DonnerSIag, 28. Jmü 1VS4 Schiffsunglück französischer Arbeiter Dampfer-gusammenstotz Bisher zwölf Tote geborgen 65 Schulen werden zur Unlcrbringung der Teilnehmer hergerichtet. Der A t u i wird im Real­gymnasium in Prag VII., Stroßmayerovo näm.; die S ch w e i z e r in dem Realgymnasium, Prag II., Jeknä, und die Arbeiterradfahrer, Män­ner und Frauen, in Prag IV., Hladkov, unterge­bracht sein. Handball, Wolleyball, Tischtennis und Fußball werden ebenfalls in Erscheinung treten. An den -andballspielen(Hazena) nm die Festmeisterschaft werden zirka zehn bis zwölf Mannschaften teilneh­men und im Wolleyball zirka neun Auswahlmann­schaften antreten. Einige ausländische Verbände ent­senden auch Fußballmannschaften, deren Wettspiele der AtuS organisiert. Zur Propagierung trägt auch der Staat bei. Dar Postministerium hat nun sechs Arten von Kor­respondenzkarten mit Bildern zur Olympiade, dar­unter auch das Festplakat, herauSgegeben. Rote Falke« werden im Stadion-Haupt-Restaurant Zn den drei Pfeile«** verköstigt. Panik in der New Yorker Untergrundbahn Durch eine« Bubenstreich. New Jork , 27. Juni. In der New Docker Untergrundbahn entstand am Dienstag durch den Streich eines Straßenjungen eine furchtbare Panik, in deren Verlaufe zehn Personen erheblich verletzt wurden. Die New Docker Strahenjugend betrieb seit vielen Jahren den Sport, mit langen Metall« drahten, an denen ein Stück Kaugummi befestigt war, durch die BentilationSgitter der Untergrund­bahn nach verlorenen Gcldmünzcn, Dollarnoten, Schmuck und sonstigen Gegenständen zu angeln. Am Dienstag verwickelte sich nun ein von einem Straßenjungen auf die Schienen geworfener K u p f e rd r a h t in die Räder eines hcranbrau- sendcn Expreßuntergrundbahn- zuge». ES entstand sofort Kurzschluß und der mit der allergrößten Schnelligkeit fahrende Zug blieb mit einem plötzlichen Ruck stehen. Der etwa 600 Fahrgäste» die in fast völliger, nur von blauen Blitzen unterbrochener Dunkelheit in beißendem gelben und schwarzen Rauch warten mußten, bis die Wagentüren nach Abstellung des elektrischen Stroms geöffnet werden konnten, be­mächtigte sich eine furchtbare Panik. Die von Todesangst gepackte, schreiende Menge tobte durch die Wagen, schlug die Fenster ein und ver­suchte die Türen aufzubrechen. Biele Perso­nen, namentlich Frauen und Kinder, tvur, den niedergetrampelt. Erst nach lan­ger Zeit konnte die Ordnung wieder hergestellt werde«. Losgewkaner ohne Los Paris , 27. Juni. Den Haupttreffer von fünf Millionen Franken gewannen bei der gestrigen Ziehung der französischen Staatslotterei etwa 40 Familien der Stadt S aarb r ü ck e n, die zu­sammen ein gemeinsames Los besahen. Anläßlich de« Jahrmarktes im Vormonate hatte die Bereini­gung der Saarbrückener Kaufleute jedem, der bei ihnen einen Einkauf im Werte von mindestens fünf Franken machte, einen Anteil ein Vier­zigstel an einem Los dec Staatslotterie gege­ben, so daß diese Käufer nun gewannen, ohne das Los gekauft und bezahlt zu haben. Die glücklichen Gewinner erfuhren von dem 8-Millionen-Gewinn gestern abends durch den Rundfunk; aus Freude darüber hielten sie alle Gäste in einem Kaffeehaus mit Champagner frei. Jeder von ihnen gewann auf ein Vierzigstel des Loses 125.000 F r a n- k e n. Eine Neuerung der diesjährigen Ziehung stellt der Umstand dar, daß alle Losbcsitzcr, die dieselben Nummern wie das Los, daS den Haupt­treffer gemacht hat, jedoch in 38 anderen Serien haben, je 100.000 Franken alsTrostgewinn" erhalten. An vierhundert Arbeiter durch Fabrikbrand arbeitslos. Auf dem im Jndustriehafen in M a n n- heim gelegenen Fabrikgelände des Vereins deut­scher Oelfabriken entstand in der Nacht zum Mittwoch im Extraktionsbau aus bisher unbekann­ter Ursache ein Großfeuer, das die Einrichtung deS BaueS im Verlauf« einer Stundemahezu völlig ver­nichtete. Der Betrieb muß unterbrochen werden. Das Mannheimer Werk