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heuer sind die Kapitalien, die Japan in das Land investiert hat, das ihm dafür Kohle, Eisen, Del liefert. Dadurch wird das afute Rohstoffproblem für die japanische Industrie ( insbesondere für die Kriegsindustrie) zum Teil gelöst.
Sonntag, 27. September 1931.
Die endgültige Lösung der immer wieder Aber auch diese einzig mögliche radikale Löauftauchenden Konflikte im Fernen Osten fung der Konfliktsprobleme in China soll auf fann nur durch die Räumung der Mandschurei dem Wege der Verständigung und keineswegs von den Fremdmächten, durch die Verwirt auf dem Kriegswege erstrebt und erzieh lichung der Losung chinesische Eisenbahnen werden.
den Chinesen" erreicht werden. Die Fremden- Auf jeden Fall muß das neue China endDie Konkurrenz zwischen der Ost- China- herrschaft und die Fremdenrechte in China lich aufhören, Objekt der imperialistischen Bahn und der südmandschurischen Bahn spielt sind an sich eine immanente Kriegsgefahr i Gelüste und Gewalttaten zu sein. sich aber auf fremdem Territorium ab.
seinen Verwirrungen verblutete, war es ur AWG gegen das gleiche Wahlrecht:
passiver Zeuge dieser Entwicklung. Aber das
Wettbewerbobjekt, nämlich die Mandschur, Klassenhaß ist ihr Programm!
Die Rosche- Partei in einer Front mit den Verderbern der Selbstverwaltung.
hat sich inzwischen gerade durch die fremden Eisenbahnen und industriellen Unternehmungen start entwickelt und sich mit China verquidt. Die chinesische Bauernkolonisation von Süd nach Nord setzte mächtig ein. Die BeIn der„ Reichenberger Zeitung " vom 24. d. M. völkerung stieg von 2.5 auf etwa 25 Millionen. Aus dem Zweikampf der rivalisie- werden uns in dem Artikel„ Die wirtschaftrenden Großmächte wurde in der Mandschu- liche Gemeindewirtschaft" die„ Gedanken und Vorschläge eines Gemeindeverivalters" offeriert, rei das kriegsgefährliche Dreiec: Japan , durch die die Gemeindewirtschaft gerettet, bezw. Rußland und-China . wirtschaftlicher gestaltet werden soll. Die ,, Reichen berger Zeitung " ist das Parteiblatt des Herrn Fabrikanten Dr. Rosche, bezw. der Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft und so ist wohl das Programm, das in dem erwähnten Artikel entwickelt wird, auch gleichzeitig als das Wahlprogramm der„ Casinoten" anzusehen.
Der chinesisch- japanische Konflikt hat deshalb bald Rußland auf die Szene gebracht. Aus Moskau wird gemeldet, daß der stellvertretende Außenkommissar Karach an am 20. September den japanischen Botschaftler in Mostau, Hirata, zu einer Aussprache über die Vorgänge in der Mandschurei empfangen hat. Es dürfte freilich feinem Zweifel unterstehen, daß Rußland die Hände nicht in den Schoß legen wird. Und darin besteht die große Gefahr, die im Fernen Often heranreift. Es genügt den brutalen militärischen Einbruch der Roten Armee im Jahre 1929 in Erinnerung zu bringen, um über die gewaltsamen Methoden der„ ,, Beilegung der Konflikte" im Fernen Osten im Bilde zu sein.
Vielleicht kommt auch diesmal wie während des russisch- chinesischen Konfliktes im Jahre 1929 die Rivalität der rot- und schwarzimperialistischen Fremdmächte China zu gute. Hinter Mukden steht Nanking und hinter Nanfing steht Amerika . Japan hat nicht nur mit seinem unmittelbaren Rivalen in der Man dschurei , mit Sowjetrußland, sondern auch mit feinem Rivalen im Stillen Ozean überhaupt, mit den Vereinigten Staaten zu rechnen, die für die Einheit Chinas als Ausbeutungsobjekt und gegen seine Aufteilung auf Einfluß sphären energisch auftritt.
