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Dienstag, 18. Dezember 1934

Nr. 295

Sandner fräst an Das Arbeitsgebiet des Herrn Sandner ist in der SHF die P r o p a g a n d a. Es ist bezeich­nend, daß just er in der letzten Nummer der Rundschau" einen Offenen Brief an den Ge­nossen R e y z l wegen dessen Senatsrede über dieSudetendeutsche Volkshilfe" richtet. Wenn in Berlin Goebbels das Winterhilfstverk be­treut, weshalb sollte sich dann nicht Sandner auch der Volkshilfe annehmen? Kann man schon nicht eingestehen, daß man gleichgeschaltet ist, so tuts eine Parallelschaltung auch. Der Angriff Sandners geht vollkommen fehl. Wir haben dem Bürgertum nie verwehren wollen, den Arbeitslosen zu helfen. Wir haben ihm aber vorgeworfen, daß es dies noch nie ge­tan hat. Durch fünf Jahre hungern die Arbeits­losen; erst jetzt erbarmt es die Sandner und Ge­nossen. Erst jetzt weil mittlerweile das Werk Demokratie den Kindern" geschaffen wurde und die Gemeinden mit aller Kraft an die noch Gebe­fähigen zugunsten gemeindlicher Hilfsaktionen appellieren. Freilich auch jetzt ist eine Hilfe allen Arbeitslosen noch willkommen. Aber es muß ge­sagt werden, daß die Sudetendeutsche Volkshilfe, entstanden, aus der Beschämung, die das deutsche Bürgertum angesichts des von ihm sabotierten WerkesDemokratie den Kindern" erfaßt zu haben scheint, zu einem Propaganda­mittel der Henleinfront geworden ist. Es liegen bereits Aeußerungen verantloortlicher SHF-Leute vor, die beweisen, daß zwar die S a m m e l aktionen umfassend sind, deren Gel­der jedoch nicht an marxistisch verseuchte Arbeiter gelangen werden. Die Gebefähigen haben noch immer die Tasche zugehalten, wenn die Ge­meinden, dieA r b e i t e r f u r s o r g e" oder andere Organisationen zu ihnen kamen. Jetzt machen dieselben Leute, die ununterbrochen marxistische Arbeiter aufs Pflaster werfen und bei Neuaufnahmen benachteiligen, großes Auf­heben von ihrer Opferfreudigkeit und sind er­bost, daß man ihnen den Spiegel ihrer anti­sozialen Gesinnung vorhält. Dies aber konnte ihnen nicht erspart werden. Wenn dieSudeten­deutsche Volkshilfe" den Beweis ihres unpartei­ischen Wirkens liefern will, so wollen wir sie daran nicht hindern. Sandner scheint ja sehr großen Einfluß auf sie zu haben. Er möge also nicht Offene Briefe schreiben, sondern öffentlich Rechnung legen.

Deutschlandsender Im Dienste der SVH Hetze gegen die deutschen Sozialdemo­kraten. Es ist nicht das erstemal, daß, reichsdeutsche Sender im Interesse derSudetendeutschen Bolkshilfe" lies Henleinfront Propaganda­vorträge funken. Alle Reden, welche bisher über die SVH. in den Sendestationen des Dritten Reiches gehalten wurden, strotzen von Lob über die Hilfsaktion der deutschen Parteien in der TSR. und Lberschäumen vor Groll ob der niederträchtigen Haltung der deutschen Sozial­demokraten, die sich abseits des großen Bruder­werkes stellen". So wurde auch Montag, den 17. Dezember, über den Erfolg der Sammlungen der Sudetendeutschen Volkshilfe" auf den deutschen Sendern gesprochen, der durch das Zusammen­arbeiten aller deutschen Parteien und Organisa­tionen zu verzeichnen sei und den hungernden deutschen Arbeitslosen eine große Hilfe bringen werde. So im ersten Teil der Rede. Im zweiten klang es anders. Der war dem Kampf gegen die deutsche Sozialdemokratie gewidmet. Obzwar die Deutschlandsender vor ganz kurzer Zeit meldeten, daß dieSudetendeutsche Bolkshilfe" nur die antimarxistischen Parteien umfasse und die So­zialdemokratie sowohl im aktiven als auch im passiven Sinne von der Teilnahme an der Aktion ausschließe, berichteten die deutschen Sender am Montag, daß sich die deutschen Sozialdemokraten an der Hilfsaktion für die deutschen Arbeitslosen nicht beteiligen, sondern einen wüsten Kampf gegen dieSudetendeutsche Bolkshilfe" ent­fesseln.So stellen sie sich gegen das Wohl der Armen im deutschen Gebiet der§SR.", hieß es in der Rundfunkrede, die danrit den Charakter einer Propagandasendung für die deutschbürgerlichen Parteien in der CSR. gegen die Sozialdemokraten wurde. Eine Propaandaveranstaltung schlimm­ster Art, die zweifellos von der politischen Ab- teilung für die Tschechoslowakei in Deutschland , an deren Spitze einige aus der CSR. geflüchtete Hakenkreüzler stehen, geleitet wird. Die Zusam­menhänge zwischen der SDB. und den Propa­gandastellen des Dritten Reiches werden durch diese Veranstaltungen immer offenkundiger und der Zweck derSudetendeutschen Bolkshilfe" von Tag zu Tag klarer.

