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ozialdemokrat

Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republic

12 Jahrgang.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh.

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Dienstag, 28 Juni 1932

Nationalistische Ausschreitungen in Dux.

Auswüchse der nationalen Verhetzungen.

Nr. 152.

Sonntag früh wurde der von den Turnern stört, so daß die Gendarmerie abermals en­schreiten mußte.

veranstaltete Wedruf von den Kommunisten ge Tschechische Fascisten

spicien

Dug, 27. Junt.( Eigenbericht.) Am Sams- letzt wurden Reinhart, Turn( Bruststich) und der Turner stattfinden, die Veranstalter hatten Drittes Reich

tag und Sonntag hat in Dur das Gauturnfest Pruscha, Turn( Hüftstich). der nationalen Turner stattgefunden, bei dem es zu schweren Schlägereien fam. Schon Tage vor dem Fest fursierten Gerüchte, daß der Festzug

nur bewilligt wurde, wenn die Staatsflagge

Die Warnung von Dux

Am Sonntag nachmittag sollte ein Festzug jedoch freiwillig hievon Abstand genommen. Nachmittags fanden die Uebungen statt, die im ganzen ruhig verliefen. Die Bevölkerung auf den Straßen war erregt, so daß die Gendarmerie mit Beendigung der Uebungen erfolgte der Abzug nalisten in Dug einen Fadelzug deutschnatio Mühe die Ordnung aufrechterhalten konnte. Nach Gendarmerie. Zahlreiche fremde Turner ihnen gelungen war, eine Minderheit abzu­drängen, die Deutschen mit Messern und

Samstag abend haben tschechische Natio

Der amtliche Bericht. Meldung des Tschechoslowakischen Prek bureaus: Am 25. und 26. Juni fand hier ein aber sie müsse von einem blöden Kert" getragen und Uebungen statt. Die Teilnehmer am sams werde. Auch wurde Tage vorher gesprochen, daß tägigen Turnerumzug wurden von Kommunisten verließen mit dem Zuge die Stadt. das Fest keinen ruhigen Verlauf nehmen dürfe, überfallen, welche insbesondere die Fackelträger Ein Teil der Turner, der sich unter dem Schlagringen bearbeitet, daß drei Turner daß die Tschechen das, was ihnen vor dem Kriege angetan wurde, angriffen. Bei den Zusammenstößen wurden 24 Schuße der Gendarmerie zu Fuß zur Bahn- schwer, rund 20 leichter verletzt wurden. Die Dag das Fest keinen ruhigen Verlauf nehmen Personen verlegt, zwei von ihnen wur- haltestelle begab, wurde mit Steinwürfen angegriffen, wodurch mehrere Turner tschechische Boulevardpresse ver­wird, fonnte man schon am Samstag nachmit den in Spitalpflege belaffen. Die Gendar- verletzt wurden. Im Laufe des Vormittags sucht mit einer ans Lächerliche grenzenden tag feststellen, indem einige Rowdies in den merie war gezwungen, einzuschreiten. mußte die Gendarmerie einige Male eingreifen. Verlogenheit die Schuld an dem Blutvergie­ßen den Deutschen in die Schuhe zu schieben Straßen herumzogen, und an mehreren Stellen wofür wohl noch als Beweis herhalten der Stadt sich größere Trupps von Tschechen zu­sammenfanden. Festgäste wurden schon bei der soll, daß keine Tschechen, sondern nur Deutsche berletzt wurden! Ankunft angefeindet. Am Abend fand die Be­Die Regierungs­leuchtung des Barbarateiches statt; während der presse will die Kommunisten verantwortlich

daß die Turner die Staatsflagge wohl tragen, Gauturnfest, verbunden mit einem Umzug der Turner unter dem Schuße der naler Turner überfallen und, nachdem es

Fadelzug, an dem sich 1300 Personen beteiligten,

Auf Kosten der deutschen Arbeiter!

der Fackelzug zerriffen wurde. Zu schweren Schlafie daher nicht leisten. Deutschland fönne fizung wurde folgendes Kommuniquee ausge Kommunisten, ihre Leute ja in jeder Krawall

bereit, sich für die Streichung der Reparatio­nen attiv an einer Zusammenarbeit zum Zwecke des wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbaues Europas zu beteiligen. Deutschland habe insbesondere ein Interesse an der europäischen Währungsstabilität. Außerdem biete Deutschland Frankreich wirts schaftliche Kompensationen für die Streichung der Reparationen an, u. zw. in Form einer Erweiterung der bisherigen Wirtschaftsabkom­men der Jndustrie und in Form neuer fran zösisch- deutscher Abkommen.

