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Dr. 68. 16. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Diena, 21. März 1899.

Reichstag .

60. Sigung, Montag, 20. März 1899, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Fürst Hohenlohe , Graf Bofa dowsky, Frhr. v. Thielmann, v. Goßler, b. Bülow, v.

Nieberding.

Mit debatteloser Erledigung einer Reihe von Rechnungsfachen beginnt die dritte Lesung des Etats.

In der Generaldiskussion beschwert sich

Abg. Schwarze- Lippstadt( 3.- auf der Tribüne in gar keiner Weise verständlich) über die Höhe des Personengeldtarifs für die Post avischen zwei westfälischen Flecken.

Abg. Frhr. v. Schele- Schelenburg( Welfe) bedauert es, daß 1866 das europäische Gleichgewicht gestört worden fei, und daß infolge dessen immer weitere Rüstungen nothwendig seien. Man sollte aber nicht stets das Heer vermehren: die Zahl der Truppen ist nicht so wichtig, wie ihre innere Tüchtigkeit. Der europäische Frieden wird durch die fortgesetzten Armeevermehrungen nicht gesichert, sondern erschüttert. Unser Hauptziel muß fein, aus dem bewaffneten Frieden" herauszukommen, und der erste Schritt dazu ist die Aufhebung der Annegion von Hannover ( Wieherndes Gelächter rechts), sodann der von Elsaß- Lothringen. ( Erneutes Ge­Tächter rechts.) Abg. von Salisch( f.)

tommt auf die Behauptung des Abg. Müller- Sagan in der ersten Lesung zurück, daß der verstorbene Landrath Schuck, um Stimmenfang für den konservativen Kandidaten zu treiben, fozialdemokratische Wähler in seiner landräthlichen Equipage habe herumfahren lassen. Ich habe in der Zwischenzeit nachgeforscht und dabei erfahren, daß der Landrath Schuck der Meinung gewesen ist, die betreffenden Sozialdemokraten hätten sich zu guten Christen befehrt.( Schallenbes Gelächter links.) 3a, meine Herren, halten Sie es denn für ganz unmöglich, daß sich auch Sozialdemokraten.)

Dicuftag,

demokratie durch deren praktisches Verhalten gewonnen werden, jo fann ich nur annehmen, daß sie ihr Programm nicht genug in die Menge geworfen. Const wirden die Leute, die ihnen jetzt so un­schuldig folgen, sehr bald sich eines Bessern besinnen.

Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt es für eine Geschmack Wenn Herr Bebel von Leuten sprach, die erst für die Sozial Tofigkeit, wenn man Vereine von Männern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für König und Vaterland zu wirken, als Kriecher­bereine bezeichne. Daß solche Vereine Sozialdemokraten aufnehmen sei ausgeschlossen durch die Tendenz der Vereine. Wenn Leute mit fozialdemokratischer Gefimmung in solchen Vereinen verblieben, so müsse er sagen, das seien ehrlose Männer.

Abg. Graf Klinckowström( kons.):

Das glaube ich, daß es den Herren von der Sozialdemokratie Abg. Stöcker( wildkons.) erwidert dem Abg. Singer, er habe unangenehm ist, daß ihnen die Gleichberechtigung mit anderen im Jahre 1884 das Versprechen mur für den Fall gegeben, daß sie Parteien abgestritten wird. Aber die Vorwürfe der freisinnigen von aller revolutionären Gefinmung zurüdtreten, ihren Frieden mit Boltspartei gegen die Striegervereine kann ich nicht begreifen. Denn der Kirche machten und in Frieden mit den bürgerlichen Parteien die Zugehörigkeit zur freisinnigen Partei ist den Kriegervereinlern leben wollten. Sozialdemokraten, die das versprochen hätten, wären ja nicht verboten. teine Sozialdemokraten mehr gewesen.

