Seite 4 Mittwoch, 31. Oktober 1934 Rr. 255 Arbeiter Turn- und Sportverband Sitz Aussig a. E. Alle unsere Mitglieder beteilige« sich am Sonntag, den 4. N o v c m b c r, an den . Kundgebungen der Partei. Konferenzen, Versammlun ­gen, Spiele und sonstige sport­liche Beran st altungen wäh­rend der Zeit der Demonstra- tionen sind verboten. Während der anderen Zeit dürfen Spiele vor allem nur dann stattfinden, wenn dadurch die Teil­nahme der Spieler an den Kundgebungen nicht behindert wird. Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit, daß sich die Genossen darnach richten. Die Bundesleitung. Herr Dr. Franz Bacher zwingt uns wieder einmal, uns mit ihm zu be­schäftigen. In der letzten Sonntagsnummer der Neuen Freien Presse" artikelt er über die SHF und wenn er es auch nicht ganz unver­sucht läßt, in den Beifall für. Konrad Henlein ein paar kritische Bemerkungen einflietzen zu lassen, so gewinnt man doch den Eindruck, das; das nicht zuletzt deshalb geschieht, um Herrn Bachers posi­tive Einstellung zu Henlein als objektiv umso glaubwürdiger und also für die SHF im Aus­lande Reklame zu machen. Das verzeichnen wir der Herr Abgeordnete Dr. Bacher mag es uns glauben ohne jedes unangenehme Gefühl, denn wir haben nichts dagegen einzuwenden, daß diese sogenannten Demokraten sich bloßstellen. Herr Dr. Bacher ist immerhin so schlau, mit seinem vollen Namen nur vor den Oesterreichern für seine Behauptung aufzutreten, daß die Sudetendeutsche Heimatfrontvon jetzt ab als ein positiver Faktor des politischen Lebens in der Tschecho­ slowakei zu werten ist".(Die Unterstreichung des positiven Charakters" entstammt dem Original.) Die Zukunft wird wohl bald über diesen Posi­tivismus Aufschluß geben! Für uns interessanter ist die Tatsache, daß Herr Dr. Bacher, der für den Henlein so viel wohlwollende Objektivität auf­bringt, daß er den Oesterreichern nicht' einmal Henleins Leipaer Stellung zu Deutschland ver­rät, die eben nur für ganz bestimmteDemokra­ ten " noch existierendePressefreiheit" in Oester­ reich dazu benützt, um gewisse Behauptungen auf­zustellen, die zu beweisen er nicht einmal versucht. Bei den Leuten, die Kanonen gegen die Sozial­demokraten auffuhren, wird Herr Dr. Bacher seine Beliebtheit sicherlich durch die Behauptung erhöht haben, daß dem Henlein zwei Versammlungen über Betreiben der Sozialdemo­kraten" verboten wurden. Aber mit der Wahr­heit hat das genau so viel zu tun wie Bachers andere Behauptungen, daß Henlein sich von allem Anfang an mit beiden Füßen auf den Boden des tschechoslo­wakischen Staates gestellt hat" und auch bezüglich des Rassenproblems" nicht nationalsozialistisch eingestellt sei. Jene tschecho­slowakischen Demokraten, die Herr Dr. Bacher eigentlich zu vertreten hätte, werden herzlich lachen, wenn sie dieseWahrheiten" aus seinem Munde vernehmen und werden ihm vielleicht empfehlen, es doch am besten selber bei der Henlein -Front zu versuchen!Vorderhand", so schreibt Herr Dr. Bacher im Stil des unorientier­ten Teils der tschechischen Presse,i st Henlein Führer der stärk st en sudeten­deutschen G r u p p e". Wir laden Herrn Dr. Bacher ein, an einer unsererKundgedun­gen am nächsten Sonntag teilzunehmen; dort wird er sich über die stärkste sudetendeutsche