Seite 2 Dienstag. 28. Juni 1931. Ät. 146. ticmalisierung in den USA . eng verknüpft. Als die Babbits ihn wählten, die großen Konzerne und Trusts seine Wahl manageten, glaubten sie noch an die Evangelien der Fordisten, an die ewige Konjunktur und die Uebcrwindung des Klassenkampfes durch hohe Ahne, Ge­winnbeteiligung der Arbeiter und last not least natürlich durch die gelben Betriebsgewerk­schaften. Just unter der Präsidentschaft Her­bert Hoovers aber mußte der Krach einsetzen,, und da die nächste Präsidentschaftswahl ihre Schatten vorauswirft, fühlen Hoover und seine Leute sich verpflichtet, etwas zur Linde­rung der Krise, zur Ankurbelung des Busineß zu unternehmen. Die Botschaft Hoovers stellt ausdrücklich fest, daß der Zustrom des Kapi­tals nach den Bereinigten Staaten die Ar­beitslosigkeit vermehre, die Kreditfähigkeit der anderen Staaten mindere und den Export der amerikanischen Waren wie auch die niedrigen Preise für die Produkte der Farmer bedinge. Dem soll das Moratorium steuern, von denr man sich eine Genesung der Weltwirtschaft doch wohl nur dann versprechen kann, wenn es auch die weitere Herabsetzung der Repara­tionen anbahnt, die aber Hoover auch jetzt noch-für ein rein europäisches Problem hält, das demnach nicht von Deutschland und Ame- rika, sondern nur von Deutschland und Frank­ reich gelöst werden kann. Wenn das deutsche Volk politisch denken kann, dann wird es aus den Vorgängen der vergangenen Wochen, aus demWunder von Washington", das die Mark und nrit ihr das Regime Brüning vor dem Sturz bewahrt hat, noch eine Lehre ziehen können: daß nicht der Radaunationalismus, sondern doch wieder die ! verfemteE r f ü l l u n g s p o l i t i k", nicht : das Auftrumpfen, sondern die vorsichtige sdiploma tische Aktion Deutsch­iland helfen können und daß diese Hilfe !«m so leichter zu erreichen ist, je ^stärker der Sozialismus in der Welt iflt. Jedermann weiß, daß der Schritt Hoovers eine unmittelbare Folge des deutschen Besu­ches in Chequers und ein Verdienst der eng- lischeu Bermittlungstätigkeit ist. Der arrgeb- lich private Besuch des amerikanischen Staats- sekretärs Mellon in England war eben doch die entscheidende Rekognoszierung des europäi- schen Krisenfeldes durch Hoover; nicht so sehr den Berichten des Berliner amerikanischen Botschafters als den nachdrücklichen Vorstel­lungen Macdonalds und Hender­sons, die Mellon nach Washington weiter­leitete, ist die Hilfeleistung Amerikas zu dan­ken. Zum soundsovieltenmale ist es der sozialistische Gei st internationaler Verständigung, zum soundsovieltenmale ist es die Politik der englischen Arbei­terpartei, die Deutschland vor einer Katastrophe retten. Eine Tories --Regierung in England, der an der Er­haltung der deutschen Demokratie nichts läge, die im Gegenteil den deutschen Fascismus oder auch den kommunistischen Putsch in Deutschland nur begrüßen wüÄe, weil beides in ihre antirussischen, antisowjetistiichen Pläne paßte, hätte den Deutschen niemals den Dienst geleistet, den Henderson und Macdo- nald im Interesse der Demokratie und des Frizens dem deutschen Volke erwiesen haben. bttttf verboten.! Pfeile aus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varlen. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. ,Mie gefallt Ihnen dies?" Der Commander stellte ein Keines geflochtenes Kästchen vor Clav hin. Nah sah auf den ersten Augenblick, es war exotische Arbeit. Es war«in hohes Kästchen aus Bast. Er betrachtete es interessiert, denn es war in einer seltsamen Flechtart hergestellt, die er nicht kcmnte. Das Kästchen war bunt. Die Farben waren fast grell und für«inen Europäer recht geschmacklos. Alles in allem machte daS Kästchen aber«inen harmlosen Eindruck und Nay konnte nicht begreifen, daß auf die weiße Stirn des