winden daß fie in die Regierung eingetreten sind:
Der Eintritt in die Regierung geschah für anfer deutsches Bolt.
Die Steuerämter im Dienste des Bürgerblocks.
Und wir haben immer geglaubt, er sei für Zölle und Kongrua erfolgt! Aber bie Steuerexekutionen gegen reiche Leute werden vor den Wahlen Christlichsozialen haben nicht nur die Stirn, eingestellt! die Regierungsteilnahme jener Attivisten,
Es ist also nicht nur
Hunderttausende sind gerade durch die selbständige, mit revolutionärem Geiste erfüllte Arbeiter- Turn- und Sportbewegung überhaupt erst zum Gesamtheer der fämpfenden Arbeiter flasie gestoßen, haben im Arbeiterturnen und beim Arbeitersport, der in ganz besonderer Art Befreiung des Proleten von den Lebensformen des bürgerlichen Individualismus darstellt, den Geist proletarischer Solidarität und brüderlicher Kameradschaft in sich aufgenommen, famen hier zum Erlebnis der Masse, lernten hier Freude an der Schönheit eines fraftstrohenden Körpers, an der
benen der Kammerpräsident Malnpetr be Man wird sich noch daran erinnern können, Auch das geschicht, um die Wähler nicht weiter fcheinigt hat, daß fie in der Regierung ohne daß vor den Wahlen in die Landesvertretungen zu beunruhigen und zu erregen. Nach den Wahlen Murren und ohne Widerspruch dienen", als den Steuerämtern Weisungen erteilt wurden, fie werden dann diese Zahlungsauf.räge versandt nationale Heldentat zu feiern, sie versteigen mögen vor dem Wahltermin keinerlei Zahlungs werden und diejenigen Kleingewerbetreibenden sich so weit, daß sie sich ihrer nationalen aufträge wegen Eintreibung von Steuern sowie und Steinbauern, welche die bürgerlichen Bar Durchführung von Erefutionen veranlassen. Das teien gewählt haben, werden das Nachsehen Erfolge rühmen. Zum erstenmal fei von geschah damals deswegen, weil Gewerbetreibende haben. Tschechischer Seite der Grundjaß: Gleiche unter fowie Stleinbauern über die Höhe der ihnen erGleichen proklamiert worden, was nebenbei teilten Zahlungsaufträge aufgebracht waren und bemerkt, nicht wahr ist, da es die tschechischen man deswegen einen schlechten Wahlausgang für Staatsmänner an Gleichberechtigungsphrajen die Bürgerparteien befürchtete. Nun wiederholt was da von seiten der bürgerlichen Parteien geniemals fehlen ließen, und wenn dieser schöne sich vor den Wahlen in die Nationalversammlung trieben wird, sondern eine ganz gesch- Fähigkeit der Beherrschung des Leibes, wurGrundsatz nach christlichem Eingeständnis noch dasselbe Spiel. feineswegs verwirklicht ist, so erfahren wir doch was wir aus den politischen Tatsachen wahrhaftig nicht erfahren könnten aus dem christlichsozialen Wahlaufruf:
-
,, Ein Anfang zum Befferen ist gemacht."
Die Steuerbehörden werden aufgefordert, vorläufig teine Zahlungsaufträge auszusenden und von der Durchführung von Steuerexekutionen abzusehen.
unerhörter Wahlschwindel,
widrige Beeinflussung der Steuer den hier physisch ertüchtigt. Die Arbeiterämter im Interesse der bürgerlichen Parteien. Turn- und Sportbewegung ist bei der Erfül. Wie schwach müssen sich die bürgerlichen Parteien lung dieser ihrer besonderen Aufgabe in der schon fühlen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen! Erziehung der Arbeiterschaft, nämlich in der physischen Ertüchtigung des ProIetariats, nicht stehengeblieben, sondern Die Zentralwahlkommission ernannt. Bladimir Cerventa( tschech. Boltsp.), Starlift längst weit darüber hinaus zu einem der Worauf die Herren freilich ob der eigenen Slaviček( tschech. Nat. Soz.), Jan Aleš Frechheit erschrecken und uns, wiewohl sie an Der Jnnenminister hat geeftrn die beim( tschech. Soz.- Dem.), Gustav za ban( Stom.), wichtigsten Kulturfaktoren für die werktätigen Massen geworden, hat den jungen Arbeiter sonsten in ihrem Aufruf weder mit Worten Innenministerium zu errichtende 3entral Erich Fritsch( Sandbündler), Dr. noch mit Fettbrud sparen, die bescheidenste wahitommission ernannt. Borsigender Rödl( deutsche Christlichsoz.), Sugo Gehor- und die junge Arbeiterin bei ihren elementarAndeutung, worin die Besserung bestehe, ganz ist Sektionschef Dr. Bo bef; als Vertreter, der sam( Deutsche sozialdemokratische sten Bedürfnisjen, in ihrer Seele zu erfassen Antonin Meder In verstanden und hat so zur namenlosen Freude einfach schuldig bleiben und sich so selbst der Glaby( tſchech. Agr.), Josef laà( Mat.-( flowal. Volksp.) und Dr. Johann Tomori und zum berechtigten Stolz aller, denen das großen Wahlgruppen fungieren: Dr. Emanuel Arbeiterpartei), bewußten unwahrheit überführen. Be w ukic Dem.), Frant. Pštros( sched). Gem.- Bart.),( ungar. Chriftlichsozial.). Bewußic Joseflad Unwahrheit, denn die Christlichsozialen wissen
so gut wie wir, daß nicht nur nichts beffer,
feßen:
Massenverbrauchssteuern! Nur ein Appell an
Sinarbeiten zu den welthistorischen Zielen der Arbeiterschaft Lebenscufgabe ist, Massencharakter angenommen.