Abg. v. Kardorff( Rp.) verweist den Abg. Singer darauf, daß bereits neulich Abg. b. Levezow darauf hingewiesen habe, daß der Bürgermeister von Torgau vom konservativen Wahlverein sofort desavouirt worden sei. Schwarze Schafe gebe es doch unter den Sozialdemokraten auch.

Kriegervereine Politik treiben; dadurch würden sie dann aus Krieger­Abg. Beckh- Koburg( frf. Vp.) bedauert, daß in vielen Fällen die vereinen zu friecherischen politischen Vereinen. atar con

fchiedene Erklärung. Abg. Müller möge einmal mit Herrn Singer Abg. v. Staudh( t.) dankt dem Staatsfekretär für seine ent­in einen Kriegerverein gehen und dort den Ausdruck, Kriecherverein" Beifall rechts.) gebrauchen; sie würden dann nicht mehr heraustriechen tönnen.

Im Uebrigen betone ich nochmals: jeder Konservative, der ein Wahlbündniß mit der Sozialdemo tratie schließt, fliegt heraus!( Lebhafter Beifall rechts.) Kriegervereine von Landräthen zu politischen Zwecken begründet Abg. Dr. Müller Sagan( frs. Vp.) behauptet, daß vielfach worden seien.

Unzufriedenheit erregen wir schon, wenn wir die Arbeiter auf die Abg. Bebel( Soz.) polemisirt gegen den Grafen Klindowström. Thaten der Junker, ihrer Arbeitgeber, hinweisen. Deshalb wachsen auch unsere Stimmen fortgesetzt.

Abg. Stöcker( wildk.): Was Herr Bebel vorgebracht hat, be­stätigt nur, daß die Sache nicht hierher gehört. Es handelt sich nicht um konservativen Stimmenfang, sondern um eine innere Angelegen­Jou Jaja heit der Berliner Bewegung, die ihre Stimmen den Sozialdemokraten Thrones und sie dürfen nicht der Sozialdemokratie anheimfallen, geben wollte. Abg. von Löbell( f.): Die Kriegervereine find Stüßen' des werden es auch nicht. Herr Müller Sagan hat nicht das Recht, einen einzigen Kriegerverein einen Kriecherverein zu nennen. Ein­geschränkt hat ja schließlich Herr Dr. Müller seine erste Be­geschränkt hat ja schließlich Herr Dr. Müller seine erste Be­Abg. Richter( frf. Vp.): Kollege Müller hat seine Behauptung

als solcher erkenne ich gewiß an, wir verurtheilen aber auf das Ent­Abg. Richter( frs. Wp): Die Berechtigung der Kriegervereine schiedenste diejenigen Striegervereine, die parteipolitische Zwecke ver folgen, obwohl dies durch ihre Statuten direkt ausgeschlossen ist Die Wahlprüfungen entrollen ein deutliches Bild von dieser poli­tischen Thätigkeit der Kriegervereine. Defters schon ist eine Wahl worden war. Gerade weil diese Leute ihr Leben für das Vaterland tassirt worden, weil durch Kriegervereine die Wahlfreiheit unterdrückt Wahlfreiheit nicht beeinträchtigen.

hauptung.

einer von den Ihrigen einmal bessert.( Andauernde Heiterkeit bei den aufs Spiel gesezt haben, sollte man ihre bürgerlichen Rechte, ihre nicht eingeschränkt, er hat nach wie vor von einer gewissen Sorte

Der Schwager des verstorbenen Landraths schreibt mir feine Worte richten sich natürlich nur gegen die Gewährsmänner des Abg. Dr. Müller- Sagan es ist eine Perfidie und gemeine Lüge, zu behaupten, daß es jemals in unserem Wahlkreise versucht worden wäre, mit der Sozialdemokratie zu pattiren oder gar auf diese mehr wie zweifelhafte Weise sozialdemokratische Stimmen zu gewinnen. Mein Schwager hatte einen solchen Vorschlag mit Entrüstung und Berachtung zurückgewiesen.

Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Vp.):

Sollen

verein bei den Wahlen zu Gunsten der Rattion mobil machen. Die ganze Debatte zeigt, daß Sie mit geistigen Waffen gegen die Sozial­demokratie nichts auszurichten vermögen, sondern zu Mitteln der Gewalt und zu Gesetzwidrigkeiten ihre Zuflucht nehmen müssen. ( Lebhafter Beifall tints.) Die General diskussion wird geschlossen. Es folgt die Spezialdiskussion. Beim Etat des Reichstages kommt

Abg. Singer( Soz.) hält dem Abg. Stöder gegenüber seine Dars Abg. Bebel( Soz.): Herr v. Klindowström hat gemeint, die stellung des Sachverhalts aufrecht. Die Rede des Grafen Klindow­beiden Leute in Sagan- Sprottau wären teine Sozialdemokraten ström ist nur ein Beweis für die Furcht vor dem Andrängen mehr gewesen. Sie sind aber erst infolge der bekannten Vorgänge der Sozialdemokratie in Ostelbien. Die Herren sind sehr aus der Partei ausgeschlossen worden. Meine Herren( nach rechts): verdrossen darüber, daß wir Sozialdemokraten die Mißstände unter den Sie sind herzlich froh, wenn Sie sozialdemokratische Stimmen be- ländlichen Arbeitern aufgedeckt haben. Bessern Sie doch diese Verhältnisse, fommen können. Sie haben alle Zeit ihre Leute erst dann desavouirt, dann werden Sie vielleicht der Sozialdemokratie einen großen Theil ihres wenn die Sache an die breite Oeffentlichkeit kam!( Sehr gut! bei Agitationsmaterials entziehen. Wir haben kein Verlangen danach, den Sozialdemokraten.) Auch der Bürgermeister in Torgau wurde daß Sozialdemokraten Mitglieder der Kriegervereine fein sollen. Meine Ausführungen damals richteten sich nicht gegen den ver- v. Posadowsky hat den Ausdruck Kriecherverein eine Geschmacklofig- von Kriegervereinen sein dürfen, sondern darum: erst desavouirt, als sein Verhalten öffentlich bekannt wurde. Herr Darum handelt es sich auch nicht, ob Sozialdemokraten Mitglieder storbenen Landrath, sondern gegen die konservative Partei. Seiner feit genannt. Nun eine Schmeichelei ist es ja nicht, aber solche Aus- Kriegervereine gesetzwidrig Politik treiben dürfen Beit ist die Mittheilung eines Saganer Blattes, daß die Sozialdemo- brücke entstehen doch nicht ohne Grund. In der That bieten die Vorstände zu Gunsten der Reaktion und Volksverdummung? Politik fraten von den Konservativen erkauft worden seien, unwidersprochen der Kriegervereine alles auf, um ihre Mitglieder zum tonservativen wird aber in diesen Vereinen getrieben, obwohl das Berbindungs­geblieben. Damals hätte man Protest erheben sollen und einen Stimmvieh zu machen. Es ist nicht der Fall, daß die Mitglieder verbot für politische Vereine noch nicht aufgehoben ist. Die Staats­Beleidigungsprozeß anstrengen, wenn man jetzt so starke Ausbrücke der Kriegervereine dem Kaiser den Eid der Treue leisten, das thun anwälte haben da aber nur Augen nach links, sie sehen die Ver­wie Perfidie und Lüge für angebracht hält. Uebrigens ist es durchaus fie als Soldat, ebenso wie auch alle Sozialdemokraten als Soldaten stöße nur bei der Opposition, nicht bei den der Regierung will­nicht das einzige Mal, daß die Konservativen sich um sozialdemo- das thun müssen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Dieser fährigen Vereinen, fie dulden es, daß die Vorstände der Krieger­kratische Stimmen bemüht haben, ich erinnere nur an den bekannten Eid bezieht sich aber nur auf ihr militärisches Verhältniß zum Fall in Plön - Lauenburg. obersten Kriegsherrn. Daher treiben die Sozialdemokraten auch in der Abg. v. Stockmann( Rp.) Armee keine Politit, wohl aber die Konservativen, und diese vor allem auch tritt für die hohen Aufgaben der deutschen Kriegervereine ein, die in den Striegervereinen. Wenn Herr v. Staudy behauptet, daß in dem der Abgeordnete Müller- Sagan dadurch beschimpft habe, daß er be- Verband von Striegervereinen, dem er vorsteht, auf die Mitglieder hauptete, fie werden zuweilen Kriechervereine genannt. Die Krieger- fein Druck ausgeübt wird, so muß ich es ihm glauben, da er es vereine sind die Stätte der Hehrsten Ziele und der edelsten Tugenden, fagt; sein Verband ist dann aber jedenfalls ein Musterverband, der sie haben auch eine eminente sozialpolitische Bedeutung, weil sie ganz vereinzelt dasteht. Ich habe hier eine Mittheilung über den Ausgleich aller Stände bewirken.