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ZENTRALORGAN

DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK

ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB . CHEFREDAKTEUR : WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG .

15. Jahrgang

Samstag, 13. April 1935

Der nationalfascistische Volksbetrug auf der Anklagebank:

Aufbaufront gegen Katastrophenpolitik

Die Kampfrede des Genossen Jaksch im Abgeordnetenhaus

Pra g. In der vorletzten Sikung des Abgeordnetenhauses ergriff in der Debatte zum Sprengelbürgerschulgesets als Sprecher unserer Fraktion Genoffe I a tsch das Wort.

Ueber den Rahmen des Kulturpolitischen hinausgreifend, legte er vor einem aufmerksamen Hause ein kraftvolles Bekenntnis zur historischen Aufgabe der deutschen Arbeiterklasse auf dem Boden dieses Völkerstaates ab. Seine scharfe Abrechnung mit den nationalistischen Katastrophen­politikern sowohl im sudetendeutschen, als auch im tschechischen Lager wurde immer wieder von der Zustimmung des ganzen Linksblocks unterbrochen.

Die würdige Bekundung der republikanischen Solidarität des deutschen und tschechischen Fortschrittslagers wurde vom Referenten des Kulturausschusses, Abgeordneten Vojta Beneš , in seinem darauffolgenden Schlußwort mit herzlichen Dankesworten quittiert. Dieser führende tschechische Kulturpolitiker, der schon so oft für die gerechten deutschen Schulforderungen öffentlich eingetreten ist, beantwortete die Rede des Genossen Jaksch mit den Worten:

um Treue!

Die kulturschöpferische Fähigkeit der nationalen Zusammenarbeit

Treue

hoben wird, die die Verbrüderung deutscher und tsche chischer Industrieller mit Lobeshymnen begrüßen, dann kann er beim besten Willen nicht ernst genom

men werden.

Was den Herren Preiß und Liebieg erlaubt ist, das kann auch für die deutschen und tschechischen Arbeiter nicht verboten sein.

Weder die deutschen noch die tschechischen Unterneh tischer Klugheit und Konsequenz aufzuspielen. mer haben übrigens ein Recht, sich als Vorbild poli­Die Zick- Zack- Politik

des Herrn Rosche

nega:

gebrochen, weil er die Fruchtlosigkeit einer rein tivistischen Politik erkannte. Heute fehrt er reu­mütig in diese Front zurück.

Einmal raus aus den Kartoffeln, einmal rin in die Kartoffel,

das ist die Politik unseres deutschen Bürgertums.

Hitlers große Schuld!

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( einschließlich 5 Heller Porto)

Nr. 88

Die Rolle der SHF

und die Demokratie

In der Diskussion, die um die Auflösung oder Zulassung der SHF seit Monaten geführt wird, bemühen sich die Presse und die Agitatoren Henleins, das Problem systematisch zu verschieben. Sie stellen vor allem der tschechischen Oeffentlich­keit die Frage so dar, als handle es sich bei der Zulassung oder Ausschaltung der SHF im Wahl­tampf um eine Parteisache der deut chenattivistischen Parteien oder ins besondere der deutschen Sozialdemokra tie. Sie suchen durch dauernde Loyalitäts­schwüre zu erhärten, daß sie weder Fascisten noch Irredentisten seien, daß also kein objektives ge= samtstaatliches Interesse an ihrer Auflösung be=

Die bürgerliche Sammelpolitit, die wir im stehe. deutschen Lager sehen, ist mit einer Aufpeitschung der nationalen Leidenschaften verbunden. Diese dem Kampf gegen Henlein niemals nur Die deutsche Sozialdemokratie aber hat in Aufpeitschung wird mit den unbefriedigenden Ergeb= einen Parteikampf gesehen und wenn jie nissen der nationalen Zusammenarbeit begründet. Die verantwortlichen Fattoren zur Wachsamkeit Wer dieser Meinung ist, der muß aber den Kampf gegen die Schuldigen führen. Da lägt aufrief, so tat sie es erst recht nicht, um sich etwa allerdings das kritische Vermögen unserer natio- einen unliebsamen Konkurrenten vom Halse zu nalen Gegner sehr zu wünschen übrig.. schaffen, sondern als Hüterin der demo= kratische Idee, für die sie seit Jahrzehnten und lange vor der Entstehung der Tschechoslowakei gekämpft hat und die sie nicht ohne schärfster Kampf preisgeben wird.