Commanders Schweißtropfen traten, als er es jetzt ansah/ Sehen Sie die Augen des Teufels?" frag:« der Commander mit heiserer Stimme. Nah blickte auf. Die Augen des Commanders waren starr auf das Kästchen gerichtet. Er schien seine Augen nicht losreißeu zu können, trotzdem er sich schein­bar die größt« Muhe gab, den Mick abzuwenden. Es gelang ihm nicht. Er war wie hypnotisiert. Nay verstand das nicht. Einen Augenblick dachte er: Ter Commander ist krank. Aber dann sah er wieder auf das Kästchen und, hol's der Teufel. Jetzt sich er wirklich etwas... Nay mußte noch feinem Einglas greiftn, das ihm zu entfallen drahte. Er sah Augen! Boshafte, glasklare Augen. Lidlos, wimper­los. tückisch Augen, die unbeweglich waren, ober di« trotz ihrer Unbeweglichkeit das lebhafteste Funkeln zeigten. Diese Augen faszinierten. Diese Augen flößten«ine seltsame Angst ein, wie Nah sie in seinem Leben noch nie gekannt hatte. Eine Wird das deutsche Volk auch diese Tat des internationalen Sozialismus wieder wie die Rheinlandsräumung mit einem Hurrah für Hitler und einer weiteren Rechtsschwenkung quittieren?! Wird es noch immer glauben, der Erfolg von Chequers sei dem großen Mund­werk des kleinen Goebbeles und den Gesten lechsil und Mrtlchnftslorm. Die Technik hat unserer Zeit ihr Siegel auf­gedrückt. Nicht nur im praktischen Leben stoßen wir überall auf ihren Einfluß, mit nuferem ge­samten sozialen und kulturellen Sein vielmehr gelangen wir Tag fiir Tag mehr unter ihre Herrschaft und durch den Einbruch technischen Denkens in unjer Geistesleben hat auch dieses eine deutliche Befruchtung erfahren. Umso auffälliger Hst es, daß die eigentlichen Träger der technischen Entwicklung, ihre unmit­telbarsten Jünger, die Ingenieure und Tech­niker, so wenig Teil haben an der öffentlichen Verwaltung, der Staats- und Wirtschaftspolitik, daß diese immer noch ganz und gar in den Hän­den von Männern liegt, die(teils infolge huma­nistischer Bildung) dem Geist der Technik und Lew Anforderungen, di« sie an die Neugestaltung unseres sozialen und kulturellen Lebens stellt, verständnislos gegenüberstehen oder sie"nicht rich­tig erfaßt haben. Denn das technisch« Den­ken ist ein verhältnismäßig junger Zweig menschlicher Geistestätigkeit und es ist infolge­dessen naturnotwendigerweise heut« noch haupt­sächlich auf jene Menschen beschränkt, die unmit­telbar mit der Lösung technischer Aufgaben be­schäftigt sind. Die Ursachen dieser merkwürdigen Erschei­nung der positischwirtschaftlichen Abstinenz der Techniker und Ingenieur« hier zu untersuchen, kann nicht unsere Aufgabe sein. Sie sind haupt­sächlich wohl darin zu suchen, daß man im Tech­niker heute nur den Spezialisten sieht und dem­gemäß auch die ganze Erziehung einrichtet. In­wieweit man da richtig voryeht, soll dahingestellt und der schon jahrelangen Diskussion in der ein­schlägigen Fachliteratur sowie der Entscheidung durch die Praxis Vorbehalten bleiben. Was uns aber hier interessiert, sind die Fol­gen, die sich ans der technischen Entwicklung für die Wirtschaft ergeben haben. Mechanisie­rung und Rationalisierung, dies« typischen Kinder technischer Denkweise und tech­nischer Arbeit, find heute so weit gseehen, daß fie dem Großteil des Volkes zum Fluche werden. Es klingt angesichts der wirklichen Verhältnisse wie ein Hohn, wenn wir die Defination der Rationalisierung lesen, die das Reichskuratorium für Wirtschaft» lichkeit, Berlin , zum Bevfafser hak Rationalisierung ist Erfassung und Anwendung aller Mittel, die Technik und Planmäßige Ord­nung zur Hebung der Wirtschaftlichkeit biete«, zum Zwecke der Steigerung des Bolkswohkstan- des durch Verbilligung, Vermehrung und Ver­besserung der Güter." Demgegenüber! stellt der Jahresbericht des B. D. I.