Sosialdemokrat

ZENTRALORGAN

DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK

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14. Jahrgang

Kommunalwahlen

in Sowjetrußland

90 Millionen Wahlberechtigte?

Moskau.( Tay.) In der ganzen Sowjet­ union haben die Vorbereitungen für die Kam­pagne der Wahlen der Stadt- und Dorfiowjet­deputierten, die durch eine besondere Verfügung des Zentralexekutivkomitees der USSR für den Zeitraum vom 1. November bis 10. Dezember anberaumt sind, begonnen. Im Laufe des Monats Dezember und anfangs Jänner werden Wahlen in die Gau , Gebiets- und Republikrätekongresse stattfinden, in denen die Delegierten des VII. Unionrätefongresses, der für den 15. Jänner an­beraumt ist, gewählt werden.

An den Wahlen wird die gesamte er= wachsene, mert tätige Bevöl= terung der Sowjetunion nach vollendetem 18. Lebensjahr teilnehmen. Die Wählerzahl wird auf 90 Millionen Personen geschäßt.

Spanische Regierung

im Werden

Madrid. ( Havas.) Lerroux hat die Auf­gabe der Bildung der neuen Regierung über­nommen, die sich auf die Koalition der Radikalen und der katholischen Partei stüßen wird. Lerroug ist der Führer der radikalen Partei. Vor neuen Wirren?

Der Führer der Agrarpartei, Gil Robles , der bekanntlich die Regierungskrise herbeigeführt hat, erklärte in einer Unterredung mit dem Be= richterstatter des" Journal" und des Ercelsior",

Mittwoch, 3. Oktober 1934

Ende der Regierungskrise in Rumänien

Und die

Nr. 231

Kabinett ohne Titulescu 40- Stundenwoche?

Bukarest.( OR.) König Karol genehmigte die Ministerliste, die ihm der desig­nierte Borsitzende der Regierung Tatarescu vorlegte. Das neue Kabinett hat folgende Zu­sammensetzung:

Ministerpräsident und gleichzeitig Minister für die Rüstungen sowie Leiter des Mini­steriums für Auswärtige Angelegenheiten Tatarescu, Minister des Innern In culet

Minister für Justiz Biktor Antonescu, Minister für Finanzen Victor Slavescu ,

Minister für Nationalverteidigung Gen. Pavel Angelescu, Minister für Landwirtschaft Saffu,

Minister für Verkehrswesen Franasovici Minister für Kultur a pedatu, Minister für Unterricht Dr. Anghelescu, Minister für Gesundheitswesen Costinescu, Minister für Arbeit Ni stor.

Staatsminister sind: Jamandi und Baler Popp. Unterstaatssekretäre find: Inneres: Eugen Titeanu und Juca, Landwirtschaft: Cancicon und Negura, Arbeit: Valer Roman, Ing wesen: Frimescu, Finanzen: Constantinescu und Handel: Pro­feffor Leon.

Zum Minister für Handel und Industrie wird Manolescu- Strunga ernannt werden, der jetzt im Ausland weilt. Bis zu seinem Eintreffen wird Finanzminister Slavescu das Ministe= rium für Handel und Industrie leiten.

Die neuernannten Minister sind noch heute abends nach Sinaja gereist, wo sie vor dem König den Eid auf die Verfassung ablegen werden.

Das zweite Kabinett Tatarescu hat bis auf zwei Ausnahmen die gleiche Zusammen­fegung wie das erste Kabinett.

die Agrarpartei lehne es nicht ab, in die Regie Die künftige Arbeiterregierung

rung einzutreten, doch hänge dies vom Programm des neuen Kabinetts ab, Er sprach sich auch für eine Aenderung der Bodenreform und für eine Einschränkung des gegenwärtigen katalanischen Statuts aus. Mit den Basken werde man erit dann verhandeln, wenn sie sich den Gesetzen unterwerfen. Große Aufmerksamkeit rief die Er­flärung Robles hervor, daß die Agrarpartei gegen eine eventuelle Auflösung der Cortes und gegen Neuwahlen nichts einzuwenden hätte. Er fügte hinzu, die Partei würde nach den Neuwahlen über 200 Abgeordnete zählen. Man glaubt, daß den Agrariern in der neuen Regierung drei oder bier Size werden angeboten werden. Der Bericht­erstatter des Petit Parisien" fügt hinzu, daß der Eintritt der Agrarier in die Regierung verschie denen Parteien nicht genehm wäre, da diese bis her noch keine offene Erklärung für das repu­blikanische System abgegeben hätten. Man be­fürchtet daher neue ernste Wirren im Lande.