Immerhin soll die Beilegung des Konflittes im Interesse Chinas und des Weltfriedens auf dem Wege der Verständi= gung und der Bewahrung der Souveränität Chinas erfolgen. Die chinesische Nationalregierung hat am 21. September in einer zweiten Note an Japan die sofortige Räumung der von den japanischen Truppen eingenommenen Gebiete gefordert. Diese Forderung muß durch alle Fremdmächte und vor allem durch den Völkerbund energisch unterstützt werden. Der Brandherd im Fernen Osten muß im Reime erstickt werden. Sonst läuft man Gefahr, einen Weltkrieg im Osten sich entfesseln zu lassen, der auch nach dent Westen übergreifen fann, wo sich gerade jetzt dank der Wirtschaftskrise und der Finanzkatastrophe zu viel Brenn- und Sprengstoff aufgehäuft hat.
Der Traumlenker
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des Wahl alfers von 24 auf 21 Jahre ein allzu großes Uebergewicht der unerfahrenen und unberantwortlichen Jugend.
Was sagt die Jugend zu diesen famosen Botschlägen? Man will weiter das Wahlrecht verschlechtern, man will die Jugend ausscheiden aus der Verwaltung, man will sie entrechten, wie man dies bereits durch die Beseitigung des Soldatenwahlrechtes, durch das Hinauffezen des Wahlalters für die Wahl in die Bezirks- und Landesvertretungen getan hat. Aber der erwähnte Gemeindeverwalter der Ach- und Weh- Gemeinschaft Der erwähnte Gemeindeverwalter bespricht begnügt sich nicht mit dieser Forderung der Entvor allem einige der wichtigsten Mängel unserer rechtung der Jugend. Ebenso wie die Landbündler derzeitigen Gemeindeverwaltung und unternimmt wir haben vor noch nicht allzu langer Zeit das den Versuch, Vorschläge zu unterbreiten, durch die grüne Wahlprogramm besprochen fordert auch diese Mängel behoben werden könnten. An erster er das Kurienwahlrecht, jenes Wahlrecht Stelle bezeichnet er die unwirtschaftliche also, durch das bis zum Kriegsende die breiten De motratie" als einen solchen Mangel und Massen der Gemeindeinfassen von jeder Mitarbeit meint damit das Recht, das dem Einundzwanzig- an der Verwaltung der Gemeinde ausgeschloffen jährigen gestattet, sich an den Gemeindewahlen wurden. Die Forderung lautet wörtlich: zu beteiligen. Er erklärt, daß die Verschlechterung der Gemeindefinanzgesetze, die nahezu vollständige Beseitigung der Autonomie, furz alles das, was wir dem seinerzeitigen deutsch - tschechischen Bür gerblod, in allererster Linie den deutschen Landbündlern, Christlichsozialen und Gewerbeparteilern zu verdanken haben, eine Folge des jetzt geltenden Wahlrechtes in die Gemeindevertre Die beiden Körperschaften hätten sodann zu tungen sei und fordert natürlich die Aenderung ie gleichen Teilen eine einzige gemeinsame Gedieses Wahlrechtes durch Hinauffezen des meindevertretung zu bilden. Und der besondere Wahlalters für die Wahl in die Gemeinde- Vorteil bei dieser ganzen Machination: die Gevertretung auf das erreichte 24. Bebensmeindefimanskommiffion fönnte verschwinden. ahr. Für die Wahl in das Abgeordnetenhaus Denn: alter mit dem erreichten 21. Lebensjahr bestehen, läßt dieser famose Gemeindevertvalter das Wahldenn der Einundzwanzigjährige muß unter Umständen, die schwerste aller Pflichten, die Militär-, gegebenenfalls die Kriegsdienstpflicht" übernehmen.
Für die Gemeinde aber, der gegenüber der Einundzwanzigjährige in der Regel gar teine Pflichten hat, gilt das wichtigste Recht, das Recht der Wahl in die Gemeindevertretung, und var in vollem Umfange, mit dem erreichten 21. Lebensjahre! Einem Alter, wo auch das Berantwortungsgefühl für das mit der Wahl ausgeübte Recht noch keineswegs voll entwickelt ist. Und weiter schreibt der unverkennbare Jugendfreund:
„ Der Alten Rat, der Jungen Tat macht Serummes grad."-Da aber naturgemäß der jungen Wähler mit 21 bis 24 Jahren verhältnis mäßig viel mehr sind, als der Wähler in den entsprechenden drei Jahren im ausgleichenden Alter, weil ja der Tod unterdessen gar viele weggefordert hat, so brachte diese mit Einführung der neuen Gemeindetvaylordnung erfolgte Vorverlegung
ahnten. Wären sie auch nur für einen Augenblic erwacht, sie würden in die Untiefe gestürzt sein, die Menschheit mit sich reißend. Die Wirklichkeit war nichts, der Traum alles.