Gruppe informieren können. Gemeindefinanzreform. Der Verband der deutschen Selbstvertvaltungskörper läßt folgende Mitteilung an seine Mitglieder ergehen: Die Vor­verhandlungen über die dritte Gemeindefinanz­gesetzreform werden schon in den nächsten Tagen in das entscheidende Stadium treten. Die Reform des bisherigen Rechtszustandes ist nicht nur im Interesse der Gemeinden, sondern auch des Kredit­wesens unabweislich und unaufschiebbar gewor­den. In zahlreichen Kundgebungen haben die deutschen Gemeinden ihre Forderungen und Vor­schläge sowohl für die übergangsweise, als auch für die endgültige Regelung des Gemeindefinanz­wesens aufstellt. Sie sind sich bewußt, daß unter den gegebenen Verhältnissen nur eine vorläufige Regelung möglich und zweckmäßig ist. Doch muß verlangt werden, daß diese vorläufige Regelung tatsächlich den Gemeinden ausreichende Hilfe bringt, ohne die Selbstverwaltung weiteren Be­schränkungen zu unterwerfen. Der Verband hält es für notwendig, seinen Mitgliedern die Ge­legenheit zu bieten, Stellung zum Rcformentwurfe zu nehmen. Der Verbandsvorstand hat deshalb in seiner Sitzung am 24. Oktober beschlossen, so­bald der zur parlamentarischen Verhandlung be­stimmte Entwurf der Novelle vorliegen wird, eine Versammlung der Mitgliedergemeinden nach Prag einzuberufen. Da die Einberufung mög­licherweise kurzfristig erfolgen muß, ersucht der Verband seine Mitglieder, die Beschickung dieser Tagung schon jetzt vorzubereiten, also ihre Ver­treter zu bestimmen, ohne eine weitere Auffor­derung hiezu aüzuwarten. Tagcsncuighcilcn Zwei schwere Eisenbahn­katastrophen in Frankreich Paris . Am Montag abends ereignete sich bei Saint Foy ein schwerer Unfall. Ein Lastkraft- wagen wurde an einer Gleisüberführung von einem Personenzug überfahren. Der Per­sonenzug entgleiste infolge des heftigen Anpralles, wobei die Lokomotive den ersten Eisen­bahnwagen zerdrückte. Bei dem Un­fall sind drei Personen getötet und vier verwundet worden, darunter drei schwer. Der Lokomotiv führer suchte nach dem Unfall das Weite. Er ist bis­her noch nicht wieder aufgefunden worden. Auch der Lenker des La st kraft wage ns, der das Unglück herbeigeführt hat, ist ver­schwunden. Der D-Zug nach Bordeaux stieß am Montag abends, 150 Meter von dem Bahnhof Montaubou entfernt, gegen eine Rangier­lokomotive. Der Anprall war so heftig, daß die Lokomotive des D-Zuges aus den Schienen sprang. Auch die vorderen Wagen des D-Zuges wurden beschädigt. DreiundzwanzigPer- s o n e n sind verletzt worden. Davon mußten drei ins Krankenhaus gebracht werden. Unter ven Verwundeten befindet sich auch der L o k o- motivführer des D-Zuges. Weltumspannender Lustschiffdienst? Die Pläne Dr. Eckeners. Washington. Dr. Eckener , der am Montag ausführlich vor dem Luftfahrtausschuß über den Stand des Luftschiffbetriebes sprach, erläuterte auch seine Pläne für die Zukunft. Er machte da­bei die Zusicherung, daß er im Sommer 1935 mft dem neuen Zeppelin-LuftschiffLZ 129 " Ver­suchsfahrten zwischen Friedrichs­ hafen und Nord-Amerika unternehmen wolle. Er stelle das neue Luftschiff auch für zehntägige Rundfahrten in Amerika zur Verfügung. Im Herbst 1935 würdeLZ 129 " in den Südatlantik- Dienst eingestellt werden. Der Luftfahrtaus­schuß