Gette 2

Sonntag, 2. Juli 1983

DNSAP und Demokratie.

Nr. 153

Die DNSAP . aber ist eine Partei, die sich momentan zum Parlamentarismus und zur Demokratie bekennt und dabei noch eine beson­dere Qualifikation für sich in Anspruch nehmen möchte. Sie macht also den Schwindel der Westmächte" mit, sie nimmt die unumschränkte Herrschaft des Geldes" in Kauf, sie betet das mit Orient" zusammenhängt und daher am goldene Stalb an und beklagt nur, daß der poli­treffendsten die treibenden Kräfte fennzeichnet) bat lische Ausdruck" des Mammonismus, die parla­auch im Kriege entschliches unheil mentarische Demokratie, bei uns nicht rein genug angestiftet. Sie war die Ursache aller Hemmun ausgebildet ist. Gleichzeitig aber donnern zahllose Agitatoren gen in der Kriegführung; sie hat die Achtung der griechischen Neutralität", den Aufschub des ver- der Partei, schmieren die Schriftleiter unermüd­schärften Tauchbootkrieges in der ewigen und ach lich gegen Liberalismus und Geldherr­so vergeblichen Hoffnung auf Friedensmöglich- schaft, Judenpest und Novemberver=

Arbeit geworfen; die Krise tat das Ihrige und so laufen sich heute viele Hunderttausende ver-­gebens die Füße wund, um auch nur für ein paar Stunden eine Gelegenheitsarbeit zu er­Die Demokratie im Licht der Theorien langen. In der bürgerlichen Presse aber liest des Parteivorsitzenden Abgeordncien Jung. man jeden Moment gehässige Notizen über die ,, Arbeitsscheu" der Arbeitslosen, Fälle verein Die Deutsche nationalsozialistische Arbeiter i zelten Mißbrauches werden in der gemeinsten partei in der Tschechoslowatischen Republik ist Weise verallgemeinert und dazu benützt, um bekanntlich die demokratischeste Partei im Staate scheinheilig nach strengster Kontrolle" zu wenn man den neuesten Beteuerungen ihrer rufen. Darin steckt ein wohlausgeflügeltes Führer glauben darf. Sind wir Demokraten?" System. Dem Bürgertum sind die Nachfriegs- rief der Parteivorsitzende Abg. Jung am 7. Mai d. J. vor der versammelten Gesamt­errungenschaften der Arbeiterschaft in sozial- 7. Mai d. J. vor der versammelten Gesamt­leitung seiner Partei aus, und bevor sich darob politischer Hinsicht ein Dorn im Auge, und ein begreiflich ironisches Gelächter erheben t jetzt hält es die Zeit für gekommen, einen fonnte, beantwortete er selbst seine rhetorische radikalen Abbau dieser Errungenschaften durch Frage mit den klassischen Worten: So I che zusetzen, die Herr Seipel als Revolutions- wie die Sozialdemokraten zumin schutt" bezeichnete. dest auch. Aber ich behaupte, daß wir echtere Demokraten sind!" Wir

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teiten, das vorzeitige Aufrollen der polnischen brechen, Frankreich und undeutschen

