Nr. 82

Herhören, Herr Gesandter!

Donnerstag, 6. April 1933

Sachsen unter der Hunnengeißel.

abnahmen.

sichte, fenntlich durch blau und rot unterlau­fene Augen und Etriemen, ablesen.

Im Laufe der Tage mußten sechs Genossen durch 25 mit dem Gummiknüpper bewaffnete Banditen Spießrutenlaufen.

Ihm droht ertra noch schwere, Zuchthaus­strafe, da er nach der Notverordnung sich an einem Angehörigen der Regierungsparteien bergriffen hat.

Geite 3

Die Arbeitslosigkeit in der Tschechoslowakei .

Die Notwendigkeit der Arbeitsanleihe. Das Právo Lidu" bringt eine Zusamment

Großbritannien um 3 Prozent und in Deutsch land um 1 Prozent, gestiegen jedoch in Defter reich um 11, in Italien um 16, in Norwegen um 17, in Frankreich um 26, in Schweden um 30, in Belgien um 34, in Dänemark um 37, in den Niederlanden um 46 und in der Tsche=

Dresden, 31. März.( Eigenbericht.) Die Ver- wir entlassen würden, da kam die zweite Aktion, Weitere 20 Genossen wurden ihres vollen Kopfstellung, aus der das Verhältnis der Arbeits­folgungen sozialdemokratischer Vertrauensleute die Entwaffnung der Marxisten. Systematisch haares mit ein paar Scherenschnitten beraubt losigkeit in einzelnen Ländern im Jänner 1932 haben sich in den letzten Tagen gesteiger:. Ein wurde jeder verdächtige Genosse vor einem aus Ein junger 20jähriger Mensch, der es gewag: mit jener im Jänner 1933 ersichtlich ist. Danach junger Genosse, dessen Namen wir fennen, wurde drei SA - Führern bestehenden Tribunal ins hatte, sich zur Wehr zu setzen, wurde buchstäblich ist die Arbeitslosigkeit in diesem Zeitabschnitt von den entmenschten Bestien vichisch geschlagen. Streuzberhör genommen. Hinter uns standen- halb tot geschlagen, entfleidet und mit zurüdgegangen in Bolen um 30 Prozent, in Das Fleisch von den Hüften bis zu den Fersen Leute mit geladenem Gewehr und Gummifnüppel. Erschießen bedroht. war nach dem Schlagen eine einzige blutige Wenn die Verhandlungen ins Stoden gerieten, Maffe. Als der Gemarterte aus seiner Ohnmacht so half diese Senüppelgarde von hinten nach. Wer erwacht war, mußte er Stiegen waschen. Er bot nun über den Verbleib von angeblichen Waffen cint solches Bild des Jammers, daß sich selbst feinen Bescheid wuß e, wurde per Schub in die -Leute seiner erbarmten und ihm die Arbei: Konzentration gebracht. Wir tamen nach Plauen bei Flöha in die Turnhalle, die einmal den roten Viele Einzelhei'en könnte ich noch aufzählen, aber choslowakei um 48 Prozent. Man ersicht Sportlern der Oppo" gehört hat. Dort lagen zugunsten der neuen Politik Deutschlands fällt daraus; daß die Krise nicht gleichzeitig alle bereits an die 170 Genossen auf Stroh, meist feine aus. Wenn es uns fleinen" Marxiſten Länder erfaßt hat und daß der Höhepunkt der ohne Deden. Die SS, die dort den Wachdienst schon so gemein gegangen ist, wie muß es erst Strife auch nicht gleichzeitig in allen Ländern inne hatte, empfing uns mit sehr freundlichen unseren Führern und Abgeordneten ergangen erflommen wird. Immerhin ist das starke An­Worten: fein, die man in Schubhaft nahm? Jch lege ein wachsen der Arbeitslosigkeit in der Tschechoslo Photo bei, das den Reichstagsabgeord- watei für uns besonders benterkenswert und neten Rubut SPD zeigt, der wie ein Schau wohl darauf zurückzuführen, daß die Tschechoslo­stüd herumgefahren wird. Die Photos werden wafei als Erportland mit einem verhältnis­von den Nazis für den Wucherpreis von 140 Pfennig pro Stück zu Tausenden verkauft. Aber für uns ist das ein Dokument, das wir zu gegebener Zeit hervorholen werken, wenn der Tag der Abrechnung kommt...

