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Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich Heller Porto)

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Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tſchechoslowakischen Republik

12. Jahrgang.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb.

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Gonntag, 17. Juli 1932

Nr. 168.

Bolfsport" Brozeß vor dem Nazi ducken sich vor unserer Abwehr. Wer finanziert Hitler

Brünner Kreisgericht.

Endkampf um die Abrüftungs­resolution.

Eine Weisung ihrer Parteizentrale.

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Das Geheimnis um die Nazi­Millionen ist gelüftet. Es sind die Millionen, die von der Sozialreaktion jeit Jahren zur Niederknüttelung der Arbeiter­bewegung in dem Kirdorf- Fonds gejemmelt worden sind.

Prag, 16. Juli. Wie das P. T." meldet, Sie wagen sich nicht mehr in sozialdemokratische Versammlungen. hat das Oberste Gericht beschlossen, zur Berhand­lung des Voltssportprozesses das Kreisgericht Brünn zu delegieren. In Betracht kam nur Die Terrorversuche, welche die National- jie beweist immerhin, daß es den in unseren Prag oder Brünn. Das Oberste Gericht soll sich sozialisten in unserer Turner- Versammlung Ordnergruppen vereinigten erwachsenen und für Brünn entschieden haben, weil es Prag als unternahmen, sind ihnen schlecht bekommen. jugendlichen Arbeitern vorläufig gelungen ist, das politische Zentrum als nicht geeignet zur Unsere Ordner haben ihnen dort übrigens der größten Tugend unserer Nazibuben Von Zeit zu Zeit wird die Frage er­Durchführung des Prozesses ansah, namentlich nicht zum ersten Male gezeigt, daß sie auf wieder zu ihrem Recht zu verhelfen: der Feig- örtert, wo die sogenannten Kirdorf- Millionen aber, um die Kosten für Stenographen zu sparen, jeden groben Kloß den passenden Keil finden und heit. Früher kam man gern in unsere Ver- geblieben sind und ob dieser eigenartige Fond die sich bei einem einsprachigen Gericht auf daß die Erziehungswerte, die in einer Arbeiter- sammlungen, um sie zu sprengen. Nun, da es überhaupt noch existiert. Seinerzeit versuchte 80.000 Kronen gestellt hätten. schaft steden, nicht zu verachten sind. Hiebe jetzt, bleibt man zu Hause. der alte Hugo Stinnes, an diesen, von dem Die Herrschaften, die da glaubten, die Me- Die Nationalsozialisten, die es plößlich nicht Großindustriellen Emil Kirdorf verwalteten thoden der braunen Mordpest aus dem Deut- mehr nötig haben, sich mit den Terrorbanden Ruhrschatz heranzukommen. Einmal plante fchen Reich in die sudetendeutschen Gaue ver- der Roten Wehr herumzuschlagen", wollen nun Sugo Stinnes, diese Millionen im Ruhr­pflanzen zu können, haben es zeitig mit der die Aufklärungsarbeit von Mann zu Mann und kampf einzusehen. Das war im Jahre 1923, Angst zu tun bekommen. Sie wissen, daß die von Haus zu Haus durchführen. Das bleibt fampf einzusetzen. Das war im Jahre 1923, sterbende" Sozialdemokratie unangenehm wehr ihnen unbenommen; sie werden dabei nur als die Fronzosen und die Belgier in den haft ist und nicht lange fadelt, wenn es gilt, po. erfahren, daß es beträchtlich schwerer ist als das Ruhrbezirk eingerückt waren. Später, furz litisches Gassenbubentum mit den Mitteln zu Raufen und uns dünkt, daß sie sehr oft den vor seinem Tode und kurz vor dem Zusam züchtigen, die es in Ermangelung geistiger in sozialdemokratischen Werbern begeg- menbruch des Stinneskonzerns, dem auch die Anspruch nahm dabei die alberne Erwartung nen dürften, die ihre Aufklärungsarbeit verstär- Gelsenkirchner Bergwerfs- A.- G. angehörte, hegend, die kampferprobte Sozialdemokratie ken werden. machte Stinnes den Versuch, mit den Kir­werde sich von den bezahlten Söldlingen des Das Zurücpfeifen derer, die sich beim Ter- dorfmillionen den Stinnestruſt zu retten. Bürgertums einschüchtern lassen. rorisieren feine Lorbeeren holen konnten, ist einn beiden Fällen hat sich Emil Kirdorf a b= Nun hat die Leitung der Nationalsozialisti Erfolg der Abwehrmaßnahmen wesentlicher Schwierigkeiten, die noch heute oder schen Partei eine strenge Weisung an ihre Un- unserer Roten Wehr. Es wäre jedoch ehnend verhalten, mit dem Hinweis morgen vormittags erledigt werden können. Die tergliederungen erlassen, sozialdemokratische Ver- falsch, nun in der Wachsamkeit nachzulassen. Im darauf, daß es sich um politische Gel­Delegation der Vereinigten Staaten ist ständig sammlungen nicht mehr zu besuchen, bezw. die Gegenteil: wir werden dafür sorgen, daß die der" handle, die zu höheren Zweden" bemüht, daß in der Schlußresolution möglichst Terrorversuche aufzugeben. Selbstverständlich Nazis nie mehr die Lust anwandelt, sich aus der aufgespart werden müßten. start die Anregung des Präsidenten fehlen in dieser Weisung nicht die bei den Nazis Ede vorzuwagen, in die sie unsere Abwehr ge= Hoover zur Geltung gebracht werde. üblichen Beschimpfungen unserer Partei, aber trieben hat.