DieDeutsche Landpoft" befaßt sich in ihrer Sonntagsausgabe mit unseren Feststellungen über die deutsche Landjugend und stellt ein Bekenntnis der Dr. Hetz und Hacker zur/ Demokratie in Aussicht. Das wirabwartenwollen. Was den Hinweis derDeutschen Landpost" auf das von uns zitierte Richtbuch betrifft, haben wir zu sagen: Es ist völlig gleichgültig, wann das Richtbuch erschien. Wichtig ist lediglich, ob es heute noch im Gebrauch ist. Wenn dieDeutsche Landpost" den Nachweis führen kann, daß dies Nicht der Fall ist, werden wir das gern feststellen.

Tagcsnculglfcltcn Nach bett Heuschrecken - Papageien London . Nach einer Meldung aus Ade­ laide wird Jnneraustralien, das fich eben von einer großen Heuschreckenplage erholt hat, von einer neuen Plage bedroht. Millionen grüner Papageien befinden sich auf einem Fluge von der Grenze Westaustraliens nach dem Osten. Sie bilden so dichte Massen, daß der Erdboden, wo sie sich niederlassen, weithin grün gefärbt ist. Die Bogel machen die Wasser- vorräte für Mensch und Vieh un­genießbar. Man ist Tag und Nacht damit be­schäftigt, die Wasserquellen vor den Pa-iageien zu schütze». Man befürchtet, daß die Vögel, wenn sie in die Farmgebiete kommen, auch die von den Heu­schrecken noch übrig gelassenen Saaten und Früchte vernichten.

Ein katastrophales Erdbeben S t a m b u l. Bei dem heftigen Erdbeben im Innern Anatoliens wurden 2 0 Per­sonen getötet und etwa 100 verletzt. Einige tausend Personen sind obdach­los, 25 Dörfer wurden vom Erdbeben heimge­sucht und teilweise zerstört. Die Regierung hat so­fort einen Hilfsdienst organisiert. Im Lause der letzten Nacht wurden schwächere Erderschütterun­gen verspürt.

Entgeisttgung Vergeistlichung Wien . Im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen in Oesterreich ist der Besuch an der Wiener Universität u. zw. an der philosophischen Fakultät zurückgegangen. So sank die Zahl der Hörer an der philosophischen Fakultät um 15, an der juridischen Fakultät um 11, an der medizinischen Fakultät um 3.5 und an der evangelischen theologischen Fakultät sogar um 20 Prozent. An der katholischen theologi­schen Fakultät hingegen hat die Zahl der Hörer zugenommen.

Emanzipiert militarisiert... Aus I st a m b u l wird gemeldet: Bekannt­lich stehen der türkischen Frau nunmehr die vollen Bürgerrechte zu. In diesem Zusammenhang trat in gewissen politischen Kreisen der Gedanke auf, besondere Frauen Regimenter zu er­richten, die im Falle eines Krieges hauptsächlich im Hinterland und im Saflitäts- d i e n st zu verwenden wären.

Mit 29 Mann gesunken Söul auf Korea . Der japanische Dampfer Toma-Maru", der am 8. Dezember 1934 mit Ladung nach Formosa ausgelaufen war, ist in einen schweren Sturm geraten und mit seiner 29 Mann starken Besatzung gesunken. In der Nähe von Dairen sind mehrere Leichen japanischer Ma­trosen angetrieben worden, die als Mitglieder des gesunkenen Dampfers erkannt worden sind.

