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Dienstag, 21. Juni 1932.

Gewaltige Arbeitersport- Manifestation in Bilsen .

Das Fest des 3. Kreises der DEJ- eine kleine Olympiade.

Nr. 146

Die blutige Politit in Deutschland .

Schwere Zusammenstöße in Stuttgart .

cin

Unterbleiben der Zahlungen der politischen Schulden während der Kon= ferenzbauer als gemeinsame Auffassung der führenden Mächte der Konferenz dargelegt. Die Konferenz wird aller Voraussicht nach auch nicht zu einer definitiven Lösung des Der Pilsner Kreis der tschechischen Arbeiter-| Die Festtage der DTJ. hatten auch in poli­Problems, mit dem sie sich beschäftigt, fom- turner beging im Laufe des Juni eine ganze tischen Areisen Beachtung gefunden. In Ver- Stuttgart, 18. Juni. ( Eig. Drahtb.) Dic men, sondern wird im Einvernehmen mit den Reihe großangelegter Jubiläumsveranstaltungen tretung des Präsidenten der Republik war Kanz von Kommunisten und Nationalsozia Vereinigten Staaten höchstens eine Verlän- und Festlichkeiten. Die Hauptfesttage waren ler amal erschienen. Eine Delegation der Reift en am Freitag in Stuttgart in verschiedenen gerung des Hoover- Moratori Samstag und Sonntag. Sie haben selbst die gierung und der beiden gefeßgebenden Körper Stadtteilen immer wieder neu unternommenen fühnsten Erwartungen, zu denen der eine Woche schaften hatte folgende Zusammenseßung: Die ums beschließen. Vor den amerikanischen früher durchgeführte Aufmarsch der DTJ. Minister Genossen Bechyně und Dr. Czech, Versuche, Straßendemonstrationen zu Bräsidentenwahlen, die im November 1932 Jugend berechtigte, übertroffen und Pilsen , die Aderbauminister Bradae in Vertretung des Mis veranstalten, zogen sich bis nach Mitternacht hin. stattfinden und vielleicht sogar vor dem Amts- westböhmische Metropole, wo der sozialdemokra- nisterpräsidenten Udržal, Senatspräsident Genosse eten. Zwei Nationalsozialisten mußten ins Dabei gab es eine größere Zahl von Ver antritt des neuen Präsidenten im März 1933 tische Einfluß dominierend ist, um eine macht Dr. Soukup und der Vorsitzende des tschechi - Krankenhaus gebracht werden. Bei der Schlägerei tschechießten. Zwei Nationalsozialisten mußten ins wird es zu einer endgültigen Regelung der volle Manifestation für den Sozialismus und ſchen sozialdemokratischen Abgeordnetentlubs, in einer von Nationalsozialisten veranstalteten ganzen finanzpolitischen Probleme der Welt eine neue Lebenskultur reicher gemacht. Beson- Genosse Tomaser, ferner die tschechischen und Erwerbslosenversammlung wurde auch nicht kommen, weil insbesondere vor den Wah- ders der Festsonntag nahm in Gestaltung und deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten des Kriminalbeamter durch Messerstiche verlegt. Im Ien kein amerikanischer Staatsmann eine Beteiligung den Charakter der bekannten Olym- Pilsner Wahlkreises. Streichung der interallierten Schulden zu ver- piaden unserer tschechischen Genossen an. Außer Die Pilsner Festtage waren nicht nur eine ganzen hat die Polizei 21 Verhaftungen vor­genommen. den unzähligen Delegationen aus Turner und gewaltige Turn- und Sport- Manifestation, sie treten den Mut haben wird. Die Konferenz Parteikreisen der tschechischen Genossen, die Pil- waren auch Ruhmestage der sozial- Schüsse im Ruhrgebiet. fann also bestenfalls nur zu einer 3 wijen den Stempel einer belagerten Stadt auf demokratischen Bewegung in West= Bochum, 18. Juni. ( Eig. Drahtb.) Durch schenlösung gelangen, das heißt eine brückten, beteiligte sich eine stattliche Zahl unserer böhmen und haben die kampfge= drückten, beteiligte sich eine stattliche Zahl unserer böhmen und haben die Kampige Katastrophe verhindern und die endgültige Arbeiterturner aus dem Gebiete des 6. Kreisver- meinschaft zwischen deutschen und das zahlreiche und provozierende Auf­treten der SA- und SS- Abteilungen Lösung, nämlich die Streichung der Repara- bandes, besonders der Böhmerwald - Turnbezirke, if chechischen Arbeitern aufs nene und des Stahlhelms ist es in den Städten des tionen und der interallierten Schulden vorderen Reihen von Partei- und Jugendgenossen befestigt. Ruhrgebietes am Samstag abends sehr unruhig bereiten. Ob auf Grund der Beschlüsse der ergänzt wurden. gewesen. In Witten tam es zu schweren Zu Lausanner Konferenz die Kreditwirtschaft der sammenstößen. warfen dort mit NSDAP . ein. Als die Polizei eingriff, wurde Den Auftakt zu den Hauptveranstaltungen| gen an. Fanfarenklänge ertönten und nun turn ein Beamter durch Messerstiche erheblich verlegt. des Festes bildete eine Vorfeier im Stadion ten nacheinander 1536 Turnerinnen, über 700 Die Beamten schossen daraufhin; ein Kommunist der DTI. Die biebei gezeigten Darbietungen männliche Zöglinge, dann die weiblichen Zöglinge. erhielt einen Oberschenkelschuk. In Herne lam den begeistert aufgenommen. Es wirkten u. a. mit über 700 Turnern und Turnerinnen zeigte durch- nalsozialisten und Kommunisten, wo ein National­waren in jeder Beziehung mustergültig und wur- Der Prager Kreis der DTJ. in einer Stärke von es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Natio die DTF.- Vereine Prag - Žižkov und Komotau . aus modern gestaltete Uebungen, die an die Aus sozialist schwer verlegt wurde. Vier Kommuniste Der Gesangsverein Lyra" aus Chicago brachte führenden große Anforderungen stellten und durch konnten verhaftet werden. Lieder zum Vortrag; von den deutschen Arbeiter- den fortwährenden Wechsel der Bewegungen auch turnvereinen führten die Turnerinnen aus Koso- schöne Bilder boten. Die Darbietungen der be lup einen Reigen auf. Nach dem Festabend for- reits genannten anderen Abteilungen waren alle mierte sich ein Fa delzug, der zum Ringplatz in der Ausführung eraft. führte, wo Abg. Genosse Pit die von reichem Beifall begleitete Festrede hielt. In dem Zuge marschierten 3000 Fadelträger und eine unüber längs der Straßen Epalier standen.

