Der Neichstag
Deutsches Reich.
Zwischen Himmel und Hölle.
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striren. Wir kennen ja unseren Rammhoff vom großen Sozialistenprozeß her, und wir kennen auch die Anarchisten- Attentatšriecherei der jüngsten Zeit. Letztere scheint ja nun freilich fläglich im Sande In der Budgetkommission begeben sich sonderbare Vorkommnisse. verlaufen zu sein, aber was thut's besser etivas zu viel, als zu beschäftigte sich heute mit dem Justiz Etat- und die Das Zentrum, die Trumpf- Partei, hat die Artillerieforderungen der wenig, wird sich wohl die Regierung sagen." Regierung, welche den Haupttheil der neuen Militärvorlage aus- Die ganze Einrichtung kennzeichnet wieder so recht die Rück Justiz gleicht nicht jener musterhaften Frauen, von denen man machen, bewilligt, und sein Verhalten hat die Annahme gerecht- ständigkeit und Arbeiterfeindlichkeit der preußischen Regierung. Eine nicht spricht, weil kein Fehler an ihnen ist. Im Gegentheil, fertigt, daß es sich auch bei den übrigen Positionen der Vorlage Sonderpolizei zur leberwachung der Arbeiterdie deutsche Justiz nimmt zwar öffentlich die Unfehlbarkeit entgegenkommend zeigen werde. bewegung. Welch' glänzende Aussichten eröffnen sich da für für sich in Anspruch, weiß sich insgeheim aber so fehlbar, daß Heut aber find die Mitglieder des Zentrums in der Budget- strebsame Bolizisten, gewissenlose Spigel und Denunzianten, die ja fie vor der Kritik eine entfeßliche Angst hat, und hinter einem fonmission- Herr Lieber war allerdings nicht anwesendum bestrebt sein müssen, ihren Auftraggebern den Nachweis zu führen, allerdings noch ungeschriebenen- Majestätsbeleidigungsgefallen und zur Abwechslung auf die Oppositionsseite. Sie haben daß ihre Eristena erforderlich sei. Und auf ihre unkontrollirbaren Paragraphen Schutz sucht. Außer der Person des Kaisers inter Gröber's Anführung gegen alle Kavallerievermehrungen ge- Angaben stigen sich dann Regierungsvorlagen, wie die des Umsturzist nur noch die Justiz im Reichstag der Kritik ent- timmt, welche die Regierung schon in der Tasche zu haben glaubte. gefeges und des Buchthausgesetzes.- Der Kriegsminister machte ein gar erstauntes Gesicht, als er diesen zogen. Nicht die Einrichtungen der Justiz, aber die Gang der Handlungen und Abstimmungen ansehen mußte. Zu der Gesetzgebungskampagne gegen die Waarenhäuser Urtheils fprüche der Justiz. Auch mit diesem Gebrauch, schreibt die„ Nordd. Allg. Ztg.":" Im Gegensage zu einer BlätterDer Kriegsminister wird die Sache nicht zu tragisch nehmen. meldung, wonach der in der Landtags- Thronrede angekündigte Gefezwelcher eines ernsthaften Parlaments unwürdig ist, muß der Denn Herr Gröber erklärte ausdrücklich, daß die Kommissions- entwurf, betreffend die Besteuerung der großen Waarenhäuser, Reichstag endlich einmal brechen, wenn er nicht selbst als mitglieder nur für ihre Person stimmten und der Zentrumsfraktion bereits derart gefördert wäre, daß er demnächst dem AbgeordnetenVolksvertretung abdanken will. Die heutige Sigung, in der freie Hand bleibe. Aber auch die Kommiffionsmitglieder selbst be hause zugehen werde, erfahren wir, daß der betreffende Gefeßentwurf bon mancherlei Angelegenheiten der Justiz in bunter Folge die halten ja freie Sand, ist nicht das erste Mal, noch den Gegenstand weiterer Berathungen bildet, und daß sich Rede war: von bedingter Berurtheilung und be- daß Kommissionsmitglieder au Tage noch ein Ja gemacht, baben. Der nog nicht übersehen läßt, wann derselbe dem Landtage dingter Begnadigung, von Richternoth, von Entschädigung Serr Kriegsminister braucht nur mit neuem, womöglich geheimem vorgelegt Unschuldig Verurtheilter-zeigte recht deutlich die Roth- und allergeheimstem Material aufzuwarten und das Bentrum frißt Dem Zentrum, der regierenden Partei, gegenüber, ist die Rewendigkeit eines fräftigen Protestes gegen diese Selbstknebelung ihm aus der Hand. Scheint es doch vor den Wählern alsdann gierung von einer hinreißenden Liebenswürdigkeit. In Osnabrück des Reichstags. Geitosse Gradnauer, der zum ersten wieder gerechtfertigt! ist ein Bischofssig vakat und die„ Germania " hatte davon gesprochen, die Aufregung dortselbst und in der Diözese wegen der Verzögerung der Bischofswahl wachse zusehends. Die Zurückhaltung der Kandidatenliste in Berlin finde man unbegreiflich; die bedauerlichsten Gerüchte feien in linea sich die Regierung in der„ Nordd. Allgem. Ztg." Dazu beeilt
Später aus einem Nein
und es
Dr. Peters,
"
submissest folgende Erklärung abzugeben:
tarische Aeußerung, daß es ein„ Mißbrauch der Redefreiheit cr sie selbst reflamehaft übertreibt. Er will vor allem desto lieber ist es ihr."
