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Donnerstag, 25. Juli 1935
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Aber es ist eine Schuld, die die Verantwortlichen nicht nur ge^en das österreichische Volk, sondern gegen ganz Europa auf sich geladen haben. An den Tagen nach Dollfuss ' Tode hing der Friede Europas — Oesterreichs wegen— an einem Haar. Ain Brenner standen die marschbereiten Truppen Mussolinis, die„österreichischen Legionen" Hitlers lvaren mobilisiert, die übrigen Nachbarstaaten Oesterreichs mussten ihre Vorbereitungen für den äußersten Fall treffen. Mit knapper Mühe ist da« inals ein Krieg mit unabsehbaren Folgen vermieden worden. Und heute? Ein Jahr nachher? Wieder riecht es in der Welt bedenklich nach Krieg. MuffoliniS Truppen stehen einmarschbereit an der äthiopischen Grenze. Nach menschlichem Ermesien ist der Kolonialkrieg in Ostafrika nicht mehr zu verhindern. Dass aber die unleugbare Gefahr besteht, dass dieser Kolonialkrieg auf Europa überspringen könnte, dankt Europa den Männern, die nichts aus dem Tode Dollfuss ' gelernt haben. Be
stünde heute in Oesterreich ein demokratisches Regime, bestünde dort eine intakte, legale Arbeiterbewegung, bestünde dort Freiheit der.Presse und deS Lebens, dann glaubte kein Mensch daran, daß eine ernstliche Aggression des Dritten Reiches gegen dieses Land in Frage käme. Bestünde ein demokratisches Regime und eine intakte Arbeiterbewegung, dann stände der„Rettungsanker" der Habsbur ger -Restauration, in deren Gefolge ebenfalls schwere europäische Wirren drohen müssen, überhaupt nicht zur Diskussion. Die Schüsse, die heute vor einem Jahr im österreichischen Bundeskanzleramt gefallen sind, hätten eine Warnung, eine ernste Warnung für die Verantwortlichen des autoritätslosen»autoritären" Regimes sein können. Sie haben die Warnung nicht verstanden, nicht verstehen wollen. Wenn erst die ersten Schüsse auf den Schlachtfeldern fallen, wird es zum Warnen zu spät sein...
Exportschwierigkeiten dauern an Flüssiger Geldmarkt— Mäßige Belebung der Bautätigkeit
Prag . Der Bankrat der Nationalbank hielt am 24. Juli l. I. seine ordentliche Monalssitzung ab. Dem vorgebrachten Geschäftsberichte für den verflossenen Zeitabschnitt entnehmen wir folgendes: Die Lage der Weltwirtschaft wurde auch in dem vergangenen Zeitabschnitt durch die dauernden Bemühungen der einzelnen Staaten, der Jn- nrnwirtschaft unter Anwcdung von Autarkiemitt« l.n aus der Krisis zu helfe», charakterisiert, so dass die Bedingungen für die Entwicklung des internationalen Wirtschaftsverkehrs keine Besserung aufweisen, besonders, da eine Reihe von Problemen von internationaler Wichtigkeit ungelöst bleibt, wie z. B. die endgültige Stabilisierung der wichtigsten Währungen, und auch aus dem Grunde, weil die Entwicklung durch die allgemeine politische Unruhe gehindert wird. In der Wirtschaftsmtwicklung der Tsche choslowakei kann im allgemeinen eine dauernde Saisonbelebnng in den überwiegend für den Jnlandsmarkt arbeitenden Erzeugungsbranchen konstatiert werden, während die Erzeugung in den Exportbranche« immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Lage der Geldmarktes bleibt günstig. Die Flüssigkeit ist groß und fängt an auch in einer Tendenz zur Herabs etzung der Zinssätze und der anderen Kreditbedingungen immer mehr in grösserem Ausmasse zum Ausdruck zu kommen. Obgleich in den letzten Wochen die übliche mässige Saisonverminderung der Einlagen im Zusammenhang mit dem Erptebe» darf und nist der Fcriesi- ünd'ksrlaubSMt bec^- achtet wurde, weist das Einlagegeschäft im Vergleiche mit dem Vorjahre eine merkliche Besserung auf. Das Niveau der Grosshandelspreise hat sich im Juni infolge deS Ansteigens der Indizes in der Nahrungs- und Genuhmittelgruppe erhöht, wobei jedoch die TeilindizeS für Futtermittel, Jn- dustriestoffe und Erzeugnisse gesunken sind. Der Kleinhandelsindex erhöhte sich zum 15. Juni aus den üblichen Saisongründen. Der Index der empfindlichen Preise weist eine lleine Senkung auf, die einzelnen TeilindizeS decken sich mit der Preisentwicklung der Rohstoffe auf den Weltmärkten.