Sie weigern sich, zur Kenntnis zu nehmen, daß die nationale Zusammenarbeit in der Tiche­choslowakei ihre schwerste Belastungsprobe durch gemacht hat, als es Hitler und Göring gelungen ist, Europa in einen nationalistischen Fieber­zustand zu versehen.

Genosse Jaksch führte nach Erörterung des Sprengelbürgerschulgesetzes u. a. aus: Dieses Gesetz ist ein Produkt der demokratischen Zusammenarbeit deutscher und tschechischer Parteien. Es legt Zeugnis ab von den kulturschöpfe rischen Fähigkeiten dieser Zusammen­arbeit. Das zu betonen erscheint umso notwendiger, als es zur Gewohnheit geworden ist, die negativen Wir haben von dieser Tribüne aus die Wort­Seiten der deutschen Mitarbeit grell zu beleuchten, führer der deutschen Induſtrie schon in nationalen, ihre positiven Leistungen aber totzuschweigen. Wir aber auch in attivistischen Tönen vernommen. Herr ſtehen nicht an, in aller Offenheit hier zu sagen, daß Rosche ist vor wenigen Jahren von die deutsche Bevölkerung dieses Staates in national- Nationalpartei gekommen, um innerhalb der Arbeits­fulturellen Fragen noch viele unerfüllte Wünsche hat, und übernatio­die auch wir als Sozialdemokraten als berechtigt maler haftsgemeinschaft Bordampfer to während neben uns die Kanonen des Bürgerkrieges nichten, fie werde nur dann anerkennen. Auf dem Gebiete des Minderheitenschul- mals ist er aus der Front des Nationalismus aus­wefens konnten bisher nicht alle tränkenden Einseitigkeiten überwunden werden. Auch

bei den vorjährigen Restrinktionen im Mittelschul­bereich fühlte sich eine Reihe deutscher Städte nicht ohne Grund zurückgesetzt.

der deutschen

Wir haben der Bevölkerung dieses Staates das hohe Glück des Bürgerfriedens erhalten,

( Fortsetzung auf Seite 2)

