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Dienstag, 1. Mai 1934
ex. 101
erzählen
Von Pierre
Das ist der Tag, den sich das Volk gegeben, Aus dem der Glaube an die Zukunft spricht, Als ein Bekenntnis zu der Welt, zum Leben, Das aus dem Dunkel drängt empor zum Licht!
gerlichen Kreiſen hirfieren beute schon verbotene ſondern mit ihr auch der Courgeoisie das Das ist der Tag--! Was Fillers Untertanen Zeitschriften, aber, daß aus der allgemeinen und bereiten wird. Man flammert sich an die Hoffständig wachsenden Opposition dem braunen Re- nung auf den Erfolg der Kirchlich- monarchistischen gime eine unmittelbare Gefahr erwächst, wird aus Mächte, von deren Regierung man mehr Stabili mindest in bürgerlichen Kreisen bezweifelt. So tät erhofft als von der Hitler - Clique, die zu jedem lange nicht ein Eingriff von außen erfolgt oder Mittel entschlossen ist, um sich an der Macht zu eine politische Katastrophe eintritt, kann die witbalten. Bezeidmend war der Ausspruch eines ler- Regierung mit ihren vierhunderttausend Be früheren Liberalen: Ich verabscheue Hitler wegen waffneten die unbewaffnete, unorganisierte und seiner barbarischen Grausamkeit und wegen der an jeder offenen Agitation gehinderte Oppofitton schändlichen Berlogenheit, die er gezüchtet hat. Aber ich geftehe offen, daß mir vor dem Tage gewaltsam unterdrüden". Aber wünscht denn das deutsche Bürgertum bangt, an dem er gestürzt wird. Denn die nächste den Sieg der Opposition? Im Grunde fürchtet es deutsche Revolution wird unerbittlich sein müssen, die Revolution, die nicht nur der Hitlerdiktatur, wenn sie Erfolg haben will."
Die ersten Frühlingstage haben viele Bürger des Dritten Reiches zu einem furzen Erholungsaufenthalt außerhalb der Grenzen des vom Hafenfreuz beherrschten Landes benüßt. Auch die Gleich gebung, die ihnen schon durch das Fehlen der braunen Uniformen und des barbarischen Lärmes gröhlender Marschkolonnen wunderbar feierlich und schön erschien. Dabei gehörten diese Gäste aus dem Dritten Reich fast ausnahmslos zu jenen Schichten, denen der Druck der braunen Tyrannei noch am erträglichsten ist: es waren zumeist be güterte Bürger, die ihren Besiz, ihr Geschäft und ihre wirtschaftliche Führerstellung unangefochten bewahrt haben und sich die kleine Auslandsreise im Gegensatz zu den versflavten und verelendeten Massen der erwachten" Nation ohne Schwierigfeiten gestatten konnten.
In Prag baben sie bei ihren Spaziergängen viele alte Belannie getroffen. Landsleute im Eril, vertriebene und geflüchtete Gegner und Opfer des braunen Terrors. Sie haben diese-Landesvers räter mit einem Gemisch aus Angst und schlech tem Geiviken begrüßt. aber schließlich hat doch bei den meisten das Bedürfnis, sich auszusprechen, über das Bedenken gejiegt, von Spikeln beobach tet zu werden, und dann begannen die Untertanen Hitlers zu erzählen..
Der Fall Schenker
Aus Berlin wird uns geschrieben:
In der Affäre der Speditionsfirma Schen fer& Co. ist bisher nur die Spionage- Angelegenheit in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt worden. Aber so aufschlußreich der Fall nach dieser Seite hin auch ist, so gibt es daneben noch eine andere, für die Methoden des Dritten Rei ches nicht weniger charakteristische Seite des Falles. Es ist dies
der grandiose politische Betrug, den das Dritte Reich in Sachen Schenker an dem deutschen Sveditionsgewerbe begangen hat.
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Landtag und Reichstag wurde der Reichsbahn vertrag mit Schenker einmütig abgelehnt und die Reichsregierung beauftragt, den Vertrag außer Kraft zu setzen.
Von allen Parteien schlug in der Deffentlichkeit die nationalsozialistische den größten Lärm.