Frage und der Verfassungsfrage in Preußen ver- Geist, Sapitalismus und jüdischen Ma r- schuldet. Darin liegen aber die pe'itischen gismus und gleichzeitig auch für die Demo­Hauptursachen des schließlichen staatlichen fratie, die nach Aussage des I. Parteivorſizen­Zusammenbruchs. Alles andere sind Begleit- den" doch die Ursache aller Uebel war- aller­erscheinungen."( S. 61.) Ein Blick in die benachbarten Staaten wollen nun gewiß nicht mit Herrn Jung in dings im Jahre 1922. Heute weiß er es besser, Heute ist Herr Jung Demokrat, er tritt für denn er ist dahinter gekommen, daß die ganze zeigt, daß diese Tendenzen auch dort überall einen edlen Wettstreit über die Echtheit" die politischen Hauptursachen des schließlichen jahrelange alberne Heßze gegen die Demokratic reichlich vorhanden sind und schon überall zu unserer Gesinnung eintreten, aber angesichts staatlichen Zusammenbruchs" ein, er ist also vor allem ihn die Karriere verderben einem empfindlichen Abbau der sozialen Erdes ständigen Jammerns seiner Zeitungen über in seiner Sprache gesprochen ein nachträg fönnte. So gibt er denn auf, was er gepredigt rungenschaften geführt haben. den angeblichen Zusammenbruch der tschechoslo- licher Novemberverbrecher, reif für hat, und tritt mit dem Brustton einer ständig werb walischen Demokratie einmal die Zuverlässigkeit die Konzentrationslager des walischen Demokratie einmal die Zuverlässigkeit die Konzentrationslager des Drities Reiches selnden Ueberzeugung vor das Volk hin als tragikomischer Wahrer und Mehrer der demokra­einer Gesinnung und seiner demokratischen seiner reichsdeutschen Brüder. ,, Denn Sozialismus bedeutet die Ueberwin- tischen Belange, als Wardein des tschechoslowa­Beflissenheit überprüfen, und zwar an Hand fei­ner eigenen Theorien. Vor kurzem erst haben dung der Herrschaft des Kapitals, während De- fischen Parlamentarismus und zweifelhafter wir unseren Lesern mitgeteilt, daß der Bankrott mokratie die ausgesprochene Herrschaftsform des Märtyrer einer Gesinnung, die treudeutsch und der nationalsozialistischen Ideologie durch die Her. Rapitalismus ist."( S. 69.) blitblant, wie sie nun einmal ist, an die Variante ausgabe einer auf tschechoslowakische Loyalität Herr Jung, ein besserer Demokrat als wir des Lutherwortes gemahnt: umredigierten Neuauflage von Jungs Natio. Margisten, fämpft also für die ausgesprochene nalem Sozialismus" eine nunmehr Herrschaftsform des Kapitalismus", was wir zwar offen zu Tage liegende Tatsache geworden ist, und schon lange wissen, aber als so offenherziges Ge. dies durch die Wiedergabe einiger in der Neu- ständnis aus seiner eigenen Feder niemals er auflage nicht mehr enthaltenen Stellen aus dem wartet hätten. Freilich sind all diese Zitate wicht alten Nationalen Sozialismus" bewiesen. mehr in der Neuauflage zu finden und auch die logische Konsequenz des Nationalen Sozialis mus" von 1922 wird man vergeblich suchen, denn die DNSAP. ist ja jezt von Kopf bis Fuß auf Parlament und Demokratie eingestellt:

Und bei uns? In der Tschechoslowakei i ist es nur den übermenschlichen Anstrengun gen der sozialdemokratischen Partei zu dan fen, daß durch fast vier Krisenjahre hindurch e bisher der Ansturm der bürgerlichen Feinde der Arbeitslosenfürsorge ergebnislos blieb. Das wird leider viel zu wenig oder gar nicht

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beachtet.

Nun aber, da die Uebermacht der bür gerlichen Parteien wenigstens die Einleitung von Verhandlungen über eine Neuregelung e der Arbeitslosenfürsorge doch erzwungen hat, Auch heute wollen wir zu diesen beiden nun suchen Christlichsoziale, Nazi und die aufschlußreichen Büchern zurückkehren und über sonstige Opposition aus ihrer zum Teil höchst prüfen, wie Herr Jung und seine Partei feit unfreiwilligen Oppositionsstellung für sich den dem Jahre 1922 die Demokratie beurteilt haben It größtmöglichen Nutzen zu ziehen. In Deutsch und was von den Erkenntnissen der II. Auf­Eg land baut Hitler die Arbeitslosenfürsorge um lage des Nationalen Sozialismus" nicht mehr Milliarden ab, ohne daß unsere Satenkreuzler übernommen werden durfte. Da finden wir gleich in die Aufsiger Neuauflage des Jahres 1933 e mit der Wimper zuden. In Oesterreich baut auf Seite 53 54 ein interessantes Bekenntnis, das übernommen werden durfte. Da finden wir gleich Dollfuß die Sozialfürsorge ab, daß bald man dem Antisemiten und Demo­nur mehr Trümmer davon übrig sein werden. traten Jung garnicht zugetraut hätte: Bei uns haben seine flerifalen Brüder, als sie selbst in Zeiten höchster Konjunktur in der iRegierung saßen, auf sozialpolitischem Gebiet r nicht den Finger gerührt; erst dem sozial­e demokratischen Fürsorgeminister Dr. Czech Dix war es vorbehalten, schon nach Beginn der tit Krise das Genter System auszugestalten, die Krisenunterstützung und die produktive Ar­beitslosenfürsorge von Grund aus aufzubauen. er Das alles hindert aber die Stlerifalen nicht, jetzt Zeter und Mordio zu schreien, und sich a als die einzig bewährten Borkämpfer der Ar­beiterschaft gerade in dieser Frage hinzu­ſtellen.

