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Freitag, 3. Feber 1933

,, Der Tag" feiert Hitler .

Die neue Wendung bereits vollzogen.

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Nr. 29

Beginn: 31. Mai 1933. Tagesordnung: Vierzigftundenwoche, Arbeitslosenversicherung. Beratungen des Verwaltungs­rates des Internationalen Arbeits­amtes in Genf . Am 1. Feber d. J. traten in Genf die Mitglieder des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes zusammen, um den Bericht der Vorbereitungskonferenz Her a b- sezung der Arbeitszeit auf 40 Stunden wöchentlich und die entsprechenden notwendigen Maßnahmen, die dieses Problem erfordern, zu treffen. Wie schon festgesetzt wurde, wird der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits­amtes den Bericht über die Arbeitszeitherab ehung der Internationalen Arbeitskonferenz vor­legen, die am 31. Mai 1933 in Genf eröffnet werden wird. Die im Mai und im Juni tagende

fei wirklich religiös erzogen, der auch die reli-| geschichte nach der Bibel und alle Greuel des nüße nicht: Nun denn benüßet alle die gelben Bundesgenossen der Reaktion gefallen giösen Pflichten erfüllt. Nun sollte man mei- alten Testaments als moralische Richtschnur erlaubten Mittel..." heißt es im sind. Sie zählt der Herr Karg nicht. Ihr Blut nen, daß derjenige, der in Religion recht unier- bietet, und man ist fühn genug, die Autorität Hirtenbrief. Was dem einen recht, muß dem aber ist nicht umsonst geflossen. Millionen sind richtet wird, eben das Bedürfnis fühlen werde, des Staates von der Kanzel herab zu bestrei- andern billig sein. Wenn die Klerifalen den gleich ihnen bereit, ihr Leben der Freiheit zu zur Messe und zur Beicht zu gehen. Die ten, während man sie sonst, wenn es den Kulturkampf wollen, dann sollen sie ihn baben. opfern. Dann: wehe den Bedrüdern! Bischöfe aber, gelehrter als wir Laien, bewei Schutz der Klerikalen gilt, immer im Munde Aber dann werden auch die Andern, deren Internationale Arbeitskonferenz sen uns, daß man den Menschen in den führt. Man ist fühn genug, in der schamlose- Geduld jahrzehntelang groß genug war, alle Beichtstuhl und zur Messe zwingen muß, sten Weise in einen politischen Kampf einzu erlaubten Mittel anwenden und um ihn religiös zu erziehen. Ihnen schwebt greifen und als Kampfmittel ,, Gebets- und dann wird es auch am Staate selbst sein, alle noch immer der Beichtzwang für neunjährige Opferkreuzzüge, vor allem bei den Kindern" verfassungsmäßigen Mittel anzuwenden, um Kinder, die meist erst aus den famosen Beicht zu empfehlen. den übermütigen Kirchenfürsten das Handwerk spiegeln erfahren, was es alles für Sünden" Freilich trauen die Bischöfe der Waffe zu legen, um die Heßmäuler der Pfaffen zu gibt, als das Jdeal vor. Sie verwerfen zwar des Gebetes nicht ganz. Gebet allein stopfen! die sexuelle Erziehung der Kinder, halten es aber für moralisch, daß ein Beichtiger die zehn­jährigen Mädchen über ihr Geschlechtsleben ausfragt und die Buben eraminisiert ob sie Unteuschheit allein, mit anderen Buben oder mit Mädchen getrieben hätten, um ihnen dann noch die Höllenqualen anschaulich vor Vor einigen Wochen rückte Der Tag" in Das Geheimnis von Hitlers, Redekunst sei, so Augen zu stellen. aller Form von Herrn Hitler ab. Er las ihm schreibt Karg, noch nicht ergründet. Hitler sei Es wird nicht mehr lange dauern und wegen seiner Unduldsamkeit und seiner Phanta- eben einer der ganz Seltenen, die dem Volke wir werden wieder die frecheren Forderungen ftereien gehörig die Leviten und stellte dem Groß- aus dem Herzen reden. Herr Karg irrt: Arbeitskonferenz wird weiters die Frage der Ar­Hitler ist vielen, die den Dummen, den des Klerikalismus aus der Aera Taaffe, Tag" bekannte sich zu straffer; damit hatte er Gläubigen, nach dem Munde reden. Er ist Arten der Hilfe für die Arbeitslosen, die