Sic mobilisierte das gesamte Speditionsge= werbe und legte vor ihm in großen Maffenversammlungen den Schwur ab, daß sie, zur Macht gelangt, den jüdischen Großkonzern Schenker& Co. unverzüglich zerschlagen und dabei auch der Stadt Berlin wieder zu den Millionenbeträgen verhelfen werde,
schen Fraktion des Landtages den Befehl, den Ehrenvorsiz des gesamten deutschen Speditionsgewerbes zu übernehmen, mit der ausdrücklichen Maßgabe, seine gesammelte Kraft allein der Berschlagung des Schenkervertrages und der Bernichtung des Schenkerschen Großkonzerns zu widmen.
Das ist der Tag der Hungernden, der Armen, Der Fahnen Fackeln sind Millionenschrei- Sie fordern Recht, sie wollen fein Erbarmen, Das ist das Lied von unserm roten Mail
Das ist der Tag, an dem die Straßen dröhnen Vom Sturm der Masse, die umbrandet steht, Der, noch gefnebelt, selbst im Fieberstöhnen, Des Sieges Atem um die Lippen weht! Das ist der Tag, an dem wir uns bekennen, Ein Herzschlag flammt von London bis Schanghai , Bo sich Marristen start und stola bekennen, Da glüht das Bunder dieses ersten Mai!
Das ist der Tag der Kämpfenden, der Freien, Er ist des Erdballs Zukunftsmelodic, Wie eine Fahne weht in unsern Reihen Des roten Kampfmai Menschheitssymphonic-!
Einst kommt der Tag, an dem die Retten fallen, Dann, Kameraden, sind wir endlich frei! Und diese Erde, sie gehört uns allen Das ist Erfüllung unsres roten Mai!
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Eigentlich wißen wir sehr wenig, ſagten e Die Affäre Schenfer hat wie faum eine an elle. Die Zeitungen, die wir leſen, ſind öde und dere seit mehr als zehn Jahren die deutsche Def= feer, und das Benige, das sie uns mitteilen, glaufentlichkeit beschäftigt. Allein die Eingaben an ben wir auch nicht einmal. Wir haben den Ein Behörden, Parlamente und Redaktionen würden um die sie durch gewissenlose Betrüger geschädigt brud, daß man im Ausland viel besser über die zusammengefügt viele dicke Foliobände füllen. In worden sei. Oberstleutnant a. D. von Ahlemann, Lage und die Vorgänge in Deutschland unterrich der Sprache, die die neuen Herren vor Erobe- ein früherer Kampfgefährte Ludendorffs und hefter. Nachdem der Berg ein volles Jahrzehnt lang tet ist als der durchschnittliche Zeitunglejer im rung der Macht zu führen verstanden, war der tiger Gegner der Nationalsozialisten, nun aber gefreist hatte, sollte am Ende nicht einmal ein Dritten Reid, was ja dazu geführt hat, daß schon Fall Schenker der Berliner Korrupsie viele andere seines Standes zu ihnen hin- Mäuslein geboren werden. Die Waffenſtredung die meisten bei uns aufs Zeitungleſen verzichtet ionsfall par ercellence, weit schlim übergewechselt, erhielt von der' nationalsozialisti furz vor einem viel Erfolg versprechenden baben, auch wenn sie dazu gezwungen find, irgend mer und für die Gemeinschaft schädlicher als alle Großangriff auf die Gegner ihres Gewerbes" eine dieser„ amtlichen" Organe zu abonnieren. anderen Affären ähnlichen Charakters. Es sollte wurde denn auch durchaus nicht so ruhig aufge= Auch in dieser Beziehung befinden wir uns im im Namen des mitteldeutschen Speditionsgewernommen, wie Herr Hitler es befahl und wic Kriegszustand. Genauwie damals in der..großen bes bei Anbruch des Dritten Reiches so gründHerr Ahlemann als folgsamer Knecht es weiters Zeit der Siegesberichte beherrschen Geflüster und lich ausgebrannt werden, daß feiner der Betei gab. Die höheren Gesichtspunkte des Reichsfanz Gerüchte die Meinungen und Erwartungen des ligten der verdienten Strafe entgehen könnte. lers Hitler für die Einstellung des Kampfes fanBoltes. Und wovon flüstert man? Hauptsächlich Was stedte vom innerdeutschen Gesichtsden in den dicken Köpfen der Berliner Spedis von den beiden großen Gefahren: vom Krieg und punkt aus hinter der Affäre Schenker? Dic teure feinen Raum. Man sprach ganz offen von Das war 1932. Ein paar Monate später cinem der Inflation. Man bemerkt, daß die Rüstungen und Stadt Berlin war in der Inflationszeit verfügte die nationalsozialistische Partei über die die Refrutierung der Jugend rasende Fortschritte mit ihren riesigen afenanlagen, die