,, Die deutsche und die französische Delega - bezzen und weil zum zweiten der Kommu­gation find neuerdings zusammengetreten. nismus" im Gebiete von Duy bis Brür seit Der Reichsfinanzminister hat die Gründe aus- je eine abenteuerliche Mischung von Anar­einandergejeßt, die nach seiner Ansicht zugun- chismus und tschechischem Nationalismus ist. ften einer Streichung der Reparationen Eines aber steht für jeden Unvoreingenom­sprechen, sowie die ersten Maßnahmen, die er menen- und das sind wir in diesem Streit­

für den Wiederaufbau Europas gegeben sieht. fall zwischen Deutschnationalen und Tsche­Der Reichskanzler hat die Ausführungen des chischnationalen doch wohl am ehesten Reichsfinanzministers erläutert und von einem allgemeinen Standpunkt aus ergänzt.

Der französische Ministerpräsident hat die Borbehalte gemacht, die er für nötig hielt. Die Unterhaltungen werden Mittwoch vor­mittag 10 Uhr wieder aufgenommen werden." französischer Seite.

fest:

die moralisch Schuldigen sind die Nationali­sten, in erster Linie der tschechische Fascismus.

Papen bietet Frankreich wirtschaftliche Kompensationen. machen, wobei die Prager Preſſe" noch das durch die Straßen der Stadt marschierte, fam es Lausanne , 27. Juni. Heute nachmittags tra- Die französische Delegation in Lausanne ist Stabinettstüd liefert, immer nur von Tur­zu heftigen Schlägereien. Die Turner zogen, nationale Lieder und Heil rufend, durch die ten im Hotel Beau Rivage" die deutsche und zwar zu einer Diskussion über die wirtschaft- nern" schlechthin zu reden, so daß der harm­mit Rufen: die französische Delegation zur Fortsetzung der liche Erneuerung Europas und über deutsche lose Ausländer, für den das Blatt geschrie­Straßen, Tschechen erwiderten Bfut, seu tönnt ihr bekommen" oder Baßt Besprechung über die Reparationsfrage zusam- Kompenfationen bereit, ben wird, glauben kann, es seien tschechische den Hitler schön grüßen". In der Seligerstraße men. Nach einer Erklärung des deutschen Reichs­beharrt aber weiter auf der Auficht, daß eine Turner von Kommunisten überfallen worden. bei der Post kam es zum ersten Zusammenstoß, finanzministers Grafen Schwerin von Krosigt völlige Streichung der Reparationen eine nicht Wir wollen nicht in Abrede stellen, daß Kom­nur für Frankreich und andere Staaten, son- munisten beteiligt waren. Eine strenge zu gleicher Zeit am Marktplay und in der Teplit betonte Reichskanzler von Papen in einer An­dern jogar für Deutschland selbst schädliche Untersuchung, die wir von den Behör zerstraße, wo Steine in den Zug geworfen wur- sprache an die französische Delegation, Deutsch­den und mit Stöcken und Schaufelstielen auf land tönne teine weiteren Repara­Maßnahme wäre. tionszahlungen leisten und werde den energisch fordern, hätte es erst zu er­Bei Schluß der dreistündigen Nachmittagsweisen, aber es ist denkbar, weil erstens die die Festteilnehmer eingeschlagen wurde, so daß gereien kam es erst vor dem Eingang zum eft- nicht einmal einem Borschlag, die Zahlungen geben: play, wo man versuchte, in den Festplatz einzu aufzuschieben, zustimmen, doch sei es dringen. Bei diesem Ueberfall gab es 24 Ver­lezte, davon 2 Schwerverlegte, die im Kranken­haus liegen. Die Raufszenen setzten sich bis in die Nacht fort. Als früh der Weckruf stattfand, wurde die Musikkapelle von einem solchen Rowdy wieder angehalten und am Spielen gehindert, wobei es in der Teplitzerstraße wieder zu einem Auflauf kam. Schon in den Morgenstunden sam melten sich wieder Gruppen von Tschechen am Marktplatz, welche die anmarschierenden Turner anhielten