beschäftigt zur Zeit 880 Arbeiter. Ein Mann wurde bei den Löscharbeiten leicht ver­letzt. Weizenschmuggler verhaftet. Die Gendar­merie in Petrovo lBezirk Berehovo) verhaftete 15 Personen, zehn Männer und fünf Frauen, aus der Gemeinde Bekenn! aus dem gleichen Bezirk. Die Verhafteten hatten am 9. Juni fünf F i n a n z w a ch l c u t e, die sic beim Weizen­schmuggel aus ungarischem Gebiet überrascht hal­ten, mit Steinen und Schußwaffen überfallen, wobei zwei Respizienten durch Steinwürfe verletzt wurden. Außerdem gaben die Schmuggler bei der Verfolgung Schüsse ab, ohne jedoch zu treffen. Die Verhafteten wurden in das Sebljuscr Kreisgericht eingeliefert. Paris , 27. Juni. Im Hafen von Lorienk hat am DirnStag abends 6 Uhr der auSlaufende DampferProsptritt" mit 200 Reisenden an Bord, allcS Arbeiter der Hafenverwaltung und des Arsenals, den heimkrhrendrn kleinen DampferAdario-Ango" gerammt. Dian nimmt an, daß beide Schiffe gesunken sind. Noch i» der Nacht wurden sechs Leichen geborgm. Im Krankenhaus konnten sechs Passagiere ins Leben zuriickgrrufen werden. Heute gegen mittag Unablässig gießt der Regen, Landstraßen ver­wandeln sich in uferlose Seen, zäh kleben die Schuhe am lehmigen Boden, aber am Strahover Stadion gibtS keine Regenpausen. Da wird genagelt, gehäm­mert, asphaltiert und zementiert, als sollte hier im Fluge einer knappen Woche eine neue Stutzt aus dem Boden gestampft werden. Und wirklich, hier wächst eine neue Stadt, eine Stadt für 150.000 Menschen, eine Stadt des Ar­beitersports. ES muß an so vieles gedacht werden. Die Tribünen stehen fix und fertig da. bereit, die Massen aufzunehmen, ein ungeheurer imposanter Kranz, ansteigend wie ein Amphitheater der Antike; auch die Lautsprecher sind schon montiert, auS denen die Symphonie des Massensports über die riesigen Anlagen fluten soll. An dies Zentrum des großen Festes schmiegt sich, verwirrend in seiner Vielfalt, das bunte Drum und Dran der einzigartigen Ver- anstaltung. Die Ankleideräume für di« Turner, Ge­räteschuppen, Ruheplätze und schließlich nicht zuletzt die Dinge der Peripherie, die zu jedem echten Volks­fest gehören: Verkaufsbuden, Büfetts, fliegende Restaurationen, di« zum Teil schon in Betrieb sind. Wem das Naß nicht genügt, das wie eine gelang­weilte Sintflut unablässig von oben kommt, kann bereits sein Smichover hoben. ES geht wie der Blitz. Ma» trifft einen Genossen, der beim Ausbau des FestplaheS beschäftigt ist.ES geht wie der Blitz", sagt er,und alles klappt ausgezeichnet. Aber so muß eS ja auch sein, wenn man für seine eigene Sache arbeitet!" DaS ist esl Es liegt ein froher, unternehmender Zug über diesem Werk, nichts von Verdrossenheit, nichts von Zwang. Die Män­ner, die hier den Hammer schwingen, die Straßen bahnfrei" machen und die Wände zementieren, füh­len. daß sie hierin eigner Sache" stehen! Diener am Werk, das auch ihr Werk ist! Der Blick von der Haupttribüne ist überwäl­tigend. Aus dem Wirrsal der Holzgerüste schält sich schon die Form, wachsen bereits die Konturen jenes überwältigenden Bildes, das dieser Stadion bieten wird, wenn das bunte Meer der Fahnen und Ge­sichter mit dem Grün des StadionrundS, dem Gelb der Gerüste und dem hellen Grau der Mauer» zu- fammenfließen wird... Die Puppenstadt unter der Erde. Aber nicht nur über der Erde, auchunter der Erde " bietet das Strahover Stadion bereits höchst Sehenswertes. Wir haben über die unterhalb der Haupttribüite gelegene Olympiade-Ausstellung schon kurz berichtet.. Das schönste in ihr sind doch die Puppen, herrliche, mit erstaunlicher künstlerischer Gestaltungskraft geschnitzte Puppen, die einen brei­ten Raum in der Ausstellung einnehmen. Der Ge­nosse, der unS führt und mit sichtlichem Stolz auf diese Leistungen hinweist, macht auf einzelne Stücke aufmerksam, vor denen man bewundernd stehen bleibt. Welch eine kulturelle Kraft steckt doch in einer