Noch drei Punite.strittig. Genf, 16. Juli .( C. P. B.) Außenminister Dr. Beneš setzte dieser Tage als General berichterstatter der Abrüstungskonferenz die Ko­ordinierung der verschiedenen Vorschläge zur Schlußresolution fort, mit welcher die erste Phase der Abrüstungskonferenz geschlossen wer den soll. Bis jetzt besteht noch eine Reihe un­

Heute mittags wurde der Schlußtegt der Resolution neuerdings korrigiert, wobei drei Fragen offen blieben. Es handelt sich vor allem um die Entscheidung, ob das Flieger­bombardement gänzlich beseitigt oder auf das Schlachtfeld beschränkt werden soll, weiter um

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Der Abwehrkampf des deutschen Proletariats.

die Frage der Stärke der Heeresbestände, wo- Abgeschlagener Angriff auf das

Gewerkschaftshaus in Halle.

bei die amerikanische Delegation ständig die Hooverformeln zur Geltung zu bringen trach­tet, und schließlich um die Herabseßung der Am Freitagabend überfiel eine SA- Kolonne Budgets für die nationale Verteidigung. In von etwa 100 Mann das Hallesche Gewerkschafts­dieser letzten Frage wünscht die französische haus. Die bewaffneten Angreifer, die das Haus­Delegation eine perzentuelle Herabfeßung der tor stürmen wollten, wurden mit blutigen Militärbudgets, womit die amerikanische und Köpfen zurüdgeschlagen. Sie hätten die englische Delegation aber nicht einver- zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte, von den Reichsbannerleuten wurden zwei leicht verletzt. Nach dem zurüdgeworfenen Angriff versuchten die Nazis, die SA und es in einigen Orten des Saalegebietes zu mobilisieren.

standen sind.

Man fett voraus, daß über die Probleme vom politischen Standpunkte aus noch einmal verhandelt werden wird, sobald der französische Ministerpräsisident Herriot, dessen Ankunft für Montag angekündigt ist, und einige weitere Delegierte in Genf eingetroffen sein werden. Darum wurden auch für jede strittige Frage zwei verschiedene Texte ausgearbeitet, über die noch entschieden werden soll.

Sprechen wir von anderem!

Hitler auf der Wahlreise.

Hitler hielt in Tilsit eine Rede, in der er ausdrücklich sagte, daß er über die letzten sechs Wochen nicht sprechen wolle. Das überlasse er Leuten mit dem furzen Blick. Man müsse das Berbrechen der letzten dreizehn Jahre disku

tieren.

