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Ginzelpreis 70 Heller.

ozialdemokrat

Zentralorgan 6. Deutschen ſozialdemokratiſchen Arbeiterpartei i.d.Ifthechoſlowakischen Republik

11. Jahrgang.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.

Rebaition wab Berwaltung: Brog IL, Relisanta 18 Lelesben: 26795, 31469( atrebation): 26797 Belihedamt: 57544

Gamstag, 19. Geptember 1931

Nr. 219.

Juden und Kapitalisten als Geldgeber Sozialdemokratie und Gemeindeverwaltung.

der Hafenkreuzler.

Der Berein Ascher Textilindustriellen empfiehlt die Unterstützung

Der Nationalsozialisten.

Wir haben immer wieder darauf hin­gewiesen, daß die Nationalsozialisten, diese ärgsten Feinde der Arbeiterklasse, im Solde der Kapi­talistenklaffe stehen. Wir sind heute in der Lage, den strikten Beweis dafür zu liefern und an Verein der Ascher Textilindustriellen Asch. Rr. 184.

Betr. Spendengewährung.

einem Beispiel nachzuweisen, daß die Haten­frenzler von den Unternehmern finanziert wer­den. Das nachstehende Schreiben, das uns in die Hände geraten ist, spricht geradezu Bände:

Rundschreiben.

Afd, am 27. August 1931.

Die nationalsozialistische Arbeiterpartei veranstaltet am tommenden Sonn­tag in Schönbach bei Asch ein Fest, verbunden mit einem Glückshafen. Zu die sem Zwecke wandten sich die Veranstalter an die einzelnen Mitgliedsfirmen um Zuwendungen von Spenden. Beschlußgemäß haben die betreffenden Firmen die Spendenwerber an den Verein gewiesen, bei welchem eine Vorsprache des Obmannes der genannten Partei erfolgte.

Auf Grund einer telephonisch hergestellten Umfrage bei den Vorstandsmit­gliedern wurde beschlossen, mit Rüdsicht auf den besonderen Zwed, diese Spendensammlung von dem gefaßten Beschlusse wegen gemeinsamer Spendenleistung auszunehmen und die Sammlung von Spenden für den Glücks­hafen des erwähnten Festes freizugeben.

Die betreffenden Spendensammler, die fich als solche entsprechend legi­timieren werden, werden sich daher erlauben, in den nächsten Tagen die ein zelnen Firmen um die Gewährung einer Spende für den genannten Zweck zu ersuchen.

Sochachtungsvoll

Verein der Ascher Textilindustriellen.

Der Obmannstellvertreter: Hermann Singer.

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Der Sekretär: Julius Merz .

Nach jahrzehntelang durch die Sozial-[ ihr Einfluß vorhanden war, ein Aufbau, wie demokratie mit allen Mitteln geführten ihn keine Gemeinde und kein Bezirk in frü­Kampf gegen das schandvolle Wahlunrecht für heren Jahren kannte. Theoretisch und praktisch die Selbstverwaltungskörper brachte der Zu- in der Verwaltungsarbeit ungeschulte Metall­jammenbruch des Weltkrieges auch in der neu- arbeiter, Tischler, Buchdrucker, Fabritsarbeiter, geschaffenen Tschechoslowakei für die Gemein- Taglöhner und in der Hauswirtschaft tätige den das allgemeine, gleiche und direkte Wahl- Frauen meisterten in furzer Zeit die ihnen recht. Damit war der nach dem Absolutismus übertragenen Aufgaben und ihre Leistungen sechs Jahrzehnte währenden einseitigen Inter - spotteten der gegnerischen Schadenfreude, die essenpolitik des wohlhabenden Bürgertums in schon auf den Zusammenbruch infolge Un­den Städten und der Großgrundbefizer, Groß- fähigkeit der neuen Verwalter wartete. Ueber­bauern und Geistlichkeit am Lande ein verdien- all stehen die Zeugen ihrer Tätigkeit. Langjam tes Ende gesetzt. Die Tore der Rathäuser schwand unter der Arbeiterschaft die infolge mußten im Juni 1919 für die Vertreter der langer Wachtlosigkeit entstandene Gleichgültig­Arbeiterschaft geöffnet werden. In den Ge- feit, das Interesse an der Gemeindepolitik meindestuben mußten die erbgesessenen Herren wuchs und ist erfreulicherweise so im Steigen des Adels den Holzhauern, Landarbeitern und begriffen, daß den bürgerlichen Parteien davor Häuslern Platz machen. Alle politischen Vor- Angst und bange wird. rechte der Besitzklasse waren verschwunden. Nur der ohrmächtige Haß der so jäh von hohen Piedestahl des Alleinherrschers in Be zirk und Gemeinde herabgeholten Besitzklasse blieb übrig.

