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Jentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik

12. Jahrgang.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.

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Mittwoch, 13. April 1932

Kehraus im Eisenbahnministerium Frankreich gegen Berbot der Angriffswaffen.

Gewundene Erklärung Zardieus in Genf .

Nr. 88.

Nachlese.

Prag , 12. April. Der neue Eisenbahnmini­Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, ster Ang. Hula hat am Tage seines Dienst­die Zahl der für den Häuptling der Braunen antrittes sofort eine Reihe von einschneidenden Genf , 12. April. ( Savas.) In der heutigen Schiffe und Flugzeuge können leicht zu militä- Häuser und der fascistischen Hakenkreuzban­Veränderungen an leitenden Stellen seines Res Sigung des Hauptausschusses der Abrüstungs- rischen Zwecken umgebaut werden. den abgegebenen Stimmen unterschätzen zu jorts vorgenommen. So wurde der bisherige fonferen; befaßte sich Ministerpräsident Tardieu Aus diesem Grunde stellt Tardien gegen den wollen. Dennoch muß man, um ihre richtige

Präsidialchef Dr. Riha, der seinerzeit in der mit dem Vorschlage zur Abschaffung gewisser orschlag auf Verbot gewisser Offensivwaffen Bedeutung und die Taktik der Deutschen So­

zialdemokratie werten zu können, darauf zu­

lekten Beamtenregierung selbst Eisenbahnmini- Offensivwaffen und betonte, daß der Vorschlag ster war, durch Regierungsrat Ing. Stoller die Frage zu sehr vereinfache und dadurch sogar die Internationalisierung der Angriffsmittel zu rückgehen, was auf dem Spiele stand und was ersetzt, der bisher technischer Direktorstellvertreter gefährlich sei. Er wies weiter die Bergeb- Lande, zur See und in der Luft unter der Patro- von der sozialen Reaktion, deren Bannerträ­der Direktion Prag- Süd war. Auch der lang lichkeit einer Unterscheidung der Rüstungen in nanz des Böllerbundes. ger Sifler ist, mit höchster Zuversicht erwartet jährige Privatjekretär des Ministers Sektionsrat Offensiv- und Defensivrüstungen nach, da beide wurde. Zum Schluß betonte er, daß es un mora= Dr. Savella wurde gegen den früheren admi- Arten sowohl offensiv als auch defensiv sein Tisch sei, die gleichen Waffen sowohl dem An­Wenn Hitler auch diesmal wieder von nizativen Sefretär Mareš ersetzt. Weitere können. Man müsse den Fortschritt der militä greifer als auch demjenigen Staat zu verbieten, Stimmen als bei der ersten Wahl erhielt, so einem ,, gewaltigen Sieg" faselt, weil er mehr Aenderungen sollen noch bevorstehen. rischen Technik fürchten, die immer mehr be- der sich gegen Unterdrückung wehrt. Er forderte ist das ein magerer Trost. Daß ihm der Groß­strebt sei, eine größere Straft für weniger Geld nachdrücklich von der Konferenz, auf im proteil der deutschnationalen Stimmen zufallen zu erzielen, wie dies bei den sogenannten deut- visierte Lösungen nicht einzuwerde, war ja vorauszusehen. Der fascistische schen Taschenpanzerschiffen" der Fall gewesen gehen, sondern sich hinter Vorschläge zu stel- Feind ging aber doch nicht davon aus, eine fei. Polizeiabteilungen können Militärabteilun len, die das Ergebnis 13jähriger Bemühungen höhere Stimmenzahl zu gewinnen, es ging gen ersetzen und ziviles Material, wie z. B. des Völkerbundes sind.

Streiflage unverändert.

Brür, 12. April. Die für Mittwoch in allen Städten des nordböhmischen Streitreviers ange­jetzten Meetings der Streifleitung wurden ver boten. Die Streifleitung hat heute Vertreter mehrerer Organisaionen zum Innenministerium nach Prag entfendet, um eine Zurüdnahme des Verbots zu erwirken.

