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Dienstag, 29. Mai 1934

Mr. 123

Henlein hat seiner Heimatfrontbewegung das Endziel gegeben, die Zerstrenten zu sammeln, hat Minister Dr. Spina als Führer des Land­standes anerkannt und sich bereit erklärt, mit dem Landstande zusammen zu arbeiten. Nun nimmt diese Bewegung politische Form an, um sich im Staatsleben auszutvirken. Wir haben nichts ge­gen die sudetendeutsche Heimatfront, ja wir werden sie unterstüben, solange sie mit uns und nicht gegen uns arbeitet. Uns geht es darum, auf Grund des Aktivismus eine allgemeine Front zustande zu bringen, die dann eine einheit liche nationale und Volkspolitik machi.

Reiche drüben versetzten die Arbeiter und An- Massen den riesigen Marktplatz dieser Industrie- welche sich auf die Verkürzung der bringt die Deutsche Landpost" tein Wort! gestellten bei den Betriebswahlen den braunen stadt bis auf den letzten Winkel füllten. Die Arbeitszeit und die Revision der inter- Kaiser äußerte sich auch über das Verhältnis Raubrittern einen fräftigen Fußtritt. Die Man Arbeitererwachen! Wo im sozialistischen nationalen Vereinbarung über die Nacht des Bundes der Landwirte zu Henlein : nesmann- Arbeiter taten das gleiche. Sie haben Lager durch leberwindung der bolfchewistischen arbeit der Frauen beziehen. In dieser mit dieser Wahlentscheidung ein Beispiel für das Sektiererei ein Tatbeispiel der Einheit aufge- Frage sprach sich der Rat gegen eine Revision richtet wird, dort verlieren die brannen Sumpf- aus, durch welche die Vorschriften über das Ver­ganze Land aufgerichtet. Der Stimmungsumfchwung im Mannes. pflanzen ihren Nährboden. Bravo , Mannes. bot der Nachtarbeit der Frauen gelodert würden. Die Gewertschaftszentrale fann mit den Forde mann- Werk ist ein Beweis, daß auch in schwerster mann- Arbeiter! Ihr habet euch in kampferfüllter Wirtschaftskrise durch klare Kampfhaltung und Beit als ein mutiger Vortrupp der sudetendeutungen einiger Frauenorganisationen, welche die Loderung des Frauenschußes einseitig fordern, durch zielbewußte Kleinarbeit große Erfolge für fchen Arbeiterschaft erwiesen. Euer Offensivgeift nicht übereinstimmen, da dies gefährliche soziale die sozialistische und freigewerkschaftliche Sache soll auch für die anderen Induſtriezentren ein Folgen hätte, die gerade für die weiblichen Arbeit­errungen werden können. Komotau , vor wenigen Vorbild sein. Es hängt nur von dem Kampfwilnehmer ungünstig wären. In der Frage der Ar­Jahren noch ein Tummelplak der Kommunisten len der freigewerkschaftlichen Bataillone und beitszeit wurde eine Debatte über den Bericht ab und Sakenkreuzler, hat heuer die stärkste sozial- ihrer Vertrauensmänner ab, dann wird bald in geführt, der über die Verhandlungen mit dem demokratische Maifeier seit dem Umsturze ge- allen Betrieben des Landes mit dem Nazi- Ge- Industriellenverband erstattet wurde und es wur­sehen. Bilderberichte legten dokumentarisches schmeiß fomotauerisch gesprochen und abgerechnet den die Richtlinien genehmigt, die mit den übri­Zeugnis davon ab, wie die herbeigeströmten werden! gen Gewerkschaftszentralen für die weiteren Ber handlungen getroffen worden sind.

Endlich erfährt man aus berufenem Munde, daß der Bund der Landwirte die Henlein- Bewe gung unterstützt. Er ist offenbar zusehr damit be­schäftigt, die Einhaltung des Vertrages durch Henlein zu überwachen. So übersicht er, wen er eigentlich unterſtüßt: den Agenten der Hitlerei im Obmann der Zwittauer Henleinpartei auf der Tagung geredet.