Welt sich einigermaßen erholen und das not- Sonntag: 50.000 3uschauer- falt 10.000 Turnende einen die Scheiben der Geſchäftsfelle der

wendige Vertrauen der fapitalstarken zu den fapitalschwachen Staaten wiederkehren wird, ist vorläufig zweifelhaft und damit dürfen auch die Hoffnungen darauf, daß der nächste Win­ter in den Industrieländern besser sein wird, ter in den Industrieländern besser sein wird, als der vorige Winter gewesen ist, nicht hoch gespannte sein. Die chaotische Teilung der Welt durch Staatsgrenzen in voneinander völlig abgeson­derte Wirtschaftsgebiete, die selbständig nicht leben können, deren Zahlungsbilanz nicht aftiv ist, wird immer wieder katastrophale Schwierigkeiten hervorrufen und die aus der ganzen Gestaltung der kapitalistischen Wirt schaft hervorgehenden Krisen verschärfen. Nur fehbare Menschenmenge, während Zehntausende fanden herzliche Begrüßung und für die gelunge hat, ordnete die portugiesische Regierung nuts

die planmäßig organisierte Wirtschaft der gan­zen Welt kann auch diese krisenverursachen den Tatsachen beseitigen und eine stetige Aus­weitung der Produktion, die nicht durch ver­heerende Krisen immer wieder unterbrochen wird, herbeiführen.

Die Beteranen weichen nicht.

In den ersten Mittagsstunden begannen sich bereits die Tribüne und Sigreihen des Stadions zu füllen. Der Zustrom der Festgäste dauerte noch bis 3 Uhr nachmittags an. Das Menschengewühl war an manchen Stellen des Festplatzes geradezu beängstigend. Allgemein wird die Zahl der Zu­schauer auf 50.000 geschäßt.

Nach dem Auftreten des Prager Kreises mar­schierten die deutschen Arbeiterturner mit ihren Sturmfahnen zu den Schwingübungen auf. Sie nen Vorführungen reichen Beifall.