zu gesamte Staatsgewalt und das große Aufräumen machen, man weiß, daß die Staatsfinanzen und den größten Binnenhafenanlagen der Welt ge- begann. Aber wie! Zwar verkündete der neu er die Bährung am Rande des Abgrundes stehen hören, in starte finanzielle Schwierigkeiten gera nannte Staatskommiſſar der Stadt Berlin Herr diesmal dargeboten durch einen Dolchstoß in den und das mindeſte, worauf sich jeder in Deutschland ten. Die Anlagen waren während des Krieges Dr. Lippert wiederholt, daß es eine ſeiner Haupt- Rüden der fämpfenden Front. Zudem war der gefaßt macht, ift eine gwangsanleihe und eine und der ersten Nachkriegsjahre in einen ziemlich aufgaben sei, den Augiasſtall um Schenker& Co. Kampf gegen Schenker über die Korruptions. verlotterten Zustand geraten und bedurften drin zu säubern. Als erste Maßnahme habe er einen frage hinaus doch nur ein Teil des allgemeinen Fortsetzung der wohltätigen" Sammlungen, bon Denen allgemein angenommen wird, daß sie weder end der Erneuerung. Die Stadt wußte die er- Sonderausschuß eingeſetzt, der gründlich durch Kampjes, ben das Dritte Reich den omplen den bungernden Erwerbslosen noch den finderrei forderlichen Mittel hierfür nicht aufzubringen. greifen und alle dunklen Vorgänge ridsichtslos und Großkonzernen aller Art angejagt hatte. chen Müttern, sondern vor allem der SA und der zu entledigen und die Anlagen in einen ihrer wanderten ins Konzentrationslager. Die Zeitum auch hierbei nicht nur alles beim alten, sondern Um sich der unproduktiv gewordenen Belastung aufklären werde. Zwei namhafte Direktoren Aber wie auf so vielen anderen Gebieten, blieb Rüftungsindustrie augutekommen. Verwendung entsprechenden Zustand zu berseßen, gen mußten befehlsgemäß den Beginn dieser gros die Konzerne und Monopole erhielten gerade verpachtete die Stadt Berlin die gesamten An- Ben Generalſäuberung mit dicken Balkenüber- durch das fascistische Regiment weit mehr Macht lagen nebst den dazugehörigen gewaltigen schriften auf der ersten Seite ausläuten. Das und Einfluß als sie jemals besaßen und verfügen Speichern und Lagerräumen auf fünfzig Jahre Speditionsgewerbe atmete auf. Endlich war der heute über weit beffere Gewinnchancen als jemals Retter erschienen, endlich ging es einem berüch unter der so viel geschmähten Republik . Damals tigten Ausbeuterkonzern hart an den Kragen. fonnte man wenigstens den Mund auftun, die Parlamente in Bewegung seßen, die Presse alarmieren.
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Daß die Unzufriedenheit mit der Salen freugdiftatur immer mehr um sich greift, haben alle darüber befragten Gäste aus dem Dritten Reich bestätigt. Die Zahl derer, die von Hitler an die Firma Schenker& Co. noch das wirtschaftsbelebende Wunder und die Er. Das geschah zu einem Preis, der in der Infla füllung der gegebenen Bersprechungen ertvarten, tion für die Stadt Berlin nicht ungünstig er verringert sich von Tag zu Lag. Die Gewerbetreisschien, zumal die Pachtfirma beträchtliche Aufbenden find tief enttäuscht, weil man weder die Steuern gesenft noch die Warenhäuser und Trufts vernichtet hat. Die Arbeiter sind maglos erbittert, weil ihre Bersflavung und Berelendung immer fühlbarer wird und weil man fie fortgesezt mit der Beranstaltung von Festen und Treuekund gebungen verhöhnt, an denen teilzunehmen, jedem Arbeiter unter Drobungen befohlen wird.( Die nationalsozialistische Presse bringt die Anfiln digung solcher Rundgebungen" ganz unverhüllt im Kommandoton: Jeder wertätige Bolts, genosse hat sich an diesem Aufmarsch zu beteiligen".) Die Jugend findet alle Wege ins Leben
versperrt, außer dem Weg ins Arbeitslager und in die braune Armee. Der Buchhandel, das
wendungen für Neuinstandsetzung und Neubauten zu machen hatte. Nach der Inflation stellte sich jedoch heraus, daß die Stadt dabei nicht gün stig abgeschnitten hatte. Da es aber die Beauf tragten der Firma Schenker bei Vertragsabschluß verstanden hatten, die von der Stadt eingegangenen Verpflichtungen so gut wie unlösbar zu machen, gelang es troß angestrengter Bemihungen nicht zu einer neuen, für Berlin günstigeren Abmachung zu kommen.