und anpöbelten. Abg. Knirsch und Bür. germeister Hartig begaben sich am Sonntag vor­mittag zur Bezirksbehörde und erhoben gegen den Ueberfall Protest. Herr Hartig wurde am Heim weg angegriffen, bespuckt und beschimpft, so dak er unter Polizeijchutz heimgeführt werden mußte. Die Gendarmerie hatte zu tun, um die Tschechen von neuerlichen Angriffen abzuhalten. Der Festzug wurde angeblich von der Gauleitung abgejagt. Die Tschechen haben am Nachmittag die Eingänge zum Festplatz beseßt und versucht, immer wieder auf der Festplatz einzudringen, Gendarmerie und Unrecht aufmerksam, das Frankreich dadurch er- darauf, daß die Deutschen heute mittags schon vinzpresse, der nationalistischen Vereine und Bolizei batten volle Arbeit, die Tschechen abzuleiben würde. Die Angelegenheit werde keines der deutschen Preſſe mitteilten, worüber in der im besonderen der Národni jednoty wird das wehren. Die turnerischen Borführungen wurden wegs besser dadurch, daß von Papen an die No te heutigen Zusammenkunft der deutschen und fran- Gift verbreitet, wird der Boden gedüngt, der vorzeitig abgebrochen. Die Festteilnehmer konu wendigkeit eines deutsch - französzönlichen Delegation erst verhandelt werden Haß und blutige Taten tragen soll. Hinter all ten nur geschlossen unter Gendarmerieſchutz zum schen Abkommens appellierte. sollte. Bahnhof marschieren oder ihren Heimmarsch in die Orte antreten. Auch dabei wurden die Tur­ner angegriffen und ihnen Abzeichen und Korn­blumen abgerissen. Unter ständiger Bedrohung und tätlichen Angriffen kamen die Turner zum Bahnhof. Der Bahnhofsplaß wurde von der Wien , 27. Juni. Ueber die letzten Be­Gendarmerie und Bolizer abgesperrt. Nun diefer ratungen in Lausanne , bei denen der österrei Borkehrung ist es zu verdanken, daß es nicht zuchische Bundeskanzler Dr. Dollfus u. a. auch größeren Schlägereien gekommen ist. Die Teil mit Dr. Benes konferierte, herrscht in öfter­nehmer aus Offet und Saan wurden in der reichischen politischen Streisen hinsichtlich der Dffekerstraße von einem Trupp diefer Elemente rage einer neuen Anleihe für Lesterreich, er­angegriffen und schwer mishandelt. Frauen und höhter Optimismus. Die französische Antwort Kinder mußten das Weite in den Feldern suchen auf das österreichische Ansuchen lautet nach den aber auf Umwegen flüchten um diesen Rowdies Informationen der österreichischen Regierungs­nicht zum Opfer zu fallen. Bis in di späten freise positiv und wird der gemischten Kom­Abendstunden hielten sich die Tichechen vor dem mission vorgelegt werden, welche sich aller Wahr- Tie, französische Regierung hat über die stundenwoche und um die Steuervorlagen geht. Eingang zum Feſtplatz auf und mißhandelten ich einlichkeit nach schon morgen damit befassen Höhe der Anleihe, die es Desterreich gewähren Der Wahnsinn, der aus den Balkenlettern der jeden Festteilnehmer, so daß die Turner nur wird. Auch die Standpunkte Frankreichs und wird, noch keinen Beschluß gefaßt, aber fie besteht schechischen Boulevardpresse spricht und der immer unter Gendarmeriebegleitung aus der Englands wegen einer wirtschaftlichen Zusam auf den Hauptbedingungen der An- jeden Europäer, der es lesen und verstehen Stadt famen. Ein Tscheche versuchte die aufge- menarbeit in Mitteleuropa sollen sich bereits leihe und will erst dann über die Modalitäten tann, eben nur als Ausgeburt eines tollens hetzten Tschechen von dem Treiben in der Offeter genähert haben. straße abzuhalten, leider mußte auch er unter größter Bedrohung die Flucht ergreifen. Die An­führer dieses Trupps waren meist betrunken.