Schaffung zweier Wahlförper, indem zum bisherigen Wahlkörper nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechte noch ein zweiter geschaffen wird, der Wahlkörper der Intereffenber treter und der Intelligenz, der etwa alle erfaßt, die bis 1919 in die drei Wahlkörper der Gemeindevertretung gewählt haben.
Die Interessenvertreter in der Gemeindebertretung, die ja die Folgen einer event. antwirtschaftlichen Wirtschaft am eigenen Leibe zu tragen hatte, die würden schon dafür sorgen, daß wirtschaftlich gewirtschaftet wird.
Deutlicher fann wohl nicht der Haggegen jeglichen Fortschritt ausgesprochen wer den. Die Jugend und die besiglosen Maffen dürfen wohl für diese so gottvolle Gesellschaftsordnung arbeiten, sie dürfen indirekte Steuern zahlen, sie dürfen die Abgaben in den Gemeinden leisten, aber sie sollen feine Rechte haben. Zu bestimmen über das Wohl und Wehe in der Gemeinde soll nur das bodenständige Besitztum haben.
Der Casinot" in der Gemeindeverwaltung verlangt aber auch noch eine andere Aenderung der Gemeindewahlordnung, die die Möglichkeit der Schaffung einer großen, tragfähigen Partei, die regierungsfähig wäre, geben würde: jede wahl werbende Partei, die nicht zumindest ein Zehntel der Stimmen auf sich vereinigt, erhält überhaupt keine Vertretung in der Gemeinde und ihre Stimmen fallen der stärkeren Partei zu.
Herr Müller veďte sich, öffnete die Augen, stand auf. Er streckte die eine Hand vor und schob die andere in die Weste. Dann meinte er herablassend:
,, Das haben Sie heute gut gemacht. Alle Achtung."
Peter verbis ein Lächeln.
Dante für die Anerkennung Duce." Das ungewohnte Wort ließ Herrn Müller einen Augenblid stuben. Er warf Peter einen zornigen Blid zu. Dann begriff er und lächelte töricht, geschmeichelt.
Ach so. Nun ja, man fann nie wiffen."
Roman von Hermynia zur Mühlen . Durch Peter Brenns verbitterte Seele zudte Auch seine Züge schienen schärfer zu der Wunsch, dem Traum dieses Menschen da werden, die Nase war spitzer, das Kinn brei Allmacht zu verleihen. Aus Herrn Friedrich ter und energischer. Peter war das bisher nicht Müller, Schreiber, Prügelfnabe eines grauen, aufgefallen. Heute jedoch, da Nerven und Gehirn armseligen Lebens, sollte der Diktator geboren durch Erschütterungen feinfühliger geworden, werden, der Herr über ein Land und ein Volf. starrte er seinen Patienten verblüfft an, staunte Der fleine graue Mann besaß alle zum Dit einen Augenblick und fand dann die Erklärung: tator nötigen Eigenschaften: er war beschränkt, burch die hemmende Form des All- geistlos, fulturlos, würde unerbittlich den Geift tagslebens, durch Aengste, Verprü und die Stultur verfolgen und seine Dummheit Er gähnte laut. geltheit und Unsicherheit brach der würde in der unbegrenzten Dummheit der Also nächsten Sonntag wieder", sagte Peter. Traum, wie ein wildes Tier durchs Menschen eine natürliche Bundesgenossin und Herrn Müllers Hand fant hinab. Der stolz Gewirr des Urwaldes. Mit jedem Tag mächtige Stüße finden. Er war hilflos und feig, wurde das Leben schwächer, der Traum aber daher zu jeder Grausamkeit und Härte fähig. stärker. Schon modelte er das Aeußere des Men- Er hatte Elend und Berachtung gekannt, war schen, veränderte seine Haltung, seine Stimme, daher der geborene Stlaventreiber, der lieber blidte, ein allmächtiger Herr, aus den Augen des hundert Morde auf sein Gewissen nahm, als Ileinen Schreibers. auch nur einen Fehen seiner Macht herzugeben.
Sie sind wirklich ein Zauberkünstler, Doktor", sagte Friedrich Müller zufrieden, und Peter fiel es auf, daß er vor dem„ Doktor" das„ Herr" vegließ. Nun habe ich bereits jebe Nacht den gleichen guten Traum und selbst wenn ich tags
fiber einnice, kommt er."
