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ická akademie

Einzelpreis 70 Heller.

( Einschließlich 5 Heller Porto)

II.

Hybernská ul.7.

Jentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Ifchechoslowakischen Republik .

12. Jahrgang.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb.

R.baltion u. Berwaltung: Prag II, elásanfa 18 Telepb.: 20795, 31469. Na trebaft.( ab 21 Uhr): 33858 Bonfoedamt: 57544

Gamstag, 23. Juli 1932

Nr. 173.

Wie preußische Aemter jetzt Genossinnen und Genossen! Die Unbelehrbaren.

lügen!

ben.

Eine Rundfunkrede aus Moskau ließ die Wir gaben vorgestern die Nachricht wieder, Unser organisatorischer Apparat hat allen von uns wird sich dieser Verpflichtung entziehen ser Tage die Arbeiter Deutschlands und weit die das Tschechoslowakische Preßbüro, unterrich Stürmen der Zeit standgehalten. Troß Arbeits- wollen. darüber hinaus aufhorchen. Es war am Tage tet von einer amtlichen preußischen Stelle, losigkeit und Kurzarbeit haben es alle Partei- In Deutschland spielen sich Kämpfe vor der Errichtung der Militärdiktatur in über die Schießerei im Stralsunder Fal- mitglieder als ihre vornehmste Pflicht angesehen, ab, die von schicksalsschwerer Bedeutung für die Preußen, als ein unbekannter Redner auf der tenlager verbreitete. Diese Nachricht schlug der der Partei jene Mittel zur Verfügung zu stellen, Demokratie und für die Arbeiterklasse der gan Moskauer Welle es als hoch an der Zeit er­Wahrheit ins Gesicht; ungefähr das Gegenteil die sie für die Schulung, für die Aufklärung der zen Welt sind. Unsere spanische Bruder flärte, daß mit Rücksicht auf den nahen Ent­von dem, was dort wiedergegeben wurde, hat breiten Massen des arbeitenden Volkes, für die partei hat bereits eine Sammlung zur Unterscheidungskampf zwischen den Arbeiterparteien daß mit Rücksicht auf den nahen Ent­fich wirklich ereignet. Agitation und für die Aufrechterhaltung des stüßung unserer reichsdeutschen Genossen einge­Gestern brachten wir wiederum eine aus organisatorischen Apparates benötigt. Es war leitet, die englische Arbeiterpartei hat gleichfalls ein Burgfrieden geschlossen werde. Alle einer amtlichen preußischen Stelle gekommene immer unser Stolz, unser Haus nur ausschließ ihre Solidarität befundet. Wir wollen und fön- christlichen, sozialdemokratischen und kommu­Nachricht, deren unwahrheit aus einer einwand- lich mit eigenen Mitteln zu bestellen. Diesem nen nicht hinter diesen Genossen zurüdstehen. nistischen Arbeiter müßten einsehen, daß es freien und genauen Darstellung des Sozialdemo- Grundsatze wollen wir auch weiterhin treu blei Wir alle wissen, worum es in Deutschland geht um mehr als ein politisches Programm gehe, fratischen Pressedienstes hervorgeht. und wir wollen vor aller Welt aufzeigen, daß denn bei einem Siege des Fascismus würden Nach dieser Darstellung hat den Amtsvor- Wir gehen aber schweren Zeiten entgegen. wir den schweren Kampf unserer Bruderpartei die Arbeiter und die Arbeiterbewegung auf steher des Ostseebades Kingster nicht ein Kom- Der sich seiner Verantwortung bewußte Partei- in Deutschland wenigstens materiell unterſtüßen Jahrzehnte hinaus gefnechtet werden, darum munist ermordet, sondern ein National borstand erachtet es als seine Pflicht, die Par- wollen. Rudolf Breitscheid schreibt in sozialiſt. Die Meldung des Sozialdemokra- teimitgliedschaft auf diesen Umstand und die sich einem Spezialartikel vom 9. Juli d. J. für die ergehe an jeden Werktätigen der Ruf zur Ein­daraus für unsere Bewegung ergebende Situa Internationale Information" u. a. folgendes: heitsfront. In der Rundfunkrede war nichts tion aufmerksam zu machen. Die zu erwartende davon zu hören, daß die angeregte Ein­Zunahme der Arbeitslosigkeit im Herbst, die Der Akt der spanischen und englischen Ge- heitsfront eine solche sein solle, wie sie von Tatsache, daß in einzelnen Organisationsgebie­nossen ist ein Beweis dafür, welche Bedeutung den Kommunisten seit Jahr und Tag propa­ten schon heute fast ein Drittel des Mitglieder­man unter den Sozialisten des Auslandes dem standes durch die Arbeitslosigkeit in Mitleiden Kampf beimißt, in dem die deutsche Sozialdemo- giert wird, das ist eine Einheitsfront gegen schaft gezogen ist und daß ein Großteil dieser Iratie steht, wie sie mit gespannter Aufmerksam die sozialdemokratischen Führer und Mitglieder bereits seit Monaten einige von feit die Vorgänge verfolgen und wie sie mit flam- fommunistischem Kommando, vielmehr wurde ihnen seit einem Jahre keine Verdienstmög mendem Herzen uns den Sieg wünschen, der zu- ausdrücklich gesagt, keine Partei brauche lichkeit mehr haben, diese Momente können für gleich ihr Sieg wäre. Und in der Tat, es geht ihre Selbständigkeit aufgeben, nur der Kampf die Dauer nicht ohne Wirkung auf unsere Bei­in Deutschland um alles, es geht um die Rechte, untereinander habe bis zur Niederringung tragseinnahmen bleiben. die Freiheit und das Leben der Arbeiterklasse, es des fascistischen Feindes zu ruhen. geht darum, ob auch in diesem Lande mit seiner Das schien eine andere Tonart, als man