Demokratie in der Tschechoslowakei Absage der Gewerbepartei iubetenbeutichen Gebiet. lebrigens hat auch der

bleibt trotz alledem! Eine Rede des Ministers Beneš In einer anläßlich seines 50. Geburtstages schon it ärter und zahlreichersind als abgehaltenen Festigung der tschechisch- nationals die zerseßenden Kräfte. Die Geschichte jozialistischen Partei hielt Außenminister Beneš tehrt nie zu einem alten Blaß zurück. Mag die eine Rede, in der er u. a. sagte, er halte die Tsches Mealtion auch erbittert für diese Rückkehr fämp­choslowakei für eine so hoch entwidelte fen, immer wird etwas Neues ertämpft und die Demokratie, daßalle Gefahren und Entwicklung geht weiter. Für uns ist es wichtig, Wirrniffe der Gegenwart, mögen sie auch daß wir feine Zeiten des Chaos mitmachen und lang dauern und schwer sein, überwunden daß wir in unser inneres Leben niemals Ver­werden. Für die Republik sieht er eine glüd wirrung aus dem Ausland tragen laffen. liche und gute Zukunft.

Dann sprach der Minister über seine eigene

Berson:

Ichen ist am meder Familie cines leinen Häuslers und wenn ich auch durch mein Amt während des Krieges und nach dem Krieg mit den Spizen der Gesellschaft der Welt zusammengefommen bin, könnte ich und meine Frau morgen ruhig das Leben einer jo fleinen Häuslerfamilie wieder aufnehmen, wie jene es gewesen ist, der ich entstamme. In dieser Beziehung gab es in meinem Leben keinen Um­bruch und wird es auch leinen geben.

Darin liegt auch die Ursache meines Demo fratismus, an dem nicht gezweifelt werden kann. Deshalb steht auch mein soziales Empfinden außer Frage.

Auch wenn uns noch vieles drohen wird, so glaube ich doch, daß die aufbauenden und positiven Kräfte der Demokratie

Beratungen

der Gewerkschaften Syndizierung der Produktion.- Nachtarbeit der Frauen. Verkürzung der Arbeitszeit.

Für uns ist die Demokratic nichts Neues. Die berühmtesten Epochen unserer Geschichte find

jene, in denen wir für die Demofratic gefämpft haben. Die Geschichte seines Volkes darf man aber nie verlassen. Zur Demokratic führt uns auch die soziale Struttur unseres Staates. Wir sind ein Volt des fleinen Mannes, in deffen Schmerzen unsere Selbständigkeit ihren Ursprung gehabt hat. Wieder werden es die Schmerzen des ffeinen Mannes sein, die diesen Staat erhalten und der Heine Mann wird in großer Zahl zu un jerer Verteidigung bereit sein. So war es und so wird es sein. Diese demokratische Struktur unse­res Staates spricht auch gegen jede Dittatur.

Wenn wir unsere Situation objektiv betrach­ten, müssen wir zugeben, daß wir trotz aller Schwierigkeiten das Recht haben, uns zu den hochentwidelten Demofratien zu zählen, die sicher aus den heutigen Wirrnissen hervorgehen werden, mögen diese auch lang und schwer sein.

beiter und Verbraucher, geleitet werden. Der Wirtschaftsausschus der Zentrale wurde beauf­trogt, die näheren Richtlinien auszuarbeiten, insbesondere im Hinblick auf die von der Regie­rung vorbereiteten Anträge. Der Gewerkschafts­rat sprach sich weiters für die Beschleunigung der Der Zentralrat der gemeinsamen Landeszen mit der Errichtung des Institutes für den Außen­trale Odborové sdružní českoslovensté" behan handel verbundenen Arbeiten aus, verlangte, daß delte in seiner Sigung vom 24. Mai wichtige dieses Institut öffentlichrechtlich sei und gemein­Wirtschaftsfragen. In der Debatte wurde insve sam von den Ministerien für Handel, Auswär sondere über die vorbereitende Syndizie tiges, Landwirtschaft und soziale Fürsorge geleitet zung der Produktion gesprochen und das werde. In der Leitung des Institutes möge auch Verlangen aufgestellt, daß auch die Mitenschei- für die Wirtschaft so wichtigen Fattoren des Wirt­dung der Arbeiter gesichert werde. Soll es tatschaftslebens, wie Arbeitern und Verbrauchern, sächlich zu einer vorteilhaften Organisation der eine gleichwertige Vertretung gegeben werden. Erzeugung fommen, muß diese vom Staat unter Mitwirtung und bei gleichwertiger Entscheidung der beteiligten Interessenten, also auch der Ar­

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Der Gewerkschaftsrat behandelte dann im einzelnen die Internationale Arbeitskonferenz in Genf , insbesondere jene Puntie ihres Programms,