Die Ständeverfassung Schuschniggs-

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ein Baradies für die Kapitalisten

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Beschlüsse des englischen Parteitages

Wieder einmal steht die Welt vor einem nahenden Winter, der für die Millionen Arbeits­loser mehr als die Reihe der vorhergegangenen, besonders wenn harte Kälte ihn begleiten sollte, ein böser Hungerwinter werden wird. Es ver­trägt sich schlecht mit der Bezeichnung dieser Welt als einer zivilisierten, daß sie all dem Jammer und Elend, das die Krise über die aus dem Ar­beitsprozeß Ausgestoßenen bringt, mit steigen­der Gleichmut gegenüber steht und die, da ihre Beseitigung ohne eine wenigstens vorübergehende Schmälerung des Unternehmerprofits nicht zu erreichen ist, bis zum Eintritt des erwarteten Wunders als Normalzustand angesehen wird. Furchtbar grausam handelt die heutige kapitali­stische Gesellschaft an diesen Ueberzähligen". Sie müßte wenigstens das eine tun, das Maß und die Schärfe der Wirtschaftskrise, soweit sie nicht im Wesen der kapitalistischen Ordnung be­gründet sind, mit allen Mitteln einzudämmen suchen. Bisher hat die unglückselige Wirtschafts­politik der Staaten nur zu ihrer Steigerung bei­getragen und das Tempo, in dem die aus den Fugen geratene Weltwirtschaft wieder eingerenkt werden soll, ist ein mehr als langsames.

Der Ursachen, die den fortdauernden Zu­stand der Wirtschaftskrise verursachen sind mehr­fache und nicht eine einzelne Medizin könnte dem franken Wirtschaftskörper Heilung bringen. Aber

Wird... iebe fönnte einigermaßen Linderung herbeifüh

ren. Schon die Entlastung des Arbeitsmarktes von einem Viertel oder einem Fünftel der Be­schäftigungslosen würde eine Erleichterung für

Southport . Auf der Jahreskonferens Erefutivausschusses auf Revision des gegenwärti- die Gesamtheit und die Staatsfinanzen, einen Labourparty wurde bereits über Richtlinien für gen Verzeichnisses derartiger Organisationen Hoffnungsstrahl für die übrigen Erwerbslosen bedeuten und dieser Erfolg wäre im Wege der die Politik einer künftigen Labour- Regierung dis- wurde abgelehnt. futiert und ein Kompromiß darüber erzielt, daß die Der Parteitag nahm einstimmig eine Ent- Einführung der 40- Stundenwoche zu erreichen. fünftige Labour- Regierung das Oberhaus schließung Hendersons an, in welcher die Aber wie die Versuche, auf einer Weltwirtschafts­jeglicher gesetzgebender Machtent Befriedigung über den Eintritt Sowjetrußlands konferenz über die Maßnahmen zur Besei­äußern wird, was wie Reuter hinzu in den Völkerbund ausgesprochen wird. In der tigung der Krise gescheitert sind, so sind bisher fügt für die künftige Politik Großbritanniens Resolution wird der Glaube zum Ausdruck ge- auch alle Bestrebungen, international die Frage von ungewöhnlicher Bedeutung wäre. bracht, daß dieses historische Ereignis den Völker- der Verkürzung der Arbeitszeit zu lösen, vergeb­bund in ungewöhnlicher Weise stärken, die Bezie- lich gewesen. Im wesentlichen war es der Wider­hungen zwischen den Nachbarstaaten bessern und stand der Unternehmer, in manchen Fällen auch bewirken werde, daß das kollektive Friedenssystem fich wirksamer gestalten werde. Es werde hie- der von Regierungen, der diese wichtige und not­durch auch das Einvernehmen der Welt über eine wendige Reform verhindert hat. Und doch ist die 40- Stundenwoche unerläßlich geworden, sie muß fukzessive Abrüstung beschleunigt werden. kommen, allerdings sollte in Rechnung gestellt werden, daß sie sich umso weniger wirksam er­weisen wird, je später sie kommt.

Mit großer Mehrheit wurde ferner eine Resolution angenommen, derzufolge die Mitglie­der der Ersatz- und Hilfsorganisationen der kom­ munistischen Partei nicht Mitglieder der Ar­beiterpartei werden können. Der Antrag des

USA - Gewerkschaften für 30- Stundenwoche

Um den, Waffenstillstand" zwischen Kapital und Arbeit

Die Einführung der 40- Stundenwoche wäre feine große revolutionäre Tat, sie wäre nur eine Anpassung an den seit dem Bestand des Achtstundentages erfolgten bedeutenden techni­schen Fortschritt im Arbeitsprozeß und an die Rationalisierung. Eine Gesellschaftsordnung, wenn sie nicht ihren Sinn verlieren will, hat da­