der interessante leberkerl sein,
"
jeglichem
aus
Male bas Wort ergriff, brachte Justizblüthen aus Das Zentrum schwankt auf und ab, hin und her zwischen Links Sachsen, das an solchen bekanntermaßen unerschöpflich und Rechts, zwischen der Oppositionshölle und dem Regierungsift. Er erzählte unter Anderem, wie bei der letzten himmel. Wahl zu den zahllosen Versuchen, die Wahlfreiheit und das Doch seien wir getröstet, die Regierungswonnen schmecken zu füß. Reichsgesetz durch Polizeimaßregeln aufzuheben, in der Dafür wird man auch ein Dutzend Eskadronen Kavallerie und ähnHauptstadt Dresden ein neuer hinzugekommen ist: Die liche Kleinigkeiten bewilligen. Oder sollte das Zentrum in dieser Frage doch einmal den Muth Bischofswahl in Berlin fanum feine Rede sein. Unverzüglich nach ,, Von einer Zurückhaltung der Kandidatenliste für die Osnabrücker Wegnahme von Wahlflugblättern und Bestrafung der Ver- der Standhaftigkeit beweisen? theiler, weil durch die Vertheilung der Flugblätter Eingang der Liste hat die Regierung die erforderlichen Ermittelungent die Verkehrsordnung und öffentliche Sicherheit bedroht sei. über die einzelnen Kandidaten angestellt. In einem Falle ist nach Gradnauer streifte auch das Dresdener Buchthaus- Urtheil, der große Afrikaner, im Wolfsmund als Sängetari bekannt, hat, Gingang des betreffenden Berichtes noch eine Rückfrage nothwendig wie unser Reichstagsbericht des Näheren ergiebt. Der bevor er für englische Kapitalisten nach Afrika geht, eine gewefen. Sobald das Material beisammen ist, wird die Entfächsische Bevollmächtigte Rieger, General Staats- publizistische Abschiedsvisite feinen Europäern abgestattet. Peters ist scheidung herbeigeführt werden. Uebrigens ist die seit Eingang anwalt, schien sich im sächsischen Landtag zu glauben, der Typus eines renommistischen Scheusals. Seine Schändlichkeiten der Liste verstrichene Zeit nichts weniger als auffallend lang. Die königliche Staatsregierung hat an der Vakanz in Osnabrück fein und erregte allgemeinen Unwillen durch die unparlamen- find freilich schlimm genug, aber noch nicht so schlimmt, wie Interesse. Je schneller der bischöfliche Stuhl dortselbst besetzt wird, sei, richterliche Urtheile zu kritisiren". von der frei Zur Ordnung moralischen Skrupel ! nur feine große Persönlichkeit Es ist auffällig, von wie verschiedenartigen Interessen die ReZur Ordnung! rief die Linke, Herr Rieger wurde knieschlottrig, lebt. Wegen dieses renommistischen Triebes braucht man auch gierung befeelt ist, einerseits, wenn es sich um die Beſegung eines und Herr Frege, der den Vorsiz hatte, war rathlos. Es die Enthüllungen nicht allzu ernst zu nehmen, die er in seiner Bros Bischofftuhles, andererseits, wenn es sich um die Bestätigung des Bro- Berliner Oberbürgermeisters handelt. Während sie dem Zentrum wurde ihm aber so kräftig bedeutet, daß er die Würde des schüre Mißbrauch der Amtsgewalt" zum Besten giebt. erklärt, daß ihr die schnelle Wiederbefezung des Bischofstuhles exReichstags gegenüber dem sächsischen General Staatsanwalt Ganz ahlwardtisch ist die Erzählung von seiner Attentiste. Peters wünscht ist, ist von Seiten