Fassen wir zusammen, so fönnen wir sagen, daß die ganze international Demo tratie, beren angebliche Jdeale die große Presse und große Parteien vertreten, zu deren Fahne sie schwören, nichts anderes ist als der politische Niederschlag des jüdischen Geistes und legten Endes feinem anderen Zwede dient, als der Aufrichtung der Weltherrschaft des Judentums!"

In der Neuauflage ist diese köstliche Stelle natürlich nicht mehr enthalten, denn da die Su­detennazi heute für die Demokratie-nämlich nichts anderes, als daß sie damit für die Auf­in der Tschechoslowakei eintreten, hieße das ja richtung der Weltherrschaft bes Ju­Die Arbeiterschaft wird sich dadurch nicht dentums fämpfen. Eine andere Probe natio­irreführen lassen! Sie weiß, daß Gewerkschaf- nalsozialistischer Gesinnungstüchtigkeit: ten und Partei in dieser schicksalsschweren Frage in voller Einmütigkeit und Geschlossen­all heit alle ihre Kräfte einsetzen, um die Posi­Da tion der Arbeiterschaft auf das zäheste zu ver en teidigen. An den Arbeitern liegt es, gerade in diesen Kämpfen Partei und Gewerkschaft rüd ufhaltslos zu unterstüßen und ihnen auch uf gegen die Kommunisten den Rücken zu tic deden. Dann braucht uns vor dem Ausgang dieses Ringens nicht bange zu sein!

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Was man nun gar erst heutzutage vor. sichtigerweise Demokratie", also Boltsherrschaft nennt, ist nicht einmal mehr Parteiherrschaft, son dern Parteiterrorismus."( S. 54.)

Iowatische Demokratie cin. Er wünscht Heute tritt Herr Jung für die tschecho­also den Parteiterrorismus" und die Klagen seiner Blätter über angebliche Terrorisierung sind einfach rätselhaft.

,, Die westlich demokratische Orien tierung"( wir bleiben bei dem Wort, weil es

" Ich?" fragte Max und lächelte ,,, woher soll

Die Sache mit Borris ich das wiffen? Ich lenne den Herrn nicht."

Kriminalroman von Grete Hartwig

Alle Rechte vorbehalten

Lillian stand auf und rief heftig: Das geht zu weit! Deine Liebe berechtigt dich zu einem o Rat, aber nicht zu einem Verbot."

Wollen Sie so gut sein und mich durch Ihre Wohnung führen?"

,, Bitte."

Die Herren entfernten sich. Als May nach einer Weile allein zurüdtam, jab er Lillian vor­wurfsvoll an.

Du siehst, liebes Kind, in welche Situa­tionen du uns beide bringst." ,, Wer war das?" " Ein Geheimpolizist."

,, Wenn du Distanz zu unserer heutigen Unterredung haben wirst, werden dir meine Rai Worte richtig und gut erscheinen. Im übrigen, ich habe dich gewarnt, nun steht es bei dir, zu Du

warst ja einer Ohnmacht nahe, Wag! Seit Aber warum bist du so furchtbar erschrocken? Lillian faß in sich zusammengesunken da. wann bist du so schreckhaft?"

Ju tun und zu lassen, was dir richtig scheint."

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,, Dies ist der Grund, weshalb denn auch immer lauter der Ruf ertönt: weg vom Par Iamentarismus und zurück zur ständischen Verfassung. Gerade in nationalsozia­listischen Kreisen hat dieser Gedanke Fräftig Wurzel geschlagen."( S. 5456.)

Ausgetönt hat der Ruf in den doch zweifel­los nationalsozialistischen Kreisen der DNSAP., denn jetzt erklärt der vergeßliche Jung:

Wir haben niemals den Wunsch nach einer Aenderung der tschechoslowakischen Verfas sung im diktatorischen Sinne laut werden lassen." ( Prag, 7. Mai 1988.)