Zolltrieg

zwischen Frankreich und Portugal . Lissabon , 20. Juni. Ta die französische Regierung einen 15prozentigen Zuschlag auf die Einfuhr von portugiesischen Waren eingeführt mehr die Einstellung der gesamten Berzollung von französischen Waren im Hafen von Lissa­ bon

an.

Die Massenvorführungen erreichten ihren Höhepunkt in einer symbolischen Darstellung, bei der 5412 Turner, Turnerinnen und Zöglinge mitwirkten. Diese Vorführung war der Triumph des Tages, ein Wert von großer künstlerischer Nach Beendigung der Aufführungen der Gestaltung. Es wurde dargestellt, wie eine zer deutschen Arbeiterturner erwartete Genosse Dofa schlagene Arbeiterschaft sich zum Zusammenschluß tor Czech diese am Ausgangstor und sprach ihnen aller proletarischen Kräfte durchringt, unter für die starke Beteiligung und die wirkungsvollen schweren Bedingungen um den Fortschritt kämpft Darbietungen Dank und Anerkennung aus. Das und schließlich die kapitalistischen Ausbeuter zu löste bei den Turnern und Turnerinnen sowie Boden wirft. Ein Sturm der Begeisterung hallte bei den vielen anderen ebenfalls herbeigeeilten über den weiten Platz, als diese Darstellung zu Genoffen die größte Freude aus. Für die D Ende war.

Herzliche Svationen für Genoffen Dr. Czech.

T. J. dankten die Genossen Kreisobmann Hošek und Stellvertreter Ulrych dem Genossen Czech für die Teilnahme an dem Fest. Mit der beider­seitigen Versicherung, auszuharren im gemein­

Der Zug der deutschen Festteilnehmer. Die deutschen Festteilnehmer sammelten sich Washington, 20. Juni. Die Arntee der in der Stadt und zogen in geschlossenem Zuge, Veteranen ist nicht auseinandergegangen, wie der gegen tausend Personen zählte, zum Stadion. man ursprünglich erwartet hatte. Sie ist, was Dreihundert rote Sturmfahnen und Zahl anbelangt, fogar eher angewa chien, Transparente verkündeten die Brudergrüße des denn die kleine Abnahme von ehemaligen Solda­roten Böhmerwaldproletariats an das rote ten, die in ihre Heimat zurückkehrten, wurde Biljen. Den Turnern schloß sich eine Gruppe Der Einladung zur Teilnahme an dem Bilf- famen Kampfe für den Sozialismus, und demt alsbald durch neue Demonstrationsteilnehmer er der sozialistischen Jugend in blauer Einheits­ſetzt. Die Veteranen lagern zur Zeit an sieben tor Czech gefolgt. Er wurde zusammen mit den wurde diese Abschiedsszene beendet. Stellen und erklären, fie seien fest entschlossen, in fleidung an und dann folgten die Parteigenossen ner Fest der D. T. J. war auch Genoffe Dot- Wunsch auf baldiges gegenseitiges Wiedersehen aus der deutschen Umgebung Pilsens und aus anderen Mitgliedern der Prager Delegation vom der Hauptstadt der Vereinigten Staaten so lange der Feststadt selbst. Der Zug wurde bis zum Bürgermeister der Stadt Pilsen Abg. Genossen Aufstellung begriffenen Abteilungen der tschechi Anschließend besuchte Genosse Czech die in hielten, daß ihnen der Betrag von zwei Milliar- Stadion von einem großen Menschenstrom be- Bir beim Zentralfriedhof empfangen. Genosse schen Arbeiter- Turner und beglückwünschte sie in den und vierhundert Millionen Dollars als Er- gleitet und seine Sprechchöre: Es lebe das Dr. Czech begab sich dann sogleich zur Urne sei- ciner Ansprache zu ihren großen Leistungen, rote Bilsen " wurden mit herzlichen Zurufen nes verstorbenen Freundes G. Habrmann, Auchy dort war er Gegenstand herzlichster Affla­satz für die Zertifikate voll ausgezahlt werde. Einige hundert Beteranen besetzten das von der tschechischen Arbeiterbevölkerung er- wo er einen Strauß Rosen niederlegte. mationen. Mit einem Hoch" auf die D.T.J. und Hintergebäude des Landwirtschaftsministeriums, auf das rote Pilsen verabschiedete sich Genosse das bereits vor kurzer Zeit geräumt wurde und Czech von den tschechischen Turngenossen. So schon am Montag dieser Woche hätte abgetragen wurde das Pilsner Fest zu einem weithin leuch werden sollen. Trotz allen Vorstellungen erklär tenden Symbol der brüderlichen Kampfgemein­ten die hier lagernden Veteranen, daß sie in diesem Gebäude zu verbleiben gedenken. Klasse dieses Landes.

zu verbleiben, als sie nicht sichere Garantien er­

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widert.