tischen Pressedienstes lautet:

werden.

Wir wollen uns deshalb einen Parteifonds

in der gegenwärtigen Zeit gestellt wird, außer

alten und starken Arbeiterbewegung der Fascis sie bis zum Ekel und zur Lächerlichkeit der mus triumphieren oder die Bahn für die Ver­wirklichung der sozialistischen Ideen freigemacht fommunistischen Barden sonst von diesen zu werden soll." hören gewohnt war und es gab viele Arbei­

Der langjährige Amtsvorsteher Roethur ist gestern gegen 22 Uhr im Schüßenhaus" von einem Nationalsozialisten hinter rüds erstochen worden. Der Mörder, der etwa 22 bis 25 Jahre alt ist, verkaufte Hitler Postkarten. Da er sich schon seit mehreren Tagen in Singster aufhielt, verbat der Amtsvorsteher sich diesen Handel. Aus Wut darüber begab sich der Nationalsozialist in das Schüßenhaus", wo er die Mordtat ausführte. Darauf flüchtete er in das Zentral Hotel. Hier brüstete er sich: ,, unt habt ihr feinen Amtsvorsteher mehr, aber in drei Tagen regiert Hitler und dann werde ich beguadigt." Auf der Flucht konnte der Mörder dann festgenommen schaffen. Es ergeht ein Appell an alle, die noch im ungeschmälerten Lohn oder Gehaltsbezug stehen, sich zu einer freiwilligen monatlichen Der Parteifonds soll uns in die Lage versetter, die aus dieser Rede glaubten Hoffnung Die Nazipolizei, die es in einigen Spende an die Parteikassa zu verpflichten. Der zen, den vorstizzierten Aufgaben gerecht zu wer- schöpfen zu können. Wie, so frugen sie sich, ist preußischen Orten gibt ,, bemüht sich, die Meinung Parteivorstand überläßt es jedem einzelnen den. Wir sind davon durchdrungen, daß die in man in Moskau endlich dahin gelangt, ein­des Herrn Papen von der Kulturmission der Parteimitgliede, selbst die Steuer zu bestimmen, ständiger Beschäftigung stehenden Parteimitglie- usehen, daß die unaufhörliche Schürung der Nazi dadurch zu rechtfertigen, daß sie alle von die es der Parteikassa zuführen will. Es soll ein der untereinander wetteifern wer- eße gegen die anderen proletarischen Par­dem braunen Mordgesindel begangenen Tot Opfer in der Zeit der Not, zur Aufrechterhal- den in dem Bestreben, der Partei rasch teien der Arbeiterbewegung schwersten Scha­schläge den Kommunisten in die Schuhe tung der Schlagkraft der Partei sein. und ausgiebig zu helfen, der Par den zufügt und nicht einmal der kommunisti­schiebt. tei die Möglichkeit zu geben, für schen Partei Nutzen bringt, da die ständige Die Genossen werden sich bei Festsetzung alle fich etwa ergebenden Situa- Besudelung der anderen sozialistischen Par­dieser freiwilligen Notspende vor Augen haltentionen gerüstet zu sein. müssen, daß die Aufgaben, vor welche die Partei teien noch lange nicht genüge, um die eigene Die Einzahlung dieses Sonderbeitrages er- Anziehungskraft zu steigern, wie sich die kom­ordentlich groß und verantwortungsvoll sind. folgt unter Benüßung eigener Erlagscheine munistische Partei aus der Tatsache überzen­Jeder Tag stellt aber die Partei direkt an die Parteikassa. Die Erklä bor neue schwierige Aufgaben und rungen, mit denen sich die Parteimitglieder zur gen kann, daß ihre Verleumdungspolitik viel­kein Mensch vermag mit Sicherheit zu sagen, ob Abfuhr des Betrages an den Parteifonds be leicht dazu beitragen mag, irre gewordene wir nicht schon in der allernächsten Zeit vor eine reitfinden sollen, werden der nächsten Nummer Arbeiter ins fascistische Lager zu treiben, fei­neue Kampfprobe gestellt werden. der Freundschaft" und" Gleichheit" beiliegen. neswegs