Jetzt bekennen sie sich zur tschechoslowakischen Demokratie, die sie durch elf Jahre als Werkzeug des französischen Imperialismus der Judenknechtschaft und des Novem­berberbrechens zu diskreditieren versuchten. und zwei Entgleisungen sind Herrn Jung- aus Versehen sogar in der Auffiger Neuauflage, pas­fiert, denn dort lesen wir:

Hier steh' ich! Ich kann auch anders!

Gott helfe mir! Amen!

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Haussuchung beim früheren Reichs­wehrminister Gessler.

Politik war ihm( dem deutschen Spießbürger. D. Red.) stets in tiefster Seele zuwider, weil er diese Kunst nicht recht verstand. Neuerlich be weist es der fürchterliche Sereinfall der großen Masse unseres Volkes Berlin, 29. Juni. Bei dem früheren Reichs­auf den demokratischen Schwindel der West- wehrminister Geßler, dem Vorsitzenden des mächte."( Vorwort zur I. Auflage. S. 5.) Vereins für das Deutschtum im Auslande, wurde Der Liberalismus führte im Geistesleben gestern erneut eine eingehende Haussuchung vor­zur Herrschaft des reinen Verstandes... Seine genommen. Während der Aktion war das Haus legte Folgerung ist geistig die Vergöttlichung des durch Silfspolizei abgesperrt. Ueber das Ergebnis Menschen, die unumschränkte Herrschaft der Haussuchung ist nichts bekannt; Herr Geßler des Geldes und die Anbetung des gol wurde durch den Leiter des Geheimen Staats­denen Kalbes( Mammonismus). Sein polizeiamts, Oberregierungsrat Diels, einem politischer Ausbrud ist die parlamentarische De- umfangreichen Verhör unterzogen und muß sich molratic." weiter zur Verfügung der Polizei halten.

9.

Los Lus Heim.

die man einem gewöhnlichen und bezahlten Dienstboten nicht einräumt, sie öffnete die Post des Fräuleins und traf in dessen Abwesenheit wichtige Entscheidungen.

Lo Lu saß in ihrem entzückenden, fleinen Speisezimmer und blätterte in einem Buche. Sie Zant zwischen den beiden Frauen hört man schien nicht ganz aufmerksam, denn sie überschlug eigentlich nie, obwohl man von allen Seiten ge­manchmal vier bis fünf Seiten, blätterte dann spannt darauf lauerte, schon um dieses rätselhafte wieder zurück, las ein paar Zeilen vom Schluß, Verhältnis zu ergründen. Frau Maria, oder viel­dann wieder den Titel, und warf schließlich das leicht war sie ein altes Fräulein, jung war fic Buch im Bogen auf den Diwan, wo es ein paar bestimmt nicht mehr, sprach mit niemandem im mal aufsprang, um dann raschelnd auf den Tep- Sause, und Gespräche auf der Treppe verstumm­pich zu fallen. Lo Lu stand auf, trat vor den fen, wenn sie mit ihrem schweren Einfaufstorb hohen, schmalen Spiegel und führ mit dem vorüberging. Ihren Einkauf besorgte sie täglich ich öffnete, wandte sie nachlässig den Stopf und Pünktlichkeit. Beigefinger über die Augenbrauen. Als die Tür um dieselbe Zeit, mit einer geradezu lächerlichen sagte gähnend:

Leg noch etwas Kohle zu, Maria, es Maria war eine grobfnochige Person von

avb Sie sah auch nicht auf, als es jetzt draußen läu-" Ich... ich... nun ja... ich ahnte nätete und im Vorzimmer Stimmen laut wurden, etwas... ich wußte nicht... welche Fragen ist talt!" bemerkte also auch nicht, daß sich über das Ge- der Mann stellen würde sicht ihres Bräutigams nervöse Falten legten ,, Gut. Aber du weißt doch wirklich nichts. undefinierbarem Alter, vernachlässigt, derb und und er gespanni lauschte. Als dann die Tür auf Dein Erschrecken muß dem Beamten ja im höch ging und ein Herr eintrat, hob sie den Kopf und ſten Maße verdächtig vorgekommen sein. Ich be­jah zu ihrem grenzenlosen Erstaunen, daß es greife dich nicht. Nun wird man erst recht jeden jener Herr war, jener große, schlanke Wann, der meiner Schritte bewachen. Dein Benehmen war ihr auf ihrem Wege zu Wag gefolgt war. Er recht ungeschickt." sah sie kurz und scharf an, trat auf Max zu und Iegitimierte sich. Sie benterkte, daß Max bis in die Lippen erbleichte, taumelte und sich trampf- nicht." flag haft am Schreibtisch festhielt. Sie sprang auf, um ihn zu stüßen, füblte sich von ihm heftig ju rüdgestoßen und wandte ihren Blid fragend auf den Fremden.