Hitler verfiigt schon über die Saar ! Kürz­lich berichtete dasPrager Tagblatt", daß ein Telegramm seines Berichterstatters aus dem Saargebiet in Deutschland mrgehallen und mit einem Vermerk versehen zurückgelettet wurde. Ueber einen ähnlichen Fall bewußter und frecher Verletzung internationaler Ver­bindlichkeiten können wir heute aus eigener An­schauung berichten. Die Druck- und Derlagsan- stalt Teplitz-Schönau hatte eine Sendung der ZettschriftDer Kampf" als Drucksache, ordentlich frankiert(mit 9 Kc) an die Adresse Buchhandlung derVolksstimme" Saarbrücken 3 Bahnhofstraße 32 aufgegeben. Die Sendung kam zurück mit dem Vermerkretour" auf der Adreßseite. Auf der Rückseite trug sie den Vermerk: Broschüre in Deutschland verboten. Auf Grund , Artikel 45 Ziff. 3. des Weltposwertrages zurück. Deutsches Bahnpostamt 20. Deutschland hat natürlich kein Recht, den Transttverkeht zu unterbinden. Der Weltposwer- trag berechttgt es lediglich, Sendungen nach Deutschland , die dort verbotene Druckschriften enthalten, nicht zu befördern. Was aus der Tschechoslowakei nach dem neutralen Saargebiet befördert wird, geht die deut­ schen Behörden, mit Respekt zu sagen, einen Schmarrn an. Wenn sie widerrechtlich diese Sen­dungen retournieren und in räuberischer Weise den Aufgeber um die Portoauslagen Prellen, so beweist das nur, daß man in Httlerdeutschland die Saar bereits als deutsches Hoheitsgebiet ansieht. Dabei rechnet man damit, daß die vielen kleinen Rechtsbrüche, die man sich so zuschulden kommen läßt, als Bagatell­sachen schon vor kein internattonales Forum kom­men werden. Helfen könnten nur Repressa­lien. Man müßte eben deutsche Büchersendun­gen, die dprch demokratische Länder gehen, ebenso erbrechen wie die Banditen in deutschen Aemtern fremde Sendungen, und ihnen, wenn sie Nazi-