Vor einer Wahl wird das Bürgertum und seine Vertreter besonders nervös und unsicher. Da finden sich alle in der Klage über die deutsche Uneinigkeit, über die Zer­splitterung des Bürgertums und vor Wie schön hatten es sich doch die besitzen allem im Kampf gegen die ver den Stände in den Selbstverwaltungskörpern haßte Sozialdemokratie. Die Par­eingerichtet! Ihrer Interessenvertretung stand teien des großen Haus- und Grundbesiyes, feine nennenswerte Opposition im Wege; denn deren ,, völkische" Einstellung einer engen Ver­die Vertreter des ersten und zweiten Wahl- bindung mit den jüdisch- tschechischen Banken förpers mit den Virilisten hatten stets die ge- und reichen, bodenständigen, fremdnationalen ficherte Zweidrittelmehrheit. Der Geist des Großkapitalisten feinerlei Hindernisse bereitet, Spießertums und der Proßenwirtschaft konnte finden sich zu Wahlgemeinschaften, schaffent sich ungehemmt entwickeln. Was in den Dör Arbeiter"-Kandidatenlisten, die sie mit ihren Wenn man dieses Schreiben liest, erfährt| selbstverständlich freudig zugestimmt. Gott , was fern der Krämer oder der Herr Pfarrer tat, eigenen Listen koppeln und betteln um die man daraus, daß die Ascher Textilindustriellen tut man nicht alles für die Halenkreuzler, geseg besorgte in der Stadt der Advokat oder Bau Stimmen der Dienstboten" und Arbeiter, die nicht etwa aus eigener Initiative heraus eine net, dreimal gesegnet seien Jung, Krebs und meister. Es waren meistens nur Cliquen, die sie sich die ganze Zeit hübsch vom Leibe halten. Unterstüßungsaktion für das Heer vom Haken- Knirsch.( Der Herr wende ihnen sein Antlig zu gegeneinander im Streit um den größten Brok Die ganz extremen Rechtsparteien, zu denen frenz eingeleitet haben. Auch das wäre genug, und gebe ihnen den Frieden.) fen aus der großen Schüssel lagen, die Inter - sich die abgetakelten Offiziere und Adeligen denn es würde aufzeigen, wen die Herren Wahrscheinlich brauchen die Herren Natio Fabrikanten ihrer finanziellen Unterstüßung für nalsozialisten das Geld dringend für die Wahlen. effen der Allgemeinheit wurden wenig, die geschlagen haben und die gegenwärtig noch Fabrikanten ihrer finanziellen Unterstüßung für nalsozialisten das Geld dringend für die Wahlen. Wünsche der Arbeiterschaft überhaupt nicht eine Anziehungskraft auf die politisch und ge­mert erachten, von wem sie annehmen, daß die Hei, wird das einen fröhlichen Wahl­Intereffen der Kapitalistentlasse am besten ge- fampfgeben mit Juden- und Rapi- beachtet. Den kleinen Gruppen war es um die schichtlich ungebildeten, dafür aber umso phan­wahrt werden. Aber die Sache liegt noch viel talistengeld! Da läßt sichs fein auf die Vorteile der in ihnen vereinigten bodenstän- tafievolleren jungen Schwärmer für ein drit­ärger: Die Nationalsozialisten sind Sozialdemokratie schimpfen und mit der einen digen Familien, dem Großgrundbesitz und der tes Reich ausüben, versuchen mit allen jenen die jüdischen und christlichen Tertib Hand drohen, während die andere offengehalten Kirche um die Erweiterung ihrer Macht und eine einheitliche Phalanx zu bilden, denen int firmen um Geld angegangen. Die wird für die reichen Spenden der Juden und Vermehrung des Besitzes zu tun. Der Haus Kampfe gegen die Sozialdemokratie jedes Herren Fabrikanten haben nun die mit dem Kapitalisten. herrenstandpunkt konnte sich voll ausleben. Mittel vecht ist. Sie sprechen von deutscher Hakenkreuz