(Zeitschrift Nr. 5, 1931, des Vereines Deutscher Ingenieure Berlin ) sehr richtig fest: .... ,chen Dienst an der Allgemeinheit im letzten und eigentlichen Sinne hat auch unser« hochentwickelt« Technik wicht zu vollbringen gewußt"... Hier liegt also augenscheinlich ein Wider­spruch vor und man wäre geneigt, was man heute zum Teil auch tut, die technische Entwick- Angft, die ihm fast Aebellert in dar Magengrube bereitete. Und Nay ging es wie dem Com­mander. ES war chm fast umnöglich, den Blick von diesen seltsamen Augen loszureißen. WaS ist daS, Commander?" fragte Nay, noch erschüttert van dem Erlebten ®te Augen des Teufels!" Nah lächelte nicht mehr darüber. Zwar der Commander drückte sich etwas phantastisch aus für dies seltsame Phänomen. Ans jeden Fall ober war eS furchtbar. Nicht die furchtbaren Augen allein, sondern vielmehr diese seltsame und schreckliche Angst, die sie jedem suggestiv ein- zuflößen schienen. / Doch nun war alles verschwunden. Das Kästchen sah fast harmlos wie ein Spielzeug aus. Ein buntes, bizarres Dingelchen zum Aufbewähren von Fruchten. Vielleicht Dat­ teln und Feigen... Ja, die Paßten hinein. Auf jeden Fall wirkt« es jetzt ebenso harmlos, wie es noch vor einigen Sekunden Entsetzen ein­flößend gewesen gewesen war. ...höchstens ein Fruchtkörbchen des Teu­fels!" scherzte Nah. Aber sein Scherz zeigte kein Verständnis im Gesicht des Commanders. Er sagte todernst: Ja, auch das... vielleicht ein Fruchtkorb des Teufels!" Was ist darin?" Nun, ein« Frucht!" antwortete der Com­mander mit einem Gesichtsausdruck, den Nay nicht enträtseln konnte. Das Gesicht des Com­manders war aschfahl geworden und Nay sah, daß er sich nur noch mit größter Mühe auf den Beinen hielt. Soll ich es öffnen?" Eine Frucht des Teufels!" antwortete der Commarcher nur und schien diesem Ausdruck« nachzusinnen, als könne er hier einem Geheim­nis aus di« Spur kommen. Adolfs des Trommlers(laut aber hohl", wie seine Freunde sagen), zu danken?! Dann frei­lich wäre diesem deutschen Volk durch kein Moratorium und durch keine Revision zu helfen, dann wäre auch die Hoffnung von heute nur eine Illusion und die scheinbare Hilf« ein Schritt ins Verderben! lung für unsere Wirtschaftsnot verantwortlich zu machen. Der Jahresbericht des V. D. I. sagt dazu weiterhin. ... daß hier ein schwerwiegender und oft ver­hängnisvoller Trugschluß vorliegt... ... Richt im Fortschreiten der Technik, wohl aber in der an vielen Stellen mangelnden Fähigkeit, ihr« Ergebnisse der Wirtschaft in zweckvoller Form zugute kommen jfa lassen, sehen wir eine der entscheidendensten Ursachen für di« Not unserer Zeit. Den Ingenieur hie- ftir verantwortlich zu machen, lehnen wir ab, so lang« auÄchlaggeberwe wirtschaftliche Ent. schechungen seinem Einflußbereich entzogen bleiben." Dieser zweifellos richtigen Erkenntnis muß man unbedingt Anstimmen. Doch berührt es zu­mindest eigentümlich, wenn in der gleichen Nummer ein Konferenzbericht kommentaAos ab- gednuckt wird, in dem u. a.«in Bergafsesior in einem Vortrag folgendes sagt: ,Di« Arbeitslosigkeit laßt sich nur einschränken »oder ganz beseitigen durch Maßnahmen, di« die Sclbsckosten der deutschen Wirtschaft vermin­dern, also durch Fortsetzung einer nicht über­triebenen technischen und organisatorischen Ra- tionwlifierung, Herabsetzung der sozialen Lasten, der Steuern sowie der Rominallöhn« und Gehälter, durch Beibehal- rung oder Verlängerung der Ar. bei tS zeit....." Wir sehen also in den Kreisen der Techniker auf der einen Seite wohl die wachsende Erkennt­nis, daß die Entwicklung der Technk, also der Produktionsmittel, nicht mehr im Einklang steht mit der heutigen Form der kapitalistischen Wirt­schaft, di« als höchstes Ziel nur den Profit Ein- zelner oder einzelner Gruppen kennt und diesem zweifellossozialem" Zwecke alles zu