,, Aber, Mama."

an die ,, Nationale Opposition". Olmük, 27. Mai. Heute fand hier eine Manifestationsjigung der Gewerbe- und Mittel standspartei Mährens und Schlesiens statt, in der die politischen Führer der Partei über die aftu ellen politischen und wirtschaftlichen Fragen spra chen. Abg. J. V. Najman erflärte u. a., daß die Partei es ablehne, sich mit irgendeiner Oppo jitionspartei, besonders mit der sogenannten oppo­jitionellen nationalen Front zu verbinden. Die Partei sei für die Beibehaltung der gebundenen Kandidatenlisten. Abg. M I č o ch hob in seinem

Schwere Niederlage der Kommunisten in den Skoda - Werken

Dieser Tage finden in einem der größten Industriebetriebe in der Tschechoslowakei , in den Stodawerken in Pilsen , Wahlen in den Betriebs­ausschuß statt, zu denen die Frist für die Ueber­reichung der Kandidatenlisten Sonntag um 12 Uhr mittags endete. Zur allgemeinen Ueber­raschung haben die Kommunisten eine Kandidaten­politischen Referate hervor, daß sich die Partei liste nicht überreicht. Der Grund liegt darin, daj unter allen Umständen voll auf den Boden der die Kommunisten die für die Einreichung einer parlamentarischen Demokratie und hinter den Kandidatenliste notwendige Zahl von Unterschrif Präsidenten Masaryk stelle, dem die Versammten nicht aufgebracht haben. Tung begeisterte Ovationen bereitete.

Merkwürdiges

vom Bund der Landwirte

Währungsschutzgesetz

wird verlängeri

Prag , 28. Mai. ( Tich. P.-B.) Die Regie­rung wird dem Senat der Nationalversammlung In 3 wittau war am 13. Mai ein soge einen Geseßentwurf unterbreiten, durch den mit nannter Landständischer Tag. Die Deutsche Land - einigen Abänderungen und Ergänzungen das Ges post berichtete darüber erst am 27. Mai. Herrick Nr. 121/1932 SI. G. u. V. verlängert wird, Landesausschuß- Beisiger Kaiser hat dort eine durch welches einige Bestimmungen des Gesetzes Rede gehalten, in der er zu erklären verjuchie, Nr. 7/1924 der S. d. G. 1. V. über den warum der Landstand gegründet wurde. Glaub- Schuß der Währung und den Umlauf der gejev­haft ist die Erklärung nicht geworden. Man merkt lichen Zahlungsmittel abgeändert und ergänzt beim Lesen der Zeilen, die die Deutsche Landpost wurde. darüber enthält, daß er mit halbem Herzen bei der Sache ist,

Interessant ist die fettgedrudte Stelle seiner Rede, in der er sich mit der Jugend beschäftigt. Er sagte u. a.:

Jugendlicher Fenereifer und Idealismns will die Verhältniffe gestalten und ändern. Wir find glücklich darüber, daß wir eine solche Jugend befißen und daß ist unsere beste Hoffnung in die fer überaus schweren Zeit, denn wäre es anders, würde sie die Flinte ins Korn schmeißen, wäre alle Hoffnung begraben. Sie will arbeiten in den wirtschaftlichen Gliederungen, fie will anch in der Bolitik in die Räder greifen. Wir begrüßen dies,

nur müffen wir bitten, nicht in Theorien sim zu verlieren, sondern der Wirklich. teit ins grane Antlik zu sehen.

Auch wir waren einmal jung, waren Stür mer und Dränger und wir erinnern uns gerne jener Zeit. Aus jener Zeit habe ich mir ein Sprichwort als Leitivori erhalten: der Alien Rat und der Jungen Tai gibt gute Saat.

Von der Rede, die der Reichsjugendführer Toni Müller nach Herrn Kaiser gehalten hat,

Unsere Töchter, gen blidte uns alle der Reihe nach an. die Nazinen Roman von Hermynia Zur Mühlen

Die Frau Generalin hob ihr Lorgnon an die nichts von der ganzen Sache." und

..Du wirst auch nicht mehr lange," brummte er zwischen zusammengebissenen Zähnen. Ich glaubte natürlich, die Drohung gelte mir. ..Was sagst ru, Arthur?" fragte ich.

Er wandte mir das Gesicht zu, die starre Maste, mit der ich nun schon so viele Jahre, Tag und Nacht, lebe.

,, Nichts," erwiderte er, und ging aus dem Zimmer.