ltteratur enthüllen, das gleiche Los bereiten, wie jene den unerwünschten demokratischen Druck­sachen. 100 JahreKde domov müj?" Vor hundert Jahren haben I. K. Tyl und Frantisek Skroup das einfache und eindrucksvolle LiedKde domov müj?" geschaffen, das schließlich als Siegeshymne des befreiten Volkes die Nationalhymne des tsche- choslowakischen Staates wurde. Dieser Jahrestag wurde am Sonntag im Smetana -Saal des Pra­ ger Gemeindehauses festlich begangen. Es spra­chen, nach einem musikalischen Vorspiel, u. a. der Vorsitzende des tschechoflowakischen Nationalrates Prof. Dr. Nömec, dann als Vertreter der tsche­choslowakischen Regierung Unterrichtsminister Dr. K r c m ä k. Chöre, Rezitationen, Gesangssolo und Orchesterdarbietung umrahmten die Feier, an der der Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Stanök, die Minister Bradäö, Jng. Dostälek und Dr. Meißner und zahlreiche Mitglieder beider Kammern der Nationalversammlung, teilnahmen. Gleichfalls am Sonntag brachten die Soldaten des 28. Jnf.-Reg. gemeinsam mit dem Verband tschechoslowakischer Rottmeister einem der Schöpfer der Nationalhymne, Josef Kajetan Tyl , ihre Hul­digung dar. An der Kaserne des Regimentes Jikiho z Podkbrad auf dem"Nam. Republiky, in der Tyl gedient und den Text der Nationalhymne gedichtet bat. wurde eine Gedenftafel gestiftet. Pirandello in Prag . Montag früh ist aus Stockholm kommend, der italienische Dramatiker Luigi Pirandello , der Laureat des heurigen No­belpreises für Literatur, in Prag eingetroffen. Er wird in Prag einen Vortrag halten, in den Rund­funk sprechen und außerdem an der Weltpremiere seines neuen Stückes(Man ahnt nicht Fecht, wie") im Nationaltheater teilnehmen. Berhinderter Mord. Sonntag nachmittags wurde die Gendarmerie von H o d o n i n aufmerk­sam gemacht, daß dort aus der Slovakei ein ge­wisser Mach eintreffen soll, der einen gewissen Kolar aus Sastin ermorden will, der zur Zeit in Hodonin weiü. Zwei Wachtmeister trafen auf dem Bahnhof ein und verhafteten Mach sofort nach seinem Eintreffen. Als sie ihn auf dem Bahnhof verhörten, zog Mach einen Browning aus der Tasche und wollte schießen. Einer der Beamten kam ihm jedoch vor und schoß früher. Mach wurde ernstlich verletzt und ins Krankenhaus nach Ung.- Hradisch gebracht. Tragödie unserer Zett. Am Samstag wurde in dem Klosett der Schulverwaltung in Dolni Lo- pasov bei Pistyan die Leiche einer Neugeburt ge­funden. Der Vorfall wurde sofort der Gendar­merie angczeigt, die Mit einer Gerichtskommission an Ort und Stelle eintraf. Durch die Untersuchung wurde ermittelt, daß das Kind am 10. November von der bei der Schulverwaltung bediensteten The- reite Flanäkövä geboren wurde, tweS ihr zur Last fiel, von ihr in das Klosett gewor­fen wurde. Sie behauptete, daß das Kind damals bereits tot war, doch wurde durch die gerichtliche Obduktion festgestellt, daß das Kind noch lebte. Die Zlanäkovä hat sich beim Verhör bei Gericht zu ihrer Tat bekannt, entschuldigt jedoch ihre Handlung mit der Angst, daß sie ihren Po- stenverloren hätte. Ein Nnterstaatssekretär als Komplize Moel­lers. Ueber die in die hunderte Millionen gehen­den Betrügereien des dänischen Bankiers Moeller wurde ermittelt, daß die politische Persönlichkeit, die den Bankier vor neun Jahren vor der Aus­weisung aus Frankreich gerettet und ihm die Aus­übung weiterer Betrügereien ermöglicht hat, der gewesene Unterstaatssekretär des Kriegsministe­riums in den Kabinetten Painleves, der radikale Abgeordnete O s s o l a war, der vor zwei Jahren bei einem Autounglück den Tod fand. Es wird un­tersucht, ob Moeller nicht auch noch mit anderen Persönlichkeiten in Fühlung stand. Zwei Flieger verbrannt. Ein kalifornisches Militärflugzeug, das mit Leutnant Reeves und dem Sergeant Peterson besetzt war, stieß gegen eine Hochspannungsleitung und geriet in Brand. Beide Flieger verbrannten. Selbstmord eines Chirurgen. Der 71jährige Universitätsprofeffor und weltbekannte Chirurg Dr. Hans Lorenz , der Leiter der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses der Wiener Kauf­mannschaft hat Montag nachts Selbstmord durch Erhängen verübt. Einige Stunden vorher hatte Dr. Lorenz im Krankenhaus in vollkommener Ruhe eine schwierige Operation vollführt. Grauenhafter Mord. Sonntag abends wurde in Pusterwald(Steiermark ) der sieben Jahre alte Waisenknabe Viktor Heinisser, der bei seiner Großmutter untergebracht war, durch Axt­hiebe in bestialischer Weise ermordet. Auch die Großmutter des Knabens, die 69 Jahre alte ver­witwete Katharine Heinisser, wurde in ihrer Wohnung durch Axthiebe schwer verletzt aufge­funden. Unter dem Verdachte der Täterschaft wurde der Knecht Johann Wogensberger ver­haftet. Ein Scherz zwei Menschenleben. Vor dem Schwurgericht in Berehovo kam der Fall des Notars Johann Popovic aus der Gemeinde Sa- lanka zur Verhandlung. Popovic wurde am 16. De­zember v. I. spät abends plötzlich von seinem Dienst­mädchen aus dem Schlafe geweckt, das ihm mitteille, daß Räuber im Hause seien. Popovic, der gerade an diesem Tage einen größeren Betrag an Steuer­geldern behoben und in der Dienstkasse verwahrt hatte, ergriff einen Revolver und lief in die Küche. Dort erblickte er zwei zerlumpte Gestalten mit ge­schwärzten Gesichtern. Ohne lange zu überlegen, feuerte er sechs Revolverschüffe los. Einer der Män­ner, der Schlosser Stefan Gagan, wurde auf der

Greta Garbo schafft sich eine eigene Bühne? Die große Filmschauspielerin soll beabsichtigen, eines der größten Stockholmer Konzerthäuser aufzukaufen, um es zu einem Theater umbauen zu lassen. Sie will dort namentlich in Strindberg- Rollen auftreten.