Ein Lied von deutscher Treue

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Die SHF verkündet täglich, daß sie etwas Gemessen an der Tragödie des deutschen Voltes und Neues, nie Dagewesenes sei, daß es ihr um mehr der furchtbaren Zerrissenheit Europas kann sich die gehe als anderen Parteien. Was ist das staatspolitische Leistung dieser Koalition sehen lassen. e ue an der Henleinbewegung? Daß Deutsche und Tschechen haben sich in den bergan- sie den Kampf eben nicht im Rahmen der Demo­genen Jahren auf dem Boden dieser Republik besser fratie austragen, sondern daß sie durch ihren vertragen, als sich in Deutschland und Desterreich die Stampf die Demokratie zerstören will. Deutschen untereinander vertrugen. Die SHF sagt ja selbst, sie werbe nicht als eine Partei unter anderen, als gleiche unter gleichen. Sie will alle anderen Parteien vers wie Henlein Sonntag sagte sich als Sieger fühlen, vent sie als Vertretung des gesamten Sudeten deutschtums anerkannt werde und neben ihr feine Partei von politischer Bedeutung mehr bestehe: 1 bleibe. Die SHF sagt ja selbst, daß es im Wahl­kampf darum gehe, die Parteien schlech t- Demgegenüber steht aber die respektheischende Tatsache, daß die nationale Zusammenarbeit im hin zu vernichten und durch die Totalität Staate, in den Ländern und bis hinab zu den Gemeinden es vermocht hat, in fünfjähriger bei­Demokratie zu erschlagen und an ihrer Stelle ie spielloser Krise den ganzen Sektor unseres öffent­lichen Bildungswesens fast unversehrt zu erhalten. Alleinherrschaft( oder sagen wir, da zunächst nur Die Reichsparteileitung des Bundes der Bezirksvertrauensmänner des Wahlkreises Older deutsche Seftor in Frage kommt: die AII ein Auf dem Gebiete des Volks- und- und Bürgerschul- Landwirte stellt den Blättern nachstehende Mit- müß bereits am 26. Mai 1934 Herrn Abgeord- geltung) der SHF zu statuieren. wesens konnten trotz der Krise erhebliche Fortschritte teilungen zur Verfügung: neten Dr. Hodina aufforderte, sein Man erzielt werden. Diese Leistung allein reiht die Tsche- ,, Am Donnerstag, den 11. d. M. fand in dat wegen parteischädigendem politischen System in der Republit, feiner Die SHF erklärt dauernd, ihr Kampf gelie choslowakische Republik in die schulfreundlichen, in Brünn eine Tagung der Landesparteivertre- den Verhalten 3 zurückzulegen. Ab- bestimmten Partei. Was ist das politische die kulturell- fortschrittlichen Staaten Europas ein. tung des B. d. 2. statt, in welcher die Kreis- Vor- geordneter Dr. Hodina, der sabungsgemäß und System der Tschechoslowakischen Republit? Die Es ist unser Stolz, an diesem Verdienst einen beschei- jizenden und Kreisleiter über den Stand der Or- moralisch verpflichtet gewesen wäre, dieser Auf- in der Verfassung festgelegten Rechte und Frais denen Anteil zu haben. Dieses Bekenntnis zur geleisteten Arbeit Tegen ganisationen berichteten. Die Landespartei- Ber- forderung sofort zu entsprechen, suchte Schuheiten der Staatsbürger, das allgemeine gleiche wir in einem Augenblic ab, wo die Bewertung tretung behandelte auch die Resignation des Herrn und Hilfe bei Herrn Mini- Verhältniswahlrecht vor allem, die Gesetzgebung dieser Arbeit im Mittelpunkte einer leidenschaftlichen Franz Nitsch, Vorsitzenden der Landesparteist er Dr. Spina, die dieser ihm auch ge- durch das Parlament, die Ministerverantwortlich Diskussion innerhalb des deutschen Lagers steht. Wir leitung des B. d. L. für Mähren- Schlesien, sowie währte. Minister Dr. Spina hatte auch die be- keit vor den Kammern, mit einem Wort e ben ent legen dieſes Bekenntnis ab gerade angesichts der die Mandatsniederlegung des Abgeordneten Dr. schließenden Körperschaften bewogen, diesen Be- die Demokratie. Ihr gilt der Kampf der ten der deutschbürgerlichen Politik aus dem aktivi­ahnenfIucht einer Reihe von Repräsentan- Fr. Ho di na und stellte hiezu folgendes fest: schluß einstweilen zurückzustellen. Es ist tief. Am 4. Januar 1935 wurde der Exponent beschämend, daß nun Herr Abgeordneter Nun werden selbstverständlich Kräfteverschie

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Regierung für Wahlen

B.d.L. charakterisiert die Renegaten Huldigungen, Gelöbnisse, ber SHF zu ersehen, mit anderen Worten, die Treueschwüre und alles gebrochen

