den ist.

BAUTÄTIGKEIT

1890-1930.

40 Jahre Konsumverein Tepliß- Schönau.

In diesen Tagen sind es 40 Jahre, feitdem terhause in der Alleegasse, wie das nebenstehende was den Bestand und die finanzielle Kraft des öffentlich bewirtschafteten Waren. Aber gerade in eine der größten deutschen Konjumgenoffenfchaf- Bild zeigt. ten in der Tschechoslowakischen Republik, der In den ersten Jahren seines Bestandes litt daß der Verein sich Geld zu hohen Zinsen leihen der genossenschaftlichen Idee. Während die Kauf­Vereines nur zu oft bedrohte. Die Folge war, dem Chaos der Kriegszeit zeigte sich die Größe Konsumverein Teplitz- Schönau gegründet worder Verein ganz außerordentlich unter dem und die Waren, die er bezog, unbezahlt laffen leute demjenigen waren verkauften, den sie pro Borgsystem. Die Waren wurden von den mußte. Das foftete sehr viel Geld und auch gin- tegierten, wurde durch den Konsumverein das, Im Jahre 1890 befchloffen ein paar Arbei- Mitgliedern nicht gleich bezahlt, sondern oft erst gen günstige Einkaufsgelegenheiten dadurch ver was vorhanden war, gerecht verteilt. Maffen ter und Kleingewerbetreibende einen Konjumam Lohntage. Viele Mitglieder blieben auch die loren. Hiezu fam noch ein unglücklicher Stauf haft strömten die Mitglieder der Genossenschaft verein zu gründen. Dies hatte zwei Gründe: einen politischen und einen wirtschaftlichen. Der politische Grund war der, daß man inner­halb der Teplitzer Arbeiterbewegung die Not­wendigkeit erkannte, einigen Vertrauensmän nern eine Existenz zu verschaffen. Vertrauens­mann der Arbeiterschaft in jener Zeit zu sein war nicht leicht. Die Behörden überboten sich darin, diese Menschen um ihre Existenz zu brin gen. Oft mußte der Vertrauensmann von einem Betrieb zum andern wandern, ohne daß er eine Anstellung erhielt. Die Behörden zeigten Ver­sammlungsredner und Versammlungseinberufer den Unternehmern in den Bewußtsein an, daß der Unternehmer diesen Wink verstehen und den betreffenden Arbeiter entlassen werde. Gerade auf der Teplitzer Bezirkshauptmannschaft faßen zu jener Zeit die größten Scharfmacher, der Graf Josef Thun nannte die Sozialdemokraten eine Schwefelbande". Die wirtschaftlichen Gründe, die für die Schaffung eines Konsumvereins sprachen, waren die wie bei den anderen Genos­senschaften seit der Zeit der redlichen Pioniere von Rochdale . Die Arbeiter wurden von den Raufleuten ausgebeutet, so daß sie nicht einmal für ihren Lohn das bekamen, was sie bekommen konnten und sollten. Deshalb wollten die Tep­lizer Arbeiter aber eine Einrichtung schaffen, in der der Zwischenhandel ausgeschaltet war und so entstand der Konsumverein in Teplit Schönau. Die Anfänge des Vereines waren schwer. Einige wenige begeisterte Anhänger des Genossenschaftsgedankens brachten ein paar Gul den auf, die das schmale Gründungskapital waren. Der erste Kaufladen war in einem in

zweier Häuser in der Schulgasse, in denen zu. Die Bewirtschaftung gewisser Waren hielt fich bis zum Jahre 1910 die Zentralanlage be auch in den ersten Jahren der Nachkriegszeit fand die den Verein finanziell außerordentlich an und erst mit dem Abbau der Striegswirtschaft belasteten. Zum Anfauf mußten Hypotheken aufgewann die Genossenschaft ihre frühere Funktion. genommen werden, die eine hohe Verzinsung ver­

Der erste Teplißer Konjumverein im Jahre 1890.

Waren schuldig und wenn die Schulden einen hohen Betrag erreichten, traten die Schuldner ganz einfach aus dem Verein aus. Jahr für Jahr mußten so Beträge abgeschrieben werden,

langten, so daß der Verein nicht mehr aktiv Auch die Nachkriegsjahre waren für den gebaren konnte. Es kam so weit, daß die vor Konjumverein nicht leicht. Der Preissturz der geschriebenen Steuern nicht bezahlt werden konn Waren brachte ihm schwere Schäden, aber alle ten, die Exekution drohte, der Bestand des Verwirtschaftlichen Krisen wurden durch die Genos­eines war in den ersten Jahren des 20. Jahr- senschaft überwunden. Wenn auch viele Mitglie­hunderts außerordentlich bedroht. der abfielen, die im Kriege vom Konsumverein Erst im Jahre 1905 trat eine Wendung ein. gekauft hatten und nun zum Kaufmann gehen, In diesem Jahre trat an die Spiße des Kon steigt doch die Anzahl jener, die sich zum ge­sumvereins Rudolf Sommer als Geschäfts- offenschaftlichen Gedanken bekennen. So fann führer, der unterstüßt durch die Energie und der Konsumverein heute in 60 Verkaufsstellen Autorität Josef Seligers, den Verein von seine mehr als 10.000 Mitglieder bedienen und Grund auf reformierte. Es wurde mit dem einen Umfaß von 30,000.000 kronen im Jahre Borgjystem energisch Schluß gemacht, troß aller machen. Nicht weniger als 10,000.000 Stronen Oppofition, die fich dagegen auflehnte, troß aller vertrauen ihm die Mitglieder an Spareinlagen Verluste an Mitgliedern, die der Verein dadurch an. Eine Menge Häuser gehören dem Vereine, erlitt. Fünf Jahre nach dem Eintritt Rudolf so daß er heute als eines der größten Betriebe des Teplitzer Gebietes bezeichnet werden kann. Sommers schon konnte man die ganz unglaub lichen Erfolge der beiden genannten Genoffen In 40 Jahren haben seine Funktionäre unge­bemerken: 1910 fonnte die große Zentralanlage beneres geleistet. Sie haben inmitten einer dem in Turn gebaut und die starke Festung der Gegenossenschaftlichen Gedanken feindlich gesinnten noffenschaftsbewegung im Teplißer Gebiet er fapitalistischen Welt eine Burg jozialisti­erfcher Planwirtschaft gebaut und den richtet werden.. arbeitenden Massen Millionen erspart. Gestüßt Von da an gab es einen stetigen Aufstieg, auf diese Erfolge, auf die heutige Stellung der der auch durch den de rieg nicht unterbrochen Stonsumgenossenschaft geht der Verein in das Wohl brachte die große Weltkatastrophe| fünfte Jahrzehnt seines Bestandes und seine von 1914 bis 1918 für den Bereit Schwierig Mitglieder sind alle von der Hoffnung erfüllt, keiten über Schwierigkeiten. Die Anzahl der frei daß er in Zukunft noch herrlicher blühen, wach erhältlichen Lebensmittel wurde immer weniger, sen und gedeihen werde als in seiner rühmvollen der Verein wurde eine Verteilungsstelle für die Bergangenheit.

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