Alter die Lichtensteinschen Schulforderungen hören, feinen zweiten Verrat an Hitler vollzogen. Den ein besonders gerissener, ein besonders nieder­die sich nicht schamhaft um das Wesentliche ersten hatte er im Jahre 1923 begangen; nach dem trächtiger und, da ihm die allgemeinen Verhält- versicherung, die Invaliden- und Lebensversiche­drückten, sondern sich offen zum Programm Münchener Butsch nannte er ihn eine eitle nisse günstig waren, auch ein besonders erfolgrei- zung, ferner das Problem der Abschaffung der der Volksverdummung, zur Rüd- Primadonna". cher Demagog. Und wenn Karg meint, das Ge- honorierten Aemter und die Frage der Arbeits­tehr zur sechsjährigen Schulpflicht und zur Es war vorauszusehen, daß den Tag" die beimnis" entdeckt zu haben, das darin bestehe, daß methoden in den Glasfabriken behandeln. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits­Einführung der Fünftagewoche in den Schu- zweite Abkehr von der Primadonna noch gereuen Hitler ein Herzstück" des Volkes ſei und doch amtes soll ferner die fünftige Tagesordnung der len bekannt haben. Und warum verlangen un- und daß er, falls es der Trommler doch noch zu über dem Volte stehe, so wagen wir ihm nicht zu arbeitsfonferenz für das Jahr 1934 festsetzen. Es Amt und Würden brächte, seinen Verrat verraten widersprechen; was will das Urteil von Fach­sere Herren Bischöfe nicht gleich die Wieder- wird. Und siehe da: laum ward Sitler leuten einem Laien gegenüber bejagen, der ein handelt sich vorläufig um vier Fragen: Die Er­herstellung der Konkordatsschule, wo Reichstanzler, liegt Herr Karg Krebsgeschwür mit einem Herzstüd ver- weiterung des Verzeichnisses der Krankheiten, die zwar Folge bestimmter Beschäftigungen sind, Vor­rasieren, ministrieren, läuten, Bälge treten, In der Ausgabe vom 2. Feber( Hornungs) Karg, der Erivägungen darüber anstellt, ob fehrungen gegen die Arbeitslosigkeit junger Ar­Hoftien backen und die Meßgewänder reinigen widmete er dem eitlen Fant, den die Junkerregie- Hitler diftieren will und wird, bekennt sich zum beiter, die Beschäftigung von Frauen in den mußten?! Das war doch noch eine idyllische rung zu ihrem Reklamechef gemacht hat, einer Diftator Hitler. Ueberall werde jetzt nach dem Rohlengruben und der bezahlte Urlaub der Ar­Zeit wahrer religiöser Erziehung, damals gings langen Leitartikel. Adolf Hitler Adolf Hitler- Von War starken Manne gerufen; im modernen Staat ge- beiter. Der Verwaltungsrat wird schließlich die Anregungen außereuropäischer Staaten auf Ver­aufwärts im Zeichen der katholischen Schule. Sarg", so ist das Jubellied überschrieben. Wahr- nüge das altliberale System nicht. Nun, Herr Karg wiederholt da Ansichten, tiefung oder Mitarbeit an der Organisation der Oder sind die Niederlagen von Solferino und haftig, dieser Adolf Hitler ist wirklich von May Karg! deren Verderblichkeit für die Deutschen Arbeit behandeln; außerdem werden die Berichte Königgräß nicht Beweise für die Lebenskraft in der Tschechoslowakei mir wiederholt und Protokolle von verschiedenen Kommissionen, gewesen, die ein Staat aus der religiös- fitt­aufgezeigt haben: was meinte er, wenn seine Ge- die in der lezten Zeit in Genf tagten, geprüft lichen Erziehung seiner Landeskinder in der dankengänge auch im tschechischen Volt einmal werden. Schließlich wird der Bericht des Direk Konkordatsschule erhält?! Boden fänden, wenn etwa ein Stribrny, dem Sit- tors Butler über die Tätigkeit des Internationa ler geistig überlegen und moralisch ebenbürtig, len Arbeitsamtes behandelt werden. mit dem von Karg geschmähten altliberalen" System aufräumte? Daz Herr Karg dann keine Leitartikel mehr im Tag" schreiben könnte, wäre wohl noch zu ertragen. Daß jedoch das deutsche Bolt in der Tschechoslowakei in seiner Gesamtheit Kerkerluft atmete, wäre eine weit schlimmere An­