Das Feft der Maffe.

Jm Stadion wurde Genosse Dr. Czech von einer Abordnung deutscher Arbeiterturne­a rinnen und den führenden Genossen der Partei Kaum daß der Zug der deutschen Festteilneh- im Böhmerivaldgebiete aufgesucht, um ihm die mer im Stadion eingelangt war, so fündete ein Grüße der deutschen Arbeiterschaft Südwestböh- schaft der tschechischen und deutschen Arbeiter­Böllersignal den Beginn der Massenvorführun-| mens zu überbringen.

,, Doch", schrei ich, doch" und bekomme doch einer, so kommt doch, Leda, Leda, es ist hinterrücs eine Hand frei. Ich stoße die Tür Blutvergiftung." Er schreit überall zugleich, im Privatkontor, im Flur, in der Küche.

Schicksale hinter Schreibmaschinen. auf und stehe mitten in dem verſtummenden

Bon Christa Anita Brüd. ,, Es soll ja auch ein freier Nachmittag sein. Sehen Sie, ich bin allein. Ich unterhalte mich gern mit einer flugen Frau. Wir können zu­sammen in die Stadt fahren und Ihre Besor­gungen machen. Und im übrigen können Sie ich wünschen was Sie wollen für den Abend, so viel Schlagsahne, so viel Konfekt, so viel Cham pus Er spricht keineswegs leise. Ich spüre im Rücken dicht hinter der Tür das aufgeregte Ge­flüster, das Drohen, Drängen, Zittern, Beschwö­ren der Wartenden.

Gemurmel.

Bitterböse Blicke glizern mich an. Ich sehe nichts, als das weiße, drohende Gesicht der Gauda.

Gehen Sie doch hinein", rufe ich in mei ner Verzweiflung. Er nimmt auch Ihr Opfer an, er ist auch mit Ihnen zufrieden."

"

Die Suhl huscht nach der Tür, in der sich bereits neugierige Gesichter zeigen.

er.

Pst. Nicht so laut. Blutvergiftung sagt Er hielt sich seinen Arm. Es muß irgend etwas am Arm sein."

,, Bah, bloß Arm? Arm kann man abschnei den. Daran krepiert noch keiner."

Nun sehen alle auf die Gauda . Die Gauda ist eine der Ihren. Man erinnert sich, auch sie Seid still, Kinder, mit Blutvergiftung ist hat er vergeblich gehezt. Ja, mit der Gauda nicht zu spaßen. Seine vier, fünf Wochen liegt wäre er ebensogut zufrieden. Einer der Lauf- er zunächst mal auf der Nase." jungen ist ihr Bruder. Der Bruder geht als ,, Auf der Nase?" ereifert sich jetzt der Buch­erster hinaus. Sein Freund folgt ihm. Der halter, wäre ja noch schöner, wenn der nach all Expedient steht aufrecht an meiner Seite. Die feinem Gehure eine Blutvergiftung überstehen Jungen haben ihn gern. Murrend geht einer wollte. Ran muß er, und zivar bald." nach dem andern. Sie fahren zum Lager und Ja, natürlich, er muß ran." Alle sind wir holen die Filme. Andere bauen den Apparat uns darüber einig. Dann lassen Sie die Filme holen." auf. Ich weine, ich weine um uns alle. Still! Er wimmert. So seid doch ruhig, Das Gemurmel hinter der Tür wächst be- Um 10 Uhr fommt ein Polizist und verbietet man hört ja nichts." drohlich an. Ich spreche so leise ich fann.yden ruhestörenden Lärm des Vorführens. Haus­den ruhestörenden Lärm des Vorführens. Haus- Sie drängen in einem Knäuel nach dem Herr Murawski, ich erinnere Sie an Ihre bewohner haben sich beschwert. So müssen wir Privatkontor, öffnen vorsichtig einen Spalt der Expreffer. Sie wissen, wie das tut, wenn man am Sonntag wiederkommen. Am Sonntag von Tür. vergewaltigt wird." drei Uhr nachmittags bis abermals zehn Uhr wird der Rest vorgeführt.