Ein anderer Genosse befindet sich seit längerer Zeit in Saft und wird augenblicklich im Mathil denschlößchen auf der Mathildenstraße festgehal ten. Es handelt sich angeblich um eine Unter­fuchungshaft. In den letzten Tagen wurde beobach tet, daß man ,, Marristen" zusammentreibt und Fassaden abscheuern läßt.

Die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt" hat man anfangs verschont. In der Nacht vom 24. zum 25. März wurde auch dort von SA ein­gebrochen. Am 25. kam sie wieder und hat aus geräumt. Verschiedene Gegenstände wurden auf Wagen geladen und fortgeschleppt. Schuhe, Lebensmittel, Seleider, ein Vervielfältigungs apparat, eine Rechenmaschine und anderes mehr wurde mitgenommen.

Nach der sächsischen Gewerkschaftsverordnung follen die Gewerkschaftshäuser geräumt werden. Das Gebäude in Chemnitz wurde freigegeben. Im Dresdner Volkshaus hat die SA vor einigen Tagen ein Kasino eröffnet. Der Dresdner Naziführer Dr. Bennecke erklärte, das Volkshaus zu räumen fäme gar nicht in Frage, mindestens nicht solange die SA teine Arbeit habe.

Jn Leipzig waren gestern einige Gewerk­schaftsangestellte zur Bestandaufnahme in den Gewerkschaftsräumen. Es ist dort vieles gest o h= Ien worden.( Auszug aus dem Aufnahmepro 0- foll über vier Räume): Die meisten Türen sind erbrochen und demoliert worden. Sämtliche Schränke, zu denen man die Schlüssel nicht fand, wurden mit Gewalt erbrochen. Andere nach der Durchsuchung und Plünderung verschloffen und die Schlüssel mit fortgenommen. Das Aften­material liegt durchwühlt auf dem Boden, darunter Material aus den verschiedensten Räu­men durcheinander. Aus vier Zimmern fehlen: ein Lichtbildappara: mit Lichtbildschirm, zwei Ver­vielfältigungsapparate, ein kleiner Schrank für Bücher, ein Aftenschrank, ein Regenmantel, vier Büromäntel, eine Leiter, eine Stridweste, Tau­sende von Umschlägen und Papierblättern, drei Schreibmaschinen, ein Thermometer, drei Wand­bilder, sämtliche Büroutensilien und eine Reise­apotheke, ein Teil der Rech sliteratur und Bücher, Schreibzeuge und zwei Schreibtischlampen, eine Heftmaschine, Ordner und Mappen, zwei Startei­fasten und Karteien. Sämtliche Geldkassetten wur den unter völliger Demolierung erbrochen und ihres Inhalts beraubt.

Wieder eine Fuhre rote Lumpen, hättet ihr sie doch totgeschlagen, bei uns ist fein Plah mehr, schmeißt sie in die Flöha usw." Wir lagen nun buchstäblich wie die Bücklinge in der falten Halle und frochen aneinander, um nur etwas Wärme zu haben. Am nächsten Morgen fonnten wir bei verschiedenen Genossen die Spuren des Verhörs aus dem Ge

Der Tod Dr. Bells.

Fascistenfeinde außerhalb Deutschlands, seht euch vor!

Die Erschießung Dr. Bells in Tirol erweist sich als kaltblütig vorbereitetes Ver­brechen, dessen Drahtzicher in den höchsten Aemtern der NSDAP fizzen. Sie widerlegt die Behauptungen, die die Reichsregierung gegen die ausländische Greuelpropaganda" ins Treffen führt, in schlagenter Weise. Die Morde, die bisher nur jenseits der Linie geschahen, die das Herrschaftsgebiet der Hunnen von der gesitteten Welt scheidet, die Taten, die verübt wurden und werden in den dunklen Verließen und schwei­genden Wäldern Deutschlands-sie treffen jetzt ihre Opfer auch außerhalb der Reichsgrenzen und es sind nicht untergeordnete" Organe, die sie vollbringen sondern führende Leute die unmittelbaren Beauftragten des Braunen Hauses. Bedarf es noch eines Beweises, daß Deutschland unter die Herrschaft von gewöhnlichen Bestien gera­ten ist? Die Hunnen führen zu ihrer Entschuldigung an, Dr. Bell sei ein Verräter gewesen. Aber sie behaupten doch, die Bewegung zu sein, die die moralische Gesundung des deutschen Volkes herbeiführen werde! Dr. Well ist jedoch ermordet worden, weil er zuviel wußte. Wären es nur Dinge moralischer Art, so wäre er noch am Leben. Er wußte aber um Verbrechen- nm jene Verbrechen, denen Herr Hitler seine Macht verdankt!