abgestempelten Bittsteller an ihren Die gesamte deutsche Arbeiterschaft der Tsche- Das Aufblühen des Gemeinwesens zum Wohle Freiheit und nationaler Erhebung und brin Berein, nämlich an die Unternehmerorganisation, choslowakei hat nun den Beweis in Händen, daß der Gesamtheit, die Hebung des Kultur- und gen Roheit und Balkanisierung. Alle mitein­gewiesen und die Herren Vorstandsmitglieder, unter den sich zweifellos viele Nachkommen die Hakenkreuzler nichts anderes sind als die Bildungsniveaus der Maffe oder eine frucht- ander kämpfen nur für das eine Ziel: Zurüd­ist doch der Obmann- Schuhtruppe der Abrahams befinden, und bare Sozialpolitik stand nicht in ihrem Auf- drängung der Sozialdemokratie, damit einer jüdischen Stellvertreter Herr Hermann Singer haben a rischen Kapitalisten. gaben- Lerikon. Der Herr Gemeindevorsteher reaktionären Vetternwirtschaft in der Ge­war für seine Wähler da und nicht für das meinde der Weg wieder frei gemacht wird. ., Gesindel", das keine Steuern zahlte, aber Wir brauchen nur dort die Tätigkeit dies zeigte, bekam die Macht des Gemeindegewal- die Sozialdemokratie keine Rücksicht nehmien zu müssen. Sofort wird ihr Bestreben in brus Schwierigkeiten wegen der Ablehnung des Hooverplanes durch Jugoslawien . tigen zu spüren. Mit all dem wurde im Jahre 1919 gefaler Art offenkundig: Abbau der Sozialpolitik, Paris , 18. September. Der Genfer Bericht| Rechtsfrage, ob die Initiative Hoovers, der nicht brochen. Vielleicht war es damals mancher Ge- Zerschlagung der Arbeiterorganisationen, An­erstatter des Petit Parifien" referiert ausführ alle intereffierten Staaten beigetreten sind, tat meindegröße nicht einmal unangenehm, wenn griff gegen die Löhne, Gehälter und Arbeits­lich über die geftrige Unterredung des jugoslavi- fächlich wenn auch nur auf ein Jahr die schen Außenministers mit dem französischen Einstellung und Aenderung der Durchführung fie ihren Platz räumen mußte und die Ver- verträge, Verfolgung der politisch Anders Finanzminister Flandin. Jugoslavien, das des seinerzeit von allen interessierten Parteien antwortung auf andere Schultern abwälzen gesinnten und rücksichtslose Ausnüßung der. bekanntlich durch das einjährige Moratorium unterzeichneten Young- Planes hervorrufen konnte. Die Zeit der wirtschaftlichen Not und Macht im Interesse der eigenen Partei. Die eine Summe von 70 Millionen Goldmart ver- fönne. In juristischer Hinsicht scheine- wie politischen Gärung war ja zur Uebernahme der Beispiele in Aussig , Bodenbach , Elbogen , lieren würde, die es für sein Budget notwendig Petit Parifien" schreibt kein Zweifel dar Gemeindegeschäfte nicht einladend. Nur zu häu- Landskron usw. sind hiefür der Beweis. Dazut braucht, ist dent Hoover- Plan nicht beigetreten. über zu bestehen, daß die Anttvort vernei- fig haben unsere deutschen bürgerlichen Ge- tommt noch das Fraternisieren mit der Büro­Frankreich hat Jugoslavien zugesagt, eine Annend lauten würde. meindeherren, die sich in Kriegsbegeisterung fratie, um auf diesem Wege zu erreichen, was nicht genug tun konnten und im schwarzgelben im legalen offenen Kampfe nicht durchzut­Patriotismus wetteiferten, eine versaute Wirt- jeben ist. Doch der Strom der sozialdemokratischen schaft, heruntergelumpte Gemeindeunterneh­mungen, reparaturbedürftige Schulgebäude Arbeiterbewegung flutet vielarmig und mäch­und Straßen etc. sowie leere Kassen und eine tig dahin. Er wächst