( Bravo ! rechts. legte Gemeindewahl in Große die Heiterkeit links.) Die Stimmabgabe bei dieser Wahl ist bekanntlich öffentlich, öffentlich, und fo ließ der Vorstand des dortigen Kriegervereins, des dortigen Kriegervereins, wohl in auf die Aeußerungen des Abg. Dr. Lieber über die Ausschmückung der Furcht, daß finnt sein könnten, eine Aufforderung, wonach jedes Mit- Maler Stud gerichteten Angriffe, wenn er auch selbst eine einzelne Mitglieder jozialdemokratisch des Reichstags zurück. Er bedauere die heftigen gegen den Er bedauere auch glied verpflichtet wäre, sich an der Wahl zu betheiligen. Aus Aenderung des Bildes wünschen möchte. und den der Nichtbetheiligung an der Wahl werde auf sozialdemokratische die Angriffe auf Herrn allot Bildhauer Die Auseinandersetzungen des Abg. Müller- Sagan über den Gesinnung geschlossen werden und der betreffende aus dem Verein Hildebrandt. Die Kommission habe sich ja inzwischen schon Landrath Schud beruhen anf vollständiger Wahrheit, Ich selbst habe ausgeschlossen werden. 1890 in jenem Kreise kandidirt und kann bezeugen, daß sowohl der am Harz bekannt. Ein zweiter Fall ist mir aus einem Orte über einen neuen Urnenentwurf verständigt. Hildebrandt sei ein Landrath wie der Vorstand des konservativen Wahlvereins in der des Kriegervereins jozialdemokratisch gestimmt hatten, und des- darauf hinweisen, daß alle Ausschmückung bisher im Einverständniß Dort wurde es bekannt, daß einige Mitglieder hervorragender allseitig anerkannter Künstler. Uebrigens müsse er That jene beiden Leute zum Stimmzettel- Bertheilen ge- halb wurde die Auflösung des Kriegervereins vom Landrath bestimmt. mit der Reichstagsbau- Kommission erfolgt sei. Angriffe gegen die kauft haben.( Widerspruch rechts: Waren keine Sozialdemo- Hätte ich diese Debatte vorausgesehen, so hätte ich Ihnen eine sehr Ausschmückung richteten sich also auch gegen die Kommission. In fraten!) Damals waren sie allerdings noch Sozialdemokraten. Erst große Anzahl ähnlicher Fälle heute noch vorführen tönnen. Daß fachverständigen Kreisen sei man allseitig der Meinung, daß die 1893, nachdem sie eben wegen jener Wahlgeschichte aus der Partei übrigens solche Beschwerden fast ausnahmslos aus dem Königreich Reichstagsausschmückung bautechnisch ganz hervorragend gelungen ausgeschlossen wurden, da sind sie zur befeligenden Kraft der Kirche Preußen und aus Sachsen tommen, zeigt doch, daß es auch anders sei. Die Befugnisse des Herrn Wallot seien eingeschränkt, er zurückgekehrt. In jenen Streisen pfeifen es aber die Sperlinge geht, wenn man eben nur anders will. Anstatt Politik zu treiben, müsse für alle Dinge Modelle einreichen, aber weder der von den Dächern, daß die beiden Leute noch als Sozialdemo- follten die Kriegervereine nur die Geseze innehalten. Es besteht Reichstag noch der Bundesrath werden einen besonderen traten von den Konservativen gekauft wurden, und zwar nicht nur aber das Verbot des Inverbindung tretens solcher Geschmack in der Kunst vorschreiben können. Er möchte vorschlagen, durch den Landrath, sondern direkt durch den Vorstand der ton Vereine und doch besteht, wie bekannt, eine solche Wer Herrn Wallot auch fünftig die Ausschmückung des Reichstages gu fervativen Partei. bindung der Kriegervereine. Es ist geradezu ein überlassen, vielleicht kann man ihm einen Beirath geben, denn die werden. Standal, daß solche Ungesetzlichkeiten vom Staate geduldet Kommission des Reichstages ist zu heterogen zusammengesetzt, fie wechselt zudem in allen Legislaturperioden. Herr Wallot werde Staatssekretär Graf Posodowsky: sicher die Männer finden, die fähig sind, das Werk zu vollenden, auf das wir heute schon alle Ursache haben, stolz zu sein.( Beifall.) Abg. Dr. Lieber( 8.):