Ende Juni war die Lage der Feld- und Hackfrüchte nach der Klassifikation des Landwirtschaftsministeriums gut und sehr gut. Durch das heisse und trockene Wetter seit dieser Zeit wurde das Reifen beschleunigt, und in den Frühdistrikten fing die Ernte früher an, als in der Periode vorher erwartet wurde, und durch den Mangel an Niederschlägen während des jetzigen heissen Wetters leidet die Frühjahrssaat und werden auch namentlich die Hackfrüchte, besonders Kartoffeln, stark bedroht. Auch die anderen Früchte haben ausgiebige Niederschläge dringend nötig. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni um S.8 Prozent gesunken. In der Jndustriebeschäf- tigung macht sich ein erhöhtesJnteresse für die Bautätigkeit bemerkbar, Mo nach borgehender Stagnation eine mässige Belebung zu verzeichnen ist. Auch in einigen Saison- Jndustriebranchen, welche für den Jnlandsmarkt arbeiten, wurde eine gewiss e A b s a tz v e r- besserung verzeichnet. Die anhaltenden, eher noch steigenden Exportschwierigkeiten sind jedoch ein dauerndes Hindernis für eine grössere Belebung in diesen Branchen. Auch unter den für die Absatzmöglichkeiten des Exportes so ungünstigen Umständen, können die bisherigen Resultate des Auhenhandels in den ersten sechs Monaten 1935 als g ü n st i g bezeichnet werden, der nicht nur im Gesamtumsatz, sondern auch im Export fertiger Produkte eine grosse Risistenz aufweist. Die Juniresullate sind Wohl schwächer; das Gesamtresultat des ersten Halbjahres 1935 im Vergleiche mit. derselben Pe- ' riode 1934 ist jedoch günstiger» Die Kursentwicklung der XL in dem vergangenen Zeitabschnitt gestallete sich ruhig pnd beständig.
Binnen fünf lagen Genf . Im Völkerbundsekretariat wird alS sicher angenommen, dass sogleich nach Ablauf der für die erste Phase der italienisch-abessinischen Schlichtungsversuche vorgesehenen Frist, also bereits in der Rächt zum 26. Juli, die telegraphische Einladung an die RatSmitglieder ergehen wird, sich innerhalb von fünf Tagen in Genf zu versammeln.
Otto konspiriert... Paris . Wie der^Jntranfigeant" meldet, ist Otto Habsburg am DienStag in Begleitung seines Vertrauensmannes Grafen Degerfeld und seines Adjutanten in einem Auto mit belgischer Marke auS der Schweiz in K o l m a r im Elsaß eingetroffen, wo er in einem Hotel abstirg. Im Laufe deS Dienstag und Mittwoch hatte er zahlreiche Besprechungen mit verschiedenen österreichischen Persönlichkeiten, darunter mit einem Prälaten. Die Namen dieser Persönlichkeiten konnten nicht frstgestellt werden. Mittwoch gegen Abend ist Otto HabSburg mit seinen beiden Ber - traurnsleuten wieder abgereist. Er soll sich nach Luxemburg begeben haben.
Englische Wahlen Ende November? Paris . Nach den Informationen des Londo ner Berichterstatters des„Echo de Paris" erwartet man, dass die Wahlen in England Ende November stattfinden werden. Vor Eröffnung der Wahlkampagne würde die Regierung noch gerne vom Parlament die Annahme der Neuregelung der Arbeitslosenunterstützung erhallen.