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Der Mord an Dr. Bell wirft die Frage auf. ob noch irgendwer an der deutschen Grenze, der den Hitlerbanditen gefährlich ist. se is nes Lebens sicher ist. Wer bürgt dafür, daß unsere Vertrauersmänner nicht in gleicher Weise überfallen und erledigt werden? Die fudetendeutsche Provinz wimmelt bon Spigeln, die einerseits die Aufgabe haben, die Führer eines etwainen SA- Ein­falles zu sein und andererseits die, unsere Cenoffen zu überwachen und drüben zu rer­nadern. Was unsere Behörden zum Schuße der Grenze unternahmen, ist durchaus un zureichend. Der Mord an Dr. Bell ist ein Signal. Es wäre fürchterlich, wenn man es nicht beachtete.

Wie der Mord geschah.

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mäßig fleinen inneren Markt von der Zerrei zung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen am härtesten betroffen ist.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir bemer fen, daß, wie wir erfahren haben, die Armee der Arbeitslosen am 1. März, da sie 918.000 betra­gen hat, ihren größten Umfang erreicht hat und daß sicherem Vernehmen nach die Zahl der Ar­beitslosen zum 1. April unter 900.000 gefallen ist. Das ist allerdings eine Saisonericheinung und an eine Besserung der wirtschaftlichen Ver hältnisse ist vorderhand nicht zu denken.

Einen bedeutsameren Rüdgang fann die Arbeitslosigkeit erst aufweisen, wenn größere öffentliche Arbeiten durchgeführt werden. was nur dann möglich ist, wenn die Anleihe der Arbeit einen möglichst großen Erfolg haben wird. Alle diejenigen, welche einen Rüdgang der Zahl der Arbeitslosen wünschen, müssen alles daran setzen, damit möglichst große Beträge für die Anleihe der Arbeit gezeichnet werden.

Jüdische Brotestfundgebung in Brag.

Die jüdische Partei veranstaltete gegen die Judenverfolgungen in Deutschland gestern eine Ma­nifestationsversammlung, die so zahlreich besucht war, daß eine Parallelkundgebung organisiert wer den mußte. Die Redner Dr. Goldstein, Dr. Friedmann und Gottlieb schilderten die Unterdrückung, welcher die Juden heute durch das Hitlerregime ausgesetzt sind und wendeten sich in entschiedener Form gegen die Verdächtigung, daß die Nachrichten aus Deutschland erfunden oder, wie die offiziellen Stellen behaupten, einer Grenel propaganda gegen Deutschland dienen sollten. Die Proteste seien gegen die Ziele der National sozialisten gerichtet, nicht aber gegen Deutsch­ land. Darum werden die Juden auch keinen Boykott proflamieren; allerdings seien fic auch nicht in der Lage, gegen einen Boykott Stellung zu nehmen.

Stellenweise machte sich in der Kundgebung die Neigung bemerkbar, eine Abkehr vom Deutschtum schlechthin zu propagieren. Diese bedauerliche und auch durch die Schändung des Deutschtums durch den Sakenkreuzfascismus nicht gerechtfertigte Ten­benz wurde noch verstärkt, als ein Redner berichtete,

In den meisten Dresdner Stinos läuft der Nazi- Propagandafilm Blutendes Deutschland". Die Polizei zich: in geschlossenen Hundertschaften zur Vorführung. Die Kinos müssen schon ab Am Montag, den 3. April, ungefähr halb Es handelt sich um einen Münchner, der in frühem Vormittag vorführen. Auffallend ist, daß 5 Uhr nachmittags fuhr ein leines Perder vergangenen Nacht nach Innsbruch ins die Polizei bei ihrem Marsch durch die Straßen onenauto vor dem Gasthof Durch Landesgericht eingeliefert wurde. Seine Aus­zu den Kinos das Horst Wessel" Lied und andere bolzen" bei Wa Ich see, Bezirk Stufftein, vor. fagen sind außerordentlich zurückhaltend. Er ver­nationalsozialistische Parteilieder singt. Die Insassen des Autos ersuchten die Kellnerin, weigert jde Auskunft über seine Kollegen, die Am 31. März in den Mittagsstunden führte fie dem derzeitig dort wohnenden Georg geflohen find. Das Verhör mit dem Verhafteten dauerte den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Be II anzumelden. und begaben sich sofort auf Stadtverordnetenfraktion Rösch und andere Ge- dessen im ersten Stod gelegenes Zimmer. Bald die ganze Nacht. Die Behörden erklären, daß nossen durch die Straßen. Rösch wurde gezwun- nach Anfunft dieses Autos fuhr ein zweites ihnen nicht einmal der Name des Mann: s be= gen, in der Gruppe ein Plakat zu tragen. Der größeres Auto vor, dem vier bis fünf fannt sei und daß er auch jede Auskunft über sich selbst verweigere. Auch der verletzte Major Text lautete: Rösch& Co.". Wie wir erfahren Personen entstiegen. Sell äußert sich über den Vorgang nur ganz wurde mit einem Aufruf, die jüdischen Flüchtlinge zurückhaltend.