Arbeiterschaft, die, trotz aller finanziellen Not. trotz der schweren Bürde des Berufs, noch die Kraft und die Sammlung ftndct, sich mit solcher Freude höhen wird, da immer noch einige Fahr» g ä st e deS DampfersProfptritt" in den Kabi- nm eingeschlossen sind. Taucher sind augenblicklich bemüht, daS Schiff zu durchsuchen. Eine Nntersnchung über dir Ursache des Un­glücks wurde ebenfalls etngeleitet. ES geht das Goriicht, daß der K a p i t ä n drS Dampfers Märio Ange", der rin falsches Manöver durchgcführt haben soll, für die Katastrophe ver­antwortlich gemacht wvrdm muß. an Spiel und Bewegung diesen Puppenschnitzereien hinzugeben. Da sieht man eine bizarre, in Farben glühende Kasperl-Gestalt, aus.Korken gefertigt, sie ist daS Werk eines Brauereiarbeitert, der sie in keinen Dtusestunden geschnitzt hat. Ein Dreizehnjähriger zeigt in kleinen Arbeiten eine erstaunliche Phantasie und eine technisch« Gewandtheit, die, ohne jede methodisch« Vorbildung, in jeder Nuance starke Be­gabung atmet. Die tschechische Puppenkultur ist eine alte Kul­tur. Mm merkt eS, wie dies Talent zum Fabulie­ren im Holz im ganzen Völle schlummert, wieviel verborgen« Talente hier ganz anonym nur der Luft an der eigenen Arbeit leben. Da gibt eS kleine Kost­barkeiten, die unS unserFührer" nur ganz behut­sam zeigt. Ein Teufel, mit geradezu erregender Intensität gestaltet und, wie man uns mitteili, be­reits hundert Jahre alt... Diese Puppenschau ist wirklich wert, von Zehntausenden nicht nur flüchtig betrachtet, sondern als wirkliches Erlebnis studiert zu werden.. J Draußen vor dein Strahover Stadion werden soeben Steine miSgeladen, auch eine neue Sendung Bretter ist angekommen, Holzhütten werden mit rotem Tuch festlich ausgeschlagen, von irgend woher grüßen leuchtend und mahnend die Drei Pfeile... Wird das Weiter besser werden bis Sonn­tag" rufen wir einem Arbeiter zu. Es muß!" sagt er mit ruhiger, überzeugter Stimme und in demes muß!" liegt so viel innere Gewißheit daß wir, getröstet und gestärkt, an dieses Muß" zu glauben beginnen! Pre. 6000 deutsche Arbeitersport!« bei der Olympiade. In dem Zeltlager, das jetzt im Stadion errich­tet wird, werden gemeinsam mit den tschechischen roten Pfadfindern auch 450deutscheJugend« l i ch e von denNaturfreunden" und den Roten Falken wohnen. Aber darüber hinaus sind noch weitere 4000 deutsche Genossen Turner, Turnerinnen und Gäste vom AussigerVer- band AtuS und überdies der Deutsche Ar­beiter-Rad- und Kraftfahrbund zur Olympiade angcmeldet, so daß insgesamt fast 6 0 0 0 deutsche Arbeitersportler teilnehmen werden. Auch von den anderen Nationen unserer Republik werden zahlreiche Genossen erwartet. Die polnischeS i l a" au- Oberschlesien wird 200, der u k r a i n i s ch e VerbandS i t" 150 Genossen entsenden. Von den tschechischen Genossen wer­den sich auch noch der Verband der tschechischen Ar- beitcrtouristrn, der Zentralverband der tschechoslowa­kischen Arbeiierradfahrer und der Verband der tsche­choslowakischen Arbeiter-Gesangvereine an dec Olympiade beteiligen. * Der Leucht. Springbrunnen im Rahmen der Abendveranstaltungen der Prager Arbeiter-Olvmviade wird zum erstenmal am Frei­tag. den 20. Juni, abends, auf der Nordseite der Schützeninsel in Betrieb sein. Vor 20 Jahren: Der nord in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich und seine Gemahlin bei ein« ihrer letztm Ausfahrten. hatte man bereits sechs wcitore Leichen geborgen. ES sind fomft bisher bereits zwölf Tote zu ver- Im KvankrnhauS von Lorient befinden sich zeichnen. Man befürchtet aber, daß die Zahl sechs Verletzte, deren Zustand jedoch besorgniSer- der Todesopfer sich noch weiter er»! regend sein soll. Olympiadestadt für 150.000 Puppenstadt unter der Erde und hundertjährige Teufel Seite 5 Haben Sie schöne weiße Zähne? sie sind der schönst natürliche Lassan Sie Chlorodont lOr dis Schön* bett u- Gesundheit Ihrer Zahne sorgen. Froh und abends benutzt, macht Chloroclont Zahnpaste die ZAhns blendend weift. ohne den kostbaren Zahnschmelz snrugreOsn. Tuben xu Kt 4.