der Lehrer die Kirche kehren, den Pfarrer schon wieder vor ihm auf dem Bauch. wechselt?

Deutschland sei, so schreibt Karg, zivar reich an flugen und gescheiten Beuten, aber arm an großen Demagogen und Volksrednern". De magog? In des Wortes heutiger Bedeu tung ist Hitler der größte der gegenwärtig in Europa agierenden.

jest

Aber nicht nur die Religion, auch die Gerechtigkeit" muß herhalten, die kleri­falen Forderungen zu motivieren. ,, Wir ver­Ein braver Parlamentarier der Bayerischen langen teine Privilegien und keine Volkspartei habe Herrn Karg einmal versichert, Vorrechtstellungen" sagen die Bischöfe, aber daß Hitler ein Narr sei, der im Irrenhaus die demokratische Gleichberechtigung aller enden werde. Der Brave werde, so meint Karg, Eltern und Lehrer genügt ihnen eben doch ieht wenig erstaunt sein, daß er des Reiches Stanz­erstuhl mit einem Narrenhaus verwechselt hat. nicht. Sie haben die Kühnheit, die Dérerschen In der Tat: das Erstaunen, daß ein Hitler auf Vorlagen als dem Staatsgrundgesetz zuwider den deutschen Kanzlerstuhl statt ins Narrenhaus laufend zu bezeichnen, das den Minderheiten tam, dürfte sehr groß sein. Nicht nur bei ,, um so mehr der katholischen Majorität" volle dem Bayern. religiöse Freiheit gewährleistet. Als ob die Schulvorlagen irgendwem die Freiheit des religiösen Bekenntnisses, der religiösen Uebun­gen und der religiösen Erziehung bestreiten würden! Die Dérersche Reform schafft die Möglichkeit, daß die Klerikalen die Landes­und Bezirksschulräte erobern und völlig beherr­schen, wenn wirklich ,, das Gewissen der Mehr­heit dieses Volkes" hinter ihnen steht, wie der Hirtenbrief behauptet. Man will eben, wir müssen es immer wieder sagen, nicht Rechte, sondern Vorrechte. Man will nicht Glaubensfreiheit für die Katholiken, sondern Gewissens zwang für alle Eltern, die ihre Kinder modern erzogen wissen wollen, die sich nicht damit einverstan­den erklären, daß man ihnen die Schöpfungs­

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gelegenheit.

Auflösung des spanischen Parlaments?