Wenn es gelänge, den Traum des Herrn Friedrich Müller bis zum Wahnsinn zu steigern und ihn dann als Diktator auf die Menschheit loszulassen! Verdiente eine Menschheit, der der Himmel nur als Unterlage für Reklameswede diente, eine Menschheit, die heute, zehn Jahre Peter nidte. Das ist recht, Herr Müller. Legen Sie sich nach dem Weltkrieg von neuem zu rüsten begann, etwas Besseres? Nein. nieder. Schlafen Sie." Und als dann der Mann schlafend vor ihm Peter Brenn ftrengte alle Kräfte an. Er lag, tam Peter ein seltsamer Gedanke. Was hielt Herrn Müller eine volle Stunde im Bann
gehobene Kopf senkte sich. Die Augen wurden farblos. Und Herr Müller war wieder gang der eine verprügelte Angestellte, da er ängstlich fragte:
Was bin ich Ihnen schuldig, Herr Doktor? Ich habe muun schon sechs Behandlingen gehabt ind nichts bezahlt."
Also diese Angst, diese Hemmung ist die stärkste, dachte Peter. Das muß ich bei der nächſten Behandlung berücksichtigen. Laut erwiderte er: ,, Sie sind ein interessanter Fall, Herr Müller. Ich fue es gern umsonst."
Ein letzter Appell.
Nr. 226.
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Berlin , 26. September. ( Eigenbericht.) Der sozialdentokratische Parteivorstand hat an die beiden Abgeordneten Rosenfeld und Seydewit eint Schreiben gerichtet, in dem sie noch ein mal gefragt werden, ob sie sich dem Beschluß de Parteiausschusses auf Einstellung aller Sonder bestrebungen fügen wollen. Der Bezirksvorstand und der Beirat für den Bezirk westliches Westfalen haben einstimmig beschlossen. beim Parteivorstand zu beantragen, den Reichstagsabgeordneten Oettinghaus aus der Partei auszuschließen. Maßgebend für diesen Beschluß war die wiederholt von Oettinghaus in öffentlicher Verfammlung abgegebene Erklärung, er werde sich beim Zusammentritt des Reichstages weber an die Beschlüsse des Leipziger Parteitages noch an die der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion halten, sondern auf eigene Fauft handeln.
Der große Demokrat verlangt weiters die Verlängerung der Wahlperiode auf sechs Jahre, denn die jetzige turze Dauer der Wahlperiode sei so beschaffen, daß keine wirklich produktive Arbeit geleistet werden könne. Nach unserer Meinung wird jede Partei, die die Interessen ihrer Wählerschaft ernst zu vertreten die Absicht hat, bestrebt fein, in den vier Jahren möglichst viel zu leisten, damit ihr von ihrer Wählerschaft bei den Neuwahlen wieder das Vertrauen geschenkt wird. Dazu braucht man nicht sechs Jahre. Wir vermissen freilich in diesem so schönen Programm die Forderung nach Beseitigung jener Mißstände, die ein Wirtschaften in den Gemeinden überhaupt unmöglich machen, die es nicht ermöglichen, daß produttive Arbeit geleistet wird. Aber der jetzige Bustand in der Gemeindefinanzwirtschaft und Gemeindetvirtschaft überhaupt gefällt ja dem bodenständigen und besitzenden Bürgertum, da ja nur die Jugend und die breiten Massen der Be völkerung darunter zu leiden haben.
Und immer und immer wieder begegnen wir in diesem Wahlprogramm dem Vorwurf gegen den Besitlosen, der für alles stimmt, weil er nicht verantwortlich gemacht werden kann, da er nichts hat. Daher: Regelung der Verantwortung gegebenenfalls durch Anven dung der geheimen Abstimmung. Uebersetzt ins Deutsche: wenn ja einmal ein Fall eintreten sollte, to ich bürgerlicher Vertreter Farbe zu bekennen hätte, wie ich die Interessen der Gemeinde, der und niemand weiß, welche Ansicht ich vertreten Gemeinschaft vertrete, stimme ich eben geheim ab habe. Ich bleibe immer der Brave!