neuen Glied in der endlosen Rette der Schen fer- Korruptionen,
Heute läßt ein Machtwort des Führers über ieden Korruptionsfall, auch wenn er zum Himmel schreit, das Gras wachsen und der fogenannten Gefolgschaft wird bei Strafe des Konzentrationslagers das Schweigen zur Pflicht gemacht.
Das deutsche mittelständische Speditionsge verbe sieht sich heute belogen und betrogen. Von den riesigen Versprechungen, die ihm vor Anbruch worden
Aber merkwürdiges blieb bei der groß auf gemachten Ankündigung der Generalsäuberung, zur Ausführung kam sie nicht. Es verschwanden die Eingaben, es verstummten die Proiestfundgebungen, es unterblieben alle veiteren Mitteilungen über den Fortgang der Untersuchung. Singegen erschien ein paar Wochen später an verſtedter Stelle der Presse eine Mitteilung von zuständiger Stelle, daß die verhafte ten Schenkerdirektoren wieder in Freiheit gesetzt worden seien, da ihnen eine strafbare Handlung Gegen diesen Vertrag lief nun das Schi tionsgewerbe unausgesetzt Sturm, zumal es Staatsfommissar Dr. Lippert, der Ritter ohne nicht eine erfüllt worden. Um den Fall Schenker. über die Safenangelegenheiten hinaus auch in an Furcht und Tadel, meldete sich noch einmal zum der vormals soviel Staub aufwirbelte, häuft jidj derer Weise durch den Großkonzern Schenker& Wort, aber nur um zu sagen, daß es im Inter der Unrat in größeren Bergen als jemals vorCo. benachteiligt fühlte. Es kam zu bewegten Dis- esse des Ansehens der Weltstadt Berlin wie auch her. Und weil man weiß, mit welchen RiesenTheater, das Zeitungswesen und bas Kunstschaffenſionen in der Oeffentlichkeit. Der Stadtverwal- im Intereſſe des Ansehens des neuen Reiches summen die Firma Schenker in den vergangenen tung wurde vorgeworfen, daß sie in leichtfertiger notwendig geworden sei, nicht immer von neuem Jahren arbeitete, um objektive Seritifer zum find geistig verödet und wirtschaftlich ruiniert. Die Weise die fostbaren Anlagen zu einem Spottpreis wieder in dem Schmuß der Vergangenheit zu Schweigen zu bringen und unbequeme Konfur Bissenschaft ist zum Instrument der braunen Pro- an eine räuverische Firma verschoben habe. In wühlen, sondern frohen Mutes in die Zukunft renten totzumachen, spricht man heute in Spedi paganda geworden. Und die Studenten, die studie Goldmark umgerechnet, betrage die mit Schenker zu schauen, wo allein das Heil des deutschen tionskreisen naturgemäß auch darüber, daß die ren wollen, sehen sich an diesem Vorhaben durch vereinbarte Pachtsumme jährlich nur etwa 400 Voltes ruhe. Das beträfe insbesondere auch den erst so groß aufgezogene und dann so still bedie dauernde Abkommandierung au militärischen Mart. Im Stadtparlament jagte im Verlauf der Fall Schenker, um den viel zu viel Staub aufgegrabene Affäre Schenker nicht ganz ohne Beihilfe Nebungen gehindert. Und auch die Beamten haben nächsten zehn Jahre eine Interpellation die anwirbelt worden sei... allen Grund zur Unzufriedenheit: das Gegen dere. Aber auch der Reichstag und der preußische von barer Münze aus der Welt geschafft worden einanderarbeiten der höchsten Kommandostellen, die Landtag wurden unausgesetzt mit Interpellatio Anmagung und Unfähigkeit der braunen Bonzen nen bestürmt, ohne daß das Vertragswerk da machen ihnen das Leben sauer und es gibt durch erschüttert wurde. Es stand da wie ein heute schon Aemter in Deutschland , bei denen die Felsen aus Erz. Mehrheit der Beamten die Anordnungen der Regierung bewußt sabotiert.( Die Beispiele, die man uns genannt hat, fönnen wir mit Rücksicht auf die Beteiligten nicht erwähnen.)