Die Folge der Grausamkeiten in Cajas Vijas. Paris, 2. Feber. Wie das Journal" aus Madrid berichtet, wurde gestern die erste dies Herr Karg freut sich, daß es, als Hitler den jährige Session der Cortes mit einer Interpella­organisatorischen Machtapparat einschaltete, einen tionsdebatte über den Aufstandsversuch von Casas hörbaren, na d 3" gegeben hat. Es wird, dessen Vijas eröffnet. Mehrere Abgeordnete hätten die fann Herr Karg versichert sein, noch mehr geben Regierung und namentlich den Innenminister ,, Es gab teine Schlechtigkeit, die ihm von als einen Knads, wenn die Lakeien der Junker heftig angegriffen und den Vorwurf erhoben, daß feinen Gegnern nicht nachgesagt wurde. Einmal versuchen sollten, dem deutschen Arbeitsvoll seine die mit der Unterdrückung beauftragten Truppen war er von den Franzosen, einmal von der Freiheit zu nehmen. Schon frachen überall die Grausamkeiten begangen hätten. So seien in deutschen Schwerindustrie gekauft, einmal war er Revolver. Sie sind die Begleitmusit zu sinnlosen Casas Vijas acht Aufständische sofort nach ihrer ein famtibalischer Eisenfresser und dann wieder Einzelaktionen, die aber doch die Erregung und Verhaftung an die Wand gestellt und kurz darauf ein jämmerlicher Feigling und Schwächling, der den Kampfwillen der Massen widerspiegeln. Der erschossen worden. Elf weitere Extremisten, die vor seinen SA- Führern weinend um Gnade bat, Löwe Proletariat ist zum Sprunge bereit. Wenn sich in ein Haus geflüchtet hätten, aus dem sie einmal war er von den Juden bestochen und dann es um alles geht, wird dem gelben Kanzler die durch Brandlegung vertrieben worden seien, seien wieder von Mussolini für den Verrat an Südtirol Freude an seiner Rolle vergehen und Herrn Karg nach und nach festgenommen und ebenfalls er gut bezahlt. Tag für Tag ging dieses Trommel- viederunt die Freude an ihm. schossen worden. Der Unterstaatssekretär int feuer der Verleumdungen und Tendenzmeldungen Ueber 300 Tote und über 2000 Verwundete Innenministerium habe den Interpellanten ge auf Hitler und seine Bewegung hernicder. Aber der SA . haben nach dem Herrn Karg Hitlern antwortet. Die Debatte werde heute, wie das sonderbar: Je mehr Schmuz nach ihm geworfen den Weg zum Kanzlerstuhl gebahnt. Die Opfer Journal" meint, wenn der Führer der Radi wurde, desto fester glaubten seine Anhänger an sind gefallen für einen Mann, der nichts wert ist falen Lerrour das Wort ergreift, eine gewisse ihn und desto mehr nahm seinte Partei zu." als einen Fußtritt, sind gefallen für eine geistige Bedeutung geivinnen. Man rechnet damit, daß Und das ist wirklich sonderbar: all das, was und moralische Null, die unter der Vormundschaft die von der Regierung gestellte Vertrauensfrage Sitlern nachgesagt wurde, ist so wahr, wie die der Volksfeinde steht. zum Sturz des Kabinetts führen könnte, und Schande, daß er jetzt nach Hindenburg Deutsch- Wir aber, das Proletariat, haben noch zahl- man spreche sogar von einer möglichen Auflösung lands erster Mann zu sein scheint. reichere Opfer zu beklagen, die im Kampfe gegen der Cortes.

Jauch zu und erkannte Males Verdienst an, indem er ihr von seinem Anteile einen Fünfziger extra Tage auf drei Mark aufrundete.

Die Kellnerin Molly. legte. Wodurch sich Males Verdienst an diesem

Roman von Hans Otto Henel, Copyright by adfelretter- Berlag, Berlin. Nachdruck verboten.