Der Hollandgulden in Gefahr Amsterdam . Die Niederländische Bank hat ihren Diskontsatz um zwei auf fünf Prozent erhöht. Bereits an der vorgestrigen Amsterdamer Nachbörse machte sich eine ziemlich starke Nervosität bemerkbar, die zu Kurserhöhungen aus dem Wertpapiermarkt führte und Mittwoch vormittags auch auf den Devisenmarkt Übergriff. Insbesondere will man starke Guldenabgaben aus Paris wahrgenommen haben. DaS Kabinett hat am Mittwoch len festen Beschluß gefaßt, dm Kurs der holländischen Währung zu verteidigen. Wie verlautet, würde die Königin, falls Ministerpräsident Colijn die Demission des Kabinetts überreichm würde, diese nicht annehmen.
Allgemeiner Preisabbau In Frankreich ? Paris . Eine Reihe von Pariser Geschäftsleuten und Gasthausbesitzern hat beschlossen, ihre Preise um zehn Prozent zu senken und damii die Regierungspolitik der Preisdeflation zu unterstützen. Ministerpräsident Laval hat mit den Vertretern der verschiedenen Wirtschaftsverbände verhandelt, um eine entsprechende allgemeine Preisabbaubewegung in die Wege-zu leiten. Die neuen Notverordnungm, welche der am Donnerstag zusammentretende Ministcrrat zu verabschieden haben wird, dürften in dieser Richtung liegen.
Unruhen in Mexiko Mexiko . Die Zeitschrift»E l d i a" teilt mit, dass sich im Staate TamaulipaS ungefähr 20.000 Bauern gegen den Gouverneur empört und seine Verurteilung gefordert haben. Nach Meldungen aus Ciudad Victoria Witt) der Gouverneur Raffael Villareal in seinem befestigten Palais direkt belagert. Rund 40 Stadtver« Wallungen des Staates haben dem Gouverneur die Anerkennung versagt. Die Ordnung muh durch Milstär aufrecht erhalten werden.
Türkei verstärkt Grenzfestungen gegen Bulgarien Istanbul . Die türkische Regierung hat über Vorschlag des Generalstabcs entschieden, dass die türkisch -bulgarischen Grenzbefestigungen in Thra zien verstärkt und unweit von Kartlar Eli ein neuer befesttgter Punkt errichtet werden sollen. WesterS beabsichtigt die türkische Negierung 210 neue Milstärflugzeuge im Gesamtwerte von zehn Millionen türkische Pfund anzukaufen.
Der Suezkanal verstopft Suez. Die italienischen Schiffe, die Truppen und Kriegsmaterial nach Masäua und Mo« gadisch in Ostafrika befördern und von dort nach Italien zurückkehren, verursachen eine grosse Verlangsamung des Verkehrs im Suezkanal.
Attentat im argentinischen Senat Ein Senator tot, ein Minister und ein Abgeordneter schwer verwundet BnenosAireS. Dienstag nach mittags ergriff im Senate Senator d« la Torre das Wort. Er richtete ungewöhnlich scharfe Angriffe gegen den Fi» nanzminister. Dr. Pinedo und den Ack erbauminister Duhau und bezeichnete fenei» als Feigling.'Als FinainZmintst er Dr. Pinedo auf seinen Beleidiger zueilte und diesem der Senator Dord a Behere zu Hilfe komme« wollte, wurde» von der Zuhörertribüne plötzlich mehrere Schüsse abgegeben. Senator Dorda Behere sank schwer verwundet zusammen, während der im Senat anwesende Abgeordnete Ma« z i n i ebenfalls durch eine« Schutz niedergestreckt wurde. Der Landwirtschaftsminister Duhau wurde an der Hand durch einen Streifschuh leicht verwundet. Außerdem brach er, da er zu Fall kam, drei Rippen und erlitt eine Leberquetschung. Dorda Behere ist noch auf dem Wege zum Kranken Hause g e st o r b e n. Spater wurde festgestellt, datz der ehemalige Polizei kommifsür Baldes, der aus dem Staatsdienste entlassen worden war, das Attentat verübt hat. Die sofort auftauchenden Gerüchte, daß auch Finanzminister Dr. Pinedo verwundet worden feV haben sich nicht bestätigt. Die Polizei hat das Senatsgebäude besetzt und abgeriegelt. Der Attentäter wurde verhaftet.