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Jebt machst du mir noch Vorwürfe!" Nicht Vorwürfe, sondern ich begreife dich Also, bitte, sprechen wir nicht mehr davon." Lillian. sah nach der Uhr.

Warum soll ich noch zulegen? Es ist nicht talt," sagte sie mürrisch. Du wirst doch bald zu Bett gehen."

Dabei

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Aber mir ist falt," sagte Lo Lu gereizt. Maria schürte das Feuer und heizte nach. murmelte sie Unverständliches.

Und?" fragte sie dann, indem sie ihre gro­Hände an der Schürze reinigte.

"

Was nun?"

Warum erzählst du mir nicht, was bei ihm war?"

Nicht viel!"

Du bist unruhig. Was fürchtest du?" Lo Lu lachte. Fürchten? Du bist wirklich fomisch! Habe ich schon je etwas gefürchtet?" Und dieses rotblonde Mädchen?"

von faulen Bewegungen. Die Nachbarn erzähl­ten, sie sei Lo Lus Tante, andere meinten, sie sei ihre Amnie, dritte vermuteten in ihr die Wirt­schafterin der Schauspielerin, wieder andere eine cntlassene Garderobiere des Theaters. Für ver­wandtschaftliche Beziehungen sprach in erster los ander duzten, dagegen sprach aber, daß Lo Lu ein Linie die Tatsache, daß die beiden Frauen ein­entzückendes Schlafzimmer, ein reizendes Speise­gimmer, ein mit Blumen und Basen, Spenden und Andenken überladenes Musitzimmer und ,, Es ist spät. Ich muß ins Theater." etliche pikant ausgestattete Nebenräume be­May tüßte fie flüchtig auf die Stirne, half wohnte, in dieser ganzen, wahrhaft herrschaft ihr in den Mantel, sprach ein paar banale Ab- lichen Wohnung dieser Maria aber nur ein sehr schiedsworte und geleitete sie zur Türe. Als Bil- primitives Rämmerchen übrig ließ, sofern sich lian die Stiegen hinunterging, tam es ihr in den diese Frau nicht überhaupt in der Küche aufhielt, Sinn, daß sie sich ihren ersten Besuch bei ihrem wo sie ihre Tage mit Kochen, Waschen, Blätten Bräutigam doch etwas anders vorgestellt hatte. und den sonst notwendigen Erfordernissen des In ihrem müden Kopfe erstarben die Gedanken. Haushalts verbrachte. Auch hatte diese Frau nie gelesen. Sie fühlte sich erschöpft und war froh, als ihr in Zutritt zu den Gesellschaften Lo Lus, und eine fallen. " Und Sie?" wandte sich der Beamte an der überfüllten Trambahn ein Herr seinen Play Tante pflegt man doch wenigstens vorzustellen. horcht. Anderseits hatte diese Maria aber wieder Rechte,

Fräulein Billian Band," wandte sich dieser an sie. Sie erschrat, ohne noch zu wissen, warum.

Was wollen Sie von mir?" Wo ist Borris Dobrunow?"

Ste fah rasch zu Mag hinüber und bemerkte, daß er sich faßte und die Farbe wieder in seine Wangen zurüctehrte.

Max.

Ich weiß es nicht," sagte sie fest.

anbot.

Band ist. Also wozu diese literarischen Um­Du weißt ebensogut wie ich, daß es Lillian schreibungen!"

,, Wird er sie verlassen?" " Selbstverständlich!"

" Hat er es dir versprochen?"

Jedenfalls ist er mir noch immer ver­,, Nein. aber ich habe es ihm vom Gesichte Ich brauche nur zu wünschen und er ge­Und ich wünsche!"

( Fortlegung folgt.)