der Regierung im Parlament erklärt zu wahren habe, daß er diesem nach viertelstündigem Besinnen behauptet, daß er von 1894 an in Berlin polizeilich überwacht worden, bei der Bürgermeisterbestätigung fäme es auf ein paar erklärte, er habe nicht das Recht, zu entscheiden, was sich im worden sei: mapid ni Reichstag schicke; allein Herr v. Frege hielt es auch für noth-" Theilweise, um dieser widerlichen Spionage zu entgehen, Wochen absolut nicht an. Sonderbare Gegenfäße.- wendig, unt seine Kühnheit auszugleichen, Gradnauer siedelte ich 1896 nach England über. Nun begann eine ebenso Die ,, Konservative Korrespondenz", die Zentralspeiseanstalt zur Ordnung zu rufen, weil er ein richterliches Urtheil so imheimliche Ueberwachung meiner Korrespondenz. Viele meiner für die gesammte Kreisblätterwelt, bietet in ihrer legten Nummer scharf getadelt habe. Briefe verschwanden überhaupt, eine Reihe anderer trug allerlei Erbauliches. Zunächst ist das amtliche Organ der konserunverkennbar Spureit des Gröffnetieins. Dies war bebativen Partei zu Tode betrübt, daß sich die Präsidentenwahl in sonders schlimm im Winter 1896/97. Ich war schließlich ge- Frankreich so glatt und geräuschlos vollzogen hat, ganz ohne Schwierignöthigt, mich für wichtigere Korrespondenzen einer Deck- feiten, wie etwa beim höchstmonarchischen Thronwechsel in Lippe. adresse zu bedienen. Ein besonders ellatanter Fall war llud in ihrer kaum verhaltenen Leidenschaft für Staatsstreiche der Diebstahl meiner Attentiste. Im Dezember 1896 jammert die„ Korrespondenz": schickte die Firma v. d. Heydi u. Co. in Berlin eine Kiste mit Atten für mich ab, welche ich theilweise für meine Bertheidigung in dem Prozeß, mit welchem die Herrent Hellwig und Genossen mich bedrohten, nöthig hatte. Die Stifte war eingeschrieben und versichert, wie ich es angegeben hatte, lag also im Verwahrsam der deutschen Sonderbar, sehr sonderbar, wie sich ein tonservatives Poft. Schon nach zwei Tagen erhielt ich die Mittheilung von Organ so traß und nackt für Hochverrath begeistert! Es nennt v. d. Heydt's, daß meine Aktenkifte vom Hamburger Bahnhof den getvaltsamen Umsturz harmlos: die Regierung überin Berlin ouf räthselhafte Weise verschwunden sei. Nach nehmen! einigen weiteren Tagen erfuhr ich von derselben Firma, die Kiste fci erbrochen in einem Hof der Wilhelmstraße aufgefunden und ihnen durch einen Bolizisten wieder zugestellt worden. Gott sei Dank hatte ich meine wichtigen Akten dieser Riste nicht anvertraut, aber ich vermißte hernach aus meinen Dofinmenten unter Anderem mehrere Privatbriefe des Herrn Kayser, ein sehr wichtiges Schreiben des Herrn von Bülow vont Kiliman dscharo an mich und andere. Alle diese Dokumente waren sehr werthvoll gegenüber der Anklage. Ich bin nicht in der Lage, irgend jemanden des Diebstahls und der Eröffnung meiner Aftens liste zu zeiben. Aber daß eine Hand dabei im Spiele gewesen ist, welche ein Interesse an meinem Prozeß hatte, und zwar ein mir feindseliges, das unterliegt wohl feinem Zweifel." Fehlt nur noch die Angabe: in welchem Hofe der Wilhelm- beleidigung ist vom Reichsgericht verworfen worden.- Straße.