Bildschöne junge Damen von erstklassigem

Sie fand den Weg zu einer bekannten Revue- lich würde Herr Wendigkeit sie nicht zwingen fön direktion. nen, bei der Truppe zu bleiben. Aber sie hatte ja Unzählige Mädchen verschiedensten Alters, außer dem Unterschlupf in Lissis Bette keine Woh darunter eine Anzahl nicht im geringsten schöner, nung und auch fein Geld, eine solche zu mieten. füllten das Vorhaus und die Treppen des Revue- Lissi aber, die durch Males Weggehen vielleicht palastes. Male stand mitten unter ihnen. Das brotlos werden konnte, würde ihr dann selbstvers Körperbau finden lohnende Beschäftigung. Geschnatter, um enttäuschte Erwartungen und ständlich die Unterkunft sperren. Lissi war ein Sie hatte durchaus feinen Geschmack an zwischen Male und Lissi gab es bald Reibereien. hoffnungsfrohe Erlebnisse treisend, flang Mate in gutes Mädchen, doch hatte die grundlose Eifersucht so seltenem Futter, sondern tat es nur, um sich Wan sagte Male, daß sie schön sei. Bei der Parade den Ohren. Arbeitslose Stenotypistinnen, Fami- gegen Males Schönheit sie erbittert und ungerecht am anderen Morgen ein Stück Brot faufen zu erregte sie Aufsehen. Die Zuschauer, die über lientöchter, die nirgends sonst unterkommen, ver- gemacht. Bestimmt würde Male von ihr feine tönnen. Die starten Männer, die mit Ring- und Lissi erbarmungslos Wise riffen, umschmeichelten lassene junge Ehefrauen standen unter denen, die Hilfe zu erwarten haben. mit Stolz betonten, daß sie zünftig seien. Sie Male hatte den Entschluß gefaßt. auf jeden Borkampf den Beschluß des Programms bilden Male mit geilen Späßen. Die Mitglieder der mit Stolz betonten, daß sie zünftig seien. Sie sollten, nahmen schon vor der Vorstellung den Be- Truppe, voran Herr Wendigkeit, verbargen ihre mochten bei Vereinsveranstaltungen oder als Aus Fall von der Truppe Wendigkeit loszukommen, um mehr. Natürlich schlug dieſe Welle der Eifersucht auf Broterwerb ausgingen wie sie, sondern auch den. Sie täuschte sich nicht darüber, daß sie zu, auch auf das gemeinsame Zusammenwohnen der auf ein bißchen Künstlerruhm. Selbst die Steno- Erreichung dieses Zieles das am Anfange erfor beiden Mädchen über. Male wehrte sich dagegen, typistinnen, die jahrelang als Arbeitslose gehun- derliche Geld vielleicht auf eine Weise verdienen cinen der zahlreichen Bewerber zu lieben oder als Geliebten anzunehmen. Wenn Lissi nun ihre gert oder sich prostituiert hatten, waren von Ruh werden müsse, vor der ihr immer gegraut hatte. hofe. So tief wollte sie natürlich nicht sinken. Freunde in der ärmlichen Bude empfing, so ver- messehnsucht nicht ganz frei. Sie hofften hier die Sie dachte an die Mädchen am Stettiner Bahn­hielt sich Male jo gleichgültig als möglich. Trop langerivartete große Gelegenheit zu finden. Male wußte, daß beim Paradestehen in der Aber wenn es keine andere Möglichkeit gab, 311 dem glühte Lisst in Eifersucht auf und warf mit Schaubude täglich die Linien ihres Körpers von einer Wohnung zu kommen, von der aus sich der unschönen und ipißigen Redensarten um sich. Oft schon hatte Male weglaufen wollen, aber in faum mehr als ein Berufsrisiko. Aber wirfbahnen ließ, dann würde sie diesen Preis zahlen. Oft schon hatte Male weglaufen wollen, aber geilen Augen abgetastet wurden und empfand dar- Weg zu einem Berufe ihrer Meinung nach leicht Uebrigens würde das in den Kreisen der Truppe

und die von seiten der Direktion" ausgesetzten hundert Mark Brämie zu gewinnen habe. Den Höhepunkt der Vorstellung bildeten die Sittenspiele" Liffis und Males. Die einzige Glühbirne inmitten der Bude wurde mit roja Seidenpapier umhüllt und die beiden Mädchen mimten Sehnsucht und Kuß und Sünde und Scham und Sündenfall.