unterwer­fe» gewillt ist. Auf der anderen Seite aber muß man die letzt« Konsequenz vermissen, nämlich den offenen Bruch mit dieser kapitalistischen Ord­nung, das entschiedene Eintreten für ein« grund­legend« Umgestaltung der wirtschastlichen Ver­hältnisse. Und in dieser Unfähigkeit, sich zu ent­scheiden, mag man nicht i« letzter Linie di« Ur­sache für die eingangs erwähnte politisch-wirt- schaflliche und soziale Teilnahmslosigkeit des Technikers, seine mitunter, wenn vor politi­schen Entscheidungen gestellt fast kindlich an­mutende Urteils- und Hilflosigkeit in solchen Dingen und ftin Aujgehen im Spezialistentum suche«, die, so gesehen, als eine Flucht aus der unbefriedigenden Wirklichkeit in die Welt der Technik erscheint. Es liegt aber durchaus nicht im Geiste der Technik, technische Entwicklung als Sekbstzweck zu betreibe«, wie ja auch der bekannte Raturwiflenschaftjsr Wilhelm Ostwald von einer ganz anderen Seite her zu der Erkenntnis kommt,daß man überhaupt nichts um seiner selbst willen betreibt, sondern ausschließlich um menschlicher Zlvecke willen." Der Techniker stößt bei seiner Arbeit ständig auf Henmmngen und Hindernisse von seiten der Welt da draußen, von der er sich zuruckzog und die ihn und sein« Arbeit mitunter in falsche, Clay machte sich mm ohne weiteres an dem Körbchen zu schaffen. Der Bastdeckel zeigte eine seltsame Zeich­nung. Beim ersten Hinsehen waren es nur wirre Linien. Aber je länger Nay darauf guckte, je mehr schien aus diesen Linien etwas hervorzu- wachsen. Nay sah das mit Staunen. Schließlich erkannte er«in Gesicht. Und dies Gesicht war eine deutliche Teufelsfratze. Alles Suggestion!" schrie Nah wütend auf, als ihm das Bild dieser Linien klar wurde. Es war alles sei«« eigene Narrheit. Er bildete sich diese Teuselsfratze ein. Der Commander hatte ihn angesteckt, und er war ein Waschlappen. Wütend starrte er aus das Bild. Aber es blieb. Keine Wut konnte das Ergebnis dieser Linienbildung weglöschen. Mit einem Much schleuderte er den Deckel beiseite. Der Teufel! Was barg dieses geheimnisvolle Kästchen? Nay war fast enttäuscht. Seine Erwartun­gen waren hochgespannt gewesen. Sein Mut auf alles vorbereitet. Und nun sah er nichts. Das Kästchen war scheinbar leer. Auch drinnen war es grell und bunt. Alle Farben sprangen durcheinander. Und trotz dem Schatten, der im Korb war. brannten die grel­len Färben. Nur etwas schien drinnen anders. Durch die ganze grelle Buntheit zog sich ein breites schwarzes Band. Ein Band, das wie eine dunkle Spiral« durch das Farbenspiel hin­durchging. Schon wollte Nay das Kästchen enttäuscht beiseite stellen, als etwas Unerwartetes geschah. Das schwarze Band fiel von der Buntheit oft und war ein dunkler häßlicher Klumpen und dann... stieß Nah einen Schrei aus und sprang von dem Kästchen zurück, daß er fast stolperte. Entsetzen war in seinen Augen und sein Ein glas fiel zu Boden. ganz untechnische Bahnen zu lenken bestrebt ist, bzw. den Efteti seiner Arbeit in Widerspruch bringt mit seinem Wollen. So lesen wir beispielsweise in einem Buch (Hanf st e n g l , Technisches Schaffen und Den­ken): Raubbau, auch an menschlicher Arbeitskraft, ist kein« Ausnützung im wirtschaftlichen Sinne." Wie sieht es aber damit in Wirklichkeit aus? Wirb nicht mit der menschlichen Arbeitskraft mehr als Raubbau getrieben, wenn die arbei­tende Hälfte der Werktätigen bei langer Arbeits­zeit und niedrigen Toynen vorzeitiger Er­schöpfung entgegengetrieben und die andere Halste aber aus dem Wirtschaftsprozeß über­haupt ausgeschaltet wird? Es ist zu erwarten, daß der Techniker aus seinem individualistischen Spezialistentum her­ausfindet und gemäß der zielstrebcuden konstruk­tiv-schöpferischen Einstellung seines Denkens und Handelns endlich auch daran geht, die Ge­staltung seiner