Im Brüger Revier ist die Streiflage im wesentlichen unverändert. Die Verladungen werden fortgesetzt. Im Duger Revier fand gestern eine Konferenz des Národní sdruženi statt, in der die Mehrheit der Mitglieder befchloß, den Streit weiterzuführen. Im Komo­tauer Revier erfolgen keine Verladungen mehr.

Jm Teplißer Revier ist eine teilweise För derung von Kohle beim Elbe-3- Schacht, Albert, Florian, Maria Anton, Peter und Paul und einigen fleineren Schächten festgestellt worden. Bei den Schächten Adolf- Ernst, Friedrich und Sophie, wo gestern noch gearbeitet wurde, hin derten die Streikenden die Arbeitswilligen au der Einfahrt.

Erst Schulden und Reparationen regeln!

Früher Finanzhilfe für Donaustaaten aussichtslos.

ihm allein um die Eroberung der Reichsprä­sidentschaft. Die Reichspräsidentenwahl sollte nicht eine Etappe auf dem Vormarsch der fascistischen Bewegung sein, sie sollten den Endsieg bringen. Höchstpersönlich hat Hit­ ler gegenüber dem amerikanischen Journali ften Knickerboder von der Niederlage Hinden­

Genf, 12. April. ( Wolff.) Der Vökerbunds Staatsjefretär von Bülow erklärte u. a. burgs als von einer glatten Selbstverständ­rat ist heute nachmittags zu einer außerordent Zweck der Londoner Konferenz jei gewesen, die Weitlichkeit gesprochen. Alle Macht dem Führer, lichen Sitzung zusammengetreten, um zu dem Betel zu finden, um gewisse südosteuropäische Staaten war die Parole und die Wahl, der, wie aus richt des Finanzausschusses über die Finanzlage aus ihrer Notlage zu befreien. Diese Länder müßten den aufgedeckten Butschplänen einwandfrei efterreichs, Bulgaviens, Ungarns und Griechen in die Lage verfest werden, fünftig auf eigenen benchen. Nicht die gleiche Einigtett" mie hervorgeht, unmittelbar die ,, Nacht der langen lands Stellung zu nahmen. über das Ziel habe sich in London über die Mittel Meffer" folgen sollte, war als gründliche Ab­zu seiner Berwirklichung ergeben. Eine Lösung rechnung mit dem Marrismus, mit der werde aber bestimmt gefunden werden, und Deutsch Demokratie und mit allem, was dent Fascis land werde voit sich aus alles dazu tim. mus lau oder ablehnend gegenübersteht, gedacht.

Der Bericht stellt fest, daß eine dauer­hafte Hilfe für diese Länder nicht zu erwarten ist, solange die großen Probleme Repara tionen und politische Schulden nicht gelöst werden.

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Der Referent Colban erklärte, daß er nicht in der Lage sei, konkrete Vorschläge zu unterbreiten, sondern daß er es dem Rat über unterbreiten, sondern daß er es dem Rat über lasse, die entsprechenden Folgerungen aus dem Bericht zu ziehen.

Auf allen Schächten des nordwestböhmischen Reviers wird heute eine von dem Verein für In der Aussprache ergriffen zunächst die bergbauliche Interessen veranlaßte Kundgebung Beriveter der an der Londoner Konferenz betei­für die Grubenverwaltungen veröffentlicht, an ligten vier Mächte das Wort. welcher erklärt wird, daß die Lieferungen von Rehle ausschließlich bei den Verkaufsorganisa tionen der Bergbauunternehmungen, beziv. bei den Lokalverkaufsstellen der Schächte anzuspre chen und außer den genannten Stellen niemand, auch nicht der Zentralstreikausschuß berechtigt sei, hinsichtlich der Abgaben von Kohlen Verfügun gen zu treffen.