aber durch sie geneigter werden, den Die Erklärungen sind entweder direft oder ge- fommunistischen Sirenenflängen zu folgen? Wir sind Augenzeugen eines gigantischen sammelt im Wege der Lokalorganisationen an Sicht die kommunistische Zentrale endlich ein, Kampfes, der sich im Weltmaßstabe und der das Parteisekretariat der Deut- daß der unjelige Bruderzwist die stärkste Hoff­sich auch in der Tschechoslowakischen Republifchen sozialdemokratischen Arbei- nung der Gegenrevolution ist und daß jetzt, da zwischen Realtion und Demokratie, zwischen terpartei Prag II., Netazanta 18, zu die Gefahr aufs höchste gestiegen ist, niemand der Sozialdemokratic und ihren Gegnern ab, lenden. Wir rechnen zuverlässig damit, daß uns etwas anderes im Auge haben darf, als unter bis zum August zugehen spielt. werden. Den Parteimitgliedern, die sich zur Abzeitweiliger Beiſeiteſtellung aller Gegenfäße Wir müssen die Partei unter allen Umstän- fuhr eines Sonderbeitrages bereitfinden, gebt die Kräfte zusammenzufassen, um den blut­den in die Lage versezen, den kommenden Auf- dann ein Erlagschein zu, der erstmalig zur befleckten Fascismus aufs Haupt zu schlagen? Die Hoffnung, Moskau habe einen Kurs gaben gewachsen zu sein. Die Partei muß die leberweisung mit 1. September zu verwenden Genj, 22. Juli. ( Wolff.) Der Haupiausschuß Möglichkeit haben, ihre Agitation zu verdoppeln, ist. wechsel vollzogen, hat sich als trügerisch er­der Abrüstungskonferenz ist heute vormittags zu die Aufklärung der Arbeiterklasse gerade Dem in der Zeit vom 30. Oftober bis 1. wiesen. Der Kundige mußte der Moskauer jeiner, wie man annimmt, leßten Sigung in Rücksicht auf die krampfhaften Bemühungen der November stattfindenden Parteitag soll bereits Rundfunkrede von vorneherein starken Zwei­diesem Tagungsabschnitt zusammengetreten. Die Gegner noch viel intensiver zu betreiben und vor der erste Ausweis des Parteifonds unterbreitet fel entgegensetzen, denn wenn die Moskauer Beratungen zeigten dasselbe Bild wie gestern. allem für die Erfassung der Jugend alle zwed- werden. Parteidiftatoren ernsthaft daran denfen wür Alle weitergehenden Anträge der russischen Dele- dienlichen Vorkehrungen zu treffen. Der Parteivorstand ist davon überzeugt, den, ihrer Heerschar in Deutschland anzube­gation und der kleinen Staaten, die nochmals Von der Sozialistischen Arbeiterinternatio- daß sein Appell an die bewährte Opferwilligkeit fehlen, ihre Hauptfront nicht mehr gegen die einen letzten Versuch machten, den Resolutions- nale geht uns auch die Aufforderung zu, für den der deutschen Arbeiterklasse dieses Staates nicht anderen proletarischen Parteien, sondern entwurf in der Richtung einer wirklichen Ab- Matteotti fonds Sammlungen einzulei wirkungslos verhallen wird. Die Parteimitglied­rüstung umzugestalten, wurden abgelehnt, bezw. gar nicht erst zur Abstimmung gestellt. ten. Der Matteottifonds wurde vom schaft wird getreu ihrer Tradition den Partei- gegen den Hakenkreuzfascismus zu richten, Der Ausschuß beschoß, daß für die Ueber- JGB und der SAJ geschaffen, um ihnen die vorstand auch diesmal in die Lage versehen, allen dann hätte ein einfaches telephonisches Ge­wachung der Abrüstungsbestimmungen eine Möglichkeit zu geben, die Bewegung in den Län- Aufgaben der kommenden Zeit gerecht werden spräch, eine Weisung an ihre Auftragnehmer dern ohne Demokratie zu unterstüßen. Reiner zu fönnen. ständige Abrüstungskommission ein­gesetzt werden solle.