versprach dem Bundeskongreß eine Vorlage zugehen zu lasten, in der von der Regierung Mit- tel für die Durchführung der Versuchsfahrten des LZ 129 " nach Nord-Amerika für die Vorberei­tung eines regelmäßigen Nordatlan­tischen Luftschiffdienstes durch den Bauvondrei bisvierZeppelinluft- schiffen sowie für'die. A u s b i l d u y g der für diese Luftschiffe benötigW'MMffschaftcti ttiW gefordert werden, falls sich die'zuständigen Behör­den für die Annahme des Planes Dr. Eckeners entscheiden sollten. Dr. Eckener empfahl dem Luftfahrtausschuß ferner die Einrichtung eines die W e l t u m s Pan­nen denLuftschiffdien st es Deutsch­landNordamerikaSüdamerika Holländisch- Jndien und Britifch-Jndien. Ein seetüchtiges Luft­schiff, fo fagte er, sei bereits vorhanden. Man müsse nur ohne Zögern zugreifen. Das Heliumgas, das für die Verwirklichung dieses großen Planes erforderlich sei, müste allerdings von der Regie­rung der Vereinigten Staaten , die das Monopol besäße, zur Verfügung gestellt werden. Eckener belegte zahlenmäßig, daß der Zeppelindienst zwi­schen Deutschland und Südamerika einträglich ist. Fabrttsbrarrd in Brünn In der Fabrik zur Erzeugung von Abfgll- und chemisch-technischen Produkten I. N a v r a- t i l in Brünn entstand am Dienstag um viertel acht Uhr abends ein Brand, der sich rasch auf den ganzen Fabrikskomplex ausdehnte. Das Unter­nehmen besteht aus vier hölzernen mit Teerpappe gedeckten Objekten, von denen bis zum Abschluß des Berichtes drei vollkommen niederbrannten, während eines erhalten blieb; zu dieser Stunde war der Brand wohl lokalisiert, jedoch noch nicht völlig gelöscht. Die Brandursache konnte bisher nicht festge- stellt werden. Der Rortier des Unternehmens gab an, daß er knapp vor viertel acht Uhr abends einen Rundgang durch die Fabrik machte und nichts Ver­dächtiges bemerkte. Als er seine in dem Unterneh­men befindliche Wohnung betreten hatte und sich eben waschen wollte, hörte er eine Detonation. Als er auf den Hof hinauslief, sah er bereits die hellen Flammen emporschlagen. Er wollte tele­phonisch die Feuerwehr verständigen, doch funk­tionierte das Telephon nicht mehr. Inzwischen hatten Paffanten die Feuerwehr verständigt. Sämtliche Feuerwehren Brünns trafen in kurzer Zeit auf dem Brandplatz ein. Auch der Bür­germeister hatte sich eingefunden. Der Feuerschein hatte zahlreiche Neugierige angelockt. Die Ret­tungsabteilungen hatten auch Ambulanzen entsen­det, die jedoch nicht einzugreisen brauchten. Der Schaden wird von dem Besitzer mit einer Viertelmillion angegeben; die Versicherung geht angeblich nur auf 150.000 Kronen. Außer den drei Objekten verbrannte auch ein Lastauto sowie ein Personenautomobil. Wieder Taifun in Annmn Saigon. Die Agence Jndopacifique meldet, daß das Land Annam von einem neuen Taifun heimgesucht wurde, der wiederum eine große Zahl an Opfern von Menschenleben gefor ­dert hat. Die durch den Taifun verursachten Schä­den lasten sich noch nicht angeben, weil die Ver­bindungen mit der Provinz Hatins, die am schwer­sten heimgesucht wurde, unterbrochen sind. Die Protokolle der Weisen von Zion In dem in B e r n stattfindenden Prozeß wurden weitere Zeugen, darunter der frühere rns- ischc Außenminister Miljukow rinvrrnom- men. Alle erklärten