Den ungewaschenen fleischfarbenen Trikot hatte Male nur mit Widerwillen angezogen und

einfach befahl, daß alle Kleider abzulegen seien,

vor der Schaustellung ihrer Körperlinien hatte sich geschämt. Aber als sie allmählich begriff, was das Essen am jeweiligen Tage und einen fleinen liche Scham tam ihr jetzt. als ein Ballettmeister nicht auffallen, im Gegenteil galt Male dort als Herrn Wendigkeits Begleinvorte zu ihren Vorfüh- Zuschuß zu Liſſis Zimmergeld reichte, hielt sie wie damit das körperliche Material" einwandfrei be- Gans und Zierliese, weil sie darbte, statt ir rungen und die Zurufe aus dem Zuschauerraum an einer harten Rette feft. gutachtet werden fönne. Wie alle anderen para- mageres Leben auf jene Weise aufzubessern, zu der zu bedeuten hatten, fühlte fie, daß ihr weit schlim- Oft versuchte sie, unter den Angeboten in der Sierte auch Male vor der Kommission von einem nach Bärenzahns Behauptung das Weib die einzig meres geschah. Diele Blicke und Worte waren Beitung eine ihr mehr zusagende Stellung zu fin- Dubend Herren, die ungeniert und laut die Vor- nötige Voraussetzung von der Mutter erbt. Auch ebenso schamlos wie die Hände des Justizamt- den, aber gewöhnlich schob sich das Fehlen aller Glüdissi, mannes, wie die Siebe des Pastors Zidmann, wie Ausweispapiere als Riegel vor. Ein Zufall liek geführten tarierten. Wale war unter den Glück ist, das wußte Male, sagte nicht nein, wenn sich lichen, die als tauglich befunden wurden. Die ihr eine Gelegenheit bot, ihr Einkommen um ein die Angriffe des Herrn Fidert. Sie errötete sicht ihre Augen auf ein Inserat in der Morgenpost" vielen anderen, die sich in Hoffnung auf Anftel paar Mart zu erhöhen. Doch kam das bei dem lung entblößt hatten und nun doch nicht ange- mageren und häßlichen Mädchen nicht sehr häufig

bar unter der Schminke, die auf ihrem Gesichte leg. und sie wanfte, der Ohnmacht nahe. Aber Lisst raunte ihr zu, sie sollte sich nicht wie eine Fußlige Ziege benehmen, wenn sie morgen zu fref­jen haben wolle.

Der Beifall, der den Sittenspielen folgte, gali wesentlich der unverbrauchten Schönheit Males. Herr Wendigkeit gab das bei der Stassenteilung

fallen:

Zweitausend bildschöne junge Tamen von erstklassigem Körperbau finden lohnende Beschäftigung in fünstleri­schem Beruf. Prüfung am... bei... Diefe Prüfung war für Vormittag angefet: und da fiel es Male nicht schwer, unter einem Vorwand Lissi für einige Stunden zu verlassen.

nommen wurden taten ihr in der Seele leid.

bot.

Mit einem Zettel in der Hand, der ihr das Aus diesen Erwägungen heraus zeigte fid Recht gab, nach acht Tagen zur ersten Uebung an wenige Tage später Male nicht abgeneigt, als nad) zutreten, stand Male wieder auf der Straße. Sie dem Auftreten ein Herr den Wunsch äußerte die wollte über die Aussicht, von Herrn Wendigkeits beiden Sittendamen" einladen zu dürfen. Truppe wegzukommen. gern glücklich sein, aber das Gefühl der Geldlosigkeit lähmte sie. Ratür­

( Forijegung folgt.)