Man nimmt an, daß Mittwoch eine Sigung des Hauptausschusses stattfinden könnte, die be­reits zweimal verschoben werden mußte. Mitt­woch oder Donnerstag fönnte dann die Haupt­arbeit der ersten Phase der Abrüstungskonferenz Der Heros der Nazimörder macht sich's be beendet sein. Die Benes- Resolution, die sich in quem. Darüber, was die deutschen Arbeiter ge= fünf Teile gliedert, bestimmt u. a ,, daß der genwätig am meisten interessiert- Not­Rüstungsstilstand, der vorläufig bis verordnung, Kürzung der Renten, Abschaffung 1. November d. J. andauern soll, um weitere der Demofratic will er nicht sprechen. Be vier Monate verlängert werde, d. i. bis Ende greiflich. Er müßte sonst sagen, daß die Nazis für Feber, bis zu welchem Zeitpunkte die erste all das verantwortlich sind, was die Papen Etappe der Konferenz beendet sein soll. Regierung dem deutschen Bolf bescherte. So spricht er denn über die letzten dreizehn Jahre. Das Doppelgesicht Amerikas. und findet Beifall bei den Leuten mit dem fur­Buffalo, 16. Juli( Reuter.) Für die ameri- zen Verstand. fanische Marine ist hier ein Großflugzeug im Bau, das das zweitgrößte der Welt werden sell. Es soll also nur der Do X" Größe nach­stehen. Die Spannweite der Tragfläche soll 100 Fuß betragen. Es handelt sich um ein Ver­suchsflugzeug, dessen Brauchbarkeit für Auf­flärungsfernflüge und Abwurf schwerer Bom­ben erprobt werden soll. Die Versuche werden im September beginnen.

Neue Zusammenstöße.

fchaft ſtellte die Rühe wieder her, wobei barrikadiert. Die den Zug begleitende Polizei

von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden mußte.

Zwei Frauen getötet.

Interessant und äußerst lehrreich ist die Entstehung der Kirdorfmillionen. Sie fällt weit in die Vorkriegszeit und ist mit dem Gelsenkirchener Zechenklub ver­knüpft. In diesem Klub sammelte Kirdorf die prominenten Vertreter der rheinisch- west­vor allem, Einfluß auf die Regierung zu er­fälischen Schwerindustrie. Der Klub versuchte

halten und hat ihn auch erhalten. Dieser Gelsenkirchener Zechenflub war die Stelle, die der alten königlichen Regierung in Preußen den Daumen ins Auge drückte". Und Kir­Frankfurt a. M., 16. Juli. In Langendorf selbst prägte das Wort, vom Herrn im jel bold bei Hanau kam es gestern abends nach Hause", als sich die Regierung im alten Preu­der Auflösung einer Erwerbslosenversammlung ßen einmal gedrängt sah, sich um die men= zu schweren Ausschreitungen. Bei der Auflösung schen unwürdigen Zustände im fam es zu tätlichen Angriffen gegen die vier im Saal anwesenden Polizeibeamten, die mit Stuhl Rheinland und Westfalen zu küm beinen und Biergläsern mißhandelt wurden. Ein mern. Kirdorf ist heute noch in der rheinisch­Polizeibeamter erhielt drei Stiche in den Hinter westfälischen Arbeiterschaft als der Mann be­fopf und in die Nase, während die anderen kannt, der aus ihrem Schweiß Millionen Polizeibeamten schwere Augenverlegungen davon münzte. Kirdorf ist wohl das größte Aus­trugen. Darauf machten die herbeigerufenen Boli beutergenic, das die deutsche Schwer­zeifräfte von der Schußzwaffe Gebrauch. Die industrie hervorgebracht hat. Noch heute zit­Tochter des kommunistischen Abgeordneten tert im westdeutschen Industriebezirk die Er­Dreßler sowie eine verheiratete Frau wurden getötet. innerung an die Kirdorischen Brutalitäten nach.