-

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Für uns ist die nationale Friedensarbeit keine der Landständischen Jungmannschaft Franz Dr. Hodina trotz des Entgegenkommens des Mi- bungen im deutschen Lager nicht unmittelbar und Konjunkturfache, für uns bedeutet fie die Erfül- its ch aus Wolledorf zum mährischen Landes- niſters und der Bauernschaft des Wahlkreises, entscheidend das Schicksal der Republik gestalten. lung einer historischen Wiffion, die der deutschen vorsitzenden des B. d. 2. gewählt. In dieser Sitz sein Mandat am 6. April 1. J. niederlegie, nach Aber nicht nur für die Bildung der parlamentar­Arbeiterklasse auf dem Boden dieses Staates ge- zung hat sich die 2. J. bedingungslos in den dem er schon lange vorher sich gerüstet hatte, schen Mehrheiten, auch für die Entwicklung der B. d. L. eingeordnet. Die 2. J. übersendete an Verrat an seinen von ihm selbst demokratischen Kräfte im tschechischen Volk, für di Es ist große, aber billige Mode geworden, den sozia- demselben Tage ein Huldigung stele aufgestellten Grundsäßen zu bege- Durchschlagskraft der demokratischen Idee, für die listischen Arbeitern ihre internationale Gesinnung gramm an Minister Dr. Spina hen. Wir stellen fest, daß es Abgeordneter Dr. Jnnenpolitik des Staates und mehr borzuwerfen. Wenn aber dieser Vorwurf aus Zei- und erklärte außerdem durch ihren Sprecher, daß Hodina war, welcher im Oktober 1932 bei Aus- noch für sein Ringen um Frieden und tungsspalten erklingt, oder wenn er von Leuten er- sie bereit sei, Minister Dr. Spina Treue rufung des Sudetendeutschen Landstandes Herrn Sicherheit nach außen, ist es nicht und Gefolgschaft zu halten. Herr Minister Dr. Spina als Erster das gleichgültig, ob das Sudetendeutschtum, wie Nitsch hatte keinerlei Ursache oder sachliche Treugelöbnis leistete, das er nunmehr die SHF es anstrebt, in seiner erdrückenden Mehr Gründe, seine Funktion als Landesvorsitzender gebrochen hat." heit im Hitlerlager steht, oder ob es gesinnungs­niederzulegen, dies um so weniger, da er außer­mäßig und ideell mit der tschechoslowakischen am 19. und 26. Mai dem noch in den Verhandlungsausschuß des B. ,, Der Erkenntnissenat der Reichsparteilei- Demokratie verbunden bleibt. d. 2. kooptiert wurde, welcher die Beratung mit tung des B. d. 2. hat den Abgeordneten Dr. Ho- Die SHF tann bei uns nicht wie ihre Bru­Pra g. Das Komité der politischen der SHF führte. Ueberraschenderweise hat sich dina aus der Partei V. d. L. ausgeschlossen, derpartei in Deutschland die Totalität schlechthin Minister hat Freitag beschloffen, dem Herr Nitsch zum Auflösungsantrag der SHF an u. 3. wegen grober Verlegung der Parteidiszi- und mit ihr die Eroberung der Staatsmacht ana Vorsitzenden der Regierung zu empfeh- den B. d. 2. positiv eingestellt und sich dadurch plin, Nichteinhaltung des Gelöbnisses, wegen Par- streben. Henlein versichert, daß er für die len, daß er dem Präsidenten der Repu- in schwersten Gegensatz zur Landespartei- Ver- teischädigung und verbindung mit einer gegnes Tschechoslowakei die demokratische Verfassung be blik die Auflösung beider Kammern der tretung gestellt. Da das sudetendeutsche Land rischen Partei und Werbung für die gegneri- jahe. Das ist soweit glaubhaft, als er di demokratischen Freiheiten der demo­Nationalversammlung in der Weise ten kann, war es klar, daß Herr Nitsch die Fol­vorschlage, daß die Wahlen in das Ab­kratischen Verfassung ben übt, um im deute gerungen ziehen mußte, da er das in ihn ge= Mit soviel Treue, Verrat, Gelöbnis und ichen Lager mit Terror und Dema geordnetenhaus und den Senat am feste Vertrauen mißbraucht hatte. Das ist Wortbruch ist einer eigentlich reif, selbst..Füh- gogie alle Anhänger der Demokratie seinen Be Sonntag, dem 19. Mai stattfinden kön- der wahre Sachverhalt. per" zu werden. Wenn das nicht möglich ist, dann strebungen gleichzuschalten". Für das Gelingen nen. Die Wahlen in die Landes- und Was Herrn Abgeordneten Dr. Ho dina gehört er wenigstens unter die ersten Treuhänder Hitlerpolitik ist es ungeheuer wichtig, daß sie Bezirksvertretungen werden am dar- anbelangt, wurde festgestellt, daß die Kreis- der des Führers", der wieder dem anderen in dem dreieinhalb Millionen Köpfe zählenden auffolgenden Sonntag stattfinden. Wahlleitung Olmütz des B. d. L. im Beisein der Führer" treu ist.

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Sudetendeutschtum starke Bundesgenossen habe.