..Ich komme aus Berlin , mein Kind," er flärte jie.ch weiß mehr als ihr, in diesem fleinen Städtchen. Und ich sage Euch, man muß auch gegen den Feind ritterlich fämpfen, nicht um seinet- sondern um unser selbst willen. Einen Aufstand darf man blutig unterdrüden, aber man darf nicht während eines Wahlkampfes Zeitungen berbieten. Die gute Sache muß ja doch siegen. Freilich, das wissen viele der neuen Herren nicht!

Woher sollten sie auch? Ein ungebildeter Tape­sierer, ein Wahnsinniger, und als Dritter ein Mann, der seinen Glauben verleugnet hat, selbst wenn es nur der katholische ist." Sie seufzte.

..Wir ziehen uns unsere Feinde selbst groß."

Ich lief zum Fenster. Unten, auf der leeren Straße, ging eine etwas gebüdie Gestalt. Ich sagte sie.

der Dottor Bär.

Das Gesezz Nr. 121/1932, das die Ermäch­tigung der Regierung, Verordnungen über den Schuß der Währung herauszugeben sowie Wäh­rungs- und Devisendelikte strafrechtlich zu ahnden. neu regelte, hat sich in der Praxis gut bewähri. Es gilt jedoch bloß bis zum 31. Juli 1984. Dic Verlängerung der Wirtsamkeit des Gesetzes, die seitlich nicht befristet wäre, zeigt sich demnach als notwendig, denn die Verhältnisse, wie sie in einer Zeit waren, in der das Gesez ausgegeben wurde. haben sich nicht insoweit verändert, daß der wei­tere Schutz der tschechoslowakischen Währung ge= lockert werden könnte und es tann auch zeitlich nicht bestimmt werden, wann eine derartige voll ( ommene Lockerung möglich sein wird. Die Ab­änderungen, die der Gesezentwurf beinhaltet, sind nicht bedeutend.

Aus dem Abgeordnetenhaus. Sizungen hal­ten ab: Dienstag, den 29. Wai, der sozialpolitische Ausschuß um 10 Uhr vormittags, Mittwoch, den 30. Wiai, der Budgetausschuß um 9 Uhr vor­mittags.

dich doch nicht so. Mutter, du verstehst ja auch| Aber Arthur ist eben auch in dieser Beziehung lein echter Mann. Jede andere Frau... Aber mich hat mein Gewissen und Gott davor bewahrt, mich an ihm zu rächen.

Und sie schob die Brauen hoch.

Ich frage mich häufig, wie ich zu diesem Kind gelommen bin? Für Lieselotte gibt es nur eines auf der Welt: ihre eigene Person. Sie hat feine

ges

Gesinnung, bat teinen Pairiotismus. Sie kennt nicht den Begriff von Pflicht, der mich mein ganz Leben lang geleitet hat. Dabei hat sie doch immer mein Beispiel vor Augen gehabt. Ich tann, ohne mich zu rühmen, sagen, daß ich stets cine pflichttreue Gattin und Mutter und auch

Ich bin nur froh, daß ich seinerzeit, als junges Mädchen, nicht den Juden geheiratet habe. so sehr er mich auch mit seiner Liebe verfolgt hat. ezt erst weiß ich, was für gefährliche, zerseßende Elemente diese Juden sind, denen nichts heilig ist. Damals habe ich das nur mit dem Instinkt der reinen Frau geahnt. Schon das Sommerkleid, das eine gute Deutsche gewesen bin. Aber wer hat in der Wäsche eingegangen ist, liefert mir einen das zu würdigen gewußt? Nicht Arthur, der mir, untrüglichen Beweis. Und auch der Doftor Bär, ich im jüdischen Warenhaus gekauft habe und das Frau hätte den Edelmut besessen, einen Krüppel liebe uns so viele Patienten fortnimmt. Mein weiß Gott , Dank schuldet, denn welche andere