mit mehr oder minder großer Bestimmtheit die Protokolle für Fälschun­gen. Ferner wurden verschiedene Teilneh- merdes Basler Zionistenkongres- e s von 1897 einvernommen, die übereinstim­mend erklärten, daß keine Gehrimsit- z u n g e n stattgefunden haben und daß außer den bekannten und bei den Berhandlungen vorliegen­den Protokollen keine Geheimproto- tolle erschienen sind. Es gibt übrigens von die­sen Geheimprotokollen keine deutsche Ausgabe, die ich als Original ausgeben könnte. Alle deut- chenAusgabeu find Ueberfetzungen aus der russischen Fälschung. Rückflug in Rekordzeit? Die Flieger Jones und W a l l e r, die auf der MaschineC o m e t" bei dem Flugrennen England-Australien den vierten Platz besetzten und bei der Landung in Melbourne beschloßen, sofort den Rückflug nach England anzutreten, ha­ben bei der Absolvierung der ersten Rückflug­etappen die Schnelligkeitsrekorde gebrochen, die vor einer Woche aufgestellt wurden. Der Flug von Melbourne nach Darwin dauerte nicht ganze 23 Stunden. In der weiteren Etappe nach Sin­ gapur legten Jones und Waller die Strecke von 2084 Meilen in 10 Stunden 20 Minuten zurück. Montag abends trafen sie in Allahabad ein. Dem BlatteDaily- Mail", das sich mit den Fliegern in Allahabad telephonisch verbinden ließ, erklärte Jones, er hoffe in England am Mittwoch um etwa 17 Uhr australischer Zeit einzutreffen. Wenn den Fliegern die Ausführung dieser Absicht gelingt, dann würden sie drei Rekorde im Weit­flug schlagen. Es handelt sich um die Rekorde im Fluge Melbourne England, DarwinEngland und EnglandMelbourne und retour. Ziehung der Klassenlotterie (Unverbindlich.) Prag . Bei der Dienstag-Ziehung der V. Klaffe der 31. Tschechoslowakischen Klassenlotterie wurden nachfolgende Gewinnt gezogen: 50.000 KC: 9362; 20.000 K5: 76489 16442 10.000 K2: 67637 66350 53983 91233 57775 22381; 5000 jÄc; 33467 6043 37679 2904 44507 70573 98199 69535 95211 91304 97166 97938 66480 97012 4224 105535 3510 40864 38878 46220 61538; 2000: 6843 79373 46105 91493 98982 521 7179 61452 30612 74272 79570 97041 9959 41952 48804 44707 63130 50028 105023 99330 101218 36980 100651 73018 12949 73983 66863 69836 72509 75235 90075 29532 38411 42761 42508 85113 6054 12554 68470 66470 37539 1089 104200 90149 60277 78486 6822 71148 85269 80882 103505 70251 37978 9392 75863 3284 25499 5236 105768 75675 50885 63197 99197. DerStürmer" und derKampf um Polua". Dr. Bruno Adlers BuchKumpf um Polna", das im Kacha-Verlag in Prag er­schienen ist, unseren Lesern bekannt aus dem eben jetzt laufenden Abdruck in unserem Blatte, ist auch von Streichers pornographischem antisemitischen HetzblattDer Stürmer " vor einigen Wochen be­sprochen worden. Aber freilich nicht in der Form einer literarischen Würdigung, die von einem sol­chen Blatte auch nicht zu erwarten war, sondern als Aneinanderreihung von Lügen. Bruno Adler hat den historischen Sachverhalt auf Grund ge­wissenhafter Quellenstudien wiedergegeben.Der Stürmer " verfälscht die Tatsachen Wort für Wort. Denn für denStürmer" sind die Ritual- mordet mag die objekive Forschung sie tausend­mal widerlegen, eben erwiesen. Da die betref- sende Nummer desStürmer" auch eine böse Beleidigung des Präsidenten Masaryk enthielt, wurde sie von den