trotz allem Geröll und total zerrüttete Finanzwirtschaft hinterlassen. Gestrüpp, das seinen Lanf hemmen will, in Und so schlau waren die alten, mit der Ge- die Breite und Tiefe. Immer mehr wird die der Frauen und der Presse bei der Sicherung meindeverwaltung einigermaßen vertrauten Masse der Anhänger der Partei befähigt und Frauen und Presse der moralischen Atmosphäre für das große Frie Herren schon, um zu erkennen, daß nunmehr gezwungen, auf allen Gebieten der Politik, sollen die Friedensatmosphäre sichern. denswerk empfohlen wird. In der Diskussion große, schwierige und verantwortungsvolle der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung die Genf , 18. September. Die Völkerbund wurde von einigen Rednern betont, daß man Arbeit bevorstand, während für eine demago- verschiedensten Leistungen zu vollbringen, Kommission für Abrüstungsfragen nahm heute zwischen den Aktionen der verschiedenen Frauen gische Opposition der günstigste Boden vorhan- welche das Klasseninteresse und die Leiden der organisationen für den Friedensgedanken und den war. Die Sozialdemokraten übernahmen Arbeiterschaft notwendig machen. Auf den ber­das internationale Abkommen über die Ver­stärkung der kriegverhindernden Mittel an. Durch niftungskonferenz, welche eine Angelegenheit der tungsvolle Arbeit und überbrückten, in dem sende Vertrauenspersonen und wie vielgestal stärkung der kriegverhindernden Mittel an. Durch zwischen einer direkten Teilnahme an der Ab- in vielen Fällen die schwere und verantwor- schiedensten Arbeitsgebieten mühen sich Tau­das Abkommen verpflichten sich die Staaten Regierung ist, streng unterscheiden müsse. vorher, gewisse auf Grund des Artikels 11 des Von dänischer Seite wurde die Anregung ernsten Willen, vor allem der Arbeiterklasse zu tig diese Tätigkeit auch sein mag, stets ist es gemacht, daß sich eine Sonderkonferenz der Direk dienen, die vielen Schwierigkeiten, die in poli- das unablässige Ringen um die foren der Pressebüros und Depeschenagenturen, tischer, nationaler und finanzieller Hinsicht vor Befreiung des Proletariats aus jeder politischen, wirtschaftlichen und geistigen welche in Kopenhagen stattfinden soll, auch mit handen waren. Trotz aller Not begann überall, wo So- Unterdrückung. In der Gemeindeverwaltung diesen Fragen befasse, welche die Presse und ihre zialdemokraten an leitender Stelle jaßen oder sind hochbedeutsame, unserer vollsten Beach­Mitwirkung am Friedenswerke betreffen.

Amerita lehnt Anleihe an Jugoslawien ab. echte haben wollte; wer fich widerſpenſtig jer Baricien beobachten, wo fie glauben, auf

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leihe in der halben Höhe des genannten Die jugoslavische Regierung beabsichtigte, Betrages zu gewähren, worauf Jugoslavien die Vereinigten Staaten um eine Anleibe in der die Angelegenheit dem Internationalen Gerichte Söhe des Restbetrages ersuchte. Gestern erhielt hof im Haag zu unterbreiten. Finanzminister Flandin will den Vereinig­jedoch Judoslavien von Amerita eine a ble h= nende Antwort. Durch diese Ablehnung ten Staaten den Standpunkt Jugoslaviens noch entsteht nun die sehr wichtige internationale mit allen seinen Folgen darlegen.

Pattes gemachte Empfehlungen des Völkerbund­rates anzunehmen, die darauf hinzielen, daß aus Grenzfonflikten fein Krieg entbrenne.

Den weiteren Gegenstand der Debatte bil dete der spanische Antrag, worin die Beteiligung