Nach einem Jahr Hitler - Herrschaft hat sich das Trugbild von der Vernichtung der Hakenkreuzgegner aufgelöst. Die offenen Widerstandsakte mebren sich derart, daß selbst die gleichgeschaltete Presse nicht mehr mit Stillschweigen über sie hinmeggeben fann. Tag für Tag werden neue Zwischenfälle" gemeldet und gerade in den letzten Wochen waren es besonders aufsehenerregende: das Attentat in Berlin , die Tötung eines SAMannes auf offener Straße und die Zer störung der nationalsozialistischen Embleme am Grabe eines Hitlerjungen in Ratibor . Die fieber hafte Tätigkeit der Geheimen Staatspolizei hat nichts daran ändern können, daß die illegale er breitung der Emigrantenpreffe in immer weitere Echichten des deutschen Volkes dringt. Auch in bür
Erst jetzt hat man erfahren, daß schon damals höhere staatspolitische Notwendigkeiten geltend gemacht worden sein müssen, sonst wäre es .laum möglich gewesen, daß der für die Stadt zweifellos höchst ungünstige Vertrag die um ihn entfachten Stürme überdauert hätte. Den sich geschädigt fühlenden Kreisen blieben diese hochpolitischen Hintergründe, die die unveränderte Fortdauer des Vertrags bewirkten, jedenfalls unbekannt.
Da brach im Herbst 1931 ein neuer Sturm los. Es wurde bekannt, daß nunmehr auch die Deutsche Reichsbahngesellschaft mit der Firma Schenker& Co. einen Vertrag geschlossen hatte, der ihr das Prioritätsrecht über alle an- und abSpeditionsgewerbe ein außerordentlich harter zurollenden Güter übertrug. Das war für das Schlag, und wieder wurden Parlamente und Beitungen mit Interpellationen und Eingaben der benachteiligten Verbände und Firmen überschüttet. Nach einer bewegten Aussprache im
Die Gegenwart versteht,
Etwa um die gleiche Zeit richtete Herr sei. Herr Ahlemann war immer ein armer Oberstleutnant a. D. von Ahlemann seinen win- Schlucker. Seit ihm sein Führer befahl, den digen Brief an den Verein deutscher Spediteure, Ehrenvorsiz im Speditionsgewerbe niederzulegen in dem er den ihm übertragenen Ehrenvorsiz und die Affäre Schenker ruhen zu lassen, soll es niederlegte und sich, wie er schreibt, völlig von ihm, wie Wissende behaupten, weit besser dem Kampffeld zurückzog, auf das ihn Ende gehen. 1932 der Befehl der Fraktion der nationalsozia= listischen Partei des Landtags gestellt hatte. Dem Abschiedsbrief an das Speditionsgewerbe ging ein persönlicher Besuch bei seinem„ Führer, dem hochverehrten Herrn Reichskanzler" voraus. Dabei sind ihm„ rückhaltlos offen, aber streng vertranlich die Gründe mitgeteilt worden, die meinen Führer veranlaßten, den weiteren Kampf gegen Schenker nicht mehr zu wünschen". Und des Füh rers Wunsch war Herrn Ahlemann Befehl. Ei ..legte demgemäß im Augenblick vor einem viel Erfolg versprechenden Großangriff gegen die Feinde des Gewerbes gehorsamst die Waffen nieder. Nicht einer unserer Gegner des Speditionsgewerbes hat sie mir aus der Hand gewunden, sondern nur ganz allein das Gebot Adolf HitTers", schreibt Herr Ahlemann dem von ihm betreuten Gewerbe.
Man kann ihm das aufs Wort glauben. Trotzdem machten die Spediteure lange Gesich
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wer die Vergangenheit kennt Wichtige geschichtliche Literatur: Werner Hegemann , Entlarvte Geschichte 40.Arthur Rosenberg , Die Entstehung der deutschen Republik.... Arthur Rosenberg , Geschichte des Bolschewismus
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