haben, werden die verhafteten Stadtverordneten Im Rimmer verhandelte inzwischen Bell

Wort vermeldet.

Ein brutal aussehender Mann.. Weich darauf stürzte ein großer. blasfer,

Geheimnisse.

In ständiger Todesangst.

daß der Vertreter der Arbeits- und Wirtschafts­gemeinschaft in der Prager Gemeindevertretung erklärte, daß die Verfolgung der Juden in Deutschland eine intime Angelegen heit der Juden sei. Die Blätter der AWG., welche von jüdischen Abonnenten und Inserenten leben, haben diese Erklärung so gebracht, als ob die AWG. gegen die Judenverfolgungen prote= stiert hätte.

Die Sundgebung, welche ohne Störung verlief, aus Deutschland zu unterstützen, geschlossen. Die Organisation der jüdischen Sozialdemo fraten hat für heute eine eigene Ver­sammlung einberufen.

Der Landesausschuß für Böhmen erledigte

gebungen, Fassaden zu scheuern. Die Polizei mit den Männern, unter denen sich ein Stu ficht zu und fann oder will nicht eingreifen. dienkollege von ihm, ein gewisser Paul Con= In Dresden, in der Görliger Straße, ist, rad aus Rosenheim befand. wie eine illegale sozialistische Zeitung berichtet, Alla Ruhörer gesellte sich noch der im Gast- Zwischen Dr. Bell und Major Hell scheint der selbständige Uhrmacher Herrmann, Funt hof Durchholzen" vorübergehend wohnhafte ge- ein gewisses Einvernehmen geherrscht zu haben. tionär der KBD, in der Nacht vom 11. zum weiene Major a. D. Hans Hell hinan. Major Hell verweigerte auch der Gerichtsfom 12. März aus seiner Wohnung verschleppt und Nachdem B: mit den erwähnten drei Män mission selbst die allernotwendigsten Aufschlüſſe. schon auf der Treppe so bestialisch mishandelt nern einige Minuten verbandelt hatte, wurden Es handelt sich zweifellos um einen Fememord in feiner Sibung vom 5. April 1. J. außer lau­worden, daß er in dem Auto verstarb, mit diese von den vier mit dem zweiten Auto inzwi- und es hat den Anschein als ob die Gruppe der fenden Angelegenheiten 175 Gemeindebudgets dem er entführt wurde. Weder die Polizei, noch fchen nachgekommenen Männern jeder einzeln äter und die andere Partei aut miteinander und genehmigte 83 Gemeinden die Einhebung b.fannt gewesen seien und daß sie sich gegensei- verschiedener Abgaben und Gebühren. Für Not die Dresdner Bresse haben darüber auch nur ein herausgerufen. tig schonen wollen. stands Straßen und Brückenbauten genehmigte der Ausschuß 21 Bezirken Landeszuschüsse in der Söhe von 1,629.000 K?. Der Ausschuß gab seine Ein Opfer berichtet. Innsbrud, 4. April. Der ermordete an- Bustimmung zum Abschluß einer Kommunal Unter dieser Bezeichnung möchten die amt brutal aussehender junger Mann über die ist, wie lichen deutschen Stellen alle die Nachrichten über Schwelle und gab aus einer Revetierpistole gebliche Journalist Dr. Georg Bell it, wie anleihe der Stadt Prag in der Höhe von Kronen persönliche Uebergriffe der Avantgarde des Herrn mehrere Schüsse ab. Bell stürzte aleich nun feststeht, nach den Reichstagswahlen nach 1.000.000 zur Regulierung des Geländes vor dem Hitler als Lügen fennzeichnen. Der Echreiber durch den ersten Schuß getroffen lautlos zu Desterreich geflüchtet. Er lebte seither in Tirol, Olsaner Friedhof. Der Ausschußz beschloß, der dieses Berichtes, welcher zwölf Tage Schubhaft" Boden. Eine zweite Sugel durchbohrte auch den zumeist in Grenzgemeinden, offenbar in der Ab Landesvertretung vorzuschlagen, sie möge die Re­hinter sich bat, möchte aber doch behaup en, und rechten Oberschenkel des im Rimmer bei Bell sicht, von dort leichter