Umwelt, das ist in erster Linie der Wirtschaft, nach seinem Geiste, also dem Geist« der Technik, in die Hand zu nehme«. Zweifellos wirb er hiebei auf die Hilst des arbeitenden Dolles rechnen können, das in erster Linie an der Umgestaltung der Wirtschaft im technischen, d. i. in einem wahrhaftsozialen" Sinne, interessiert ist. Jng. O. K. Sechs Monate Serler für ei» ver­schmierter Schulheft! Die LondonerTimes",«in konservativ­bürgerliches Blatt, das wahrhaftig«her Sym­pathien für die F a sc isten als für ihr« Gegner hat, veröffentlicht ohne Kommentar folgenden Bericht seines Korrespondenten aus Rom : Ueber ein bemerkenswertes Nachspiel zu der Schließung der Jugendorganisation der Katho­lischen Aktion berichtet der(päpstliche)Osser- vatore Romano": Ein« Bolksschullehrerin in Poggiomarino bei Sarno bemerkt«, daß auf dem Schulheft einer ihrer Schülerinnen das Bild Mussolinis mit Bleististverschmiert war. Die Lehrerin meldete dies sofort dem fascistischen SÄretär, des Ortes, der seinerseits der Pvlizei Mitteilung machte. Die Besitzerin des Heftes, ein kleines Mädchen danach t Jahren, wurde einvernommen und erklärte, sie habe es getan, weilsie sich über die Schlie­ßung des katholischen Mädchenvereines geärgert habe. Sie fügte hinzu, daß fie von Fräulein Buonaeura, der Vorsitzenden des Vereines, dafür streng getadelt worden sei. Der Kommandant der Karabinier«(Polizei) wollte die Sache auf sich beruhen lassen, ließ sich aber durch wiederholtes Drängen des fascistischen Sekretärs zu einer anderen Haltung bHimmen. In der Folge wurde, wie derOsservatore Romano " erzählt, dem Kinde eine Beschul­digung gegen Fräulein Buonaeura abgepreßt, die daraufhin angeklagt Vitrde, dieTat" das Beschmieren des Heftes an­gestiftet zu haben. Fräulein Buonaeura wurde verhaftet und mit ihr^pigleich Fräulein Annunziata, die Kassierin des Vereines. Die beiden Frauen würben zuerst nach Pompeji und dann nach Poggioreale ins Gefängnis gebracht und hierauf in Neapel vor ein Gericht gestellt, das sie zu sechs Monate» Kerker verur­teilte.. Es wurde ihneu nur eine bedingte Strafmilderung zugestanden, was bedeutet, daß sie nicht das voll« Maß der Strafe werden ab­sitzen müssen. Der schwarze Klumpen hatte sich wieder entrollt und war mit einem zischenden Laut in die Höhe gefahren. Direkt auf Nay zu.., Der Teufel! Eine Schlange!" schrie er auf und fühlt« wieder das unangenehme Gefühl in der Magengrube. Der nackt«, schwarze Leib der Schlange reckte sich zur Hälft« aus dem Kästchen. Sie wiegte den Oberkörper wie nach dem Takte einer unhörbaren Melodie, und ab und zu züngelte di« Bestie und stieß ein hohes Pfeifen aus. Das Biest... ist... giftig?" rief Nay und packte den Commander an der Schulter und riß ihn zu sich herum. Der Commander hakte wie geistesabwesend aus dem Fenster gestarrt. Jetzt zuckte er Msammen. ,Mstig? Wie?" Nun frä er die Schlange. Es war, als gebe ihm der Anblick einer offen­sichtlichen Gefahr den alten Muk zurück. Ein Lächeln lief sogar lrm seinen Mund und in die grauen Augen trat ein Leuchten, das sie fast schön machte. Es war jenes mutige Leuchten, das Kampf in allen furchtlosen Menschen auslöst. Er nahm den hevuntepgefallenen Deckel und schlug mit einer blitzschnellen Bewegung Kopf und Oberkörper der Schlange in das Kästchen zurück. Das Zischen wurde so stark, daß Nay noch einen Schritt werter zurücktrat, trotzdem er schon eine gute Entfernung zwischen sich und das Kästchen gebracht hatte. Giftig?" Der Commander schloß dabei das Kästchen. Schlimmer als Kobragift..." fuhr der Commander fort. Also tödlich?" sagte Nah, und er fühlte, daß das Entsetzen noch die Hand um seine Gur­gel gelegt hielt. Schlimmer als tödlich..." sagte der Com­mander und stieß das Kästchen in eine Schranktür. (Fortsetzung folgt.)