( Wien .) Salzburg wird das erste österrei­chische Bundesland sein, welches seine Landes­regierung und die Landesvertretung auf st ä n= discher Grundlage gliedern wird. Die neue Landesregierung, deren Ernennung vorbereitet New York. ( Tich. P. B.) Der Gewerf| hat die Rundfunkrede in den Gewerkschaftskreisen für zu sorgen, nicht nur daß die für den Bedarf ist, wird sechs Mitglieder zählen, und zwar: Den schaftsführer Green hat am Montag auf der Beifall gefunden. Das geht aus einer Aeußerung notwendigen Waren erzeugt werden, sondern Landeshauptmann, seinen Stellvertreter, den Fi- Tagung der Gewerkschaften in St. Franzisko die Greens herbor, der erklärte, es scheine, daß der auch die Menschen Arbeit und Nahrung finden. nanzreferenten und 3 Landesräte. Die neue Lan- Einführung der Dreißig- Stundenwoche verlangt. Präsident dieselbe Sprache spreche wie die Hat die Vervollkommnung der Maschinen Mil­desvertretung wird folgendermaßen zusammen- Bon der Versammlung wurde diese Forderung Arbeiterschaft. lionen aus den Arbeitsstätten herausgestoßen, so gesetzt sein: Kirche, Wissenschaft und Kunst, Geld- mit großem Beifall begrüßt. Inzivischen hat auch der amerikanische Fabri- darf eine Ordnung, die noch auf den Titel einer und Versicherungswesen werden je einen Vertre Weiter erklärte Green, die Regierung Roose- tantenverband sich mit dem angeregten Waffen- menschlichen Anspruch erhebt, dies nicht mit ter entienden. Drei Vertreter entfendet Industrie belt habe gewiß viel für die Bekämpfung der Er stillstand befaßt. In einer öffentlichen Erflärung Fatalismus hinnehmen und muß alles tun, um Gr- kantenverband und Bergbau, drei Vertreter Handel und Hand- werbslosigkeit getan, sie sei aber noch nicht weit wird Präsident Roosevelt von ihm aufgefordert, den Segen der Entwicklung nicht bloß einer klei­werk und drei Vertreter der Gewerbestand. Die genug gegangen. Die Zahl der Arbeitslosen be= den Waffenstillstand durch eine Proklamation von Wirtschaft wird neun Vertreter haben. Die Unter- trage auch heute noch immer zehn Millio- ich aus anzuordnen. Voraussetzung sei für nen Schichte zukommen zu laſſen. nehmer und die Vertreter der Arbeitnehmer wer- nen. Die großen Ausstände der letzten Zeit seien die Fabrikanten, daß während des Waffenſtiä- Den verbesserten Produktionsverhältnissen den in dem neuen Parlament in dem Verhältnis nur auf feindselige Einstellung der Arbeitgeber 1: 1 vertreten. Die Landesvertretung wird vom zurückzuführen. Man habe versucht, den Arbeitern standes die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen entspricht die achtstündige, tägliche Arbeitszeit Landeshauptmann auf Grund eines Vorschlages das Recht auf kollektive Verhandlungen mit den unverändert fortbestehen. Schließ- längst nicht mehr. Nicht allein wegen der anschei­der Heimatfront und eines Gutachtens der zu- Arbeitgebern streitig zu machen, das ihnen durch lich werden von den Fabrikanten die Gewerkschaf- nend hoffnungslos sich hinschleppenden Krise. ten aufgefordert, den Vorschlag des Präsidenten Auch ohne diese und bei Wiedereintritt einer ständigen Fachkorporationen ernannt werden. die NIRA- Gesezgebung ausdrücklich zugebilligt worden sei. Konjunkturperiode wäre die 40- Stundenwoche Dazu liegt bereits eine Gegenertlä unausweichlich, denn es ist ein Trugschluß, zu Nun weiß man erst richtig, was den Herren Katholiken an der Demokratie so wenig gefiel. Der von Roosevelt in seiner Rundfunkrede rung Greens vor, der als Präsident des Ge- glauben, mit dem Ende der Wirtschaftskrise Die Massen der Arbeiter werden nach der neuen am Sonntag gemachte Vorschlag eines Waffen- werkschaftsverbandes die öffentliche Erklärung des würde auch die Arbeitslosigkeit vorüber sein. Ver­Verfassung genau soviel zu sagen haben, wie die stillstandes zwischen Arbeit- Arbeitgeberverbandes als Ausflucht bezeich= Handvoll Kapitalisten, denen sie direkt ausgebern und Arbeitnehmern hat nete. Den Abeitgebern sei zu empfehlen, ecft ein- besserte Maschinen und Rationalisierung haben geliefert sind. In der Menge der Vertreter ande- in Gewerkschaftskreisen eine günstige Auf- mal öffentlich anzukündigen, daß sie ihrerseits das bereit stehende Arbeitsquantum beträchtlich; zer kapitalistischer Institutionen werden sie über- nahme gehabt. Eine bindende Stengnahme da nun endlich sich bereit finden wollten, die Entschei- vermindert und die Aufteilung dieses Quan­haupt nicht zu bemerken sein. zu wird jedoch einstweilen abgehnt. Im übrigen Dungen der eingesetzten Behörden auch zu befolgen. tums unter die vorhandenen Arbeitskräfte ist ein

zu unterstützen.

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