Stelle getötet, der andere, der Aushilfslehrer Emil Radik, erlag bald darnach seinen Verletzungen. Vor seinem Tode erklärte er noch, daß es sich um einen Scherz gehandelt habe. Gagan und Radik hatten sich nämlich verkleidet und waren in verschiedene Ge­höfte eingedrungen, um deren Inwohner zu erschrecken. An verschiedenen Stellen war ihnen dies auch gelun­gen und sie wurden bewirtet. Der Besuch im Hause des Notars wurde ihnen jedoch zum Verhängnis. Der Notar Popovic wurde nach durchgeführter Verhand­lung freigesprochen. Abgesprungen und tödlich verunglückt. Montag früh kehrte der 45jährige Eisenbahner Josef Loukota aus dem Dienste von Pilsen nach Koterov bei Pilsen zurück. Er benützte einen Lastzug, der in Koterov nicht hält und sprang in der Station während der Fahrt ab, um ftüher nach Hause zu kommen. Hiebei kam er unter die Räder, so daß ihm beide Beine ab­getrennt wurden. Loukota starb während des Trans­portes in das Krankenhaus an Verblutung. Ein ungewöhnlich heftige Malariaepidemie nä­hert sich unaufhaltsam der Stadt C o l o m b o. Auch in ganz unbedeutenden kleinen Dörfern sind 75 bis 100 Tote zu beklagen. In der Stadt Madras und auf der Insel Java treften ständig Eiltelegramme ein, in denen um die Entsendung von Chinin gebeten wird. 21 Pferde verbrannt. Auf der Thorncliffe- Rennbahn brach in Toronto in sechs verschiedenen Stellen infolge Brandstiftung Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete und 21 Renn- pserde t 2 tu te, M einen Wert von.000 Dol­lars darstellen. Mehrere Tiere rannten zurück ins Feuer, nachdem sie bereits in Sicherheit gebracht waren. Kirchenraub. In Z u b r t bei Roznov pod Radhostöm wurde in der Nacht auf Montag die römisch-katholische Kirche ausgeraubt. Die Einbre­cher raubten namentlich das werwolle vergoldete Ci- borium und einen Keinen Reliquienschrein. Vor An­kauf der entwendeten Gegenstände wird gewarnt. Lohnender Einbruch. Ein schwerer Einbruchs­diebstahl, der dem odek den Einbrechern Kunstgegen­stände und Bargeld in Höhe von etwa drei Millio­nen Francs einbrachte, wurde in der Nacht zum Montag in Paris in der Wohnung der geschiedenen Frau des amerikanischen Milliardärs G o u l d. Miß Hellen Margaret Kelly, verübt. Die Wohnungsinha­berin, die mit ihrer Dienerschaft das" Wochenende außerhalb von Paris verbracht hatte, stellte bei ihrer Rückkehr fest, daß die Einbrecher ihre Wohnung von oben bis unten durchsucht hatten. Neben einem wert­vollen indischen Dolch, der mit Smaragden und Dia­manten besetzt war, und einem großen, massiv gol­denen Standbild der Jungfer Maria, das ebenfalls mit Diamanten besetzt war, schleppten die Einbre­cher den Geldschrank fort, in dem sich.-eine große Summe Bargeld, zahlreiche Wertpapiere und meh­rere Serien von Losen der französischen.Staatslot­terie befanden. Ein ehemaliger Diener der Amerika­nerin ist der Tat verdächte- Bärenschutz in Bulgarien . Aus S o f i a wird uns berichtet: Da es in Bulgarien in der letzten Zeit immer weniger Bären gibt, hat sich das Polkswirt- schaftsministerium veranlaßt gesehen. Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen. Die Bärenjäger müssen sich besondere Bewilligungen verschaffen, um weiter­hin der Bärenjagd nachgehen zu können. Behördlicher­seits wird das Einfangen von Bärenjungen verboten. Alle gefangenen Bärenjungen werden ihren Eigen­tümern abgenommen und in Freiheit gesetzt werden. Vom Rundfunk empfehlenswertes aus den Programmen» Mittwoch: Prag , Sender L.: 6.15: Gymnastik, 10.05 Deutsche Nachrichten, 12.10: Opern-Arien, 13.45: Deutscher Arbeitsmarkt, 16.45: Theater für Kinder, 17.30: Bücher guter Autoren, 17.50: Schallplatten, Schubert; 18.20: Deutsche Sendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.35: Arbeiterfunk: Tejessi- Auffig: Mensch und Staat im Wandel der Jahrtau­sende, 18.50: Sozialinformationen, 20: Ilebertra- gung aus dem Smetauäsaal: Konzert der tschechi­schen Philharmonie, 22.30: Nachrichten fürs Aus­land. Sender S.: 14.15: Junge sprechen, 15: Deut­ sche Sendung: H. Weiß liest auch BuchFritz und Kuno", 15.15: Wiener : Das lustige Theater, 18.20: Kinder, wir wollen turnen, 19.10: Tanzlieder. Brünn 17.50: Deutsche Sendung: Anton Wildgans In Ewigkeit Amen, Gerichtsstück. Mähr.-Ostrau 12.35: Älasorchesterkvnzert. Preßburg 17.05: Konzert des Klavierquartettes. Kascha» 17.05: Russische Kammermusik.