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Nun der Reichstag wird mit Herrn Frege wohl noch ein Wörtchen reden.
Morgen Fortsetzung des Justiz- Etats.
Preußischer Landtag.
Seute hielten beide Häuser des Landtages Eizungen ab. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in zweiter Lesung den Justizetat, wobei sich nochmals eine Debatte darüber entspannt, wer das Recht hat, bei der Reichstagswahl die Wahllokale zu betreten. Der Justizminister Schönstedt vertrat unter Berufung auf die wiederholten Beschlüsse des Reichstages und auf eine Entscheidung des Kammergerichts in durchaus zutreffender Weise den Standpunkt, daß jeder Wähler das Recht habe, die Wahllokale zu besuchen und daß eine Ent fernung aus denselben seitens des Wahlvorstehers ohne Grund ungefeßlich fei. Das paẞt den Junkern, die aus leicht ersichtlichen Gründen bei der Wahl gerne unbeobachtet sind, natürlich nicht, und so ließen sie damit Herrn v. Erffa erklären, daß die Entscheidungen des Reichstags für sie nicht kompetent seien und daß die Wahlvorsteher für sich das Recht in Anspruch nehmen dürften, jeden, der das Wahllotal betritt, nach seiner Legitimation zu fragen. Wir können uns also- nach dem heutigen Vorstoß der Junker zu schließen bei der nächsten Wahl auf noch gröbere Ungesetzlichkeiten gefaßt machen, als sie jetzt schon an der Tagesordnung sind.
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Aus der übrigen Berathung des Justizetats ist nur die Annahme eines von Vertretern aller Parteien unterzeichneten Antrages zu erwähnen, in dem die Regierung aufgefordert wird, noch in dieser Tagung einen Gesezentivurf vorzulegen, durch welchen unter voller Wahrung der dienstlichen Interessen den älteren Richtern aus Anlaß des Inkrafttretens des Bürgerlichen Gesetzbuches , feiner Rebengefeße und der Ausführungsgesetze der le bertritt in den Suhestand erleichtert wird.
Zum Schluß spielt sich Beters auf den„ Niedergehezten" auf. Die heroische Pose macht Peters vollends zum Clown.
Freiherr v. d. Recke v. d. Horft wird wieder einmal feines Amtes verlustig erklärt. Diesmal fomunt uns das Heil aus Pofen. Morgen: Vorlage betreffend das Bernsteinregal und Etat der Die„ Poiener Zeitung" hat es glaubwürdig erfahren, daß die festFinanzverwaltung. stehende Berabschiedung des Ministers des Innern sich nur verzögere, Das Herrenhaus, das heute nach längerer Pause wieder weil noch einige Umzugsschwierigkeiten zu überwinden seien. zu einer Sigung zusammentrat, erledigte meist debattelos eine Reihe Wenn Herr v. d. Stecke geht, so giebt das int Ministerium eine Heinerer Vorlagen und überwies den Geschentwurf betreffend bedenkliche Lücke", und dies herbeizuführen, für so leichtsinnig den Charfreitag an eine Kommission von 15 Mitgliedern. Behalten wir die Kollegen nicht. v. d. Rede ist neben Hammerstein merkenswerth ist, daß auch dieses Haus den verstorbenen Minister der Vertrauensmann unserer regierenden Gesellschaft. Warum sollte präsidenten Graf Caprivi eines Nachrufs nicht für würdig bes man ihn gerne ausweisen?- funden hat.
Morgen: Kleinere Vorlagen und Kommunalbeamtengeset.
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Die Sklavenzuchimoral der Kreuz- Zeitung " erkennt man anschaulich aus einer polemischen Bemerkung des Blattes über die Halensee 'er Bautatastrophe. Es sei gar nicht Sache der Arbeiter, in Hinsicht der Bausicherheit Garantien zu bieten; das sei Sache der Bauunternehmer und Bauleiter.
in
wundern.
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Hätten die Franzosen einen, das Vertrauen des Landes genießenden monarchischen Prätendenten, so würde dieser längst die Regierung übernommen haben, denn man sehnt sich in weiten Kreisen Frank reichs nach stetigen Verhältnissen."
Im Uebrigen ist die Nummer der Sozialdemokratie gewidmet. Da wird u. A. behauptet:
Vor dem Bestehen einer starken sozialdemokratischen Agitation waren ja auch die Roheitsverbrechen seltener, Verrohungen der Jugendlichen kaum zu spüren."