Herr Murawski, ich hoffe, Sie werden meine Kollegen nicht dafür büßen lassen, daß ich Ihre Einladung nicht annehmen kann."

Run flüstert er auch, nun hält er sich nicht mehr zurück. Jch hebe blizichnell meine Arme vor die Brust und vermeide so die Berührung mit seinem unmittelbar gegen mich andrängen­den Körper.

" Ja", raunt er heiser ,,, ich kenne es. Und meil ich es tenne, weil ich weiß, wieviel damit erreicht wird, weil ich dich haben will, verstehst, weil du einen Frauengeruch hast, der mich wahn­finnig macht, weil ich weiß, wie du aussehen mußt, unterwärts, darum lasse ich keinen gehen, wenn du nicht bei mir bleibst."

Lassen Sie mich los." Ich friege dich doch."

Ich schlage Lärm."

Steiner tommt dir zu Hilfe."

Dann kommt wieder eine böse, schlimme Arbeitswoche. in

Einen einzigen Tag der Freude erlebe ich im Haus Murawiti. Es ist eine höchst bedentliche Freude.

Den Mund lächelnd offen, die Augen ver­heizungsvoll glänzend, lauschen fie angejpanut. Da! Jetzt!"

Aus dem Schlafzimmer dringt das ächzende Schelten des Schmerzgeplagten."

Der Lehrling hüpft vor Vergnügen auf einem Bein. Der Buchhalter weist ihn empört zur Ruhe und hält wieder das Ohr an den Tür­spalt, daß feiner der ergößlichen Laute ihm ent­gehe.

In aller Frühe schon verbreitet sich das Ge­rücht, Murawiti wäre aufgestanden. Einer der Laufjungen will ihm in Hut und Mantel auf der Ich sehe Fräulein Gauda an. Sie sagt mir Treppe begegnet sein. Das flingt geradezu un­wahrscheinlich, aber eine halbe Stunde später hören wir ihn tatsächlich zurückommen.

am meisten, dehnt sich wohlig wie eine Raße, als wären alle Fesseln schon gelöst und fragt gäh mend: iwe lange kann das noch dauern, bis er

Mit lautem Wehgeschrei läuft er durch weg ist?" unser Zimmer.

Ach", weiß jemand, das dauert eine ganze Ich sterbe, ich muß sterben, so hilf mir Weile. Den werden wir noch wimmern hören

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und zum Schluß wird er wohl brüllen, häuſer­weit." Voller Genugtuung über das häuserweit tönende Schmerzgebrüll tehrt jeder an seine Arbeit zurück.

Eine allgemeine Heiterleit bleibt den ganzen Tag bestehen. Ob er sterben wird und wie er sterben wird und daß er auf jeden Fall sterben muß, wird in allen Tonarten erwogen.

Nun, es folgt eine große Enttäuschung. Murawsti hat nur ein kleines Geschwür am Oberarm, von dem der Arzt gesagt hat, es müsse sauber gehalten werden, damit keine Blutvergif­tung entstehe.

Am zweiten Tag geht Murawski, leidend zwar, aber ohne jedes Schmerzgebrüll wieder durch die Räume. Er versucht vergeblich Mit­leid zu erwecken. Jeder, dem er von den aus gestandenen Schmerzen erzählt, lacht ihm ins Gesicht.

*

Nein, der Tod hat seine eigenen Gesetze, Murawski lebt weiter und peinigt seine Opfer. Aber da fehlt eines Tages Fräulein Müller. Es gibt einen Auftritt, weil ich mich wei­gere, ihr zu schreiben, sie wäre entlassen, wenn sie nicht augenblicklich ihren Dienst wieder auf­nähme. Ich weiß, wie elend das Mädel in leg­ter Zeit ausgesehen hat.

Die Beckmann soll gehen und sie wieder herbeischaffen.

Die Bedmann kommt zurüd und meldet, Fräulein Müller hätte Fieber, würde aber ber­suchen, morgen zu kommen.

Tatsächlich sitzt sie am nächsten Tage, um­widelt mit einem wollenen Schal, fiebrig gerötet, Schweiß auf der Stirn, hinter ihrer Maschine. Dringende Post ist liegengeblieben. Die zweite Stenotypistin quält sich seit Stunden über Mu­rawstis Dittat. Er tann nicht diktieren. Aus seinem Kauderwelsch wird nur Fräulein Mül­ler einigermaßen flug. Fortsetzung folgt.)