der mit seiner geheuchelten Güte und Menschen­zu heiraten, nicht meine Tochter, die immer nur armes Vaterland, das unter dem Schmachfrieden an ihre Unterhaltung gedacht hat, nicht meine Be­fannten, die, ich weiß nicht weshalb, mich nie für von Versailles leidet und außerdem noch von den voll angesehen haben, ia nicht einmal die Dienst- Juden ausgeplündert wird. Aber wenn ich in fannte die Haltung, fannte den Gang: es war Die arme Frau Major war schrecklich ver- mädchen, obgleich ich es wahrlich bei ihnen nicht den letzten Jahren so etwas sagen wollte. Herrschte legen; es mußte ja auch furchtbar peinlich für an Strenge habe fehlen lassen. Nicht wie die Arthur mich an ,, Schweig!" Am Nachmittag, im Luisenbund, war es zum sie sein: ihre eigene Mutter, die solche Ansichten anderen Frauen, diese Frau Doktor Bär, die seit Und so mußte ich alles flüstern, mußte alles, ersten Male nicht langweilig. Wir sprachen alle äußert! zehn Jahren das gleiche Mädchen hat, und diese was mir das Herz bedrückt, mir selbst zuraunen. durcheinander, über den Reichstagsbrand, über Ich hätte zu gern der Frau Generalin wider hochnäßige Gräfin Agnes, bei der die Mädchen Ja, ich bin eine unglückliche Frau, und ich habe das Verbrechen der Kommunisten. Es gab nur sprochen, aber ich fonnte doch nicht. Und wenn nur fortgehen, wenn sie sich verheiraten. Es heißt, mein Unglück nicht verdient. eine unangenehme lleberraschung. Die alte Ge- fie am Ende recht hat? Man kann ja heutzutage daß das Bewußtsein der erfüllten Pflicht für neralin Hainis, die Mutter der Frau Major, die gar nicht vorsichtig genug ſein, muß jedes Wort alles andere entschädigt, aber wo bleibt mein sogar bei uns, in diesem elenden Nest, voller Auf­Die Tage nach dem Reichstagsbrand waren bei ihrer Tochter zu Besuch ist, hörte uns erst auf die Wagschale legen. Aber es iſt dennoch Lohn: das eigene aus, die gute geſellſchaftliche regung. Die Tage bis zu den Wahlen flogen nur empörend, wenn man im eigenen Kreis Menschen Position, die Bewunderung meiner Mitmenschen? so dahin. Am Wahltag verschwand Arthur schon findet, die so denken. Natürlich trägt auch Arthur an vielem die Schuld. in aller Morgenfrühe und ich konnte ihn nicht ein Als ich jedoch in den folgenden Tagen die Wenngleich ich jetzt froh bin, daß er seinerzeit mal fragen, was ich wählen solle. So blieb ich Zeitungen Tas, erkannte ich, daß die alte Dame nicht zu den Sozialdemokraten gegangen ist. Ich denn daheim. Ich saß am Fenster und sah, wie sich geirrt hatte. Hier stand es ja alles schwarz habe ihn ja immer davor gewarnt. Trotzdem wäre Toni und Claudia Arm in Arm zum Wahllofal auf weiß, ein holländischer Kommunist hat den es in den ersten Jahren nach der schrecklichen Re- gingen. Das ärgerte mich Hätte ich nicht eine Reichstag angezündet, und die Sozialdemokraten volution leicht möglich gewesen, daß er sich ihnen so pflichtvergessene Tochter, so ginge jetzt sie mit sollen auch dabei ihre Hand im Spiel gehabt angeschlossen hätte. Später jedoch, als die Dinge der Comtesse Claudia Arm in Arm, und nicht haben. sich zu ändern begannen, hätte er wirklich Partei mit diesem Proletenmädel. Lieselotte ging auch Ich sprach darüber mit Lieselotte, die eben für die echten Deutschen ergreifen müssen. Und nicht wählen. Es interessierte sie nicht. feinen Flirt hatte, und sich zu Hause langweilte. auch jest: was fann es einem Menschen schaden, Aber bei ihr fand ich wenig Verständnis. der Partei anzugehören, der unser, vom Reichs­,, Was geht das mich an?" fragte sic... hab präsidenten berufener Reichsfanzler angehört?

schweigend zu, dann schüttelte sie den Kopf:

Weiß Gott," sagte sie, daß auch ich die Kommunisten hasse. Aber für so dumm halte ich sie wieder nicht. Weshalb in aller Welt sollten sie den Reichstag anzünden? Sie haben doch gar

feinen Grund dazu." Eine peinliche Bause trat ein. Die Frau Generalin ist natürlich die vornehmste in der ganzen Gesellschaft, abgesehen von dem hohen Rang ihres Gatten ist sie auch eine geborene Frei­frau von Alvrengen. Wer durfte ihr wider sprechen? Ihre Tochter sagte nur leise und vor murfsvoll:

( Fortsetzung folgt.)