die Verbindung mit seiner gierung um Gewährung einer Anleihe aus dem var auf Grund eigener Erlebnisse, daß die Be- urückgebliebenen Maiors a. D. Seff. der von bis vor kurzem in Rosenheim in Bayern leben- Erlös der Arbeitsanleiheemission, und zwar zur richte der ausländischen Zeitungen voll und ganz dem ganzen Vorfall überrascht dem Mörder den, später in Schußhaft genommenen Frau und Deckung der Kosten der Investitions Arbeiten und der Wahrheit entsprechen. noch entgegenschrie: Sind Sie denn ver Tochter aufrechterhalten zu können. In Tirol Bauten des Landes Böhmen ersuchen. Bei die­Ich bin von jeher fein Freund von starken rüdt geworden?" Der Täter der sich in lebte er in ständiger Todesangst und fer Gelegenheit teilten sämtliche Ausschußmitglie­wischen bis unter die Türe zurüde zogen hatte. reichsdeutschen Flüchtlingen gegenüber, mit denen der mit Ausnahme des fommunistischen Vertre Worten gewesen und will daher io schlicht als auch einige Schiffe ab. von denen einer er ins Gespräch fam, äußerte er wiederholt, er ters mit, daß sie je 10.000 K Arbeitsanleihe gab noch möglich meine Erfahrungen den Genossen im Ausland mitteilen, damit sie rechtzeitig erkennen knapp beim Kopf des Majors Hell vorüberging. wisse, daß ihn der Stabschef Röhm verfol- zeichnen: der Landespräsident schloß sich mit gen lasse und ihn in seine Gewalt befom- einem Betrag von 20.000 K an. mögen, was für ein Segen" der Fascismus für die Arbei erschaft bedeutet. Meine Heimat ist im Bezirk Flöha bei Chemnis, in der Nähe der be­rüchtigten SA- Führerschule Hammerleubs= Die Männer stürzten hierauf durch das dorf. Drei Tage nach der Wahl, morgens vor Stiegenhaus ins Freie und stiegen sofort in die 6 Uhr, wurde ich aus dem Bette geholt. Da ich bereits angelaffenen Autos. mit denen sie in die Haustür nicht freiwillig öffnete, wurde die- rafender Fahrt über die bayrische Grenze zu felbe mit dem Gewehrkolben eingeschlagen. Meine rückfuhren und die beiden bayrischen Zollschran­weinende Frau fonnte mir faum das nötigste ten durchstießen. mitgeben, die Stinder schrien laut. Sieben Tage Der sechste kam etwas zu spät und glitt lang wurde ich nun im Gerichtsgefängnis wie ein auf dem Trittbrett aus. Er blieb liegen und Berbrecher, ohne Angabe von Gründen mi vielen wurde von der Gendarmerie in Empfang ge­Genossen festgehalten. Schon glaubten wir, daß nommen.

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Die Flucht einer kommt zu spät.

men wolle.

Sogar Bibelforscher sind

staatsgefährlich!

Der Ausschuß der parlamentarischen Spar­Tommission hielt" Mittwoch unter Vorsitz Dr. Cernys eine Sigung ab, in der beschlossen wurde, Anträge auf weitere Ersparun genim Staatsbudget für 1933 mit Rüd­München, 5. April. Nach einer Meldung sicht auf die Entwicklung der Staatswirtschaft in des Völlischen Beobachter", ist dem Bund der den ersten Monaten dieses Jahres in Verhand­internationalen Bibelforscher( Ernste Bibelfor- lung zu ziehen. Gleichzeitig wurde beschlossen, scher) in Bayern jede Tätigkeit untersagt wor- einzelne Fragen allgemeinen Charakters zu be den. Der Bund habe angeblich unter dem Schein handeln, so z. B. die Verwendung des Ertrages des Christentums an der Verwirrung" und der Arbeitsanleihe sowie auch einzelne Fälle, die Rerebung des Voff s mit der SPD und der Kommission oder ihren Mitgliedern zur KPD zusammengearbeitet. Kenntnis gebracht wurden. Der Ausschuß wird seine Beratungen morgen fortsetzen.

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