Auf welcher Seite steht das ,, Mörder- Kurz nach der Jahrhundertwende machie gefindel?" sich unter den Bergarbeitersklaven ein größe­rer Widerstand gegen die Kirdorfschen Aus­Berlin, 16. Juli. In einer Versammlung beutungsmethoden bemerkbar. Bei der in Braunschweig erflärte der nationalsozialistische beutungsmethoden Rechtsanwalt Frant, wenn die Regierung nich: Reichstagswahl 1903 verlor die von binnen 24 Stunden imftande sei, in Deutschland Kirdorf unterstützte Zechenpartei das Wandat Ordnung zu schaffen, so würden die Nationalfozia Bochum- Gelsenkirchen an den Bergarbeiter­listen zur Selbsthilfe gegenüber dem m arrit führer Sue. Rund zwei Jahre später kam es chen Mördergesindel" schreiten. Zen- um großen Bergarbeiterstreit, in dem, nach rum und Sozialdemokratie würden sich daran fahrelangem 3wist und Bruderkrieg, die gewöhnen müssen, daß auf deutschem Boden nur 3entrumsgewerkschaften mit den eine deutsche Bewegung marschieren dürfe. Die freien Gewerkschaften in in einer kommende Regierung werde nationalsozialistich sein oder es werde überhaupt feine Regierung Front standen. Das gab dem Gelsenkirchener Zechenklub, wo sich die Schwerindustrie in Emden, 16. Juli. Schwere politische Zusam geben. der Weise konzentrierte, wie heute z. B. im menstöße ereigneten sich gestern abends in dem Reichsbanner- Zeitung verboten. Düsseldorfer Industrieklub, zu denken. Man Städtchen Nordhorn an der holländischen Grenze. Als ein etwa 1500 Mann starfer Demonstra Berlin, 16. Juli. Auf Antrag des Reichs- entschloß sich, einen Kampffonds zu bilden, tionszug der Nationalsozialisten in die Nähe der innenministers Gahl ist die Reichsbanner- um die junge Arbeiterbewegung im Rhein­vorwiegend von Kommunisten bewohnten Sied-| 3eitung für zwei Nummern verboten worden. land und Westfalen brutal niederzufnütteln. lung" fam, wurde er mit Schüssen und Steinn der Begründung wird behauptet, das Blatt Es wurde eine Umlage geschaffen, die sich würfen empfangen. Die Kommunisten hatten die hätte in seiner leßten Nummer schwere Beleidi- nach dem Umsatz und nach der Beschäftigten­Straßenpflaster aufgerissen und sich dahinter ver- gungen gegen den Reichspräsidenten ausgestoßen. zahl richtete. Verwalter dieser Gelder wurde Emil Kirdorf. In den Jahren bis zum Krieg Warschau, 16. Juli .( PAT.) Der polnische famen durch Umlage Dußende von Millionen regierung, der er den Protest gegen die Verlegung als das angesehen, was man unter Abrüstung des polnischen Hoheitsrechtes in den polnischen überhaupt verstanden wissen will. Er verförpere jener Gelder geflossen sein, die die Schwer­Territorialgewässern im Baltischen Weer über­Paris, 16. Juli. Der sozialistische Abgeord- den Abrüstungswillen und scheide diejenigen, die industrie während des Kriegs durch Beschäf mittelte, die sich die Einheiten der deutschen Am nete Leon Blum erteilt heute im Populaire" die Abrüstung wollten, von denen, die sich der tigung von belgischen Deportierten in den Striegsflotte zuschuldenkommen ließen.2 13. Juli manövrierten nämlich 13 Kanonenboote dem Ministerpräsidenten Herriot eine ernste Abrüstung widersetzten. In Genf werde auch die westfälischen Kohlengruben verdiente. Wäh­unter der deutschen Kriges flagge in den polnischen Warnung. Er schreibt, am Montag werde in Entscheidung über das Schicksal der Regierung rend der Inflation war der Fonds, wie man Territorialgewässern in der Bucht von Pud in Genf das Schicksal der Lausanner Konferenz und Herriot fallen, desgleichen über die Kammer- weiß, wertbeständig angelegt. Er muß sich nach einer Entfernung von bloß zweieinhalb Meilen natürlich das der Abrüstungstonferenz selbst ent- mehrheit, die Herriot in der Nachtsigung vom der Stabilisierung der Mark durch Zins und schieden werden. Der Hooversche Abrüstungsvor- 11. Juli unterstützt habe. Zinseszins beträchtlich vergrößert haben. von der polnischen Küste.

Grenzkonflikt.

Gesandte in Berlin intervenierte bei der Reichs Blum warnt Herriot .schlag werde gegenwärtig in der ganzen Welt zusammen. In diesen Fonds soll auch ein Teil

Die Abrüstungskonferenz darf nicht ergebnisios bleiben.