Jetzt folgte eine sekundenlange starre, gläserne Ruhe. Das Ticken der Wanduhr klang wie Sturmgeläute. Toni schluchzte wie besessen. Sein Blick bohrte sich immer tiefer in das Tischtuch. Mit ersterbender Stimme wiederholte er: „Jawohl, um die Hand Ihres Fräuleins Tochter!" Vier Sekunden lang klopften vier Herzen stürmisch. Allen fiel ein Stein vom Herzen, als Foltr seine Augen endlich von dem Tischtuch losritz und Magdalena ansah. Als er in ihren Augen die zusttmmende Antwort las, flüsterte er stockend:„Fräulein Magdalenchen..." Das vierundzwanzig st e Kapitel, zeigt uns den Kater Medo VII. in tödlicher Gefahr. Er bekommt Sahne statt Milch und LoisiS ist schwer gefährdet. Die Brautwerbung versetzte natürlicherweise das ganze Haus Nr. 6600 Zizkov in große Aufregung. Namentlich die Hühnersteige, die sich seit Mittwoch ohnehin in ständiger Erregung befand, da Herr Aschner plötzlich mit all seinen Koffern eines Reisenden bei der Witwe des lebend Verstorbenen eingezogen war. Jetzt setzte ein zweites Ereignis die glatte Fläche des Daseins in Bewegung. Alle gönnten Sophie das unerhörte Glück, denn sie war im ganzen Haus beliebt. Es überraschte nur einigermatzen, daß LoisiS besonders wünschte, Sophie sobald als möglich unter der Haube zu sehen. AIS Loisis an jenem denkwürdigen Morgen
erwachte und ihren beliebten Morgentrunk, Allasch mit Rum, zu sich genommen hatte, dachte sie: Heute werde ich endlich den Trampel los. Jetzt stand ihrer Ehe mit Beinsteller nichts mehr im Wege. Ihre Feiertagsstimmung wurde nur von d r Prophezeiung getrübt, die sie gestern abend aus dem Munde ihres Orakels, der Schwarzen Kathi, vernommen hatte. Sie war, da der Weg zu Ferdl freigeworden war, zu der Alten gegangen, um die Karten zu befragen und erhoffte die Antwort:„Erwarte dein Glück." Die Schwarze Kathi war aber Mit den Karten sehr unzufrieden:„Ich will Sie nicht schrecken, meine Liebe, aber heute wollen mir die Kartell ganz und gar nicht gefallen. Ihnen stehen große Sorgen bevor!". „Wird aber zum Schluß alles gut ausgehen?" „Liebe Loisis, das Leben ist kein Roman, in dem alles gut ausgeht, ich kann Ihnen nur sagen, datz Ihnen eine grotze Reise bevorsteht. Sie wird sehr unerwartet kommen." Loisis überlegte.„Eine Reise? Wohin? Ich bin ja seit undenklichen Zesten nicht mehr in der Eisenbahn gefahren." „Sie verlangen zu viel von den Karten. Ich lese hier nur, datz eS eine lange, lange Reise sein und daß sie plötzlich kommen wird." Diese beunruhigende Prophezeiung ging Loisis jetzt durch den Kopf. Mit einem Male ging ihr der Knoten auf. Wie dumm sie war: die lange Reise— das ist die Reise in den Hafen der Ehe. Und— an ihrer Seite schlief wirklich und wahrhaftig der Ferdl Beinsteller. Dieser Tatsache waren heute nacht gewisse Ereignisse vorausgegangen. Gegen Mitternacht etwa erwachte Beinsteller unter dem Tisch in der„Alten Hundshütte". Kaum hatte er sich gerührt, so vernahm er di« süßen Worte:„Du haft dir Zeit gelassen, du Strolch; jetzt komm, wenn du kannst. Frau Paw- lik, zwei Schwarze mit Rum!" Es war Loisis, die ihm aus der Unterwelt ans Licht verhalf.