Abg. v. Ducis( f.)

tritt mit der gleichen Entrüstung derselben Aeußerung des Abg

Müller- Sagan entgegen.

Abg. Zubeil( Soz.):

Abg. v. Kardorff( Np.) findet, daß dadurch die Behauptung des Abg. Müller- Sagan hin­fällig geworden sei. Es mag ja nicht schön sein, wenn man Sozial­demokraten zum Vertheilen von Stimmzetteln ankauft; aber ein Paft mit der sozialdemokratischen Partei ist das nicht.

Abg. v. Salisch( fons.)

Kottbus.

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In den Statuten der Striegervereine steht ausdrücklich: Aufgabe des Vereins ist die Pflege der Treue zu Kaiser und Reich. Wer auf sozialdemokratischem Standpunkt steht, kann hiernach nicht Mitglied

erklärt, daß die Leute überhaupt nicht gekauft, sondern einfach für eines Kriegervereins bleiben. Thut er es dennoch, so begeht er eine ihre Thätigkeit bezahlt worden seien.

Abg. Singer( Soz.):

werke.

Abg. Freiherr Heyl zu Herrnsheim

Ich ergreife mit Vergnügen die Gelegenheit, um auf Vorwürfe zu erwidern, die mir bon vielen Seiten außerhalb des moralisch unwürdige Handlung, weil er heuchelt, und ein solcher Hauses zu theil geworden sind. Ich habe kein allgemeines Mann ist in meinen Augen ein Mann ohne Ehre. Urtheil über die künstlerische Bedeutung des Herrn Stud Es ist merkwürdig, daß Herr v. Salisch garnicht auf den Fall vereine mur dadurch erklären, daß sie den Herren auf der Linken un- ichlechteste Leistung ist, die wir hätten erwarten können.( Hört! hört!) Abg. v. Brockhausen( t.) kann sich die Erregung über die Krieger- abgegeben; ich habe nur gesagt, daß dieses spezielle Bild die denkbar in Lauenburg eingegangen ist. Damals fam zu dem Stimmen­fauf noch eine Namensfälschung. bequem werden. Ein Angriff auf Herrn Wallot bedeutet ferner keinen Angriff auf die Es ging meinem Kollegen Molkenbuhr angeblich von einem Schuhmachermeister ein Brief als Kriechervereine als unerhört. Die Kriegervereine werden es nie zu theil geworden sind. Abg. Graf Arnim( Np.) hält die Bezeichnung der Kriegervereine deutsche Kunst. Das gegenüber den Ovationen, die Herrn Wallot Es ist durchaus in der Ordnung, daß zu, indem er angefragt wurde, welche Vergütung er verlange, wenn verstehen, daß sich Leute zu ihnen gesellen wollen, die die Vaterlands- Herr Wallot es gelänge, die Stimmen der Sozialdemokraten auf den konservativen liebe aus den Herzen reißen wollen. in Zukunft uns die Entwürfe der Kunst er vorlegt, ehe Kandidaten zu vereinigen. In diesem Worte bereinigen" liegt es Künstlern die Verträge mit den Abg. Bebel( Soz.): Bereits vor fünfzig Jahren hat der abschließt. Der Reichstag soll nicht 30 000 m. bezahlen müssen für ausgesprochen, daß ein Batt abgeschloffen werden sollte. Moltenbuhr Kladderadatsch" den Ausdrud Kriechervereine auf die Kriegervereine Dinge, die er nicht mag. Was die Urnen des Herrn Hildebrandt be­hat selbstverständlich die Zumuthung entrüstet zurückgewiesen und als angewandt, die zu reaktionär politischen Zwecken gegründet trifft, so sollen die nackten Männer das deutsche Volk darstellen. Ich der Brief nun, um den Verfasser zu ermitteln, veröffentlicht wurde, wurden. schlug dem eigentlichen Verfasser das Gewissen. In einem Briefe teinen Kriegerverein ein. Ein überzeugter Sozialdemokrat tritt ohnehin ohnehin in bedauere wirklich, daß das deutsche Volk so bis auf den letzten Faden theilt er mit, er nehme teinen Anstand zu erklären, daß er der Ver- Vereinen, ehe sie überhaupt sich eine politische Ueberzeugung gebildet Basen hat die Ausschmückungs- Kommission den Stab gebrochen. Aber die Leute sind oft jahrelang in den ausgezogen ist.