« u. 6- Inlönd Erzeugnis Sozialrente In der Pensiensversidiening Durch die am 20. Juni vom Senat endgüllig Verabschiedete Novelle zum PensionSver- s i ch e r u n g S g e s e tz der Privat­angestellten ist als neu« überaus bedeu­tungsvolle Fürsorgeeinrichtung die S o z i al« rente für stellenlose ältere Angestellte geschaffen worden. Neben die­sem schwerwiegenden sozialpolitischen Fortschritt bringt die Novelle noch eine Anzahl weiterer wich­tiger Aenderungen. Der Allgemeine An- gestellten-BerbandReichenberg beschäftigte sich in einer am 24. d. M. abgehalte­nen Tagung mit der damit zu verzeichnenden weit­gehenden Vervollkommnung der Schutzgesetzgebung für die Angestellten. Rach den Berichten deS Ber- bandSobmannstellvertreterS Kirchhoff und deS Abg. M a e o u n über den Entwicklungsgang und den Inhalt der Novelle wurde nach längerer Aussprache folgende Entschließung ein­stimmig angenommen: Die in der Nationalversammlung beschlos­sene Novelle zum PensionSversicherungsgcsetz die nach jahrelangem Kampfe der freigewerlschaft- lichen Angestelltenorganisationen die Verwirk­lichung der wichtigsten, auf den Massenkundgebun­gen deS Allgemeinen Angesiellten-BcrbandeS Rei­chenberg in Aussig und in Olmütz gestellten For­derungen und damit einen g r o ste»Erfolg für die Angestellten bringt war Gegenstand eingehender Beratungen einer Sonn­tag, den 24. Juni 1034, in Rcichenberg statt­gefundenen Tagung deS Allgemeinen Angestellten« Verbandes Rcichenberg. Die Berichte über die Herabsetzung der Altersgrenze für den Anfall der Altersrente und die Einführung der sogenannten Sozialrente in der Pen­sionsversicherung wurden mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen. Beide für die Angestell­ten außerordentlich wichtigen Neueinführungen sind die Anerkennung dafür, daß den auS dem Produk- tionS» und Austauschprozeß auSgeschiedcnen älte­ren Angestellten in den gegenwärtigen zerrütteten wirtschaftlichen Verhältnissen unbedingt eine be­stimmte Existenzsicherheit gegeben werden muß. Die Tagung gab der Hoffnung Ausdruck indem sie im wesentlichen auch sonstige im Gesetze vorgesehene Bestimmungen begrüßte daß eine Schädigung der Versicherten infolge der Aushebung der AnerkcnnungSgebühr durch die Erweiterung der Schutzfristen hintangehalten wird. Sie anerkannte mit Dank die Bemühungen der parlamentarischen Vertreter deS Allgemeinen Angestellien-VerbandcS, vor allem aber des Abg. M a c o u n, für die rasche Erledigung der No­velle in der Nationalversammlung, besonders aber hinsichtlich der Erhaltung der gegen­wärtigen Amtsstellen der Allge­meinen PcnsionSansialt. DaS große Werk der Pensionsversicherung der Angestellten wäre aber nicht vollständig, wenn nicht auch bald das bereits vorbereitete Ueber- weisungSgesch verwirklicht würde. Die Tagung stellt daher an die Regierung das drin­gende Verlangen, daS NeberwcisiingSgcsctz unver­züglich zu verabschieden." Dernotlridrnde" Führer. Herr Hitler soll sich, wie auS Berlin berichtet wird, über wirt­schaftliche Dinge keinerlei Sorgcic machen. Er bc- tone ausdrücklich, daß ihn diese Dinge, von denen er auch nicht viel verstehe, nicht interessieren. Daß ihm die wirtschaftlichen Dingekeine Sorgen" machen, kann man, was ihn selbst angcht, ver­stehen. Wie aus den Verlags-Angaben desVöl- ! kischcn Beobachter", des parteiamtlichen ZwaitgS- I organS für alle Behörden, zahllose Beamte nsw., I an erfahren ist, verzeichnet das Blatt einen jähr­lichen Reingewinn von vier Millio­nen Mark. Zirka 88 Prozent der Einnahmen deSVölkischen Beobachter" fließen eigentums­gemäß in die Tasche des notleidendenFührers". Er braucht sich also gewiß keinerlei Sorgen um wirtschaftliche Dinge zu machen. Die machen sich die andern, dieVolksgenossen"... l