Ach- und Weh- Gemeinschaft noch mit der Ge Schließlich beschäftigt sich der Vertreter der meindebeamtenschaft und verlangt eine sorgfältige Ausbildung und Auswahl unter ihnen. Ob er wohl auch wissen mag, wie die Besoldungsverhält nisse der Gemeindeangestellten und Gemeindebeamten vor allem in den mittleren und kleinen Gemeinden, in denen ihr Dienst besonders schwer und verantwortlich ist, beschaffen sind? Daß es gerade die Vertreter der bürgerlichen Parteien immer und immer wieder sind, die sich einer gerechten Regelung der Besoldungsverhältnisse der Beamtenschaft entgegenstellen!
Wir glauben, daß das Gemeindeivahlprogramm der Ach- und Weh- Gemeinschaft auf die Jugend und die arbeitenden Massen keine Anziehungskraft ausüben wird. Der Vertreter der Fabritantenpartei bekennt eben ehrlich und aufrichtig, daß er nur die Interessen der Besitzklassen zu vertreten hat.
Gut, in einer halben Stunde bin ich da." Ein häßliches Lächeln lag auf Peters Gesicht, als er den Hörer zurückhängte.
Felix Halpert, eine Erinnerung aus den Schultagen. Da hatte er ihn gehaßt und verachtet, diesen rohen, feigen Lümmel, der immer nur mit Schwächeren Streit anfing, der bei jeder Gelegenheit mit dem Geld seines Vaters prahlte und die ärmeren Mitschüler verhöhnte. Der einzige, an den Halpert sich nicht herangewagt hatte, war Albert Baer gewesen; freilich hätte Felix dem schmächtigen Knaben mit Leichtigkeit alle Senochen entzwei schlagen können, aber seinen spöttischen Bemerkungen und seinem bissigen Hohn war er nicht gewachsen. Daß die Mitschüler ihn teils haßten, teils fürchteten, schmeichelte Felix Halpert, aber daß jemand einfach über ihn lachte, das begriff er nicht, das war ihm unheimlich. Als er sich vor Albert Baers Sticheleien gar nicht mehr zu helfen wußte, arbeitete er mit einem beliebten Mittel: er hette die Mitschüler gegen den Juden" auf. Und zu sechst überfielen fie eines abends Albert Baer und Peter Brenn. der zu den Judenknechten" gehörte.
Damals verlor Peter Brenn in seiner ohn
mächtigen Wut völlig den Kopf. Er riß das große Taschenmesser heraus und stach es Felix Halpert tief in den Arm. Es gab einen gewaltigen Stan dal, und Peter hätte um ein Haar das Gymna ſium verlassen müssen, denn Felix Halpert wandte fich an die Obrigkeit".
Herr Müller redte sich gerade. Dante. Es soll nicht zu Ihrem Schaden gereichen. Später einmal. Irgendwie wurde mit Rücksicht auf Peters Er reichte Peter mit gnädiger Wiene die Bater alles wieder in Ordnung gebracht. Das waren die großen Männer gewesen, die in allen feines Traumes. Er ließ ihn an der Spitze sei- Sand und ging. Seine lauten Schritte wider Seltjame aber war, daß Halpert von da an Peter Jahrhunderten ihre Zeit bestimmt hatten? Träu- ner Truppen siegreich in die Hauptstadt des Lan- hallten im Treppenhaus. mer, bei denen der Traum mächtiger geworden des einziehen, und sich selbst zum Diktator war, als das Leben. Menschen, die das Leben ernennen. In Peters eigenen Ohren dröhnte bergewaltigen konnten, weil sie es nicht mehr und brandete der Jubel der Menge, die den jahen; der Traum berhüllte es vor ihren Augen. Diktator umtobte.
Nachtwandler, die auf schmalem, schwankendem Als er Herrn Müllers Hände losließ und Steg über einen tiefen Abgrund gingen, mit sich vom Sofa erhob, taumelte er vor Erschöpfesten Schritten, weil sie den Abgrund nicht fung, und das Zimmer drehte sich vor ihm.
Das Telephon flingelte.
Peter nahm den Hörer und erkannte Felix Halperts Stimme. ,, Kann ich zu dir kommen? Ich habe gerade nichts vor." Freilich. Ich freue mich sehr."
mit ausgesuchter Höflichkeit begegnete.
Später hatten sie einander aus den Augen verloren. Der junge Halpert war nach der Reifeprüfung, die er mit schwerer Mühe bestanden, nach Südamerika auf die Getreideplantagen seines Vaters gereist und war dort geblieben, bis vor einem Jahr, da der alte Halpert starb. Fortjegung folgt.)