Die Kons. Korresp." sollte doch endlich den Muth haben, ihren Gläubigen zu verrathen, daß die Rohheitsverbrechen prozentual dort am üppigsten wuchern, wo die Junker Alleinherrscher find. Das ist auch ganz natürlich, denn die Junker haben ja die Religion der„ ungebrannten Asche" und bekämpfen jede Tendenz gegen die Rohheit als Humanitätsduselei.-
Die Revision von Maximilian Harden gegen das auf sechs Monate Festung lautende Urtheil des Landgerichts I wegen Majestäts
Schnellste Justiz. Wir berichteten dieser Tage, daß sich die Bosener Justizbehörden in einer Beleidigungsklage des Posener Oberpräsidenten gegen einen Zeitungsredakteur der größtmöglichen Schnelligkeit befleißigt haben. Jegt ist auch schon die Verhandlung gewesen und das Urtheil gefällt. Aus Posen wird vom Dienstag gemeldet:
Bofener Zeitung", E. Goldbed, wegen Beleidigung des Oberpräfi Die Hicfige Straffammer berurtheilte den Chefredakteur der denten, begangen durch einen Artikel in der„ Pofener Beitung", be= titelt Die starte Regierung", zu 2 Monaten Gefängniß und Tragung der Kosten. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate beantragt. Oberpräsident Frhr. v. Wilamowig- Möllendorff wurde als Zeuge
bernommen.
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Eine Art Schieß und Sieb Erlaß scheint auch von dem Justizministeriumt ausgegangen zu sein, ein Erlaß, der im Interesse der höchsten Humanität es den Staatsanwälten und Nichtern zur Pflicht macht, nicht etwa blind zu schießen und flach einzuhauen, sondern gleich tüchtig loszugehen.
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Der wahre Grund. Man schreibt uns:„ Die Angelegenheit der„ Ehrung" „ Es ist also nicht die Aufgabe der Sozialdemokratie und ihrer In einer Versammlung zu Frankfurt a. M. hat Genosse der Märzgefallenen im Zusammenhang mit der Nichtbestätigung Organisationen, sondern die des Staates und der Gejezgebung. Dr. Quard auf diesen schärferen Wind" hingewiesen. Während des Berliner Oberbürgermeisters hat ganz die Art eines die nothwendigen Garantien zu schaffen; denn das wäre doch seiner zwölfjährigen politischen Thätigkeit habe er nur zwei Schildbürger oder Abderitenschwantes gewonnen, deren Opfer wohl eine verkehrte Welt, in der die Arbeiter als Aufseher über Geldstrafen bekommen, aber feit etwa einem halben Jahre der klägliche Liberalismus mit feiner jämmerlichen Revolutions. die Betriebsleiter gescht würden." häufen sich Anklagen auf Anklagen. Redner speziell könne verleugnung ist. Man macht sich über dieses aufrecht und Kreuz- Zeitung " besteht darin, daß die Bauschwindler Herren auch Majestätsbeleidigung, Gewiß, die unverkehrte göttliche Weltordnung der von fünf Untersuchungen gegen ihn berichten( eine wegen zwei wegen Militärbeleidigung, eine mannesbrüftig demuthvollst hinsterbende Bürgerthum luftig: dem Hause find, das über den Arbeitern zusammenbricht wegen Richter und eine wegen Geistlichen- Beleidigung). bie das ist die ganze Erklärung der Kleinlich lächerlichen Affäre. Wir haben den lebhaften Eindruck, daß man in Regierungs. Werkzeug, beileibe nicht ein gleichberechtigter Mitarbeiter. Der Arbeiter der Kreuz- Zeitung " ist eben nur eine Sache, ein gegen ihn seit Kurzem anhängig gemacht wurden. Die schärfere VerEr hat folgung der Redakteure sei ein Symptom unserer politischen Ver freifen die ganze Angelegenheit der Märzgefallenen als eine das Recht und die Pflicht, die Sünden der Unternehmer am eigenen hältnisse. spannende Beluftigung des Verstandes und Wiges auffäßt. Leibe zu büßen, aber es wäre eine verkehrte Welt, wein er eine solchem Paragraphenkrieg? Wir sind längst an schlechte Behandlung Versprechen sich die herrschenden Klaffen wirklich Erfolg von Man