deutschen Behörden verboten, aber sie wurde auch nach dem Verbote ver­kauft! Kein Schriftsteller hat heute die Mög­lichkeit, in Deutschland gegen Entstellung seiner Schriften zu protestieren, oder gar eine Richtig­stellung zu erzwingen. So kann nur hier die Wahrheit festgestellt werden. Aber nur vorläu­fig ist diese Feststellung auf so engen Raum be­grenzt. Sie wird auch in Deutschland bekannt werden, wenn auch nicht so bald. Seemannstod. Vor etiva 14 Tagen wurden auf Norderney , auf Juist , bei Norddeich und bei Hilgenriesersiel die Leichen ertrunkener See­leute angetrieben., Jetzt konnte auf Grund der polizeilichen Ermittlungen festgestellt werden, daß es sich hiebei um Besatzungsmitglieder des am 4. Oktober an der holländischen Küste in einem schweren Sturm gesunkenen belgischen Dampfers Charles I o s t handelte. Der Reeder.und der Kapitän des Dampfers, der seinerzeit als ein­ziger Ueberlebender durch den deutschen Dampfer Hilgenfeld" gerettet wurde, befinden sich zur Zeit in Norderney und bestätigen die Feststellungen der deutschen Polizeibehörde. Von der Besatzung der Charles Jost" werden nunmehr nur noch der erste Maschinist und ein Matrose vermißt. Beratungen des ARUK 1. Bnndesfest des Aruk am 6. und 7. Juli 1835 in Karlsbad . Am 27. und 28. Oktober tagten im Bundes­hause des Aruk in Turn die Kreisvertreter gemein- sam mit dem Bundesvorstände. Aus dem Berichte des Bundesvorstandes und der Kreisvertreter konnte entnommen werden, daß der Aruk seinen Mitglieder­land behaupten konnte, wogegen die Einnahmen um 14.000 Kc gesunken sind. Der Kreis Bodenbach verzeichnet einen erfreulichen Mitgliederzuwachs. Es wurde festgestellt, daß der sportliche Aufstieg weiter angehalien hat; die technische Tätigkeit gipfelte in der Durchführung der 15jährigen Bestandsfeicr am 19. August in Tetschen und dem tadellosen Gelingen der Fernstafetten Braunau Asch und Ztvittau Troppau am 16. September anläßlich des interna­tionalen Stafettentages. Gen. Haufe hielt ein in­struktives Referat über die neugegründete Arbeits­gemeinschaft mit dem Atus, Aussig . Die Arbeits­gemeinschaft zielt auf den Zusammenschluß des Aruk und Atus hjn. Der Bundestag 1936 soll endgültig beschließe». Gen. F i st e r besprach die Propaganda- und Werbearbeit, worauf Gen. Haufe den nächst­jährigen Arbeitsplan entwickelte. Ans diesem ist be­sonders hervorzuheben, daß am 6. und 7. Juli 1935 in Karlsbad das 1.Bundesfest der Ar- beiter-Rad-undKraftfahrer abgehalten werden wird. Die gesamte Arbeit des Jahres 1935 wird im Zeichen dieser Großveranstaltung des Aruk stehen. Zu Pfingsten, am 8., 9. und 10. Juni 1935, wird durch den Aruk die Etappen-Stafettenfahrt Preßburg Karlsbad und die Werbestafette Kaplib (Südböhmen ) Pilsen Eger Karlsbad durch­geführt werden. Radfahrer von einem Auto zusammengefahren. Dienstag nachmittags fuhr auf der Staats­straße Karlsbad Elbogcn ein achtzylindrigcr Bugatti-Wagen der Schweizer Evidenznummcr Eh 12.226, der von dem Generaldirektor Fritz Bonn aus Zürich gelenkt wurde. Das Auto stieß den ihm entgegenkommenden Radfahrer Johann Theimer, der auf der linken Straßenseite fuhr,- nieder. Theimer flog über die Motorhaube auf die Straße und blieb mit einem Bruch der Schädel­basis und gebrochenen Beinen