Nach Zusammenfassung der heutigen De baite durch Tardieu wurde eine Entschließung an- Nicht nur, daß das Wahlergebnis diesent genommen, in der der Völkerbundsvat eine ge Größenwahn einen Dämpfer aufsetzt, es hat meinsame Prüfung der Frage einer auch die Ohnmacht des Fascismus aufgedeckt, Bertreter der vier Regierungen und die technischaft zu kommen. Auch jetzt, da die zweite planmäßigen Finanzaktion durch die auf legalem" Wege in Deutschland zur Herr­schen Organe des Völkerbundes vorsieht. Weiter Wahl fast den gesamten deutschen Nationalis­wird festgestellt, daß es Sache des Völkerbunds­rates sein werde, über die Maßnahmen zu bemus im Lager Hitlers vereinigt zeigt, hat schließen, die auf Grund des Berichtes zu treffen dieser nur 36.8 Prozent der Stimmen gegen 53 Prozent, die für Hindenburg abgegeben wurden aufzutreiben vermocht. Um gar nichts anderes konnte es der drohenden Gefahren nach in diesem gehen, als darum, zur Macht zu verlegen. Diese Aufgabe hat die Deutsche Sozialdemokratie, als sie in die Hin­

sind.

Neue Breußenregierung muß absolute Mehrheit haben. Hitler zu schlagen, dem Fascismus den Weg

Geschäftsordnungsänderung angenommen.

Kampf ist wahrhaftig nicht beendet, doch in

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Wie allem, hat die kommunistische

Berlin , 12. April. Der preußische Landtag nicht aber zur Bildung einer arbeitsfähigen denburgfront eintrat, glänzend erfüllt. Der war für heute nochmals zu einer Plenarsisung Regierung start genug sein dürfte. Im Brüger Gebiet ist eine Kundmachung einberufen worden, die die Regierungsparteien In der heutigen Landtagssitzung bekämpften einer seiner wichtigsten Phasen ist es gelun­erlassen worden, die Zusammenrottungen und gefordert hatten, um die Bestimmungen über alle Oppositionsparteien in einer sehr lebhaften gen, den Fascismus zu schlagen. Wohl kann Ansammlungen auf öffentlichen Plätzen verbie Wahl des Ministerpräsidenten in der Geschäftsordnungsdebatte diese Aenderung der nicht über Nacht eine Ernüchterung der der bietet. Das Verbot gilt für Dug, Stomotau und Geschäftsordnung dahin zu ändern, daß der Geschäftsordnung, auch suchten sie durch Nicht- fascistischen Reaktion nachlaufenden Massen Aufsig. Ministerpräsident nur mit der absoluten beteiligung an der Abstimmung das Haus be= erfolgen, die in Ansehung ihrer Hoffnungslos Mehrheit aller gewählten Abgeordneten, nicht schlußunfähig zu machen. Nur mit Deutschland ! aber mit einfacher Mehrheit gewählt wer Bei der namentlichen Abstimmung über den zertrümmerten sozialen Basis die heutigen den könne. In Kreisen der Regierungspar- Aenderungsantrag der Regierungsparteien ergab Zustände als so unerträglich empfinden, daß Wien , 12. April. Gestern fand die General- teien begründete man diese Forderung damit, sich jedoch, daß die Regierungsparteien beinahe sie sich lieber dem Tod und Teufel verschrei­versammlung der Wiener Arbeiterfammer, statt, daß bei den voraussichtlich sehr schwierigen bollzählig vertreten war. Die Aenderung ben, als in dieser ihnen trostlos erscheinenden in der sich der erste Sekretär, Hofrat Doktor Mehrheitsverhältnissen im neuen Landtag die wurde mit 228 gegen 3 Stimmen bei einer Gegenwart zu verharren, aber die seelische Wandlung dieser gedankenlos und verzweifelt Palla u. a. auch mit der Frage der inter - Möglichkeit einer tatsächlichen Beseitigung des Stimmenthaltung angenommen. Gegen 2 Uhr schloß der Präsident die Situng dem fascistischen Quadsalbertum zulaufenden nationalen Verhandlungen über die wirtschaftliche Stabinettes Braun erschwert werden müsse, da Zusammenarbeit in Mitteleuropa beschäftigte. Die Rechtsopposition zusammen mit den Kom- mit der Erklärung, daß der alte Landtag nun vor- Millionen wird und kann einmal nicht aus­Die Arbeiterkammer steht auf dem Standpunkt, munisten wohl zum Sturz des alten Kabinetts, aussichtlich nicht wieder zusammentreten werde. bleiben. jo erklärte der Redner, daß eine Zusammenarbeit der Tschechoslowakei , Desterreichs und der Agrar Staaten Ungarn , Südslawien und Rumänien mit dem Deutschen Reich unter der Voraus segung gegenseitiger Vorzugszölle die wirt schaftlich fruchtbarste Lösung wäre. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit fönnte ent weder durch grundsäßlich übereinstimmende Ein­zelverträge zwischen den einzelnen Staaten oder so verwirklicht werden, daß sich zwei durch weit gehende. Borzugszölle enger verbundene Staaten gruppen, die industrielle Gruppe Deutschland , Tschechoslowakei und Desterreich einerseits und die Agrargruppe Ungarn , Südslawien und Ru­ mänien andererseits zum Güteraustausch gegen übertreten. Bei einer derartig umfassenden Lösung würden alle politischen Reben absichten, in den Hintergrund ge­drängt werden, und die Arbeiter und Ange­stellten hätten nicht zu befürchten, daß ihre in der Nachkriegszeit errungenen sozialen und ful­turellen Errungenschaften bedroht werden.