( Heiterfeit rechts.) Ueber die Hildebrandt'schen fasser sei, nachdem diese Angelegenheit infolge falscher Auf- haben. Später werden sie erst Sozialdemokraten oder werden durch( Heiterkeit Iints), fie werden nicht angefertigt werden, obgleich sie faffung und Auslegung so viel Staub aufgewirbelt habe. bas praktische Verhalten der Sozialdemokratie bestimmt, für sie zu ein Schmuckstück auf der Pariser Weltausstellung bilden werden. Ferner erinnere ich die Herren Konservativen auch an den stimmen, dann haben sie aber manche Gründe, aus dem Verein, Es ist gegen mich wegen meiner Aeußerungen letthin auf der Fall des Bürgermeisters in Torgau . Doch die Konservativen bem fie so lange angehören, nicht austreten zu wollen. Und dazu ganzen Linie eine Janitscharenmufit losgelassen worden. Da muß forgen ja reichlich dafür, daß unsere Parteigenossen dergleichen Zumuthungen nicht hereinfallen. Auch heute wieder hat politischen Vereine sein. auf haben sie ein volles Recht. Denn die Kriegervereine sollen teine ich doch eines bemerken: Als von einem erhabeneren Munde das Wort vom Gipfel der Geschmacklosigkeit fiel, da war in allen Wipfeln es sich gezeigt, daß die Herren alle Ursache haben, vor ihrer eigenen Der Herr Graf Posadowsky hat mit teinem Worte meine Be- des deutschen Künstlerwaldes Ruh. Niemals hat sich der Künstler­Thüre zu kehren. Ich erinnere Sie auch an die Verhandlungen Hauptung widerlegt, daß die Kriegervereine sich durch ihr In stolz vor Königsthronen glänzender, ich will nicht sagen bewährt, seinerzeit zwischen Herrn Stöcker und den hiesigen Sozialdemokraten. verbindungtreten einer ungesetzlichen Handlung schuldig machen. aber blamirt.( Sehr gut! links.) Wenn aber blos ein Abgeordneter Herr Stöder versprach damals für die Aufhebung des Sozialisten Wenn Herr Graf Posadowsky hier erklärt hat: tein Krieger- des deutschen Volkes Kritik übt, so ist das ein Angriff auf die gefeges zu wirken, falls er in Berlin gewählt würde. Der Abscheu vereinsmitglied darf Sozialdemokrat sein, so ist das ebenso unrichtig, deutsche Kunst. t der Konservativen vor sozialdemokratischen Stimmen fann also nicht wie der Satz, daß kein Beamter Sozialdemokrat jein darf, weil er Die gesammte Heraldik in der Ausschmückung stellt nach dem so ernst gemeint sein; ich muß da immer an den bekannten Vers als solcher den Eid der Treue geleistet. Diese Männer leisten nur Urtheil der Fachmänner lauter Phantasiewappen dar, bis auf ein denken:" Blamir mich nicht, mein schönes Kind, und grüße mich den Eid, ihre Amtspflicht treu zu erfüllen. Weiter nichts. Sie ver- einziges.( Hört! hört! rechts.) Die Symbolik ist unverständlich, nicht unter den Linden, wenn wir nachher zu Hause find, wird sich zichten feineswegs auf das Recht ihrer Ueberzeugung. In anderen tros der Erklärungen, die Herr Hildebrandt seinen Figuren gegeben. schon alles finden.( Heiterkeit. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staaten fällt es auch niemand ein, an einen Beamten ein der Vielleicht kann mir einer der Herren hier erklären, was im Speisesaal Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) artiges Anfinnen zu richten. Und wenn man in Deutschland nicht das Distelornament bedeutet.( Große Heiterfeit.) Der Reichstag hat gar so reaktionär wäre, so dürfte man so etwas doch hier nicht vor- die Pflicht, den gesunkenen Geschmack, wie er sich in dem wilden bringen.( Sehr richtig! links.) Schaffensdrang heute zeigt, zu heben.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. v. Kardorff( Np.):