lebensgefährlich ver­letzt liegen. Das Auto geriet in den linken Stra­ßengraben und wurde demoliert, doch wurde nie­mand verletzt. Sinnstörender Druckfehler. In der Besprechung des Strauß'schen Buches über dieEntstehung der Tschechoflowakischen Republik" in der Rümmer vom 28. d. M. war zu lesen: S t r a n ß' Geschichtsbetrachtung ist mar­xistisch. Um so interessanter ist es, in seinem Werk die Wirksamkeit der Persönlichkeit und des menschlichen Willens gebührend e i» g e- schränkt zu finden. Es sollte natürlich heißengebührend e i n g e- s ch ä tz t zu finden", denn die Einschränkung (die auch sprachlich falsch wäre) versteht sich bei dem marxistischen Betrachter von selbst, die gebührende Einschätzung durfte als besonderer Vorzug gegenüber der Schablone gebucht werden. E. F. Der gewesene Prager Divisionär General Vladimir Klecanda ist am Dienstag mit dem Pariser Abendschnellzug aus Kolumbien in Prag eingetroffen. Er wurde an: Bahnhof von zahlreichen Freunden aus Militär- und Zivilkreisen herzlich begrüßt. Sprengunglück. Zur Erweiterung der Bau­fläche der Stadt Krakau hat es sich als notweir- drg erwiesen, einige alte Befestigungsbauten nieder­zureißen. Bei der Durchführung dieser Arbeiten wurde Montag eine kleine Festung am Rande der Stadt mittels Dynamits in die Lust gesprengt. Die Explosion war jedoch heftiger, als man erwartet hatte und so wurden trotz aller Vorkehrungsmaßnah­men zwei Personen verletzt. Mauerstücke flogen bis zu 80 Meter weit und beschädigten zahlreiche Tele­graphenstangen. Kein Mädchenhändler. Die am Montag in Wie­ ner und ausländischen Blättern verbreiteten Mel­dungen, in denen die Vermutung ausgesprochen wurde, daß«in Mädchllchandel zwischen Wien und der stanzösischen Riviera aufgedeckt wurde, sind falsch. Die Polizei hat in Klosterneuburg den ehe­maligen Kellner Klimek wegen kleinerer Betrügereien und Diebstähle und auf Grund seines Eingeständ­nisses verhaftet, daß er drei Mädchen nach Frankreich verschachert habe. Nach gründlicher Untersuchung wurde jetzt festgestellt, daß dick drei Mädchen in Fransteich eine ordentliche Beschäftigung erhalten haben. Die Untersuchung in diesem Punste wurde daher eingestellt. Klimek wurde jedoch wegen der er­wähnten Eigentumsdelitte in Hast behalten. Goldlager. In Kirgizsk am Fluss« Karakal« wurden neue Goldlager entdeckt. Auch an vielen Stellen Mittelasiens sind zu den im Vorjahre ent­deckten Goldlagern neue goldführende Flüsse ermit­telt worden. Vom Rundfunk empfehlenswerte* au» den Programmen« Donnerstag Prag : Sender L.: 6.45 Gymnastik. 9.15 Violon­cello-Quartett. 10.00 Klavierkonzert. 11.00 Ma­tinee der Tschechischen Philharmonie . 17.55 Deutsche Sendung: liebertragung aus der Stadtkirche inLeit- meritz: Chöre zum Allerseelentag. 18.55 Deutsch « Presst. 19.20 Orchesterkonzert. 20.35 Liederkonzert. 22.15 Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekom­men. 22.25 Schrammelkonzert. Sender St.: 14.30 Deutsche Sendung: 14.45 Totentanz. Hörfolge. Brünn: 9.15 Volkslieder aus der Ukraine . 10.00 Trio für Ssteichinstrumente. 16.00 Orchesterkonzert. 20.20 Vorlesung aus neuen rus­sischen Büchern .Mähr.-Ostrau : 17.55 Deutsche Sendung: Zwei Tragödien im Puppenspielerstil. Preßburg : 17.30 Violinkonzert.