erachtet es als einen netten Zeitvertreib, zu beobachten, Herren" kontrollirte. Dazu hat- um mit dem Landwirthschaftswas die guten Berliner anfangen werden, wenn man oben minister zu reden Gott die Arbeiter auf den Bau gesetzt, daß sie gewöhnt, und es ist unsere Natur, um so fräftiger zu gedeihen, je einmal nicht will. Die Frage jener Ehrung ist offenbar die Weisheit der Betriebsleiter treu, fleißig, ehrlich und stumm be- nehr unsere unberufenen Aerzte den Doktor Eisenbart als den Helden der rettenden Heilmethode verehren. nur ein Vorwand. Denn im Ernst können wir uns nicht vorstellen, daß irgend ein Mensch so rückständig Mit der Ueberwachung der Arbeiterbewegung in den daß er die gewaltige geschichtliche Thatsache der Industriebezirken sind durch Ministerialerlaß besondere BezirksEin Vorftok gegen die reichsländische Sozialdemokratie. 1848 er Revolution, der Preußen seine Verfassung und Deutsch- tommissarien betraut worden. Diese Einrichtung, die bisher für den Eine Hauptaltion gegen die Landesorganisation der Sozialland einen Ursprung seiner Einheit verdankt, nicht als für die Regierungsbezirk Düsseldorf bereits provisorisch bestand, ist nun demokratie Elsaß - Lothringens ist, wie wir gestern schon berichteten, in Vorbereitung. Die Thatsachen selbst sind bekannt. Die Absicht Fortentwickelung unserer staatlichen Entwickelung nothwendig und durch folgenden Erlaß des Ministers bestätigt worden: gedeihlich anerkennt. Und weiter möchten wir niemanden Auf den Bericht vom 10. Januar dieses Jahres genehmige der Behörde ist offensichtlich, die Organisation der reichsländischen ich, daß in den Regierungsbezirken, in denen die Verhältnisse Sozialdemokratie unter der Behauptung ihrer Ungefeglichkeit zu für so furchtsam halten, daß er sich vor den Schatten jener es erforderlich machen, zunächst in den Regierungsbezirken sprengen. Die gegenwärtige Organisationsform der reichsländischen Helden nach 51 Jahren noch ängstigt. Arnsberg und Düsseldorf , den Regierungspräsidenten in Sozialdemokratie besteht schon seit 1891, ohne daß bisher jemand Angelegenheiten der Landespolizei Bezirks- Polizeikommissarien mit daran gedacht hätte, den Leitern den Prozeß zu machen, dem Range der Polizei- Inspektoren beigegeben werden." Sie beruht, wie die der deutschen Gesammtpartei, auf den Wir wüßten nicht, welche Vorkommnisse zur Begründung Vertrauensmännersystem, neben welchem, um den dieser Maßnahmen angeführt werden könnten. Die Arbeiter Bedürfnissen Parteigenossen nach lokaler Organisation auch des Wupperthals erstreben ihre Ziele in durchaus zu genügen, unabhängig b011 den Vertrauens gefeßlichen Formen. Als Bezirkskommissar ist der bekannte personen und ohne Verbindung unter einander Polizeikommissar Kammhoff angestellt worden. Herr Kammoder mit der seit 1897 in Straßburg liegenden hoff, so bemerkt dazu die Elberfelder Freie Preffe". 8entral stelle, Klubs bestehen von nicht über 20 Mitgliedern, welcher die Etelle bis jetzt provisorisch bekleidete, hat sicher sein Sie, weil sie einer behördlichen Genehmigung nicht bedürfen, auch Bestes gethan, um die Nothwendigkeit dieser Einrichtung zu demon- der polizeilichen Ueberwachung und Kontrolle entzogen sind.
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Damit aber bleibt nur eine Möglichkeit, um die beispielTosen Vorgänge zu erklären. Man suchte einen Konflikt, um den unbeliebten Berlinern einmal zu demonstriren, wer Herr im Hause sei. Und die Neugierde, wie sich die Berliner aus der Affäre ziehen würden, mag wohl der Gegenpartei ein sportshaftes Jutereffe einflößen."
Das mag eine falsche Erklärung sein, aber sie hat den Werth eines Stimmungsbildes.
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