Gin feiger Raziüberfall. Dresden , 21. Juli. Ein Reichsbanner mann, der aus einer Versammlung heimfam, wurde von 4 A- Leuten und 2 Zivilisten über fallen. Er erhielt einen Schlag gegen den Kehl kopf, so daß er die Sprache verlor und nicht um Hilfe rufen konnte. Dann wurde er unter Miß handlungen in die Elbe geworfen. Nur dadurch konnte sich der Reichsbannermann ret­ten, daß er sich an einem Kahn festhielt. Das Mordgesindel ergriff die Flucht in der Annahme, daß der Reichsbannermann ertrumfen sei.

Gleichberechtigung oder...! Deutschland droht die Abrüstungskonferenz

zu verlassen.

Minister Beneš plädierte einigemale für seinen Text, und in allen Fällen wurden sämt­liche Punkte bereits am Vormittag mit großer Stimmenmehrheit angenommen.

Der Parteivorstand der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik.

Presseknebelung.

in Berlin genügt. Üm dem Zerstörungswerk der Kommunisten an der Arbeiterbewegung Einhalt zu tun, dazu bedurfte es keiner Dekla­mationen im Rundfunk über die Notwendig­feit der Einheitsfront, es hätte genügt, sie zu machen. Aber auch sonst mußte man gegen­wird. Die Gründe für das Verbot liegen angeblich über der scheinbar so plößlich in Moskau er­Der deutsche Vertreter, Botschafter Nas in einer se aritatur, die den Reichskanzler an wachten besseren Einsicht Reserve bewahren, dolny, gab eine Erklärung seiner Regierung einer besetzten Tafel darstellt, Wein trinkend und denn erst wenige Wochen sind vergangen, seit­ab, in der es heißt, eine weitere Mitarbeit Berlin , 21. Juli. Der Militärbefehlshaber dabei Notverordnungen herausgebend. dem der Führer der Kommunisten in Deutsch­Die Rote Fahne" ist auf fünf Tage ver- land, Thälmann , den Sinn der antifascisti­Deutschlands an der Abrüstungskonferenz sei für Groß- Berlin und die Provinz Brandenburg schen Aktion", zu der die sozialistischen Arbei­nur möglich, wenn die Arbeiten der Konferenz hat auf Grund der§§ 1 und 3 der Verordnung boten worden. Das Polizeipräsidium in Dresden hat die ter gelockt werden, dahin auslegte, daß diese auf der Grundlage der zweifelsfreien Aner- des Reichspräsidenten für die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung das Er kommunistische Arbeiterſtimme" bis einschließlich Aktion nichts anderes heiße, als die uner­Tennung der Gleichberechtigung der scheinen des Berliner 8- Uhr Abend 31. Juli verboten. Nationen erfolgen. blattes" auf die Dauer von vier Tagen, und Die Süddeutsche Arbeiterzeitung" in Stutt - müdliche, tägliche Entlarvung der Verräter Der Schluß der Aussprache ist für morgen zwar für die Zeit vom 22. bis 25. Juli 1932 gart ist wegen eines Berichtes über eine Rede rolle der SPD. und des ADGV." Nur größ vormittag zehn Uhr angesetzt worden. verboten. Dieses Verbot gilt auch für jede Zeitung, des Führers der Kommunisten, Thälmann , ter Optimismus fonnte erwarten, daß die die als Ersatz für die verbotene herausgegeben bis Mittwoch, den 27. Juli, verboten worden. Kommunisten von ihrer kostbaren Entdeckung,