„So besoffen habe ich dich noch nicht gesehen, Liebling", sprach sie voller Eifersucht,»hoffentlich war es nicht wegen der langbeinigen Sophie?" „Loisis höre, kannst du mir erklären, wie ich hergekommen bin? Wenn ich nicht irre, hätte ich beim Minister sein sollen. Der Arme wird ja außer sich sein» weil ich nicht gekommen bin." Loisis erzitterte bei dieser unverständlichen Bemerkung. Sie überwand aber die Versuchung, Ferdl durch radikale Mittel zur Vernunft zu bringen, und sagte beinahe zärtlich:„Schau, Ferdl, wir haben uns so schön getroffen, du stehst ebenso einsam in der Welt wie ich, und ich muß dir gestehen, datz ich schon lange an dich denke. Du bist meine letzte Liebe. Von der letzten Liebe gilt ja dasselbe wie von der ersten; ein Mann kommt nie los von ihr. Tun wir uns zusammen, du fängst wieder zu arbetten an und ich halt' deine Sachen in Ordnung. Das ist doch nett von mir, nicht wahr?" Aber Beinsteller beantwortete ihren Antrag auf ganz merkwürdige Weise. Er richtete sich, so gut er konnte, auf und rief:„Wieviel Uhr ist es denn, Frau Pawlik? Ich kann's von hier aus nicht sehen..." Und als er hörte, datz Mitternacht vorüber sei, jammerte er:„Loisis, du Weibsstück, du hältst mich hier mit deinem Ge- guatsche auf und der Minister erwartet mich seit vier Stunden." Loisis hatte Geduld mit ihm.„Ferdl, wohin gehst du denn?" Sie hätte eigentlich fragen sollen:„Wohin kriechst du?", denn Beinsteller mühte sich, auf die Beine zu kommen, kroch aber auf allen vieren und versuchte mit der Hartköpfigkeit, die ihm eigen war, mühsamst die Tür zu erreichen. „Er ist verrückt geworden", kreischte Loisis. „Ich will ihn heiraten, und er ist verrückt geworden." „Bor Freude wahrscheinlich, Loisis", meinte Gustl Matschoha. Beinsteller kauerte sich plötzlich nieder und
plapperte:„Kinder, ich geh' zum Minister, haltet mich nicht zurück." Jetzt ritz auch Loisis die Geduld. ,Lfch plag' mich seit acht Uhr mit ihm, komm' seinetwegen um jedes Geschäft und hör' nicht einmal ein gutes Wort von ihm. Schnarch ' weiter, du Zigeuner, und kriech' mir auf den Buckel." Im Lokal waren nur Ferdl, Gustl Matschoha und Franz Pawliks Witwe zurückgeblieben. „So werde ich nie an Ort und Stelle kommen", sagte Ferdl.„Ich bitte dich, Gustl, hol' daS Frauenzimmer zurück und sag' ihr, sie kriegt einen Tausender, wenn sie mich zum Minister bringt." Matschoha holte berettwilligst die Loisis, die übrigens vor„Der alten Hundshütte" wartete. „Bist du schon wieder bei Verstand?" fragte Loisis mit harter Stimme. „Loischen, ich bitte dich um Gottes willen", stöhnte Beinsteller,„latz mich nicht in dem Elend und führe mich zum Minister, ich tue dafür alles, was^u nur willst." „Habt ihr es jetzt gehört?" fragte Loisis die beiden Anwesenden.„Ihr werdet auch bestätigen, datz mir Ferdl vor euch und gutwillig das Eheversprechen gegeben hat." Gustl Matschoha erhob sich und rief mit ungeahnter Kraft:„Loisis, meine Hand gehört dir, hat Beinsteller gesagt." „Na, siehst du, Vagabund!" Loisis atqiete erleichtert auf.„Hättest du es gleich gesagt, dann wär? ich heute nicht um mein Geschäft gekommen." Da Beinsteller nicht anders befördert werden konnte, lud sie sich mit Hilfe des BohemienS Matschoha Ferdl auf den Rücken und trug ihn nach Hause. Ehe sie die Tür aufmachte, fragte sie vorsichtshalber:„Weißt du, was du mir versprochen hast?" „Datz ich dich heiraten werde." „Willst du mir's schriftlich geben?" (Fortsetzung folgt.)