Seit Monaten wird von den Prager Zentralstellen aus der Nationalismus der tschechischen Bevölkerung, vor allem der Hra­ničáři, der Grenzer im berdeutschten" Ge­Kühle Aufnahme aut biet, systematisch geschürt. Die Giftmischerei Die franzöfifche Delegation nahm die Dar- zosen führten in sachlichere Hinsicht an, daß sie wird in freier Konkurrenz von den Firmen Dar- zosen Stribrny, Národni Politika und legung des Reichsfinanzministers, in welcher ein den deutschen Standpunkt begreifen und zur Zu­Gegengewicht zu der Forderung der vollständigen sammenarbeit bereit seien, daß aber die Dar- neuerdings auch wieder wie zur Zeit, da Streichung der Reparationen fehlte, sehr tühi legung des Ministers Krosigk die beiden Dele- Střibrny noch ein Getreuer der Burg war, auf. gationen in feiner Weise näher brachte. České Slovo, besorgt. Durch die tausend Die französische Delegation verwies auch Kanäle der Boulevard- und dann der Pro­

Herriot machte ziemlich nachdrücklich auf das

Desterreich in Erwartung der Desterreich teilzunehmen, beharrt aber weiterhin nie ßer der nationalistischen Heze die Ka­

Anleihe.

Frankreichs Bedingungen.

auf folgenden Bedingungen:

dem steht, soweit nicht reine Parteikonkurrenz in Frage kommt, als Urheber und Nuß­pitalsmacht. Der ganze große Sokolfon­1. Die Hilfe für Desterreich bildet einen Teil greß und seine lärmende nationalistische Be­einer internationalen Aktion, die unter gleitmusik sind den Herren der Großbanken dem Protektorate des Völkerbundes stehen und der Industriekonzerne, den Drahtziehern wird: der Agrarpartei und der Nationaldemokraten

2. Die Anleihe wird dem Staate und nicht nur ein Mittel, die ideologische Plattform für der österreichischen Nationalbank gewährt; den Kampf zu schaffen, der im bestehenden 3. Die Hilfe für Oesterreich bildet einen Be- Parlament oder in Neuwahlen ausgetragen standteil einer gemeinsamen Aktion für werden muß und in dem es unter der natio­die Erneuerung Mitteleuropas und Euro- nalistischen Maske um den Krisenfonds und pas überhaupt. um die Wohnungsvorlage, um die Vierzig­

ihrer Amortisierung verhandeln.

Hirns anspricht, hat Methode.

Um das Echo auf der andern Lausanne , 27. Mai. Aus den Aeußerungen Franzöfifche Operationen in Marotto. Seite braucht man sich nicht zu sorgen. Wenn die Bezirksbehörde die Schuldtragenden des französischen Ministerpräsidenten Herriot Das bleibt nicht aus: das wäre auch ohne den Paris , 26. Juni. Die Blätter berichten über Volkssport"-Prozeß und andere Reizmittel jucht, ſo find fie wohl nur bort zu finden, wonach seiner Rückkehr nach Lausanne geht hervor, neue militärische Operationen in Marokko . Am laut geworden. Jede Provokation, die sich de nationale Verhekung gepredigt wird. Auch daß die Verhandlungen der Bariser Regierung 24. Juni baben zwei französische Abteilungen tschechische Rationalismus leistet. stärkt den unser Genosse Tandler aus Dur wurde Samstagabend von einigen solchen Rohlingen am dende Stadium getreten sind. Frankreich hat sich neue Vorstöße in das bisher noch nicht unter deutschen Nationalismus und die Hintermän­Heimweg überfallen und geprügelt. Schwer ver- im Brinzip entschlossen, an der Hilfsaktion für werfene Gebiet unternommen. ner der großen Komödie treffen zwei Fliegen

am über die österreichische Anleihe m das entschei