bemerkt gegenüber dem Abg. von Kardorff, er habe in der ersten Lesung garnicht von einem Baft gesprochen, sondern von einem tonservativen Werben um sozialdemokratische Stimmen. Mit der gewissen Sorte von Kriegervereinen, mit den Kriechervereinen habe er nur die Vereine gemeint, die über den Rahmen ihrer Aufgabe hinausgingen und Politit trieben.

Abg. Graf Klincowström( t.) hält es für festgestellt, daß in Sagan nur Leute als Bettelvertheiler benutzt worden sind, die ihre frühere Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei bereut haben.

Staatssekretär Graf Posadowsky:

Was ich von den Mitgliedern der Kriegervereine sagte, gilt natürlich auch von den Beamten: Ein Beamter darf nicht Sozial­demokrat sein, denn er bricht dadurch seinem König und Fürsten die Treue. Ein Beamter, der einer Partei angehört, die sich zum Republikanismus bekennt, ist ein unwürdiger Geselle in meinen Augen.( Heiterkeit links.)

Das Stuck'sche Bild ist von der Ausschmückungs- Kommission auf ausdrücklichen Wunsch des Herrn Wallot wieder hervorgeholt worden. Die Hildebrandt'schen Vasen eignen sich absolut nicht als Abstimmungs­urnen. Was das Reichstags- Gebäude selbst anlangt, so ist für sein unschönes Aussehen Herr Wallot verantwortlich zu machen, obgleich die Aenderungen nicht von ihm herrühren, denn er hat sich mit ihnen