Memelfonflitt vor dem Haager Schiedsgericht. Haager Schiedsgericht. Bartet auch aus der durch die Verhältniffe

Klage der Signatarmächte gegen Litauen .

notwendig gewordenen und dem Selbsterhal­tungstrieb der Arbeiterklasse entsprechenden Haag, 11. April. Die Regierungen von neuen Direktoriums sowie die Auflösung des Taktik eine Anklage wegen Verrates sozialisti­Großbritannien, Frankreich , Italien und Japan Memel - Landtages an. Diese Taten, so wird be- scher Grundsäße gegen die deutsche Sozial­haben heute durch Vermittlung ihrer hiesigen toit, stellen Meinungsverschiedenheiten hinsicht demokratie aufzuziehen versucht. Gerade die Gesandtschaften den Memel- Konfliki beim Stan- lich der Frage dar, ob sie in Uebereinstimmung fommunistische Partei verläßt beim Abschlußz digen Internationalen Gerichtshof anhängig ge- mit dem der Memel - Konvention angefügten dieser Kampagne als die am stärksten geschla­gene und heillos kompromittierte das Schlacht­macht. Sie haben dies in Form einer gegen Statut des Memellandes feien. Da diese Meinungsverschiedenheiten weder feld. Sie hat nicht nur nichts dazu getan, um die litauishe Regierung gerichtete lage getan, die sich auf Artikel 17 der zwi- durch Intervention des Völkerbundrates noch die dem deutschen Proletariat drohende Ge­schen den genannten fünf Regierungen vom durch Verhandlungen zwischen den genannten fahr der fascistischen Barbarei aufzuhalten, 8. Mai 1924 in Paris abgeschloffenen Memel fünf Mächten beigelegt werden konnten, bean- vielmehr alles darauf angelegt, tragen die vier eingangs genannten Mächte, daß Konvention bezieht. In ihrer Klageschrift führen die eingangs der Gerichtshof sich zu sechs Fragen aus Sitler zu helfen, weil irgendwelche un­erwähnten vier Regierungen die Absetzung des sprechen foll, die von den vier Mächten mit entwirrbare Vorstellungen in den Köpfen der Präsidenten des Memel - Direktoriums Böttcher, Bezug auf die oben angeführten Vorgänge for- Führer sich mit der Wahnidee verknüpften, die Ernennung eines von Simaitis präsidierten muliert worden sind. nach einem Siege des Fascismus werde umso