Aber so wie mir die Arbeiter- Turn- und
sondern durch ihre eigene Schuld vieles schlech um die eigene Vergangenheit nicht ins Ge- verlangen, fic, die mit dem Gehaltsgejet die ter geworden ist, weil, um es in einem Satze dächtnis zu rufen und doch auch nicht verleug- Ungleichheit unter den Pensionisten vergrößert Sportbewegung als einen Teil, und zwar als zu sagen, mit der Senebelung der demokratischen nen zu müssen, was sie getan haben, wie sie in haben; wenn sie die endliche Erfüllung der ge- einen der wertvollsten Teile der proletarischen Selbstverwaltung auch die nationale Selbstver- allen Farben schillern und feine bekennen, wie rechten Forderungen der Striegsinvaliden hei- Gesamtbewegung auffassen, so fühlen sich auch waltung in diesem Staate schier hoffnungslos ihre Rede alles ist, nur nicht„ ja, ja nein, nein, ichen, schlicht und flar, ebenso schlicht und klar die Arbeiterturner und Sportler selber als untergraben wurde. Danach ermesse man, das ist für Feinschmecker ein erlesener Genuß. wie sie drei Jahre lang alle diese gerechten ein Teil dieser Bewegung, der als Avantwelche Sühnheit dazu gehört, in balkendicen So fordern sie eine gerechte Steuerver- Forderungen um den Preis der Abwürgung arde vorauszumarschieren sie vielleicht oft Lettern über alle vier Spalten des Blattes zu anlagung, welche die fruchtbare Arbeit ermu- ihrer eigenen Initiativanträge abgelehnt ha genug bestimmt sein wird. Mehr noch als wir die öffentlichen Lasten nach dem ben; dann kann man nur sagen, daß so zu es in der Vergangenheit erlebten und in der tigt und „ Es gilt die Mitbestimmung der Deutschen in wirklichen Einkommen bemißt." Stein Wort lügen feine Kunst, sondern nur eine Frech- Gegenwart sehen, werden die Arbeiterturner diesem Staate zu verstärken und die nationale über die Steuerreform! Stein Wort gegen die heit ist. und Sportler in vielleicht nicht allzuferner ZuSelbstverwaltung durchzuseßen," Nur eine Forderung ist ehrlich in dem funft sich als Vortrupp des interna. was nicht etwa als Aufforderung gedacht ist, die Bemessungsbehörden, von denen fie. wäh- ganzen Wahlaufruf, aufrichtig gemeint, wenn tionalen Proletariats gegen die die Christlichsozialen zum Teufel zu jagen, rend sie den Massen der Bevölkerung Steuer- auch nicht aufrichtig ausgedrückt, nämlich die, Reaffion zu erweisen haben. Ein fondern als Aufforderung christlichsozial zu gerechtigkeit zu fordern vorgeben, mit der womit die Verpfaffung der Schule verlangt Blick hinüber nach Oesterreich zeigt uns wählen! Damit aber, neben der Empörung Phraje„ Ermutigung der fruchtbaren Arbeit" wird. Aber sonst ist alles Lüge in diesem Do- schon heute die Aufgaben, die der Arbeiter. Turn- und Sportbewegung da gesetzt sind. fiber so viel Pharisäertum, auch die Seiterkeit neue Privilegien für die Ausbeuter verlangen! kument, vom Anfang bis zum Ende. Wir glauben, daß die Lüçen diesmal Wehrmänner in den vordersten Reihen des zu ihrem Rechic fomme, rühmen sich diese Eine staatliche Finanzpraxis, welche den BeAktivisten, sie hätten den eisernen Ring der zirken und Gemeinden die Erfüllung ihrer ge- turze Beine haben werden. Zu grell ist der Schußbundes stehen gerade unsere Turner und alltschechischen Soalition zersprengt. Als ob meinnüßigen Aufgaben erleichtert." Ja gibt Widerspruch zwischen Wort und Tat, zu sehr Sportler in Desterreich auf erponiertem Posten wir schon vergessen hätten, wie die Roll- und es denn kein Gemeindefinanzgefet. deisen Lob bricht überall das böse Gewissen durch, als im Abwehrkampf gegen den Stongruadeutschen, als die allnationale Stoalt die Luschka und Strumpe so oft nejungen ha- daß der Aufruf, der als Werbung christlichso- asc is mus. Das Ausbegehren der Realtion gefprengt war, dienſtfertig in die ben? Sie wagen weder, sich zu diesem flush- zialer Stimmen gedacht ist, nicht zur unerbitt- tion überall weist unseren Turnern und Brejche sprongen und das nationalistisch- zen- würdigen Gefeße zu bekennen, noch auch, da lichen Auflage der christlichsozialen Politik Sportlern überall die besondere Aufgabe zu, tralistische System stüßen halfen, in dem bis sie es mitgefchaffen haben, seine Beseitigung werden sollte. Wir wünschen dem christlichsozia die sie als ein Teil der Klasse gegen unsere her einzigen Augenblid, da es hätte gestürzt zu verlangen. Auspiebige Bauförderung als len Wahlaufruf die weiteste Verbreitung. er Widersacher zu erfüllen haben! Wir zweifeln feinen Augenblid daran, notwendige Voraussetzung für eine endgültige ist selbst ohne unserem Kommentar, wie erst Sie haben nach ihrem eigenen Beugnis Regelung der Wohnungswirtschaft." Ist das mit ihm, die beste gitation für die daß sich die herrliche sozialistische Arbeiter. Turn- und Sportbewegung allen Anforderanfreilich noch mehr getan, nämlich der sozia- nicht echt christlichsozial, wie sie den Woh- Sozialdemokratic!
werden können!